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Full text of "Adressbuch der Bibliotheken der Oesterreich-ungarischen Monarchie"

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Schriften  des  „Oesterreichischen  Vereines  für  Bibliotliekswesen' 


ADRESSBUCH 

der 

Bibliotliekeii 

dei* 

OesteFPeicb-ungapiscben  JVlonaPchie. 


Von 
Dr.  Johann  Bohatta  und  Dr.  Michael  Holzmann 

Amanuenaes  der  k.  k.   Univorsiläts-Bibliothek  zu  Wien. 


AA/^IEN    1900. 
K.    u.  k.  IIot'-Buclidruckorei  und  Hof-Verlags-Buchhandlung 

CARL     FROMME 

1.  Graben  29,  Trattncihof. 


Alle  Kochte  vorbelialteii. 


VORWORT. 


Die  Unzulänglichkeit  des  vor  mehr  als  20  Jahren  er- 
schienenen Petzholdt'schen*  Werkes,  sowie  die  Erkenntniss  der 
Nothwendigkeit,  für  die  österr.-ungar.  Monarchie  ein  ähnliches 
Werk  zu  schaffen,  wie  es  Schwenke**  für  Deutschland  be- 
arbeitete, Hessen  im  Kreise  des  „Oesterreichischen  Vereines 
für  Bibliothekswesen"  den  Plan  auftauchen,  ein  Adressbuch 
der  österreichischen  Bibliotheken  zusammenzustellen.  Aus 
mehrfachen  Gründen  wurde  jedoch  der  Gedanke  einstweilen 
fallen  gelassen  und  seine  Ausführung  für  spätere  Zeit  ver- 
schoben, bis  sich  die  Gefertigten  an  die  Ausarbeitung  wagten. 
Sie  nahmen  nun  Schwenke's  Adressbuch  zum  Muster  und 
schickten  an  circa  4000  Bibliotheken  Oesterreichs  und  Ungarns 
Fragebogen  mit  folgenden  Fragepunkten  aus: 

1.  Officieller  Name  und  genaue  Adresse  des  Bibliotheks- 
gebäudes. 

2.  Anzahl  der  Bände,  Handschriften,  Incunabeln. 

3.  Für  den  Bücherankauf  jährlich  verfügbare  Geldmittel. 

4.  Name  und  Rang  des  Vorstandes,  der  übrigen  Beamten, 
nach  Chargen  geordnet,  und  der  Diener. 

5.  Welche  Kataloge  existiren  handschriftlich  (ob  Zettel- 
oder Bandkatalog,  alphabetischer  oder  Schlagwort- 
katalog etc.). 


*  Adressbucli  der  Bibliotheken  Deutschlands  mit  Einschluss  von 
Oesterreich-Ungarn  und  der  Schweiz  von  Julius  Petzholdt.  Dresden  ISTö. 
8^.  XI.  526  S. 

**  Adressbuch  der  Deutschen  Bibliotheken  von  Paul  Schwenke.  Leipzig 
1893.  8'1  XX.  415  S. 


IV  Vm^vort. 

6.  Zu  welchen  Stunden  und  unter  welchen  Bedingungen 
ist  die  Bibliothek  benutzbar  V 

7.  Werden  Bücher   uiul  Handschriften    nach  Hause   ent- 
lehnt und  unter  welchen  Bedingungen  V 

N    Werden    Bücher    und    Handschriften    versendet    und 

unter  welchen  Bedingungen? 
;>.  Gründung  und  kurze  Geschichte  der  Bibliothek.  Welche 

grössere  Samndungen  fanden  in  derselben  Aufnahme? 

10.  Welche  Wissenschaften  sind  dort  vertreten,  und  welche 
werden  besonders  gepflegt? 

11.  Unterstehen  dem  dortigen  Amte  noch  andere  Biblio- 
theken Ihres  Ortes?  Und  welche  wären  noch  in  das 
Adressbuch  aufzunehmen  ? 

12.  Quellen,  im  Druck  ei'schienene  Geschichte  der  Biblio- 
thek (»(ler  Bibliothekskataloge. 

Das  hohe  k.  k.  Ministerium  für  Cultus  und  Unterricht 
unterstützte  das  Unternehmen  durch  Bewilligung  einer  Sub- 
vention, wofür  die  Gefertigten  hiermit  den  geziemenden  Dank 
abstatten. 

In  zweiter  Linie  sind  sie  dem  „Oesterreichischen  Verein 
für  Bibliothekswesen",  der  die  Arbeit  mit  liebenswürdiger 
Bereitwilligkeit  unter  seine  Aegide  nahm,  in.sbesondere  dem 
seither  leider  verstorbenen  Vereins- Obmanne,  Herrn  Hofrath 
und  Director  der  k.  k.  Hofbibliothek  in  W^ien  Dr.  Heinrich 
Ritter  v.  Zeissberg,  sowie  dem  ersten  Obmann-Stellvertreter, 
Herrn  Regierungsrath  und  Vorstand  der  k.  k.  Universitäts- 
bibliothek in  Wien  Dr.  Ferdinand  Grassauer  verpflichtet. 

Aber  trotzdem  hätte  das  Werk  nicht  gedeihen  können, 
wären  die  Verfasser  nicht  von  so  vielen  Amtsgenossen  in 
freundlichster  Weise  unterstützt  worden,  die  Zeit  und  Mühe 
nicht  sparten  und  in  selbstloser  Bereitwilligkeit  einen  Stolz 
darein  setzten,  die  Auskünfte  über  ihre  Bibliothek  auf  Grund 
sorijfältiger  Durchforschung  der  bezüglichen  Acten  auszu- 
arbeiten. Ihnen  Allen,  insbesondere  Herrn  Regierung.srath 
Dr.  Wilhelm  Haas,  Vf)rstand  der  Grazer  Universitätsbibliothek, 
sowie  (h-n  Herren  Dr.  Anton  Schul)ert  und  Dr.  Friedrich 
Baunihackl,  Amanuensen  in  Prag,  beziehungsweise  in  Graz, 
ferner  Herrn  Carl  Weizmann,  Revisor    im  Reichsrat hs-Stono- 


Vorwort.  V 

graphonbureau  und  Vorstund  des  „Gabelsberger-Stenographen- 
Centralvereines",  sei  der  herzlichste  Dank  für  ihre  freundliche 
Antheilnahme  abgestattet. 

Den  zweiten  Theil  des  Buches  nimmt  der  die  Bibliotheken 
Ungarns  behandelnde  Abschnitt  ein,  dessen  Zustandekommen 
nur  der  freundlichen  Unterstützung  des  Generalinspectorates 
der  Bibliotheken  und  Museen  Ungarns  zu  verdanken  ist. 
Dasselbe  überliess,  selbst  mit  der  Ausarbeitung  eines  Adress- 
buches der  Bibliotheken  und  Museen  Ungarns  beschäftigt, 
das  es  gleichzeitig  herauszugeben  beabsichtigt,  die  in  Buda- 
pest einlangenden  Originalauskünfte  zur  Benützung  und 
förderte  dadurch  dieses  Buch  in  eminentem  Grade.  So  erübrigte 
nur  mehr  die  Uebersetzung,  um  über  viele  bisher  in  Cis- 
leithanien  nur  wenig  bekannte  Büchersammlungen  ein  auf 
authentischen,  amtlichen  Angaben  beruhendes  Material  zu 
sammeln.  Dem  Generalinspectorate  der  Bibliotheken  und 
Museen  Ungarns,  sowie  den  Herren,  die  den  Verfassern  bei 
der  Uebersetzung  des  ungarischen  Theiles  und  der  eingelangten 
slavischen  Auskünfte  in  uneigennützigster  Weise  beistanden, 
Herrn  Stadtarchivar  und  Vicestadthauptmann  von  Fressburg, 
Johann  Batka,  dem  Scriptor  der  k.  u.  k.  Familien-Fideicommiss- 
bibliothek  in  Wien.  Dr.  Hodinka  Antal  und  ihrem  Collegen 
Dr.  Hugo  Makas  sagen  die  Unterzeichneten  hiermit  öffentlich 
ihren  verbindlichsten,  tiefgefühlten  Dank. 

Dass  bei  der  Ausarbeitung  auch  mehrfache  Schwierig- 
keiten zu  überwinden  waren,  ist  bei  der  Ausdehnung  des 
Stoffes  leicht  erklärlich.  Nur  in  verhältnissmässig  sehr 
seltenen  Fällen  hatte  die  erste  Umfrage  Erfolg,  in  einigen 
Fällen  gelang  es  erst  nach  vier  und  fünf  vergeblichen  Ver- 
suchen, eine  Auskunft  zu  erlangen,  in  einigen  anderen  wurde 
eine  Antwort  direct  verweigert,  in  wieder  anderen  der  Frage- 
bogen überhaupt  nicht  beantwortet.  Doch  sei  dies  nur  deshalb 
erwähnt,  um  der  Kritik  zu  begegnen,  wenn  sie  den  Vorwurf 
der  Lückenhaftigkeit,  die  sie  vielleicht  constatirt,  ausschliesslich 
auf  Rechnung  der  Unterzeichneten  setzen  sollte.  Das  Manuscript 
musste  am  1.  Mai  1899  abgeschlossen  werden. 

Ueber  die  Anordnung  ist  wenig  zu  sagen:  Die  Reihen- 
folge    der    Städte    wie    der    einzelnen    Bibliotheken    ist    die 


Yj  Vorwort. 

alphabetische,  bezüglich  deren  nur  zu  erwähnen  wäre,  dass 
bei  jenen  ungarischen  Städten,  deren  deutscher  Name  m 
Cisleithanien  und  auch  im  Auslande  bekannter  ist,  dieser 
der  ma-yarischen  Bezeichnung  vorgesetzt,  und  als  Haupt- 
schlagwort genannt  wurde.  Das  Werk  ist  ein  erster  Versuch, 
die  Bibliotheksverhältnisse  Oesterreich-Ungarns  klarzustellen, 
ein  Beitrat^  zur  Geschichte  des  Biichereiwesens,  und  soll  ein, 
wenn  auch  nicht  vollkommenes  Bild  des  geistigen  Lebens 
unserer  Monarchie  bieten. 

Dr.  J.  Bohatta.  Dr.  M.  Holzmann. 


I. 


OESTERREICH. 


Admont  (Steierm.). 

1.  Benedictinerstift.  —  Der  Saal  nimmt  zwei  Stockwerke  des 
Osttractes  des  Klosters  ein.  —  Ende  1897:  81.288  Bde.^  darunter 
1100  Handschriften  und  657  Incunabeln.  —  Bei  der  oeringen 
Dotation  ist  die  Bibl.  in  Bezug  auf  Vermehrung  iln-es 
Bücherbestandes  auf  die  Nachlässe  der  Stiftsgeistlichen  an- 
gewiesen. —  Bibliothekar:  P.  Jacob  Wichner.  —  Hand- 
schriften-, Incunabel-,  Standorts-  und  Eingangskataloge  in 
Buchform,  der  aiphabet.  Autoren-  und  Schlagwortkatalog  in 
Zettelform;  mit  dem  letzteren  ist  ein  Realkatalog  verbunden. 
—  Für  das  Publicum  in  den  Monaten  Juni  bis  September 
von  10 — 11  Uhr  vormittags  und  4—5  Uhr  nachmittags  ge- 
öffnet. —  Entlehnungen  in  Admont  und  Umgebung  nur ''in 
Ausnahmsfällen;  Gelehrte  und  Fachmänner  können  in^der  Bibl. 
unter  Aufsicht  des  Bibliothekars  arbeiten.  —  Versendet  werden 
Handschriften  und  Bücher  an  öffentliche  Anstalten  (Biblio- 
theken, Archive,  Museen),  wenn  dieselben  für  richtige  und 
unversehrte  Rückstellung  haften  und  die  Benützung  innerhalb 
des  bezüglichen  Amtsiocales  stattfindet.  —  Gepflegt  werden 
vorzüglich  Theologie,  Asketik  und  Geschichte. 

Muehar,  Alb.  Handschriften  des  Stiftes  Admont  in  Steyermark.  In: 
Archiv  f.  ältere  deutsche  Gesch.  VI.  l.s:3i.  —  Wattenbach,  W.  Handschriften 
des  Benedictinerstiftes  Admont.  Ebda.  X.  1851.  -  Wicliner,  Jacob.  Admont 
m  Steiermark.  In:  Ein  Benedictinerbuch  von  Seb.  Brunner.  Würzburg  18.S1. 
—  Ders.,  Kloster  Admont  und  seine  Beziehungen  zur  Wissenschaft  un^tl  zum 
Unterrielit.  (Mit  Unterstützung  der  k.  Akademie  der  Wissenschaften  in 
Wien.)  Graz  1892.  —  Ders.,  Die  Stiftsbibliothek  zu  Admont.  Zur  Belehrung 
und  Erinnerung    für  die    Besucher  derselben.   Brunn   1897.  "^ 

Altenburg  (Nied.-Oest.). 

2.  Benedictinerstift.—  14.-3iJo  Bde.,  darunter  KJO  Incunabeln 
und  2Gn  Handschriften.  —  Jahrosdotation  je  nach    Bedarf.  - 
Bibliothekar:   P.   Ernest  Brand.         Bandkatalog  aj  v.  J.  1G70: 

Uibliplheks  Adre.ssbuch.  , 


2  Aman.  [3 

h)  V.  J.  1S44  und  c)  v.  J.  18(;4.  Der  Katalog  v.  J.  1S»U  ist 
nach  Materien  und  auch  alphabetisch  iieordnet.  —  Benutzbar 
mit  Erlaubniss  des  Bibliothekars;  Stunden  nicht  festgesetzt. 
—  Entlehnt  und  versendet  werden  Bücher  und  Handschriften 
nur  gegen  Revers  an  bekannte  Personen  oder  Institute 
auf  ein  halbes  Jahr.  —  Als  Gründer  der  d.  Z.  bestehenden 
Stiftsbibl.  von  Altenburg  ist  P.  Maurus  Boxler  (Abt  IGöS 
bis  1680)  anzusehen.  Die  Schweden,  welche  die  benach- 
barte Stadt  Ilorn  durch  ein  ganzes  Jahr  inne  hatten, 
plünderten  und  verheerten  im  Jahre  lt)4r)  das  Stift. 
Dass  die  Bibl.,  die  jedenfalls  bereits  damals  bestanden  hatte, 
hierbei  zugrunde  ging,  ist  selbstverständlich.  Die  Wieder- 
herstellung des  Stiftes,  welche  Abt  Zacharia  Frey  nun  in 
kleinem  Masse  begonnen  hatte,  vollendete  P.  Maurus  Boxler. 
Der  von  ihm  verfasste  und  gegenwärtig  noch  existirende 
Katalog  der  Stiftsbibl.,  welcher  das  Verzeichniss  der  in 
der  Bibl.  aufgenommenen  Werke,  sowie  der  Bücher  „in  cellis 
patruni  in  monasterio"  enthält,  zählt  beinahe  .')()()0  Nummern 
und  \2i'>  Handschriften,  welche  zum  grössten  Theile  noch  heute 
vorhanden  sind.  Die  Bibl.  vergrösserte  sich  im  Laufe  der 
Zeiten  theils  durch  Ankauf  von  Büchern,  theils  durch  jene 
Werke,  die  nach  dem  Ableben  der  Stiftsmitglieder  aus  deren 
Privatbesitz  der  Bücherei  einverleil)t  wurden.  Von  bedeutenderen 
in  die  Stiftsbibl.  aufgenommenen  Sammlungen  ist  nur  eine 
grössere  Anzahl  von  Büchern  zu  erwähnen,  die  aus  der 
Privatbibl.  des  Ferdinand  Langbarthner,  gewesenen  Pfarrers 
von  Gioggnitz,  durch  Kauf  in  das  Stift  kamen.  Da  der 
grosse  und  herrliche,  im  Jahre  1722  erbaute  Bibliothekssaal 
nur  für  die  damaligen  Verhältnisse  berechnet  war,  so  mussien 
bahl  die  neu  angeschafften  Werke  in  zwei  Sälen  der  Prälatui- 
untergebracht  werden;  es  befinden  sich  dermalen  daselbst  ca. 
isoo  Bde.,  die  in  einem  eigenen  Kataloge  verzeichnet  sind.  — 
Alle  Wissenschaften,  am  stärksten  Tiieologie. 

Wolfs^^rubor,  rnelestin.  Altenburg  in  Nied.-Oest,  In:   Ein  Uonediotinor- 
hucii.  Von  ö.   IJninnor.   Würzburg   1^81. 

.\l'll.lH  (Br»jim.). 

3.  Franciscanerconvent  besass  eine  schöne  Bibl.,  welche 
zahlreiche  werllivollo  Ms.  eiitiiielt.  Im  Jahre  17><r)  musste  die- 
selbe samnit  d(;m  Archive  an  die  Kreisiiauptmannscliaft  aus- 
geliefert werden  und  soll  angeblich  nach  Prag  gekommen 
sein.  Die  jetzige  Bibl.  I)esteht  aus  Predig<'r- Literatur 
und  ist  nur  unbedeut<'nd.  —  Guai-dian  und  lühliotlu^kar: 
P.     Roger    Wim,/..'    K'-inliefi-  ]):is    Klostei-  winde    li'.TT  ge- 

L'ründet. 


7]  Asch.  :^ 

4.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  <i)  LeluerlMhl.    ITI';;    Kdc, 

750  Hefte,  35  Tafeln, 5 1  ()  1  Proyraiiime  =  7<i7!»  vols. ;  bj  Scliiilei'l)ibl. 
905  Bde.,  isf)  Hefte,  37  Tafeln  =1131  vols.  —  Jahresdotation 
«J  100  (xulden;  h)c^.  30  Gulden. —  Director:  Dr.  Theodor  Stiej^litz; 
Bibliothekar:  a)  Prof.  Karl  Jüthner;  h)  Prof.  Dr.  Richard 
Tölg;  ein  Diener.  —  Handschriftlicher  Bandkatalog  nach  den 
Nummern.  —  a)  Benutzbar  für  ^Mitglieder  des  Lehrköri)ers 
während  der  Unterrichtszeit.  —  Ebenso  Entlehnungen;  h)  ein- 
mal w("»chentlich  an  Schüler  der  Anstalt.  —  Versendungen  nur 
aus  der  Lehrerbibl.  —  Zugleich  mit  dem  Gymnasium  1«72 
gegr.    und   nach     den    gesetzlichen    Bestimmungen    erweitert. 

—  Vertreten  a)  in  erster  Linie  die  Wissenschaften  des  Gymnasial- 
lehrplanes und  Pädagogik;  h)  zumeist  Jugendschriften. 

Freisleben,  Joseph.  Katalog  der  Lehrerbibl.  I.  Abth.  In:  XVII.  Jahres- 
bericht über  das  k.  k.  Staats-Obergymnasium  in  Arnau.  Ai'nau  1898. 

Asch  (Böhm.). 

5.  Gabelsberger  Stenographenverein,  Gasthaus  „zur  Garns". 

—  635  Bde. — Jahresdotation  -Jr.  Gulden.  —  Vorstand:  Gustav 
Gemeinhardt,  Bürgerschullehrer;  Vorstand-Stellvertreter : 
Gustav  Merz,  Lehrer;  Cassier:  Carl  Hofmann;  Schriftführer: 
Ernst  Korndörfer,  Kaufmann;  Schriftführer-Stellvertreter: 
Hermann  Rossmann;  Bücherwart:  Fritz  Engelhardt,  Kauf- 
mann; Bücherwart- Stellvertreter:  Gustav  Pohl.  —  Nume- 
rischer Bandkatalog.  —  Benutzbar  zweimal  wöchentlich  gegen 
Garantiezettel.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Fachliteratur. 

Asparn  a.  d.  Z.  (Nied.-Oest.). 

G.  Minoritenconvent.  —  Ca.  (3000  Bde.  —  Jahresdotation  je 
nach  Bedarf.  —  Guardian  und  Bibliothekar:  P.  Clemens 
Hauer.  —  Handschriftl.  Bandkataloge.  —  Nur  zu  eigenem 
Gebrauche.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  — 
Gegr.  zugleich  mit  dem  Kloster  1632.  —  Meist  Kirchenväter 
und  Geschichte. 

Aussig  (Böhm.). 

7.  [Communal-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  '280  Werke 
in  531  Bdn.,  51  Heften,  ij89  Programme;  />)  Schülerbibl. 
417  Werke  in  473  Bdn.  —  Director:  Dr.  Gustav  Hergel;  Custos 
für  a)  Gymn.-Lehrer  Victor  Rabitsch ;  für  h)  Gjnnn. -Lehrer 
Ferdinand  Ilolzner. —  Gegr.   1893. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearl)eitet,    da    der  Fragebogen   nicht 
beantwortet  wurde. 

1* 


4  Baden.  [8 

Baden  (Xied.-Oest.). 

8.  [Militär-]Badeheilanstalt,  Saiierliof.  —  :)O00  Bde.  — 
Jahresdutatiuii :  »in  (hilden.  -  Vorstand:  Heinrich  Andreatta,  k.  k. 
Oberlieut.;  Obmann-Stellvertreter:  Hummer,  k.  k.  Werkmeister. 

—  Alphabet.  Katalog,  —  Von  2 — 3  Uhr  nur  für  die  im  k.  u.  k. 
Sauerhof  wohnhaften  Officiere  und  Parteien  benutzbar.  — 
Ebenso  Entlehnungen  gegen  eine  Gebühr  von  1  Kreuzer  pro  Bd. 

—  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1837.  —  Vorzugsweise 
Militärwissenschaften  und  Belletristik. 

0.  Bezirks-Lehrerbibliothek,  Piarrplatz  2.  —  2572  Bde.; 
Filiale  rottcnsteiu;,  42:'  Bde.;  Gesammtsumme  .'JOül  Bde.  — 
Jahresdotation  532  Gulden.  —  Obmann:  Johann  Walter, 
Bürgerschuldirector.  —  Ein  gedruckter  aiphabet.  Bandkatalog. 

—  Entlehnungen  jeden  Donnerstag  von  1<>  — 12  Uhr  auf  eine  drei- 
monatliche Frist.  —  Ebenso  Versendungen.  —  Auf  Grund  der 
V(»lksschulgesetze  und  des  Ministerialerlasses  vom  15.  De- 
cember  1S71,  Z.  2802,  im  Jahre  1872  aus  Beiträgen  des  Bezirks- 
schulrathes  und  ^'oVo  (später  über  Beschluss  der  Bezirks- 
Lehrerconferenz  y,  %)  Abzügen  von  dem  Gehalte  der  Lehrer- 
schaft errichtet.  Erst  seit  18HS  ist  mit  Genehmigung  des 
Landesschulrathes  die  Bibliothekarstelle  in  Baden  mit  (i<>  Gulden, 
in  Pottenstein  mit  20  Gulden  jährlich  besoldet  und  ständig 
gemacht.  —  Vertreten  alle  Wissenschaften,  besonders  Päda- 
gogik und  specielle  Methodik. 

10.  [N.-ö.  Landesreal-  und  Ober-]Gymnasium.  —  a)Lehrer- 
bibl.  2473  Bde.;  Ij  Schülerbibl.  132ti  B<le.  —  Jahresdotation 
40()  Gulden,  —  Director:  Johann  Wittek;  Gustos  für  a)  Prof. 
Dr.  J(»hann  Jülir;  für  h)  Prof.  Johann  Kainz.  —  Ein  Facli- 
(zngleich  Inv('ntar-)Katal<»g    und    ein    alphabet.    Zettelkatalog. 

—  Zngänglich  in  erster  Linie  für  Mitglieder  des  LehrktM-pers, 
au.snahmsweise  mit  besonderer  Bewilligung  des  Directors  für 
andere  Persönlichkeiten.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Keine 
bestimmten  Bibliotheksstunden.  —  Versendungen  nur  an 
Directionon  anderer  Mittelsciiulen.  Gegr.  18<I3,  zugleich 
mit  der  eliem.  n.-ö.  Laudes-Unterrealschule  in  r>a(l(m.  —  Im 
Jahre  isin  wurde  die  nahezu  I<><»()  ]}de.  umfassende  Privat- 
bibl.  des  pens.  Secretärs  Sr.  k.  Hoheit  d.  H.  Erzh.  Kainer, 
Eduard  v.  (Jall  geschenkweise  einverleibt  (zumeist  Naturwissen- 
schaften und  Ge(jgraphie).  —  Alle  Fächer  (in  geringem  Masse 
Bau-  und  Ingenieurwissensehaften,  Haus-,  Land-,  Forstwirtli- 
scliaft,  sowie  Verkehr.  Handel   und   Industrie). 

Jül«,  Johann.  K.ltalo^  dor  Lclirorhibl.  I.  IJcila^c  zum  XXXV.  Jaliros- 
hfriflit  über  da.s  n.-''..  F.nndosroal-  und  Obcrj^yninasiuni  in  Hadi-n  bei 
Wien    Hadnn    1H9m. 


14]  P.iiin. 

HJil'fl   (Mälir.). 

11.  Gabelsberger  Stenographenverein,  l>ii)m)l:itz,  Hans  .J.  Ap- 
pel.  — '-'uo  L5do.,  exclusive  ^lusikalicii.  —  Jalirosdotation  je  nacli 
Bedarf.  —  Vorstand:  Eduard  Rubi,  Färbermeister;  Bibliothekar: 
Joseph  Tölpel.  —  Alphabet.  Katalog.  —  Benutzbar  nur  für  Mit- 
glieder Sonntai^  8 — i»  und  1 — 2  Uhr.  —  Ebenso  Entlehnungen 
auf  i  Wochen.  — Keine  Versendungen.  -Bibl.  gegr.  zugleich 
mit  dem  Vereine  am  8.  September  1881».  —  Zumeist  Unter- 
haltungsschriften, dann  Erdkunde,  Geschichte  etc. 

Bakowice  (Galizien). 

12.  [Privat-]Gymnasium  der  Jesuiten  besitzt  eine  Lehrerbibl. 
und  eine  Schülerbibl.  (mit  3050  Bdn.  und  Heften).  —  Director: 
Kazimierz  Stefanski.  —  Errichtet  187n. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  niciit 
beantwortet  wurde. 

Becliin  (Böhm.). 

l:).Franciscanerconvent.  —  45:00  Bde.,  12  Incunabeln,  3:5  Hand- 
schriften. —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekar: 
P.  Kanut  Jares,  O.  S.  Fr.  —  In  Ermangelung  einer  anderen 
Bibl.  häufig  Entlehnungen.  —  Gegr.  wahrscheinlich  mit  dem 
Kloster  im  Jahre  1284.  1422  wurde  der  Convent  zerstört  und 
blieb  durch  70  Jahre  unbewohnt.  16U»  wurde  auch  die  Stadt 
von  dem  30jährigen  Kriege  heimgesucht  vmd  das  Kloster  zum 
zweitenmale  gänzlich  zerstört,  die  Bücher  theils  vernichtet, 
theils  verschleppt.  „Sternberger  Cantional"  befindet  sich  jetzt 
in  den  Samml.  des  Ah.  Kaiserhauses;  „Das  Leben  der  Heiligen 
in  der  Wüste,"  ein  Pergamentfolio  in  der  Univ.-Bibl.  in  Prag; 
ein  böhm.  Cantional,  welchen  die  Familie  Siniskovsky  in  Kutten- 
berg verfassen  Hess,  in  der  Wr.  HofbibL;  ein  Buch,  die  Regel 
des  Ordens  enthaltend,  geschrieben  von  dem  bekannten  Gross- 
wardeiner Bischof  Johann  Filipec  (Vitez),  der  später  in 
den  Orden  trat,  im  Becliiüer  Kloster  weilte  und  1401  die 
Kirche  ausweihte,  befindet  sich  in  Privatbesitz. 

BieHtz  (Schlesien). 

14.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —a)  Lehrerbibl.  3;}6l  Bde.  und 
Hefte,  12.34»;  Programme;  b)  Schülerbibl.  1031  Bde.  und  Hefte. 

—  Dotation  für  die  Lehrmittelsammlung  18!:)?  8:  1002-20  Gulden. 

—  Director:  Thomas  Islitzer:  Gustos  für  a)  Prof.  Joh.  Gollob; 
für  h)  Prof.  Joseph  Wolf.  —  1871  als  Untergymnasium  gegr.; 
1874  Obergymnasium. 

Gollob,  Johann.  Katalog  der  Lehrerbibl.  In  :  Jahresbericht  des  k.  k.  Staats- 
gymnasiums 7Ai  Bielitz.  Bielitz   I8t)8. 

Nach  dem  letzten  Jalu'esberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 


6  Blauda.  [15 

1").  Evangelische  Lehrerbildungsanstalt.  —  :M98  Bde..  lOiri 
Broschüren  uml  illT  rrograimiu'.  —  Jahresdotation  150  bis 
200  Gulden.  —  Director:  Karl  Gerhardt,  welcher  zugleich  die 
Bibl.  verwaltet.  —  Alphabet,  Zettelkatalog.  —  Geöffnet  an 
Samstagen  von  12 — 1  Uhr.  —  Gegr.  I8(j9,  vermehrt  durch 
zahlreiche  Sammlungen  und  Schenkungen  (u.  a.  Bücherei  der 
evang.  Unterrealschule  in  Bielitz).  -  Vertreten:  Theologie, 
deutsche  Sprache  und  Hilfswissenscliaften,  Geschieh  teund  Geo- 
graphie, Naturwissenschaften,  insbesondere  Pädagogik. 

Die  Drucklegung  eines  neuen  Kataloges  ist  in  Vorbereitung. 

l<;.  [K.  k.  Staats-Ober-]Realschule.  -  a)Lehrerbibl.  O.slOBde.; 
h)  Schülerbibl.  -  Jahrt'sdotation:  300  Gulden.  —  Director: 
Dr.  Karl  Reissenberger;  Bibliotliekare  für  (t)  Prof.  Wenzel 
H<»rak  und  Prof.  Victor  Beränek;   für   h)  Prof.  Wenzel  Ilorak. 

—  Gedruckter  Fachkatalog  und  handschriftlicher  Nominal- 
katalog. —  Zugänglich  für  das  Lehrpersonale  zu  jeder  Zeit, 
wenn  der  Bibliothekar  schulfrei  ist.  —  Entlehnungen  vor- 
mittags. —  Versendungen  im  Wege  der  Direction  an  benach- 
barte Anstalten.  —  Die  Bibl.  wurde  zugleich  mit  der  Gründung 
der  Anstalt  durch  die  evangelische  Gemeinde  im  Jahre  18(10 
errichtet,  vom  Staate  sammt  der  Anstalt  im  Jahre  IS77  über- 
nommen. —  Alle  Fächer  der  Realschule. 

Horäk,  Wenzel.  Katalog  der  Lelirerbibl.  I.  In:  Programm  der  k.  k. 
Staats-Oberrealsclmle  in  Bielitz.  Bielitz   18l)s. 

17.  Verein  der  Buchdrucker  in  Oesterr.-Schlesien.  (Section.)- 
3f>  Werke.  V.:  Troppau.  Verein  der  Buchdrucker  in    Oesterr.- 
Schlesien. 

Blauda  (Mähr.). 

is.  Privatbibliothek  Graf  Zierotin.  -  Ca.  10.000  Bde.,  .300  Hand- 
schriften, .M»  Incunaljcln.    —    Jahresdotation    je    nach    Bedarf. 

—  Haupt-,  Band-  und  Zettelkatalog.  —  Benutzbar  auf  beson- 
deres Ersuchen  von  Fall  zu  Fall.  —  Ebenso  Entlehnungen 
und  Versendungen.  —  Gegr.  im  vorigen  Jhdt.  Alle  Wissen- 
schaften. 

Boclinia  (Galizien). 

1 '.'.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  Gimnazyum).  —  a)  Lehrcr- 
bibl.  Ji;-.'!  W('rk('  in  17.^.8  lUln.,  2«r)-i  Programme;  h)  Schüler- 
bibl. eis  Werke  in  112o  Bdn.  (poln.),  11  Werke  in  ll  Bdn. 
(russ.),  los  Werke  in  7;n  Bdn.  (deutsch).  —  Direclor:  Michal 
Zulkiewicz;  Custo.s  für  a)  Jan  Brj'l;  in  h)  für  die  polnische 
Al>tli.:  Stanislaw  Switalski;  für  die  deutsche  Abth. :  Dr.  Karol 
Opuszyn.ski.  —  Gegr.   1817. 

Katalog  bibl.  nauezyeipl.'<kiej.  In:  Sprawozdanio  Dyrekeyi  c.  k.  CÜni- 
nazyuin   w   Boelini.   Krnk'iw    IM'IK. 

Nach  dem  letzten  .laliresberielite  gearbeitet,  da  iler  Fragebogen  iiidit 
beantwortet  wurde. 


26]  rJ(.(lonl):u;li.  7 

Bodenhach  (Böhm.). 

20.  Gabelsberger  Stenographenverein,  Hotel  Fiiss.  —  'l^yl  P>do. 

—  Obiuaiiu:  Joseph  Eibl;  öehrirti'ülirer:  liubenicek.  —  Hand- 
schrift!. Katalog.  —  Benutzbar  nur  für  Mity:lieder.  —  Fach- 
literatur. —  Gegr.  1881. 

Böliiu.-Kainnitz  (P.öhm.). 

21.  Deutscher  Gabelsberger  Stenographenverein,  Hotel  zur 
Post.  —  !-<•  Bde.  Jahresilotatiou  je  nach  Bedarf.  Bibliothe- 
kare: Max  Rudolf  und  Rudolph  Rudolf.  -  Alphabet.  Katalog.— 
Benutzbar  an  den  Vereinsabenden  (Montag,  Dienstag,  Donners- 
tag und  Freitag).  —  Ebenso  Entlehnungen  auf  1  Wochen.  — 
Keine  Versendungen.  —  Gegr.  l&7(i  zugleich  mit  dem  Vereine. 

Böhiii.-Leipa  (Böhm.). 

•2J.  Augustinerconvent.  —  Ca.  (iOUO  Bde.  —  Keine  bestimmte 
Jahresdotation.  —  Vorstand:  Prior  P.  Raim.  J,  Hein.  — 
Alphabet.  Bandkatalog.  —  Meist  ältere  Werke  aus  dem  Ge- 
biete der  Theologie. 

•2:\.  Gabelsberger  Stenographenverein.  —  300  Bde.,  37  Hefte. 

—  Band-  und  Zettelkatalog.  —  Vorstand:  H.  Herbrich.  —  Ent- 
lehnung nur  an  Vereinsmitglieder.  —  Gegr.  187i).  —  Schrift- 
wissenschaft, insbesondere  Gabelsberger  Stenographie. 

■2i.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  3s28  Werke, 
15.94-2  Programme;  h)  Schülerbibl.  1735  Bde.  —  Director:  Eduard 
Tomanek;  Gustos  für  a)  Prof.  Georg  Buchner;  für  b)  Prof. 
Alexander  Tragi.  —  Gestiftet  l(i-27  von  Albrecht  von  Wald- 
stein und  den  Augustinern  übergeben;  1882  verstaatlicht. 

Nach  dem  letzten  Jaliresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

■25.  [K.  k.  Staats-]RealschuIe.  —  ^0  Lehrerbibl.  4O0(i  Bde.,  841 
Hefte,  4703  Programme;  hj  Schülerbibl.   3984  Bde.,  7G0  Hefte. 

—  Director:  Rudolf  Walda;  Bibliothekar:  Prof.  Franz  Stef- 
fanides.  —  Ein  gedruckter  Materienkatalog.  —  Gegr.  mit  der 
Anstalt  1863;  diese  war  zuerst  Communal-Realschule  und 
wurde  1892  verstaatlicht. 

Steffanides,  Franz.  Katalog  der  Lelirei'bibl.  In:  XXXIV.  Jahresbericlit 
der  Staatsrealschule.  Böhni.-Leipa   1807. 

Nach  dem  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht  beant- 
wortet wurde. 

Borek  stary  (Galizien). 

•2(1.  Dominicanerconvent  (gegr.  l(Wi7)  hat  nur  eine  nicht 
allzu  grosse  Handbibl.  —  Prior:  P.  Pius  Joseph  Markl. 


8  Bozen.  [27 

Bozen  (Tirol). 

•J7.  Franciscanerconvent.  —  21.000  Bde.,  787  Handschriften, 
<;34  Incunabeln.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Biblio- 
thekar: K.  Epiphan  Indrist,  Lector  der  Theologie.  —  Es 
existiren  i  Bde.  vom  alten  Kataloge;  18i>-2 — isix;  wurde  die 
Bibl.  neu  geordnet,  ein  Zettelkatalog  nach  Fächern  und  al})ha- 
betisch  angelegt;  Generalkatalog  in  1  Foliobdn.  —  Benutzbar 
zu  jeder  Zeit  für  distinguirte  Personen.  —  Entlehnungen 
und  Versendungen  nur  gegen  Revers  mit  besonderer  Er- 
laubniss  des    P.  Guardian.  Die  Bibl.    wurde    zugleich    mit 

dem  Kloster  124-2  gegr.;  da  jedoch  letzteres  in  den  Kriegs- 
jahren wiederholt  der  Schauplatz  von  Verwüstungen  wurde, 
ist  aus  der  ältesten  Zeit  nichts  mehr  vorhanden.  Im  l.").  und 
1(1.  Jhdt.  erfolgten  werthvolle  und  zahlreiche  Neuanschaf- 
fungen. I<j3'2  wurde  der  gegenwärtige  Saal  für  die  Bibl.  gebaut, 
IHJK}  restaurirt  und  die  Bibl.  neu  geordnet,  mit  Ausnahme 
der  Incunabeln,  deren  umfassende  Neukatalogisirung  d.  Z. 
erfolgt.  —  Vertreten  sind  sämmtliche  theologische  Wissen- 
schaften, Philosophie,  Medicin,  Historia  profana,  insbesondere 
auch  Jus  civile;  sehr  gut  vertreten  sind  überdies  die  orien- 
talischen Sprachen.  Die  periodischen  Zeitschriften  (meist  theolo- 
gischen Inhaltes)  sind  complet  und  werden  weitergeführt.  Von 
Interesse  ist  eine  Sammlung  von  Atlanten. 

•28.  [Privat-]Gymnasium  der  Franciscaner.  —  a)  Lehrerbibl. 
.')7so  Bde.;  I> j  Schülerlubl.  —  Jahresdotation  unl)estimmt.  - 
Director:  P.  Bortrand  Andergassen;  Bibliothekar:  Prof. 
P.  Anaklet  Ruedl.  —  Ein  Zettelkatalog.  --  Entlehnungen 
nur  ausnahmsweise.  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1872, 
pflegt  die  Bibl.  alle  an  der  Anstalt  vertretenen  Wissen- 
schaften. 

•J'.i.  Handels-  und  Gewerbekammer.  —  Die  zum  grossen 
Theile  vom  alten  Mei'cantilmagistrate  übernommene  Bibl.  be- 
steht aus  einer  ziemlich  bedeutenden  Anzahl  älterer,  mit- 
unter werthvoller  Werke  (IC,  17.  und  18.  Jhdt.),  juristischen, 
handeis-  und  gewerbepolitischen  Inhaltes  und  aus  den  Process- 
acten und  den  Protokollen  des  Mercantilgerichtes.  Diese  sind 
nach  Jahren  geordnet  und  reichen  bis  zum  J.  ic.}.")  zurück. 
Ausserdem  finden  sich  n(jch  die  alten  Marktprivilegien  der 
Sta<lt  Bozen,  zum  Thoile  in  Handschrift,  und  eine  lU'ihe  von 
auf  die  Bozener  Märkte  l)ezügliclH'n  liandschriitliclien  Ui-kunden 
und  Erlässen  vor.  Die  neueren  Werke  (Gesetzessammlungen 
und  C'ommentare,  Amlsl)lätter,  Werke  über  Industrie,  Handel 
und  Verkehr,  Statistik  und  Nationalökonojiiie,  Länder-  und 
Völkerkunde,     Land-    und    Foi'.stwirthsclijift,    Hiüitlflskainnur- 


321  Braun  uu.  9 

berichte  und  Protokolle,  Adressbücher)  datiren  seit  der  Kr- 
richtunii,  der  Handels-  und  Gewerbekaininer.  -  Eine  Kata- 
lo^isirunu-  der  IJibl.  ist  im  Zuue.  —  Für  die  Instandhaltun«^^ 
werden  jährlich  100 — 15()  Gulden  präliniinirt,  welche  zum  An- 
kaufe von  Werken  aus  dem  Gebiete  der  Jurisprudenz,  National- 
ökonomie etc.  verwendet  werden.  —  Eine  allgemeine  Benützung 
ist  d.  Z.  unthunlich.  —  Kein  bestimmtes  Bibliotheks- 
personal. 

30.  K.  k.  Lehrerbildungsanstalt.  —  a)  Lehrerbibl.  850  Werke  in 
1-24:)  Bdn.,  2'J 40  Heften  und  231  Blättern;  h)  Zöglingsbibl.  301 
Werke  in  457  Bdn.,  214  Heften;  c)  Schülerbibl.  ;U)7  Werke  in 
349  Bdn.  —  Jahresdotation:  150— i  60  Gulden.  —  Director:  Karl 
Lahola;  Bibliothekar  für  a)  und  h):  Prof.  Josef  Patigler; 
Bibliothekar  für  c):  die  fünf  jeweiligen  Classenlehrer.  —  YAn 
Inventar-  und  ein  Fachkatalog  für  die  Lehrerbibl.,  je  zwei  In- 
ventare  für  die  Zöglings-  und  Schülerbibl.  —  Aus  a)  können 
die  Mitglieder  des  Lehrkörpers  zu  jeder  Zeit,  aus  h)  zweimal 
und  aus  c)  einmal  in  der  Woche  Zöglinge,  beziehungsweise 
Schüler,  Bücher  entlehnen.  —  Gegr.  1869.  —  Vorzugsweise 
Pädagogik. 

31.  [K.  k.  Staats-Unter-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl.  1236 
Bde.,  286  Hefte,  4251  Programme;  h)  Schülerbibl.  5s5  Bde., 
9  Hefte.  —  Jahresdotation:  103  Gulden.  —  Director:  Schulr. 
Joseph  Hofer;  Bibliothekar  für  a)  Prof.  Franz  Leitzinger; 
für  h)  Prof.  Johann  Kluibenschedl.  —  Bandkatalog  nach 
Fächern  und  Schlagworten.  —  Für  den  Lehrkörper  jederzeit 
benutzbar.  -  Entlehnungen  an  die  Mitglieder  des  Lehrkörpers 
der  Realschule  und  der  k.  k.  Lehrerbildungsanstalt  in  Bozen. 
—  Versendungen  an  andere  Mittelschulen.  —  Gegr.  1875.  — 
Alle  an  der  Anstalt  vertretenen  Wissenschaften. 


Braun  au  (Böhm.). 

32.  Benedictinerstift.  —  Gegr.  1330.  —  Nachdem  die  ältere 
Bibl.  1619  in  Folge  des  Verkaufes  des  Stiftsgebäudes  und  der 
Vertreibung  der  Benedictiner  durch  die  „evangel.  Directoren 
Böhmens  Lands"  sammt  allen  Handschriften  und  Urkunden 
gänzlich  verloren  gegangen  und  die  1621  nacli  der  Rückkehr 
der  Mönche  errichtete  neue  Bibl.  1664  ein  Raub  der  F'lammen 
geworden  war,  hat  man  1730  eine  dritte,  die  gegenwärtige 
Bibl.  begründet,  welche  ca.  18.500  Werke  in  mehr  als  28.300 
Bdn.  und  Heften  mit  nahezu  200  Incunabeln  und  über  200 
Handschriften,  ausserdem  eine  grössere  Anzahl  Kupfer-  und 
3200    hauptsächlicii    böhm.  Münzen    und  Medaillen    besitzt.  — 


1"  P.rt\£renz.  [33 

Für  Bibliolheksbodiirlnisse  werden  jälirlich  18(M)  Gulden  ver- 
wendet. —  Alphabet.  Nominalkatalo^.  —  Nach  Petzholdt, 
da  neuere,  authentische  Auskünfte  nicht  erlangt  werden 
konnten. 

Schramm,  Romuald.  St.  Margareth  in  Bievnov  und  Braunau  in  Bölimen. 
In:  Ein   H>n<dictiniM-lnioh  von  Sob.   Bninnor.  Würzburg  1S81. 

33.  [Stifts-jGymnasium  der  Benedictiner.  —  o)  Lehrerbibl. 
1713  Werke  in  3eJ.2  Bdn.,  12T;t  Heften,  :ü-2:^  Programme; 
h)  Schülerbibl.  ITsi  Werke  in  3404  Bdn.,  «518  Heften.  - 
Director:  Anselm  Hofmann;  Bibliothekar:  ein  Mitglied  des 
Lehrkörpers.  —  Gegr.  in  der  ersten  Hälfte  des  U.Jhhdt.  als 
dreiela.<sige  Klosterschule.  14-2(»  aufgelöst,  li;-24  mit  zwei  Classen 
wieder  eröffnet,  bald  darauf  zu  einem  Uiilergynin.,  KiTl  auf 
sechs  Classen  ergänzt.  Seit  170*;  unter  eigenen  Präfecten ;  seit 
1711  im  eigenen  Gebäude;  seit  1700  fünf,  seit  I81it  sechs 
Classen,  seit  l^öO  Untergj-mn.,  is69  Obergymn. 

Nach  dem  letzten   Jahresberichte  gearbeitet,   da   der   Fragebogen   niclit 
beantwortet  wurde. 

Rre«?pnz  (Vorarlberg). 

34.  [Communal-Unter-]Gymnasium  besitzt  eine  Lehrer-  und 
eine  Schülerbibl.,  sowie  eine  Progranimsammlung.  —  Director: 
Dr.  Johann  Meixner;  Custos  der  Lehrerbil)l. :  Prof.  ]\Iax  Haus- 
mann; der  Schül('rl)ibl.  und  der  Programmsainnihuig:  Prof. 
Franz  Stock.  —  (tegr.   iHUf). 

Nach  dem  letzten   Jahresberichte  gearbeitet,    da    der   Fragebogon    nicht 
beantwortet  wurde. 

3.').  Museumsverein.  —  f.ooo  Nummern.  —  Jahresdotation 
je  nach  BcdarT;  meist  Schriftentausch  und  Geschenke.  -—  Mit 
der  Aufsicht  betraut:  Dr.  Jose])!!  Iluber.  —  Ein  P>an(lkatalog 
vorhanden,  ein  zweiter  in  Angriff  genommen;  ein  Zettelkatalog 
in  Aussicht.  —  P^ntlehnuiiL'^en  nur  an  Mitglieder  des  Vereines. 
—  Die  Geschichte  der  Bibl.  bis  jetzt  nur  in  den  Heften 
des  Vereines  niedergelegt.  Der  jetzige  Zustand  bis  zur  Ueber- 
siodlun;^'  in  das   neue  Museumsgebäude  provisorisch.  Alle 

Wissenschaften. 

Hi'ixeii  (Tirol). 

::•-.  [K.  k.  Stifts-JGymnasium  der  Augustiner-Chorherren  von 
Neustift,  Gymiiasialgebäude,  besitzt  eine  Lehrerbibl.  und  eine 
Sf'liidrrbibI  I)(»tation    je  nach   Bedarf.     -     Director:    Leo 

I'nterb('r;/<'r;  Bibliothekar:  Prof.  Eduard  Jochum. —  Alphabet. 
Bandkatalog.  Zugänglich  jeden    Wochentag;    ebenso    Ent- 

lehnungen. —  Keine  Ver.sendungen.  —  Die  Lehrerbibl.  gegr. 
zugleich    niit   dem  <  lymnasiuni   im  Jahre    l('.<i<»;   die  Scliüleibibl, 


[39  l:r.)(ly.  11 

vor  unt^ofähr  10  «lahren.  —  Vortretoii:  Philologie,  Mathematik, 
NaliirlohiH',  Geoj^raphit'  und  Ooschiclito,  sowie  deutsche  Sprache 
und   Literatur. 

Probst,  Jacob.     Hoiträgo   zur  Geschiclitc   clor  Gymnasien   in  Tirol.     In: 
Zoitselir.  d.  FtMilinandcunis.  ö.  F.  7.   lsr)S. 

:>7.  [Fürstbischöfliches  Privat-JGytnnasium  am  Seminarium 
Vincentinum.  —  a)  Lehrerbibl.  4014  Nummern,  <illt  Hroschüren 
und  ca.  1000  Programme  (seit  1874);  h)  Schülerbibl.  411  Num- 
mern. —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Director:  Dr.  Alois 
Spielmann,  päpstl.  Hausprälat;  Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Ferdi- 
nand Spielmann,  -  Alphabet.  Zettelkatalog  nach  den  Fäcliern 
geordnet;  Hauptkatalog  nach  den  fortlaufenden  Nummern.  — 
Benutzbar  nach  Bedarf  zu  jeder  Zeit.  —  Entlehnungen  nur 
an  die  Prof.  und  Präfecten  der  Anstalt.  —  Versendungen 
gegen  Revers.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  1872.  —  Alle 
Wissenschaften,  am  besten  vertreten  Geschichte. 

38.  Fürsterzbischöfliches  Priesterseminar.  —  859(1  (im 
Bibliothekssaale  befindliche)  Werke,  nicht  inbegriffen  die 
wegen  Platzmangels  in  anderen  Localitäten  untergebrachten 
oder  sonstigen  minderwerthigen  Werke;  2!io  Incunabeln  ibis 
1.530);  150  Handschriften  (ohne  die  neueren  von  Resch, 
Sinnacher  etc.).  —  Jahresdotation  150  Gulden.  —  Der  oberste 
Vorstand  derBibi.  ist  der  jeweilige  Regens  des  Priesterseminars, 
derzeit  Dr.  Franz  Egger;  unmittelbarer  Vorstand  ist  der  je- 
weilige Studienpräfect,  welcher  auch  den  Titel  Oberbiblio- 
thekar führt.  Diesem  unterstehen  ein  oder  zwei  Alumnen 
(derzeit  Carl  Staudacher,  Theologe),  welche  die  Arbeiten  in 
der  Bibl.  besorgen.  —  Handschriftlich:  1  Zettelkatalog, 
aiphabet,  nach  Autoren,  1  Bandkatalog  (nach  der  fortlaufenden 
Nummer),  1  Bandkatalog  für  die  Incunabeln  (fortl.) ;  1  Band- 
katalog für  die  Handschriften.  —  Entlehnungen  gegen  Revers. 

—  Versendungen    nur  mit  besonderer  Erlaubniss  des  Regens. 

—  Gegr.  mit  der  Anstalt  1607.  —  Viele  Bücher  stammen 
aus    der  f.  b.  Hofbibl.   —   Hauptsächlich  Theologie. 

Brody  (Galizien). 

3!».  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  gimnazyum)  besitzt 
eine  Lehrerbibl.  und  eine  Schülerbibl.  (<)31  deutsche,  32s  poln., 
1  I  ruthen.  Werke).  —  Director:  Stanislaus  Librewski;  Gustos 
der  Lehrerbibl.:  (xymn. -Lehrer  Bronislaus  Kasinowski  v.Nah'Cz; 
der  Schülerbibl.:  G3'mn. -Lehrer  Andreas  Aliskiewicz  (für  die 
deutsche  Abth.);  Supplent  Johann  Gawlikowski  (für  die  poln. 
Abth.);  Prof.  Peter  Skobielski  (für  die  ruth.  Abth.)  —  1S55 
durch  Umwandlung   der    früheren   Israelit.    Handelsschule    als 


r:  Brück  a.  L.  [40 

selbständige  Communal-Unterrealschule  gegr.;  seit  18(>5 
Realgymn.,  seit  l.sTc  Obergymn.,  1879  verstaatlicht,  seit  18Ji3 
normales  Gymnasium. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,   da   der   Fragebogen    nielit 
beantwortet  wurde. 

40.  Handels-  und  Gewerbekammer.  ..Die  gewünschten  Daten 
können  mit  Rücksicht  auf  die  noch  nicht  vollendete  Orga- 
nisation der  Bibl.  nicht  bekannt  gegeben  werden."  (24.  III. 
Iö99.)  Präsident:  Stanislaus  Durstin;  Secretär:  Dr.  Stanislaus 
Ritter.  —  Gegr.   ls.");i. 

Bi'uck  a.  L.  (Nied.-Oest.). 

11.  Gräfl.  Harrachsche  Fideicommiss-Bibliothek.  V.  Wien: 
Privatbibl.  Graf  Harrach. 

Brunn  (Mähren). 

!','.  Augustiner-Stift  St.  Thomas.  -  2500  Bde.,  ca.  10  Hand- 
schriften. 241    Incunabeln.    —   Jahresdotation    je  nach  Bedarf. 

—  Bibliothekar:  P.  Gregor  Jokl.  —  Zettelkatalog  in  Aus- 
arbeitung. —  Benutzbar  Donnerstag  vormittags.  —  Ent- 
lehnungen und  Versendungen  der  Bücher  (nicht  der  Hand- 
schriften) mit  Genehmigung  des  hochw.  Abtes.  —  Gegr.  1:550. 
I7s<j  erfolgte  die  unfreiwillige  Uebcrsiedlung  von  St.  Thomas 
ins  König-Kloster  (Alt-Brüiin).  Die  Bibl.  musste  aus  Mangel 
an  geeigneten  Localitäten  lange  Jahre  ungeordnet  bleiben. 
Später  wurden  die  leidlich  geeigneten  Räume  „gedeckt",  aber 
noch  lange  blieb  aus  Mangel  an  Mitgliedern  die  Bibl.  ohne 
eigentliche  würdige  Verwaltung  und  Obsorge. 

Chr.  d'Elvert,  Die  Bibl.  u.  s.   w.  in  Mäliren  und  Oesterr.-Soiilesicn.  In: 
Schriften    der    histor.-statist.    Section    der    k.   k.    mähr.-schles.   (Jeseliseiiaft 
111.   1«52.  S.  04.     —   Kla^el.  M.   liibl.  des  Klo.sterstiftes  S.  Thomas  in  Alt 
Krünn.  In:  Notizenblatt  der  iiistor.-statist.  Section.   18.08.  S.  28. 

4.}.  Bischöfliches  Clerical-Seminarium.  —  9!HM  Werke  in 
1:1.077  Bdn.,  ca.  10  i  laiiiK-^clirificii  (darunter  Ilandschr.  des 
hl.  Aloisius  und  Dilatus,  Deben  des  P.  Streda,  S.  J.).  —  Krim 
fixe  Jahresdotatioii.  ca.  .'>oo  Gulden.  —  Vorstand:  .Volon 
.\darn"e,  Regens  dos  bischöfl.  Clerical-Seminars,  unter- 
stützt von  je  einem  jährlich  aus  den  Theologen  ge- 
wählten    Bücherpräfecten     und    einem     lUicher- Vicepräfecten 

—  llandschriftl.  Materienkatalog«'.  Kiitlciiiiimgcn  nur  an 
Ppftfessorcn  und  Zr»L-lingc;  an  Fremde  nur  ausnahmsweise  nnl 
besonderer  Genehmigung.  —  Ebenso  Versendungen.  —  GcL-r. 
/ngleich  mit  der  Anstalt  iso?.  Cfrössere  Schenkungen  stammen 
von    Karl    Smidek,    Gymn.-I'rof.    in     Üiünn,     Ferdinand    l'an- 


45]  P.rünn.  13 

schab,  Domdechant  in  lirünn,  Dr.  Johann  Schweiz,  Doni- 
probst  in  Wien,  Dr.  Josef  Chinelieek,  Pastoral-Prof.  in  Bi-ünn 
II.  A.  —  Hauptsächlich  alle  Zwei<^e  der  Theologie. 

Zsoliokko,    llorniann.     Die    tlioologischen    Studien    und    Anstalton     dor 
katholisc'lion   Kircho  in  Oosterroicli.  WicMi   18it4. 

44.  Mährisches  Gewerbemuseum,  Elisabethstrasse  14.  — 
5137  Bde.;  12.000  Blatt  (kunstgewerbliche  Vorbildersaniinlung). 

—  Jahresdotation  1000  Gulden.  — Director:  Julius  Leisching; 
1  Diener.  —  Ein  gedruckter  Katalog  (umfassend  die  ersten 
900  Nummern,  geordnet  nach  Materien  und  Autoren);  ein 
handschriftl.  Katalog,  den  ganzen  Bestand  umfassend  und  nach 
Materien  geordnet.  —  Geöffnet  für  Jedermann  täglich  an 
Wochentagen  (mit  Ausnahme  von  Montag)  von  9 — r2  und 
2—6,  an  Sonn-  und  Feiertagen  von  9—12  und  2 — 4,  im 
Sommer  von  ii— 12  Uhr.  —  Entlehnung  und  Versendung  der 
Werke  nur  an  Mitglieder  des  Museums  oder  andere  Museen 
und  verwandte  Institute  (Ersatz  des  Portos).  —  Gegr.  gleich- 
zeitig mit  dem  Institute  über  Anregung  des  „Mährischen  Ge- 
werbevereines" im  Jahre  1873.  —  Kunstgewerbe  und  Kunst- 
geschichte, sowie  deren  Hilfswissenschaften. 

45.  [K.  k.  deutsche  Staats-]Gewerbeschule.  Die  Bibl.  ist  in 
nach  Abtheilungen  getrennten  Räumen  des  Schulgebäudes 
(Winterholler- Platz  i)  untergebracht.  Abth.  1.  Lehrerbibl. 
für  Hochbau,  1300  Nummern;  2.  Lehrerbibl.  für  Kunstgewerbe 
und  Zeichnen,  300  Nummern;  3.  Lehrerbibl.  für  Mechanik, 
Maschinenbau  und  mechanische  Technologie,  1300  Nummern; 
4.  Lehrerbibl.  für  Mathematik,  Phj^sik,  darstellende  Geometrie, 
Elektrotechnik,  SOO  Nummern;  .'i.  Lehrerbibl.  für  Chemie  und 
chemische  Technologie,  400  Nummern;  <5,  Allgemeine  Bibl., 
Schülerbibl.    und    geographische    Sammlung,    2400    Nummern. 

—  Jahresdotation:  \.  300  Gulden;  2.  105  Gulden;  3.  330  Gulden; 
4.  303  Gulden;  5.  200  Gulden;  <;.  200  Gulden.  —  Director: 
Reg.-R.  Eduard  Wilda;  das  Amt  eines  Bibliotheks-Custos  wird 
von  einzelnen  Professoren  der  verschiedenen  Fachabtheilungen 
bekleidet.  —  Handschriftliche  Zettelkataloge,  aiphabet,  nach 
Namen  geordnet.  —  Lehrerbibl.  jederzeit  für  die  Mitglieder 
des  Lehrkörpers,    Schülerbibl.    zweimal    wöchentlich  geöffnet. 

—  Ebenso  Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr. 
zugleich  mit  der  Anstalt  1873.  —  Für  die  einzelnen  Zweige 
der  für  die  Anstalt  in  Betracht  kommenden  Wissenschaften 
bestehen  die  (>  Bibliotheks-Fachabtheilungen.  Die  allgemeine 
Abth.  umfasst  vornehmlich  deutsche  Sprache,  Geschichte,  Geo- 
graphie, Statistik,  Volkswirthschaft,  Unterrichtswesen,  Cultur, 
Literatur.  Kunstgeschichte,  sowie  schöne  Literatur. 


14  Brüun.  f46 

4t).  Mährischer  Gewerbe-Verein.  —  1337  Werke  in  jr.nBdn., 
1'24G  Heften  und  r.'v!  Majipen;  111  Fachzeitschriften.  — Jahres- 
dotation 300  Guklen.  —  Präsident:  Rudolf  M.  Rohrer;  Secretär: 
Alois  Naske;  Bibliothekar:  ein  Mitglied  des  Verwaltiini>srathes. 
—  Das  Benützungsrecht  des  Lesezimmers,  in  dem  die  Zeit- 
schriften aufliegen,  und  der  Bibl.  steht  im  allgemeinen  nur 
den  Vereinsmitgliedern  zu,  kann  jedoch  auch  von  anderen 
Personen  über  Vorschlag  eines  Mitgliedes  und  auf  Grund 
eines  schriftlichen  Ansuchens  an  das  Präsidium  auf  die  Dauer 
eines  Jahres  erworben  werden.  Die  Bibl.  ist  jeden  Montag  und 
Mittwoch  von  <! — s  Uhr  abends,  jeden  Sonntag  von  2 — f)  Uhr 
geöffnet,  nur  ausnahmsweise  während  der  Amtsstunden  (an 
Wochentagen  von  h-12  und  von  3 — G,  an  Sonntagen  von 
i»  — 11  Uhr)  benutzbar.  —  Entlehnung  der  Bücher  gegen 
Emi)fangsbestätigung  auf  drei  Wochen,  Versendung  gegen 
Ersatz  der  Versendungskosten.  Lexika,  Samniel-  und  Nach- 
schlage-, sowie  besonders  werthvolle  Werke  sind  von  der 
Entlehnung  ausgeschlossen. 

Hibliotheks-Ordnunti;.  In:  Mälirisches  Geworbeblatt.  XIII.  Jahrg.  Nr.  in. 

—  Bi-riclito  über  die  ]Üh\.  in  den  Jahrcsboricliten  des  Mälirischen  Goworbc- 

Vercinos  in   Hrünn.  IJiiinn   Im'.L'  ff. 

47.  [Erstes  deutsches  k.k.Staats-]Gymnasium, Elisabethplatz  <;. 
a)  Lehrerbibl.  s77>'  Werke  in  l3.^iM>  Bdn.,  darunter  6  Hand- 
schriften, IG  Incunabeln  (bis  l.")3G),  17.1<;i»  Programme; 
h)  Schülerbibl.  r27ö  Werke  in  21. j2  Bdn.  —  Jahresdotation 
beiläufig  2()0  Gulden,  —  Director:  Schulrath  Ignaz  Pokorny; 
für  nj  I.  Verwalter  Prof.  Carl  August  Schwertassek;  IL  Ver- 
walter Prof.  Carl  Klecker;  für  b)  I.  Verwalter  Prof.  Lud- 
wig Schönach,  IL  Verwalter  Supplent  Benno  Krichenbauer.  — 
Bandkatalog,  Zettelkatalog,  alpliabet.  und  nach  Fachgruppen; 
gedruckter  Katalog  in  Vorbereitung.  —  Zu  bestimmten  Stunden 
für  alle  Mitglieder  des  Lehrkr»ri)ers,  doch  auch  für  andere  Per- 
sonen gegen  Legitimation  benutzbar.  —  Ebenso  Entlehnung,  — 
Versendung  auf  amtlichem  Wege.  —  Gegr.  157!:<,  wo  die  Anstalt 
als  Jesuitengymn.  errichtet  wurde.    —  Die  Fächer  des  Gymn. 

4s.  [K.  K.  zweites  deutsches  Staats-]Gymnasium.  —  '/;  Lehrer- 
bibl. 211.1  Werke  in  l.'.o;;  IMn.  und  llelten;  l  1.211  Programme; 
hj  Schülerlnbl.  'JGO  Werke  in  in3H  Bdn.  —  Dotation  für  die 
Lehrmittelsammlung  pro  1.S97/98:  GöüTHV  2  Gulden.  —  Director: 
Hugo  Horak;  Custosfüraj:  Gymn.-Lehrer  Dr.  Carl  Ertl;  für 
die  PrM;r,;iniin-Sammlung:  Prof.  Albin  Kocourek ;  für /'):  Prof. 
Jcdiann  Jiiicek.  —  Gegr.  1H71  als  Realgyninusium,  seit  1874 
Ueal-Obergymnasium,  seit   1h7H  rcnnes  (i^'mnasiuui. 

Krll,  Carl.  Katnlo«  der  Ldin-r-lUbl.  lU-ilatii-  zum  XXVII.  .Ialirr>l)crit'lil 
<1<"»  k.   k.   II.  di'iil.Kclif'n   StaaLs-dyninasiiiins   in    lErfinn.   IWfinn    Ihiih. 

Nadi  dr-in  li-t/ti-n  .lalirosbcrifhto  ncarlM-iti't,  da  dfr  FrajcIxiKon  niolit 
bi'nntwi>rl«'t  wurde. 


53]  P.rünn.  15 

4!).    [K.     k.    böhmisches     Staats-Ober  jGymnasium.     (C.    K. 

cesky  vj'ssi  t^ymnasiiini.)  —  aj  JA^lirt'rl)il)l.  254;')  Werke  in 
495.S  Kdn.,  451  Hoffen,  479S  Proüraninie;  h)  Schülerbibl. 
22!»4  Werke  in  3(i:  l  I'.dn.  —  Dotation  1  8Ii7/'.i8  riir  a)  -HV.ViVl  (hildcn  ; 
für  h)  i;5s-5(t  (Julden.  —  Director:  .Jan  Tunia;  Bibliothekar 
für  a)  Prof.  Jan  Kapras;  für  h)  Prof.  Karel  Svoboda.  —  1H(;7 
als  Unter<j:ymn.  eröffnet;  seit  ISGb  Obergymn. 

Kapras,  Jan.  Seznain  spisü  v  uöitolske  kniliovnS,  In:  31.  program  c. 
k.  r-eskeho  vj'äsilio  •i;ynniasia  v   Krnc.  V  Brne  189S. 

Nach  dein  lotzton  Jaliroshcrichto  «rearbeitot,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

50.  [II.  Böhm.  Staats-]Gymnasium.  (II.  resky  statni  ^nfym- 
nasiuni.)   —  a)  Lehrerbibl.  sol   Pdo.;  b)  Schülerbibl.  Mh5  Pde. 

—  Dotation  aus  den  Lehrmittelbeiträoen.  —  Director:  Eduard 
Oufedniiek,  Landesschulrath;  Bibliothekar:  Prof.  Vincenz 
Vavra.  —  Inventar  uhd  Zettelkatalog.  —  a)  für  den  Lehrkörper 
jederzeit,  b)  für  Schüler  einmal  wöchentlich  benutzbar.  — 
Ebenso  Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1883. 

—  Besonders  Pädagogik. 

51.  Handelsgremium,  Herrengasse  15,  hat  nur  eine  kleine 
Handbibl.  von  ca.  150  Bdn.  zu  eigenem  Gebrauche.  —  Vor- 
stand: kais.  Rath  Alois  Enders. 

52.  Höhere  böhmische  Handelsschule.  (Geska  vyssi  ob- 
chodni  skola),  Giskrastrasse  3s.  —  <tj  Lehrerbibl.  S31  Bde.; 
b)  Schülerbibl.  G43  Bde.  —  Jahresdotation  a)  300  Gulden; 
b)  120  Gulden.  —  Director:  Karl  Fisara;  Bibliothekar:  Prof. 
Johann  Masin.  —  Handschriftliche  Fachkataloge.  —  Nur  zu 
eigenem  Gebrauche.  —  Ausnahmsweise  Entlehnungen  an  be- 
kannte Personen.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  im  Jahre 
1S95.  —  Hauptsächlich  Handelswissenschaften,  Geographie, 
Geschichte,  Belletristik,  Zeitschriften. 

Ueber   den   jährlichen   Zuwachs   berichten   die  Programme  der  Anstalt. 

53.  Handels-  und  Gewerbekammer,  Basteigasse  7.  —  Ca. 
11.200  Bde.  —  Jahresdotation  700  Gulden.  —  Vorstand  der 
Bibl.  ist  der  jeweilige  Bureauchef.  —  Ein  Nummernkatalog, 
in  welchem  die  einzelnen  Werke  nach  fortlaufenden  Nummern 
eingetragen  werden;  ferner  für  jedes  Jahr  gesondert  Nach- 
tragskataloge, in  welchen  die  Zuwächse  an  Bibliothokswerken 
nach  Materien  eingetragen  erscheinen.  —  Die  Benützung 
der  Bibl.  im  Bureau  der  Kammer  ist  Jedermann  täg- 
lich (mit  Ausnahme  der  Sonn-  und  Feiertage)  von  10  bis 
12  Uhr  vorm.  und  3 — 5  Uhr  nachm.  gestattet.  —  Entlehnungen 
nur  an  wirkliche  und  correspondirende  Mitglieder,  sowie 
Beamte  der  Kammer,  in  der  Regel  auf  vier  Wochen.  Karten, 


16  Brunn.  [»+ 

Tabellen,  Kunstwerke  und  ungebundene  Hefte  iDvucksaehen 
unter  10  Bogen)  dürfen  nur  in  dem  Bureau  der  Kammer  be- 
nützt werden.  —  Versendungen  nur  an  correspondirende 
Mitglieder  gegen  Revers  (volle  Haftung  und  Ersatz  des 
Portos).  —  Die  Bibl.  ist  durch  allmähliche  Anschaffungen 
im  Verlaufe  des  Bestandes  der  1860  gegr.  Brünner 
Handels-  und  Gewerbekammer  zu  ihrem  dermaligen  Umfange 
gediehen.  —  Vertreten :  Rechts-  und  Staatswissenschaften, 
Volkswirthschaft,  Statistik,  Technologie,  Handel  und  Industrie. 
Geographie,  Geschichte  etc. 

Katalog    der    Bibl.    der    Handels-    und    Geworbekammer    in    Rrünn. 
Brunn  18itO.  —  I.  Nachtrag  dazu.  Brunn  1801. 

51.  K.  k.  technische  Hochschule,  Elisabethplatz  -2.  — 
8900  Werke  in  ca.  oG.ooo  Bdii.  —  Jahresdotation  für  An- 
schaffungen und  Buchbinder  3000  Gulden,  vom  1.  Ja- 
nuar 181(9  ab  3500  Gulden.  —  Vorstand:  Dr.  Carl  Zelbr, 
k.  k.  Scriptor  und  Priv.-Doc. ;  Moriz  Grolig,  Praktikant; 
1  Diener.  —  Ein  aiphabet.  Zettelkatalog,  ein  Accessions- 
katalog in  Buchform,  ein  ali)habet.  und  Sachkatalog  in  Buch- 
form, ein  Katalog  der  Fortsetzungen  und  Zeitschriften  in 
Blättern.  —  Die  Bibl.  ist  dem  allgemeinen  Besuche  geiiffnet: 
Vom  15.  October  bis  14.  Juli  an  den  Nachmittagen  aller 
Werktage  mit  Ausnahme  der  Donnerstage,  und  zwar  vom 
15.     October    bis     14.    April    von    5—8.     vom    15.    April    bis 

14.  Juli  von  3—6  Uhr.  Ferner  an  allen  Samstagen,  Sonii- 
und    Feiertagen    von    !>  — 13    Uhr    vorm.    In    der    Zeit    vom 

15.  Juli  bis  14.  October  jeden  Dienstag  und  Freitag  von 
9 — 12  Uhr.  Ausgenommen  sind  die  Amtsferien:  Die  zwei 
letzten  Faschingstage,  Aschermittwoch,  die  drei  letzten 
Tage  in  der  Charwoche,  Ostersonntag  und  Ostermontag, 
Pfingstsonntag  und  Pfingstmontag,  Christi  Himmelfahrt  und 
Frohnleichnam,  die  Tage  vom  24.  December  bis  1.  Januar.  — 
Pers(jnen,  welche  die  Bücher  im  Lesesaale  benützen  wollen, 
können  auf  Grund  ihrer  Legitimation  in  der  Rectoratskanzlei 
eine  zu  dieser  Benützung  berechtigende  Anweisungskarte  er- 
halten. —  Von  den  in  Brunn  domicilirenden  Personen  sind 
berechtigt  aus  der  Bibl.  Bücher  zu  entlelmen:  Das  Lehr- 
personale, der  Rectoratssecretär,  die  ordentlichen  Hiirer  der 
Technik,  die  öffentlichen  Behörden,  die  Vorsteher  der  wissen- 
schaftlichen und  technischen  Vereine.  —  Für  die  Versendung 
von  Büchern  gelten  die  Bestimmungen  des  Ministeriums  für 
Cultus  und  Unterricht  vom  15.  Februar  18i;i,  Z.  1555,  und 
der  Krlass  vom  22.  Mai  ISfJM,  Z.  2562.  Verleihung  der 
Bücher  in  der  Riegel  auf  einen  Monat.  —  Di<'  k.  k.  tecii- 
nisolio  Lelii-aiislalt    wurde    1849   ei^Wliiet,    das    k.   k.   tecliMiscIie 


56]  Brunn.  IT 

Institut  1800,  die  k.  k.  Hochschule  1H72.  —  Die  Bibl. 
pflegt  ausschliesslich  die  exacten  und  technischen,  Wissen- 
schaften. 

Die  k.  k.  leclniisclie  Fachscluile  in  Brunn.  Gesciiiclitlicli-statistisclie 
Skizze,  herausgegeben  aus  Anlass  des  2.'>jährigen  Bestandes  der  Leiir- 
anstalt.  Mit  2  Abbildungen.  Brunn  1875.  —  Katalog  der  Bibl.  des  k.  k. 
technischen  Institutes  in  Brunn.  Brunn  1871.  —  I.  Nachtrag.  Brunn  1880. 
—  II.  Nachtrag.  Brunn  1881j.  —  Katalog  der  Bibl.  der  k.  k.  technischen 
Hochschule  zu  Brunn.  Brunn  1893.     —    Nachtrag  hierzu  in  Vorbereitung. 

55.  Bischöfliches  Knabenseminar  (Biskupsky  seminäf  pacho- 
leck}'),  Eichhorngasse  17.  —  3629  Bde.  —  Jahresdotation 
100  Gulden.  —  Leiter:  Der  jeweilige  Studienpräfect,  d.  Z. 
Johann  Sedlak.  —  Ein  Bandkatalog  nach  Kästen  und  Fächern 
geordnet;  aiphabet.  Zettelkatalog  in  Ausarbeitung.  —  Zu- 
gänglich für  Seminaristen  zu  jeder  Zeit.  —  Keine  Entlehnungen 
und  Versendungen.  —  Besteht  seit  Gründung  der  Anstalt 
1854;  vermehrt  durch  jährliche  Einkäufe  und  Gaben  der 
Gönner.  —  Vertreten  alle  Fächer,  besonders  classische  Philo- 
logie und  Belletristik;  vorzugsweise  gepflegt  neben  alten 
Sprachen :  Geschichte. 

56.  Mährisches  Landesarchiv  (Moravsky  zenisky  archiv), 
neues  Landhausgebäude.  —  Ca.  11.000  Bde.  Druckwerke,  darunter 
170  Incunabeln.  1297  Handschriften,  wovon  548  Stück  der 
Corronischen  Sammlung  angehören.  —  Jahresdotation  zum 
Ankaufe  von  Druckwerken  630  Gulden.  — Vorstand:  Landes- 
archivar Vincenz  Brandl;  Landesarchivsconcipist:  Dr.  Berthold 
Bretholz;  Landesarchivsadjunct:  Vincenz  Nebovidsk}";  ein 
Diener.  —  Accessorischer  Katalog,  dann  ein  Zettelkatalog 
nach  Autoren  und  Schlagworten  aiphabet,  geordnet.  — 
Eigentlich  eine  HilfsbibL  für  das  mährische  Landesarchiv 
und  für  den  Landeshistoriographen;  doch  auch  für  fremde 
Forscher  benutzbar.  —  Bücher  werden  an  verlässliche  Per- 
sonen, Handschriften  nur  an  inländische  öffentliche  Anstalten 
mit  Bewilligung  des  mährischen  Landesausschusses  verliehen. 
—  Die  Bibl.  wurde  1856  bei  Reorganisirung  des  mährischen 
Landesarchivs,  namentlich  auf  Grund  der  käuflichen  Er- 
werbung der  A.  Boczek'schen  Privatbibl.  und  der  des  Leito- 
mischler  Bürgers  Jelinek  errichtet.  —  Vertreten  grösstentheils 
historische  Quellenwerke,  Geschichtswerke  und  geschichtliche 
Hilfswissenschaften,  so  weit  sie  Mähren,  Böhmen,  Schlesien, 
die  österreichischen  Länder  und  Deutschland  betreffen.  Sehr 
gut  vertreten  ist  ferner  die  altböhmische  theologische  Literatur 
aus  dem  16.  und  17.  Jhdt. 

Dudik,  Bcda.  Mährens  Geschichtsquellen.  Brunn  ISTiO.    —   Wattenbach, 
W.    Handschriften    der    ständischen  Sammlung     in    Erünn     aus    Corroni's 
Bililiotheks-Adii-ssbueh.  2 


IS  Brunn.  ['>7 

Nachlass.  In:  Archiv  f.  alt.  deutsche  Geschichte.  K».  1851.  S.  68"i.  — 
Chlumetzkv,  Peter  v.  u.  J.  Chj'til.  Bericht  über  das  inälirische  Landesarchiv 
f.  d.  Jahr'l857. 

öT.  Mährische  Landes-Bibliothek,  Miisouinsgasse,  im  Ge- 
bäude des  Landesnniseiinis  (Franzensmuseuni).  —  73.000  Bde., 
r20o    Handschriften,    3G    Incunabeln.  Jaliresdotation    ca. 

•2000  Gulden.  —  Bibliothekar:  Dr.  Wilhelm  Schräm,  kais.  R.; 
Museumswart:  Joseph  Suschitzk}';  ein  Diener  (letztere  zu- 
irleieh  im  Dienste  des  Museums);  prov.  wiss.  Hilfsarbeiter: 
cand.  jur.  Emil  Schräm.  —  Alphabet.  Zettelkatalog-  in 
•24  Kästchen  und  Fachkataloge  in  lOo  Zettelkästchen  nach  dem 
Muster  der  Giessener  Universitätsbibl.  —  Die  Bibl.  ist  für 
die  allgemeine  Benützung  an  Werktagen  täglich  mit  Aus- 
nahme des  Montags  von  n  —  \'2  und  4 — 7  Uhr,  an  Sonn-  und 
Feiertagen  vormittags  geöffnet.  —  Bücher  und  Hand- 
schriften werden  auch  nach  Hause  entlehnt,  letztere  jedocli 
nur  ausnahmsweise;  das  Recht  der  Entlehnung  besitzen 
Personen,  die  eine  öffentliche  Stellung  bekleiden  oder  eine 
entsprechende  Caution  leisten.  —  Versendungen  in  der  Regel 
nur  an  öffentliche  Bibl.  und  Archive.  —  Die  Bibl.  wurde  zu- 
gleich mit  dem  Franzensmuseum  1S18  begründet  und  ist  seit 
11.  Dec.  18S3  öffentlich.  —  Von  Privatsammlungen,  die  durch 
Schenkung  der  Bibl.  zufielen,  verdienen  besondere  Erwähnung: 
Die  Bibl.  des  Anton  Endsmann,  Ritter  v.  Ronow  (gest.  iHäT), 
des  Brünner  Ehrendomherrn  Friedrich  Grafen  Sylva-Tarouca 
(gest.  1881),  des  Historikers  Christian  Ritter  d'Elvert  (gest.  l.s9G) 
und  des  Advocaten  Dr.  Leopold  Teindl  (gest.  1893).  —  Be- 
son<lers  Geschichte  und  Kunst,  Reclits-  und  Staatswissenschaft, 
in  allererster  Linie  die  auf  die  mähr.  Landeskunde  bezügliche 
Literatur. 

Katalog  der  Bibl.  des  Franzensmuseums  mit  8  Nachträgen  verfasst  von 
Custos  Moriz  Trapp,  Brunn  18i;8  — 187'.»,  und  vom  Bibliothekar  Wilhclin 
Schräm.  Brunn  1886— IM116.  —  Katalog  der  Handsciiriftcn  des  Franzciis- 
musoums  verfasst  von  Wilhelm  Schräm.  Brunn  IH'.lO.  —  Scliraiii,  Williclm 
(loschiclite  der  Bibl.  des  Franzensmuseums  (.\nnales  nuisei  franciscei 
MDCCCXCVI,  p.  41—77). 

58.  K.  k.  Böhmische  Lehrerbildungsanstalt.  —  2048  Werke 
in  3.'.02  Bdn.  —  .Jaliresdotation  3imi  Gulden  und  100  Gulden 
Beitrag  aus  dem  k.  k.  Sojiulbücherverlag.  —  Director:  Aenii- 
lianScliulz;  Custos:  Prof.  Josef  llladik.  -  Matrricidcatalog. — 
Entlelinung  an  Lehrer  und  Sciiüh-r  rler  Anstalt,  aber  nicht 
nach  auswärts.  —  Gegr.  1870.  —  Pflegt  alle  Disciplinen  der 
An.stalt 

;'»;•.  K.  k.  deutsche  Lehrerinnenbildungsanstalt,  Scliwrdiu- 
^a8se   1.  L'lii<'rbibl.   ^Ti    Iiivcntariiiinniici-ii   (Werke)    mit 


63]      ■  Brunn.  19 

2210  ]Jdn.  —  Jiihresdotation  2()0  (xuklcn.  —  Director: 
Dr.  Heinrich  Sonneck,  k.  k.  Schulratli;  IJiblioUiekar:  ein  Prof. 
der  Anstalt.  —  Je  ein  Inventar,  alphabet.  Zettel-  und  Ma- 
terienkatalo«^-  nach  Schlai-wortcn  oder  Fächern.  —  Zu<iän<ilich 
während  der  Schulzeit  für  die  Mitglieder  des  Lehrkörpers.  — 
Ebenso  Entlehnungen  und  Versendun<ien.  —  Gegr.  mit  der 
Anstalt  li^70.  —  Alle  Wissenschaften,  insbesondere  Pädagogik 
und  deren  Hilfswissenschaften. 

60.  Museumsverein  (Müsejni  spolek),  Königinkloster,  Alt- 
brünn.  —  Ca.  ;>r»Oü  Pde.,  30  Handschriften,  2  Incunabeln.  — 
Dotation  ca.  50  Gulden.  —  Präsident:  Prof.  Dr.  Franz  Dvorsky; 
Bibliothekar:    Prof.    Vincenz  Vävra.    —  System.    Bandkatalog. 

—  Für  Mitglieder  Donnerstag  von  2-4  Uhr  zugänglich ;  Ent- 
lehnungen auf  einen  Monat.  —  1888  gegründet,  erhielt  die  Bibl. 
;»4tJ  Werke  nach  dem  verstorb.  Advocaten  in  Gr.-Meseritsch, 
Dr.  Siegmund  Vasätko,  und  650  Werke  von  dem  gewesenen 
Landeshauptm.-Stellv.  Dr.  F.  A.  Ritter  v.  Srom.  —  Gepflegt 
werden  Slavica  und  Werke,  die  auf  Mähren  und  Böhmen  Be- 
zug haben,  prähistor.  Archäologie,  slav.  Folkloristik,  slav. 
Lieder. 

Vävra,  Vincenz.    Sbirky    Musejniho  spolkii  v  Brne.    I.    Knihovna.     In- 
ventar a  katalog.  V  Brno  189.3. 

61.  Bischöfliches  Ordinariat.  Besitzt  nur  eine  ausschliess- 
lich für  den  privaten  Amtsgebrauch  bestimmte  Bibl.  — 
Bischöflicher  Secretär:   Dr.  F.  Ehrmann. 

62.  Privatbiblioihek  Prof.  Dr.  Moriz  Grolig.  Augustiner- 
gasse 4.  —  ll.-ioö  Bde.,  877  Hefte.  1706  Blatt  Landkarten, 
533  Blatt  Photographien,  einige  Incunabeln,  Musikalien,  Hand- 
schriften zur  Geschichte  Mährens,  insbesondere  der  Stadt 
Mährisch-Trübau.  —  Ergänzung  nach  Bedarf.  —  Hand- 
schriftlicher aiphabet.  Zettel-  und  sj^stematischer  Fachkatalog. 

—  Die  Bibl.  kann  nach  vorheriger  Anmeldung  beim  Besitzer 
benützt  und  die  Bücher  daselbst  eingesehen,  aber  nicht  ent- 
lehnt werden;  auch  Versendung  ist  ausgeschlossen.  —  Die 
Sammlung  besteht  seit  dem  Jahre  1871  und  pflegt  alle  Ge- 
biete der  Wissenschaften  mit  Ausnahme  der  exacten,  ins- 
besondere alles  auf  Mähren,  Schlesien  und  Böhmen  Bezüg- 
liche, sowie  Bibliographie  und  Bibliothekswesen. 

63.  [K.  k.  deutsche  Staats-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl. 
4502  Werke  in  8714  Bdn.  und  Heften,  5849  Programme; 
h)  Schülerbibl.  1598  Werke  in  1749  Bdn.  und  Heften.  —  Do- 
tation für  die  Lehrmittelsammlung  pro  1897/98  715-95  Gulden, 
darunter    250  Gulden    von   der  Gemeinde  für  die  Herausgabe 


•20  Brunn.  [64 

des  Kataloges.  —  Director:  Carl  Zaar;  Bibliothekar  für  a) 
Prof.  Albert  Rille;  für  h)  Realschiillehrer  Dr.  Carl  Bero;er.  — 
Gegr.   IS.-.I. 

Rille,  Albert.  Katalog  der  Lehrerbibl.  In:  Jaliresbericlit  der  deutselien 
Staats-Oberrealseliule  in  Brunn.  Brunn  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nieht 
beantwortet  wurde. 

tj4.  [K  k.  Böhmische  Staats-]Realschule  (C.  k.  vyssi  realnä 
skola).  —  aj  Lehrerbibl.  1658  Bde.,  4-30  Hefte,  13  Atlanten, 
•21  Bilder,  2  Bogen,  lü  Blätter.  2  Tafeln,  .■)r)4.)  Programme; 
h)  Schülerbibl.  1378  Bde.,  1"»  Hefte.  —  Jahresdotation 
l!tO  Gulden.  —  Director:  Adolf  Kubos;  Bibliothekar  für  n) 
und  hj  Prof.  Hubert  Fiala.  —  Ein  Zettel-  und  ein  alphabet. 
Kiital.)g  in  Buchform.  —  Die  Lehrerbibl.  ist  täglich  vormittags 
in  den  freien  Stunden  des  Bibliothekars  ger)ffnet,  zu  welcher 
Zeit  die  Werke  gegen  Bestätigung  entlehnt  werden  können.  — 
Versendet  werden  nur  Zeitschriften  an  die  Brünner  böhmischen 
Mittelschulen  und  Lehrerbildungsanstalten.  —  Gegr.  1880. 
Einige  Bücher  stammen  aus  dem  Nachlasse  der  im  Anstalts- 
gebäude bestandenen  Zweiganstalt  der  deutschen  Staatsreal- 
schule, ca.  .')00  Bde.  aus  der  Bibl,  des  aufgelassenen  deutschen 
Staatsgj'mnasiums,  andere  wuchsen  durch  Schenkungen  zu 
(Landesarchivar  Vincenz  Brandl,  Frau  Doubrawa).  —  Ver- 
treten alle  lehridanmässigen  Wissenschaften,  besonders  ge- 
pflegt Pädagogik,  Mathematik,  Physik  und  moderne  Sprachen. 

Der  Katalog  der  Lehrerbibl.  wird  im  Jahresprogramm  für  1898/99 
erscheinen. 

65.  Deutsche  Schillerstiftung  hat  ihre  1H71  als  Beginn 
einer  Stadtbibl.  begründete  „Scliiller-Bibl.",  welche  später  ins 
Stocken  gerieth,  der  Volksbücherei  im  deutschen  Hause  über- 
antwortet, die  vom  deutschen  Club  geleitet  wird  und  auch 
eine  kleine  „Josephinische  lUicherei"  einschliesst.  —  Zweck: 
Naticmale  P>elehrung  und  Erziehung.  —  Vorstand:  Dr.  Gustav 
Trautenberger. 

Katalog  der  BiiiiuKT  .Scliillerbibl.  Herausgegeben  vom  Vorstand  der 
Brünner  Zweig-Seliillcrstiftung.   Brunn  1S74.  Die   Zweig-Selüllcrstiftung 

zu  Brunn  im  «TSten  Jhdt.  ilires  Bi'st:indes,  veröffentiielit  diircli  «len  Vor- 
stand <ler  Brünner  SeliilliTstillung.  Brunn  1875.  —  Festselirift  zur  Feier 
des  :j{ijährigen  Bestelicri'j  <l.-^  /,\v.'i.rv<Tcines  Brünu  der  deutselien  Seliiller- 
stiftung.  Brunn   189«. 

<;•;.  Verein  für  die  Geschichte  Mährens  und  Schlesiens  (früher 
histor.-stati.<l.  Scclion  der  k.  1<.  miilir.-.-^i-lili's.  (Icscil.schiiri  zur 
Beförderung  des  Ackerbaues,  der  Natur-  und  Landeskunde), 
im  Gebäude  des  Landesmuseunis,  Museumsgas.se.  hat  ciuc 
IH.'.O    begründete,    d.    Z.    bei   1.'>.000    Bde.    und    ca.    4oii   IIhihI- 


70]  lirünii.  n 

Schriften  umfassende  IHbl.,  vorwiegend  histor.  Inhaltes.  I)i(i 
Obhut  über  dieselbe  ist  dem  Bibliothekar  der  Landesbibl. 
Dr.  WiUu'hn  Schräm  anvertraut. 

Katal(i<T  (^^^l•  Bibi.  der  histor.-statist.  Section  der  k.  k,  mälir.-sclilos. 
Gesellschaft  zur  Beförderung  des  Ackerbaues,  der  Natur-  und  Landes- 
kunde. (Druckwerke  und  Handschriften.)  Verfasst  von  Wilhelm  C.  Schräm. 
Brunn  1885.         Nachtra«;.   Brunn   1891. 

<;7.  Aerztllcher  Verein.  —  330  Werke  und  ;'>;")  Zeitschriften. 
—  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Obmann:  Dr.  Franz 
Brenner;  Schriftführer:  Dr.  tarnest  Landesmann.  —  Gedruckter 
Materienkatalog.  —  Benutzbar  nur  für  Mitglieder.  —  Ebenso 
Entlehnungen  auf  drei  Monate.  —  Keine  Versendungen.  — 
Medicin  und  Naturwissenschaften. 

Büclierkatalog   der  Bibl.  des   Aerztlichen  Vereins  in  Brunn.  Brunn  ISOO. 

es.  Deutscher  volkswirthschaftlicher  Verein  hat  in  der  am 
31.  Dec.  1898  abgehaltenen  VoUversamndung  beschlossen, 
eine  grössere  Bibl.  im  dritten  Brünner  Bezirke  innerhalb  des 
ersten  Halbjahres  1899  zu  eröffnen.  —  Vorstand:  Wenzel 
Schwab. 

G9.  Naturforschender  Verein,  Ferdinandsgasse  25—27, 
.,Kafka-IIof".  —  7300  Werke  in  1(5.000  Bdn.,  zumeist  naturwissen- 
schaftl.  Inhalts.  —  Vergrösserung  hauptsächlich  durch  Schriften- 
tausch mit  280  naturwissenschaftl.  Vereinen  und  Instituten; 
ausserdem  Jahresdotation  ca.  140  Gulden.  —  Ein  aiphabet. 
Hauptkatalog  und  8  Fachkataloge.  —  Gegr.  1861;  von  1861 
bis  1  870  von  Franz  Czermak,  von  da  an  von  Carl  Hellmer,  Prof. 
an  der  k.  k.  technischen  Hochschule,  verwaltet.  —  Zur  Be- 
nützung der  Bibl.  und  Entlehnung  wie  Versendung  steht  den 
Vereinsmitgliedern  ohne  weiteres,  Fremden  nur  mit  Bewilligung 
des  Bibliothekars,  resp.  der  Vereinsdirection  das  Recht  zu. 
Entlehntermine  für  Brunn  ein,    für  Auswärtige    ZAvei    Monate. 

Bibliotheksordnung.  Brunn   187;").   —  Katalog  der  Bibl.  Brunn  1875.  — 
Ein  Supplenientheft.  Brunn  1880. 

70.  Böhmische  öffentliche  Volksbibliothek  (Ceskä  vefejnü 
knihovna  pro  lid).  —  .5088  Bde.  —  Jahresdotation  ca. 
100  Gulden.  —  Bibliotheksvorstand:  Prof.  Vinc.  Vävra.  Bei 
der  Herausgabe  der  Bücher  sind  (unentgeltlich)  beschäftigt 
!»  Herren  der,  Närodni  -  jednota  und  12  Damen  des 
Damenvereins  Vesna.  —  Gründer  der  Bibl.:  Närodni-jednota  pro 
jihozäpadni  Moravu  und  Vesna;  Obmann  der  Närodni-jednota: 
Dr.  Josef  Koudela,  Advocat;  Präsidentin  der  Vesna:  Adele 
Koudela;  für  die  Bibl.:  Marie  Bartelmus,  Fabrikantens- 
gattin.  —  Alphabet.  Kataloge.  —  Geöffnet  Mittwoch,  Donners- 
tag und  Samstag  von    6V2 — 8    Uhr  abends,  Sonntag  von  10 72 


•22  Rrttx.  [71 

bis  12  Uhr;  Mittwoch  von  1 — 'i  Uhr  nachmittags  für  die  Mit- 
glieder der  Vesna.  Die  Bücher  werden  gegen  Erlag  einer 
Caution  (.")<»  Kreuzer)  unentgeltlich  ausgeliehen.  —  Ebenso 
Versendungen  gegen  Ersatz  des  Portos.  —  Gegr.  18!tl.  — 
Vertreten :  Belletristik,  Jugendschriften  und  wissenschaftliche 
Werke. 

71.  Deutsche  Volksbücherei  im  deutschen  Hause.  —  Ende 
September  is;t8:  l.'i.lso  lUle.  und  Hefte.  —  Jahrosdotation  ca. 
400  Gulden,  bezw.  Vloi)  Gulden  (insb.  aus  dem  Erlös  der 
Vortragskarten.)  —  Vorstände:  Dr.  Gustav  Trautenberger, 
Dr.  Eugen  Krumpholz;  Bücherwarte:  Carl  Fritz,  Gemeinde- 
official,  und  Johann  Stratil,  Privatbeamter.  —  Ein  18!».')  an- 
gelegter handschr.  Zettel-  und  ein  nach  Materien  geordneter 
aiphabet.  Autorenkatalog  (der  gedruckte  Katalog  mit  3  Nach- 
trägen vergriffen;  Neuauflage  im  Drucke).  —  Entlehnungen 
täglich  mit  Ausnahme  der  Sonn-  und  Feiertage  und  der 
Monate  Juni  und  Juli  von  6—8  Uhr  abends  gegen  einen 
monatlichen  Regiebeitrag  von  5  Kreuzern  und  den  einmaligen 
Erlag  von  10  Kreuzern  für  Drucksorten.  —  Gegr.  am  8.  De- 
cember  1883  vom  Deutschen  Club  in  Brunn.  —  Vertreten  alle 
Wissenschaften,  vorzugsweise  schöne  Literatur  und  Belletristik 
(8830  Bde.). 

Rechenschaftsbericht  des  Deutschen  Club  in  Brunn  für  das  Vereinsjahr 

1^(}(\,     —   Ausweis  über  die  Thätigkeit    der  Deutschen  Volksbücherei    f.  d. 

Zeit  vom  1.  Oct.  1S'.I4  bis  .'iO.  September  1.H9.')  und  1.  Oct.  1896  bis  30.  Sept.  1897; 

1.  Oct,   1897   bis  IM).  Sept.   I89s. 

Brüx  (Böhm.i. 

7J.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  a/  Lehrcrbibl.  137tJ  Werke 
in  !»3.')*)  Bdn.,  n<;i  Heften.  f;i7-.'  Programme;  b)  Schülerbibl. 
874  Werke  in  17<-;7  Bdn.  und  8  Heften.  ^  Director:  Joseph 
Strassner;  Custos  für  a)  der  Director;  für  h)  Gymn.-Lehrer 
Joseph  Bäuml,  —  Gegr.  17(i8  durch  den  P>ürger  Anton  Elias. 
Gberg3'm.  seit  18r)0.  Bis  1873  Piaristengymn.,  seit  ls73  Com- 
munalreal-  und  Obergymn.,  ls78 reines  Gymn.,  1  «'.fi  verstaatlicht. 

Stra.ssner,  Joseph.  Katalog  der  Lehrerbibl.  I.  V.  Abtheil.  In:  JaJircs- 
bericht  des  k.  k.  Staats-« )berg.vinn.   in   Hrüx.   Hrüx   18'.t8. 

Nach  dem  letzten  Jalircsberichte  gearbeitet,  da  der  Fragel>i)gen  nicht 
beantwortet  wurde. 

73.    Minoritenconvent    (iregi*.    1240).  Guardian:     J.     P. 

Augustin  Schwill/,.     -    Hat  nur  eine  kleinere  IIausl»il)l. 

P>i*y.ezaiiy   (<!;ili/i<'n) 

7  1.  [K.  k.   Staats-]Gymnasium    (('.    k.    ;:iinnazyum)     ixsitzt 
eine  Lehrer-    und    eine  Schülerl>ibl.  ([»olnische,    deutsche    und 


rutlion.  Ahlluülunji).  —  Director:  Dr.  Franciszek  rii-zcj^orczyk; 
Custos  für  (t)  (i.vniii. -Lehrer  Tomas/,  Szalraii;  für  h)  prov. 
Lehrer  Bo^dan  Lepki  (für  die  poln.  Al)tli  ),  Prof.  Dr.  Teudor 
Nacher  (für  die  deutsehe  Abth.),  Prof.  Mikolaj  Paczyfiski  (für 
die  ruth,  Abth.).  —  Gegr.   IsOö;  seit  18«;}  vollständig. 

Nach  dem  letzten  Jaliresl)ericlite  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Budweis  (Hudejovice,  Böhm.). 

75.  Deutscher  Böhmerwaldbund.  —  ico  Büchereien  der 
Bimdesgruppen  mit  ca.  ll.ooo  Bdn.  und  Heften.  —  Jahres- 
dotation unbestimmt,  je  nach  dem  Ermessen  der  Bundes- 
leitung. —  Obmann:  Joseph  Taschek;  die  Verwaltung  der 
Bücherei  besorgt  der  jeweilige  Vorstand  der  betreffenden 
Bundesgruppe.  —  Für  jede  Gruppenbücherei  existirt  ein 
eigenes  Verzeichniss.  —  Die  unentgeltlichen  Entlehnungen 
dem  eigenen  Wirkungskreise  des  betreffenden  Gruppenvor- 
standes überlassen.  —  Keine  Versendungen.  —  Meist  belle- 
tristischen, landwirthschaftlichen  und  gemeinnützig-belehren- 
den Inhaltes. 

TT).  [K.  k.  deutsches  Staats-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl. 
225(i  Werke  in  5318  Bdn.,  138  Heften  (deutsche  Abth.),  2(;4:  Werke 
in  488  Bdn.,  10  Heften  (slav.  Abth.),  12.360  Programme; 
h)  Schülerbibl.  loüT  Werke  in  1778  Bdn.  (deutsche  Abth.) 
214  Werke  in  334  Bdn.  (slav.  Abth.).  —  Director:  Dr.  Matthias 
Koch;  Gustos  für  a)  Prof.  Dr.  Joseph  Kubista;  für  h)  Prof. 
Franz  Kocian.  —  Gegr.  von  der  Stadtgemeinde  als  Piaristen- 
gymn.  1762.  Seit  1851   Obergymn. ;   1871   verstaatlicht. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

77.  [K.  k.  böhmisches  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  cesky  gym- 
nasium).  -  a)  Lehrerbibl.  3255  Werke  in  6111  Bdn.,  3820  Pro- 
gramme; h)  Schülerbibl.  3108  Werke  in  36int  Bdn.  —  Dotation 
für  die  Lehrmittelsammlung  pro  1897/98:  1078  Gulden.  — 
Director:  Jan  (Jervenka;  Gustos  für  a)  und  h)  Prof.  Josef 
Voläk.  —  Gegr.  1868  als  bischöfliches  Gymnasium  vom  Bischof 
J.  V.  Jirsik.  1871   verstaatlicht. 

Voläk,  Josef.  Katalog  uritelske  knihovny.  In:  Dvacätä  §e.stä  vyroCni 
zpräva    c.  k.  ceskeho   gymiinsia   v    Budejovicich.   V  Budejovicich   1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

78.  Handels-  und  Gewerbekammer.  —  1456  Bde.  —  Jahres- 
dotation: UM)  Gulden.  —  ^lit  der  Leitung  der  Bibl.  ist  der 
Kammerkanzlist  Anton  HuiiäOek  unter  Aufsicht  des  Kammer- 


24  Budweis.  [70 

secretariates  betraut.  —  Ein  gedruckter  Katalog,  ein  hand- 
schriftlicher Ergänzungskatalog,  geordnet  nach  den  einzelnen 
Fächern.  —  Zugänglich  in  den  Amtsstunden  (ii— 12,  2 — 5  Uhr) 
für  die  Beamten  und  Mitglieder  der  Kammer,  mit  besonderer 
Bewilligung  des  Secretariates  auch  für  Kammerwähler  und 
sonstige  Private.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Versendungen 
selten  an  Mitglieder  der  Kammer  und  nur  ausnahms- 
weise an  andere  Personen.  —  Besteht  seit  der  p]rrichtung  der 
Handels-  und  Gewerbekammer.  (Vgl.  Ges.  vom  20.  Juni  ISfis, 
R.-G.-Bl.  Nr.  85.)  —  Insbesondere  Nationalökonomie,  aber 
auch  Statistik,  Geographie  etc.  vertreten. 

Katalog  der  Bibl.  der  Handels-  und  Gowerbekanimer  in  Budwois 
Budweis  1886. 

79.  Städtisches  Museum  besitzt  eine  Bibl.,  die  einstweilen 
nur  privaten  Charakter  hat,  jedoch  dem  Publicum  zugänglich 
gemacht  werden  soll,  sobald  der  Neubau  des  Museumsgebäudes 
fertiggestellt  ist. 

80.  Bischöfliches  Priesterseminar.  —  0800  Bde.  —  Jahres- 
dotation je  nach  Bedarf.  —  Vorstand  ist  der  jeweilige  Spiritual 
(d.  Z.  P.  Alois  Simeth),  dem  ein  Alumnus  des  vierten  Jahr- 
ganges als  Adjunctus  beigegeben  ist.  —  Ein  handschriftlicher, 
nach  Fächern  geordneter  Katalog.  —  Nur  für  die  Theologen  der 
Anstalt  zugänglich.  —  Fast  ausschliesslich  theologische  Werke. 

81.  [K.  k.  deutsche  Staats-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl. 
Mt;?  Werke  in  .'>2I)7  Bdn.,  lOKJ  Heften,  (;  Karten  und  Bilder- 
werken, 60,33  Programme;  !>)  Schülerbibl.  171«  Werke  in 
1861  Bdn.  und  37  Heften.  —  Director:  Prof.  Julius  Zuleger; 
Gustos  für  a)  Prof.  Heinrich  Otto;  für  l>)  Prof.  Sigmund 
Hudler.  —  184'j  als  Privatunterrealschule  gegr.,  1866  erweitert, 
1874  verstaatlicht. 

Otto,  Heinrich.  Katalog  der  Lolirerbil)!.  In:  Programm  der  deutsclion 
k.  k.  Staats-Realscliule  in   Budweis.   Budwois  1898. 

Naoli  dem  letzten  Jahroshoriciito  jjoarbeitet,  dn  dor  Fragclxjgen  nicht 
beantwortet  wurde. 

•s2.  [K.  k.  böhmische  Staats-]Realschule  (C  k.ceskä  vy.<si  skola 
realnä).  —  aj  Lelircrbil»!.  111  Werke  in  s-lf)  Bdn.,  2.')1()  Pro- 
gramme; h)  Scliüler])ibl.  in:,:;  Werke  in  l()lt7  Bdn.  —  Für  die 
Lehrmittelsammlungen  standen  18:)7/!»8  662'!t0  Gulden  zur  Ver- 
fügung. —  Director:  Josef  Mriiävek;  Gustos  für  a)  Josef 
Honzik;    für  h)    Prof.  Julius  Kudrnär.  Errichtet   1884  von 

der  „Matice  .^kolskä"  als  Unterrealsehule;  seit  1S02  Oberreal- 
schule,  ls!)7  verstaatlicht. 

Nacli  dem  letzU-n  Jaliresberichtc  gearbeitet,  da  th'r  Kraf^idiogen  nicht 
beantwortet  wurde. 


^fil  Cnpu  (Tlstri;!.  .  2r. 

Vii\H)  d'lstria  (Küstenland). 

8:i.  Franciscanerconvent  St.  Anna.  —  ITfn;  Werke  in  ca. 
;H)()0  Bdn.,  viele   Handschriften  (nicht  ,f,^ozählt),    lo  Incunaljeln. 

—  Jahresdotation  je  nach  Bedarf,  —  Bibliothekar:  1'.  Ilyacinth 
Repic.  —  Alphabet.  Katalog  (a.  d.  Jahre  188G);  Neukatalogi- 
sirimg  nach  der  heuer  erfolgten  Uebersiedliing  der  Bibl.  im 
Zuge.  --  Benutzbar  von  8 — 12  und  2 — 4  (im  Sommer  bis 
8  Uhr),  nach  Anmeldung  beim  Guardian  und  unter  Aufsicht 
des  Bibliothekars.  —  Entlehnungen  nur  an  bekannte  Personen 
mit  besonderer  Erlaubniss.  —  Versendungen  nur  mit  Erlaub- 
niss  des  Provinciais  und  gegen  Ersatz  der  Kosten.  —  Gegr. 
zugleich  mit  dem  Kloster  in  der  zweiten  Hälfte  des  1').  Jhdts. 

—  Meistens  Theologie,  aber  auch  andere  Wissenschaften,  wie 
Philologie  (fast  keine  deutschen  Werke),  Geschichte,  Mathematik. 

84.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (I.  r.  ginnasio  superiore)  be- 
sitzt a)  eine  Lehrerbibl.;  h)  eine  Schülerbibl.  —  Dotation  für 
(i)  (1897/98)  193-4()  Gulden;  für  h)  121.40  Gulden.  —  Director: 
Giacomo  Babuder;  Gustos  für  a)  Giovanni  Bisiac;  für  ^j  Gymn.- 
Lehrer  Giovanni  Antonio  Galzigna.  —  Bestand  1548  als  Aka- 
demie unter  dem  Dogen  Francesco  Donato.  1602 — 46  ge- 
schlossen; 1(;69  Weltpriestern,  1708  den  Piaristen  übergeben; 
1842  nach  Triest  verlegt.  Als  Ersatz  dafür  wurde  1848  von 
der  Gemeinde  ein  Untergymn.  gegr.,  das  1852  verstaatlicht 
wurde. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Caslaii  (daslav,  Böhm.). 

85.  [K.  k.  Staats-Unter-jGymnasium  (Cis.  kräl.  stätni  ni/yi 
gymnasium).  —  a)  Lehrerbibl.  5692  Werke  in  1354  Bdn.  und 
Heften,  2392  Programme;  h)  Schülerbibl.  663  Werke  in  674 
Bdn.  —  Director:  Petr  Müller;  Gustos  für  a)  Prof.  Vaclav 
Marek;  für  h)  Gjmm. -Lehrer  Josef  Zikmund.  —  1880  als 
Communal-Untergjnnn.  gegr.,  1893  verstaatlicht. 

Müller,  Petr.  Katalog  knihovny  uci'telske.  In :  Vyrocni  zprava  cis.  kral. 
stätniho  nizsiho  gymnasia  v  Cäslavi.  V  Cäslavi  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearV>oitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

86.  Museumsverein  (VcelaCüslavskä). —  12()0  Bde. —  Jahres- 
dotation 30  Gulden.  —  Vorstand:  Klement  Cermäk.  —  Fach- 
kataloge.   —    Benutzbar  zweimal    wöchentl.   —  Entlehnungen. 

—  Gegr.  1864. 


•2fi  Cattaro.  [S* 

Cattaro  (Kottor,  Dalmat.). 

i^l.  [K.  k.  Staats-jGymnasium  (C.  k.  veliki  ijiniiiazijani.)    — 

—  Lehrerbibl.  Iti,j4  Werke;  Schülerbibl.  —  Director:  Augustin 
Dobrilovi(';  Custos  der  Lehrerbibl.:  Prof.  Frauo  Katic;  der 
Schülerbibl.:  Prof.  Josip  Sasso.  —  Gegr.  18(M. 

Katic,  Franü.  Katalog  uC-iteljske  knjiznice.  In :  Program  c.  k.  drzavne 
velikc  gimnazije  u  Kotoru.  Zagreb   1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

ClierSü  (Dalm.  Ins.). 

SS.  Franciscanerconvent.  —  Ca.  5000  Bde.,  mehrere  Pland- 
schriften  (l.">.  und  1  <;.  Jhdt.)  und  Incunabeln.  -  Jahresdotation 
ungefähr  14()  Gulden.  —  Guardian:  P.  Franciscus  Fatuta ; 
Bibliothekar:  P.  Aloisius  M.  Bondini.  —  Keine  Kataloge.  — 
Täglich  benutzbar,  auch  ausser  der  vom  Guardian  festgesetzten 
Zeit.  —  Entlehnungen  und  Versendungen  nur  ausnahmsweise. 

—  Gegr.  im  15,  Jhdt.  —  Besonders  Geschichte,  lateinische 
und  italienische  Literatur. 

(^hrudim  (Böhm). 

sf».  [K.  k.  Staats-Real-  und  Ober-]Gymnasium  (C.  k.   realny 

a  vy.ssi  gymna.^iuini.  -  ^h  Lelirerbil)!.  -Hü:;  Werke  in  48(>7  Bdn., 
•:54  HeYten,  11-2  Blättern;  b)  Schülerbil)!.  itiss  Werke  in 
■i:u\-2  Bdn.,  (54  Heften,  5  Blättern.  — Director:  Vaclav  Posusta; 
Bibliothekar  für  a)  Prof.  Ale.s  Dohnal;  für  h)  Prof.  Josef 
Materna.  --  l^CS  gegr.  durch  Umwandlung  der  unselbständigen 
Unterrealschule  als   Communal-Realgymn.    is71    verstaatlicht, 

Coufal.  Jan.  Seznam  spisü  knihovny  professor.ske.  (Casf  I.)  In:  Prograni 
0.  k.  realneho  a  v.v^jsilKJ  gymnasia  v  Chrudimi.  V  Chrudimi   189S. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  bearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

iMi.  Handelsakademie  (Obchodni  akademia).  —  Lehrer-  und 
Schülerbibl.  JJIG  Werke.  —  Jahresdotation  .^oo  (Julden.  — 
Director:  Jan  Ctibor;  Bil>liothekar :  Pr<jf.  Ludwig  llubäcek.  — 
Ein  handschriftlicher  Zettel-  und  ein  Bandkatalog.  —  Je  nach 
Bedarf  für  die  Professoren  und  Schüler  der  Anstalt  benutzbar. 

—  Ebenso  Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr. 
zugleich  mit  der  Anstalt  im  Jahre  Ihh-2  und  alljährlich  nach 
Angabe  der  Fachlehrer  vermehrt.  —  Besonders  vertreten:  Han- 
dels- und  Naturwissenschaften,  sowie  Mathematik,  auch  (be- 
schichte u.  Geogriiphif,  Sprachwissenstdiaft  und  schöne  Literatur. 

;»!.  Kaiser  Franz  Joseph  I.  Museum  für  Ostböhmen  (I'iiimys- 
lovt'  museum  cisaie  a  krale  Franti>ka  Josefa   I.    pro  vychodni 


9:i]  Chyynw.  -27 

Cechy).  -  a)  Archiv  (Geschichte,  Ethnographie  und  Zuiilt- 
wesen);  h)  Faclibibl.  (Kunst  und  Gcwer})e);  c)  Oeffcntl.  Hihi. 
(Belletristik  und  Faclnvissensehaften) ;  a)  :{-2(i  Handschriften 
und  Incunabeln  einzeln  und  in  Mischbänden;  h)  soo  ]5de. 
sanimt  11. (»oo  Vorlageblättern;  c^  l»7(»t>  Bde.  —  Jahresdotation 
ca.  1'200  Gulden.  —  Präses:  Joseph  Klimes,  Bürgermeister; 
Gustos  für  (f)  Karl  Labler,  Stadtrath;  für  l>)  Joseph 
Poslt.  ]\Iuseumsdirector ;  für  c)  Johann  Sferba,  Mu- 
seunisadjunct.  —  a)  und  hj  Bandkatalog;  c)  Zettelkatalog.  — 
a)  und  h)  benutzbar  an  Wochentagen  von  !<  —  li  und  2 — 5  Uhr 
nach  Anmeldung  beim  betreffenden  Gustos;  r)  benutzbar 
Sonntag  von  'j— 11  und  Mittwoch  von  2 -- 6  Uhr.  —  Ent- 
lehnungen und  Versendungen  von  Büchern.  —  Gegr.  a)  und 
c)  ISCö;  h)  is'.)4;  Aufnahme  fanden  unter  rt)  Archiv  der  Stadt 
Chrudim.  Grundbücher  des  k.  k.  Kreisgerichtes  in  Chrudim 
u.  a.;  unter  c)  ältere  Devoty'sche  und  Ziegler'sche  Bibl.,  dann 
die  Bibl.  des  Policky  spolek  in  Chrudim  u.  a.  —  Alle  Wissen- 
schaften, besonders  Geschichte,  Culturgeschichte,  Ethno- 
graphie. 

Im  Drucke  nur  zu  fi)  Seznam  knih  odborne  knihovny  (bis  Ende  1897). 

Chyrow  (Galizien). 

'••2.  Collegium     des     Ordens      der     Gesellschaft     Jesu,     — 

a)  Hausbibl.  für  die  Priester  und  Ordensleute  mit  soiio  Bdn., 
meist  ascetisch  theologischen  Inhaltes,  benutzbar  jeden  Morgen 
1  Stunde;  h)  Lehrerbibl.  ■2000  Werke,  nach  den  Fächern 
des  Gymn. -Lehrplanes;  c)  Schulbibl.  (nur  Lehrbücher  für  die 
Zöglinge) ;  d)  Schülerbibl.  ca.  2000  Werke,  bestimmt  zur  Pri- 
vatlectüre  (in  franz.,  deutscher,  polnischer,  latein.  und  ruthen. 
Sprache).  —  3  Bibliothekare  (d.  Z.  L  P.  Anton  Botz).  —  Jahres- 
dotation a)  300  Gulden;  h)  (500  Gulden;  c)  von  den  Beiträgen 
der  300  bis  400  Schüler  angeschafft;  d)  aus  den  jährlichen  Bei- 
trägen (1  Gulden  pro  Kopf)  bestritten.  —  Kataloge  aj  und  hj 
in  Zettel-,  d)  in  Eandform.  —  Keine  Versendung.  —  Alle 
Wissenschaften  nach  Möglichkeit. 

Cilli  (Steiermark). 

93.    [K.    k.    Staats-Ober-]Gymnasium.      —     aJ     Lehrerbibl. 

sir)4  Bde.;  l>)  Schülerbibl.  3093  Bde.  —  Director:  Schulrath 
Peter  Koncnik;  Gustos  für  n)  Prof.  Matthäus  Kurz;  für  hj  Prof. 
Johann  Liesskounig.  —  Gegr.   1809;  seit  18r)0  Obergymn. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 


•2K  Czernt)wit  z.  ['•'•* 

I>t.  [K.  k.  Staats-Unter-]Gymnasium.  —  '/ '  Lehrorbibl. 
123  Bde.  und  llt'i'if;  /*/  Schük'rbil)!.  IHT  ]uU'.  und  Ilofte.  — 
Leiter  der  Anstalt  und  Bibliothekar  für  <t)  Prof.  Julius  Glo- 
wacki;  für  l>)  Prof.  Anton  Kusi.  —  Gegr.  1j^;>5. 

Nach  dem  letzten  Jaliresbericlite    gearbeitet,  da  der    Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 

Czernowitz  (Bukowina). 

;•;'>.  Gr.-or.  theologische  Facultät  der  k.  k.  Franz  Josephs- 
Universität.  ErzbisclK'ifliclies  Kesidenz^ebäude.  —  Endo  l.^'.ts: 
717  1  Bde.,  S(i  Hefte  (unvollständige  Thoile  eines  grösseren 
Ganzen)  und  14  Stücke  anderer  Gattunu',  u.  a.:  -  Incunabolu 
in    1    vol.      —   Jahresdotation     looo  Gulden.  Bibliotlii'kar : 

Dr.  Theodor  Tarnawski,  k.  k.  o.  ö.  Univ. -Prof. ;  Beamter:  Ro- 
bert Klenient,  Amanuensis  der  k.  k.  Univ.-I>ibl.  —  Iland- 
schriftl.  je  ein  ali)habet.  Zettel-,  sj'stematischer  Zettel-  und 
drei  Stand()rts-(Band-)Kataloo:e  für  8'^-,  4"-  und  Fol.-Werke; 
Inventar  (Einlaufsjiiurnal) ;  Doublettenverzeiehniss.  —  Für  die 
Benützung  sind  bestimmte  Stunden  nicht  festgesetzt.  —  Ent- 
lehnungen und  Versendungen  unter  den  für  die  k.  k.  Univ.- 
Bibl.  geltenden  Bestimmungen    —  Theologie. 

'.»•;.  [K.  k.  Ober-]Gymnasium.  —  a)  Lehrorbibl.  10.031  Bde., 
-Ml  Hefte.  17.1:j;'.  Programme;  /')  Schülerbibl:  2470  Bde.  -- 
Jahresdotation  öoo  bis  Goo  Gulden.  —  Diroctor:  Schulrath 
Heinrich  Klauser;  Gustos  für";  Prof.  E))ii)hanias  v.  TarnoMiecki ; 
für  die  Programmsammlung:  Prof.  Dr.  Anton  Polaschek ;  für 
h)  Gymn. -Lehrer  Dr.  Emil  Sigall.  —  Fachkatalogc  in  alpliabet. 
Ordnung,  neben  jedem  solchen  ein  Zettelkatalog  in  fachlicher 
Unterordnung.  —  Die  Bibl.  ist  täglich  von  1-2-1  und  am 
Sonntag  von  It  -Ti  für  die  Mitglieder  des  Lehrkör[)ers  zu- 
gänglich, die  auch  Bücher  gegen  Emi)fangssclu'in  entlehnen 
dürfen.  —  Ebenso  Versendungen  an  Lehriiersonen.  —  Die 
Gründung  der  Bibl.  lä.sst  sich  auf  die  a.  h.  Entschl.  v.  J.  IHK; 
zuriickfiihrcn.  auf  Grund  welcher  laut  Gub.-Erl.  v.  17.  Mai  isio, 
Z.  iJ-M'.i,  jedem  aus  dem  Studienfonds  dotirten  Giymn.  zur 
Anlegung  einer  zweckmässigen  lUichersammlung  durch  c  auf- 
einnnd<M-folgend<>  Jahre  jährlich  Jno  Gulden  C.-M.  und  nach 
deren  Verlauf  jährlich  r)<i  Gulden  G.-M.  zui-  Vermehrung  der 
Büchersanunlung  aus  dem  Studienfonds  bewilligt  wur<h'u. 
Doch  ist  l)is  zum  Jahre  isio  unter  dem  damaligen  Präfecten 
Kolny  nicht  einmal  der  Anfang  zu  einer  Büchersammlung 
gemilcht  worden,  obgleich  das  Gymn.  bereits  .seit  isoü  be- 
standen halte.  Erst  na<di  Bolny's  Versetzung  in  den  Uuhe- 
stanrl    findet    sieh    im    J.    Is-.'u    der  l'.üchei'vorratli    des  Gymn. 


9S1  Czoviiowitz.  29 

verzeiolmet,  der  aus  7  Werken  in  -27  Rdn.  bestand.  Die  erste 
Anschaffung  aus  dem  bewillij^ten  Bibliothekspauschale  ist  im 
J.  IHvJl  erfolj^t;  aber  diese  Anschaffungen  waren  sowohl  im 
Umfang  als  in  der  Auswahl  der  Werke  bis  zum  J.  isi:» 
/ienilich  dürftig;  in  der  Zeit  von  1S2(>  bis  October  1849  weist 
der  Katalog  nur  ;)!<>  Nummern  aus,  darunter  l.Vi  Nummern 
(icschenke.  Diese  Erwerbungen  galten  auch  der  Bibl.  der 
l)hilosophischen  Lehranstalt,  die  18'25  errichtet,  ebenfalls  im 
(lymnasialgebäude  untergebracht  und  18:51  in  ihrem  Oesammt- 
l)estande  (11  Werke  mit  .■);•  Bdn.)  mit  der  (Jymnasialbibl.  ver- 
einigt wurde.  Die  Hauptschuld  an  diesem  kümmerlichen 
Wachsthum  trug  die  damalige  Bevormundung  vor  dem 
J.  1848,  denn  die  Präfecte  durften  laut  Studien-Hof-Commiss.- 
Decr.  V.  r2.  August  18-38,  Z.  3996,  „um  allem  Unfuge  und 
möglichem  Missbrauche  bei  Benützung  der  Gymn.-Bibl.  für 
die  Zukunft  vorzubeugen",  kein  angeschafftes  oder  geschenktes 
Buch  in  den  Bibliothekskatalog  eintragen,  bevor  es  von  der 
Landesstelle  als  „anstandslos"  befunden  worden  war.  Erst 
vom  J.  1849  ab  wurden  durch  die  Aufnahmstaxen  der  Schüler 
neue  und  reichliche  Geldmittel  für  die  Bibl.  gewonnen  und 
der  Lehrkörper  bezüglich  der  Neuanschaffungen  autonom. 
Nach  dem  verstorbenen  Universitätsprofessor  Tomaszczuk  ge- 
langte eine  Sammlung  von  484  Bdn.  und  -20  Heften  in  den 
Besitz  der  Bibl.   —  Sämmtliche  Gymnasialfächer. 

Katalog  der  Lehrerbibl.    A.  Deutsche    Sprache.    In:    Jahresbericht    des 
k.  k.  Obergymnasiums.  Czernowitz  1897. 

97.  [K.  k.  Staats-Unter-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl. 
658  Werke  in  938  Bdn.  und  Heften,  darunter  300  Werke  in 
40G  Bdn.,  die  vom  k.  k.  Staats-Obergymn.  in  Czernowitz  über- 
nommen wurden,  2357  Programme;  hj  Schülerbibl.  —  Director: 
Vincenz  Faustmann;  Gustos  für  a)  Prof.  Victor  Prelicz;  für 
hj  Prof.  Ferdinand  Saxl.  —  Gegr.   1896. 

Nach  dem  letzten  Jaliresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 

98.  Akademische  Lesehalle  an  der  k.  k.  Franz  Josephs- 
Universität,  Franzensgasse  Nr.  5.  —  323s  Bde.  —  Jahrcs- 
dotation  aus  Subventionen  des  Bukowinaer  Landtages  und 
der  BukoMänaer  Sparcasse  100  Gulden.  —  Vorstand:  der  jeweilige 
Präses,  d.  Z.  Emanuel  Lauer;  2  Ausschussmitglieder  als  Bi- 
bliothekare für  die  belletristische  und  wissenschaftliche  Abth. 
—  Accessionskatalog.  —  Täglich  an  Vormittagen  für  Mit- 
glieder benutzbar.  —  Entlehnungen  gegen  Revers  auf  2  Mo- 
nate. —  Keine  Versendungen.  —  Gleichzeitig  mit  dem  Vereine 
Is*;')  gegr.  und  durch  die  Bibl.  des  aufgelösten  Schach-  und 
Stenographen  Vereines      erweitert.      —      Philosophie,      Rechts- 


30  Czernowitz.  [99 

Wissenschaft,  Naimwissenschaft,  Medicin,  deutsche  und  fremde 
Literatur. 

Berichte  über  die  Bibl.  in  den  Jahresberichten  der  Lesehalle. 

;•;•.  [Gr.-or.  Ober-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl.  :57SG  Bde.: 
b)  Sehiilerl)il)l.  —  Jahrosdotatiun  furo)  15(»  Gulden.  —  Director: 
Constantin  Mandyczewski;  Bibliotliekar :  Prof.  Anton  Ronia- 
nowsk}'.  —  Inventar,  Gruppen-,  Zettelkatalot,»';  letzterer  nach 
Schlaiiworten  aiphabet,  geordnet.  —  a)  für  den  Lehrkörper 
der  eigenen,  eventuell  auch    anderer  Mittelschulen  benutzbar. 

—  Entlehnungen  gegen  Revers.  —  Keine  Versendung.  — 
Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  1SG3.  —  Sämmtliche  an  der 
Anstalt  vertretenen  Fächer. 

Katalog  der  Lehrerbibl.  erscheint  1899  ff.  im  Programme    des  Gymn. 

l<>0.  K.  k.    Universitäts-Bibliothek    im    Universitätsgebäude. 

—  Am  Schlüsse  dos  Jahres  18;'7:  Tö.os-t  Bde.,  44.:53L  kleine 
Schriften,  -2713  Hefte  (Fortsetzungen),  3309  Doubletten,  Summe 
\löA.i7  Stücke.  -40  Handschriften.  —  Bibliothekar:  Dr.  Karl 
Reifenkugel;  Gustos:  Dr.  Johann  Polek;  Scriptor:  Dr.  Adolf 
Bucher;  Amanuensen:  Johann  Rongusz,  Dr.  Rudolph  Wolkan, 
Robert  Klement;  J  Bibliotheksdiener.  —  Dotation 'JOOO  Gulden, 
Matrikelgebühren  l.sOS  4fj8  Gulden.  —  Allgemeiner  und  voll- 
ständiger Zettelkatalog;  systematischer  Katalog  in  Zettelform, 
d.  Z.  ungefähr  2  Drittel  des  Gesammtbestandes  umfassend 
(System  O.  Hartwig).  —  Geöffnet  während  des  Studienjahres 
vom  1.  October  bis  31.  Januar  von  9 — 1  und  von  2  —  4;  vom 
1.  Februar  Ijis  30.  April  von  9- — 1  und  von  3  —  ;'>;  vom  1.  Mai 
bis  31.  Juli  von  9  —  1  und  von  4  6  Uhr;  während  der  Herbst- 
ferien Dienstag  und  Freitag  von  10—1  Uhr.  —  Mit  Bezug  auf 
Entlehnung  etc.  gelten  die  für  Universitäts-  und  Studienbibl. 
festgesetzten  Bestimmungen.  —  Gegr.  1875;  es  fanden  daselbst 
Aufnahme:  die  gewesene  Landesbibl.  15.544  Stück  mit  Ein- 
schluss  der  Hormuzakischen  Schenkung  (122(j  Stück)  und  der 
Mustazza'schen  Bibl.  (594  Stücke);  käuflich  erworben  1H75 
die  juridische  Bibl.  Prof.  Paul  Roth  in  München  (12.257  Stück), 
lH7<i  die  juridische  Bibl.  Prof.  Conrad  Rosshirt  in  Heidelberg 
(4<;«1  Stück):  im  Wege  der  Schenkung  Ihoo  die  juridische 
Bibl.  des  Prof.  Dr.  Constantin  Tomaszczuk  (2249  Stück).  —  Ge- 
pflegt werden  sämmtliche  an  der  Universität  vertretenen  Fächer. 

Roif(nikiij,M'l,  K.  Die  Bukowinaor  Landesbibl.  iiml  dio  k.  k.  Uiiivorsitäts- 
bil)l.  in  ('/.f;rii()witz.  Czernowitz  1H8.5.  —  Rcifciikuf^ol,  K.  I)i<'  k.  k.  Uni- 
v.T-it-li-l,il>l     in   rzcrnowitz   IHHö— lK<t.'>.   C/.ernowitz   \H'M;. 

Universitätsinstitute,  Seminare  etc. 

|o|.  Seminar    für   M  alliciiia  1  i  k    und   ina  t  hcni  a  I  i  sc  lic 
Physik.       -     :i2 1    Wci-ke.     -     KfiiK-   iH-sliniiiit«'  .lahrcsdutalidii. 


1071  Datschitz.  31 

—  Vorstände:  Prof.  Dr.  Anton   Puclita   und  Prof.  Dr.  ()tt<dvar 
Tumlirz. 

102.  Seminar  für  rt)niänisclie  Sprache  und  Li- 
teratur. —  SK  Werke  in  lül  Bdn.,  überdies  einige  in  meh- 
reren Exemplaren,  welche  in  die  obi.üc  Zählun<>-  nicht  auf- 
genommen wurden.  —  Keine  beständige  Jahresdotation.  — 
Vorstand:  Prof.  Dr.  Johann  G.  Sbiera.  —  Benutzbar  nur  für 
Seminarmitglieder.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Gegr.  mit 
Erlass  des  k.  k.  Ministeriums  für  Cultus  und  Unterricht  vom 
7.  Juli  lsy4,  Z.  18.8.S6  (provisorisch)  und  mit  Erlass  vom 
Ol.  April  1897,  Z.  3353  (definitiv):  die  Satzungen  gen.  mit  Erlass 
vom  31.  Juli  1897,  Z.  19.212.  —  Fachliteratur. 

103.  Seminar  für  ruthenische  Sprache  und  Li- 
teratur.   —    (58  Werke.    —    Keine  bestimmte  Jahresdotation. 

—  Vorstand:  Prof.  Dr.  Stefan  Smal-Stocki. 

104.  Germanistisches  Seminar.  —  642  Bde.  —  Jahres- 
dotation 100  Gulden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Oswald  Zingerle 
Edler  v.  Summersfeld. 

10.5.  Historisches  Seminar.  —  Ca.  600  Bde.  mit  Ein- 
schluss  des  hilfswissenschaftlichen  Apparates.  —  Jahres- 
dotation 200  Gulden.  —  Vorstände:  Prof.  Dr.  Ferdinand 
Zieglauer  v.  Blumenthal,  Prof.  Dr.  Siegmund  Herzberg-Fränkel. 

106.  Philologisches  Seminar.  —  729  Nummern.  — 
Jahresdotation  100  Gulden,  doch  erfährt  sie  eine  namhafte 
Erhöhung  durch  die  jeAveilig  vacant  bleibenden  Seminar- 
stipendien, welche  für  Bücheranschaffungen  verwendet 
werden.  —  Vorstände:  Prof.  Dr.  Johann  Wrobel  und  Prof. 
Dr.  Isidor  Hilberg. 

Datschitz  (Mähren). 

107.  Franciscanerkloster.  (Conventus  Dacicensis  ad  s. 
Anton.  Pad.Ordinis  FratrumMinorums.P.  Francisci.)  —  DieBibl. 
ist  seit  der  im  Jahre  1650  erfolgten  Gründung  des  Klosters  in 
einem  5  Meter  langen,  5  Meter  breiten  gewölbten  Zimmer  im 
I.  Stocke  untergebracht;  sie  enthält  meistens  theologische 
Bücher,  welche  dem  Kloster  grösstentheils  von  verschiedenen 
Wohlthätern  (namentlich  der  Gräfin  Maria  Theresia  Transon,  geb. 
Weisen-Wolf  ca.  1700)  geschenkt  wurden.  Im  neuesten,  vierten, 
nach  15  Fachgruppen  geordneten  Kataloge  —  verfasst  im  Jahre 
1846  vom  Ordenspriester  P.  Benjamin  SiruOek —  sind  2064  Bde., 
darunter  mehrere  aus  den  Jahren  1513 — 1632  eingetragen. 
Erwähnenswerth  ist  auch  eine  vom  hl.  Johann  Capistran 
an  einen  Olmützer  Bürger  auf  Pergament  geschriebene  „Filian- 


3-2  Deutschbrod.  [108 

tia"  vom  J.  1454.  —  Die  Hibliotheksordnuni;  (vom  08,  März  1707) 
verbietet  jede  Entlehnung  der  Bücher  an  Auswärtine.  -  Der 
Bibliothekar  wird  vom  Provinzcapitel  ernannt;  seit  I8;t2  t'un- 
</irt  als  solcher  der  Guardian  P,  Anselm  Spälenka. 

Deutschbrod  (Böhm ). 

iu>.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  stätni  v^'ssi  i;ym- 
nasiuni).  mJ  Lehrerbibl.  .*>4-21  Werke  in  t:i;{(tBdn..  2171  Heften, 
l8o  Broschüren,  54ti8  Protrramme;  h)  Schülerbibl.  1720  Werke 
in  :i:is[)  Bdu.,  88  Heften,  10  Broschüren.  —  Director:  Jan 
Steflirek;  Bibliothekar  für  nj  Prof.  Josef  Neniec;  für  h)  Prof. 
Bohus  Neumann.  ■ —  Gegr.  1735,  177S — 1802  j^eschlossen,  1807 
den  Prämonstratensern  übergeben.  Seit  1851  Untergymn., 
seit  1805  Obergymn.,  1872  Realobergymn..  iss.")  normales 
Gynin. ;  in  demselben  Jahre  verstaatlicht. 

Nach  dein  letzten  Jahresberichte   gearbeitet,   da    der   Fragebogen    niciit 
beantwortet  wurde. 

Dübi'oiiiil  (Galizien). 

lo'.i.  Griech.-Kath.  Basilianerkloster  (reformirt  durch  Con- 
stitution Sr.  II.  Papst  Leu  XUl.  vom  12.  Mai  1882;  unter  der 
Leitung  des  Ordens  der  Ges.  Jesu)  besitzt  zwar  eine  gr(")ssere 
Bibl.  mit  alten  Manuscripten  und  Werken,  doch  war  es 
bisher  bei  den  hohen  und  wichtigen  Arbeiten,  die  den  refor- 
mirten  Basilianern  zugewiesen  sind,  unm(")glich,  die  Bibl.  zu 
ordnen  und  zu  katalogisiren.  —  P.  Adalbert  M.  Baudiss,  Rector. 

Dornbirii  (Vorarlberg). 

11"  [Communal-Unter-]Realschule  besitzt  eine  Lehrer- und 
eine  Schülerbibl.  -  Director:  Johann  Engel;  Bibliothekar: 
Prof.  Johann  Julius  Emig.  ^—  Gegr.   187«  mit  der  Anstalt. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da   der   Fragebogen    nicht 
boaiit wiirtf't  wurde. 

Droliobycz  (Galizien). 

111.  TK.  k.  Franz  Josefs-Staats-]Gymnasium  (C.  k.  gimna- 
zyum  im.  Francziszka  jr.z(;l'a).  '//  Lehrerl)ibl.  25«!)  Werke; 
hj  Schüh-rbibl.  ß45  Werke  in  882  Bdn.  (poln.  Abth.),  424  Werke 
(deutsche  Abth.),  211  Werke  in  2H;  Bdn.  (ruth.  Abth.)  Leiter: 
Prof.  Jozef  Pi/ybylski ;  Custosderpoln.  Abth.  Prof.  Jan  Chmiolek  ; 
d»M-  deutscjien  Abth.  Prof.  Dr.  Witold  Barewicz;  der  ruth. 
Aljth.  Prof.  WJodzimierz  Paslawski.  —  Gegr.  1858  als  Com- 
munalanstalt;  seit  18<;5  Realobergymn.,  seit  1H78  reines  Gymn., 
seit    187  1    verstaatlicht. 

Nach  d'>in  lotzlr-ii   Jaliresberiolito   goarbeitci.    <la    der    Frayclxiucii    iiidil 
Icantwortet  wurde 


IUI  Dnx.  83 

DllX  (Böhm.). 

1  12.  Gräflich  Waldstein'sche  Schlossbibliothek,  als  Fidei- 
cuinmisseijiouthuni  in  eiuciu  ivlcinou  iiiul  ciiioiu  <^rossen  Zimmer 
des  Schlosses  unter^eV)racht.  Reiht  sich  an  das  Museum 
an,  welches  eine  Waffensammluuü-,  eine  Porzellaivöammlun<>-, 
ein  Kunstcabinet,  eine  Mineralien-  und  zoologische  Samnilun<4 
enthält.  —  18.52?  Bde.  --  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  — 
Schlossverwalter:  Karl  Müller.  Ein  alphabet.,  im  Jahre  1888 
abgefasster  Bandkatalog.  —  Benutzbar  nach  der  verfügbaren 
Zeit  des  Schlossverwalters.  —  Entlehnungen  und  Versendungen 
nur  mit  besonderer  Genehmigung  des  Besitzers.  —  Gegr.  von 
dem  Grafen  Franz  Adam  Waldstein,  welcher  auch  mit  Kitaibel 
ein  botanisches  Werk  über  die  in  Ungarn  vorkommenden 
Pflanzen  verfasst  hat.  Giov.  Giac.  Casanova  de  Seingalt  hat 
durch  mehrere  Jahre  das  Duxer  Schloss  als  Bibliothekar  be- 
wohnt; er  starb  in  Dux.  Die  Bibl.  besitzt  von  ihm  zahl- 
reiche Handschriften  in  18  mit  dem  gräflichen  Siegel  ge- 
hefteten Abtheilungen,  theils  italienisch,  theils  französisch. 
a)  172  Briefe  des  Grafen  Lamberg  an  Casanova  von  1767  bis 
1792;  ]))  l.'JS  Briefe  Zaguris  an  Casanova  1784 — 1798;  c)  ver- 
schiedene Briefe  und  Aufsätze  1.^8  Stücke;  d)  Damenbriefe 
22;')  Stücke  (1771  —  1797);  ej  Bücherverzeichniss  der  gräfl.  Bibl., 
verfasst  von  Casanova;  f)  Dialoge  79  Blatt;  g)  Komödien 
ir)l  Blatt;  h)  Briefe  Casanova's  112  Stücke;  t)  verschiedene 
Briefe  747  Stücke;  Je)  verschiedene  Schriften  2084  Stücke; 
l)  83  Drucksorten  und  28  Hefte.  —  Alle  Wissenschaften,  be- 
sonders Theologie,  Naturwissenschaften  und  Rechtswissenschaft. 

Eiferdin^  (Ob.-Oesterr.). 

113.  Fürst  Camillo  Heinrich  Starhemberg'sches  Archiv  und 
Bibliothek.  —  (Nach  Petzhold  30.000  Bde.)  —  Archivar  und 
Bibliothekar:  Victor  Freiherr  v.  Handel-Mazzetti,  k.  k.  Oberst 
i.  R.  —  Neukatalogisirung  im  Zuge.  —  Nur  mit  besonderer 
Bewilligung  des  Besitzers  in  Gegenwart  des  Bibliothekars 
benutzbar,  welcher  vier  Monate  jährlich  in  Efferding  weilt, 
sonst  aber  in  Linz,  Donaustrasse  7,  wohnt. 

Chmel,  J.  Auszug  aus  dem  Handschriftenverzeichni.ss  der  Bibl.  und 
des  Archivs  zu  Riedeck  im  Besitze  des  Herrn  Grafen  Heinrich  von  Star- 
hemberg.  In:  Der  österr.  Geschichtsforscher  I.  1.  18:^>.S,  S.  15.3.  —  Loh- 
meyer, E.  Aus  der  fürstl.  Starhemberg'schen  Schlossbibl.  zu  Efferding. 
In:  Germania  XXXI.  188G,  S.  215. 

Egcr  (Böhm.). 

114.  Dominicanerconvent.  —  Ca.  r»<)00  Bde.,  darunter  zahl- 
reiche Incunubeln.        Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Prior: 

Hililiotheks-Adrcssbiicb.  3 


34  Eger.  Ut"» 

P.  Seraphicus  Stampfer;  Bibliothekar:  P.  Maximilian  Hofer, 
O.  Pr.  -  Handschriftlieh  je  ein  Fach-  und  aiphabet.  Katalog.  — 
Benutzbar  je  nach  der  verfügbaren  Zeit  des  Bibliothekars. 
—  Aus  dieser  Bibl.  als  einer  von  jenen,  welche  von  dem 
Ordensgeneral  als  „bibliothecae  formales"  erklärt  sind,  darf 
kein  Buch  entlehnt  oder  verkauft  werden.  —  Gegr.  zugleich 
mit  dem  Kloster  l.?lt(;.  —  Besonders  theologische  Werke,  und 
zwar  Moraltheologie. 

11. 'k  Erzdechantei  hat  eine  grössere  Bibl.;  nur  benutzbar 
für  Priester  des  Decanates.  —  Entlehnungen,  aber  keine  Ver- 
sendungen. —  Theologie. 

llt").  Gabelsberger  Damen-Stenographenverein.  Schulhaus 
der  Mädchenbürgerscliule  „Rudolf inum".  —  130  Bde.  und  ca. 
•20    Zeitschriftenbde.  Jahresdotation    -2.')  — 30    Gulden.     — 

Präsidentin:  Frl.  Mathilde  Menzel;  Bibliothekarin:  Frl.  Rosa 
Kunz,  Lehrerin.  —  Benutzbar  einmal  wöchentlich  von  f)  bis 
t;  Uhr.  —  Entlehnung  an  Mitglieder  auf  4  Wochen.  —  Gegr. 
zugleich  mit  dem  Vereine  1J^92.  —  Grösstentheils  Belletristik 
und  Classiker. 

1 17.  [K.k.Staats-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  3ir)4  Werkein 
7049  Bdn.u.s:!  Heften.  7  IncunabGln,l1J. 404  Programme  ;fc)Schüler- 
bibl.  !«;•!  Werke  in  2505  Bdn.  —  Jahresdotation  ca.  loo  Gul- 
den. —  Director:  Anton  Maria  Marx;  Gustos  der  Lehrerbibl. : 
Prof.  Jacob  Stippel;  der  Schülerl)ibl.:  Gjnnn. -Lehrer  Dr.  Jacob 
Simon;  der  Programmsammlung:  Prof.  Simon  Zoderer.  — 
Zettel-  und  Bandkatalog,  nach  Fächern  geordnet,  innerhalb 
derselben  aiphabet,  und  mit  fortlaufender  Numeri rung.  — 
Fast  den  ganzen  Tag  ger>ffnet.  —  Entlehnung  nur  an  vertrauens- 
würdige Per.sonen  im  Einverständnisse  mit  dem  Director  und 
gegen  Empfangsschein.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt, 
weiche  als  Lateinschule  bereits  im  if).  Jhdt.  nachweisbar, 
von  1029—1773  Jesuitengj'mn.  war;  seit  1h<>.5  auch  mit  weltl. 
Lehrern  besetzt,  IH.Oo  als  Obergymn.  organisirt.  —  Pflegt  alle 
Fächer  des  Gymn. 

Dor  gedriK-kto  Kataloji;  orsolioint  im  riymnasialpro«,'!'.!!!!!!!!'  jiro   18'.K». 

HS.  Handels-  und  Gewerbekammer  besitzt  eine  grö.ssere, 
jedoch  bis  zu  (hr  Ende  l.SiM»  in  Aussicht  genommenen  Ueber- 
siediung  in  ein  eigenes  Amtsgebäude  nicht  geordnete  und 
katalogi.sirte  Bibl.  -  Diese  Ijesteht  aus  den  Reichs-  und  Lan- 
desgesetzblättern, einer  käuflich  erworix-uen  (Jeset/sammiuug 
der  vf)i-märziichen  Ziüt,  aus  Werken  juridischen,  vulkswirth- 
Kchaftlichen  und  statistischen  Inhaltes,  welche  /um  kltiucicu 
TlH'ile  ;/eknuft,  zum  grösseren   im  Schi'irfentnuscli  mit  Mudereu 


122]  Eggenbur«!.  ^5 

Kainniorn  erworben  oder  auch  von  den  Ministerien  des 
Handels  und  Ackerbaues  zur  Verfügunu'  gestellt  wurden. 
Neben  deü  statistischen  und  Sitzungsberichten  kommen  auch 
Fachzeitungen  in  Betracht.  Bemerkenswerth  ist  die  nicht 
unbedeutende  Literatur  über  die  Verhältnisse  dos  Erzgebirges. 

—  Entlehnungen  nur  vereinzelt  an  Kanimermitglieder.  — Präsi- 
dent: Georg  Jäger  jun.;  Secretär:  Dr.  Georg  Habermann. 

11;».  Stadtbibliothek  und  Stadtarchiv.  —  Ende  1898:. 5945  Bde., 
darunter  42  Incunabeln.  Die  Handschriften  sind  im  Archive, 
welches  in  24  Schränken  untergebracht,  bis  zum  Jahre  12iU', 
zurückreicht  und  eines  der  hervorragendsten  Städtearchive 
Oesterreich-Ungarns  ist.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  — 
Neben  dem  Bürgermeister  Dr.  Gustav  Gschier  eine  eigene 
Archivs-  (und  Museums-)Commission,  deren  Obmann,  wenn 
nicht  früher,  jedes  dritte  Jahr  gewählt  wird.  Archivs-  und 
Bibliotheksverweser:  Dr.  Karl  Siegl.  —  Zwei  Bandkataloge; 
einer  enthält  fortlaufend  den  Zuwachs,  der  andere  ist  nach 
Materien  geordnet.  —  Benutzbar  zu  den  gewöhnlichen  Amts- 
stunden. —  Entlehnungen  von  Handschriften  an  Private 
grundsätzlich  ausgeschlossen;  bei  werthvollen  Büchern  nur 
mit  Zustimmung  der  Commission.  —  Zeit  der  Entstehung  der 
Bibl.  unbekannt;  sie  wuchs  besonders  durch  reichliche  Schen- 
kungen seitens  vornehmer  Bürger  im  16.  und  17.  Jahrhundert 
und  wird  durch  fortwährende  Ankäufe  von  auf  Eger  und 
das  Egerland  Bezug  habenden  Werken  vermehrt.  —  Sämmt- 
liche  Wissenschaften  vertreten. 

120.  Verein  für  Egerländer  Volkskunde.  —  Bibl.  im  Ent- 
stehen. 

Eggeiiblirg  (Nied.-Oesterr.). 

121.  Redemptoristencoliegium  hat  eine  nur  zu  eigenem  Ge- 
brauche bestimmte  Hausbibl.   —  Katalog  in  Ausarbeitung.  — 

—  Rector:  P.  Laurenz  Leitgeb.  —  Gegr.  1833. 

Elbogen  (Böhm.). 

122.  [K.  k.  Staats-]Realschule.  —  n)  Lehrerbibl.  3213  Bde., 
398  Hefte,  6444  Programme;  b)  Schülerbibl.  1108  Bde.,  122 
Hefte.  —  Director:  Dr.  Joseph  Divis.  —  Errichtet  1852  als 
Communal-Oberrealschule  durch  Erweiterung  der  vorher  be- 
standenen unselbständigen  Unterrealschule.  1869  —  1878  in  den 
unteren  Classen  Realgymn.,  1883  in  den  unteren,  189:3  in  den 
oberen  Classen  verstaatlicht. 

Nach    dem   letzten  Jaliresberiehte    gearbeitet,    da  der  Fragebogen   nicht 
beantwortet  wurde. 

3* 


36  Falken  au.  [12H 

Falkenau  (Böhm.). 

Un.  Deutscher  Gabelsberger  Stenographenverein,  Gasthaus 
Steidl,  Sommergasse,  —  l"is  Bde.,  1!»  Hefte.  —  Jahresdotation 
20  Gulden.  —  Obmann:  Alfred  Pitterling;  Bücherwart:  Joseph 
Berut.  —  Band-(Schlagwort-)Katalog.  —  Benutzbar  für  Ver- 
einsmitglieder Mittwoch  von  8  — loVo  Uhr  abends.  —  Ebenso 
Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Die  Bibl.  wurde 
zwar  1883  zugleich  mit  dem  Vereine  gegr.,  aber  bis  1894  bei- 
nahe gar  nicht  benützt.  Erst  in  letzterem  Jahre  begann  eine 
regere  Vereinsthätigkeit  und  eine  intensivere  Benützung  der 
Bücherei.  —  Ausschliesslich  stenographische  Werke  in  Gabels- 
berger-Schrift. 

1J4.  Volksbücherei  des  „Bundes  der  Deutschen  in  Böhmen". 

Vereinsiocale:  J.  Hopf,  Sommergasse.  —  '207  Bde.,  47  Hefte. — 
Jahresdotation  40  Gulden.  —  Obmann :  Dr.  Narowetz ; 
Büchereiwart:  Alfred  Pitterling.  —  Band-(Schlagwort-)Katalog. 
—  Benutzbar  Dienstag  von  8  -  10  Uhr  abends.  — Entlehnungen 
gegen  Lösung  einer  Jahreskarte  (40  kr.  pro  Jahr).  --  Keine 
Versendungen.  —  Gegr.  mit  Unterstützung  der  Bundesleitung 
in  Prag  im  Juli  1890;  von  10  Spendern  wurden  llo  Bändchen 
und  '20  Hefte  geschenkt.  —  Hauptsächlich  schönwissenschaft- 
liche Literatur. 

Feldkirch  (Vorarlberg). 

12.0.  [K.  k.  Staats-Real-  und  Ober-]Gymnasium  besitzt  eine 
Lehrerbibl.,  zu  der  auch  die  Sammlung  von  14.028  Programmen 
gehört,  und  eine  Schülerbibl.  —  Director:  Dr.  Victor  Pera- 
thoner;  Bibliothekar:  Prof.  Max  Stadler  v.  Wolffersgrün.  — 
Eröffnet  1(549  als  Jesuitengymn.;  seit  18o5  von  Exjesuiten 
geleitet;  18O0  -  1809  bayerische  Mittelschule,  1809  —  1814  baye- 
rische Studienschule,  seit  1814  österr.  Staatsgymn.,  18r)7 — 18(;8 
Jesuitengymn.,  seither  Staatsanstalt.  1871  mit  der  seit  1860 
bestandenen  Communal-Unterrealschule  vereinigt. 

Nacli  dem  letzten  Jahresberichte    gearbeitet,    da  der  Fragebogen    niclit 
beantwortet  wurde. 

I2<i.  [Privat-]Gymnasium  des  Collegiums  der  Gesellschaft 
Jesu  an  der  „Stella  matutina".  —  Ueber  ."So.ooo  ]Me.,  l  Vergil- 
C(jdex,  gegen  <;<i  liKMiiiaWcln.  —  Die  Bibl.  entstand  mit  dem 
Pensionat  18;'»^.  Die  ersten  Bestandtheile  desselben  lieferten 
die  Ordens[)rovinz  und  einige  Gesehen kgeljer,  auch  die  da- 
mals aufgeliobene  Erziehungsanstalt  Trauchburg  in  Württem- 
berg, deren  Büclu^rei  theilweise  angekauft  wurde.  —  Alphabet, 
(allgemeine  und  specielle)  Bandkataloge.  Die  Erwerbungen  der 
letzten    8    Jahre   sind    in     den    Gymn. -Programmen    seit    1894 


131]  F(;lix(lurf.  'M 

veröffentlicht,  —  Die  Bibl.  ist  Hausbibl.  und  besteht  aus 
einer  Lehrer-  und  einer  Schülerbibl.  —  Director:  Dr.  Anton 
Ludewig;  Bibliothekar:  P.  Wilhelm  Fox.  —  Entlehnung  nur 
ausnahmsweise  auch  an  bekannte  und  zuverlässige  Pers(")nlich- 
keiten.  —  Besonders  vertreten  Theologie  und  die  Gymnasial- 
fächer. 

Zuwachs  jälirlich  in  den  Jaliresberichten  der  Anstalt  veröffentlicht. 

127.  Stadtbibliothek  (Volksleihbibliothek)  AugustClessin'sche 
Stiftung,    Altes    Gymnasium,  Nr.  lui,   1.  Stock.    —     1500  Bde. 

—  Jahresdotation  20 — 30  Gulden.  —  Bibliothekar:  Ludwig 
Wachler,  Volksschullehrer;  ein  Diener.  —  Bandkatalog.  — - 
Benutzbar    Montag    abends    von  (!  — 7  Uhr.     —   Entlohnungen. 

—  Ausnahmsweise  auch  Versendungen.  ~  Gegr.  1H71  laut 
Testament  des  Stifters.  Erster  Bibliothekar  bis  1 87H  war 
Ludwig  J.  Teimer,  k.  k.  Realschulprofessor  und  emer.  Bezirks- 
schulinspector.  —  Naturwissenschaften,  Geographie  und  Belle- 
tristik. 

Felixdorf  (Nied.-Oesterr.). 

13«.  Bezirkslehrer-Bibliothek  für  den  Landbezirk  Wiener- 
Neustadt,  Scbulhaus.  —  1105  Bde.  —  Jahresdotation  50  Gul- 
den. —  Obmann:  Johann  M.  Schuster,  Volksschuldirector ; 
Bibliothekar:  Carl  Maierhofer.  Lehrer;  Ausschussmitglieder: 
Carl  Albrecht,  Volksschuldirector,  Conrad  Eidam  und  F.  Grab- 
herr, Lehrer.  —  Alphabet,  handschriftl.  Bandkatalog,  sowie 
ein  älterer  gedruckter  Katalog.  —  Täglich  benutzbar.  —  Ent- 
lehnung und  Versendung  an  die  Lehrer  des  Bezirkes.  —  Be- 
sonders Pädagogik. 

120.  Fabriksbibliothek.  —  Mehrere  100  Bde.  -  Steht  unter 
der  Verwaltung  der  Leitung  der  „Felixdorfer  Weberei  und 
Appretur". 

l.'^o.  Stenographenverein  „Gabelsberger"  für  Felixdorf  und 
Umgebung,  Volksscliule.  —  111  Bde.  —  Vorstand:  Conrad 
Eidam,  Volksschullchrer.  —  Benutzbar  nur  für  Vereinsmit- 
glieder. —  Gabelsberger-Stenographie. 

Fiecht  (Tirol). 

131.  Benedictinerstift.  —  Ca.  20.000  Bde.,  3oo  Incunabeln, 
HO  Handschriften.  —  Keine  bestimmte  Dotation;  Ankauf  je 
nach  Bedarf  und  den  verfügbaren  Geldmitteln.  —  Biblio- 
thekar: P.  Antonius  Witschwenter,  d.  Z.  Subprior.  —  Zettel- 
katalog. —  Benutzbar  zu  allen  Stunden  des  Tages  in  Gegen- 
wart des  Bibliothekars.     —  Entlehnung,    eventuell  auch  Ver- 


3«  Filippsdorf.  fi»2 

Sendung    nur    an    vertrauenswürdige  Personen  gegen  Revers. 

—  (legr.  171:3,  ist  theils  zu  Anfang  des  t;egenwärtigen  Jahr- 
hunderts, W(»  die  bayer.  Regierung  das  Stii't  aufgehoben,  und 
man  die  Kücher  zum  grossen  Theile  verschleppt  hatte,  sehr 
geschädigt,  theils  1S6)S  durch  eine  Feuersbrunst  heimgesucht 
worden.  —  In  erster  Linie  Theologie. 

Jaeck  im  Archiv  f.  ältere  deutsche  Gesch.  IV.  (1822),  S.  223,  und  in 
Seebode's  Archiv  f.  Philol.  I.  (1824),  S.  Gf>{).  —  Lierheimer,  Bernhard.  St. 
Georgenberg,  nun  Fiecht  in  Tirol.  In:  Ein  Benedictinerbucli  von  Seb. 
Brunner.  Würzburg  18.S1. 

Filippsdoi'f  (Böhm.),  s.  Philippsdorf. 

Frei))er^  (Pi-fbor,  Mähren). 

132.  Piaristenbibliothek  der  Stadtgemeinde,    im    Rathhausc. 

—  Ueber4()()(>Bde.;  Incunaboln  (l.^x  Jhdt.)  •2-2,  (bis  l.")30)  ca.  30. — 
Custos:  Ferdinand  Pokorny,  Apotheker  und  Mitglied  der  Ge- 
meinderepräsentanz. —  Alphabet.  Zettel-  und  Bandkatalog.  — 
Zugänglich  nach  Anmeldung  beim  Custos.  —  Entlehnung  nur 
in  besonderen  Fällen.  —  Keine  Versendung.  --  Gegr.  am  Ende 
des  17.  Jhdts.  als  Hausbibl.  des  im  Jahre  lGf»4  vom  Olmützer 
Erzbischof  Karl  II.  Graf  Lichtenstein  in  Freiberg  gestifteten 
Piaristencollegiums.  Nach  der  187;")  vom  Orden  selbst  ver- 
fügten Aufl("»sung  kaufte  die  Commune  das  Gebäude  wie  die 
Bibl.  an;  nach  der  is81i  erfolgten  Aufhebung  des  Freiberger 
Staats-Untergymnasiums  wurde  auch  dessen  Bibl.  ihr  ein- 
verleibt. —  Zum  grössten  Theil  Theologie,  sonst  Philologie,  Ge- 
schichte und  Geographie,  weniger  Naturwissenschaften. 

Freinberg  b.  Linz  (Ob.-Oesterr.). 

133.  Jesuitencollegium,  s.  Linz,  Jesuitencollegium. 

FreLstadt  (Ob.-Oestcrr.). 

13L  [K.  k.  Franz  Josef-Staats  ]Gymnasium.  —  aj  Lehrcr- 
bibl.  3-2;1l  Bde.  und  Hl  Hefte,  lo.iico  Programme;  />;  Schüler - 
bibl.  l.")!«  Werke  in  21  •,'.'>  Bdn.  —  Director:  Franz  Schauer; 
Custos  für  aj  Prof.  Jacob  Keller;  für  h)  Prof.  Dr.  Hermann 
Kerstgens.  -  Das  17H«  aufgehol>ene  Piaristengymn.  wurde 
lH<i7  wieder  eröffnet;  seit  I87()  Realgymn.,  seit  1872  Real- 
obergymn.,  seit  l  HIU  normales  Gymn. 

Keller,  Jacob.  Katalog  der  Lelirerbibl.  In:  XXVIII.  Jahrosbcriclit  des 
Kai.'^er  P'ranz  Josefs-Staat.'<gyMin.  zu   Freistadt.   Frei.stadt   IH'.tH. 

Nach  dem  letzten  Jaliresberielite  goarhoitet,  da  der  Fragclxigcn  niclit 
beantwortet  wurde. 


Uli  FiH'iwal  (lau. 

Freiwaldaii  (Schlesien). 

1  ;.").  Katholischer  Arbeiterverein.  —  Ca.  ;{(><»  Bde.  —  Keine 
ncnnenswerthe  «Tahresdotation,    zahlreiche  Geschenke.  Al- 

phabet. Kataloji.  —  Entlehnungen  Sonntags  an  Mit- 
glieder. —  Bibliothekar:  Adolph  Leder.  —  Gegr.  18<>r>.  — 
Belletristik  und  Sociologie. 

13(;.  Katholischer  Gesellenverein.  —  Ca.  2.50  Bde.  —  Mei- 
stens Geschenke.  —  Alphabet.  Katalog.  —  Benutzbar  nur  für 
Mitglieder.  —  Ebenso  Entlehnungen  an  Samstagen.  —  Gegr. 
anfangs  der  Sechzigerjahre.  —  Belletristik,  Sociologie. 

137.  Pfarrbibliothek.  —  Ca.  200  Bde.,  meist  alte  Predigt- 
werke. —  Pfarrer:  Joseph  Neugebauer. 

l;is.    Verein    der    Buchdrucker     in    Oesterr.-Schlesien.    — 

;5io  Werke.  —  Siehe  Troppau,  Verein  der  Buchdrucker  in  Oesterr.- 
Schlesien. 

Freudenthal  (Schlesien). 

\:)'.K  Privat-Bibliothek  Sr.  k.  u.  k.  Hoheit  des  Erzherzogs 
Eugen.  —  Ca.  lo.ouo  Bde. —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf. — 
Bibliothekar:  Hans  Ritter  Gerstenberger  v.  Rcichsegg, 
Oberstlieutenant  i.  P.  —  Handschriftlicher  aiphabet.  Zettel- 
und  Schlagwortkatalog.  —  Benützung,  Entlehnung  etc.  in  Aus- 
sicht genommen.  —  Alle  Wissenschaften,  vorzugsweise  jedoch 
Geschichte,  Ordenswesen,  Militaria,  Belletristik. 

140.  Volksbildungsverein    für    Freudenthal    und    Umgebung. 

—  Ca.  3000  Bde.  —  Gedruckter  Materienkatalog.  —  Ent- 
lehnungen an  jeden  Bewohner  der  Stadt  und  Umgebung, 
welcher  das  schulpflichtige  Alter  überschi'itten  hat.  Nicht- 
mitglieder,  welche  Bücher  entlehnen  wollen  und  dem  Biblio- 
thekar nicht  hinlänglich  bekannt  sind,  müssen  behufs  Sicher- 
stellung ein  Mitglied  des  Vereines  oder  sonstigen  Bürgen  nam- 
haft machen.  —  Entlehnungen  auf  14  Tage,  für  Mitglieder 
[  Wochen.  -      Belletristik.  Populärwissenschaften. 

Bücherverzeicliniss  der  Büclieroi  des  Volksbild  ungs  Vereines  für  Freuden - 
thal  und  Umgebung.  Nach  dem  Stande  vom  1.  September  ls<,t8.  Freudon 
thal   1808. 

FritMlek  (Schlesien). 

141.  [Communal-jGymnasium  besitzt  eine  Lehrer-  und 
eine  Schülerbibl.  —  Director:  Matthias  Wiedermann;  Biblio- 
thekar der  Lehrerbil)].:  Prof.  Ferdinand  Twrdy;  der  Schüler- 
bibl.: Prof.  Carl  Skazel.  -   Gegr.   iso.'i. 

Nach  dem  letzten  Jaliresberichto  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 


40  Fiilnek.  [U-' 

Fulnek  (Mähren). 

14-2.  Capucinerconvent.  —  1280  Bde.  —  Jahresdotation 
20  Gulden.     —   Bibliothekar:  P.  Ildefons  Komarek,   Guardian. 

—  Alphabet.  Katalog.    —  Auf  Ansuchen  jederzeit  benutzbar. 

—  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Die  Bibl.  wurde 
im  Jahre  1622  vom  Fuliieker  Herrschaftsbesitzer  Joseph 
"Wenzel  Graf  Wirben  gegr.  und  seither  durch  neuere  Werke 
ergänzt.   —  Theologie  und  Geschichte. 

Gaya  (Kyjov,  Mähren). 

148.  [Böhmisches  Communal-]Gymnasium  (Obecni  gym- 
nasium).  —  Bis  jetzt  katalogisirt  2oD  Werke,  24")  Bde.  — 
Jahresdotation  18iis:  I82r)l  Gulden.  —  Director:  Joseph  Klvafia; 
Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Joseph  Sedläcek.  —  Handschriftlicher 
Bandkatalog.  —  Gegr.  mit  Anfang  des  Schuljahres  1898/99, 
wird  die  Bibl.  die  gewesene  Piaristenbibl.  und  die  Bibl.  des 
ehem.  deutschen  Communalgymn.  aufnehmen.  —  In  beiden 
Gymnasialbibl.  sind  zum  grössten  Theile  Philologie  und  Natur- 
wissenschaften vertreten;  in  der  gewesenen  Piaristenbibl.  haupt- 
sächlich theologische  Schriften  und  lateinische  Schriftsteller 
aus  dem  18.  Jhdt. 

Geras  (Nied.-Oesterr.). 

144,  Prämonstratenserstift.  —  15.000  Bde.,  nebst  lo  werth- 
vollen  Handschriften  mit  Initialen.  —  Jahresdotation  je  nach 
Bedarf.  —  Bibliothekar:  SiardLöffler,Kai)itular.  —  Handschriftl. ' 
aiphabet.  Katalog,  theilweise  auch  ein  Schlagwort-Bandkatalog.  — 
Benutzbar  an  Wochentagen  von  8 — 6'/.^  Uhr  unter  Controle 
der  benützten  Werke.  —  Entlehnung  von  Büchern  gegen  Revers. 

—  Ueber  die  Gründung  der  Stiftsbibl.  genauen  Aufschluss  zu 
geben  ist  heute  unrnTiglich,  da  unter  Abt  Johannes  (gest. 
123;'))  die  von  den  Kuenriuüen  gegen  ihren  Landesfürsten 
Friedrich  HL  aufgehetzten  B(">hmen  und  Mährer  das  Stift 
niederbrannten,  wobei  die  an  wichtigen  Documenten  und  Ma- 
nuscripten  reiche  Bibl.  vernichtet  wurde.  Wohl  er.setzten  die 
Aebte,  besonders  Florian  und  Ulrich  di\s  Verlorene  nach 
Möglichkeit  durch  Neues;  doch  schon  Ottokar  verwüstete 
abermals  schonungslos  Stift  und  Bibl.  bei  Eroberung  der  nahen 
Grenzfeste  Drosendorf.  Trotz  der  grossen  Summen,  welche 
der  Aufbau  des  Stiftes  und  der  Kirche  verschlang,  vermehrten  die 
Aebte  Urban  und  Johann  VI.  dennoch  den  Rest  der  Bibl. 
durch  Sammlung  und  Ankauf  seltenei*  und  werthvoller  Werke 
und  Manuscripte  und  l)rachton  sie  bald  wiedci-  in  die  Ht'die.  Im 
J.  I<;19  sciilugen  die  Mansfeldischen  Truppen  iiir  Lager  vor  Geras 
auf  Noch  niemals  bisher  hatte  das  Stift  so  viel  ausgestanden  wie 


Uö]  (lo  witsch.  II 

zu  dieser  Zeil.  Nach  dreimaligem  Stürmen  iialmu'ii  die  Feind«; 
das  befestigte  Stil't  ein,  plünderten  es  vollkommen  au.-^  und 
steckten  es  in  Brand.  l']s  bliel)  nichts  übriü:  als  ein  wüst(?r 
Steinhaufen;  die  Manuscripte,  Documente,  die  seltenen,  kost- 
baren Bücher  der  reichen  und  werthvollen  Bibl.,  sowie  das 
Archiv  des  Stiftes  gingen  zugrunde.  Mit  rastlosem  Eifer 
waren  nun  die  Aebte  Benedikt  und  Peter  II.  bemüht,  die  Bibl. 
auf  ihren  früheren  Stand  und  Werth  emporzubringen,  allein 
die  wiederholten  Einbrüche  und  Plünderungen  der  Schweden 
vereitelten  alle  ihre  Bemühungen.  Endlich  ums  Jahr  ]•;:)() 
kamen  ruhigere  Zeiten  und  die  nachfolgenden  Aebte,  beson- 
ders Engelbert,  Michael  —  welcher  mit  Eifer  das  Studium 
der  heil.  Schrift,  der  Kirchenväter  und  Kirchengeschichte 
betrieb  — ,  Nikolaus  Andreas,  der  Förderer  der  Wissen- 
schaften, konnten  nun,  so  weit  es  ihrem  Fleisse  möglich  war, 
die  zerstreuten  Reste  der  Bücher  sammeln,  die  sie  durch  An- 
kauf so  vermehrten,  dass  die  Bibl.  zu  Anfang  der  Achtziger- 
jahredes  vorigen  Jahrhunderts  bereits  wieder  einen  bedeutenden 
Umfang  erreichte.  Die  Zeit,  während  welcher  das  Stift  Geras  von 
einem  Commentatärabt  verwaltet  wurde,  muss  für  die  Stiftsbibl. 
als  eine  ganz  fruchtlose  bezeichnet  werden.  Das  grösste  Ver- 
dienst um  die  Stiftsbibl.  hat  sich  unstreitig  der  am  22.  Nov. 
1797  gewählte  Abt  Ignaz  Hörstlhofer  erworben.  Die  Bibl.  war 
bisher  wegen  Mangels  eines  entsprechenden  Locales  in  meh- 
reren Wohnräumen  untergebracht.  Abt  Ignaz  erbaute  nun 
nächst  der  Stiftskirche  im  Convente  einen  grossen,  mit  schöner 
Frescomalerei  geschmückten,  mit  soliden  Kästen  ausgestatteten 
Saal,  Hess  unter  eigener  Leitung  die  Bücher  wissenschaftlich 
ordnen  und  aufstellen,  sowie  den  Katalog  verfassen;  in  oft 
weiter  Ferne  suchte  er  die  in  den  Wirrnissen  der  Zeit  ver- 
schleppten Bücher  auf  und  sammelte  sie;  Werke,  von  welchen 
Bände  abhanden  gekommen  waren,  completirte  er,  tauschte 
fremde  Werke  gegen  Duplicate  ein  und  bereicherte  die  Bibl. 
durch  Ankäufe  zahlreicher.  werthvoUer,  alter  und  neuer 
Werke.  Durch  die  im  J.  1805  fertig  gestellte  Bibl.,  in  welcher 
er  auch  im  Portrait  verewigt  ist,  hat  sich  derselbe  ein  blei- 
bendes und  rühmliches  Denkmal  geschaffen.  Mit  Liebe  und 
Fleissfaliren  auch  die  nachfolgenden  Aebte  fort,  den  Bücherschatz 
zu  erhalten  und  nach  Kräften  zu  vermehren.  —  Alle  Wissenschaften. 
Hoffor,  Bertliold.  Zur  Geschichte  von  Geras  und  Pernek.     Wien,  1S80. 

—  Ruhi(>tl,  Romuald.     Gesoiiiclito   des  Stiftes  Geras.     In:  Ein  Chorherren- 

huoh   von  Seh.  l?runner.  Würzburg  188:?. 

(iJe witsch  (Jevicky,  Mähr). 

14.Ö.  [Landes-]Realschule(Zemskä  vy.s.sirealka).—  a)  Lehrcr- 
bibl.    313    Werke    in  :>()'.*  Bdn.,    312  Programme;     l>j    Schüler- 


12  (rill  und  ll-tt' 

bibl.  14-2  Werke  iu  Hi(j  Bdn.  —  Dotation  für  a)  ca.  «00  Gulden; 
für  h)  ca.  !.')()  Gulden.  —  Director:  Adolf  Ehrhart;  Gustos 
für  a)  Prof.  Vincenz  Pospisil;  für  h)  der  Director.  —  Ge- 
gründet:  18it7. 

Erhart.  Adolf.  Katalog  knihovny  lu-itolskö.  In:  l'rvni  roCni  zprava 
zeraske  vy^.ii  realky  v  Jevi-ku.  V  Jevicku  18118. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

(i  111  Und  (Nied.-Oesterr.). 

14tJ.  Leseverein  im  Hofbrauhaus  des  Alois  Brandeis.  — 
.sooo  Bde.  —  Jahresdotation  3r)0  Gulden.  —  Vorstand:  Se- 
verin  Schmidt,  Conimunalarzt;  Vorstandstellvertreter:  Alois 
Ullrich,  Fabrikant;  Cassier:  Karl  Kornus,  Bürgerschullehrer; 
Archivare:  Rudolph  Hamb<)ck,  Bahnbeamter,  Theodor  Walter, 
Bürgerschuldirector,  Hans  Pöschko,  Volksschullehrer;  ein 
Diener.  —  Sechs  gedruckte  Bandkataloge  mit  einem  Nach- 
trage zu  Nr.  (i,  ein  handschriftlicher  Katalog  in  chrono- 
logischer Reihenfolge.  —  Nur  für  Vereinsmitglieder  ]\Iittwoch 
von  8 — 10  Uhr  abends  benutzbar.  —  Ebenso  Entlehnungen 
und  Versendungen.  —  Gegr.  1.S74.  -  Belletristik  und  Natur- 
wissenschaften. 

Gmunden  (Ob.-Oesterr.). 

117.  K.  k.  Forst-  und  Domänendirectlon  für  Oberöster- 
reich und  das  Salzkammergut,  besitzt  eine  Amtsl)ibl.  von  über 
tiiKi  Werken  grösstentheils  forst-  und  jagdwissenschaftlichen 
Inhaltes;  Bücher  werden  nur  an  Beamte  der  Direction  ver- 
liehen. 

IJs.  [Communal-Unter-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  ^2^^^) 
Werke,  15»; »  Prograninie;  l>j  Scliülerbibl.  77  Werke.  —  Director: 
Carl  Schuh;  Bibliothekar:  Gymn.-Lehrer  Dr.  Rudolf  Weiss. 
—   Eröffnet  1890. 

Der    Katalog    beider    Hil)l.  wird  in  den    Jahre.sbfrifhten  veröffentlicht. 
Nach   dem    letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

ll'.t.PrivatbibliothekSr.königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Cumber- 
land,  Herzogs  zu  Braunschweig  und  Lüneburg,  Schloss  (^umber- 
land.  Ca.    Ki.imk»  ]U\v.      -   Jahn-sdotation   .'30(i(i  Gulden.    — 

Bibliotheksrath:  II.  Huck.  —  Wissenschaftlicher  Zettel-  und 
aiphabet.  Bandkatalog.  Der  erstere  ist  ein  Kai).selkatalog, 
der  sich  wie  ein  gebundenes  Buch  handhaben  lässt.  Der  Band- 
katalog in  Form  eines  Albums  mit  ebenfalls  beweglichen 
Zetteln,  <;  auf  jeder  Seite,  coo  in  einem  Bande,  ähnlich  dem  Rata- 


i-^21  (Jüdin«:.  I'. 

I(»j40  clor  Univ.-Hibl.  in  Ileidelber;^.  —  l>eniit/l»:ir  zu  jcilfi- 
Slinulo  für  den  Hofstaat  und  die  Ueaniten  S.  k.  II.  des  Her- 
zogs, für  antlere  Personen  nur  nach  vorher  eiuLieholler 
höchster  Genehmi^un«'.  —  Ebenso  Entlehnunj^^en  und  Ver- 
sendunjjen.  —  Als  Privat-Bibl.  der  Könii,^e  von  Hannover  ver- 
muthlich  von  Sr.  M.  dem  Könif^e  Ernst  August  ^e^ründet,  seit 
dieser  Zeit  fortgesetzt  und  durch  verscliiedene  Zuwächse,  zu- 
letzt durch  die  Bibl.  Sr.  Hoheit  des  verstorbenen  Herzogs 
Wiliielm  von  Braunsehweig  vermehrt.  —  Sämmtliche  Wissen- 
schaften, besonders  Militärwissenschaft,  Kunst,  schöne  Litte- 
ratur,  Geschichte,  vor  allem  die  Geschichte  des  Weifischen 
Hauses  und  der  Weifischen  Lande. 

Katalog  der  Privat-Bibl.  Seiner  Majestät  des  Königs  von  Hannover. 
Hannover  185S.  -  Nachtragskatalog  1863.  (Hierin  auch  eine  Geschiclito 
der    Bibl.) 

Göding  (Hodonin,  Mähr.). 

löo.  [Communal-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl.  3  is  Werke 
in  7:38  Bdn.  und  Heften,  7(;i  Programme;  h)  Schü]erl)ibl. 
ItT  Bde.  —  Für  Anschaffung  von  Lehrmitteln  und  Bibliotheks- 
werken, sowie  für  die  Jugendspiele  waren  is;t7/'j.s  .sOO  (julden, 
für  die  Herausgabe  eines  gedruckten  Jahresberichtes  OTjüGuIden, 
für  Buchbinderarbeiten  oO  Gulden  bewilligt;  verausgabt  für 
a)  und  h)  2si-8(i  Gulden.  —  Director:  Joseph  Swechota;  Ver- 
walter der  Lehrer-  und  Schülerbibl. :  Realschullehrer  Dr. 
Gustav  Treixler;  der  Programmsammlung:  Relig. -Lehrer 
P.  Johann  Melzer.   -    Gegr.  185)4. 

Treixler.  Gustav.  Katalog  der  Lehrerbibl.  In:  '6.  Jahresbericht  der 
deutschen  Communalrealschule  in  Göding.  Göding  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

151.  [Privat-Unter-]Realschule  der  ,,Ustredni  Matice  skolskä". 

(Matit.nä  reskä  realka.)  —  a)  Lehrerbibl.  H'y'rl  Werke  in 
•2718  Bdn.  und  Heften,  OOac  Programme;  h)  Schülerbibl. 
857  Werke  in  iüil  Bdn.  und  Heften.  —  Dotation  für  a)  ca. 
100  Gulden;  für  h)  ca.  8o  Gulden.  —  Director:  Frantisek 
Slavi'k;  Gustos  für  a:  Realschullehrer  Ignäc  IIo<ek;  für  h: 
Supplent  Josef  Tauchmann.  —  Gegr.  18;r4. 

Hosek,  Ignäc.  Katalog  professorske  knihovny.  In:  IV.  Rocni  zpräva 
niaticni  eeskö  realky  v  Tlodonim'.  V  HodumnC-   IBOs. 

Nach  dem  letzten  Jahrosbericlite  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Görz  (Küstenland). 

15i.  K.  k.  Ackerbau-Gesellschaft.  -  5(;o(>  Bde.  —  Jahres- 
dotation  100  Guldrn.     —      Präsident:  Exe.  Franz   Graf  .  Coro- 


il  Cxi)  VA.  [löH 

nini-Cronberu ;  Aufsicht  über  die  Bibl.  führt  der  jeweili.üe 
Secretär.  —  Handschriftlicher  Katah)!»^  derzeit  in  Ausarbeitung-. 

—  Benutzbar  von  9 — 2  Uhr.  —  Entlehnungen  ohne  besondere 
Bedingungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  ca.  iTT«'.  — 
Landwirthscliaft  und  ihre  Zweige. 

lös.  Centralseminar      und     theologische     Lehranstalt.       — 

12. ör^r,  Werke  in   lü.lvIT  Bdn.,  iso  Manuscripte,  TT)  Incunabcln. 

—  Jahresdotation  250  Gulden.  —  Bibliothekar:  Dr.  Franz 
Zigon,  Studienpräfect.  —  Alphabet.  Zettelkatalog.  —  Be- 
nutzbar für  alle  zur  Lehranstalt  gehörigen  Personen  Montag, 
Mittwoch,  Freitag  und  Samstag  von  11  —  12  Uhr.  —  Ent- 
lehnungen und  Versendungen  ausnahmsweise,  insbesondere 
an  einheimische  Priester.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Priester- 
seminare 1757  durch  Carl  Michael  Graf  von  Attems,  Erz- 
bischof von  Görz,  erfuhr  die  Bibl.  besonders  bei  der  Isis 
stattgefundenen  Wiedereinführung  der  theologischen  Studien 
in  Görz  einen  bedeutenden  Zuwachs,  indem  zahlreiche  Werke 
der  aufgehobenen  Doniinicanerklöster  zu  Parenzo  und  Capo- 
distria,  sowie  des  geschlossenen  Seminars  zu  Capodistria 
Aufnahme  fanden.  Uebrigens  hat  sie  namentlich  den  Vermächt- 
nissen der  Görzer  Bischöfe  und  anderer  Görzer  Geistlichen 
beträchtliche  Vermehrungen  zu  verdanken.  —  Theologie. 

Ein  kurzer  Entwurf  der  Geschichte  dieser  Bibl.  findet  sich  im  Triester 
Diöcesanblatte  „Curia  episcopalis"  1868—1809;  auch  als  S-A.  „Historia 
Seminarii  Centralis  Goritiensis".  Tergesti  1868. 

154.  Franciscanerkloster  Kostanjevica  (Castagnavizza).  — 
Bis  jetzt  katalogisirt  :m)02  Werke  in  ln.(j.").'j  Bdn.,  darunter  auch 
einige  Handschriften  (z.  B.  Historia  rerum  Noricarum  et  Fo- 
rojuliensium  von  P.  Martin  Bauzer  a.  d.  J.  1773)  und  Incu- 
nabeln  (z.  B.  Bonaventura  Argentine  14li5).  —  Jahresdotation 
je  nach  Bedarf.  —  Ein  in  der  jährlich  stattfindenden  Defini- 
torialcongregation  der  Ordensprovinz  ernannter  Bibliothekar. 
—  Sechs  handschriftliche  Bandkataloge.  Zwei  davon  enthalten 
die  Werke  nach  der  Reihe  der  Aufstellung,  drei  nach  Fächern 
(14  Classen);  unter  diesen  ist  der  älteste  a.  d.  J.  1788,  der 
folgende  v.  J.  1852,  der  letzte  von  ISnS.  Ein  aiphabet.  Autoren- 
bandkatalog a.  d.  J.  1788.  Ueberdies  zwei  noch  giltige  Zettel- 
kataloge, einer  nach  Autoren  alphn])ot.,  der  andere  nach  Fä- 
chern geordnet.  —  P'ür  Ordensmitglieder  jederzeit,  für  Fremde 
nur  ausnahmsweise  benutzbar.  —  Entlehnungen  an  auswärtige, 
vollkommen  vertrauenswürdige  Personen  nur  mit  Genehmigung 
des  Guardian  g<!gen  genügende  Sicherstellung.  -  Versendungen 
nur  mit  speei'Iler  Erlaul)niss  der  Klostervorstehung  an  An- 
gehörige der  eigenen  (krainisch-kroatisciien  Franciscaner-) 
Ordensprovin/,  Die  Bibl.  stammt  ihrem  Grundslocke  nach 


166]  Co  VA.  4:') 

aus  dem  ITSd  aufgolH)l)Oiiun  Franoiscanerkloster  auf  doiii 
heil.  Ber<ie  bei  (jrn'z.  Die  Klostcrfainilie  niusste  in  das  frü- 
here Minoritonkioster  in  Görz  übersiedeln  und  durfte  die 
Bibl.  niituelunen.  Es  seheint  aber  bei  der  Uel)ersiedlun.Lr  vieles 
in  Verlust  uerallu'n  zu  sein.  Die  beiden  ältesten  Kataloi^a« 
wurden  nach  der  Aufstellung"  der  iJücher  in  (Jc'irz  angefertigt. 
Nach  •-'.')  Jahren  bestimmte  die  französische  Ke;,nerun<j:  das 
Kloster  für  militärische  Zwecke  und  wies  den  Franciscanern 
das  ehemali<^e  Karmeliterkloster  auf  dem  Kostanjevica  zu. 
Am  <;.  Januar  isil  übersiedelte  die  auf  nur  7  Individuen  zu- 
sammengeschmolzene Franciscanerfamilie;  die  Bibl.  wurde 
unter  abermaligen  Verlusten  in  das  gegenwärtige  Locale  über- 
tragen. Die  Bibl.-Räume  waren  wohl  schon  zur  Zeit  der  Kar- 
meliter vorhanden  gewesen,  aber  die  Franciscaner  fanden 
dieselben  vollkommen  leer,  nur  das  schön  gearbeitete,  mit 
dem  Karmeliterwappen  versehene  Portale  bezeugt  noch  jetzt, 
dass  dieses  Local  schon  zur  Zeit  der  ursprünglichen  Be- 
wohner des  Hauses  gleichfalls  zu  Bibliothekszwecken  diente. 
Als  im  Jahre  ls-21  auf  kaiserliche  Anordnung  im  Kloster  das 
Hausstudium  der  krainisch-kroatischen  Franciscaner-Ordens- 
provinz  eröffnet  wurde,  zählte  die  Bibl.  nicht  ganz  3000  Bde. 
Im  Jahre  18;U  kamen  dazu  300  Bde.,  die  ein  Pfarrer  in 
Triest,  Giuseppe  Fognana  de  Tonnenfeld,  den  Franciscanern 
testamentarisch  hinterlassen.  Nach  und  nach  wuchs  die  Zahl 
der  Bücher  so  an,  dass  der  zur  Verfügung  gestellte  Raum 
nicht  ausreichte.  Gegen  Ende  der  Sechzigerjahre  suchte  man 
sich  durch  eine  Neuaufstellung  zu  helfen,  indem  man  ohne 
Rücksicht  auf  sachliche  Zusammengehörigkeit  die  Bücher 
nach  dem  Formate  aneinanderreihte.  Bei  dieser  Gelegenheit 
wurden  die  beiden  Zettelkataloge  angefertigt.  Es  sind  aber 
trotzdem  bereits  zahlreiche  Werke  vorhanden,  die  aus  Raum- 
mangel weder  katalogisirt  noch  aufgestellt  werden  konnten, 
daher  in  obiger  Zählung  nicht  inbegriffen  sind.  —  Vertreten 
sind  vorzugsweise  die  tlieologischen  Wissenschaften,  überdies 
die  auf  den  Gymnasialunterricht  Bezug  habenden  Disciplinen. 
VascoUi,  P.  Chiaro.  Storia  della  Castagnavizza.  Gorizia  1848. 

155.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  -2713  Bde. 
und  533  Hefte;  hj  Schülerbibl.  2000  Bde.  und  2-2(l  Hefte.  — 
Director:  Schulrath  Heinrich  Gross;  Verwalter  für  a)  Prof. 
Friedrich  Simzig;  für  h)  Prof.  Andreas  Kragelj.  —  Errichtet 
151»;,  später  Jesuitengymn.,  1810 — 1812  französische  Staats- 
anstalt.1793  -  l.siOunter Piaristen,dann unter weltlichenLehrern. 

Simzig,  Friedricli.  Katalog  der  Lehrerbibl.  I.  In:  4t^.  Jahresbericht  des 
k.  k.  Staatsgynin.  in   Görz.  (Jurz   1808. 

Nach  dem  letzten  Jaliresberiolite  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 


4ß  Görz.  (106 

J5(!.  K.  k.  Lehrerinnenbildungsanstait.  —  a)  Lehrerbibl. 
1100  Werke;  h)  Zöglingsbibl.  l2o;5  Werke;  c^  Schülerbibl.  2;U 
Werke.  —  Jahresdotation  200  Gulden,  eventuell  a.  o.  Dotation 
100  Gulden  vom  k.  k.  M.  f.  C.  u.  U.  im  Wege  der  k.  k.  Scliul- 
bücherverlagsdirection.  —  Director:  Franz  Hafner;  Biblio- 
thekar: Nicolaus  Ravalico,  k,  k.  Hauptlehrer.  —  Handschrift- 
liche, nach  wissenschaftlichen  Fächern  geordnete  Handkata- 
loge für  die  Lehrer,  mit  einem  besonderen  Hauptkataloge. 
Für  Zöglinge  und  Schüler  besondere  nach  deutscher,  italie- 
nischer und  slovenischer  Sprache  geordnete  Handkataloge.  — 
Entlehnungen  einmal  wöchentlich.  —  Besonders  pädagogische 
und  methodische  Werke. 

Katalog  der  Lehrerbibl.  erscheint  im  Programme  der  Anstalt  für  1900. 

157.  [K.  k.  Staais-]Realschule.  —  aj  Lehrerbibl.  Uli) 
Werke;  h)  Schülerbibl.  mit  einer  deutschen,  slovenischen  und 
italienischen  Abtheilung.  —  Director:  Schulrath  Dr.  Egid 
Schreiber;  Gustos  für  a)  Prof.  Franz  Plohl;  für  h)  und  zwar 
für  die  deutsche  Abth.:  Supplent  Ludwig  Kott;  für  die  slo- 
venische  Abth.:  Prof.  Johann  Berbuc-;  für  die  italienische 
Abth.:  Alois  Girardelli.  —  Gegr.  isGo. 

Plohl,  Franz.  Katalog  der  Lelirerbibl.  In:  ;i7.  Jahresbericht  der  k.  k. 
Oberrealschule.  Görz  1897. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

lös.  K.  k.  Studienbibliothek,  Gymnasialgebäude.  —  Ende 
1897:  27.98!")  Bde.  und  Hefte,  cö  Handschriften,  3(5  Incunabeln. 
—  Jahresdotation  1200  Gulden.  —  Vorstand:  Dr.  Adolf  Baar, 
Gymn.-Prof.,  provis.  Gustos;  Gustav  Novak,  Gymn.-Prof.. 
provis.  Scriptor:  Schuldiener  des  Gymn.  —  Es  bestehen:  In- 
ventarbuch, alphabetischer  Zettelkatalog,  Fachkatalog.  —  Die 
Bibl.  ist  geöffnet  an  Wochentagen  von  10 — 12  Uhr,  ausser- 
dem Mittwoch  und  Samstag  im  Winter  von  2  -  4,  im 
Sommer  von  .3  —  5  Uhr;  in  den  Hauptferien  Mittwoch  und 
Samstag  von  10 — 12  Uhr.  —  Bücher  können  von  Personen, 
die  dem  Bibliothekar  persönlich  bekannt  sind,  ohneweiters, 
sonst  nur  gegen  Caution  entlehnt  werden;  Handschriften 
gelten  als  unentlehnbar.  —  Versendung  nur  an  Staats- 
bibliotheken, —  Die  Bibl.  ist  aus  der  Bücherei  des  Jesuiten- 
ordens hervorgegangen,  wurde  1822  dem  Publicum  zugäng- 
lich gemacht  und  1858  reorganisirt.  —  Hauptsächlich  Wissen- 
schaften, die  in  das  Gebiet  der  philosophischen  Facultät  ge- 
hören. 

15;».  Militärwissenschaftlicher  Verein  l)e.sitzt,  da  derselbe 
erst    1898    gegründet    W(jrden,    nur    eine  kleine  Bibl.,  für  die 


162]  Oöttwei«i.  47 

derzeit    noch   keine    besiimnite    Dotation    ausgesetzt    ist.     — 
Bibliothekar:  Carl  Millossovich,  k.  u.  k.  Major. 

Göttweig  (Niod.-Oesterr.). 

l(;u.  Benedictinerstift.  -  TO.ooo  Bde.,  1 1;  1  Handschriften, 
1409  Incunabeln.  —  Jaliresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Vor- 
stand der  Bibl.:  Prof.  P.  Carlmann  v.  Schillin«,^  —  Band-, 
Schlagwort-,  beziehungsweise  Nunimernkatalog.  —  Benutzbar 
jederzeit,  gegen  Anmeldung  beim  Abte  Adalbert  Dungl, 
Präses  der  österr.  Benedictinercongregation.  —  Entlohnungen 
und  Versendungen  gegen  Revers  und  nur  mit  Zustimmung 
der  Vorstehung.  —  Begründet  durch  Bischof  Altmann 
V.  Passau  (gest.  1091);  Neubegründer  war  Abt  Bessel  (gest. 
17  49).  —  Vertreten  sind  alle  Wissenschaften,  insbesondere 
Theologie  und  Geschichte. 

Jaeek,  H.  Yerzeicliniss  der  brauchbarsten  Handschriften,  welche  sich 
in  der  Bibl.  der  Abtey  Göttweih  befinden.  In:  Isis.  1822,  Heft  5;  1824, 
Heft  7.  —  Chmel,  J.  Handschriften  in  der  Bibl.  des  Klosters  Göttweih. 
In:  Der  österr.  Geschichtsforscher  II.  2.  1841.  Notizenbl.,  S.  29.  —  Krafft, 
Alb.  Orientalische  Handscliriften  des  Stiftes  Göttweih.  In:  Jahrbücher  der 
Literatur.  1845.  110.  Anz.  Bl.  S.  20.  —  Wattenbach,  W.  Handschriften  des 
Stiftes  Göttweih.  In:  Archiv  für  ältere  deutsche  Geschichte.  lO.  18.">1, 
S.  432,  600.  —  Dungel.  Adalbert.  Göttweig  in  Nieder-Oesterreich.  In  :  Ein 
Benedictinerbuch  von  Seb.  Brunner.  Würzburg  1881. 

Gottschee  (Krain). 

Ifil,  [K.  k.  Staats-Unter-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl. 
ausschliesslich  der  Programmsammlung  992  Werke  in  13G9 
Bdn.,  379  Heften  und  70  Stücken;  h)  Schülerbibl.  271  Werke. 
—  Director  und  Gustos  für  a)  Peter  Wolsegger;  Gustos  für  h) 
Prof.    Leonhard  Eder.    —    Gegr.  mit  der  Anstalt  1872. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Graz  (Steiermark). 

16  2.  K.    k.    Bildungsanstalien    für    Lehrer  und  Lehrerinnen, 

Burggasse  13.  —  a)  Lehrerbildungsanstalt  16-29  Werke: 
h)  Lehrerinnenbildungsanstalt  375  Werke.  —  Dotation  für  a) 
100  Gulden:  für  h)  öo  Gulden.  —  Vorstand:  Director  Carl 
Jauker;  Bibliothekar  für  a)  Prof.  Dr.  Carl  Sander;  für  b) 
Prof.  Ferdinand  Zafita.  —  Zettel-,  Schlagwort-  und  Band- 
kataloge^  alphabetisch  und  nach  literarischen  Fächern  ge- 
ordnet. ' —  An  Schultagen  täglich  von  « — 12  Uhr  benutz- 
bar. —  Entlehnung  nur  an  Mitglieder  des  Lehrkörpers  der  An- 


48  Graz.  [ifi-'^ 

stalten.  —  Die  Bibl.  wurde  von  der  k.  k.  Normalhaupt-  und 
Unterrealschule  in  Graz  übernommen.  Ifiß  Werke  wurden 
vom  k.  k.  Aekerbauministerium  geschenkt.  —  Von  den  an 
der  Anstalt  gepflegten  Fächern  sind  besonders  Philosophie 
und  Pädagogik,  sowie  deutsche  Literatur  und  Sprache  ver- 
treten. —  Dem  Director  unterstehen  auch  die  Zöglingsbibl., 
deren  Bibliothekare  der  Uebungsschullehrer  Julius  Heu- 
berger  und  die  Uebungsschullehrerin  Amalia  Haas  sind. 

Katalog  wird  im  Jahresberichte  der  Anstalt  für  1898  99  erscheinen. 

163.  Buchdrucker-  und  Schriftgiesserverein  Steiermarks.  — 

1484  Bde.  —  Jahresdotation  Gü— so  Gulden.  —  Obmann:  Joh. 
Greiner;  drei  gewählte  Bibliothekare.  —  Gedruckter  aiphabet. 
Autorenkatalog.  —  Benutzbar  Dienstag  und  Freitag  von  T^/, 
bis  9  Uhr  abends  nur  für  Vereinsmitglieder  und  die  Lehr- 
linge. —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Versendungen  nur  an  die 
Vereinsfilialen.  —  Gegr.  ISfis.  —  Belletristik  (ca.  lüOO  Bde.). 
allgemein  wissenschaftliche  Literatur  (ca.  350  Bde.),  P'ach- 
literatur  (über  loo  Bde.). 

1G4.  Militärwissenschaftlicher  und  Casinoverein,  Neuthor- 
gasse 57.  —  5U-J3  Bde.,  43  Zeitschriften,  (34 G  Karten  und 
Atlanten.  —  Jahresdotation  ca.  700  Gulden.  —  Vorstand  der 
jeweilige  Obmann  des  wissenschaftlichen  Comites,  derzeit 
Major  Claudius  Czibulka;  Bibliothekar  der  jeweilige  Vereins- 
secretär;  ein  Diener.  —  Ein  Grundbuch  mit  materien weise 
fortlaufenden  Buchnummern;  ein  Zettelkatalog  (Grundbuchs- 
blätter) nach  Autoren;  ein  Katalog  mit  Autoren- und  Materien- 
register. —  Benutzbar Dienstagund  Samstag  von  9 — r2,  Mittwoch 
von  4-0  Uhr.  —  Entlehnungen  auf  vier  Wochen.  —  Keine 
Versendungen.  —  Gegr.  1874.  —  Alle  Wissenschaften,  ins- 
besondere die  militärischen. 

Der    letzte    Bibl. -Katalog    wurde    1898    von    der  Druckerei  Leykani  in 
Graz  gedruckt. 

1(1.5.  Convent   der    unbeschuhten    Carmeliter,    IIL  Graben- 

.strasse  «(J.  —  Ca.  4400  Werke  in  (ir)O0  Bdn.  —  Jahresdotation 
je  nach  Bedarf.  —  Vorstand:  der  Prior  oder  der  von  ihm  dazu 
bestellte  Klostergeistliche  (derzeit  P.  Innocenz  Niedermayr). 
—  Ein  Ortsrepertorium,  zwei  aiphabet,  geordnete  Kataloge 
(ein  Zettel-  und  ein  Bandkatalog).  —  Benutzbar  nur  für 
Mitglieder  des  Conventes.  —  In  der  Regel  keine  Entlehnungen. 
Keine  Versendungen.  —  Das  Kloster  wurde  l.s44  gegr.  — 
Hauptsächlioli  Theologie. 

im;.  Dominicanerordensconvent,  Ilihliolheca  F.  F.  Praedica- 
ti.nun  Conv.  Graec  ,  II.  Münzgral)enstrasse  r)7.  —  I  l.(><)0  Bde. — 


170]  Graz.  40 

.Jahresdotatioii  je  nach  Bedarf".  —  P>ibliothekar:  P.  Alphons 
Rosi)ini,  Lector  der  Tlieolo.uie.  —  Alpliabel.  ^M'ordneier 
Zettel-  und  Faclikatalo.u. —  IJenützbar  Moiita;.;-,  Mittw<»cli  und 
Samstag-  V(»n  10 — lOUlir.  -  LaulOi'dcnsstatuten  keine  Ent- 
lehnungen und  Versendungen,  doch  liberalstes  Entgegen- 
kommen bei  interner  Benützung.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem 
Convente.  Erste  Niederlassung  der  Dominicaner  in  Graz  an 
der  heil.  Blutkirche  \4i:\,  1580  Uebersiedlung  nach  St.  Andrä, 
1S07  an  die  gegenwärtige  Stelle  St.  Anna  im  Münzgraben  der 
Jakominivorstadt  bis  1 S32,  nach  einem  Zeiträume  von  04  Jahren, 
lsr)G,  Rückkehr  dorthin.    —  Positive  Theologie. 

Hw.  [K.  k.  erstes  Staats-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl. 
■ii)U-2  Bde.,  11-21  Hefte,  l(;.27.s  Programme;  h)  Schülerbibl. 
854  Werke  in  ir)-24  Bdn.  —  Director:  Dr.  Anton  Steinwenter: 
Bibliothekar:  Prof.  Albin  Nager.  —  Bestand  schon  im 
13.  Jhdt.  im  deutschen  Ordenshause  am  Leech,  im  it;.  Jhdt. 
in  die  Stadt  versetzt.  1574  von  den  Jesuiten,  isoi  von  den 
Benedictinern  von  Admont  übernommen;  in  neuerer  Zeit  in 
ein  Staatsgjnnn.  umgewandelt. 

Katalog  der  Lehrerbibl.  In:  Jahresbericht  des  k.  k.  ersten  Staatsgymn. 
in  Graz.  Graz  18it8. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

1G8.  [K.k.  zweites  Staats-jGymnasium.  —  «j  Lehrerbibl.  3430 
Bde.,  1040  Hefte,  13.140  Programme;  b)  Schülerbibl.  2132 
Bde.  —  Director:  Regierungsrath  Heinrich  Noe;  Bibliothekar: 
Prof.  Alois  Siess.  —  Gegr.  1869. 

Siess,  Alois.  Katalog  der  Lehrerbibl.  In :  29.  Jahresbericht  des  zweiten 
Staatsgymn.  in  Graz.  Graz  I.s98. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

l(;;i.  [F.-b.  Privat-]Gymnasium  am  Knabenseminar  „Caro- 
linum-Augustineum".  —  aj  Lehrerbibl.  7  782  Werke  in  14.473 
Bdn.:  h)  Schülerbibl.  1022  Werke  in  155(5  Bdn.  —  Director: 
Ehrendomherr  Joseph  Stradner;  Bibliothekar:  Dr.  Ferdinand 
Vockenhuber.  —  Gegr.  1830  als  „Carolinum",  1842  durch 
das  „Augustineum"  erweitert;  seit  18G1  acht  Classen. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

170.  [Oeffentliches    Privat-]Gymnasium    des    Franz    Scholz, 

Grazbach-Eck  Maigasse.  —  1037  Bde.  -  Dotation  je  nach 
Bedarf.  —  Director  und  Bibliothekar:  Franz  Scholz.  —  Al- 
phabet. Bandkatalog.  —  Benutzbar  täglich  von  11  bis 
12  Uhr.   -  Entlehnungen  und  Versendungen  gegen  Revers.  — 

Biblioth<'ks-.\dressbiicb.  4- 


50  Graz.  [17 1 

Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt.  —  Besonders  classische  Philo- 
logie. 

Riedel,  Karl.     Katalog   der  Lelirerbibl.  des  öffentl.  Privatgj'iun.     Graz. 
Im  Jahresbericht  der  Anstalt  für  1898. 

171.  Handelsakademie.    —    Jahresdotation  ca.  SOo  Gulden. 

—  Vorstand:  Director  Arthur  Edler  v.  Schmid.  —  Schlag- 
wortkatalog. —  Zugänglich  nur  für  die  Fachlehrer.  —  Keine 
Versendung.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  im  Jahre  18(J3. 

—  Vertreten  vorwiegend  kaufmännische  Werke,  Geographie, 
Chemie  und  moderne  Sprachen. 

172.  Handels-  und  Gewerbekammer,  Neuthorgasse  57, 
1.  Stock.  —  Ca.  3000  Bde.  —  Jahresdotation  ca.  500 
Gulden.  —  Die  Agenden  versieht  ein  Kanzlist.  —  Ein 
Katalog  soll  erst  verfasst  werden.  —  Die  Bibl.  ist  für  die 
Kammermitglieder  und  das  Bureau  bestimmt,  über  pers()n- 
liches  Ansuchen  auch  anderen  Personen  zwischen  8  und  2  Uhr 
zugänglich.  —  Entlehnungen  und  Versendungen  in  der  Regel  nur 
an  Kammermitglieder,  ausnahmsweise  auch  an  solche  Personen, 
die  dem  Präsidenten  oder  dem  Secretariat  als  be- 
sonders vertrauenswürdig  bekannt  sind  oder  eine  amtliche 
Stellung  bekleiden.  —  Seit  der  Gründung  der  Kammer  im 
Jahre  l.s4  9  werden  theils  die  nach  dem  jeweiligen  Bedürf- 
nisse erforderlichen  Bücher,  theils  wichtige  grundlegende 
Werke  oder  bedeutende  Neuerscheinungen  angeschafft.  Der 
1895  verstorbene  Kammersecretär  Dr.  Kautzner  vermachte 
seine  100  Bde.  umfassende  Privatbibl.  („Kautzneriana")  der 
Kammer;     dieselbe    wird    stets   ein  getrenntes  Ganzes  bilden. 

—  Besonders  Werke  national-ökonomischen  und  finanzwissen- 
schaftlichen Inhaltes,  Jahres-  und  Rechenschaftsberichte. 

17.!.  K.  k.  technische  Hochschule,  Rechbauerstrasse  18. — 
18.000  Bde.  und  Hefte.  —  Jahresdotation  3300  Gulden;  Ma- 
trikeltaxen ca.  WO  Gulden.  —  Vorstand:  Dr.  Emil  Ertl, 
k.  k.  Scriptor;  ein  Diener.  —  Ein  Inventar-(Band-)Katalog; 
ein  Grund-(Zettel-)Katalog,  ein  Nummernrepertorium  (Band- 
katalog) ;  ein  aiphabet.  Katalog  aus  fixirten,  aber  ver- 
stellbaren Zetteln  bestehend,  in  Anlehnung  an  das  sogenannte 
Leydener  System;  dieser  letztere  enthält  jederzeit  den  vollen 
Stand  der  Bibl.  und  ist  für  das  Publicum  zugänglich.  Ein 
aiphabet.  Zeitschriftenkatalog,  nach  derselben  Art  wie  der 
vorhergehende;  ein  systematisclier  Katalog  aus  fixirten,  ver- 
stellbaren Zetteln  bestehend  (eiithältel)onfalls  jederzeit  den  vollen 
Stand  der  Bibl.  und  ist  für  das  Publicum  benutzbar).  Ein 
gedruckter  Schlü.ssel  zu  diesem  Katalog,  der  ausser  der  sy- 
stematischen Anordnung  der  Wissenschaften  ein  reichhaltiges, 


175]  Graz.  51 

aiphabet.  geordnetes  Schlagwörterverzeichniss  aus  allen 
Wissenschaften  enthält,  erleichtert  das  rasche  Auffinden  jeder 
speciellen  Disciplin.  Ein  systematischei*  Zeitschriftenkatalog 
in  derselben  Weise  wie  der  eben  angeführte;  ein  Entlehnungs- 
repertoriuni  nach  dem  numerus  currens  geordnet.  Ein  (")ffent- 
licher  Katalog  des  gesammten  Bibl. -Standes,  der  jedem  Be- 
sucher ermöglicht,  selbst  nachzuschlagen,  ob,  wann  und  von 
wem  ein  Buch  entlehnt,  oder  ob  es  beim  Buchbinder  ist.  — 
Geöffnet  im  Wintersemester  täglich  von  10 — 1  und  4  —  7  Uhr; 
im  Sommersemester  täglich  von  10-1  und  3 — 6  Uhr.  An 
Sonn-  und  Feiertagen,  sowie  Samstag  nachm.  geschlossen. 
August  und  September  nur  zweimal  wöchentlich  von  1)^12  Uhr 
geöffnet.  —  Die  Entlehnung  steht  jedermann  frei,  soferne  die 
zunächst  Berechtigten  (Lehrkräfte  und  Studirende  der  tech- 
nischen Hochschule)  nicht  beeinträchtigt  werden  und  nach 
dem  Urtheile  des  Bibl. -Beamten  die  Vertrauenswürdigkeit  der 
betreffenden  Person  ausser  Zweifel  steht.  Privatpersonen 
haben  eine  Geldcaution  oder  einen  Bürgschaftsschein  zu  er- 
legen. Im  Uebrigen.  insbesondere  in  Betreff  der  Versendung, 
gelten  die  für  öffentliche  Bibl.  bestehenden  Vorschriften.  — 
Gegr.  1875,  wo  eine  Anzahl  technischer  Werke  aus  der 
steiermärkischen  Landes-Bibl.  am  Joanneum  ausgeschieden 
wurde.  Bis  1889  unter  Oberleitung  der  Landes-Bibl.;  seit  der 
Uebersiedlung  in  das  neue  Gebäude  der  technischen  Hoch- 
schule selbständig. 

Katalog  der  Bibl.  der  k.  k.  technischen  Hochschule  zu  Graz.  Stand 
Ende  Juli  1885.  Graz  1885.  —  Bibl.-Ordnung  für  die  Bibl.  der  k.  k. 
technischen  Hochschule  in  Graz.  Genehmigt  durch  die  hohen  Ministeiüal- 
erlässe  vom  5.  November  1890,  Z.  20.34tj,  und  vom  19.  Juli  1896, 
Z.  1(5.690.  Graz  1896.  —  Wissenschaftliche  Eintheilung  des  Kataloges  der 
k.  k.  technischen  Hochschule  in  Graz.  Graz  1897. 

174.  Juristenverein,  Sackstrasse  15,  2.  Stock.  —  1359 
Werke  mit  rund  3400  Bdn.  —  Jahresdotation  350  bis 
400  Gulden.  —  Obmann:  Dr.  Vincenz  Neumayer;  Bücher- 
wart:  Dr.  Hans  Sperl,  Privatdocent  an  der  Universität;  ein 
Diener.  —  Gedruckter  systematischer  Katalog  mit  aiphabet. 
Index.  --  Benutzbar  nur  für  die  Mitglieder  des  Vereines  von 
8  Uhr  früh  bis  8  Uhr  abends,  an  Sonntagen  von  9—12  Uhr. 
Am  Ostersonntag,  Pfingstsonntag,  Christtag,  dann  an  den  in 
die  Zeit  vom  15.  Juli  bis  31.  August  fallenden  Sonn-  und 
Feiertagen  gänzlich  geschlossen.  —  Ebenso  Entlehnungen.  — 
Keine  Versendungen.  —  Gegr.  18G-2. 

Bücherei-Verzeichniss  des  Juristenvereines  in  Graz.  Verfasst  vom  Bücher- 
warte Dr.  Hans  Sperl.  Graz   1899. 

175.  Fürsterzbischöfliches  Knabenseminar,  Grabenstrasse  27. 
—  Kj.OOO  Bde.  —  Jahresd<jtation  je    nach   Bedarf,  ca.  800  bis 

4* 


5?  Graz,  Il'?6 

1000  Gulden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Ferdinand  Vockenhuber. 

—  Je  ein  aj  aiphabet.  Zettel-,  h)  Bandkatalog  (nach  dem 
numerus  currens),  c)  Standort-,  d)  Zettelkatalog  (für 
die  Mittelschulprogr.),  e)  Zettelkatalog  der  für  Schüler 
geeigneten  Werke,  wovon  Abschriften  in  Bandkatalogen 
den  Schülern  zur  Verfügung  gestellt  sind.  Ein  systematischer 
Fachkatalog  in  Vorbereitung.  —  Jederzeit  zugänglich  für  die 
Mitglieder  des  Frofessorencollegiums.  —  Ebenso  Entlehnungen. 

—  Versendungen,  sowie  anderweitige  Entlehnungen  nur  in 
Ausnahmsfällen  mit  besonderer  Erlaubniss.  —  Der  Grundstock 
der  Bibl.  hat  sich  unter  Leitung  des  Prof.  Anton  Hirtl  schon 
vor  188-2  durch  einige  Decennien  bis  zu  ca.  TOGO  Bdn.  an- 
gesammelt. 1882/83  begann  die  Neugestaltung  nach  modernen 
bibliothekarischen  Grundsätzen  durch  Neuaufstellung  und 
Anlage  des  Band- und  Zettelkatalogesund  unter  Zusammenwirken 
dreier  Mitglieder  der  damaligen  Seminarvorstehung  (Anton 
Stelzl,  derzeit  Religionsprol,  Joseph  Stradner,  derzeit  Se- 
minardirector,  und  Dr.  Franz  Gutjahr,  derzeit  Universitäts- 
prof.).  1884 — 1890  besorgte  Dr.  Anton  Lampel  die  Anlage 
des  Standortrepertoriums,  sowie  des  Kataloges  der  für 
Schüler  geeigneten  Bücher.  Während  der  Krankheit  desselben 
supplirte  Dr.  Franz  Gutjahr;  seit  IG.  Juli  1890  fungirt  der 
gegenwärtige  Vorstand,  welcher  die  Sammlung  der  Mittel- 
schulprogramme ordnete  und  katalogisirte.  —  Zahlreiche 
Schenkungen.  —  Vertreten  sämmtliche  Wissenschaften,  bei 
Neuanschaffungen  vorzugsweise  jene  Werke  berücksichtigt, 
welche  in  näherer  Beziehung  zum  Lehramte  an  Mittelschulen 
stehen. 

17ß.  Steiermärkische  Landesbibliothek  am  Joanneum,  Kalch- 

berggasse.  —    IMii.Oso  Bde.  und  Hefte,  darunter  92  Incunabeln. 

—  Jahresdotation  4000  Gulden  (ord.),  750  Gulden  (ausserord.) 
für  die  Katalogisirung.  —  Vorstand:  Universitätsprof.  Dr. 
Hans  v.  Zwiedineck-Südenhorst,  Bibliothekar;  8criptoren:  Dr. 
Wilhelm  Fischer,  Carl  Wilhelm  Gawalowski;  Amanuensen: 
Dr.  Franz  Goltsch.  Dr.  Ludwig  Schuch ;  Hilfsbeamter: 
Moriz  Rüpschl;  ;5  Diener.  —  Ein  aiphabet,  und  ein 
wissenschaftlicher  Zettelkatalog,  ein  Standortsrepertorium 
(Bandkatalog).  -  Geöffnet  vom  IG.  September  bis  30.  April 
an  Wochentagen  von  10 — 1  und  4 — 9  Uhr,  an  Sonn-  und 
Feiertagen  von  10 — i  Uhr:  vom  l.  Mai  bis  15.  Juli  an 
Wcjchentagen  von  10  —  1  und  4 — 7  Uhr;  vom  IG.  Juli  bis 
1.').  September  an  Wochentagen  von  10  —  1  Uhr.  —  Die  Be- 
nützung steht  jeder  anständigen  erwachsenen  Person,  von 
Mittelschulen  und  verwandten  Lehranstalten  auch  den  Schülern 
der  beiden  obersten  Classen  offen.     —     Entlehnung    an    alle 


i<^1  Graz.  53 

erwachsenen  Bewohner  von  Graz,  die  durch  ihre  Verhältnisse 
die  für  die  Erhaltun«?  des  Landescij^enthums  nöthi<ien  (Ja- 
rantien  bieten;  alle  anderen  haben  eine  von  einer  entlehnunus- 
berechtiiiten  Person  ansi>estellte  lUir^schaitsurkunde  bei- 
zubringen. —  Versendung  an  die  Leitungen  (öffentlicher  Bibl. 
und  Unterrichtsanstalten,  insbesondere  an  die  Volksschulen 
Steierniarks  und  die  F'ilialen  der  steiermärkischen  Land- 
wirthschafts-Gesellschaft.  —  Gegr.  am  OG.  November  isil  als 
ein  Theil  des  von  Erzherzog  Johann  ins  Leben  gerufenen 
steiermärkischen  landschaftlichen  Joanneums.  Unter  den  grös- 
seren Schenkungen  ist  besonders  die  Lssi  der  Bibl.  als  Ver- 
mächtniss  zugefallene  Büchersanmilung  des  Oberfinanzrathes 
und  Gutsbesitzers  Dr.  Franz  R.  v.  Heintl  (^-i.Höö  Bde.  und 
Hefte)  hervorzuheben.  —  Vertreten  sind  alle  Wissenschaften ; 
bevorzugt:  Styriaca,  Geschichte  und  Hilfswissenschaften,  Erd- 
kunde, sch()ne  Literatur  und  Literaturgeschichte,  bildende 
Kunst,  Musik,  beschreibende  Naturwissenschaft,  Staatswissen- 
schaften, Land-  und  F'orstwirthschaft;  in  beschränktem  Masse: 
Philosophie  und  Pädagogik. 

Göth,  G.  Das  Joanneum  in  Graz,  geschichtlich  dargestellt.  Graz  18ß1. 
—  Zwiedinock-Südenhorst,  H.  v.  Die  steierm.  Landesbibl.  am  Joanneum 
zu  Graz.  Graz  1893.  —  Bestimmungen  für  die  Benützung  der  steierm. 
Landesbibl.  in  Graz.  Graz  189:i.  —  Jahresberichte  des  Joanneums.  Graz 
1812  ff.  —  Gedruckte  Kataloge:  Erwerbungen,  seit  1.  Juni  1891  jährlich 
ein  Bd.  —  Katalog  der  Handbibl.  1893.  —  Incunabeln  und  Cimelien. 
189Ö.  —  Katalog  land-  und  forstwirthschaftlicher  Werke  und  Zeit- 
schriften. 189i">.  —  Katalog  der  Zeitschriften  und  periodischen  Werke,  1897. 

177.  K.  k.  Landwirthschafts-Gesellschaft  in  Steiermark  be- 
sitzt nur  eine  Handbibl.,  stellt  jedoch  der  ,, Landschaftlichen 
Bibl."  in  Graz  einen  massigen  r>etrag  zur  Anschaffung  land- 
wirthschaftlicher  Druckwerke  zur  Verfügung.  Ebenso  werden 
dieser  am  Ende  des  Jahres  alle  Fachblätter  zugewiesen. 

17s.  Deutscher  Leseverein,  Hans  Sachsgasse  5.  —  .3000 
Bde.  —  Jahresdotation  15U— 200  Gulden.  —  Obmann  des 
Vereinsausschusses:  Dr.  Josef  Plenk;  ein  Diener.  —  Ge- 
druckter aiphabet.  Katalog.  —  Benutzbar  nur  für  Mitglieder 
von  9—12  und  1 — o  Uhr.  —  Ebenso  Entlehnungen  und  Ver- 
sendungen. —  ls(i9  wurde  der  erste  akademische  Leseverein 
gegr.,  nach  dessen  behördlicher  Auflösung  der  deutsche  Lese- 
verein in  seinem  Besitze  und  seiner  Mitgliederschaft  die  Nach- 
folge angetreten  hat.  —  Nur  Belletristik. 

170.  Lesezimmer  des  allgemeinen  Krankenhauses.  —  ;!0(»(^ 
Bde.  —  Jährliche  Subvention  vom  Lande  150  Gulden.  —  Di- 
rector:  Prof.  Dr.  Victor  Fossel.  —  Ein  Bandkatalog  nach 
Materien  und  innerhalb  derselben  aiphabet,  geordnet.  —    Be- 


54  Graz.  fiBO 

nützbar  für  die  Aerzte  der  Anstalt  von  s  Uhr  früh  bis  s  Uhr 
abends.  —  Ebenso  Entlehnuni2:en.  —  Keine  Versendungen.  — 
1S(J3  ge^r.,  führte  die  Bibl.  ein  bescheidenes  Dasein  bis  is!c2, 
Avo  die  Direction  eine  Reorganisation  einleitete  und  das  Lese- 
zimmer schuf.  l>^i'5  übergab  Hofrath  Prof,  Dr.  Kembold  seine 
medicinische.  aus  ca.  •2öOO  Bdn.  bestehende  Bibl.  der  Anstalt 
als  Geschenk,  womit  erst  ein  ansehnlicher  Bücherbestand  ge- 
schaffen war.  —  Medicinische  Literatur. 

ISO.  ,.Mercur",  Kaufmännischer  Verein  im  Hause  der  Kauf- 
mannschaft. —  3203  Bde.  —  Vorstand  des  Ausschusses:  Fer- 
dinand Machatschek;  Stellvertreter:  Joseph  Poehm.  —  Band- 
kataloge und  ein  gedruckter  Materienkatalog.  —  Benutzbar 
nur  für  Vereinsmitglieder.  —  Entlehnungen  Montag,  Dienstag, 
Donnerstag,  Freitag  von  .SV2 — '''.o  Uhr  abends.  —  Gegr.  1867. 
—  Kaufmännische,  politische  und  andere  Zeitungen:  kauf- 
männische und  Sprachwissenschaften,  Geographie,  Geschichte 
und  schöne  Literatur. 

Katalog  der  Bibl.  des  Vereines  Mereur  in  Graz.    Nach  dem  Stande  vom 
1.  Juli  1896.  Graz  1896. 

isi.  Privatbibliothek  Prof.  Dr.  Ludwig  v.  Graff.  —  Ca.  15.000 
Nummern  mit  ca.  I7.uu(t  Bdn.  und  Broschüren,  aufgestellt  im 
zool.-botanischen  Institute  der  k.k.  Carl  Franzensuniversität,  dem 
sie  in  derselben  Weise  wie  die  Institutsbibl.  zur  Verfügung 
steht,  nur  dass  der  Besitzer,  welcher  für  Neuanschaffungen 
jährlich  ca.  5()0  Gulden  aufwendet,  auch  an  auswärtige  Col- 
legen  Bücher  versendet.  —  Ein  gedruckter  Materienkatalog, 
welcher  demnächst  einen  Nachtrag  erhält.  —  Begründet  von 
der  Professorenfamilie  v.  Siebold,  dem  Zoologen  Carl  The- 
odor V.  Siebold,  dessen  Vater  (Prof.  der  Geburtsliilfe  Adam 
Elias  V.  S.)  und  Grossvater  (Prof.  der  Chirurgie  Carl  Caspar). 
Doch  wurde  von  dem  gegenwärtigen  Besitzer  seit  18s2  fast 
ein  Drittheil  des  Bücherschatzes  (die  gesammte  praktische 
Medicin  mit  Ausnahme  der  alten  Autoren)  abgegeben  und 
gegen  fehlende  zoologische  Monographien  und  Zeitschriften 
ausgetauscht. 

Bibl.  des  Prof.  der  Zoologie  und  vergl.   Anatomie  Dr  Ludwig  v.  Graff. 
Leipzig  1891. 

182.  [Steiermärkische  Landes-Ober-]Realschule  im  eigenen 
Gebäude.  Die    Bibl.    besteht   aus  einer  Leiirerbilil.   (y;»17 

Bde.,  10.5.SO  Programme  und  Hefte)  und  einer  Schüler- 
bibl.  (74<;  Bde).  —  Director:  Dr.  Franz  Martin  Maj-er:  Biblio- 
thekar ein  Mitglied  des  Lehrkörpers.  —  Gegr.  1H45.  —  Pro- 
fessoren haben  jederzeit,  Schüler  zu  bestimmten  Zeiten, 
Fremde  aber  keinen  Zutritt.   —   Ein  Zettelkatalog. 


l'^4l  (Ji-az.  ;,-. 

18.!.  [K.  k.  Staats-]Realschule.  —  ^^;  Lohrerbibl.  l.">riit  Worko 
in  3-2s;j  lUln.  und  4'.)?  Ihirton,  r):;s,s  rroj^i-ammo;  l>)  Scliük-r- 
bibl.  471  lido.  (für  die  oberen  Classen),  III  IJde.  (für  die  un- 
teren Classen).  —  Director:  Dr.  Anton  Heibenscluili;  Custo.s 
für  n)  Prof.  Ferdinand  Kroier;  für  h)  Prof.  Carl  Neubauer 
und  Prof.  Heinrich  Kruinpholz  (letzterer  auch  Verwalter  der 
Prograninisanmilunii).  —  Errichtet  l.sTvJ  als  Ober-Realschule; 
1SS4  wurden  die  oberen  Classen  aufgehoben,  isit-i  wieder  er- 
öffnet. 

Kmior,  Foidinaiul.  Katalog  der  Lclirorbilil.  1. 'l'li.  In :  26.  Jahresbericht 
der  k.  k.  Staats-()ber-I\oalschuh>  in  Graz.  Graz   IS'.is. 

Nach  dem  letzten  Jalire^berichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

184.  K.  k.  Universitäts-Bibliothek.  —  lOö.oOO  Werke  in 
1G3.944  Bdn.  und  ITJ'.i  Handschriften  (die  ältesten  aus  dem 
1>.  Jhdt.).  An  kostbaren  Druckwerken  auf  Pergament  sind  her- 
vorzuheben: ein  Missale  Salisburoense  141';"),  die  erste  Aus- 
gabe des  Theuerdank  vom  Jahre  1517,  die  Decretalen  Gre- 
gors IX.  vom  Jahre  \\l'^  u.  a.  Letzter  Jahreszuwachs: 
."iSKj  Werke  in  11. So;]  Bdn.  —  Jahresdotation  lo.oiiü  Gulden, 
Matrikeltaxen  (1898)  1498'o5  Gulden;  ausserordentliche  Dotation 
(1898)  2500  Gulden.  —  Bibliothekar:  Reg.-R.  Dr.  Wilhelm 
Haas;  Custos:  kais.  R.  Dr.  Anton  Schlossar;  Scriptoren: 
Dr.  Johann  Peisker,  Heinrich  Kapferer;  Amanuensen:  Dr.  Fer- 
dinand Eichler  (mit  Titel  und  Charakter  eines  Scriptors), 
Dr.  Friedrich  Ahn,  Dr.  Emil  Lesiak,  Dr.  Friedrich  Baumhackl; 
Praktikanten:  Dr.  Johann  Schukowitz,  Priv.Doc.  Dr.  Stephan 
Witasek.  —  Geöffnet  vom  1.  October  bis  zum  Palmsonntag 
an  Werktagen  täglich  von  8 — 4  Uhr,  Dienstag  und  Freitag 
probeweise  von  8 — 8  Uhr;  vom  Mittwoch  nach  Ostern  bis 
zum  ;)l.  Juli  von  8  —  1  Uhr  und  4 — 6  Uhr,  während  der  Ferial- 
monate August  und  September  jeden  Dienstag  und  Freitag 
von  ;t— 1-3  ijhr.  Benützung  (1898)  17.794  Leser:  2;$. 218  Werke 
in  45.;jU1  Bdn.  und  92  Handschriften;  Entlehnungen: 
5747  Werke  in  lo.ooo  Bdn.  und  11  Handschriften.  —  Ent- 
lehnung und  Vorsendung  nach  den  allgemeinen  Bestimmungen. 
—  Mit  der  Gründung  der  Universität  158<;  dürfte  auch  die 
Errichtung  einer  Bibl.  verbunden  gewesen  sein.  Siciier  ist. 
dass  die  für  die  Universität  berufenen  Jesuiten  ihre  Colle- 
giumsbibl.  besassen,  die  offenbar  auch  der  Universität  ge- 
dient hat.  Im  Jahre  1<;94  wurden  im  Universitätsgebäude 
zwei  grosse  Säle  hergestellt,  die  für  die  Bibl.  bestimmt  waren, 
aber  zunächst  als  Aula  und  akademisches  Theater  Verwendung 
fanden.  Nach  Aufhebung  des  Jesuitenordens  177o  wurde  die 
Inspection  über  diese  Bil^l.  dem  Weltpriester  (E.xjesuiten) 
J.    Barderini    in  Eigenschaft    eines  Bibliothekars    übertragen. 


56  Graz.  [184 

Neben  dieser  allüemeinen  Colleitiiiinsbibl.  scheinen  aber  noch 
Separatbibl.  bestanden  zu  haben.  So  fand  sich  in  verschie- 
denen Werken  die  Bezeichnung-  „ex  libris  facultatis  philo- 
sophicae",  in  anderen  „gehört  in  das  Predigerzimmer".  So- 
dann wurden  mit  dieser  Bibl.  die  Büchersammlungen  der 
Jesuitencollegien  zu  Marburg.  Leoben  und  Judenburg  zu 
einer  öffentlichen  Bibl.  an  der  Universität  Graz  vereinigt. 
Sieben  Zimmer  waren  mit  Bücherkisten  angefüllt,  die  Bücher- 
kästen nahmen  einen  -21  Klafter  langen  Wandraum  ein  und 
waren  mit  Büchern  vollgepfropft:  der  Bücherkatalog  aber  lag 
in  Wien.  Da  machte  sich  der  Director  Tomicich  darüber, 
in  das  Chaos  einige  Ordnung  zu  bringen.  Er  nahm  einige 
Professoren  der  Theologie  zu  Hilfe  und  sorgte  dafür,  dass 
von  denselben  Kasten  für  Kasten,  Kiste  für  Kiste  durch- 
gesehen, das  WerthvoUe  und  Wichtige  ausgelesen  und  nach 
Fächern  geordnet,  zusammen  7146  Werke,  in  drei  Zimmern 
aufgestellt  wurde.  Alsbald  wurde  auch  ein  Lesezimmer  im 
ehemaligen  Collegium  eingerichtet  und  am  15.  April  177 »5  be- 
reits benutzbar  gemacht.  Die  Summe  der  angesammelten 
Bücher  betrug  gegen  42.0O0  Bde.,  für  welche  neue  Localitäten 
ausgemittelt  und  hergerichtet  werden  mussten.  Hiefür  wurde 
das  bisherige  Auditorium  academicum  (Universitätstheater) 
in  Aussicht  genommen.  Das  Hofdecret  vom  1.  April  1775 
ordnete  die  Einrichtung  der  Bibl.  an;  das  Gubernium  er- 
stattete diesbezügliche  Vorschläge,  welche  durch  Hofdecret 
vom  31.  August  1776  genehmigt  wurden.  Trotzdem  dauerte 
es  lange,  bis  die  Arbeiten  in  Angriff  genommen  und 
vollendet  waren.  Am  14.  October  l7.so  wurde  der  Guber- 
nialpräses  durch  ein  Schreiben  des  k.  k.  Oberstkanzlers 
Grafen  v.  Blünnegen  beauftragt,  dass  sich  derselbe  als  kais. 
Commissär  in  die  Grazer  öffentliche  (Universität s-)Bibl.  be- 
gebe, zwei  Gubernialräthe  dahin  bestelle  und  in  ihrer  Gegen- 
wart die  Eröffnung  kundmachen  solle.  Am  1!».  März  17«! 
wurde  nun  der  neue  Bibl. -Saal  feierlich  durch  den  Guber- 
nialpräses  Gf.  Alois  Podstatzky  eröffnet  und  hierbei  „die  von 
Wernekingh  abgefassto  Ode"  vertheilt.  Zur  Bibl.  des 
Grazer  Collegiums  gehcirte  ein  stiftungsmässiges  Capital  von 
5000.  zur  Leobener  Collegiumsbibl.  ein  solches  von  loOO  Gulden, 
welche  aber  bei  dem  Baue  aufgewendet  worden  sein  sollen. 
Zum  Ankaufe  von  Büchern  und  für  Beheizung  wurden 
400  Gulden  jährlich  bewilligt.  Da  laut  Hofdecret  vom 
14.  September  lxx2  die  Aufhebung  der  Grazer  Universität 
und  deren  Umwandlung  in  ein  L_yceuni  verfügt  wurde,  wurde 
die  Universitätsbil)!.  nun  liVcealbibl.  Durch  Zuweisung  der 
Büchersammlungen  aufgehol)ener  inner<"isterreicliischer  Kir)ster 
erhielt  diese  Bibl.  einen  bedeutenden  Zuwachs  in  den  Jahren 


i«4]  (Jrn/.  57 

17s-2~l7!Mi.  (Diese  KW'jslor  waren  in  Stcierniai-k :  Hescliulito 
AuiTUstiner  in  (Iraz  und  in  llithonniautorn,  IJcncdictincr  in 
St.  Lanibreclit,  ]>ene(lictinei'inn(Mi  zu  (ITtss,  (Miorliorren  in  Stain/, 
IN'Ulau  und  Hotlonniann,  Cistercienser  in  Neuborg,  Cr)lostinc- 
rinnen  in  Marburg,  Dominicaner  in  Pettau,  in  Neuklostcr 
[Klösterle],  Dominicanerinnen  in  Graz,  in  Studenitz  und 
Mahrenberg,  Franciscaner  in  Feldbach  und  Fricdau,  Mino- 
riten  in  Windiscligraz.)  Was  die  Einrichtung  und  Verwal- 
tung betrifft,  so  hatte  diese  in  Folge  Gubernialdecretes  vom 
17.  November  17sö  nach  der  Lemberger  I^ibl. -Instruction 
stattzufinden.  Zum  definitiven  Bibliothekar  wurde  mittelst 
Hofdecret  vom  11.  August  ITi^ö  der  Weltpriester  August  Herz 
mit  jährlich  soo  Gulden  angestellt  und  ihm  ein  Scriptor  bei- 
gegeben. Leider  war  die  Wahl  keine  glückliche  und  höchst 
missliche  Zustände  waren  die  Folge  davon.  Da  die  Misswirth- 
schaft  immer  ärger  wurde,  erhielt  der  Prof.  der  Moral  Jüstel 
am  24.  December  1793  den  Auftrag,  eine  Revision  durchzu- 
führen, und  im  Jahre  1794  erfolgten  Weisungen  an  den  Stu- 
dienconsess,  über  gute  Ordnung  und  Auswahl  der  Bücher  zu 
wachen  und  bessere  Eintracht  zwischen  dem  Bibliothekar  und 
den  Professoren  zu  erzielen.  Die  am  2.").  Februar  17!».")  er- 
schienene Verordnung  über  die  Benützung  und  Beaufsich- 
tigung der  Exjesuitenbibl.  durch  die  Universitätslehrer  hatte 
auch  für  Graz  gute  Folgen.  Ende  1795  konnte  Jüstel  seinen 
Bericht  übergeben;  die  dargelegten  Gebrechen,  sowie  die 
commissionelle  Untersuchung  hatten  die  Pensionirung  des 
Bibliothekars  Herz  zur  Folge.  An  seine  Stelle  wurde  am 
24.  November  179.S  Prof.  Jüstel  zum  Bibliothekar  ernannt, 
dem  es  auch  gelang,  Ordnung  in  die  Bibl.  zu  bringen.  Da 
das  Kloster  zu  St.  Lambrecht  wieder  reactivirt  worden,  die 
alte  Klosterbibl.  aber  nach  Graz  gekommen  war,  so  stellte  im 
Jahre  IsOd  der  Abt  Joachim  von  St.  Lambrecht  die  Bitte 
um  Zuwendung  der  Duplicate  der  Grazer  Lycealbibl.,  welcliem 
Ansuchen  auch  über  Befürwortung  von  Seite  des  Guberniums 
durch  die  Hofkanzlei  entsprochen  Avurde.  Eine  Eingabe 
des  Bibliothekars  Jüstel  vom  1.  März  iso'j  um  Erhöhung  der 
Dotation  von  400  auf  sOO  Gulden  hatte  keinen  Erfolg. 
Die  Lesestunden  in  der  Bibl.  waren  bisher  ganz  willkürlich, 
erst  am  "29.  August  l.si7  setzte  der  Bibliothekar  Sandmann 
im  Einverständnisse  mit  den  Professoren  dieselben  auf  9  bis 
1  Uhr  fest,  was  auch  von  Seite  des  Guberniums  Genehmigung 
fand.  Mit  der  Wiedererrichtung  der  Universität  in  Folge  kais. 
EntSchliessung  vom  .'G.  Januar  1S27  wurde  die  Lyceal- 
bibl. wieder  Universitätsbibl.  In  derselben  machte  sich  be- 
reits Raummangel  fühlbar.  Trotz  der  geringen  Dotation 
wuchs  doch  die  l:!ücherzahl,  so  dass  an  eine  Erweiterung  der 


58  Graz.  [181 

Bibl.  gedacht  werden  musste  und  das  Giibernium  mit  Erlass 
vom  24.  September  ls-28  die  Adaptirung-  des  über  den  philo- 
sophischen Hörsälen  befindlichen  grossen  Saales  zur  Er- 
weiterung der  Universitätsbibl.  anordnete.  Allein  dieser 
Saal  erlaubte  keine  vollkommene  Ausnützung;  es  durften  Bücher- 
kästen nur  an  den  Seiten  aufgestellt  werden  —  Avährend  die 
Mitte  auf  leichten  Tafeln  die  Dissertationen  enthielt  —  da 
seine  Tragfähigkeit  eben  gering  war.  Als  daher  dieser  Raum 
nach  Möglichkeit  ausgenützt  war,  wurden  wieder  in  den  er- 
steren  Sälen  neue  Kästen  in  der  Mitte  aufgestellt,  damit  der 
neue  Zuwachs  Platz  finde.  Ein  neuerliches  Ansuchen  der 
Universitätsbibl.  im  Jahre  ISHS  um  Erhöhung  der  Dotation 
auf  700  Gulden  und  um  1000  Gulden  für  i;  Jahre  zu  Neu- 
anschaffungen wurde  wohl  vom  Gubernium  befürwortet,  aber 
von  der  Regierung  nur  theilweise  bewilligt.  Die  Dotation 
wairde  auf  600  Gulden  C.  M.  erhöht,  ein  ausserordentlicher 
Zuschuss  aber  abgelehnt.  Dabei  blieb  es  bis  l.siiS,  in  welchem 
Jahre  die  (JOO  Gulden  C.  M.  =  G30  Gulden  ö.  W.  auf  S30 
Gulden  vermehrt  wurden.  Dass  bei  einer  so  geringen  Do- 
tation der  Zuwachs  an  gekauften  Büchern  nicht  gross  sein 
konnte  und  in  den  meisten  Disciplinen  kaum  die  nöthigen 
Handbücher  angeschafft  werden  konnten,  ist  leicht  erklärlich. 
Erst  im  Jahre  isTO  wurde  die  Dotation  auf  4000  Gulden, 
1S77  auf  (iooo  Gulden,  isito  auf  7500  Gulden,  1S94  auf  S500 
Gulden  und  18t»G  auf  lo.ooo  Gulden  erhöht.  Dazu  kamen  seit 
dem  Jahre  1862  noch  die  Matrikelgelder,  die  sich  1808  auf 
1498-35  Gulden  beliefen,  und  seit  1897  ein  eigenes  Regiepau- 
schale von  220  Gulden  (jetzt  300  Gulden).  —  Die  im  Jahre 
1807  getroffene  Einführung  der  Pflichtexemplare  erwies  sich 
für  die  Vermehrung  des  Bücherbestandes  sehr  vortheilhaft. 
Besonders  ausschlaggebend  aber  waren  die  Geschenke.  Die 
namhaftesten  darunter  waren :  vom  Director  der  Staatsdruckerei 
Degen,  von  Frh.  Otto  v.  Sterneck  (1.SG5),  Min.-R.  R.  v. 
Lassner  (1867),  Hofbuchhändler  Braumüller  in  Wien  (1867), 
Robert  Hamerling  (1890),  Universitätsprof.  Carl  Ritter  v. 
Schroff  (1S92),  Hofr.  Prof.  Schmarda  (l.s9(;),  aus  Dr.  Saria's 
Xachlass  (1896),  Prof.  Schütze's  Nachlass,  Hofr.  Rollet  (1898). 
Im  Jahre  l.s62  wurde  auch  die  Büchersammlung  der  auf- 
gehobenen medic.-chirurg.  Lehranstalt  mit  der  Universitäts- 
bibl. bedingungsweise  vereinigt  (Unt.-Min.-Erl.  11. /8.  1862).— 
Unter  den  Bibliothekaren  erfreute  sich  Johann  Krausler  (1  «33 
bis  IH,",  1)  eines  vorzüglichen  Ansehens,  das  er  sich  durch 
seinen  Fleiss  und  seinem  Tüclitigkcit  erwarb.  Er  wurde  im 
Jahre  1x1«  durch  Verleihung  eines  Eiiren-Doctordiijlomes  der 
philosophischen  Facultät  und  im  Jahre  1«19  durcli  die  Ver- 
leihung   des    Titels    eines    „kais.    Rathes"  ausgezeichnet.     Die 


1S41  Graz.  f)!» 

l>ibl.  liattx'  das  Glüclc,  am  .'5.  Octobei'  I«li»  diircli  oiiion  licsucli 
Sr.  Majostät  des  Kaisurs  Franz  I.  ausgezeichnet  zu  werden. 
Desj^leichen  l)esuchte  am  7.  November  isi?  das  AUerliöcliste 
Kaiserpaar  das  lij'ceum  und  die  Bibl.  Auch  Se.  Ma- 
jestät Kaiser  F'ranz  Josef  I.  zeichnete  sie,  anlässlich 
der  Kaiserreise  durch  Innerösterreich  und  vorzugsweise 
nach  Graz,  woselbst  am  30.  Juni  die  Oüojährige  Ilabsburg- 
feier  abgehalten  worden  war,  am  7.  Juli  I8H3  durch  seinen 
Besuch  aus  und  schrieb  seinen  Namen  in  das  vorbereitete  Fest- 
album ein.  —  Bei  dem  Neubau  der  Universität  Avurde  auch 
an  einen  Neubau  für  die  Universitätsbibl.  gedacht,  da  die 
alten  Räume  vollständig  unzulänglich  waren.  Dieser 
wurde  181t;i  begonnen  und  besteht  in  einem  Annex  des 
Universitäts-Hauptgebäudes  selbst.  Die  Mitte  des  Baues  nimmt 
der  Lesesaal  ein,  um  welchen  sich  die  Büchermagazine  und 
übrigen  Localitäten  gruppiren.  Derselbe  war  im  September 
1895  so  weit  fertig,  dass  am  !».  die  Uebersiedlung  begonnen 
und  am  C-J.  vollendet  wurde.  In  dem  alten  Gebäude  befand 
sich  ein  Denkmal  (Büste)  des  ehemaligen  Prof.  der  Physik 
Leopold  Riewald,  entworfen  von  dem  berühmten  Bildhauer 
Fischer,  in  Erz  gegossen  von  Fernkorn;  auch  dieses  wurde 
in  den  Neubau  übertragen;  ebenso  die  Bilder,  mit  denen  der 
alte  Bibl. -Saal  geschmückt  w^ar.  Vor  der  Uebertragung 
wurde  die  Bibl.,  deren  einzelne  Theile  bisher  nach  verschie- 
denen Systemen  aufgestellt  waren,  durch  den  gegenwärtigen 
Bibliothekar  einheitlich  nach  dem  numerus  currens  geordnet, 
was  eine  Neuanlage  der  bereits  hart  mitgenommenen  Local- 
repertorien  zur  Folge  hatte;  gleichzeitig  wurde  eine  grosse 
Handbibl.  für  den  Lesesaal  ausgCAvählt.  Auch  ist  man  jetzt 
mit  der  Anlage  eines  systematischen  Kataloges  beschäftigt. 

Wernekingh,  Jos.  Bey  Eröffnung  des  Bücbersaales  der  hohen  Schule 
zu  Grätz.  17SI.  —  Die  Lyceumsbibl.  zu  Gr.'itz.  (Vaterland.  BliUter  für  den 
österr.  Kaiserstaat  1815,  S.  08.)  —  Polsterer,  A.  J.  Die  k.  k.  Universitäts- 
bibl. (In:  Polsterer,  Grätz  1827,  S.  20.)  —  Schreiner.  Gust.  Die  k.  k.  Uni- 
versitätsbibl. (In:  Schreiner,  Grätz  184;;,  S.  30.)  —  Dudik,  B.  Ueber  zwei 
Handschriften  der  Ic.  k  Universitätsbibl.  zu  Graz.  (In:  Schriften  der 
histor.-stat.  Section,  Bd.  U,  S.  ;i82.)  —  Wattonbach,  W.  Handschriften 
der  Universitätsbibl.  in  Grätz.  (In:  Archiv  f.  alt.  deutsche  Gesch.  X,  1851, 
S.  G21.)  —  Zahn,  Jos.  v.  Verzeieliniss  der  Handschriften  der  Universitäts- 
bibl. zu  Graz.  (In:  Beiträge  zur  Kunde  steiorni.  Gcschichts(iuellen,  Bd.  I, 
S.  17.)  —  Peinlich,  R.  Gesch.  des  Gymn.  in  Graz.  Progr.  1874,  S.  .S4,  05  etc. 
—  Krones,  F.  Gesch.  der  Karl  Franzens-Universität  in  Graz.  ISSli.  (Am 
wichtigsten  )  —  Schünbach,  A.  E.  Ueber  eine  Grazer  Handsclirift  lat.- 
deutscher  Predigten.  Festschi*ift  der  k.  k.  Karl  Franzens-Universität  in 
Graz.  ISfiO.  (Hs.  730.)  —  Schönbach,  A.  E.  Miseellen  von  Grazer  Hand- 
schriften. Graz  1808.  Sepabd.  aus  Mitth.  des  histor.  Ver.  für  Steierni. 
XLVI.  —  Loserth,  Job.  Fornielbücher  der  Grazer  Universitätsbibl.  (In: 
Neues  Archiv  der  Gesellsch.  f.  ältere  deutsche  Geschichtskunde.  Hannover. 
Jg.  XXI,  S.  2'.t9;    XXII,  S.  .307;   XXIII,  S.  752.)    —     Haas,  Wilhelm.     Die 


60  Graz.  fl»» 

Grazer  Universitätsbibl.  (In:  Graz.  Morsenpost  1895,   Nr.  297.)   -      Rezori, 
Wilh.  Edl.  V.  Die  neue  k.  k.  Universität  in  Graz.  (Allg.  Bauztg.  1896.) 

Universitätsinstitute,  Seminare  etc. 

ls:>.  Mathematisch-physikalisches  Cabinet.  —  44 
Bde.  —  Jahresclotation  für  das  Institut  200  Gulden,  davon 
ein  Theil  für  die  Bibl.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Anton  Wass- 
muth. 

l.sc.  Institut  für  angewandte  medicinische  Chemie. 
—  lHf)-2  Werke.  —  Jahresdotation  (für  Bücherankauf)  2()0 
bis  -250  Gulden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Karl  B.  Hof  mann.  — 
Inventar-  und  aiphabet.  Zettelkatalog.  —  Benutzbar  tagsüber 
für  die  Besucher  des  Institutes.  —  Entlehnungen  und  Ver- 
sendungen nur  ausnahmsweise  unter  den  Bedingungen  und 
im  Wege  der  Universitätsbibl.  —  Gegr.  18(;3.  —  Theoretische, 
besonders  aber  angewandte  medicinische  Chemie. 

IST.  Anatomisches  Institut.  —  l57o  Nummern.  —  Do- 
tation je  nach  Bedarf.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Moriz  IIoll; 
Assistent:  Dr.  Streissler.  —  Zettelkatalog.  —  Nur  zu  eigenem 
Gebrauche.  —  Anatomie  und  verwandte  Fächer. 

18S.  Chemisches  Institut.  —  2000  Bde.  und  Hefte.  — 
Aus  der  ordentlichen  Dotation  dos  Institutes  für  Bücher- 
ankauf jährlich  Uio-4.')0  Gulden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr. 
Zdenko  Hans  Skraup.  —  Ein  aiphabet,  geordneter  Zettel- 
katalog und  ein  nach  Fächern  getheiltes  Inventar.  —  Benutz- 
bar während  des  ganzen  Tages.  —  Keine  Entlehnungen  und 
Versendungen.  -  Vorwiegend  Chemie,  ausserdem  Physik  und 
beschreibende  Naturwissenschaften. 

1S9.  Geographisches  Institut  hat  eine  sehr  kleine 
Fachbibl..  deren  Anfänge  auf  das  Jahr  1S87  zurückreichen 
und  die  hauptsächlich  aus  Zeitschriften  und  Specialkarten- 
sammlungen besteht.  —  Jahresdotation  des  Institutes  100 
Gulden  (für  Bücherankauf  je  nach  Bedarf).  —  Vorstand: 
Prof.  Dr.  Eduard  Richter. 

1110.  Geologisches  Institut.  —  ;?842  Nummern  (Bde. 
nicht  gezählt),  überdies  zahlreiche  Karten,  Wandtafeln  u.  s.  w. 
-  Jahresdotation  4oo  Gulden,  davon  2<>o  Gulden  für  Bücher- 
ankauf. —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Rud(jlph  Hörnes:  die  Iland- 
Ijibl.  unter  unmittelbarer  L(Mtung  des  Prof.  Dr.  Vincenz 
Hilber.  —  n)  Acquisitionsprotokoli  :/>;  Zettelkatalog,  ali)hal)et. 
nach  Autoren  und  Schiagworten;  c)  Verzcichniss  nach  Orion- 
tirungsnummerii.  --  Zunächst  für  die  wissenschaftlichen 
Zwecke    des  Institutes;     ausnahmsweise  werden  Bücher  auch 


103]  Tri-az.  r,i 

an  Trof.  und  Studiroiule  der  Universität  in  draz,  sowie  an 
auswärtij^e  Faeh^euossen  verliehen.  —  is77  wurden  <^(;le;:ent- 
lich  der  Trennung-  der  mineralo^isch-petro.^raphi.schen  und 
der  oeolc)üiseh-i)alä()nt()l()<iisclien  Lehrkanzel  vom  eheniali.ucn 
„niineral(tj;it>ehen  Cabinet"  -.').")  Nummern  übernommen;  der 
jährliche  Zuwachs  schwankte  dann  zwischen  50  und  loo  Nummern. 
issi  wurde  die  Privatbibl.  des  Prof.  Dr.  K.  F.  Peters  mit 
sTf)  Werken  erworben,  während  der  Institutsvorstand  R. 
Hörnes  bei  Aufir)sun<i-  seiner  lUicherei,  ISOG,  der  Ilundhibl. 
1305  Nummern  geschenkweise  zuwendete  und  seither  die  von 
ihm  im  Schriftentausch  erworbenen  S.-A.  und  sonstigen 
Schriften  in  gleicher  Weise  an  die  Bibl.  des  Institutes  abgibt, 
insofern  sie  den  Zwecken  desselben  entsprechen. 

Hörnes,  R.  Das  geologische  Institut  der  k.  k.  Carl  Franzens-Universität 
in  Graz.  (Mittlieilungen  des  naturw.  Vereines  f.  Steiermark.  Jahrg.  1.S95. 
Graz  is'.)(i.) 

191.  Gerichtlich-medicinisches  Institut.  —  Ca.  ^cuo 
Werke.  —  Jahresdotation  ^Oü  — 25o  Gulden.  —  Vorstand: 
Prof.  Dr.  Julius  Krasser.  —  Band-,  Zettel-  und  Schlagwort- 
katalog. —  Jjenützbar  während  der  üblichen  Arbeitsstunden 
von  9 — lundo— 7  Uhr  mit  Ausnahme  der  gesetzlichen  Ferial- 
tage.  —  Entlehnungen  nur  ausnahmsweise.  —  Keine  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  18G3  zugleich  mit  der  Errichtung  der 
medicinischen  Facultät  durch  Reg.-R.  Prof.  Dr.  Adolph 
Schauenstein.  —  Ehemals  Hygiene  und  gerichtliche  Medicin, 
jetzt  nur  noch  gerichtliche  Medicin  und  deren  Hilfswissen- 
schaften, namentlich  gerichtliche  Chemie,  forensische  Psj'chi- 
atrie  und  Criminalpathologie,  Unfallheilkunde  und  patho- 
logische Anatomie. 

19-3.  Hygienisches  Institut.  —  300  Bde.  —  Jahres- 
dotation ca.  -Joo  Gulden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Wilhelm 
Prausnitz.  —  Zwei  Zettelkataloge,  der  eine  nach  Autoren, 
der  andere  nach  Materien  geordnet.  —  Benutzbar  von  s — 12 
und  2 — 7  Uhr.  —  Entlehnt  werden  nur  gebundene  Bücher. 
—  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1^94;  damit  verbunden  ist 
auch  die  Bibl.  der  k.  k.  allgemeinen  Lebensmittelunter- 
suchungsanstalt. 

193.  Kunsthistorisches  Institut.  —  3ßl  Werke  und 
2  Handschriften.  —  Jahresdotation  300  Gulden.  —  Vorstand: 
Prof.  Dr.  Joseph  Strzygowski;  ein  Diener.  —  Alphabet.  Ka- 
talog. —  Oeff entlich  benutzbar  Mittwoch  von  2  — (l  Uhr,  sonst 
für  Mitglieder  des  Institutes.  —  P^ntlehnungen  an  Mit- 
glieder des  Institutes  mit  ausdrücklicher  Erlaubniss  des  Vor- 
standes.—  Versenduneen  nur  in  ausser'^ewohnlichen  Fällen.  — 


62  Graz.  [194 

Gegr.  1893.  —  Geschenkweise  wurde  die  Sammlung  der  kunst- 
historischen Gesellschaft  in  Graz  übernommen.  —  Neuere 
Kunstgeschichte    von    Christi    Geburt    bis    auf    unsere    Tage. 

194.  Palaeographisches  Institut.  —  31»  Werke,  dar- 
unter die  zu  Unterrichtszwecken  dienenden  Tafeln  in  meh- 
reren (3 — G)  Exemplaren.  —  Jahresdotation  loo  Gulden.  — 
Vorstand:  Prof.  Dr.  Adolph  Bauer.  —  Inventarkatalog. — Be- 
nutzbar mit  Erlaubniss  des  Vorstandes,  abgerechnet  die  Zeit 
der  Vorlesungen  und  Uebungen  von  8  Uhr  früh  bis  8  Uhr 
abends.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Gegr. 
isT'.i  durch  Prof.  Dr.  Ferd.  Kaltenbrunner  und  unterstützt 
durch  zeitweilige  Subventionen  des  k.  k.  M.  f.  C.  u.  U.  bis 
istte,  wo  dem  jetzigen  Vorstande  eine  regelmässige  Dotation 
und    einmalige    Subvention    von  r)00  Gulden  bewilligt  wurde. 

105.  Pathologisch-anatomisches  Institut.  —  409 
Nummern.  —  Jahresdotation  240—250  Gulden.  —  Vorstand: 
Prof.  Dr.  Hans  Eppinger. 

190.  Pharmacologisches  Institut.     —     Ca.  :3500  Bde. 

—  Jahresdotation  ^ot»  Gulden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Jos. 
Moeller.  —  Alphabet.  Zettelkatalog.  —  Benutzbar  täglich  mit 
Bewilligung  des  Vorstandes.  —  Keine  Entlehnungen  und  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  zugleich  mit  der  medicinischen  Facultät 
Ihg:^  und    wesentlich  vermehrt    durch   Prof.  C.  R.  v.  Schroff. 

—  Pharmacologie,  Pharmacognosie  und  deren  Hilfswissen- 
schaften. 

197.  Phj'siologisches  Institut  hat  nur  eine  kleine,  für 
den  internen  Gebrauch  bestimmte  Handbibl.  von  300  Werken. 

—  Vorstand:  Hofr.  Prof.  Dr.  Alexander  Rollett. 

198.  Zoologisch-zootomisches  Institut.  —  Ca.  1800 
Bde.  —  Jahresdotation  5oo— Goo  Gulden.  —  Vorstand:  Prof. 
Dr.  Ludwig  v.  Graff.  —  Zettelkatalog.  —  Zu  gelehrten 
Studien  auch  ausser  dem  Institute  benutzbar.  —  Keine  Ver- 
sendungen. 

199.  Chirurgische  Klinik  des  allgemeinen  Kranken- 
hauses. -  H05  Bde.  —  Ein  Theil  der  550  Gulden  betragen- 
den klinischen  Dotation  für  Bücherankauf  verwendet.  —  Vor- 
stand: Hofr.  Prof.  Dr.  Carl  Nicoladoni;  Assistenten:  Dr.  Erwin 
Payr,  Dr.  Ludwig  Lukscli;  ein  Diener.  —  Band-  und  Zettel- 
katalog mit  aiphabet,  und  Sachregister.  -  Benutzbar  von 
X  Uhr  früh  bis  s  Uhr  abends  mit  Genelimigung  des  Vor- 
standes,   beziehungsweise    der   Assistenten.     —     Ebenso    Ent- 


2021  Graz.  r,:i 

lehnun^Gii  aul'  vier  WocIumi  uiul  mit  bosdiiderer  speoieller  l»o- 
willij^iinu  auch  Verseiulun^oii.  —  Zinn  uriisstoii  TIhmIg  eiit- 
staiulon  diircli  Noucrwerbimgoii  und  (Josclionke  dos  Iloir. 
Prof.  Dr.  l\zoha/,ek,  sowie  der  beiden  späteren  Vorstände 
Prof.  Dr.  Anton  Wölfler  und  Hofr.  Prof.  Dr.  C.  Nicoladoni. 
Ein  Theil  der  Bücher  stammt  aus  der  Hibl.  des  verstorbenen 
Stabsarztes  S.  M.  des  Königs  der  Belgier  Dr.  K«")pel.  — 
Chirurgie  und  pathoh)gische  Anatomie. 

•2(M).  Geburtshilflich-gynäkologische  Klinik,  Pau- 
histhorgasse  15,  1.  Stock.  —  201  Bde.  —  Jahresdotation  ;5()<) 
Gulden,  davon  für  die  l^ibl.  ca.  2(»o  Gulden.  —  Suppl.  Vor- 
stand: Docent  Dr.  Emil  Rossa.  —  Inventarkatalog.  —  Benutz- 
bar für  die  Aerzte  der  Klinik  zu  jeder  Zeit.  —  Ebenso  Ent- 
lehnungen. —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1«1»2.  —  Ge- 
burtshilfe und  Gynäkologie. 

201.  Seminar  der  rechts-  und  staatswissenschaft- 
lichen Facultät,  Halbärthgasse.  —  «00  Werke  in  2450  Bdn. 

—  Jahresdotation  l(»o  Gulden.  —  Die  Bibl.  wird  von  einem 
durch  die  Facultät  gewählten  Prof.  verwaltet  (derzeit  Prof. 
Dr.  Joseph  Freiherr  v.  Anders).  Auch  besteht  eine  von  der 
Facultät  gewählte  Bibl.-Commission.  —  Alphabet.  Zettel-  oder 
Grundkatalog,  sowie  ein  systematischer  Bandkatalog  und  ein 
Localrepertorium.  —  Benutzbar  den  ganzen  Tag  für  Mit- 
glieder der  Facultät  und  die  derselben  angehörenden  Stu- 
direnden.  —  Entlehnungen  nur  an  letztere  unter  Vermittlung 
eines  Mitgliedes  der  Facultät.  —  Keine  Versendungen.  — 
Gegr.  zugleich  mit  den  rechts-  und  staatswissenschaftlichen 
Seminarien  (laut  Erl.  d.  k.  k.  M.  f.  C.  u.  U.  vom  27.  Sep- 
tember 1S73,  Z.  12.71!»),  erfuhr  die  Bibl.  in  Folge  der  ganz  un- 
zureichenden Dotation  nur  eine  sehr  geringe  Vermehrung 
bis  l.s;)s,  wo  die  Einverleibung  eines  durch  Schenkung  er- 
haltenen Theiles  der  nachgelassenen  Bibl.  des  Universitäts- 
prof.  Dr.  Th.  R.  Schütze  (304  Bde.)  erfolgte.  —  Vertreten 
alle  Rechts-  und  Staatswissenschaften,  insbesondere  jene  Dis- 
ciplinen,  über  welche  Seminarcollegien  gehalten  werden. 

202.  Seminar  für  deutsche  Philologie.  —  G5o  Werke. 

—  Jahresdotation  3oo  Gulden.  —  Vorstände:  Reg.-R.  Prof. 
Dr.  Anton  E.  Schönbach;  Prof.  Dr.  Bernhard  Seuffert,  — 
Alphabet.  Katalog,  Realkatalog,  beide  gebunden;  Zettelkatalog 
nach  Inventarnummern ;  gebundener  Standortskatalog.  —  Be- 
nutzbar nur  für  Seminarmitglieder.  —  Gegr.  zugleich  mit 
dem  Seminar  1h7;),  war  die  Bibl.  mangels  eines  Arbeitsraumes 
nur  Ausleihbibl.  bis  lHi»5  und  hatte  bis  l.sys  nur  2oo  Gulden 
Dotation.  —  Deutsche  Philologie. 


fi4  Graz.  [203 

203.  Seminar  für  englische  Philologie,  Halbärth- 
gasse  2.  —  Ende  lsi»S:  ^63  Werke  in  r>(!2  Bdn.  und  129 
Heften.  —  Jahresdotation  120  Gulden.  —  Vorstand:  Prof. 
Dr.  Carl  Luick;  ein  Diener.  —  Alphabet.  Zettelkatalog.  — 
Benutzbar  von  s  Uhr  früh  bis  8  Uhr  abends  für  die  Seminar- 
mitglieder und  solche  Studirende,  denen  der  Vorstand  die 
Erlaubnis»  ertheilt.  —  Entlehnungen  und  Versendungen  nur 
in  Ausnahmsfällen.  —  Gegr.  l.s!»;3.  —  Englische  Philologie. 

204.  Seminar  für  Mathematik  und  mathematische 
Physik.  —  Abth.  I  u.  II  (Mathematik)  30  Bde.;  Abth.  III 
(math.  Physik)  33  Bde.  —  Jahresdotation  Abth.  I  u.  II  (seit 
i,s9.s)  134  Gulden;  Abth.  III  (seit  2  Jahren)  CG  Gulden.  — 
Vorstände:  Abth.  I  u.  II  Prof.  Dr.  Victor  Dantscher  R.  v. 
Kollesberg;  Abth.  III  Prof.  Dr.  Anton  Wassmuth. 

205.  Seminar  für  slavische  Philologie.  —  Ende 
1898:  299  Werke  in  80(3  Bdn.  und  Heften.  —  Jahresdotation 
400  Gulden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Gregor  Krek.  —  Zettel-, 
Band-  und  aiphabet.  Katalog.  —  Benutzbar  nur  für  Mit- 
glieder des  Seminars.  —  Ebenso  Entlehnungen  und  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  mit  dem  Erlasse  des  k.  k.  M.  f.  C.  u.  U. 
vom  2.^April   1892^,  Z.  11.734,  im  Solarjahre  1893. 

Statuten    des    Seminares    für  slavische  Philologie  an    der  k.  k.  Grazer 
Universität.  Graz  1892. 

206.  Historisches  Seminar.  —  1300  Nummern.  — 
Jahresdotation  ursprünglich  200  Gulden,  jetzt  300  Gulden.  — 
Vorstände:  Prof.  Dr.  Adolph  Bauer  (alte  Geschichte);  Hofr. 
Dr.  Franz  Krones  Ritter  v.  Marchland  (österr.  Geschichte) ; 
Prof.  Dr.  Johann  Loserth  (mittlere  und  neuere  Geschichte).  — 
Zettelkataloge  a)  in  aiphabet.  Ordnung,  h)  Standortsverzeich- 
niss.  —  Benutzbar  von  8  Uhr  früh  bis  8  Uhr  abends  für  die 
angemeldeten  Theilnehmer  an  den  Seminarübungen,  be- 
ziehungsweise Mitglieder  des  historischen  Seminars.  —  Keine 
Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Die  Seminarbücherei 
entstand  seit  1868  zufolge  der  von  den  damaligen  Universitäts- 
l)rof.  V.  Krones  und  J.  B.  v.  Weiss  beantragten  Gründung 
eines  historischen  Seminars.  —  Geschichte  und  historische 
Hilfswissenschaften. 

207.  Philologisches  Seminar  und  Proseminar.  — 
3r>.=i()  Bde.  —  Jahresdotation  2r)0  Gulden,  dazu  gelegentlich 
nicht  vergebene  Seminarstipendien  ä  30  Gulden.  —  Vorstände: 
Hofr.  Prof.  Dr.  Max  R.  v.  Karajan,  Prof.  Dr.  Alois  Gold- 
baclier,  Prof,  Dr.  Heinrich  Schenkl.  -  Das  Ausleihegeschäft 
wird  von  den  Vorständen   und  einem   (lazii  be.slimniten  älteren 


210]  C,y;\/..  »;.') 

Hörer  oder  ('aiulidatcn  Ix'soi-^l.  —  ZettelkatalojL!:  nach  Ma- 
terien, innerliall)  (Icrsellx'n  al|)lial)et.  —  I'>eniU/l)ar  jederzeit 
für   II()rer  und  Mil,i;lieder.  l^lienso  Entlelinuni^en  4---(;nial 

wöelientlieh,  überdies  auch  an  den  Vorständen  [XM-Sfudich  be- 
kannte Forscher.  —  Versenduni^en  nur  ausnalinisweise  über 
gemeinsamen  Keschluss  der  Vorstände.  —  Gegr.  l.sßf).  —  Im 
»Jahre  ls;>l  wurde  ein  grosser  Theil  der  T?ibl.  des  verstorbenen 
Prof.  G.  Kergel  angekauft. 

208.  Philosophisches  Seminar,  Ilalbärthgasse  2.  — 
23")  Bde.  —  Jahresdotatiou  ioo  Gulden  nebst  allfälligen 
Resten  der  Seminarstipendien.  —  Vorstand:  Prof.  Dr. 
Alexius  R.  v.  Meinong.  —  Inventar-  und  Zettelkatalog.  —  IJe- 
nülzbar  zunächst  für  Seminarmitglieder  zu  bestimmten  Stunden. 
—  Ebenso  Entlohnungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr. 
im  Herbst  is'js.  —  Philosophische  Wissenschaften. 

•209.  Sternwarte.  —  Ca.  200  Bde.  —  Vorstand:  Prof.  Dr. 
Joseph  V.  Hepperger.  —  Für  den  Bücherankauf  wird  ein 
Theil  der  20o  Gulden  betragenden  jährlichen  allgemeinen  Do- 
tation verwendet. 

210.  Volksbibliotheken.  —  Der  Verein  „Volksbibliothek" 
eröffnete  1.  März  isDf)  die  erste  (Central-)Bibl.,  (Stempfergasse  4), 
im  September  die  zweite  (Annenstrasse  3(1),  im  October  isito 
die  dritte  (Saria-)Bibl.  (Glacis  69;  s.  auch  Nr.  211/55).  Im 
Herbst  1897  wurden  die  zwei  Lesezimmer  der  Saria-  und  ein 
Lesezimmer  der  Centralbibl.  eröffnet  (ca.  200  Journale  und 
Zeitungen).  Ein  Wohlthäter  wies  dem  Vereine  ein  Capital  von 
12.000  Kronen  für  den  Lesesaal  der  Centrale  zu.  Dr.  Fer- 
dinand Saria  vermachte  seine  reichhaltige  Bibl.  (Wertli  ca. 
20.000  Kronen)  dem  steiermärkischen  Volksbildungsvereine 
mit  der  Bestimmung,  eine  Volksbibl.  zu  gründen;  der  Verein 
„Volksbibliothek"  übernahm  ihre  Einrichtung  und  Erwei- 
terung, sowie  die  Verwaltung.  Die  Sparcasso  bewilligte  dem 
Vereine  eine  Subvention  von  lOOo  Kronen,  die  Commune 
ßoo  Kronen  pro  Jahr.  —  Anzahl  der  Bde.  ca.  30.000.  —  Die 
Ausgaben  (für  alle  drei  Bibl.)  betragen  14.000  Kronen  jähr- 
lich, und  zwar  2000 — 3000  Kronen  für  Bücher.  —  Die  Centrale 
besitzt  einen  gedruckten  Katalog  der  wissenschaftlichen  Ab- 
theilung (aiphabet,  und  nach  Schlagworten),  die  zwei  anderen 
gedruckte  systematische  Kataloge.  —  Bibl.-Stunden  an  Wo- 
chentagen von  9  —  1  und  3  —  8  Uhr.  Die  Lesezimmer  sind  auch 
an  Sonn-  und  Feiertagen  zugänglich.  —  Die  Bücher  werden 
nach  Hause  entlehnt;  Lesegebühr  per  Monat  15  Kreuzer;  für 
jeden  Band  belletristischen  Inhalts  1  Kreuzer.  —  Obmann  des 
Vereines:  Dr.  Anton  Schlossar;  Bibl.-Referenten :  Dr.  Adalbert 

Bibliotheks-Adrcssbuch.  5 


tjß  Graz.  [211 

Jeitteles,  k.  k.  Universitätsbibliütliekar  a.  D.,  und  Univevsitäts- 
prof.  Dr.  Eduard  Reyer.  Der  Betrieb  der  Bibl.  wird  durch 
7  weibliche  Beamte  besorgt. 

211.  Steiermärkischer  Volksbildungsverein.  —  Obmann: 
II«. fr.  Prof.  Dr.  Alexander  K«dlet.  —  Hat  folueude  Volks- 
büchereien errichtet  und  unterstützt:  1.  Alt- Aussee  94  Bde.; 
•2.  St.  Barthlmä  bei  Gratwein  .'U  Bde.;  .J.  Brunnsee  174  Bde.; 
4.  Briiiidau,  deutsche  Colonie  in  Galizien  i;i  Bde.,  4  Hefte; 
b.  Ebersdorf  bei  Hartberg  loo  Bde.,  24  Hefte;  c.  Eugendorf 
bei  Hartberg  39  Bde.,  31  Hefte;  7.  St.  Egydi-Tunnef  9(J  Bde., 
H6  Hefte;  8.  Ehsling  bei  St.  Gallen  21  Bde.,  212  Hefte; 
'.I.  Etmisl  (50  Bde.,  2  Hefte;  K».  Frein  210  Bde.,  41  Hefte; 
11.  Friesach  ir.7  Bde.;  12.  Frohnleiten  mit  Filiale  Laufnitz- 
dorf  ISO  Bde.,  (i  Hefte;  13.  Gamlitz  2Go  Bde.;  14.  St.  Helena 
bei  Neumarkt  loo  Bde.,  4  Hefte;  15.  Ileiligenkreuz  bei  Mar- 
burg 29  Bde.;  10.  Hermagor  3ß  Bde.,  4  Hefte;  17,  St.  Jacob 
im  Walde  115  Bde.;  1h.  Hz  115  Bde.,  4  Hefte;  19.  Hitzendorf 
93  Bde.,  2  Hefte;  20.  St.  Johann  bei  Herberstein  12(i  Bde., 
9  Hefte;  21.  Judenburg  (;()2  Bde.;  22.  Kammern  77  Bde.; 
23.  Kitzegg  7s  Bde.,  <;3  Hefte;  24.  Kogelhof  194  Bde.,  54  Hefte; 
25.  Langenwang  216  Bde.,  45  Hefte:  26.  Lassnitz-Zeierling 
142  Bde.,  64  Hefte;  27.  St.  Leonhard  W.  B.  3s  Bde.,  74  Hefte; 
28.  St.  Margarethen  bei  Neumarkt  111  Bde.,  lo  Hefte;  29.  Mill- 
statt  44  Bde.,  51  Hefte;  30.  Mitterdcmibach  122  Bde.,  7  Hefte; 
31.  Mürzzuschlag  7o  Bde.:  32.  Nussdorf  9s  Bde.:  33.  Fächern 
30  Bde.,  36  Hefte;  34.  Pack  43  Bde.,  36  Hefte;  35.  Peggau 
101  Bde.;     36.  Prätis  112  Bde.,    22  Hefte;     37.  Pols  191  Bde., 

2  Hefte;-  38.  Rettenegg  51  Bde.;  39.  Södingberg  35  Bde.; 
40.  Spielfeld  52  Bde.,  6  Hefte;  41.  Schölbing  127  Bde.,  5  Hefte; 
42.  Schönau  loo  Bde.,  lo  Hefte;  43.  Süssenberg  13!»  Bde.; 
44.  Tüffer  74  Bde.;     45.  St.  Ullrich    bei  Feldkirch'en  32  Bde., 

3  Hefte;  46.  Voitsberg  619  Bde.;  47.  Vordersborg  66  Bde., 
46  Hefte;  4s.  Waisenegg  129  Bde.,  7  Hefte;  49.  Waltendorf 
20  Bde.,  40  Hefte;  50.  Weitenstein  5S  Bde.;  51.  Windisch- 
Hartmannsdorf  54  Bde.,  2  Hefte;  52.  Wolfsberg  22  Bde.,  24 
Hefte;  53.  Zeltweg  52  Bde.,  26  Hefte;  54.  Graz,  Siechenhaus- 
und  Häft]ings])ibl.  429  Bde.;  55.  Graz,  „Saria"-Bibl.,  gegr. 
vom  steierniärkischen  Vo]ks])i]dungsvereine,  derzeit  verwaltet 
vom  Vereine  . Volksl)i])liothek".  Summe  der  hinausgegebenen 
Bücher  S653  Bde.  und  1062  Hefte. 

212.  Deutsche  Volksbücherei  (Verein  liii-  Volksbildung  im 
reindeutschen  Sinne),  Ferdinandcuiii,  l-'ärix'rgasse  11.  —  3loo 
Bde.  —  Obmann:  Heinrich  Wnstian;  Obmiuin-Stellvertreter: 
Aurelius  Polzer:   BücJici-wiirl :   I''ri1/   Midil.     —     Jalircslx'itras: 


214)  Hall.  <;: 

'2(»  Krou/.i'i-.  -  Ausl»'ih(>stiiii(l('n  Mi)nt.a«i',  Mittwocli  und  Sanis- 
ta«i   voll   •'      "^   riir  alx'iids. 

Hall   (Tin.l). 

•,*i;i.  [K.  k.  Franz  Josephs  ]Gymnasium.  —  <()  Lelircibibl. 
G500  Bde.,  h)  Schülerbibl.  in»')  Bde.  —  dalirosdotation  4r)(» 
bis  500  Gulden.  Director  und  Bibliotiiekar  iura)  Justinian 
Lener;  für  b)  ein  Mitjj^lied  des  LGhrköri)ers.  —  Alphabet. 
Zettelkatalog'  nacli  Materien;  Bandkataloii  nach  Sclilar^worten. 

—  Benutzbar  und  Kiitlehnunuen  </)  für  Mitglieder  des  Leiir- 
körpers  jederzeit:  h)  für  Schüler  an  bestimmten  Tauen  der 
Woche.  —  Keine  Versendun^ien.  —  Gei^r.  I.s<i4,  obwohl  das 
Gymn.  seit  lö73  besteht.  Früher  dienten  die  Klosterbibl.  der 
Jesuiten  und  Franciscaner  den  Unterrichtszwecken.  —  Alle 
G3'mnasial-Lehrfächer. 

Heiligenkreiiz  (Xied.-Oesterr.). 

■,'1  i.  Cistercienser-Stift.  —  Ca.  lo.ooo  Bde.,  ö5-2  Hand- 
schriften, 37Ö  Incunabeln.    —    Jahresdotation  ca.  900  Gulden. 

—  Bibliothekar:  Dr.  Gregor  Pöck,  Prof.  der  Theologie.  — 
Alphabet.  Zettelkatalog  für  die  ganze  Bibl.,  r>andkataloge  für 
2  Säle;  Materienkataiog  in  Arbeit.  —  Entlehnung  und  Ver- 
sendung von  Handschriften  nur  an  Institute  (eventuell  gegen 
Versicherung \  von  Büchern  auch  an  vertrauenswürdige  Privat- 
personen. —  Gegr.  1180.  Die  Geschichte  der  Bibl.  fällt  mit 
der  des  Stiftes  zusammen.  —  Alle  Wissenschaften  vertreten, 
besonders  gepflegt  Theologie  und  Ordensgeschichte. 

Crux  Austriaca  hoc  est  Monasterium  Vallis  nemorosae  ad  S.  Crucem  in 
Austria  . .  .  Viennae  1054.  —  (Fidler)  Marian.  Geschichte  der  ganzen 
österr.  klösterl.  und  weltl.  Klerisey.  Wien  ITsT,  4.  Th.,  8.  Bd.  —  Dar- 
stellunor,  Histor.  und  topogr.,  von  Baden  und  dorn  Stifte  Ileiligenkrouz 
mit  iliror  Umgebung;  mit  besonderer  Richtung  auf  Pfarren,  Stifte,  Klöster, 
milde  Stiftungen  und  Denkmäler.  Wien  1825.  —  Koll,  V.  Malachias.  Das 
Stift  Heiligenkreuz  in  Oesterreich  V.  U.  W.  W.  Wien  18:^4.  —  Watten- 
bach, W.  Handschriften  dos  Stiftes  Heiligenkreuz.  In:  Archiv  f.  iilt. 
deutsche  Gesch.,  10.  18:")!,  S.  .594.  —  Weis,  Joh.  Nep.  Urkunden  des  Ci- 
stercienserstiftes  Heiligenkreuz  im  Wiener  Wald.  Wien  1856—09.  — 
Scliulte,  Joh.  Friedr.  R.  v.  Die  Rechtshandsehriften  der  Stiftsbibl.  von 
Göttweih,  Heiligenkreuz  etc.  Wien  ISGs.  —  Kabdebo,  Heinrich.  Das  Stift 
Heiligenkreuz  zur  Zeit  des  zweiten  Türkeneinfalles  M\S:',.  Wien  1874.  — 
Gsell,  Bernhard.  Die  Abtei  Heiligenkreuz  in  Niederösterreich.  In:  Ein 
Cistercienserbuoh  von  Reb.  Brunner.  Würzburg  1881.  -  Der.s.  Das  Stift 
Heiligenkreuz  und  seine  Besitzungen  im  Jahre  Isfi.S.  In:  Stutl.  u.  Mitth. 
aus  dem  Benediet.-  und  Cist.'rc.-Orden.  iss:5.  I,  II.  —  Ders.  Verzeiohniss 
der  Hand.schriflen  in  der  Bibl.  des  Stiftes  Heiligenkreuz.  In:  Xenia  Bornar- 
dina II,   1.    —   Xenia  Bernardina  III. 


68  Heiligeilkreuz.  [215 

Heiligenkrenz  (Cesta,  Küstenland). 

21').  Capucinerkloster.  —  Ca.  ;>000  Bde.,  2  Pergament- 
Handschriften,  voll  denen  eine,  ein  Messbueh,  am  Anfang  und 
Ende  beschädigt  ist,  und  einige  jüngere  Handschriften.  — 
Jahresdotation  je  nacli  Bedarf.  —  Bibliothekar:  P.  Hj'acint 
Salamun,  Ord.-Cap.  —  Ein  Bandkatalog,  aiphabet,  nach  Ma- 
terien geordnet  a.  d.  J.  1745».  —  Als  reine  Privatbibl.  nur 
für  Ordensmitglieder  benutzbar.  —  Keine  Entlehnung  oder 
Versendung.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Kloster  U'>'^'7.  Haupt- 
sächlich vermehrt  durch  den  Nachlass  verstorbener  Mitglieder 
und  Schenkungen.  ~  Theologie,  ascetische,  geschichtliche 
und  besonders  Predigtwerke. 

Herzogenburg  (Nied.-Oesterr.). 

21<i.  Chorherrenstift  der  Augustiner.  —  Ca.  SO.oOO  Bde., 
darunter  250  Handschriften  und  f)»»«!  Incunabeln.  —  Jahres- 
dotation je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekar:  Georg  Baumgartner, 
Chorherr.  —  Zwei  handschriftliche  Bandkataloge  in  aiphabet. 
Ordnung;  ferner  für  jedes  Armarium  ein  Standkatalog,  eben- 
falls in  Bandform.  —  Benutzbar  nur  für  Mitglieder  des 
Stiftes.  —  Ebenso  Entlehnungen,  eventuell  auch  an  dem 
Bibliothekar  persönlich  bekannte  Forscher.  —  Versendungen  nur 
an  Bibl.  oder  bekannte  Gelehrte  und  unter  jedesmal  erst  zu 
vereinbarenden  Cautelen.  —  Die  Bibl.  des  1112  gegr.  Stiftes 
verdankt  die  Entstehung  in  ihrer  gegenwärtigen  Form  und 
äusseren  Ausstattung  dem  Stiftspropste  Frigdian  Knecht 
(1740-177;")).  Nebst  dem  spärlichen  Ueberrest  an  Hand- 
schriften aus  dem  XIV.  und  XV.  Jhdt.  bildeten  den  Grund- 
stock der  Bücherei  die  Handbibl.  der  Stiftspropste  Philipp 
V.  Maugis  (ir)41  — 15r)0),  Georg  Brenner  (ir)78 — l.^)H(>)  und 
Leopold  V.  Planta  (1721  —  174(i).  Propst  Knecht  vermehrte  die 
Anzahl  der  Bücher  besonders  reichlich  durch  Anschaffung 
vieler  kostbarer  Werke  seiner  Zeit.  Einen  zwar  kleinen, 
aber  schätzenswerthen  Zuwachs  erhielt  die  Bibl.  durch  die 
Einverleibung  leider  nur  spärlicher  Ueberbleibsel  aus  den 
Büchereien  der  beiden  durch  Kaiser  Joseph  II.  aufge- 
hobenen Chorherrenklöster  St.  Andrä  a.  d.  Traisen  (17H3) 
und  Tirn.stein  (17««).  Der  grösste  Theil  der  werth volleren 
Handschriften  und  Incunabeln  wurde  nach  und  nach  gegen 
Endo  des  vorigen  Jhdts.  meist  durch  Kauf  bei  Bücherauc- 
tionen  erworben,  bei  denen  die  Büchereien  der  aufgelösten 
Khister  veräussert  wurden.  In  der  Bibl.  befinden  sich 
auch  die  Archive  der  drei  Chorhorrenklöster  Herzogonburg, 
St.  Andrä,    Tinistein,    sowie    eine   ziemlich  reichhaltige  Münz- 


2i.'^l  llliiisk(».  r,'j 

und  McdaillciisiiiMinliiiia.  —  Bestens  vci'tiTtcii  'riicDlouic,  (Je- 
sohichte,  tlurisprudciiz,  lMiil(>S()])lii('  und  scIkuio  Literatur;  ho- 
sonders  ,i;ej)rh'.ut    (ii'scliiclitswissonschaft. 

Fr:ist,  J.  Mcrkwürdipe  Handsclirifton  der  östrrr.  Stifter.  In:  Wicnor 
Jalirhüoher  der  Lit.  XXIV  1823.  Anz.-Bl.,  8.  .'iO.  -  Sclmiolk,  FriK'lian. 
Stift  (1(M'  regul.  latoran.  Ciiorhorron  zu  Ilcrzofrenburp;  in  Niederöstorreicii. 
In:  Ein  Cliorlicrrt'nl)ueli.   Von  Sei).   Uninnor.  Würzhurfj;   18«3. 


Hlinsko  (I'.öhmen). 

017.  Privatbibliothek  Karl  Adamek.  —  öHon  Bde.  und  P.ro- 
schüren,  <>()  Handschriften  und  .">  Incunabeln.  -  Jalires- 
dotation  je  nach  Bedarf.  -  Handschriftlicher  Bandkatah)g 
nach  den  einzelnen  Gruppen.  —   Nur  zu  eigenem   Gebrauche. 

—  Entlehnungen  nur  ausnahmsweise.  —   Keine  Versendungen. 

—  V(»n  dem  Besitzer  in  den  Fünfzigerjahren  gegr.  und  seit- 
her auf  eigene  Kosten  vermehrt.  ISTI  wurde  ein  bedeutender 
Theil  der  Bibl.  ein  Raub  der  Flammen.  —  Geschichte,  Kunst 
und  Kunstgeschichte,  Literatur,  Volkswirthschaft,    Landwirth- 

.schaft,  Statistik,  Socialpolitik. 

Hoheiifurth  (Böhmen). 

•21S.  Cistercienserstift.  —  so  UOO  Bde.,  darunter  l-JGr;  In- 
cunabeln und  l.iTT  Handschriften.  —  Jahresdotation  lOoo 
Gulden.  —  Bibliothekar:  Raphael  Pavel.  —  Ein  aiphabet,  ge- 
ordneter Generalkatalog  in  sechs  Foliobänden;  eingedruckter 
und  ein  handschriftlicher  Handschriftenkatalog;  ausserdem 
Zettelkataloge  bei  jedem  Bibiotheksschrank.  —  Täglich  für  männ- 
liche Besucher  nach  vorangegangener  Anmeldung  beim  Kloster- 
pförtner zu  besichtigen.  —  Entlehnungen  und  Versendungen 
nur  mit  ausdrücklicher  Erlaubniss  des  Stiftsabtes  gegen  Re- 
vers. —  Gegr.  1757  vom  Abte  Quirin  Mickl.  —  Alle  Wissen- 
schaften, insbesondere  die  theologischen  vertreten. 

Millaupr,  Max.  Der  Ursprung  des  Cistorcienserstiftcs  Hohenfurt  in 
Böhmen.  Prag  1814.  -  Wattenbach,  W.  Handsehriften  des  Klosters  Hoiien- 
furt,  mitgetheilt  von  Herrn  Dr.  Rössler  aus  Wien.  In:  Aroliiv  f.  alt. 
deutsche  Gesch.  10.  18ü1,  S.  670.  —  Mikowec,  Ferdinand.  Das  Cister- 
cienserstift Iloiienfurt.  Wien  1858.  —  Proschko,  Isidor.  Das  Cistercienser- 
stift Hohenfurt.  Linz  1850.  —  Ein  Cistercionsorbuch  von  Brunner.  Würz- 
burg 1881.  -  Putsrhögl,  Emil.  Stift  Holienfiirt  vor  IL'o  .Taliren  und  heute. 
Graz  1882.  —  Pavel,  Raphael.  Die  Abtei  Hohenfurt  in  Böhmen.  In:  Ein 
Cistercicnscrbuch  von  Seb.  Brunner.  Würzburg  18S1.  —  Dcrs.  Führer 
durch  die  sohenswerthen  Räundichkeiten  des  Stiftes  Hohenfurt  Graz  1882. 
—  Ders.  Beiträge  zur  Geschichte  des  Stiftes  Hohenfurt.  Wien  18!tl.  — 
Ders.  Beschreibung  der  im  Stifte  Hohenfurt  befindlichen  Handschriften. 
In:  Xenia  Bernardina  II,  2.  —  Xenia  Bernardina  III. 


70  Hohonmiuth.  [-'i<) 

HoheDinanth  (V3'soky  Myta,  Böhmen). 

■2i;i.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  C.  k.  statni  V3''ssi  gym- 
nasiiim).  —  a)  Lehrerbibl.  •iäoi  Werke  in  4:240  Bdn.  und  fiiJG 
Heften,  2G47  Programme;  h)  Schülerbibl.  18-25  Werke  in  2841 
Bdn.  und  28  Heften.  —  Director:  Vaclav  Hospodka;  Custos 
von  a)  Prof.  Gustav  Safarovic;  von  h)  Prof.  Igniic  Frank.  — 
Errichtet  als  Communalgymn.  187!^».  18i»ö  verstaatlicht. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der   Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Holleschau  (Mähren). 

220.  Israelitische  Cultusgemeinde.  —  1450  Bde.  —  Jahres- 
dotation 150  Gulden.  —  Obmann:  Dr.  Jacob  Freimann,  Rab- 
biner: Bibliothekar:  Ignaz  Baumgarten;  Cassier:  Abraham 
Grätzer;  Schriftführer:  Leopold  Zwillinger;  Emanuel  Lampel, 
Beisitzer.  Protectoren:  Albert  Low,  Donat  Zifferer,  Gemcinde- 
rath  Wien,  Salomon  Zwillinger,  Bürgermeister.  —  Katalog  im 
Drucke.  —  Unentgeltlich  benutzbar  Sonntag  von  2 — 3  Uhr. 
—  Entlehnungen,  aber  keine  Versendungen.  —  Gegr.  l<sr»7 
über  Anregung  des  Albert  Low  in  Budapest.  —  Abth.  A :  Jü- 
dische Geschichte  und  Literatur;  Abth.  B:  Allgemeine  Welt- 
literatur. 

Hörn  (Xied.-Oesterr.). 

221.  Bezirks-Lehrer-Bibliothek  im  Gebäude  der  Volks-  und 
Bürgerschule.  —  läGS  Bde.,  .'53  Broschüren.  —  Jahresdotation 
aus  dem  Bezirksschulf(mds  100  Gulden,  bisweilen  1  "/o  des 
Gehaltes  der  Lehrerschaft.  —  Obmann  der  Bibl.-Commission: 
Carl  Breit,  Lehrer  in  Hörn;  Rechnungsführer  :  Franz  Schneider, 
Lehrer  in  Hörn;  Ausschussmitglieder:  Alois  Schrimpf,  Bürger- 
schullehrer in  Hörn,  Fritz  Moriz,  Lehrer  in  Gars  und  Alois 
Wallner,  Schulleiter  in  Mold:  ein  Diener.  —  Handschriftlicher 
Bandkatalog,  in  welchem  die  Werke  in  der  Reihenfolge  der  Auf- 
nahme in  die  Bibl.  verzeichnet  sind.  Gedruckte  Materienkata- 
loge (11  Gruppen).  —  Entlohnungen  und  Versendungen  auf 
drei  Monate  an  Lehrpersonen  des  Bezirkes.  —  Errichtet  in  Aus- 
führung des  §  44  des  Reichsvolksscliulgosetzes  vom  11.  Mai 
18(U»,  sowie  des  §  71  der  Schul-  und  Unterrichtsordnung.  — 
Alle  Wissenschaften,  besonders  Werke  pädagogisch-didactischen 
und  fachwissenschaftlichen  Inhaltes. 

Im  Di-uek   crscliionon  dio  lÜhl.-Katalngn  a.  d.  J.   18',iO  und   1S0C>. 

222.  [Landes-Real-  und  Ober-]Gymnasium.   -  Bei  Beginn  des 

Scliuljahres   18'.i8'.i;):  a)  Lehrerbibl.  .tGC  i  Bde.,  1703  Hefteund 


OTT)  Stücke.  In  Vci-hiiuluiii;  mit  dicsci-  Uüclicrei  wii-d  »lit! 
Ilausbibl.  des  riaristeiiordeiis  vorwaltet,  welche  ö.siä  IMe. 
enthält:  l>)  Schülerbibl.  ITf)!}  lUle.  und  !?(»  Hefte.  —  Jahres- 
dotation für  a)  400  Gulden,  für  l>)  die  jeweili^'^en  Aufnahnie- 
g^ebühren,  derzeit  '222  Gulden.  —  Director:  Clemens  lUüml; 
Bibliothekar  für  a)  Prof.  Peter  Passler;  für  l>)  Prof.  Carl 
Schmied.  —  Zettel-,  Inventar-  und  Fachkataloge.  —  ZujL(äng- 
lich  (t)  für  die  Älitülioder  des  Lehrkih'iJers,  welche  während 
der  Unterrichtsstunden  und  durch  Vermittlan<i,-  des  15il»lio- 
thekars  stets  Bücher  entlehnen  können;  /^  an  Schüler  Bücher- 
ausgabe   nur    an    einem    hiefür  bestimmten  Tage  der  Woche. 

—  Versendungen  im  Wege  der  Direction  an  Mitglieder  der 
n.-ö.  Landesanstalten.  —  Lehrer-  und  Schülerbibl.  wurden  bei 
der  Uebernalime  der  Anstalt  durch  das  Land  Niedor-Oester- 
reich  1872/73  gegr.  Aus  früherer  Zeit  —  die  Mittelschule  be- 
stellt seit  1057  —  Avurde  fast  nichts  in  die  Bücherei  auf- 
genommen. Die  nach  Pizzala  1657  von  Graf  Ferdinand  Kurz 
gegr.  Hausbibl.  der  Piaristen  kam  erst  1878  in  die  Verwal- 
tung des  Landes;  für  dieselbe  besteht  ein  eigener  Fachkatalog 
mit  zahlreichen  ünterabtheilungen.  —  Vertreten  beinahe  alle 
Wissensgebiete. 

Passler,  Peter.  Katalog  der  Lehrerbibl.  I.  In:  XXVI.  Jahresbericht  des 
n.-ö.  Landes-Real-  und  Obergymn.  Hörn.  Hörn  1S98. 

203.  Piaristen-Ordens-Convent.  S. :  Landes-Real-  und  Ober- 
gymn. Ilorn. 

224.  Verein  für  Verbreitung  von  Volksbildung.  —  Ca.  1400 
Bde.  —  Jahresdotation  ca.  100 — 200  Gulden  aus  den  Bei- 
trägen der  Mitglieder  und  Spenden.  —  Vorstand:  Med.  Dr. 
Alois  Dechant;  Ausschüsse:  Prof.  Carl  Schmied,  Kaufmann 
August  Kirchner,  Buchhändler  Joseph  Pichler,  Volksschul- 
lehrer Franz  Schneider,  Notar  Dr.  Ernst  Gellinek,  Prof.  Franz 
Meindlhumer.  —  Alphabet.  Bandkatalog  in  Ausarbeitung.  — 
Unentgeltlich  benutzbar  Sonntag  nachm.  —  Ebenso  P]ntleh- 
nungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Belletristik  und  populäre 
wissenschaftliche  Werke.  —  Gegr.  ls7ö  vom  „Constitutionellen 
Fortschrittsverein  in  Hörn". 

Jägerndorf  (Schlesien). 

225.  Minoritenconvent.  —  Ca.  5000  Bde.,  ülierdies  einige 
Hundert  Broschüren  und  Hefte,  ca.  20  Incunabeln  und  meh- 
rere Handschriften.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Bi- 
bliothekar: P.  Paul  Poesei,  Secretär.  —  Ein  Bandkatalog; 
Zettelkatalog  bei  vollständiger  Neuordnung  in   Ausarbeitung. 

—  Meistens  Theologie,    aber    auch    Philosophie,    Jus    civile, 


72  Jaroslaii.  [220 

deutsche  Literatur.  —  Geiir.  wahrscheinlich  zugleich  mit  dem 
Kloster  KiöC  Während  der  Besetzung-  des  Herzogthums 
Jägerndorf  durch  Georg  v.  Brandenburg  in  der  Reformations- 
zeit wurden  die  Ordensbrüder  aus  dem  Kloster  vortrieben: 
hierbei  dürfte  auch  der  grösste  Theil  der  ßibl.  in  Verlust  ge- 
rathen  sein.  Ebenso  erlitt  die  Bibl.  bedeutende  Einbusse  Ijei 
dem  grossen  Brande  der  Stadt  im  siebenjährigen  Kriege,  bei 
welchem  Kirche  und  Convent  ein  Raub  der  Flammen  wurde. 
Später  musste  aus  privaten  Gründen  die  Bücherei  aus  einem 
Stockwerke  in  das  andere  übertragen  werden;  die  Bücher 
lagen  in  Ermanglung  eines  geeigneten  Locales  jahrelang  in 
4 — r)fachen  Reihen  wirr  durcheinander,  was  auch  manche 
Lücken  und  Schäden  erklären  dürfte. 

22ß.  [K.  k.  Staats-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl.  2851  Werke 
und  .0172  Programme;  h)  Schülerbibl.  172(J  Werke.  —  Do- 
tation ca.  4:50  Gulden.  —  Director:  Friedrich  Barger;  Gustos: 
Prov.  Lehrer  Rudolf  Schweizar.  —  Errichtet  ls71  durch  Um- 
wandlung der  früher  bestandenen  unselbständigen  Unter- 
Realschule als  Communal-Unter-Realschule;  l.s75  verstaatlicht 
als  Ober-Realschule.  —  a)  pflegt  alle  Fächer  der  Anstalt, 
1>)  vorzugsweise  schöne  Literatur.  —  Die  mit  der  Realschule 
in  Verbindung  stehende  gewerbliche  Fortbildungsschule  be- 
sitzt eine  Lehrmittelbibl.  von  108  Vorlagewerken,  334  Büchern 
und  147  Stück  Modellen,  sowie  eine  Schülerbibl. 

Nach    dem    letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

JarosIaii  (Jaroslaw,  Galizien). 

227.  Domlnicanerconvent  hat  eine  nur  bescheidene,  nicht 
besonders  werthvolle  Bibl.  —  Bibliothekar:  P.  Bernhard.  — 
Gegr.  1635. 

Baracz,    S.     Das    Archiv    der    PP.    Dominicaner    in    Jaroslau     (poln). 
Krakau  1887. 

22.S.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  gimnazyum)  besitzt 
eine  Lehrer-  und  eine  Schülerbibl.  —  Director:  Jözef  Wöjcik; 
Bibliothekar:  Prof.  Antoni  Janik,  —  Gegr.  isfjs  als  Com- 
mnnal-Unterrcalschule,  l.s72  verstaatlicht  und  zur  Oberreal- 
schule erweitert,  von  18H4  an  in  ein  Gymn.  verwandelt. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

.laslo   (Galizien). 

220.  [K.  k.  Staats-jGymnasium  (C.  k.  gimnazyum)  besitzt 
eine  Lehrer-  und  eine  Schülerbiljl.,  deutsche   und  poln.  Abth. 


233]  Jfllt  clHlorf.  7:5 

(•JH.'57  IMo  ,  '1-11  Ili'fte).  —  Director:  Clemens  Sioiikicwic/; 
(Uistos  der  Lelirerl)il)l. :  Prof.  Jan  Jn,L;l;ir/, ;  der  Scliülerbil)!. : 
(l^Mnn. -Lehrer  J«'»/.el'  Trojnar.  —  <le^n-.  l.s<;.s  als  Coinnuinal- 
Untergymn.,  seit   ls7;)  Oberti:ymn..   ls75  verstaatlicht. 

Nach  (l(Mu  lotzton  Jahresbcriclito  ^narboitot,    da    der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

Jeutendorf. 

•230.  Servitenconvent.  —  Die  einst  schöne  und  reiche 
Bibl.  wurde  leider  18()i)  von  den  Franzosen  anjj^ezündet  und 
vernichtet ;  die  jetzigG  enthält  meistens  ascetische  Bücher,  die 
sich  zur  Zeit  des  Brandes  in  den  Zimmern  der  einzelnen 
Patres  befanden.  —  Prior:  P.  Ferdinand  M.  Brauneis.  — 
Gegr.  10 1»;?. 

Jezupol  (Galizien). 

231.  Dominicanerconvent.  —  Gegr.  l<ii)4.  —  Nähere  Daten 
nicht  zu  erlangen. 

Iglaii  (Mähren). 

•23-2.  Deutscher  Gabelsberger  Stenographenverein,  Ecker- 
gasse 8.  —  453  Bde.  —  Jahresdotation  ca.  ;•<)  Gulden.  —  Ob- 
mann: Joseph  Trübswasser,  Bürgerschullehrer;  Bibliothekar: 
Carl  Strobl,  k.  k.  Finanz-Conc. -Praktikant;  ein  Diener.  — Ein 
handschriftlicher  Bandkatalog  in  aiphabet.  Ordnung.  —  Be- 
nutzbar für  Mitglieder  des  Vereines  und  Schüler  der  von 
demselben  veranstalteten  Stenographiecurse  Samstag  von  1V2 
bis  2\o  Uhr.  —  Ebenso  Entlehnungen  auf  1  Wochen  und 
Versendungen  an  auswärtige  Mitglieder.  —  Gegr.  l.süT;  189S 
fand  eine  grössere  Privatsammlung  von  stenographischen 
Werken  aus  dem  Besitze  Ed.  Niklas,  Cassiers  in  Schatzlar, 
Aufnahme.  —  Hauptsächlich  Stenographie,  und  zwar  alle  Sy- 
steme derselben,    überdies  Geschichte  der  Schrift  und  Aehnl. 

23;{.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  Lehrerbibl.  2(;g."j  Inven- 
tarnummern  mit  (il31  Bdn.,  ;t3(;  Heften  und  339  Blättern 
=^  77()(;  Stücken,  darunter  Handschriften  -20  Bde.;  Incunaboln 
19  Bde.:   17.15(;  Programme.  —  Jahresdotation  ca.  15(>  Gulden. 

—  Director:  Julius  Wallner;    Custos:  Prof.  Ignaz  Branhofer. 

—  Handschriftliche  Kataloge:  Zettelkatalog  (alphabetineh 
geordnet);  Bandkatalog  (sj^stematisch  nach  Fächern  ge- 
ordnet). -  -  Zugänglich  an  drei  Tagen  der  Woche  zu  bestimm- 
ten Stunden  für  das  Lehrpersonale:  ebenso  Entlehnungen.  — 
Versendungen  an  alle  öffentlichen  und  Mittelschulbibl.  — 
Gegr.    im    Jahre  1774  aus  einem  Theile  der  Büchersammlung 


74  lolail.  [2:54 

des  auf  «gelösten  Jt'suiloiicolk'oiunis  in  Iiilaii,  seither  durch  ixe- 
le<ientliche  Zuschüsse  des  Staates,  sowie  durch  Spenden  und 
Widmungen  von  Anstaltsfreunden  erg'änzt.  Eine  reoeh)iässig:e 
Dotation  erhielt  die  Bibl.  185-2  durch  Einführung  eines  Bibl.- 
beitrages  seitens  der  Schüler,  die  Zuweisung  einer  bestimmten 
eigentlichen  Dotation  geschah  durch  den  Erl.  d.  k.  k.  Min. 
f.  C.  u.  U.  vom  14.  Juni  isrs.  Z.  ifino.  (Lehrer-,  Schüler- 
bibl.  und  geographische  Lehrmittel  =  OOO  Gulden.)  Der 
Bestand  der  alten  Jesuitenbibl.,  welclier  im  Jahre  1774  etwa 
'JOOO  Bde.  betragen  haben  mochte,  wurde  durch  die  im  Jahre 
18(13  erfolgte  Ausscheidung,  beziehungsweise  Veräusserung 
auf  M3S  Bde.  verringert.  —  Alle  an  der  Anstalt  vertretenen 
Wissenschaften,  insbesondere  classische  Philologie,  deutsche 
Sprache,  Geschichte,  Philosophie  und  Pädagogik.  —  Der  Di- 
rection  des  Gymn.  unterstehen  noch  a)  die  deutsche  Schüler- 
bibl.  541  Inventarnummern  mit  803  Bdn.,  40  Heften,  durch- 
wegs Jugendschriften;  h)  die  böhmische  Lehrer-  und  Schüler- 
bibl.  (Gustos:  Prof.  Ferdinand Strommer)  733  Inventarnunmiern 
mit  10-,M  Bdn.,  84  Heften  =  nie  Stücken,  theils  Jugend-, 
theils  fachwissenschaftliche  Schriften  in  bölimischer  Sj)rache. 
Beide  sind  zur  Benützung  seitens  der  Anstaltsschüler,  letztere 
auch  zur  Benützung  seitens  der  Lehrpersonen  bestimmt. 

Wallner,  Julius.  Die  Incunabeln  der  k.  k.  Gymn  -Bil)l.  zu  Iglau.  Pro- 
gramm der  Anstalt  vom  Jahre  1879  80.  —  Branliofer,  Ignaz.  I)ie  Iglauer 
Gymn. -Bibl.  Historische  Skizze  und  Katalog  der  Lehi-erbibl.  Programm 
der  Anstalt  1895  96,  189G  97,  1897  98.  (Aucii  als  S.-A.  erschienen.) 

■234.  Minoritenconvent.  —  5(i0  Bde.  —  Jahresdotation  je 
nach  Bedarf.  —  Guardian  P.  Adamek.  —  Ausschliesslich  Pri- 
vatbibl.  und  nur  für  den  (xebrauch  der  Conventmitglieder 
bestimmt:  daher  keine  Entlehnung  und  Versendung.  —  Ge- 
pflegt wird  ausschliesslich  katholische  Theologie.  —  Das 
Kloster  gegr.   r2-21. 

•235.  [Landes-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl.  749  Werke: 
h)  Schülerbil)!.  —  Director:  Anton  Monsig:  Bibliothekar  für 
(i)  und  hj  Prof.  Alois  Tanzer.  —  Bestand  zunächst  als  unselb- 
ständige Unterrealschule,  wurde  1802  selbständige  Gommunal- 
Unterrealschule.   187<>  Landesanstalt  und  Oberrealschule. 

Tanzer,  Alois.  Katalog  der  Lehrerbibl.  In:  VIIT.  J;ihrcsboriciit  der 
Landei-Oberrealsciiule  zu  Iglau.  Iglau  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fiagebogen  niclit 
beantw'fjrtct  wurde. 

•23<;.  Deutsche  Volksbücherei,  Geliiliausengasse  1.  Mit  aclit 
Landl)üchereien  in  1.  Unter-Weznitz,  -2.  Deutsch-Gicssliübel, 
3.  SoUowitz.  1.  Simmersdorf.  5.  Frauenthal.  <:.  Lii)insdorf, 
7.   Stannern.   s.  Deutsch-Schützendorf.     —     •25]!t  Werke,    45'22 


C.Ut]  .lirili.  TT) 

Hde.,  >^f>  llrllc.  -  l)iil;ilii)ii  cii.  !;")(»  (lulcleii.  ( )l)in;iiiii ;  Ti-of. 
Julius  Ik'heiistoin;  lUichc'roivorwaltL'r:  Assistent  dür  T;il):il<- 
roii'io  Karl  lU-nner:  zuj^otlioilt:  Karl  Zebo.  —  Ein  alpliabet. 
l>andkatal(ii;.  —  Entlohnungen  Dienstag  und  Freitag  von  .')',., 
bis  7  und  Sonntag  von  0' ,._,-  11  Uhr.  —  Versendungen  nur  in 
Ausnaiinisiällen  nach  den  dann  festzusetzenden  Modalitäten. 
—  Gegr.  am  lo.  November  iss.^)  vom  Deutschen  Vei'ein  für 
Iglau  und  Umgebung.  —  Besonders  gepflegt  deutsche  Sprache 
und  Literatur. 

Satzungen  des  Deutschen  Vereines  für  die  Deutsche  Volksbücherei  in 
Iglau  vom  17.  Februar  ISDS.  —  Reclienscliaftsbcriclit  der  Deutsclion  Volks 
bücherei  in  Iglau  für  das  Jahr  ISO'),  isy?.  --  Bücherkatalog.  5.  Auf- 
lage. Iglau. 

.Hein  (Böhmen). 

2;)7.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  statni  gymnasium 
V3'ssi).  —  a)  Lehrerbibl.  43;js  Werke  in  7;}ö,l  Bdn.,  r.:i(;  Pro- 
gramme: h)  Schülerbibl.  2(;7s  Werke  in  3770  Bdn.  und  s:a 
Heften.  —  Director:  Adam  Pleischmann;  Gustos  für  a)  Prof. 
Jindi-ich  Neudert;  für  h)  Prov.  Lehrer  Frantisek  Pösl.  — 
Gegr.  l(j-2-l  von  Albrecht  v.  Waldstein  als  Jesuitengymn.: 
1777  geschlossen,    isü7  wieder  eröffnet,    seit  1850  Obergymn. 

Neudert,  Jindiich.  Katalog  knihovny  ucitelske.  In:  Vyrocni  zpräva  c.  k. 
statniho  gyninasia  vys.siho  v  Jiei'ne.  V  Ji<'-ine  1898. 

Nach  dem  letzten  Jaiiresbcrichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

•:3s.  [K.  k.  Staats-]Realschule  (C.  k.  vy.^si  realka».  — 
«;  Lehrerbibl.  ll-2()  Werke  in  -2073  Bdn.,  120  Heften,  2«^  17  Pro- 
gramme; h)  Schülerbibl.  11(36  Werke  in  1112  Bdn.  und  10 
Heften.  —  Dotation  (is97,tis)  für  a)  155-.S2  Gulden:  für  b) 
lOi»  13  Gulden.  —  Director:  Vaclav  Hätle;  Gustos  für  (i)  und 
h)  Gymn. -Lehrer  Jaroslav  Dolensky.  —  Gegr.  1803  als  un- 
selbständige zweiclassige  Unterrealschule:  seit  185:»  drei  Classen, 
seit  1871  selbständig.  18S4  verstaatlicht,  von  l^itl  an  Obur- 
realschule. 

Dolensky.  Jaroslav.  Katalog  spisu  chovanych  v  knihovne  ucitelske.  In: 
Vvrocni  zpräva  c  kr.  vyi>si  reälky  v  JiCine.  V  Jicine  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Inist  (Tirol). 

23!».  Capucinerconvent  in  den  Zwanzigerjahren  sammt 
Bibl.  abgebrannt,   dalior  nur  Duplicate  aus   anderen  Kir)stern. 

—  Nach    Pizzala    besass  die  Bibl.  im  Jahre   ls70:   1100  Bde. 

—  Guardian:  P.  Adalbert.  —  Gegr.  1G71.  —  Theologie. 


76  Innsbruck.  i-40 

Innsbruck  (Tirol). 

■2U>.  Capucinerconvent.  —  9000  Bde.,  darunter  100  In- 
cunabeln.    —    Jallre^d()tation  je  nach  Bedarf,  ca.  150  Gulden. 

—  Guardian:  Michael  Pletzenauer,  Guardian.  —  Prov.  Band- 
katalou:  ein  neuer  alpliabet.  Zettel- und  Schlauwortbandkatalog 
in  Ausarbeitung.  —  Benutzbar  in  erster  Linie  nur  für  Ordens- 
mitglieder, ganz  ausnahmsweise  mit  besonderer  Genehmigung 
des    Guardian    auch    für  andere  vertrauenswürdige  Personen. 

—  Ebenso  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Gegr.  zu- 
gleich mit  dem  Kloster,  dem  ersten  dieses  Ordens  in  Deutsch- 
land, durch  Erzherzog  Ferdinand  IL  und  seine  zweite  Ge- 
mahlin Anna  Katharina  i.  J.  Ifiii.'J  und  im  n()rdlichen  Gange 
des  Stockwerkes  untergebracht.  Mit  Hilfe  edler  Wohlthäter 
schmückten  die  Capuciner  allmählich  ihre  Bibl.  mit  K'.OOO 
Bdn.  sehr  werth voller  Werke.  17S7  befahl  der  kais.  Com- 
missär  die  ganze  Bibl.  nun  zu  katalogisiren,  legte  das  Ver- 
zeichniss  dem  Bibliothekar  des  damaligen  Lj'ceums  vor,  und 
ordnete  gestützt  auf  dessen  Gutachten  die  Einverleibung  mit 
der  Lycealbibl.  an.  Alle  späteren  Versuche  einer  Wieder- 
erlangung derselben  scheiterten.  So  ziert  denn  die  alte  Ca- 
pucinerbibl.  noch  heute  die  gegenwärtige  Universitätsbibl.  in 
Innsbruck.  Nach  der  Wiederherstellung  des  Klosters  begannen 
die  Ordensmitglieder  1802  neuerdings  eine  nicht  unbeträcht- 
liche Bibl.  zu  sammeln.  1S7(5  wurde  an  der  Nordostseite  des 
Klosters  ein  eigenes  freundliches  Bibl.-Gebäude  aufgeführt 
und  sehr  bequem  eingerichtet,  das  l.s'JH  den  geänderten  Ver- 
hältnissen gemäss  renovirt  wurde  und  die  jetzige  Umstellung 
und  Neukatalogisirung  veranlasste.  —  Theologie.  Philosophie, 
insbesondere  Dogmatik  und  noch  mehr  neutestamentliches 
Bibelstudium. 

Hetzenauor,  Micliaol.  Das  Cai)ucinerklostor  zu  Innsbruck,  das  erste 
dieses  Ordens  in  Deutscliland.  Nach  Archivalicn,  reich  illustrirt.  Innsbruck 
IH^S,  S.  11"),   U8,  1C>1. 

■JH.  Militärwissenschaftlicher  und  Caslnoverein.  —  112.') 
Werke;  Holsm:iy-]^)ibl.  471  Werke.  —  Jahresdotation  ca.  4(»0 
bis  500  Gulden.  —  Ein  auf  2  Jahre  gewählter  zwölfgliedriger 
Ausschuss  und  (5  Ersatzmänner,  dem  ein  gleichfalls  gewählter 
Präsident,  derzeit  Landwehrdi visionär  FML.  Hugo  Wagner, 
vorsteht;  Vice|)räsident:  01)erst  Alexander  Clievalier  Älina- 
relli  Fitzgerald,  Conimandant  des  ersten  Regiments  der  Tiroler 
Kaiserjäger;  ein  Secretär,  zugleich  Gustos,  derzeit  i\Iajor 
Maj'r;  ein  Bibliothekargehilfe  und  zwei  Diener.  —  Ein  hand- 
schriftlicher Materienhaui)tkatalog  und  gedruckter  Katalog 
mit  jährlich«'n  autograi)h.  Zuwächsen.  —  Entlehnungen  nur 
an  Vereinsmitglieder  Montag,  Donnerstag  und  Samstag  in  den 


245]  IinisliriH;k.  77 

Wintermonatcn  v<iu  "J  — .'5  Uhr  iiaclim.,  in  den  aiKkTcii  Mo- 
naten von  ."•  t;  Uhr  abends.  -  Keine  Vcu'sentlnn^en.  —  Alle 
Wissen  seh  alten,  inshesontlerc  Militärwissenschaft,  Geograjdiic, 
Belletristik.  —  Eineji  besonderen  Theil  bildet  die  so^'^enannte 
H«dsmay-l>ibl. 

Katalog  der  Bibl.  dos  militärwissenschaftlichen  uml  Casinovereines  in 
Innsbruck  (1896).  -  Verzoieliniss  der  im  Jahre  l.S9<>  nachgescliaffton 
Hüolier  für  die  Vereiusbilil.  (I.  u.  11.  Hallte).  —  Verzeioliniss  der  (im 
Jahre  I8',i7)  in  der  Bibl.  des  militärwissenschaftlichen  Vereines  nach- 
geschafften Werke. —Verzeichni.ss  der  (im  Jahre  1898)  nachgeschafften  Bücher. 

24-2.  [K.  k.  Staats-]Gewerbeschule.  —  114  1  Werke.  —  Di- 
rector:  Reg.-K.  Johann  W.  Deininger.  —  Kunstgewerbe,  Kunst- 
industrie, Geometrie,  Maschinenwesen. 

24:5.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  l)esitzt  eine  Lehrerbibl.  fca. 
•5000  WerkeUind  eine  Scliülerbibl.  —  Director:  Schulrath  Dr. 
Adolf  Xitsche;  Gustos  der  Lehrerbibl:  Prof.  Mathias  Hech- 
fellner;  der  Schülerbibl.:  Prof.  Dr.  Joseph  Alton.  —  Gegr. 
am  12.  Mai  15G2;  1849  mit  dem  seit  I7.s2  bestandenen  Lyceum 
zu  einem  Obergymn.  vereinigt. 

Hechfellner,  Mathias.  Katalog  der  Lehrerbibl.  (I.  Theil).  In:  49.  Pro- 
gramm des  k.  k.  Staatsgymn.  in  Innsbruck.  Innsbruck   1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

244.  Handels-  und  Gewerbekammer.  —  414(]  Bde..  respec- 
tive  Hefte  und  37  Fascikel  Protokolle.  —  Jahresdotation  je 
nach  Bedarf.  —  Präsident:  Anton  Schumacher ;  Secretär:  kais. 
Rath  Dr.  Anton  Kofier.  —  Katalog  nach  12  Gruppen;  hierzu 
ein  grup})enweise  aiphabet,  geordneter  Index.  —  Benutzbar 
während  der  Amtsstunden.  —  Entlehnungen  in  der  Regel  nur 
an  die  Mitglieder  der  Kammer.  —  Ebenso  Versendungen.  — 
Gesetze,  Gesetz-  und  Verordnungsblätter,  Zeitschriften;  Ur- 
production,  Handel,  Gewerbe  und  Industrie,  cumulative  Sta- 
tistik, Geld-,  Credit-  und  Versicherungswesen,  Ausstellungs- 
wesen, directe  und  indirecte  Steuern,  Vereinswesen  und  Ar- 
beiterfragen etc. 

245.  Akademischer  Historikerclub.  —  ;h)o  Nummern.  — 
Jahresdotation  ca.  70 — so  Gulden.  —  Bibliothekar:  derzeit  stud. 
phil.  Ferdinand  Hirn.  —  Bandkatalog  nach  Materien  geord- 
net. —  Entlehnungen  nur  an  Mitglieder  und  eventuell  an 
alte  Herren  vor  Beginn  der  einzelnen  historischen  Vor- 
lesungen. —  Versendungen  an  Clubmitglieder,  die  im  Prü- 
fungsstadium stehen  und  bereits  anderorts  im  Lehrfache  ver- 
wendet werden.  —  Bibl.  zugleich  mit  dem  Club  ls72  gegr. 
—  Geschichte  und  Geographie. 

Die  Geschichte  des  Clubs  in  den  Festsciirifton  zu  dessen  2ii-  und  2."»jäh- 
rigen  Stiftungsfesten. 


78  Innsbruck.  [24r. 

•24(>.  Landes-Museum  ,.Ferdinandeum".  —  Ca.  30.000  Bde. 
— -  Jahresdütation  ca.  looo  Gulden.  —  Vorstand:  Hofr.  Prof. 
Dr.  Franz  R.  v.  Wieser:  Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Joseph 
Egger:  zwei  Diener.  —  Handschriftlicher  Zettel-  und  Band- 
katalog, aiphabet,  und  nach  Schlagwch'tern.  —  Allgemein  be- 
nutzbar täglich  von  h — rJ  und  2 — i  Uhr.  —  Entlehnungen  von 
Büchern  an  vertrauenswürdige  Personen.  —  Ebenso  Versen- 
dungen. —  Gegr.  182.'}.  —  Als  sogenannte  grössere  Sammlung 
ist  zu  erwähnen  die  Bibliotheca  TirolensisDipauliana.  —  Tiro- 
lensien. 

Jahresbericht»^  als  Beilage  der  Zeitschrift  des  Ferdinandeums  1824  ff.  — 
Chmel,  J.  Handschriften  in  den  österr.  Bibl.,  nachgewiesen  von  Mone.  In: 
D.  österr.  Geschichtsforscher.  II.  2.  1842.  Not.-Bl.,  S.  ;')2. 

•247.  [K.  k.  Sta3ts-]Realschule.  —  n)  Lehrerbibl.  31.  De- 
cember  l«!»?:  1067  Werke;  h)  Schülerbibl.  —  Jahresdotation 
-,()() — 600  Gulden.  —  Director:  Hermann  Sander,  Schulrath: 
Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Adolf  Hueber.  —  Der  Hauptkatalog 
besteht  aus  einem  Band-  und  einem  Zettelkatalog.  —  Die  Bibl. 
ist  für  auswärtige  Besucher  am  ersten  Mittwoch  jeden  Mo- 
nates im  Schuljahre  von  "2 — 3  Uhr,  für  die  Mitglieder  des 
Lehrkörpers  in  Gegenwart  des  Bibliothekars  jederzeit  zu- 
gänglich. —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Ihre  Gründung  und 
Geschichte  fällt  mit  jener  der  Anstalt  zusammen  (gegr. 
23.  Mai  1853).  —  Alle  Fächer  der  Realschule,  insbesondere 
Geschichte,  Geographie,  deutsche  Sprache  und  Literatur. 

248.  Redemptoristencollegium.  —  4  000  Werke.  —  Jahres- 
dotation je  nach  Bedarf.  —  Nur  zu  eigenem  Gebrauch.  — 
Zettel-,  Fach-  und  aiphabet.  Katalog.  —  Gegr.  1828.  — Meistens 
Theologie. 

249.  Servitenconvent.  —  Ca.  30.000  Bde.;  werthvoUere 
Handschriften  ca.  i'xi,  Incunabeln  (bis  1530)  über  50().  — 
Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekar:  P.  Sales  M. 
Oberarzb acher.  —  Alphabet.  Bandkataloge  aus  den  Jahren 
1630,  1803  und  Ihho.  —  Benutzbar  nach  Vereinbarung  mit 
dem  Bibliothekar.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen. 

—  Cegr.  15.S2.  —  Mehr  oder  weniger  sämmtliche  Wissen- 
schaften, vorzugsweise  Theologie. 

2.')0.  Tiroler  Stenographenverein  in  der  Privatwohnung  des 
Bibliothekars  F.  G.streiu,  laiidschaftl.  Kanzlist.    —     icsi   Bde. 

—  Jahresdotation  ca.  1.')  (hilden.  —  Ein  iiandschriftlicher 
Zettelkatalog  und  ein  gedruckter  aiphabet.  Handkatalog.  — 
Die  Bibl.  ist  nur  für  Mitglieder  des  Tiroler  Stenographen- 
vereine« und  Abonnenten  der  „Stenograph.  Blätter  aus  Tirol" 
Mittwoch  nachm.  von  2— :i  Uhr  geölfnf^t.    —    Ebenso  Entleh- 


•■i.'.i]  Innsbruck.  79 

nun«;  von  Workon,  mit  Ausnahnic  dos  Ori^i^inahvorkos  von 
(labelsborucr.  —  Verst'n(hin,u  auf  2  Monate.  —  ls(J2  duroli 
ilen  tii'(.)liscliün  Stonographonvoroin  gogv.  —  Fast  aussrliliess- 
lich  StenoijTaphie. 

Solionk,  Aug.  Der  timlisclio  Stoiiograplioii verein ,  .-^eiiio  Kiitsteliuiif^, 
Tendenz  und  bisherige  Wirksamkeit,  aetenniässig  bearbeitet.  Innsbruek 
1>S71.  —  Katalog  der  Hibi.  des  Tiroler  Stenographenvereines.  Naeh  dem 
Stande  mit  Ende  Oetober  lv,s(>  zusammengestellt  zum  L''>jährigen  Stiftungs- 
feste von  Dr.  v.   Draitenberg.   Innsbrufk    ls,>sC). 

■l:^\.  K.  k.  Universitätsbibliothek,  Universitätsstrasse  0.     — 
.10.    September    IsüT:      ir).').lo2  I5de.,    darunter  ge<>en  2000  In- 
cunabeln,  und   loso  Handschriften.     —     Ordentliclie   Dotation 
10.000  (lulden,  ausserordentliche  Dotation  variabel  (ls97:  r)00 
dulden),  Matrikeli^^elder  1S97:   11  S()-25  Gulden.  —  Bibliothekar: 
Dr.    Ludwig  v.  Hörmann-Hörbach;     Custos:     Dr.   Anton  Hitt- 
mair;   Scriptoren:     Karl    Unterkircher,    Dr.    Ludwig    Sprung: 
Amanuenses:     Dr.    Wolfram    v.    Zingerle,     Dr.    Josef     Hund- 
egger,    (prov.)    Dr.    Alois   Walde,    zwei    Diener,    ein    Ausliilfs- 
diener.   —  Ein  aiphabet.  Grundzettelkatalog,  ein  S3'Stematischer 
Zettelkatalog,  ein  alphabet.  Bandkatalog  (Nominalkatalog),  ein 
Localrepertorium  in  Zettelform,  ein  Nummernrepertoriuin  (In-  . 
ventar)  in  Buchform,  ein  aiphabet.  Dissertationenzettelkatalog, 
ein    chronologischer   und    systematischer  Dissertationenband- 
katalog,    ein    Manuscriptstandortszettelkatalog,    ein    aiphabet. 
Manuscriptbandkatalog,    ein    aiphabet.   Incunabelzettelkatalog, 
ein    chronologischer     Incunabelbandkatalog,     ein     Standorts- 
zettelkatalog   der  Stumpfbibl.,    ein  aiphabet.  Bandkatalog  der 
Stumpfbibl.,    ein  Standortsbandkatalog    der    Reinhartbibl.     — 
Die  Bibl.  ist  geöffnet:  im  Wintersemester  von  ,s — i  und  2 — 4 
Uhr    (versuchsweise    seit    ISOT  Montag    bis   Freitag  auch  von 
4 — <;  Uhr),  im  Sommersemester  von  H  — 1  und  3—5  Uhr  (1897, 
eventuell  auch  isiis  Montag  bis  Freitag  von  3 — 7  Uhr);     ge- 
schlossen   an    Sonn-    und    Feiertagen,    während    der  Monate 
August  und  September  (Donnerstag,   beziehungsweise  Freitag 
8  —  12    ausgenommen),    am    4.   Oetober,    2.  und  19.  November, 
21.,  27.  und  31.  December,    Fasching-Montag    und    -Dienstag, 
Aschermittwoch,    1.  Mai.    Ffingst-Dienstag  und  -Mittwoch.     — 
Für    Benützung,    Entlehnung    und  Versendung  gelten  die  für 
alle    Universitäts-    und    Studienbibl,    ministeriell  festgesetzten 
Bestimmungen.     —     174  5    wurde    die    Bibl.   von  der  Kaiserin 
Maria  Theresia  als  „Haui)tbibl."  gegr.;     ihren    Grundbestand 
bildeten  die  Ambras(irsamniliing,    die    erzherzogliche  Bibl.  im 
Wappenthurm  und  die  Bibliotheca  regiminalis.    In    der   Folge 
fanden    in    ihr    Aufnahme:      177!»    die  Jesuitenbibl.    von  Inns- 
bruck, Hall  und  Brixen.     1782 — isos  die  Tiroler  Klosterbibl., 
1843    die    Bibl.    Reinhart,    1853    die  Bibl.  Jarcke,    l8f;o  Bibl. 


so  Innsbruck.  t2r)2 

Schüler,  l-siU  Bibl.  Böhmer,  l.s78  Bibl.  Ehrhardt,  1S.S2  (IHSis) 
Bibl.  Stumpf-Brentano,  1.^84  Bibl.  der  Wiener  Augenklinik, 
is^d  Bibl.  Pfretzschner,  l.Si»5  Bibl.  Bidermann  (k.  k.  Minist,  f. 
C.  u.  U.),  I.Sit?  und  1.S9S  Bibl.  Hofrath  v.  Ficker,  ISiis  Bibl. 
Stelhvag-Carion.  Für  die  übrige  Geschichte  der  Bibl.  vgl.: 
Probst,  Jac.  „Geschichte  der  Universität  in  Innsbruck".  Inns- 
bruck 18Gi),  De  Luca,  Ign.  „Journal  der  Literatur".  Innsbruck 
1782.  „Minerva"  Jg.  II.     -  Vertreten  sind  alle  Wissenschaften. 

Catalogus  bibliothocae  Universitatis  Oonipontanae.  Oenip.  1792.  — 
Chniel,  J.  Ilandschritten  in  österr.  Bibl.  nachgewiesen  von  Mono.  In:  Der 
österr.  Gescliichtsforscher.  II.  2.  1842.  Not.-BL,  S.  öl.  —  Leitlie,  Friedrich. 
Die  k.  k.  Universitätsbibl.  in  Innsbruck.  In:  Bote  für  Tirol  und  Vorarl- 
berg LX.  1874,  und  in:  Neuer  Anz.  für  ßibliogr.  1874,  S.  260. 

Universitätsinstitute,  Seminare  etc. 

252.  Klinische  Bibliothek  der  medicinischen  Fa- 
cultät.  —  2;")  Werke  in  zahlreichen  Bdn.  —  Jahresdotation 
300  Gulden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Johann  II.  Ptille.  — 
Schlagwortkatalog.    —     Benützung  und  Entlehnung  zwanglos. 

—  Keine  Versendung.  —  Ueber  Eingabe  des  medicinischen 
Professorencollegiums  1897  vom  k.  k.  M.  f.  C.  u.  U.  ob- 
genannte  Dotation  bewilligt.  —  Klinische  Medicin  (fast  aus- 
schliesslich Zeitschriften). 

253.  Institut  für  allgemeine  und  experimentelle 
Pathologie.  —  Ende  isns:  23(1  Bde.  —  Vorstand:  Prof.  Dr. 
Moriz  Loewit.  —  Nur  zu  eigenem  Gebrauche,  gelegentlich 
aber  auch  für  andere  Professoren  und  Aerzte  benutzbar. 

254.  Institut  für  gerichtliche  Medicin.    —    350  Bde. 

—  Jahresdotation  je  nach  Bedarf,  ca.  200  —  250  Gulden.  — 
Vorstand:  Prof,  Dr.  Carl  Ipsen;  Assistent:  Dr.  Franz  Lucksch. 

—  Bandkatalog.  —  Benutzbar  täglich  von  8 — 12  und  2 — 7 
Uhr  mit  Ausnahme  der  Semesterferien  und  der  Feiertage.  — 
Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Gerichtliche  Me- 
dicin und  die  verwandten  Gebiete  der  Hygiene,  Chemie,  pa- 
thologische Anatomie. 

255.  Anatomisches  Institut.  ~  llKi  Werke.  —  Do- 
tation je  nach  Bedarf  der  allgemeinen  entnommen.  --  Vor- 
stand: Prof.  Dr.  Ferdinand  Ilochstetter.  —  Zettelkatalog.  — 
Benutzbar  für  Alle,  die  sich  mit  einschlägigen  wissenschaft- 
lichen Arbeiten  beschäftiuon,  nach  vorher  erhaltener  Erhuil)- 
niss.  —   Entleiinungen  nur  ausnahmsweise. 

.'5f;.  Hygienisches  Institut,  Grenzstrasse,  besitzt  der- 
malen nur   wonig<;,  nocli   nicht  inventarisirto   Hand-   und  Nach- 


261]  Innsbruck.  si 

schlagebüelier  über  lly<i;iene,  Chemie,  Hacteriologio  (ca.  1.0 
Werke);  diese  stellen  zunächst  nur  den  IHirern  des  Institutes 
innerhalb  desselben,  nach  Hause  jedoch  nur  auf  einen  Ta;L? 
zur  Verfü^unj:-,  können  aber  von  i»  Uhr  früh  bis  d  Uhr 
abends  auch  anderen  Interessenten  zur  Benützunt;  im  In- 
stitute verabfolgt  werden.  —  Ebenso  ist  dies  mit  den  ca. 
;500  Werken  aus  dem.  Privatbesitze  des  Vorstandes  (Prof.  Dr. 
Alois  Lode)  der  Fall. 

■257.  Physikalisches  Institut.  —  179  Bde.  —  Dotation 
ca.  60—80  Gulden  aus  der  Institutsdotation.  —  Vorstand: 
Prof.  Dr.  lynaz  Klemencic;  Assistent:  Doc.  Dr.  Michael  Rada- 
kowic.  —  Keine  bestimmten  Bibl. -Stunden.  —  Keine  Ent- 
lehnungen und  Versendungen.  —  Physik. 

258.  Chemisches  Laboratorium.  —  1130  Bde.  —  Der 
ßücherankauf  erfolgt  je  nach  Bedarf  aus  der  Dotation  des  In- 
stitutes. —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Karl  Senhofer.  —  Inventar- 
katalog. 

250.  Meteorologisches  Observatorium.  —  Ca.  300 
Bde.  —  Jahresdotation  20—30  Gulden,  der  allgemeinen  Do- 
tation entnommen.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Paul  Czermak.  — 
Katalog  in  Ausarbeitung.     —     Entlehnungen    an    Studirende. 

—  'ISÜO  durch  Prof.  Dr.  Josef  M.  Pernter  ins  Leben  gerufen. 

—  Zum  grössten  Theile  durch  Tauschverkehr  mit  anderen  Ob- 
servatorien vermehrt.  —  Fachliteratur. 

260.  Seminar  für  Mathematik  und  mathematische 
Physik.  —  2:.)s  Bde.  —  Jahresdotation  seit  1s;j7  loo  Gulden. 

—  Vorstände:  Prof.  Dr.  Otto  Stolz,  Prof.  Dr.  Karl  Exner, 
Prof.  Dr.  Wilhelm  Wirtinger.  —  Inventarkatalog,  aiphabet. 
Zettel-  und  Fachkatalog.  —  Entlehnungen  nur  an  die  Theil- 
nehmer  der  Seminarübungen.  —  Gegr.  ls7'.)  aus  den  Dou- 
bletten  der  Baumgarten'schen  Schenkung  an  die  Universitäts- 
bibl.,  vermehrt  durch  die  ordentliche  Dotation  seit  Ls;t7,  durch 
die  ausserordentlichen  Dotationen  aus  Stipendienresten. 

2(51.  Germanistisches  Seminar.  —  594  Werke  in  ca. 
900  Bdn.  und  Heften.  —  Ohne  feste  Dotation;  für  die  Bibl. 
wird  verwendet,  was  von  den  acht  systemisirten  Stipendien 
von  je  :50  Gulden  erübrigt,  durchschnittlich  12o  Gulden.  — 
Vorstände:  Prof.  Dr.  Joseph  Wackernell,  Prof.  Dr.  Joseph 
Seemüller.  —  Zettelkatalog.  -  Benutzbar  derzeit  nur  für 
Mitglieder  zu  den  Stunden  der  Seminarübungen,  nacli 
Bestellung  eines  Dieners  den  ganzen  Tag.  —  Ebenso  Ent- 
lehnungen. —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1875,  seit  Sommer- 

Ritpliothpks  A'lrcasliiicli.  G 


82  Joachimsthal.  [262 

Semester  1899  eiiiene  Räumlichkeit.     —     Deutsehe    Philologie 
im  gesammten  Umfange. 

Die  Leopold  Franzens-Universität  zu  Innsbi'uck.  1848—1898.  Festschrift. 
Innsbruck  18'.iO,  S    ö7. 

■2(;2.  Historisches  Seminar,  Museumstrasse  Ki,  IL  — 
»i49  Bde.  —  Jahresdotation  200  Gulden.  —  Vorstände:  Prof. 
Dr.  Ludwig  Pastor  und  Prof.  Dr.  Emil  v.  Ottonthal.  —  Al- 
phabet. Zettel-  und  Nummernkatalog.  - —  Nur  für  den  Ge- 
brauch der  Mitglieder  und  Thoilnehmer  des  historischen  Se- 
minars. —  Entlehnungen  und  Versendungen  nur  in  beson- 
deren, durch  die  Seminarvorstände  zu  beurtheilenden  Aus- 
nahmsfällen. —   Gegr.  1S71.  —  Geschichte. 

Die    Leopold  Franzens-Universität  zu  Innsbruck  1818 — 1898.  Innsbruck 
1899,  S.  41. 

Joachimsthal  (Böhmen) 

■2(;o.  Städtisches  Archiv  besitzt  eine  sehr  alte  Bibl.  mit 
v/erthvollen,  bis  in  das  Uk  Jhdt.  reichenden  Handschriften, 
darunter  die  Bergpredigten  des  Magisters  Mathesius  und 
Werke  des  Agricola,  leider  nicht  bibliothekarisch  genau  ge- 
ordnet. 

2fi4.  Freilesehalle  und  Freibibliothek.  —  i;J4(j  Werke,  r> 
Tagesblätter,  r>  Wochenblätter,  mehrere  illustrirte,  sowie  Witz- 
blätter und  7  Fachzeitungen.  —  Jahresdotation  von  der  Spar- 
cassa  200  Gulden,  davon  für  Neuanschaffungen  120  Gulden, 
da  bei  der  ziemlich  starken  Frequenz  25%  Abnützung.  — 
Vorstand:  Gustav  Nestel  Edler  v.  Eichhausen,  k.  k.  Landes- 
gericlitsrath;  Obmann-Stellvertreter:  Anton  Müller,  k.  k.  Be- 
zirksschulinspector;  Cassier:  Robert  Kuhn,  k.  k.  Bergcontrolor; 
Schriftführerin:  Anna  Lorenz,  BürgersehuUehrerin;  Biblio- 
thekare: Emanuel  Schönfelder,  Julius  Samuel  und  Lehrer 
Rauscher:  5.s  beitragende  Mitglieder.  —  Liventar-  und  alplia- 
bet.  Bandkatalog.  —  Die  Lesehalle  ist  für  jedermann  an  Wci'k- 
tagen  von  5 — lo  Uhr  abends,  an  Sonn-  und  Feiertagen  mit 
Ausnahme  des  ersten  Weihnachts-,  des  Oster-  und  Pfingst- 
sonntages  von  9 — 12  Uhr  vorm.  und  2 — lo  Uhr  abends  ge- 
öffnet. Bücherausgabe  nur  Sonntag  von  2—4  Uhr  nachm.  — 
Im  Jahre  1898  zählte  der  Verein  2921  Entiehner  und  2(;(;3 
Besucher  der  Losehalle. 

2i;o.  Gabelsberger  Stenographenverein,  Gasthaus  zur  Stadt 
Wien.  —  ;}21  Bde.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Ob- 
mann: F.  Carlellieri.  k.  k.  Notar;  Bibliothekar:  Der  Bücher- 
wart  des  Vereines.    —    VAn  liandschriftlicher  Accessionskatalog 


2f.'.il  Is(!hl.  83 

uinl  Inventar;  oin  ucdriickter  Materienkatalo^.  —  Benutzbar 
an  tliMi  Veri'iMs:il)eii(lon.  —  Entlehnung'  und  Versendunj^'^  an 
Vereinsniitglieder  auf  M  Tage.  —  Gegr.    KSSi». 

Isclil  (Ober-Oesterr.), 

3(i(i.  K.  k.  Centralbibliothek  der  alpinen  Salinenverwaltungen, 

Salinenvcrwaltungsgcbäude,  Wirerstrasso  s.  —  215o  IJde. 
(Drucke  und  Handschriften.)  —  Jahresdotation  ca.  240  Gulden. 
—  Vorstand:  Borgrath  und  Vorstand  der  k.  k.  Salinen- 
verwaltung Carl  V.  Balzberg;  Bibliothekar:  ein  Kanzlist.  — 
Ein  Accessionskatalog.  —  Für  die  Beamten  der  alpinen  Sa- 
linenverwaltungen Ebensee,  Ischl,  Hallstatt,  Aussee,  Hall  und 
Hallein  zu  jeder  Zeit  benutzbar.  —  Entlehnung  und  Ver- 
sendung nur  an  die  genannten  Anstalten  gegen  Empfangs- 
bestätigung, doch  nicht  über  Jahresfrist.  —  Die  Bibl.  wurde 
als  Salinenoberamtsbibl.  gegen  Ende  des  vorigen  Jhdts. 
gegr.  und  ging  nach  Auflösung  des  Salinenoberamtes  l.Söo  in 
«las  Eigenthum  der  Salinen-  und  Forstdirection  Gmunden 
über;  nach  Auflösung  der  letzteren  i.  J.  18(;8  kamen  die  das 
Forstwesen  betreffenden  Zeitschriften,  die  Gesetzsammlungen 
und  andere  juridische  Werke  an  das  k.  k.  Oberforstamt  in 
Ebensee,  die  übrigen  Werke  an  die  k.  k.  Salinenverwaltung 
Ischl.  —  Besondere  Pflege  finden  Berg-,  Sudhüttenbetriebs- 
und  maschinentechnische  Wissenschaften,  sowie  Elektrotechnik. 

■2i)7.  Pfarrbibliothek,  zugleich  Bibl.  des  katholischen  Ge- 
sellenvereines, Pfarrhofgebäude.  —  Ca.  1000  Werke.  —  Jahres- 
dotation 30  Gulden.  —  Bibliothekar:  Peter  Bandzauner;  die 
Verwaltung  der  Bibl.  wird  vom  Vicepräses  und  den  Ordnern 
des  katholischen  Gesellenvereines  besorgt.  —  Ein  Zettel-  und 
ein  aiphabet.  Katalog.  —  October  bis  Mai  jeden  Sonn- 
tag von  1  Uhr  an  geöffnet  und  unentgeltlich  benutzbar;  Mit- 
glieder des  Gesellenvereines  haben  täglich  abends  freien  Zu- 
tritt und  auch  das  Recht  der  Entlehnung.  Eine  Versendung 
findet  nicht  statt.  —  Gegr.  188'j,  pflegt  die  Bibl.  vorzugs- 
weise das  Gebiet  der  Geschichte. 

2(;8.  K.  k.  Salinenverwaltung,  Wirerstrasse  8.  —  720  Bde.  — 

Jahresdotation  ca.  txi  Gulden.  —  Gesetze,  Verordnungen,  Hand- 
bücher, Statistik,  Amtszeitungen. 

•2(\'.K  Volksbücherei  (Ortsgruppe  des  oberösterreichischen 
Volksbildungsvereines).  —  icoo  Bde.  und  Hefte  unterhalten- 
den und  wissenschaftlichen  Inhaltes,  —  In  den  Monaten  Oc- 
tober bis  Mai  jeden  Sonntag  von  8 — 1(>  Uhr  unentgeltlich  be- 

6* 


84  Jungbiinzlau.  [270 

nützbar.   —    Entlehnungen  auf  vier  Wochen,  aber  keine  Vor- 
sendungen. —  Bibliothekar:  Alois  Gassner,  Ookononi. 

Jung-bnuzlau  (Ml.  Boleslav,  Böhmen). 

•JTO.  [K,  k.  Staats-]Gymnaslum  (Cis.  kräl.  stätni  vyssi  gym- 
nasium.  —  <ij  Lehrerbibl.  ol57  Werke  in  5oU3  Bdn.  und  (J-,H) 
Heften,  5340  Programme;  h)  Schülerbibl.  ^GGO  Werke  in  5060 
Bdn.  und  12ö  Heften.  —  Director:  Josef  Postatny;  Biblio- 
th'kar:  Prof.  Jan  Weger.  —  KiSs  von  Graf  Czernin  in  Kos- 
manos  gegr.,  17.~^G  nach  Jungbunzlau  verlegt.  Seit  186s  Pia- 
ristenuntorgymn.   und  Communaloberg3'mn.  löSl  verstaatlicht. 

Weger,  Jan.  Katalog  bibliotlieky  professorske.  In:  Program  cis.  kräl. 
stätniho  vvSSiho  gj'mnasia  v  Ml.  Boleslavi.  V  Mlade  Boleslavi  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Kaaden  (Böhmen). 

•JTl.  Franciscanerconvent.  —  a)  grosse  Bibl.  2119  Bde.; 
h)  kleine  Bibl.  1121  Bde.,  6  Handsciiriften,  ca.  lOOlncunabeln. 
—  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Guardian  und  Biblio- 
thekar: P.  Adalbert  Chvojan.  . —  Handschriftlicher  aiphabet. 
Katalog.  —  Benutzbar  nur  in  Gegenwart  eines  Convent- 
mitgliedes.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  (Ver- 
boten durch  die  ,,Leges  Bibliothecae"  und  päpstliche  Ver- 
ordnungen.) —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Kloster  147.'5.  —  Moi.<t 
theologische,  aber  auch  alle  anderen  Fächer  vertreten. 

272.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  Mo.) 
Werke  in  2;jU  Bdn.,  lä.')«  Programme;  h)  Schülerbibl.  loiii 
Werke.  —  Director:  Moriz  Plahl;  Verwalter  von  <i)  Prof.  Dr. 
Joseph  Dorsch;  von  hj  Prof.  Joseph  Hofmann.  —  Erriclitet 
1H71  als  Communalrealgymn.;  I.s74 — i  s77  Obergymn..  seit 
18S0  abermals  Obergymn.   l.syi  verstaatlicht. 

Dorsch,  Joseph.  Katalog  der  Lehrerbibl.  In:  Programm  des  dcutsolioii 
k.  k.  Staats-Oborgymn.  in  Kaaden.  Kaaden  1808. 

Nach  dem  letzten  Jahresbericlite  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

Kai  kslmi*^  (Niedcr-Oesterr.). 

273.  Collegium  des  Ordens  der  Gesellschaft  Jesu  besitzt 
eine  Hausbibl.,  zu  welcher  noch  einige  bosoiidtru  Saiiunhmgen 
für  Unjj^arisch,  Italienisch,  B<"»hmisch,  Naturgeschi(;hte  und 
Schülerljibl.  in  sechs  Al>tli(ülungon,  sowie  seit  l^iio  noch  ein 
„(Jal>inet  für  kirchliche  Kunst"  und  die  damit  verbundene 
Kunstbibl.  mit  :».')6  Werken  in   1633  Bdn.  gehören.    Gesammt- 


-'7(V1  Kaltem.  85 

hostand  ca.  JT.nod  Hde.  -  Jahresdotation  je  naoli  Üodarf, 
für  dio  Schiilhihl.  KM)  Gulden.  —  Bibl.-Vorstaiid :  ein  Priester; 
iür  die  Seliiilcrbil)!.  sor^t  der  Generalpräfcct  und  die  je- 
veilii^eu  Präfecten  der  einzelnen  Abtheilun^en.  Custos  der 
Kunstbibl.:  P.  Ladislaus  Velics.  —  Handschriftliche  aipha- 
bet. P'achkataloge  in  Zettelform  und  Bandkataloge.  —  Ver- 
sendungon  nur  ausnahmsweise  mit  besonderer  Erlaubniss  des 
Hausoboren  und  unter  gewissen  von  Fall  zu  Fall  festgestellten 
Bedingungen.  —  Die  Gründung  der  Bibl.  erfolgte  zugleich  mit 
jener  des  CoUegiums  i.  J.  l.sö?  (nach  Jordan  ls55).  Es 
wurde  dafür  ein  geräumiges  Zimmer  zur  Verfügung  gestellt, 
bis  endlich  nach  mehreren  Wecliselfällen  die  Bibl.  in 
fünf  miteinander  verbundenen  Zimmern  zum  überwiegend 
grössten  Thoile  untergebracht  wurde.  I.s91  erhielt  sie  einen 
grösseren  Zuwachs  durch  Graf  Julius  Janko,  welcher  dem 
Collegium  den  grössten  Theil  seiner  Privatbibl.  schenkte. 
ist)2  wurde  aus  der  Hinterlassenschaft  des  Prof.  Friedrich 
Franz  dessen  trefflich  geordnete  philosophische  Handbibl.  an- 
gekauft. —  Vertreten  fast  alle  Fächer,  besonders  seit  1.S94. 
Besondere  Sorgfalt  erfahren  die  an  dem  Collegium  ver- 
tretenen Lehrfächer. 

Kaltem  (Caldaro,  Tirol). 

271.  FrariGiscanerconvent.  —  Ca.  .sooo— iioOO  Bde.,  20—30 
Handschriften,  ca.  OO  Incunaboln.  —  Jahresdotation  je  nach 
Bedarf.  —  Bibliothekar:  ein  Mitglied  des  Conventes.  —  Hand- 
schriftlicher aiphabet,  chronologischer  und  Zettelkatalog.  — 
Mit  spccieller  Erlaubniss  des  Guardian  Entlehnungen  auch 
an  Nichtmitglieder  des  Convents  unter  besonders  festzustellen- 
den Bedingungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Kloster  (lf;3s) 
von  Erzherzogin  Claudia  v.  Medici,  Witwe  dos  Erzherzogs 
Leopold  (Regenten  von  Tirol  und  Bruders  Kaiser  Ferdinands  H.). 
—  Hauptsächlich  Tiieologie,  und  zwar  Moraltheologie  und 
Kirchengeschichte. 

Kalwary.a  (Paclawska,  Galizien). 

27;").  Minoritenconvent  (gegr.  IGiw).  —  Guardian:  P.  Al- 
phonsus  Ptaszek    —  Nähere  Auskünfte  nicht  zu  erlangen. 

Kanipora  (Dalmatien). 

27('..  Franciscanerconvent.  —  126n  Bde.,  .5  Handschriften, 
P.o  Licunabeln.  —  Keine  Dotation.  —  Guardian  und  Biblio- 
thekar: P.  Casimir  Jnrie.    —    Ali>li;il)ot,  Baudkatalog.  —  Tag- 


86  Karlsbad.  [m 

lieh  auch  für  nicht  zum  Convent  gehörige,  vertrauenswürdige 
Personen  in  Gegenwart  des  Bibliothekars  benutzbar.  —  Keine 
Entlehnung  oder  Versendung.  —  Gegr.  149s  durch  Nachlässe 
der  Conventmitglieder  und  Schenkungen.  1893  von  dem  gegen- 
wärtigen Bibliothekar  neu  geordnet.  —  Hauptsäclilich  Theo- 
logie, aber  auch  Jurisprudenz,  Geschichte,  Philosophie. 

Karlsbad  (Böhmen). 

277.  [Städtisches  Kaiser  Franz  Joseph-Real-  und  Ober-]Gym- 

nasium,  Elisabethquai  Nr.  932.  —  a)  Lehrerbibl.  7.s7  Werke 
in  2235  Bdn.,  988  Programme;  h)  Schülerbibl.  253  Werke  in 
490  Bdn.  —  Dotation  500  Gulden.  —  Director:  Franz  Grund; 
Gustos  der  Lehrerbibl.:  Prof.  Dr.  Friedrich  Bauer;  der  Schüler- 
bibl.: Prof.  Franz  Resiak.  —  l  Bandkatalog  (Accessionskatalog), 
1  aiphabet.  Zettelkatalog,  Fachkataloge.  —  Jederzeit  zugäng- 
lich ;  Entlehnung  a)  an  Mitglieder  des  Lehrkörpers.  —  Gegr. 
1S92.  1895  schenkte  der  Privatier  Fischer  aus  Pirkenhammer 
seine  Bibl.  (G49  Bde.)  —  Alle  Gymnasialfächer. 

Bibl.-Katalog  soll  im  Jahresberichte  für  1899/1900  erscheinen. 

Karolinenthal  (Karlin,  Böhmen). 

278.  [K.  k.  deutsche  Staats-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl. 
1231  Bde.,  422  Hefte,  9920  Programme;  h)  Schülerbibl.  1349 
Bde.,  81  Hefte.  —  Director:  Carl  Wihlidal;  Bibliothekar  von 
a)  Prof.  Julius  Seifert;  von  h)  Prof.  Vincenz  Vfesfäl.  —  1875 
als  Unterrealschule  gegr.;  seit  1881  überrealschulo. 

Seifert,  Julius.  Katalog  der  Lehrerbibl.  In:  XXII.  Jahresbericht  der 
deutschen  Staatsrealschule  in  Karolinenthal.  Pi-ag  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

279.  [K.  k.  böhmische  Staats-]Realschule  (Cis.  kräl.  ceskä 
vy.ssi  realka).  —  a)  Lehrerbibl.  3005  Werke  in  44(17  Bdn.. 
911  Heften,  52  Atlanten,  4105  Programme;  h)  Schülerbibl. 
2365  Werke  in  2770  Bdn.  —  Jahresdotation  450—500  Guklen. 
—  Director:  Dr.  Jan  Pla.sil;  Gustos  für  a)  Prof.  Ladislaus 
Dolansky;  für  h)  Prof.  Jan  Nedoma.  —  Gegr.  1874  von  der 
Gemeinde;  1883  verstaatlicht. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Katzelsdorf  (Nieder-Oesterr.). 

2.S0.  Redemptoristencollegium  hat  eine  grössere,  zum  rein 
internen  (Joltraiiflic  Ix-stiiimito  Bihl.  —  Roctor:  Dr.  Franz 
Prikryl. 


284]  Kenty.  87 

Kenty  (Galizien). 

•2s  1.  Reformatenkloster.  —  300,  naoli  Tizzala  !t23  Bde.  — 
Jahrosdotation  lo  (Juldon.  —  Vorstand:  (iuavdian  P.  Mel- 
chior Kriiczyi'iski.  —  Alphabet.  Katalog'.  —  Benutzbar  nur 
Tür  Ordonsmit.uliodor,  —  Keine  Entlehnnn<^en  und  Versen- 
duuiien.  —  Entstand  zu;ü;leich  mit  dem  Convent  1G1J9,  —  Ver- 
treten Theologie  (lat.),  Predigten  (poln.),  Jus  canonicum,  as- 
cetische  Werke. 

Klagenfart  (Kärnten). 

282.  Casino,  ..Hotel  Kärntnerhof".  —  1400  Werke.  -— 
Jahresdotation  so  — loo  Gulden.  —  Ein  jährlich  aus  den  Mit- 
gliedern (gewählter  Bibliothekar.  —  Gedruckter  aiphabet.  Ka- 
talog a.  d.  J.  ISiia.  —  Entlehnung  an  Mitglieder  auf  1  Wochen. 

—  Gegr.  zugleich  mit  dem  Vereine  im  4.  Decennium  des 
10.  Jhdts.  —  Hauptsächlich  vertreten  Conversationslexika, 
Zeitschriften,  Belletristik. 

Kataloge  orsehoinen  von  Zeit  zu  Zeit  im  Drucke. 

2s3.  Kärntner  Gabelsberger  Stenographenverein,  landschaft- 
liche Burg^  2.  Stock.  —  Ende  1898:  814  Bde.  —  Jahres- 
dotation ca.  40  Gulden.  —  Vorstand:  Joseph  Opl;  Bücher- 
wart:  Rudolph  Alber,  Rechnungsofficial  der  k.  k,  Landes- 
regierung. —  Bandkatalog  mit  Schlagworten.  —  Benutzbar 
Montag  von  12— 12^/2  Uhr  für  Mitglieder  und  Schüler  des 
Vereines.  —  Ebenso  Entlehnungen  und  Versendungen  auf 
<i  Wochen  gegen  Ersatz  der  Kosten.  —  Gegr.  zugleich  mit 
dem  Vereine  18(53.  —  Fast  ausschliesslich  Gabelsberger'sche 
Stenographie,  doch  auch  andere  Stenographiesysteme. 

2s4.  Geschichtsverein  für  Kärnten    im  Landesmuseum  Ru- 

dolfinum^  2.  Stock.  —  Ca.  2.'').0oo  Bile,,  4.5  Incunabeln; 
die    Handschriften    bilden    einen     Bestandtheil    des     Archivs. 

—  Jahresdotation  ca.  3oo  Gulden;  überdies  lebhafter  Tausch- 
verkehr. —  Bibliothekar:  August  Jaksch  Ritter  v.  War- 
tenhorst, Landesarchivar.  —  Inventar-,  wissenschaftlicher 
Zettel-  und  aiphabet.  Bandkatalog  (nach  Formaten  getrennt) 
vom  jetzigen  Bibliothekar  geordnet  (1888 — isDO).  —  Benutz- 
bar von  9 — 12  und  3 — 5  Uhr.  —  Entlehnungen  und  Versen- 
dungen wie  bei  Staatsbibl.  —  Gegr.  1844.  Schon  1847  betrug 
die  Bibl.  2036  Bde.,  133  Handschriften.  —  Geschichte  im  wei- 
testen Sinne  des  Wortes,  speciell  Landesgeschichte  Kärntens 
und  Oesterreichs,  sonst  alle  Wissenschaften  mit  Ausnahme  der 
Naturwissenschaften. 

Ankershofen,    Frli.    v.    Handscliriften    der  Sammlung  des  bist    Vor.  für 
Kärnten    in    Klagenfurt.     In:     Archiv    für    österr.    Geschichte.  I,  2    1848, 


88  Klagenfurt.  [285 

S.  71.  —  Jahre -bericht  des  bist.  Vereines  für  Kärnten  in  Klagenfurt.  In:  Ca- 
rinthia.  Mittheilungen  des  Geschichtsvereines  für  Kärnten.  —  Festschrift 
des  Geschichtsvereines  für  Kärnten    Klagenfurt  1896. 

•2sf).  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  n)  Lehrerbibl.  241-2 
"Werke:  hj  Scliülerbibl.  37  76  Bde.  und  Hefte.  —  Direelor:  Dr. 
Robert  Latzel;  Custos  für  a)  Prof.  Johann  Gessler;  für  hJ 
Prof.  Alois  Grillitsch.  —  Gegr.  ino.T,  1004  den  Jesuiten  über- 
gaben: seit  161.3  sechs,  seit  1631  sieben  Classen:  1807  ein- 
gewandorten Benedictinern  von  St.  Paul  übergeben.  1.S71 
Staatsgymn. 

Katalog  der  Lehrerbibl.  des  k.  k.  Staatsgymn.  In:  XLVIII.  Programm 
des  Staatsobergymn.  zu  Klagenfurt.  Klagenfurt  1808. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde 

•286.  Kärntner  Handels-  und  Gewerbekammer.  —  Die  Bibl. 
ist  eine  Handbibl.  und  besteht  aus  ca.  2800  Bdn.  —  Jahres- 
dotation 400  Gulden.  —  Ein  handschriftlicher  ali)habet.  nach 
Schlagworten  geordneter  Katalog.  —  Das  Verfügungsrecht 
über  die  Benützung  der  Bibl.  hat  das  Kammerpräsidiura.  — 
Benutzbar  für  die  Kammerinteressenten  während  der  Amts- 
stunden. —  Nur  ausnahmsweise  Entlehnung  oder  Versendung, 
—  Die  Bibl.  besteht  seit  dem  Jahre  18.50  und  hat  zumeist 
durch  Kauf  ihren  gegenwärtigen  Stand  erreicht.  —  Vertreten 
sind  Rechts-  und  Staatswissenschaften,  Gesetzeskunde,  Volks- 
wirthschaft,  Land-  und  Forstwirthschaft,  Gewerbewirthsohaft, 
Technologie,  Bau-  und  Hüttenwesen.  Gewerbs-  und  Industrie- 
zweige. Arbeits-  und  Arbeiterwesen,  Credit-  und  Bankwesen, 
Handel  und  Handelskunde,  Verkehrs-  und  Ausstellungswesen, 
Statistik,  Geographie,  Finanz-  und  Zollwesen. 

287.  Kärntner  Industrie-  und  Gewerbeverein  im  Landes- 
museum Rudolfinum,  Museumsgasse  2.  —  1250  Werke  in  ca. 
3000  Bdn.  —  Jahresdotation  ca.  100  Gulden.  —  Vorstand: 
Hermann  Hinterhuber,  k.  k.  Bergrath ;  Custos  und  Vereins- 
secretär:  Rudolf  Ritter  v.  Hauer;  1  Diener.  —  Ein  hand- 
schriftlicher aiphabet.  Katalog  und  ein  gedruckter  Auszug 
hieraus,  nach  Fächern  geordnet.  —  Während  der  Kanzlei- 
stunden, aber  auch  sonst  nach  Bedarf  zugänglich;  Bücher 
werden  gegen  Revers  entlehnt  und  versendet.  —  Gegr.  gleich- 
zeitig mit  der  Errichtung  des  Vereines  i.  J.  1850.  —  Vertreten 
Industrie,  Gewerbe,  Unterricht.  Fachzeitschriften. 

288.  Kärntner -Verein,  Kanzlei:  landschaftliche  Burg.  — 
629  Bde.  —  Jahresdotation  150  Gulden.  —  Vorstand:  Prof. 
Dr.  Joseph  Mitteregger:  Vorstand-Stellvertreter:  Landes- 
gerichtsratli  Anton  Stanfel:  S:»cretär  :  Anton  Ohrfandl:  1  Diener. 


292]  Kla^'oiifiirt.  Kl> 

—  Zettelkatalog.  —  Nur  Handbibl.  zAim  Zwecke  der  lieraus- 
iiabe  des  Voreinsoriianos  „Kärntiierisches  Gemoindoblatt".  — 
Keine  EntlehnuiiLicn  und  Vorsondun^en.  —  Als  Handbibl.  der 
Sclirit'tleitunj^-  des  ..Kärntnerischon  (lonioindeblattes"  isT.'J  liegr., 
ging  die  IJibl.  isHl  in  den  Besitz  des  nengegründeten  Ver- 
eines über.  —  Vervvaltungsreclit  und  Carinthia,  insbesondere 
fremde  Literatur. 

•2s:».  Naturhistorisches  Landesmuseum  von  Kärnten    im  Ru- 

dolfinum,  Museumsgasse  "2.     —     8()()0  Werke  in  ca.  (JlTf)  Bdn. 

—  Jahresdotation  30ü  Gulden.  —  Vorstand:  Ferdinand  See- 
land, k.  k.  Oberbeigrath:  Bibliothekar:  Wenzel  Hof bauor,  Berg- 
ingenieur. —  Ein  Zettel-  und  ein  Bandkatalog  (letzterer  als 
Accessionskatalog  geführt).  —  Vorm.  von  i)  — 12,  nachm.  von 
2—6  Uhr  geöffnet.  —  Entlehnung  an  Mitglieder  des  Museunis- 
vereines auf  .'50  Tage;  ebenso  Versendung.  —  Gegr.  I.s4«.  Den 
Grundstock  bildete  die  Bibl.  des  Anton  Graf  Goess,  der  die 
naturhistorische  Abtheilung  seiner  Büchersammlung  dem  Mu- 
seum zur  Verfügung  stellte.  —  Vorzugsweise  finden  die  Natur- 
wissenschaften  Pflege. 

290.  Fürstbischöfliches  Priesterseminar.  —  Ca.  IT.oou  Bde. 

—  Jahresdotation  ca.   iTjO  Gulden.  —   Alphabet.  Zettelkatalog. 

—  Benutzbar  nur  für  die  Alumnen  zu  besonders  festgesetzten 
Stunden.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Theo- 
logie, Philosophie,  Geschichte  und  Literatur. 

291.  [K.    k.     Staats-]Realschule,     Bahnhofstrasse    37.      — 
n)  Lehrerbibl.  :^7(V2  Bde.  und  Hefte;  h)  Schülerbibl.  3S09  Bde. 

—  Jahresdotation  (aus  Landesmitteln)  150  Gulden.  —  Di- 
rector:  Joseph  Opl;  Bibliothekar:  Schulrath  Prof.  Raimund 
Dürnwirth.  —  Bandkatalog  nach  Fachgruppen  geordnet.  — 
Zugänglich  für  Mitglieder  des  Lelirpersonales  an  allen  Wo- 
chentagen. —  Ebenso  Entlehnungen;  ausnahmsweise  und  mit 
besonderer  Bewilligung  des  Directors  auch  an  andere  distin- 
guirte  Personen.  —  Versendungen  nur  an  die  Directionon  der 
Mittelschulen  Kärntens.  —  Gegr.  isön.  —  Grössere  Schen- 
kungen vom  k.  k.  Ministerium  f.  Cultus  und  Unterr.,  der 
k.  k.  geolog.  Reichsanstalt,  der  k.  k.  Central-Commission  für 
Erforschung  und  Erhaltung  der  Baudenkmale  und  verschie- 
denen Privaten.  --  Besonders  vertreten  in  nj  Geograi)hie,  Ge- 
schichte, Statistik,  deutsche  Sprache  und  Literatur;  in  b)  deutsche 
Sprache,  Literatur  und  Jugendschriften. 

Katalog    der    Lehrerbibl.     In:     XLI.  Jahresbericht  der  Staatsoberreal- 
sclnilo  zu  Klagenfurt.  Klagenfurt  1898. 

292.  Residenz   des   Ordens  der  Gesellschaft  Jesu.     —     Ca. 

17.000    Bde.    —    Jahresdotation    loo     ir)()  Gulden.     —     Zettel- 


90  Elagenfurt.  [293 

k atalog.  —  Nur  zu  eigenem  Gebrauche.  —  Für  Auswärtige 
nur  mit  besonderer  Bewilligung  der  Direction  benutzbar.  — 
Vorzugsweise  Theologie,  Philosophie  und  Geschichte. 

293.  K.  k.  Studienbibliothek,   Kaufmanngasse  11.  —  4(5.180 
Bde.,  darunter  ca.  200  Incunabeln,  2;»-2  Handschriften.  Ausser- 
dem getrennt  aufgestellt :  Programmsammlung  des  k.  k.  Gymn. 
(19.505  Stück),  Bibl.  des  kärntnerischen  Aerztevereines  (3(!ll 
Bde.),    Bibl.   der  Section  Klagenfurt  des  deutschen  und  öster- 
reichischen   Alpenvereines    (900  Bde.,   Hefte  und  Karten).     — 
Jahresdotation  1200  Gulden,    1898  noch  5«0  Gulden  a.  o.  Zu- 
schuss.  —  Vorstand:  Dr.  Max  Ortner,  k.  k.  Gustos;  Scriptor: 
Dr.  Gustav  Zoepfl;     1    prov.    Diener.    —    Hauptzettelkatalog, 
nach  Standorten;     Inventar  (3  Bde.);    aiphabet.    Bandkatalog 
(9  Bde.);  systematischer  Zettelkatalog,  der  nach  und  nach  in 
einen  Schlagwortkatalog  umgewandelt  werden  soll;  Hand-Fach- 
katalog für  das  Lesezimmer  (5  Bde.);  Inventar-  und  aiphabet. 
Bandkatalog  der  Graf  Goess'schen  Sammlung  (2  vol.),  systema- 
tischer Zettelkatalog  der  Programmsammlung;    Inventar  und 
aiphabet.  Zettelkatalog  der  Aertzevereinsbibl.;  Inventar-,  alplia- 
bet.  Zettel-  und  Schlagwortkatalog    der  Alpenvereinsbibl.     — 
Geöffnet:    Montag  bis  Samstag  von  9—12,    Montag,  Dienstag, 
Freitag  von  3 — 5^  Mittwoch,  Samstag  von  2—4  Uhr.    —    Be- 
züglich   der    Entlehnung    und  Versendung    gelten  die  gesetz- 
liclien    Bestimmungen,    die    in    liberalster    Weise    gehandhabt 
werden.  Durch  Unt.-Min.-Erl.  vom  2.  April  is98,  Z.   G994,  er- 
hielt die  gesammte  Lehrerschaft  Kärntens  das  Recht,  aus  der 
Bibl. Bücher  zu  entlehnen.  —  Gegr.  im  IG.Jhdt.  von  den  prote- 
stantischen    Ständen;     das     Gymn.     sammt     der    ständischen 
Bibl.  wurde   1G()4  von  den  Jesuiten  übernommen.     Nach   Auf- 
hebung der  Jesuitenklöster  und  der  Klöster  Ossiach,    Arnold- 
stein,   St.    Paul    und    Völkermarkt    bildeten    diese    Bibl.    den 
Grundstock  der    Lycealbibl.,    deren    Ordnung  dem  Exjesuiten 
Baron  v.  Metzburg  übertragen  wurde.  Unter  den  Geschenken 
ragen  hervor:  die  Bibl.  des  Fürsten  v.  Ptosenberg:     180G  Ge- 
schenk des  Grafen  Peter  Goess,    meist   romanische     Literatur 
(<JO0(>  Bde.);    1897  die  beiden  genannten  Vereinsbibl.    —    An- 
schaffungen den  Bedürfnissen  entsprechend. 

Graf,  Rainer.  Chronik  des  Gymn.  in  Klagenfurt.  (Gymn.-Progr.  1851.)  — 
Ankershofen,  Gottl.  Freih.  v.  und  J.  H.  Ilerinann.  Handbuch  der  Gesch.  des 
Ilerzo<,nhuuis  Kärnten.  Klagenfurt  184:5  — ISC.t.  Bd.  III,  1<;2.  —  Hudik,  P. 
A.  Merkwürdige  Handschriften  der  k.  k.  Bibl.  zu  Klageiifurt.  In:  Neues 
Archiv  f.  Geschielite.  II,  18;J0,  S.  7r.7.  —  Budik,  P.  A.  Handschriften  der 
k.  k.   Bibl.  zu   Klagenfurt.  In:  Oesterr.  Blätter  f.  Literatur  1815,  8.(348,071. 

294.  Höhere  Töchterschule.  —  133  Bde.  —  Jahresdotation 
je    nach    Bedarf.     —     Director:  Johann  Braumüller;     Biblio- 


2981  Klattau.  91 

thekarin:  Lehrerin  Anna  i'ickart.  —  J5andkatalog.  —  Keine 
bestinimton  I>ibl. -Stunden.  —  Entlolinunijfen  an  das  Lehr- 
personalc.  —  Keine  Versendungen.  —  (Jegr.  1890.  —  Scli(»ne 
Literatur  und  Pädagogik. 

•,".•5.  Deutsche  Volksbücherei  der  Südniark-Ortsgruppe  (in 
Gründung  begriffen)  liat  bisher  ca.  2000  Bde.  gesammelt.  — 
Obmann:  Max  Burger.  —  Grösstentheils  Belletristik. 

Klattau  (Klatov,  Böhmen). 

20G.  [K.  k.  Staats-Real-  und  Ober-]Gymnasium  (C.  k.  statni 
realny  a  vys^^i  gymnasium).  —  a)  Lehrerbibl.  3G13  Werke  in 
4508  Bdn.  und  4809  tieften,  5G57  Programme;  h)  Schülerbibl. 
1653  Werke  in  1801,  Bdn.  (cech.  Abth.),  340  Werke  in  54(J  Bdn. 
(deutsche  Abth.).  —  Für  alle  Lehrmittelsammlungen  der  An- 
stalt standen  1897/98  (;93  Gulden  zur  Verfügung.  —  Director: 
Robert  Beer;  Gustos  für  a)  Prof.  Jan  Zelenka;  für  h)  Prof. 
Frantisek  Nekola.  —  Gegr.  1661  als  Jesuitengymn.;  178U  nach 
Pisek  verlegt,  1812  den  Benedictinern  übergeben;  seit  1850 
Obergymn.,  seit  1873  Realobergymn.  1880  verstaatlicht. 

Nach  dem  letzten   Jahresberichte  gearbeitet,    da   der  Fragebogen   niclit 
beantwortet  wurde. 

297.  Museum  der  kgl.  Stadt  Klattau  (Museum  kräl.  mesta 
Klatov).  —  a)  Allg.  Theil:  469  Bde.,  darunter  15  Bde.  In- 
cunabeln  theolog.  Inhaltes;  h)  560  Bde.  Bohemica.  —  Jahres- 
dotation für  Bücherankauf  ca.  100  Gulden.  —  Präses  des  Mu- 
seumscuratoriums:  Hob.  Beer,  Gymn.-Director;  Secretär  und 
Gustos:  Dr.  Garl  Hosta.s.  —  Bandkatalog.  —  Entlehnungen 
gegen  Caution.  —  Gegr.  mit  dem  Museum  1882.  —  Natur- 
geschichte, Medicin,  Jurisprudenz,  Theologie,  Geschichte  und 
Geographie^  Varia.  —  Mit  der  Bibl.  ist  das  Stadtarchiv  (Stadt- 
bücher vom  16.  Jhdt.  angefangen  und  Urkunden)  verbunden. 

Klosterneiibiir«;  (Nieder-Oesterr.). 

298.  Sammlung  Helfert.  —  Ihre  Anfänge  stammen  a.  d.  J. 
1848,  wo  der  jetzige  (ieh.-R.  Dr.  Alexander  Baron  Helfert 
Universitätsprof.  für  römisches  und  Kirchenrecht  an  der  Uni- 
versität in  Krakau  war.  Seither  war  und  ist  der  Besitzer 
eifrig  auf  die  Ergänzung  der  werthvollen  Sammlung  bedacht, 
und  es  gelang  ihm,  um  nur  einige  Beispiele  hervorzuheben, 
die  Mailänder  Placatensammlung  des  Senatspräsidenten  Alois 
Pederzani,  Keil's  „Leuchtthurm"  1848,  „Stella,  Ueber  die  so- 
ciale Frage.  Wien  184.s",  „Kaiina.  Jaroslav  Ksaft"  u.  a.  zu  er- 
werben. —  Die  Sammlung  besteht  aus  folgenden   Theilen,  für 


92  Klosterneuburg.  [299 

deren  jeden  separate  Kataloge  bestehen:  1.  Tagesschriften; 
2.  Bilder,  und  zwar  a)  Auttritte,  Schauplätze,  Costumes,  Cari- 
caturen  etc.:  h)  Porträts:  •}.  Münzen  und  Geldzeichen:  4.  Mu- 
sikalien; 5.  Bibl. :  •;.  Zeitungen  und  Zeitschriften:  7.  Varia: 
8.  Mappen.  —  In  Bezug  auf  Katalogisirung  und  Ordnung  zer- 
fallen diese  Theile  wieder  in  folgende  Gruppen,  und  zwar 
1«:  datirte  und  nach  dem  Datum  geordnete;  Iß:  undatirtc 
Tagesschriften:  2o::  selbständig  ausgegebene  Bilder,  2/5:  ar- 
tistische Beigaben  zu  Druckwerken;  3«:  metallene  Geld- 
zeichen, 3/3:  Papiergeld  und  Münzsorten:  4a:  Tänze.  1/3:  Märsche. 
4y:  Lieder,  4d:  Ouvertüren,  Tongcmälde,  Variationen  etc.; 
:')  umfasst  alle  Druckwerke  über  öO  Seiten:  es  besteht  dafür 
ein  Aufstellungsverzoichniss,  ein  sachlicher  Katalog  und  ein 
für  beide  gemeinsames  aiphabet.  Register;  (ia:  gebundene  Zei- 
tungen und  Zeitschriften,  t;/3:  geheftete  Periodica  oder  solche 
in  Umschlag,  Gy.  Membra  disiecta;  ein  Katalog  ist  nach  diesen 
Gesichtspunkten,  ein  zweiter  topographischer  nach  dem  Druck- 
ort angelegt;  7  enthält  Autographe,  Nestroy- Album,  Studenten- 
Petition  der  Olmützer  Universität,  Daguerrotj'ps,  Porträts  in 
Wachs  oder  Gyps,  Porzellanfigürchen,  Spielkarten,  kurzlebige 
Zeitschriften  u.  dgl.:  s  Mappen  mit  den  auf  die  Jahre  1S4S 
und  1S49  sich  beziehenden  Ausschnitten  aus  späteren  Zei- 
tungen und  Zeitschriften.  —  Neben  dieser  48er  Sammlung  be- 
sitzt Baron  Helfert  noch  eine  reichhaltige  Bibl.,  die  jedoch 
weder  katalogisirt  noch  gezählt  ist. 

Sammlung  Ilelfert  Die  österreichische  Revolution  im  Zusaniinonlians 
mit  der  mittoleuropäisclion  Bewegung  der  Jahre  1841-!  und  1840  in  Wort 
und  Ton,  in  Bild  und  Erz.  Wien  und  Leipzig  l,s'.)8. 

29i>.  Stift  der  Augustiner-Chorherren.  —  Ca.  70.000  Bde.,  MCo 
Incunabeln,  12r)0  Handschriften.  —  Jahresdotation  je  nach  Be- 
darf. —  Bibliothekar:  Prof.  Aegyd  Kopriva;  1  Diener.  —  Hand- 
schriftlich: Handschriften-,  Incunabel-,  aiphabet,  und  System. 
Katalog.  Eine  Neubearl)eitung  des  letzteren  in  Ausarbeitung.  — 
Gogen  Anmeldung  jedermann  täglich  im  Arbeitszimmer  zugäng- 
lich mit  Ausnahme  der  Sonn-  und  Feiertage  wie  der  Sommer- 
ferien. —  Handschriften  werden  laut  Bibl.-Ordnung  nur  in 
der  Bibl.  benützt,  Bücher  nur  an  Stiftsmitglieder  entlehnt.  — 
Der  Gründer  des  Stiftes,  Leopold  der  Heilige  aus  dem  Ge- 
schlechte der  Babenberger,  sclienkte  dem  Kloster  eine  voll- 
ständiire  Bibel  und  ein  Missale  ca.  1135  n.  Chr.  Nach  dem 
Handschriftenverzeichnisse  im  Cod.  83.s  und  dem  Bücher- 
verzeichnisse des  Bibliothekars  Martin  (1330),  in  welchem  HCC 
Handschriften  angeführt  sind,  fand  die  Bibl.  raschen  Zuwachs. 
Unter  dorn  Propste  Ambros  Lorenz  (1772  —  1781)  wurde  die- 
selbe,   2i'.000    Bde.    stai-k,    in    vier  Zimmern   des  ncucji  Stifts- 


■•^0H|  Kniii.  !»3 

ijebäudi's  auf^osti'llt.  l.*^.'{(;  wiirdo  der  j2:rosso  liihl.-Saiil  fin- 
j,fei*ichtot,  liehen  wolcheni  noch  ein  Ziinmcr  zur  Aufstellung 
der  Handschriften  und  Incunabeln  diente.  1«8(J  Adaptirun^^ 
weiterer  sechs  Zimmer  zu  Bibl. -Zwecken.  —  Vertreten  l>ei- 
nalie  alle  Wissenschaften,  vorzui;sweise  Tlieülo<^ie. 

Chmcl,  J.  Ilaiulselirifton  in  östorr.  Bibl.,  nachgewiosen  von  Monc.  In: 
Der  östorr.  Geseliichtsforschcr  IT,  *>,  1,S41.  Not.Bl.,  S.  52.  --  Zoil.ij^,  H.  J. 
Pio  Hibl.  des  Stiftes  Klostenioiiburjj;.  Wien  ISfiO.  —  Wattenbacli,  W. 
llandsehriften  des  Stiftes  Klosterneuburj^.  In:  Archiv  f.  alt.  deutsciie 
CJeseli.  X,  18;')!.  S.  ü\)3.  —  Kostersitz,  Ubald.  Das  Ciiorlicrrenstift  Kloster- 
neuburg. In:  Ein  Chorherrenbuch.  Von  Seb.  Brunnor.  Würzburg  IS^."}  — 
Drexler,  Carl.  Das  Stift  Klosternouburg.  Wien  lS'.tl.  —  Wache,  P.  Die 
theologische  Lehranstalt  des  Augustiner  Chorherrenstiftes  in  Klosterneuburg. 
Wien   1894. 

Knin   (Dalmatien). 

800.  Franciscanerconvent.    —     c.t.')  Bde.    —    Zettelkatalog. 

—  Dotation  je  nach  Bedarf.  —  Entlehnungen  nur  an  Ordens- 
initglieder.  —  Keine  Versendungen.  —  Guardian  und  Biblio- 
thekar: P.  Andreas  Vukicevic.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem 
Convent  gegen  Ende  des  XVII.  Jhdts.  (KiS'j). 

Königgrätz  (Hradec  Kral,  Böhmen). 

301.  fK.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  stätnf  gymnasium).  — 

a)  Lehrerbibl.  5r)9r)Bde.;  h)  Schülerbibl.  4391  Bde.  —  Jahres- 
dotation für  (i)  und  b)  ca.  3.>0  Gulden.  —  Director:  Wilh. 
Steinniann;  Custoden  je  ein  Prof.  der  Anstalt.  —  aj  Band- 
und  Zettelkatalog;  h)  ein  Bandkatalog.  —  ICntlehnungen  für 
Mitglieder  des  Lehrkih'pers  zu  jeder,  für  Schüler  zu  genau  Ije- 
stiinmter  Zeit.  —  Versendungen  an  Directionen  anderer  Mittel- 
schulen. —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  163G  (reorg.  1850). 

—  Alle  Wissenschaften  des  Gymn. 

Ein  Theil  des  Lehret  kataloges  veröffentl.  im  Progr.  d.  Anstalt  1897,98. 

302.  Oeffentliche  höhere  Handelsschule  (Vyssi  obchodni 
?^kola).     —     a)  Lehrerbibl.  70.5  Bde.;  h)  Schülerbibl.  38!)  Bde. 

—  Jahresdotation  ioo  Gulden.  —  Director:  Joseph  Pazourek ; 
Bibliothekar  für  a)  Prof.  Joseph  Vocäsek;  für  fej  Prof.  Johann 
Stejskal.  —  Ein  Zettelkatalog  nach  Fächern.  —  Benutzbar 
(tj  für  die  Mitglieder  des  Lehrkörpers,  h)  für  die  Schüler  während 
der  Schulzeit.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Keine  Versen- 
dungen.   —    Ge<ir.   isn5.   —  Besonders  Ilandclswissenschaften. 

303.  Bischöfliches  Priesterseminar  besitzt  eine  Hausbibl. 
von  ungefähr  r)(;00  Bdn.  zur  ausschliesslichen  Benützung  der 
Prof.  und  Alumnen.  —  Für  ihre  Erhaltung  und  Vermehrung 
werden  jährlich  aus  der  Ilauptcasse  etwa  (iO— 80  Gulden  dem 


94  Könioinhof.  [304 

jeweiligen  Vicerector  zur  Verfügung  gestellt.  —  Rector:  P. 
Anton  Suehanek. 

304.  [K.    k.    Staats-]Realschule  (C.  k.  vyssi  realnä  skola). 

—  a)  Lelirerbibl.  185-J  Werke  in  34-24  Bdn.,  oS34  Programme; 
h)  Schülerbibl.  2u3ö  Werke  in  -20 10  Bdn.  —  Director:  Karel 
Broz;  Gustos  fiir  a)  Prof.  Bediich  Konvalinka;  für  h)  Realschul- 
Lelirer  Dr.  Jaroslav  O.  Ilruska.  —  1851  als  unselbständige 
Communal-Unterrealscliule  gegr.,  seit  1870  Oberrealschule, 
issG  verstaatlicht. 

Konvaliuka,  Bedfich.  Seznam  knih  uCitelske  knihovnj'.  In:  Vyrocni 
zpräva  c.  k.  vysäi  realne  .skoly  v  Ilradci  Krälove.  V  Hradei  Krälovc  IS98. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  PYagebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Königinhof  (Kral.  Dvora,  Böhmen). 

305.  [Kaiser  Franz  Josef- Communal-]Gymnasium  (Vyssi 
gymnasium  Frantiska  Joscfa).  —  a)  Lelirerbibl.  ca.  35u  Werke 
in  500  Bdn.;  l>)  Schülerbibl.  ca.  700  Bde.  —  Director:  Otakar 
Saitz;  Gustos  für  a)  Prov.  Lehrer  Zdenek  Kuffner;  für 
bj  Prof.  Alois  Mesany.  —  Gegr.  18:i0. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

30(;.  Literarischer  und  Leseverein  „Slavoj"  (Literärni  a 
etenäfsky  spolek  „Slavoj"),  Sokolov.  -  2G00  Bde.  -  Jahres- 
dotation 300  Gulden   aus  Mitglieder-   und  Gemeindebeiträgen. 

—  Vorstand:  Dr.  Nedbal;  G  Functionäre,  aus  denen  2  Biblio- 
thekare bestimmt  werden.  —  Ein  aiphabet.  Autorenzettel- 
katalog, ein  Fachkatalog  in  vier  Gruppen,  nach  dem  p]inlaufe 
geordnet.  —  Sonntag-  von  11  — 12  und  Mittwoch  von  7  bis 
s    Uhr    abends    geöffnet.      —      Entlehnungen    auf    l    Wochen. 

—  Keine  Versendung.  —  Gegr.  1880.  —  Hauptsächlich  Belle- 
tristik und  unterhaltende  Zeitschriften. 

Gedruckter  Katalog  aus  dem  Jahre  1895. 

Köuigswart  (Kinzwart,  Böhmen). 

3<»7.  Fürstlich  v.  Metternich-Winneburg'sche  Famillen-Fidei- 
commiss-Bibliothek.  —  37.00O  Bde.;  ca.  1  oO  Incunaljcln;  3(> 
bis  40  Handschriften.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  — 
Vorstand  und  Museumsdirector:  P.  Albert  Leuchtweis,  Domini- 
kaner; 1  Diener.  —  Ein  Zettel-  und  ein  Bandkatalog  in 
aiphabet.  Ordnung,  letzterer  als  catalogus  rerum  und  cata- 
hjgus  auctorum.  —  Zugänglich  und  mit  besonderer  Erlaubniss 
benutzbar    im    Sr)mmer    Sonntag.     Dienstag    und    Freitag.     — 


309]  Koliii.  :)-. 

Keine  p]iitlelimiii,i;eii  und  Versendungen.  —  Entstanden  ans 
der  reielien  lUielierei,  welclie  Kni'i'ürst  Lothar  v.  Trier  (Kioo 
bis  1G2.'5)  seinem  Neffen  liinterliess  und  dem  Hause  Metter- 
nich  einverleibt  wurde.  Die  von  ersterem  ^^esainmelte  Bibl.  war 
in  dem  Familienhause  zu  Coblenz  auf  «gestellt,  wurde  1794  in 
Kisten  auf  die  Festung  Ehrenbreitenstein  gebracht,  trotz  des 
in  der  Capitulation  feierlich  ausgesprochenen  privaten  Eigen- 
thumsrechtes  von  den  Commissären  der  franzcisischen  Re- 
publik als  freies  öffentliches  Gut  confiscirt  und  zum  grossen 
Theile  dem  neu  errichteten  Lyceuni  zu  Coblenz  geschenkt. 
Während  des  Transportes  in  offenen  Karren  fielen  viele 
Werke  auf  die  Strasse;  mehrere  Bürger  aus  Coblenz  schenkten 
solche  Reste  dem  Staatskanzler  Fürsten  Clemens  zu  Metter- 
nich  als  Beweis  altererbter  Anhänglichkeit,  als  derselbe  im 
Jahre  IvSis  Coblenz  besuchte.  Nach  erfolgter  Vereinigung  der 
Rheinprovinz  mit  dem  preussischen  Staate  gelangte  die  Fa- 
milie Metternich  wieder  in  den  Besitz  des  noch  übrig  ge- 
bliebenen Theiles  der  kurfürstlich  Lothar'schen  Bibl.  Bei  dem 
Verkaufe  des  Fürstenthums  Ochsenhausen  an  die  Krone  von 
Württemberg  behielt  sich  Fürst  Clemens  einen  Theil  der  dor- 
tigen Bibl.  vor  und  überwies  diese  sowie  andere  Werke  der 
Familien-Fideicommiss-Bibl.  —  Vertreten  sind  alle  Wissen- 
schaften. 

Schum,  \V.  Mittlieilung  über  die  fürstlich  Metternicli'sche  Bibl.  auf 
Schloss  Königswart  in  Böhmen.  In:  Neues  Archiv  f.  alt.  deutsche  Gesch. 
V,  18«0,  S.  457. 

Kolin  (Böhmen). 

308.  [K.  k.  Staats-Real-  und  Ober-]Gymnasium  (Cis.  kräl. 
realny  a  vyssi  gymnasium).  —  <i)  Lelirerbibl.  1618  Werke  in 
•2871  Bdn.,  3752  Programme;  h)  Schülerbibl.  1549  Werke  in 
205(3  Ikln.  —  Director:  Josef  Grini;  Custos  von  a)  Prof.  Fran- 
tiiiek  Zikmund;  von  h)  j^rov.  Lehrer  Josef  Martinovsky.  — 
Errichtet  1.S71  als  Communal-Unterrealschule.  Seit  187(1  all- 
mählich in  ein  Realgymn.  verwandelt.  Von  l.sso  an  auf  Kosten 
der  Gemeinde  und  des  Bezirkes  mit  den  Classen  des  Ober- 
gymn.  ergänzt.   188  1  verstaatlicht. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Kolomea  (Galizien). 

301».  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  gimnazyum).  — 
a)  Lehrerbibl.  4'j54  Bde.;  h)  Schülerbibl.  559  Bde.  (deutsch), 
535  Bde.  (poln.),  ,'39  Bde.  (ruth.).  —  Director:  Jozef  Skup- 
niewicz;  Custos  für  a)  Prof.  Dr.  Wiktor  Hahn;  für  h)  Prof. 
Romuald  Perfecki  und  Prof.   Zacharyasz  Dembitzer.  —  Gegr. 


96  Komotau.  [3io 

l<stU  als  Comiiiuiial-Untergymn.;  1S71  verstaatlicht  und  zu 
einem  Staats-Real-  und  Obergymn.  erweitert;  seit  ist 8  reines 
Gymn. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,   da   der   Fragebogen    niclit 
beantwortet  wurde. 

Komotau  (Böhmen). 

310.  [Communal-Ober-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  2ö(i7 
Werke  in  44;M  Bdn.,  ll.l.is  Programme;  h)  Schülerbibl.  1 1 GO 
Werke  in  2255  Bdn.  —  Jahresdotation  ca.  vJoo  Gulden.  — 
Director:  Dr.  Clemens  Salzer,  Cist.  O. ;  Bibliothekar  für 
aj  Prof.  Gregor  Fischer;  für  h)  Prof.  Heinrich  Schürer.  — Je 
ein  Zettel-  und  Bandkatalog  nach  Schlagworten.  —  Benutzbar 
a)  täglich  von  11 — 12  Uhr  für  die  Mitglieder  des  Lehrkörpers, 
h)  zu  bestimmten  Stunden  für  Schüler.  —  Ebenso  Entleh- 
nungen. —  Keine  Versendungen.  —  Trotzdem  die  Anstalt 
schon  15H4  als  Jesuitengymn.  gegr.  wurde,  erfolgte  die  Anlage 
der  Bibl.  erst  in  diesem  Jhdt.  —  Glassischo  Philologie, 
deutsche  Sprachwissenschaft,  Geschichte,  Mathematik,  Natur- 
geschichte. Physik,  Philosophie. 

Kosciejöw  (Galizien). 

311.  Dominicanerexpositur.  —  V.  Lemberg,  Dominicaner- 
kloster. 

Kiaiiiburg  (Krain). 

:U2.  [K.  k.  Kaiser  Franz  Josef-Staats-jGymnasium.  —  <i)  Leli- 
rerbibl.  ca.  itoo  Bde.,  500  Hefte  und  :iOO  Programme; />;  Schüler- 
Ijibl.  (deutsche  und  slovenische  Abth.)  ca.  «150  Bde.  —  Di- 
rector: Josef  Hubad;  Gustos  der  Lehrer- und  sloven.  Schüler- 
bibl.:  Prof.  Dr.  Franz  Perne;  der  deutschen  Schülerbibl.: 
Prof.  Franz  Novak.  —  Gegr.  als  Untergymn.  i.  J.  isni,  i.  -J. 
IHTH  aufgelassen,  1880  wieder  en'iffnet;  l<si)0-18!Jl  abermals 
geschlossen. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    niciit 
beantwortet  wurde. 

Krnkau   (Krakow,  Galizien). 

31:).  Akademie  der  Wissenschaften  (Akadomia  Umiojctiujsci), 
Stawkowskagasse  17.  —  OiJKX)  Bde.,  1120  Handschriften.  — 
Jahresdotation  .350  (Julden.  —  Bibliothekar:  Dr.  Stanislaw 
Windakiewicz,  fünf  Universitätsh(")rer,  mit  Stipendien  von  der 
Akademie  ver.sehen,  als  Hilfskräfte.  —  General  -  Inventar, 
alj>habet.  Zettelkatalog;  Inventar  der  Handschriften:  Inventar 


316]  Kiakaii.  97 

der  verschiodoiUMi   KiirltMi   und   Atlanten.  Ileniitzbur  ausser 

IMonta^,  S(»nn-  und  l'eierlauen,  täulicli  von  I  1  1  und  (!  -  s  Uhr  in 
erster  Linie  für  Mitglieder  der  Akademie,  sodann  für  die  von 
Mitgliedern  empfohlenen  Personen.  ~-  Ebenso  Entlehnungen 
der  Bücher.  —  Handschriften  nur  ausnahmsweise  auf  Grund 
eines  gemeinsamen  IJeschlnsses  des  Vorstandes  dei'  Akademie. 

—  Versenduniicn  nur  an  öffentliche  Anstalten  und  zur  l>e- 
nützuujL:'  in  deren  Käumlichkeiten.  —  Gei^r.  1H57  bei  der  da- 
malij^en  kaiserlichen  Gesellschaft  der  Wissenschaften,  welche 
i.  J.  1S73  in  die  Akademie  der  Wissenschaften  umj^estaltet 
wurde.  Seit  dieser  Zeit  vermehrte  sie  sich  beträchtlich  durch 
Geschenke  einiger  Privatsammlungen,  unter  welchen  die 
Büchereien  von  Cii)rian  Walewski  aus  Warschau  und  Joseph 
Wereszczyiiski  aus  Paris  hervorzuheben  sind.  Zuwachs  aus- 
schliesslich durch  Austausch  mit  Publicationen  wissenschaft- 
licher Gesellschaften  uud  Anstalten.  —  Zweigbibl.  in  Paris, 
Quai  d'  Orleans  <>. 

Sei'cdynski,  W.  T.  R(;kopiszmy  Towarzystwa  Naukowogo.  Krakow   ISfJO. 

:?14.  Militärwissenschaftlicher  und  Casinoverein.  —  V.  Kra- 
kau.  Garnisonsbibl. 

;n.ö.  Franciscaner-  (Reformaten-)Convent.  —  Gioo  Bde. 
Jahresdotation  ca.  ;")<)  Gulden.  —  Vorstand  der  Bibl. :  P.  Ve- 
iiantius  Lyszczarczyk,  O.  M.  Ref.  —  Alphabet,  und  Schlag- 
wortkatalog. —  Benutzbar  jederzeit  auch  für  Fremde. 
Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Gegr.  1670.  —  Alle 
Wissenschaften,  am  meisten  Sacra  Scriptura  76,  S.  Patres 
et  Expositorcs  S.  Scripturae  351,  Conciones  latinae  .")(><), 
Concionatores  polonici  251-f-45i);  Concionatores  germ.  Hl, 
italici  et  gall.  .50,  Libri  Reg.  282,  Libri  ascetici  726,  Theolog. 
dogm.  692,  Theol.  moralis   182  Bde.  etc.  in  21  Abth. 

;316.  Garnisonsbibliothek,  VI.  ulica  Wielopole  15.    —    5.'500 
Werke  in  ca.  18.000  Bdn.    —  Jahresdotation  ca.  1100  Gulden. 

—  Präses:  Oberst  Anton  Fiala;  Bibliothekar:  Oberlieut.  Carl 
Freiherr  v.  Bussche-Ippenburg;  ein  aus  der  Mitte  der  Mit- 
glieder   frei    gewählter    Ausschuss;     1    Gustos   und    1  Diener. 

—  Handschriftlich:  a)  Grundbuch-,  h)  Autoren-,  rj  Schlag- 
wort-, fJj  Fach-Band-  und  e)  Zettelkatalog.  —  Benutzbar  an 
Wochentagen  von  10  —  12  und  2  —  7  Uhr,  an  Sonn-  und  Feier- 
tagen von  0 — 12  Uhr  für  Mitglieder.  —  Entlehnungen  nur 
an  Mitglieder.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1867,  erhalten 
und  erweitert  aus  den  Beiträgen  (0-25  Kreuzer  per  Gagegulden 
des  monatlichen  Gehaltes)  der  ^Mitglieder.  —  Alle  Wissen- 
schaften, besonders  Militärliteratur  und  Kriegswissenschaften; 
überdies  Belletristik   in  verschiedenen  Sprachen.  —  In  Bezug 

KibliotlieksAdrcssbui'l!.  7 


9S  Krakaii.  [sn 

auf  die  Verwaltung  ist  die  Bibl.  des  militärwissenschaftlichen 
und  Casinoveroines  der  Garnisonsbibl.  angegliedert.  Da  sich 
jedoch  diese  bis  heute  kaum  wesentlich  über  das  Anfangs- 
stadium  entwickelte  und  dasselbe  Ziel  verfolgt,  dürfte  sie 
wohl  der  Garnisonsbibl.  im  Laufe  der  Zeit  einverleibt  werden. 

Gedruckte  Kataloge  in  «jowisson  Zwischenräumen. 

317.  [K.  k.  Staats-]Gewerbeschule  (C.  k.  wyzsza  szkola 
przemyslowa).  —  Ca.  M.Ooo  Bde.,  3000  Broschüren,  ;»oo  Karten. 
—  Jahresdotation  7'20  Gulden;  dazu  Beiträge  der  Schüler 
ca.  löo  Gulden.  —  Director:  Johann  Rotter;  Bibliothekar: 
Prof.  Karl  Stadtmüller.  —  Handschriftlich:  a.)  Zettelkatalog 
nach  Autoren  und  Schlagwörtern;  b)  Zettelkatalog  nach 
Fächern.  —  Entlehnungen  jederzeit  für  die  Mitglieder  des 
Lehrkörpers,  für  Schüler  jeden  Sonntag.  —  Versendungen 
auf  amtliches  Verlangen  oder  an  Private  geii;en  Caution.  - 
Bis  1S33  waren  in  Krakau  zwei  sechsclassige  Lycoen,  St.  Bar- 
bara und  St.  Anna.  Ersteres  wurde  aufgehoben  und  daraus 
das  technische  Institut  gebildet.  Die  aus  den  Jahren  l.sio  bis 
1814  noch  vorhandene,  aus  11  Werken  bestehende  Bücherei 
bildet  den  Grundstock  der  Bibl.  ISTO  in  eine  gewerblich-tech- 
nische Akademie  umgewandelt,  issi^  als  Staatsgcwerbeschule 
reorganisirt.  Zahlreiche  Schenkungen  seit  1«33;  1881  bereits 
13.O00  Bde.     -  Nur  teclmische  Werke. 

MS.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  bei  St.  Anna  (C.  k.  gimna- 
zyum  nowodworski  czyli  .sw.  Annj').  —  Lehrerbibl.  ca.  öooo 
Werke.  —  Director:  Leon  Kulczynski;  Gustos:  Prof.  Jan 
Czubek.  —  Gegr.  löHs. 

f'zubek,   Jan.     Katalog  bibliotoki  naucz.vciülskit!J  c.  k.  f;ininazyuiii   sw. 
Anny  w  Krakowie.    In:  Sprawozdanic  dyrektora  c.  k.   ffimnazyum  iiowod 
worskiego.  W  Krakowie  IHDS. 

Nach  dem   letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da   der   Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 

311».  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  bei  St.  Hyacinth  (C.  k.  gim- 
nazyum  .sw.  Jacka).  r/^  Leiirerl)ibl.  -271'.'  Werke  in  4MSS  Bdn. 
und  <;.-,  Heften;  bj  Scliülerbil)!.  r>71  Werkein  1  oo7  Bdn.  (polii.) 
lind  ;5i  I  Werke  in  438  Bdn.  ((hiutsch).  —  Jahresdotntion  ~'oü 
(hilden.  Director:  Tadeusz  Skuba;  Bibliothekar  für  «,)  Prof. 
.Jözef  Kannenberg;  für  b)  Prof.  Mikolaj  Mazanowski  (für  die 
l)oln.  Abth.);  Prof.  Eusebiusz  Szajdzicki  (für  die  deutsche 
Abth.).  -  Bandkatalog;  aiphabet.  Zettelkatalog  in  Ausarbeitung. 
Zugänglich  a j  nur  für  Mitg-lieder  des  Lehrkörpers,  1>)  für 
Schüler.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Versendungen  nur  an 
galizische  Mittelsciiulen  über  amtliches  Ansuchen.  ■  -  Gegr. 
ls.'>7,  —  Alle  an  der  Anstalt  vertretenen  Wissenschaften. 

Ein    gedruckter    Bibl. -Katalog   orsclioint  im  Jahresprograniine  der  An- 
stalt pro  18!)8/üy. 


:i24]  Krakaii.  99 

3-20.  [K.  k.  drittes  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  III.  <^imna- 
zyiim)  besitzt  eine  Lehrer-  und  eine  Scüiülisrbihl.  (deutsche 
und  poln.  Abth.).  —  Director:  Stiinishiw  Siedlecki;  Custos  der 
Lohrerbibl.:  Prof.  Dr.  Wladyslaw  Kosinski;  der  Schülerbibl, 
und  zwar  der  pohi.  Abth,:  Prof.  Bronislaw  Gustawicz;  der 
deutschen  Abth.:  Prof.  Dr.  Jan  Bystron.  —  Gegr.  18k'}. 

Nach  dem  letzten  Jalircsbericlite  «gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

321.  Handels-  und  Gewerbekammer.  —  1400  Bde.  — 
Jahresdotation  oOO  Gulden.  —  Die  Verwaltung  der  Bibl. 
oblieijft  einem  lioamten  des  Secretariates.  —  Ein  Zettelkatalo«:;-, 
nach  Autorennamen  und  Schlagworton  geordnet,  in  Arbeit. 
Die  Schlagworte  in  aiphabet.  Reihenfolge  in  den  aiphabet. 
Autorenkatalog  eingefügt.  —  Principiell  nur  für  die  Beamten 
und  die  Mitglieder  der  Kammer  während  der  Amtsstunden 
von  8 — 2  Uhr  zugänglich;  Entlehnungen  gegen  Revers.  — 
Keine  Versendungen.  —  Zugleich  mit  der  Kammer   1851  gegr. 

-  In  erster  Linie  Statistik,  aber  auch  Volkswirthschaft. 

322.  Jesuiiencollegium,  Kopernicusstrasse  2G,  hat  eine 
grössere  nur  zu  eigenem  Gebrauche  bestimmte,  bisher  nicht 
geordnete  Hausbibl.  —  Ein  neuer  genauer  Zettel-  und  Band- 
katalog in  Ausarbeitung.  —  Bibliothekar:  Victor  Wiecki. 

323.  Fürstlich  Czartoryski'sches  Museum  (Muzeum  XX. 
Czartoryskich),  Piaristcnstrasse  (j.  —  lOo.OOO  Bde.,  5200  Hand- 
schriften, 1220  Documente.  —  Jahresdotation  2000  —  3000 
Gulden.  —  Prof.  Maryan  Sokolowski,  Director  des  Museums; 
Boleslaw  Biskupski,  1.  Custos  und  Bibliothekar;  Adam  Srao- 
lenski,  2.  Custos;  Joseph  Rutkowski,  Amanuensis;  3  Diener. 
— •  Alphabet.  Zettelkatalog.  —  Geöffnet  täglich  von  9—2  Uhr, 
ausgenommen  Samstag,  die  Feiertage  und  Ferien.  —  Bücher  und 
Handschriften  werden  nur  an  Akademien  und  Universitäts- 
bibl.  verliehen  und  verschickt.  —  Gegr.  i.  J.  1800  in  Pulawy; 
seit  1831  theils  in  Paris,  theils  in  Sieniawa  (Galizien)  auf- 
bewahrt,   wurde    das  Museum  187(5    nach  Krakau  übertragen. 

—  Alle    Wissenschaften,    besonders  Geschichte  Polens,  Polo- 
nica  des  XVI.  Jhdts.  und  Kunstgeschichte. 

M.  Sokolowski.  Muzeum  XX.  Czartoryskich  w  Krakowic.  Krak('iw  180?. 
—  G.  Gf.  Mycielski.  Galerya  obrazöw  przy  Muzeum  Ks.  Czartoryskich 
w  Krakowie.  Krakow  \Sd'.i.  —  J.  Korzeniowski,  Catalogus  codicura  manu- 
scriptorum  Musei  Principum  Czartoryski  Cracoviensis,  Heft  I— IV. 

324.  [K.  k.  Staats-]Realschule  (C.  k.  wyzsza  szkola  realna). 

—  a)  Lehrerbibl.  27!i5  Bde.,  .■J.')()0  Programme;    h)  Schülerbibl. 
1464  Bde.  —  Director:  Dr.  Ignacy  Petelenz;  Custos  für  a)  Prof. 

7  * 


100  Krasiczyii.  [^25 

Waleryan    Krywult;     für    h)  Prof.  Dr.  Stefan  Grudzinski.     — 
Gegr.   lb7l. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

325.  K.  k.  jagellonische  Universitäts-Bibliothek,  St.  Anna- 
gasse 8. —  -238.3.^3  Werke  in311».(;21  Bdn.,  5005  Handschriften 
in  7717  Bdn.,  313  Diplome,  iiJ^O  Incunabeln,  1700  Atlanten 
und  Karten,  3593  Musiknoten,  88()0  Kupferstiche.  —  Jahres- 
dotation 10.000  Gulden;  Immatriculationsgelder  ca.  1000  Gulden 
—  Vorstand:  Dr.  Karl  v.  Estreicher-Rozbierski;  Gustos:  Dr. 
Wladyslaw  Wislocki;  Scriptor  (m.  Tit.  e.  Gustos):  Rudolph 
Otman;  Amanuenses:  Dr.  Adam  Belcikowski;  Dr.  Felix  Ko- 
neczny;  (prov.)  Dr.  Joseph  Poller;  Praktikant:  Dr.  Lucyan 
Rydel;  Diurnisten:  Johann  Kozubski;  Stephan  Grudzinski; 
2  Bibl.-  und  0  Hausdiener.  —  Die  älteren  Bandkataloge  sind 
ausser  Gebrauch  gesetzt:  derzeit  existiren  zwei  allgemeine 
aiphabet.  Zettelkataloge,  der  eine  für  die  poln.,  der  andere 
für  die  fremdsprachige  Abtli.  Ueberdies  70  specielle  Zettel- 
kataloge für  einzelne  bibliographische  Gruppen.  —  Geöffnet 
für  jedermann  vom  1.  October  bis  30.  April  von  8  —  1,  vom 
1.  ^lai  bis  31.  Juli  von  U — 1  und  3 — 5  Uhr;  im  August  und 
September  von  9  —  1  Uhr.  Ausserdem  das  Prof.-Zinimer  von 
«i— s  Uhr  (ausgenommen  August  und  September).  —  Entleh- 
nungen von  Büchern  gegen  eine  Gaution  von  lo  Gulden,  an  Uni- 
versitätshörer auch  gegen  Haftung  eines  Prof.  (Handschriften 
ausgeschlossen).  —  Versendungen  von  Werken  an  öffentliche 
Bibl.   und  Institute.  —  Gegr.   13(;i,  erneuert  Hoo. 

Münnich,  G.  De  codicibus  Cracoviensibus.  Friedemann  et  Seebode,  Mis- 
ccll.  niax.  part.  crit.  I.  1822,  S.  600;  II.  1,  S.  122.  —  Dudik,  B.  Ar- 
chive im  Königreiche  Galizien.     In:    Archiv  f.  öst.  Gesch.  :5S.   1S6S,    S.  .00. 

—  Bandkie,  Georg  S.  History  a  biblioteki  Uniwersytetu  Jagielloiiskiego  w 
Krakowie.  Krak.  1821.  —  Matejko.  Gesch.  d.  Universitätsbibl.  zu  Krakau. 
In:  Die  Universitätsinstitute  zu  Krakau.  Krakau  1801,  S.  12.  —  Mucz- 
kowski.  Zaklady  uniwer.«yteckie.  --  Wislocki,  Wlad.  Catalogus  Codicum 
manuscript.  bibliothecae  universitatis  Jag.  Cracoviensis.  Cracov.  1877  bi.>^ 
1881.  —  Estreicher,  Karl.  Bihlioteka  Jagellonska.  Kraktnv  18S1.  — 
Estreicher  Karl.     Przechadzka  po  bibliotece  Jagielloiiskieji.    Krakow  1882. 

—  VVi&locki,  Wlad.  Incunabelkatalog  (unter  der  Presse). 

Krasiczyii  (Galizien). 

32G.  Privat-Bibliothek  Fürst  Adam  Sapieha.  —  KM  so  Werke 
und  :!7<;5  Ilaiidsclirifte)!,  überdies  eine  grosse  Sammlung  von 
Kupfer-,  Stalil-  und  Holzsticlien  berühmter  Meister.  —  Hand- 
schriftlich je  ein  Bandkatalog  nach  Sclilagwörtern  und  ein 
Zettelkatalog    nach   Autoren.    -       Nur  zu  eigenem  G('])rauche. 


330]  Kroms.  101 

—  Alle  Fächer,  insbesondero  Landwirt hschaft  (l(jr>(;  Werke), 
Theologie  (107 f)),  Belletristik  (1  S7s),  Geschichte  (1-272  Werke)  etc. 

Krems  (Nieder-Oesterr.). 

;)07.  Niederösterreichischer  Buchdrucker-  und  Schriftgiesser- 

vereln.  —  IJO  Werke  und  7  Zeitschriften.  —  Jahresdotation 
30  (Udden.  —  liihliothekar:  Anton  Mika.  —  Alphabet.  Katalofi:. 

—  Benutzbar  nnr  an  Chibabenden  für  Mitglieder.  —  El)enso 
Entlehnungen  auf  4  Wochen.  —  Grösstentheils  Fachwissen- 
schaften und  Belletristik. 

3-38.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  Gegen  (JBOO  Bde.  — 
Jahresdotation  400  Gulden.  —  Director:  Anton  Baran;  Biblio- 
thekar: Prof.  Dr.  Florian  Weigel.  —  Gedruckter  Katalog; 
Zettelkatalog  fortlaufend  nach  den  Nummern.  —  Bestimmte 
Bibl.-Stunden  nicht  festgesetzt.  —  Entlehnung  und  Versendung 
an  die  Prof.  —  Gegr.  KHfj  als  Jesuitengymn. ;  1773  gesperrt, 
1774  wieder  eröffnet,  1775  auf  drei  Classen  reducirt,  seit  177G 
wieder  vollständig  und  mit  Piaristen  besetzt.  1871  verstaatlicht. 

Weigel,  Florian.  Katalog  der  Lehrerbibl.  Beilage  zu:  Jahresbericht 
des  k.  k.  Staatsgymn.  in  Krems.  Krems  1898. 

329.  [N.-ö.  Landes-]Realschule,  verbunden  mit  einer  Handels- 
schule. —  (()  Lehrerbibl.  4439  Bde.,  34(;2  Broschüren; 
h)  Schülerbibl.  1304  Bde.  —  Jahresdotation  für  aj  400  Gulden, 
für  h)  die  Einschreibgebühren  (Schuljahr  189S/99  360 
Gulden).  —  Vorstand  der  Bibl.  ist  der  jeweilige  Director,  der- 
zeit Dr.  Anton  Ehrenberger;  Gustos:  Prof.  Dr.  Johann  Strobl. 

—  Ein  Zettelkatalog  nach  Fächern  und  ein  Bandkatalog.  — 
Zugänglich  nur  für  die  Mitglieder  des  Lehrkörpers.  —  Ebenso 
Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  18G3. 

Der  Katalog  erschien  im  XXVIII.  Jahresbericht  über  die  nied.-österr. 
Landesoberrealsehule  und  die  mit  derselben  verbundene  Landeshandels- 
schule in  Krems  f.  1891.  Krems  1891,  unt.  d.  Tit.:  „Die  Bibl.  der  Landes- 
oberrealschule in  Krems."  Anhang  zu  dem  im  XXVI.  Jahresberichte  ver- 
öffentlichten Rückblick  auf  das  1.  Vierteljlidt.  des  Bestehens  der  Lehr- 
anstalt. 

330.  Allgemeiner  niederösterreichischer  Volksbildungsverein 

mit  108  Büchereien,  wovon  9s  auf  Niederösterreich  entfallen. 

—  41.935  Bde.  in  98  Büchereien.  —  Jahresdotation  unbestimmt, 
da  nur  durch  Spenden  gedeckt.  —  Obmann:  Dr.  Joseph  Poll- 
hammer;  Obmann-Stellvertreter:  Joseph  Schneid;  Schrift- 
führer: Heinrich  Ehrenreich.  Die  Büchereien  werden  von  den 
Zweigleitungen  oder  Büchereiausschüssen  verwaltet.  Die 
Bücherausgabe  ist  grösstentheils  in  den  Händen  von  Lehr- 
personen. —  Theilweise  handschriftliche,  theilweise  gedruckte 


102  Kremsier.  [331 

Kataloge  (Zettel-,    Band-,  aiphabet,  oder  Schlagwortkataloge). 

—  Benutzbar  meist  an  Sonn-  und  Feiertagen  je  3  Stunden 
vorm.  oder  nachm.  —  Entlehnungen  ohne  Leihgebühr.  — 
Keine  Versendungen.  —  Der  Verein  wurde  am  7.  April  1885 
gegr.  —  Vertreten  alle  Gebiete. 

Kremsier  (Kromefic,  Mähren). 

.331.  Fürsterzbischöfliche  Bibliothek  im  f.  -  e.  Schlosse.  — 
Besteht  aus  der  alten  Bibl.  mit  l.'i.TOs  Bdn.  und  der  neuen 
vom  Cardinal  Fürstenberg  angelegten,  mit  (Ende  1897) 
17.846  Bdn.,  darunter  133  Incunabeln  und  130  Handschriften. 

—  Dotation  ca.  4000  Gulden.  —  Bibliothekar:  Franz  Hrbäcek, 
f. -e.  Cons.-Rath  und  Studienpräfect  im  f.-e.  Knabenseminar; 
1  Diener.  —  Alphabet.  Zettelkatalog.  —  An  Wochentagen 
von  11 — 12,  Mittwoch  und  Samstag  auch  von  3—5  Uhr  den 
Lehrkräften  der  dortigen  Lehranstalten  und  wissenschaftlich 
arbeitenden  Personen  zugänglich.  —  Ebenso  Entlehnung,  von 
der  jedoch  Handschriften  .und  werthvolle  Werke  ausgeschlossen 
sind.  —  Versendung  nur  mit  Bewilligung  des  Fürsterzbischofs. 

—  Gegründet  1694  vom  Bischof  Carl  von  Liechtenstein,  1752 
durch  eine  Feuersbrunst  stark  beschädigt,  1874  durch  den 
Ankauf  der  Bibl.  des  P.  Augustin  Theiner  vom  Cardinal 
Fürstenberg  bedeutend  vermehrt.  —  Theologie  und  ihre 
Hilfswissenschaften,  Geschichte  Oesterreichs. 

Elvert,  d'.  Die  Bibl.  u.  s.  w.  in  Mäliren  und  Oesterr.-Schlesien.  In: 
Schriften  der  histor.-stat.  Section  der  Mähr.-Schles.  Gesellsch.  III.  18r>2, 
S  89.  —  Dudik  Beda.  Bibl.  und  Archiv  im  f.-e.  Schlosse  zu  Kremsier. 
Wien  1870.  —  Lechner.  Carl.  Die  f.-e.  Bibl.  zu  Kremsier.  In:  Mittheilun- 
gen der  :i.  (Archiv-)Section  der  k.  k.  Centralcommission  zur  Erforschung 
und  Erhaltung  der  Kunst-  und  historischen  Denkmale.  1894. 

332.  Casinoverein,  Kleiner  Ring.  —  1125  Bde.  —  Dotation 
100  Gulden  von  der  Spar-  und  Vorschusscassa  in  Kremsier 
und  die  jeweiligen  Lesegebühren.  —  Bibliothekar:  Karl 
Mikel,  Prof.  an  der  Landesoberrealschule.  —  Alphabet.  Ka- 
talog. —  Benutzbar  nur  für  die  Mitglieder  des  „Casinos"  und 
des  Musikvereines  „Concordia"  Samstag  von  3 — 4  Uhr.  — 
Entlehnung  auf  3  Wochen  gegen  Erlegung  der  monatlichen 
Lesegebühr  von  10  Kreuzern.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr. 
aus  Spenden  der  Casinomitglieder.  —  Belletristik. 

Katalog  der  Vereinsbibliothek  zusammengestellt  im  Jahre  1894  vom 
Bibliothekar  Karl  Mikel.  Kremsier  1894.  —  I.  und  II.  Ergänzung  zum 
Katalog  der  Casino-Bibl.   isos. 

333.  [K.  k.  deutsches  Staats-]Gymnasium.  —  n)  Lehrerbibl. 
2485  Werke  in  7814  Bdn.,  13.656  Programme;  h)  Schülerbibl. 
loSK  Werke  in   1244  Bdn.  Für  die  Lehrmittelsammlungen 


■^^*'']  Kremsmünster.  103 

standen  1h07/!>S  4S()  Gulden  zur  Verfügung.  —  Director: 
Bezirksscliulinspector  Johann  Stückl;  Custos  für  a)  und  hj 
Prof.  Johann  Jahn.  —  1()87  von  Karl  Graf  Liechtenstein,  dem 
Bischof  von  Olniütz,  geijfr.  und  mit  Piaristen  besetzt;  187:5 
verstaatlicht. 

Jahn  Joliann.  Katalog  der  Lohrerbibl.  In:  Programm  des  kais.  kün. 
deutschen  Staats-Gymnasiums  in  Krcmsier.  Kremsier  1S97. 

Nacii  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

;};U.  [K.  k.  böhmisches  Staats-]Gymnasium  (Cis.  kral. 
(■•osk}'  vyssi  oymnasium).  —  a.)  Lehrerbibl.  l.'UO  Werke  in 
2785  Bdn.,  828  Heften;  h)  Schülerbibl.  1103  Werke  in  1650 
Bdn.,  5  Heften. —  Director:  Rudolf  Baron  Henniger  z  Eberku; 
Bibliothekar  für  n)  Prof.  Josef  Sloupsky;  für  h)  Prof. 
Frantisek  Schindler.  —  18S2  von  Bürgern  als  Privatgymn. 
begründet;   1883  verstaatlicht. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde 

335.  [Landes-]Realschule,  Fürstenbergplatz  4.  —  a)  Lehrer- 
bibl. 1927  Bde.,  2(il  Hefte,  30  Tafeln,  52  Blätter,  eine  grössere 
Programm-  und  eine  kleine  Münzensammlung;  h)  Schülerbibl. 

—  Dotation  100  Gulden.  —  Prov.  Leiter:  Prof.  Karl  Mikel: 
Bibliothekar  für  a)  Prof.  Karl  Schubuth ;  für  h)  Prof.  Ptudolf 
Wawruch.  —  Handschriftl.  je  ein  aiphabet.  Zettel-  und  Band- 
katalog nach  den  einzelnen  Disciplinen.  —  Zugänglich  nach 
Massgabe  der  verfügbaren  Zeit  des  Bibliothekars.  —  Ent- 
lehnungen an  die  Mitglieder  des  Lehrkörpers  der  dortigen 
Unterrichtsanstalten,  resp.  die  Schüler,  ausnahmsweise  auch 
an  Private  gegen  Ptcvers.  Entlehnungen  über  amtliches  Ein- 
schreiten. —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt,  bez.  ihrer  Um- 
wandlung   in    eine    selbständige    Communal-Realschule    1871. 

—  Vorwiegend  die  Disciplinen  der  Realschule. 

Gedr.  Bibl. -Katalog  wird  im  Programme  der  Anstalt  für  1898/9',»  ver- 
öffentlicht. 

Kroinsiiiüuster  (Ober-Oesterreich). 

33G.  Benedictiner-Stift.  —  85.000  Bde.,  910  Handschriften, 
88G  Incunabeln.  —  Jahresdotation  525  Gulden  nebst  Beiträgen 
für  ausserordentliche  Erfordernisse.  —  lUbliothekar:  P.Hugo 
Schmid,  O.  S.  B.;  Bibliotheksadjunct:  P.  Odilo  Dickinger, 
O.  S.  B.  —  Ein  aiphabet.  Katalog  in  Bandform,  ein  Standorts- 
katalog, ein  aiphabet.  Zettelkatalog  der  Incunabeln  und  ein 
Handschriftenverzeichniss  (ausgearbeitet  und  zum  Theile  in 
Druck  gegeben  von  P.  Hugo  Schmid).  Ein  neuer  aiphabet. 
Zettelkatalog    in  Ausarbeitung.    —    Die  Bibl,    dient    zunächst 


104  Kremsmünster.  [33g 

dem  Gebrauche  der  Stiftsmitglieder,  denen  allein  das  Recht 
der  Benützung  und  der  Bücherentlehnung  zukommt:  nur 
ausnahmsweise  wird  beides  auch  Fremden  gestattet.  Nach 
auswärts  werden  Bücher  gegen  Empfangsbestätigung  ver- 
sendet. Handschriften  nur,  wenn  eine  öffentl,  Bibl.  die  Ga- 
rantie übernimmt,  dass  dieselben  feuersicher  verwahrt  und 
nur  in  den  Bibliotheksräumen  benützt  worden.  —  Die  erste 
Anlage  der  Bibl.  fällt  naturgemäss  mit  der  Gründung  des 
Stiftes  zusammen  (777).  Die  zwei  ältesten  Bücherverzeichnisse, 
die  sich  erhalten  haben,  stammen  aus  der  ersten  Hälfte  des 
11.  Jhdts.:  das  erste  wurde  nach  dem  Verfalle  Kremsmünsters 
während  des  11.  Jhdts.  von  Abt  Sigmar  (ca.  1010— lo-io)  bald 
nach  Uebernahme  der  Abtwürde  angelegt.  Es  umfasst 
45  Werke,  darunter  eine  Bibel  in  11  Bdn.  (M.  G.  Scr.  XXV. 
S.  669;  Hagn,  Wirken  der  Benedictiner-Abtei  Kremsmünster, 
S.  -26;  Pachmayr,  Historico-chronologica  series,  S.  42).  Das 
zweite  Verzeichniss  stammt  aus  der  Zeit  des  Abtes  Gerhard, 
der  Sigmar's  Nachfolger  gewesen  zu  sein  scheint.  Dieses  um- 
fasst bereits  69  Werke  (M.  G.  Scr.  1.  c).  Einen  bedeutenden 
Zuwachs  erhielt  die  Bibl.  unter  Abt  Friedrich  von  Aich 
(1273  - 1325).  Von  den  Büchern,  die  unter  ihm  in  Krems- 
münster geschrieben  wurden,  führt  sein  Zeitgenosse  Bernardus 
Noricus  in  seiner  Historia  Cremifanensis  mehr  als  dreissig 
namentlich  an,  und  schliesst  an  dieses  mangelhafte  Verzeich- 
niss die  Worte:  ac  plures  alios  scribere  fecit  (M.  G.  Scr.  XXV. 
S.  674).  Bernardus  Noricus  hat  auch  den  Versuch  gemacht, 
einen  vollständigen  Bibliothekskatalog  mit  Facheintheilung 
anzulegen;  leider  sind  die  Columnen  für  die  einzelnen  Fächer 
zum  grössten  Theile  leer  geblieben  (1.  c.  S.  675).  Mit  der  Er- 
findung der  Buchdruckerkunst  bricht  natürlich  aucli  für 
Kremsmünsters  Bibl.  eine  neue  Epoche  herein;  der  Bücherschatz 
wächst  nun  rasch  an,  so  dass  gegen  Ende  des  16.  Jhdts.  Abt 
Erhard  V<nt  (1571 — 88)  sich  genöthigt  sieht,  eine  grössere 
Bibliotheksanlage  einzurichten,  zumal  er  selbst  den  Bücher- 
bestand bedeutend  vermehrte.  Die  grossen  Verdienste  dieses 
Abtes  um  die  Bibl.  sind  entsprechend  gewürdigt  in  der  Auf- 
schrift des  Ex-libris,  das  sich  in  dem  gr<»ssten  Theile  der 
unter  ihm  erworbenen  Bücher  findet:  „Erhardus  Voit,  Dei 
gratia  huius  monasterii  abbas,  ac  bibliothecae  huius  auctor  et 
fundator  amplissimus.  1587."  Welches  Interesse  die  kunst- 
sinnigen Aebte  des  17.  und  18.  Jhdts.:  Anton  Wolfradt,  Tla- 
cidus  Buechauer,  Erenbert  Schrevogl,  Alexander  Strasser. 
Alexander  Fixlmillner  der  Bi])l.  zugewendet  lia))eii,  beweist 
die  grosse  Anzahl  der  unter  ihnen  angekauften  wcrthvollen 
Werke,  die  in  ihren  scheinen,  soliden  Einbänden  lieute  noeli 
die    grüsste    Zierde    der  Bibl.  bilden.    In    diu  Zeit    des  Abtes 


■'•'5<'l  K  r  e  m  s  in  ü  n  stör.  1 0  r» 

Anton  Wolfradt  (l(ii:J— ;59;  seit  IßHl   Fiirstl)isohof  von  Wion) 
fällt  die  Abfassung-  des  ältesten  noch  erlialt(!n(Mi  vollständigen 
l>ii)liothekskatal<)^-es  durch    den     danialiucn     IJildiothekar     V. 
Matthias    Pierbaunier    (i(;3J).     Der    baulusti^e    Abt    Erenbert 
Schrevogel    (IGdii  — 17o;$)  j^ab    dem    Bücherschatze    ein    neues, 
schönes  Heim;    unter    ihm    wurde    zum    <>rössten  Theil    jener 
Tract  erbaut,  dessen  zweites  Stockwerk    heute    noch  die  Bibl. 
einnimmt.     Anfangs    war    nur    der    erste    grosse  Saal  für  die 
lUicheraufbewahrung  bestimmt;    in    rascher  Aufeinanderfolge 
wurden    mit    diesem    auch    die    anstossenden  Säle  verbunden 
und  mit  Bücherschränken  versehen,    so  dass  der  Bibliotheks- 
raum einen  einzigen  Saal    mit    drei    grossen  Abtheilungen  in 
einer  Gesammtlänge  von  <;5  Metern   und    in  einer  Breite  von 
10  Metern  bildet.  Die  Decke  wurde  von  Leder  wasch  mit  Fresken 
geschmückt  und  mit  Stuccaturarbeiten  reich  verziert.  Gleich- 
zeitig mit  der  Neuaufstellung  der  Bücher    in    diesen  Räumen 
erfolgte    die   Abfassung    eines    (jetzt    freilich    ungenügenden) 
Handschriftenverzeichnisses  durch  den  Bibliothekar  F.  Hiero- 
nymus  Fackler  (f  1741)  und  eines  neuen  Bibliothekskataloges 
in    6    Foliobänden     durch     den    Abteisecretär    Paul    Wartha 
(1745 — 77).  Nach  der  Auflösung  der  adeligen  Ritterakadeniie, 
die  von   1843  —  89  im  Stifte  Kremsmünster  bestand,  wurde  die 
ziemlich  umfangreiche  Bibl.  derselben    grösstentheils  mit  der 
Stiftsbibl.  vereinigt ;  dieser  Vereinigung  verdankt  die  letztere 
ihren  verhältnissmässig  sehr  reichen  Bestand  an  älteren  juri- 
dischen Werken.    Mit    den    letzten  Decennien    des    18.   Jhdts. 
brach  wie  für  die  Kl()ster  überhaupt,  so  auch  für  die  Kloster- 
bibliotheken   eine    traurige    Zeit    an.    Durch    die    finanzielle 
Schwächung    des    Stiftes     während      der     Regierung     Kaiser 
Joseph's  n.  und  der  darauffolgenden  Franzosenkriege    wurde 
es  den  Aebten  unmöglich  gemacht,  noch  bedeutendere  Opfer 
für  die  Bibl.  zu  bringen.    Bessere  Zeiten    kamen    erst  wieder, 
als    es    dem  Abte    Thomas    Mitterndorfer  (ls4()-(i0)    gelang, 
Kremsmünster  finanziell  zu  heben.    Von    da    an    konnte    auch 
der    Bibl.    wieder    grösseres    Interesse    zugewendet     werden. 
Diesem  thatkräftigen  Abte  verdankt  sie    die  Zuweisung  einer 
fixen,  wenn  auch    bescheidenen  Jahresdotation    und    eine    be- 
deutende Buch  er  Vermehrung,    indem    er    die    Bibl.    der    dem 
Stifte  Kremsmünster  incorporirten  Pfarreien,  so  weit  sie  nicht 
für  die  praktische  Seelsorge  nothwendig  waren,  mit  der  Stifts- 
bibl. vereinigte.  Der  eine  grosse  Saal  wurde  nun  zu  eng;    es 
mussten  Nebenlocale  für  Bibliothekszwecke   adaptirt    werden. 
Ein  solcher  Bücherzuwachs  und  die  theilweise  Neuaufstellung 
Hess  die  Anlage  eines  neuen  Kataloges    sehr  wünschenswertli 
erscheinen,    eine  Aufgabe,    der    sich    <ler  Bibliothekar  F.  Leo 
Langthaler  unterzog,  von  dessen  Hand  die  Anlage    des    noch 


1  Oß  K  r  e  111  s  m  ü  n  s  t  e  r.  [337 

im  Gebrauche  stehenden  Kataloges  in  13  Folio-Bdn.  stammt. 
Um  das  Wachsthum  der  Bibl.  haben  sich  einzelne  Stii'tsmit- 
glieder  und  Freunde  des  Stiftes  besondere  Verdienste  erworben, 
deren  Büchersammlungen  tlieils  nach  ihrem  Tode,  theils  durch 
Schenkungen  an  die  Stiftsbibl.  fielen.  Unter  diesen  verdienen 
namentlich  erwähnt  zu  werden:  Nicolaus  Seid,  dessen  Namen 
das  Titelblatt  eines  grossen  Theiles  der  vor  dem  Jahre  1570 
gedruckten  Bücher  handschriftlich  trägt;  P.  Simon  Redten- 
pacher,  bekannt  als  neulateinischer  Dichter  und  Polyhistor 
(vgl.  dessen  „Lyrische  Gedichte".  Hrsg.  von  P.  Tassilo  Lehner, 
Wien  1893,  Einleitung),  der  während  seines  Aufenthaltes  in 
Rom  und  in  Italien  eine  grosse  Anzahl  werthvoller  Bücher 
für  die  Bibl.  erwarb  und  nach  seiner  Rückkehr  in  das  Stift 
1675  ihre  Leitung  übernahm  (f  1706);  P.  Gregor  Wibmperger, 
von  1C81 — 1705  Rector  Magnificus  der  Universität  Salzburg; 
P.  Oddo  Scharz,  der  1741 — 44  dieselbe  Würde  bekleidete;  P. 
Cölestin  Schirmann,  der  seit  1778  als  kaiserl.  Büchercensor 
fungirte  und  bei  seinem  Tode  1793  über  10.000  Bde.  der  Bibl. 
hinterliess.  Aus  der  neueren  Zeit  seien  erwähnt  P.  Oddo 
Schima  (f  1877),  dem  die  Bibl.  eine  nicht  unbedeutende  Ver- 
mehrung der  kunsthistorischen  Werke  verdankt,  Dr.  Carl 
Ilartmann  Ritter  v.  Sternfeld,  der  1876  seine  reiche  Bücher- 
sammlung von  1965  Werken  in  4460  Bdn.,  zumeist  aus  dem 
Gebiete  der  englischen,  italienischen  und  französischen  Lite- 
ratur der  Bibl.  legirte;  der  Gymnasialdirector  und  Stifts- 
l)ibliothekar  P.  Amand  Baumgarten  (fiss^)  mit  seinem  reichen 
Nachlasse  auf  dem  Gebiete  der  deutschen  Sprachwissenschaft 
und  Literatur  und  der  Theologie-Prof.  P.  Ignaz  Schüch 
(praktische  Theologie).  —  Alle  Zweige  der  Wissenschaft  ver- 
treten; besonders  gepflegt  werden:  Theologie,  Kirchen-  und 
Profangeschichte.  Die  Naturwissenschaften  finden  ihre  Pflege 
in  der  von  der  Stiftsbibl.  getrennten  Bibl.  der  Sternwarte. 

Fach  mayr,  Mari  an.  Ilistorico-chronologica  scries  abbatum  et  religiosoruiu 
monasterii  Creniifanensis.  Styrae,  1777—82,  4  part.  —  Hartenschneider, 
Ulrich.  Historische  und  topographische  Darstellung  des  Stiftes  Krems- 
münster. Wien  18:30,  S.  379.  —  Hagn,  Theodorich.  Das  Wirken  der  Beno- 
dictinerabtei  Krerasmünster  für  Wissenschaft,  Kunst  und  Jugendbildung. 
Linz  1848.  —  Schmid,  Hugo.  Catalogus  codicum  manuscriptorum  in  biblio- 
tlieoa  monasterii  Creniifanensis  asservatorum.  I,  1 — S.  Lentii,  1877 — 82. 
—  Primisser,  Alois.  Reisenachrichten  über  Denkmale  der  Kunst  und  des 
Altertiiums  in  den  österr.  Abteien.  In  Hormayrs  Archiv  1S22,  S.  22:3.  — 
Wattenbach,  Wilhelm.  In:  Archiv  für  ältere  deutsche  Geschichte.  X, 
S.  4:31.  —  Dannerbauer,  Wolfgang.  Kremsmünster  in  Oberösterreich.  In: 
Ein  Benedictinerbuch.  Von  Seb.   Brunner.  Würzburg  1881. 

337.  K.  k.  Gymnasium  der  Benedictiner  besitzt  eine 
Lehrer-  und  eine  Schülerbibl.  —  Director:  Stiftscapitular  P. 
Paulus  Proschko ;  Bibliothekar :  Stlftscapitular  P.  Sebastian  Mayr. 
—  Gegr.  1519,  geschlossen  16  1-2     1646;  als  vierclassiges  Gymn. 


342]  Krotoszyn.  107 

wieder  eröffnet,  seit  IHO?  sechsclassiaf,  1H49  mit  der  seit  17:}h 
bestandenen  philosophischen  Lehranstalt  zu  einem  Obergymn. 
vereinigt. 

Nach  dem  letzten  Jahresbericlite  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    niclit 
beantwortet  wurde. 

338.  Sternwarte  der  Benedictinep.  —  liisher  katalogisirt:  88.'") 
(Physik),  ifif)  (Astronomie),  77<;  Bd(3.  (Mathematik).  Nicht 
katalogisirt  Meteorologie  u.  s.  w.  —  Vorstand:  Franz  Schwab. 
Director  der  Sternwarte.  —  Alphabet.  Zettelkatalog.  —  Keine 
Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem 
Institute  17fj(). 

Krotoszyn  (Galizien). 

339.  Dominicanerexpositur.  V.  Lemberg,  Dominicaner- 
kloster. 

Kviimail  (Böhmen). 

340.  Fürstl.  Schwarzenberg'sches  Centralarchiv.  —  3200 
Werke. —  Jahresdotation  300  Gulden.  —  Director:  A,  Mörath.  — 
Nach  Wissenschaften  und  innerhalb  derselben  nach  Autoren 
aiphabet,  geordneter  Zettelkatalog.  —  Für  Benützuno-,  Ent- 
lehnung und  Versendung  gelten  dieselben  Bedingungen  wie 
für  die  fürstl.  Schwarzenberg'sche  Schlossbibl.  —  Juli  1892, 
als  das  fürstl.  Centralarchiv  von  Wien  nach  Krumau  verlegt 
wurde,  ist  auch  die  Leitung  der  Schlossbibl.  dem  Vorstande 
des  ersteren  übertragen  worden.  Zugleich  mit  dem  Central- 
archiv wurde  auch  dessen  Amtsbibl.  nach  Krumau  überführt. 
—  Vorwiegend  Geschichte,  alte  Werke,  die  für  die  Geschichte 
des  Hauses  Schwarzenberg  und  seiner  Besitzungen  von  Wich- 
tigkeit sind. 

341.  [K.  k.  Staats-jGymnasium.  —  et;  Lehrerbibl.  282(J  Bde., 
5917  Programme;  h)  Schülerbibl.  84  3  Bde.,  30  Hefte.  — 
Jahresdotation  ca.  300  Gulden.  —  Director:  Dr.  Joseph  Gersten- 
dörfer; Custos  für  a)  Prof.  Joseph  Dietz;  für  h)  Gymn.- 
Lehrer  Hubert  Badstüber.  —  Handschriftl.  Zettel-  und  Band- 
katalog, aiphabet,  und  nach  Schlagworten.  —  a)  Zugänglich 
jederzeit  für  die  Mitglieder  des  Lehrkörpers.  —  Entlehnung 
auf  4  Wochen.  —  Versendung  an  gleichartige  Anstalten.  — 
Gegr.  1584  als  Jesuitengymn.,  1777  aufgehoben,  1872  als 
Realgymn.  wiedererrichtet;  seit  1878  Obergymn.  Bibl.  gegr. 
1871.  —  Alle  Fächer  des  Gymn. 

Dietz,  Josepii.  Katalog  der  Lehrerbibl.  In:  XXV.  Jahresbericht  des  k.  k. 
Staats-Obergymn.  in  Krumau.  Krumau  1898. 

342.  Minoritenconvent.  —  3530  Bde.,  Sl  Handschriften, 
195  Incunabeln  aus  dem  10.  Jlidt.   —    Jahresdotation  je  nach 


108  Kuttenberg-.  [343 

Bedarf.  —  Verwalter  der  IJibl. :  P.  Karl  Vodicka,  O.  Min.  — 
Zettelkatalog  nach  Fachgruppen  geordnet,  vom  Bibliothekar 
ausgearbeitet.  —  Benutzbar  von  10 — 12  und  1  — G  Uhr.  — 
Entlehnungen  an  vertrauenswürdige  Personen.  —  Keine  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Kloster  i.  J.  ISöT, 
laut  Pizzala  nach  1770  von  Guardian  Severus  Schiroky.  — 
Vertreten  alle  Wissenschaften,  insbesondere  aber  deutsche 
Predigten  (533  Bde.),  Ascesis  und  Mystik  (387  Bde.),  Theo- 
logie (710  Bde.),  Kirchengeschichte  (17.^)  Bde.),  Geschichte  und 
Geographie  (163  Bde.)  etc. 

343.  Fürstl.  Schwarzenberg'sche  Schlossbibliothek.  —    Circa 

1-2.000  Werke  in  17.000  Bdn.,  2000  Heften.  —  Jahresdotation 
300  Gulden.  —  Vorstand:  A.  Mörath.  —  Ein  Nominal-  und 
Realkatalog.  —  Kann  von  Gelehrten,  welche  im  fürstl.  Central- 
archiv  arbeiten,  in  diesem  benützt  werden.  —  Keine  Entleh- 
nung, keine  Versendung.  —  Entstand  durch  Vereinigung  der 
aus  dem  17.  Jhdt.  stammenden  fürstl.  Schwarzenberg'schen 
mit  der  1719  erworbenen  Eggenberg'schen  Bibl.  i.  J.  1839, 
Avo  die  erstere,  bis  dahin  im  Palais  am  Neuen  Markte  in 
Wien,  nach  Krumau  überführt  wurde.  —  Getrennt  von  der 
Bibl.  besteht  daselbst  eine  Musikalien-  (bei  GOOO  Werke)  und 
eine  Münzsammlung  (ca.  SäOO  Stück).  —  Besonders  vertreten: 
Neuere  Literatur  und  Belletristik,  Rechts-  und  Staatswissen- 
schaften, class.  Philologie. 

Kiittenborg  (Kutna  Hora,  Böhmen). 

344.  K.  k.  Lehrerbildungsanstalt  (C.  k.  üstav}'  ku  vzdeläni 
ucitelü).  —  a)  Lohrerbibl.  ca.  1700  Werke  in  2G(»(»  Bdn., 
r)00  Heften,  1400  Programme;  h)  Schülerbibl.  ca.  lioo  Werke 
in  1100  Bdn.,  150  Heften.  —  Director:  Karel  Grüner;  Gustos 
für  a)  Prof.  Rudolf  Soukup;  für  h)  Prof.  Josef  Jicha.  — 
Gegründet  1870. 

Nach   dem   letzten  Jahresberichte  gearbeitet,   da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

345.  [K,  k.  Staats-jRealschule  (Cis.  kral.  vyssi  realka).  — 
")  Lehrerbibl.  :i.-.()'.i  Werke  in  .nnRo  Bdn.,  2545  Heften,  52  At- 
lanten, 2377  Programme;  h)  Schülerl^ibl.  3423  Werke  in 
;i97G  Bdn.,  (;8  Heften.  —  Director:  Alois  Strnad;  Gustos  für 
(ij  Prof.  Gustav  Erhart;  für  h)  Prof.  Frantisek  Klar.  —  Gegr. 
als  Communal-Oberrealschule  1858;  1874  verstaatlicht.  Seit 
1879  in  den  Unterclassen  Realgymn.,  seit  1891  wieder  normale 
Realschule. 

Nach  dem  k-lzton  Jnliresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragehnycn    nicht 
beantwortet  wiirdi'. 


•'i4i>]  Lai])a(!li.  109 

Laibiicli  (Ljublaiii,   Kiain). 

".ICi.  Franciscanerconvent.  —  lü.ooo  IJcle.  Ilaiidsclirii'ten 
lUK'h  nicht  geordnet.  —  Jahresdotation  je  nacli  Bedarl.  — 
Bibliothekar:  F.  Salesius  Vodosek.  —  Jo  ein  Ilaupt-(Band-), 
nlphabet.  Zettel-  und  Classen-Zettelkatalog.  —  Nur  zu  ei,ü:eneni 
Gebrauche,  daher  keine  Entlehnungen  und  Versendungen. 
Ausnahmen  nur  mit  besonderer  Bewilligung  des  Provinz- 
oberen. —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Kloster  1785,  —  Alle 
Wissenschaften,  besonders  theologische. 

3i7.    [K,    k.  Staats-(Ober-)]Gymnasium.    —    a)    Lehrerbibl. 

mit  reicher  Programmsammlung;  h)  Schülerbibl.  138;")  Bde. 
(deutsche  Abth.),  14(10  Bde.  (sloven.  Abth.).  —  Director:  An- 
dreas Senekovic;  Gustos  für  a)  Prof.  Alfons  Paulin;  für  J>) 
Prof.  Alexander  Pucsko  (für  die  deutsche  Abth.),  Prof.  Ludwig 
Lederhas  (für  die  sloven.  Abth.).  —  Errichtet  1418  durch 
Pfarrer  Georg  Hewgenreuter,  die  Richter  und  einige  Bürger 
als  St.  Nicolausschule;  151)6  — 177o  Jesuitengymn.  l'Sä  wurden 
die  beiden  philosophischen  Jahrgänge  geschlossen,  1788  wieder 
eröffnet. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte    gearbeitet,  da  der    Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 

:M!^.  [K.  k.  Staats-Unter-jGymnasium  (C.  kr.  nizi  gimna- 
zium).  —  a)  Lehrerbibl.  l'.i'.n;  Werke  in  Jfio.'.  Bdn.  und  42.')  Heften, 
3285  Programme;  h)  Schülerbibl.  1102  Werke  in  1277  Bdn. 
und  8  Heften  (sloven.  Abth.),  1021  Werke  in  lOfjH  Bdn.  und 
1  Heften  (deutsche  Abth.).  —  Director:  Fran  Wiesthaler;  Gustos 
für  a)  Prof.  Dr.  Lovro  Pozar;  für  h)  Prof  Alojzij  Tavrar.  — 
Gegr.   1889. 

Nach  dem  letzten  Jahresbericlito  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    niolit 
beantwortet  wurde. 

340.  Landesmuseum  Rudolfinum.  —  Ca.  17.000  Bde.  und 
Hefte,  4  Incuiiabeln.  Jaliresdotation  je  nach  Bedarf. 

Gustos  des  Museums:  Prof.  Alfons  Müllner;  als  Archivar  der- 
zeit ein  Volontär.  —  Zettelkatalog  in  Ausarbeitung.  —  Keine 
bestimmten  Bibl. -Stunden;  in  erster  Linie  zu  eigenem  Ge- 
brauche. —  Entlehnungen  und  Versendungen  nur  an  ver- 
trauenswürdige Personen.  —  Das  Museum  —  gegr.  1821,  er- 
öffnet 1831,  im  neuen  Gebäude  seit  2.  December  1888  —  hatte 
als  solches  eine  kleine  Sammlung  von  Werken;  der  Hauptstock 
kam  dazu,  als  1868  der  historische  Verein  sich  aufgelöst  hatte, 
und  dessen  Inventar  statutengemäss  an  das  Landesniuseum 
übergino-.  —  Geschichte. 


110  Laibach.  [35n 

350.  Slovenska  Matica,  Conirressplatz  7.  —  Ca.  10.000 
Bde.,  sammt  Atlanten,  Manuscripton  u.  s.  w.  —  Keine  Jahres- 
dotation;  Erwerbung  durch  Tauschverkehr  mit  4n  Vereinen 
und  Corporationcn.  —  Präsident:  Franz  Levec,  Realschul- 
Prof.  und  Bezirksschulinspector;  Secretär  und  Bibliothekar: 
Franz  Lah.  —  Ein  Bibl. -Katalog  existirt  nicht.  Der  alljähr- 
liche Zuwachs  (durchschnittlich  500)  erscheint  im  Vereins- 
organe ,.Letopis"  abgedruckt.  Die  Werke  sind  nach  Sprachen 
geordnet.  —  Nur  zu  eigenem  Gebrauche.  Keine  bestimmten 
Bibl. -Stunden.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Vereine,  welcher 
die  Herausgabe  wissenschaftlicher,  populär-wissenschaftlicher 
und  belletristischer  Werke  in  slovcnischcr  Sprache  bezweckt. 

3;')].  Fürstbischöfliches  Priesterseminar.  —  Ca.  10.000  Bde. 
—  Jahr(?sdotation  das  Ordinarium  von  200  Gulden  aus  der 
Anton  Alois  Wolf'schcu  Stiftung.  —  Gustos  ist  der  jeweilige 
Spiritual,  derzeit  Dr.  Franz  Usenicnik.  —  Je  ein  Zettel-  und 
Bandkatalog.  —  Zunächst  für  die  Prof.  und  Zöglinge  der 
theologischen  Lehranstalt  bestimmt;  doch  werden  Bücher  auch 
an  auswärtige,  verlässliche  Personen  gegen  Recepisse  aus- 
geliehen. —  Gegr.  1701  durch  freiwillige  Vereinigung  der 
Büchercollectionen  des  Fürstbischofs  Christoph  Graf  Herber- 
stein, Domproi)st  Johann  Preschern  und  Domdechant  Johann 
Thalnitscher  v.  Tiialberg  und  bald  nachher  in  einem  schönen, 
eigens  zu  dem  Zwecke  hergestellten  Saale  des  i.  d.  J.  1708 
bis  171i  neuerbauten  Priesterseminars  untergebracht.  Die 
a.  d.  J.  172.')  stammenden  Schränke  sind  aus  massivem  Eichen- 
holz gearbeitet,  durch  flache  Halbsäuion  mit  korinthischen 
Capitälen  voneinander  getrennt  und  von  einem  reich  geglie- 
derten Architrav  gekrönt.  Die  Decke  ist  mit  FreskcMi  des  ital. 
Meisters  Giulio  Quaglia  (16K8— 1720)  geschmückt.  In  der 
Mitte  sind  drei  allegorische  Gestalten:  Glaube,  Hoffnung  und 
Liebe;  rings  herum  folgen  acht  Kirchenväter;  in  den  Kappen 
sind  weitere  sechs  allegorische  Figuren,  welche  die  verschie- 
denen Zweige  der  Wissenschaft  darstellen.  --  Alle  Zweige  der 
theologischen  Wissenschaften. 

Zscliokkc,  Hermann.  Die  tlieologisclxin  Studien  und  Anstalten  der  kath. 
Kirche  in  Oesterreicli.  §  47.  Das  f.-h.  Priostcrsominar  u.  die  theologische 
Lehranstalt  zu   Laihaoh  von  Dr.  Joliann    Kulavic. 

:552.  [K.  k.  Staats-]Realschule.  —  o)  Lehrerbibl.  2712  Bde. 
401  Hefte,  ö  Blätter;  bj  Schülerbibl.  2104  Bde.,  i'M)  Hefte.  — 
Director:  Dr.  Rudolf  Junowicz;  Bibliothekar  für  a)  Prof.  Dr. 
Josef  Julius  Binder;  für  b)  Prof.  Anton  Laharner.  —  1851  als 
Unterrealschule  gegr.,  seit  1805  Oberrealschule. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 


3:)4]  T.iiibach.  111 

30:5.  Residenz  der  Gesellschaft  Jesu,  Klisal)ethstrassc,  hat 
eine  nicht  ncnneuswurlhe  15iichüi'saiiiinlun<j:,  die  nur  zum 
Privat^ebrauche  bestimmt  ist.  —  Superior:  Joseph  Liensber^^er, 

.".54.  K.  k.  Studienbibliothek.  —  04. 11!»  Bde.,  einschliess- 
lich der  lucunabeln.  -i'-Id  Handschriften.  —  Jahresdotation 
1-200  Gulden.  —  Gustos:  Gonrad  Stefan;  Scriptor:  Lucas 
Pintar.  —  Zettelkatalo<^-,  alphabot.  und  systematischer  Band- 
katalog.  —  Für  Benützung,  Entlehnung  und  Versendung  gelten 
die  allgemeinen  für  k.  k.  Studienbibl.  bestehenden  Vor- 
schriften. —  Um  das  Jahr  15()3  gründete  die  krainische  Land- 
schaft eine  eigene  evangelisch-lateinische  Schule  und  schloss 
daran  die  (Tründung  einer  „feinen  (U'fenllichen  Bibl.",  zunächst 
zum  Gebrauche  der  Schule,  dann  für  die  Prädikanten  und  Can- 
torcn,  schliesslich  für  alle  Mitglieder  der  Gemeinde;  den  Grund- 
stock dazu  bildete  die  Büchersammlung  des  aus  Krain  ge- 
flüchteten ehemaligen  Domherrn  Primus  Trüber,  die  er  in 
seinem  Hause  in  Laibach  zurückgelassen  hatte.  Zu  Anfang 
des  17.  Jhdts.  musste  jedoch  die  Landschaft  diese  ]3ibl.  an  den 
Bischof  von  Laibach  ausliefern,  der  sie  auf  seine  Herrschaft 
Oberburg  in  Untersteiermark  schaffen  Hess.  17()7  gründete 
Maria  Theresia  die  ,, Gesollschaft  des  Ackerbaues  und  der  nütz- 
lichen Künste  für  Krain";  1787  wurde  dieselbe  aufgelöst  und 
ihre  Bibl.  ging  in  das  Eigenthum  der  Stände  über,  wozu  sich 
auch  die  Schätze  der  1782  aufgehobenen  Klöster  des  Landes 
gesellten.  1788  erhielt  der  Director  am  Laibacher  Lycoum, 
Franz  Wilde,  den  Auftrag,  die  Katalogisirung  vorzunehmen. 
Er  verzeichnete  die  Sammlungen:  1.  der  Ackerbaugesellschaft; 
2.  die  Privatbibl.  des  Carl  v.  Peer;  3.  der  Cistorcienser  von 
Sittich  (12.  Jhdt.);  4.  der  Laibacher  Augustiner;  5.  der  Je- 
suiten; fj.  der  Cistorcienser  von  Landstrass  (13.  Jhdt.);  7.  der 
Karthäuser  von  Freudenthal  (13.  Jhdt.);  8.  der  Laibacher 
Discolceaten;  i».  die  Servitenbibl.  in  Tybein  (Duino),  zusammen 
10.415  Bde.  171)1  erfolgte  auf  Drängen  der  krainischen  Land- 
schaft die  kaiserliche  Resolution,  dass  im  zweiten  Stockwerke 
des  Laibacher  liyceums  eine  öffentliche  Bibl.  errichtet  und 
Wilde  die  Leitung  derselben  übertragen  werde.  17;»3  wurde 
das  Lesezimmer  eröffnet,  17  94  die  Stelle  eines  Scriptors  ge- 
schaffen und  dem  Priester  Franz  Hladnik  übertragen,  isoi 
kamen  die  Bücher  aus  dem  Schlosse  Oberburg  (die  landschaft- 
liche evangelische  Bibl.)  wieder  zurück;  ls-23  Ankauf  der  Bibl. 
des  Baron  Zois  (43!»  1  Bde.);  1845  Ankauf  des  Nachlasses  nach 
Bartholomäus  Kopitar  (2105  Bde.  und  1080  Hefte).  1850  wurde 
das  Lyceum  aufgehoben,  die  Bibl.  ,,k.  k.  Studienbibl."  be- 
nannt und  von  dem  neu  organisirten  Gymn.  getrennt. 

Ilitzinger.  Aelt.  bemerkenswerthe  Manuscripte.  In:  Mitth.  d.  histor.  Ver. 
f.  Krain.  1850.  —  Kosniac,  Georg.  Die  k.  k.  Lycealbibl.  in  Laibach.  1857.  — 


11-2  Lambach.  [355 

Radics,  Peter  v.  Die  k.  k.  SUidienbibl.  in  Laibach.  In:  Oesterreich. 
Wochenschrift  für  Wissenschaft,  Kunst  und  öffentliches  Leben.  Wien  1864, 
1.  Bd.  —  Voskrosonskij,  G.  Die  slavischen  Handschriften  der  Bibl.  (russ.). 
In:  Abhandl.  d.  Petersburger  Akad.  XXXI.  1883,  S.  42, 

3ö5.  Militärwissenschaftlicher  Verein, Casinogebäudo, 2. Stock. 
—  Ca.  50ÜÜ  Bde.  und  ouoo  Karten.  —  Jahresdotation  von 
Seite  des  k.  k.  Kriegsministeriiiins  bestimmt.  —  Präsident: 
Oberst  Victor  Edler  v.  Nitsche,  12  Aiisschussmitglieder, 
1  Secretär,  derzeit  Carl  Fischer,  Oberlieiit. ;  i  Diener.  — 
Schlagwortbandkatalog.  —  Benutzbar  von  s  Uhr  früh  bis 
s  Uhr  abends  nur  für  Vereinsmitglieder.  —  Ebenso  Entleh- 
nungen und  Versendungen.  —  Gegr.  1885.  —  Alle  Wissen- 
schaften, besonders  militärische  und  Kriegswissenschaften. 

Lambach  (Ober-Oesterr.). 

3r)6.  Benedictinerstift,  —  4().()0()  Druckwerke,  darunter  über 
.')üo  Incunabeln  und  über  700  Handschriften  aus  dem  10.  bis 
19.  Jhdt.  —  Jahresdotation  400 — 900  Gulden.  —  Bibliothekar : 
P.  Emmcramm  Mayer,  Stiftscapitular.  —  Alphabet.  Zettel-  und 
Standortskatalog.  —  Benutzbar  täglich  von  8  — 11  und  2^*2 
bis  T)  Uhr  mit  Ausnahme  von  Sonn-  und  Festtagen.  —  Ent- 
lehnungen und  Versendungen  nur  an  bekannte  und  ver- 
trauenswürdige Persönliclikeiten  und  zur  Benützung  in  einer 
öiftMitlichen  Bibl.  —  Bereits  zur  Zeit  der  Gründung  des 
Stiftes  schon  vorhanden.  Die  ersten  Codices  dürften  vom 
hl.  Adalbero,  dem  Stifter  des  Klosters,  von  Würzburg  nach 
Lambach  gebracht  worden  sein.  Namentlich  bereichert  durch 
die  Aebte  Thomas  (U3(;  — 1471),  Placidus  (1  fJlo  -  1  (i7.s),  Maxi- 
milian (1705—172;")),  Theodorich  (1  S59— 1872).  --  172r.  wurden 
.ilf)  Bücher  aus  der  Bibl.  des  Med.  Dr.  Christof  Tillmetz  in 
Wels  für  50  Gulden  angekauft,  1759  907  Bde.  aus  der  Bil)l. 
des  Baron  Wolf  Martin  Ehrmann  erworben.  —  Theologi(\ 
Kirchen-,  Profangeschichte. 

Primisser,  Alois.  Reisenachrichten  über  Denkmahlc  der  Kunst  und  des 
Alterthinns  in  den  österr.  Abteyen.  In:  llormayr.  Arcliiv  1S22,  fi.  ;Uil.  — 
Climel,  J.  Iland.sclirifton  in  österr.  Bibl.,  nachfjewiesen  von  Monc.  In:  Der 
österr.  Geschichtsforscher  II,  2.  1S41.  Not-Bl.  S.  öS.  --  Schniiedcr,  Pius. 
Lambach  in  Oberösterreich.  In:  Ein  Bencdictinmbucli  von  Seb.  Brunner. 
—  Huenier,  J.  Itcr  Austriacuni  I    In:  Wiener  Studien  IX.  1887. 

L.andskron  (Böhmen). 

357.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  a}Lehrerbibl.  242*;  Werke 

in  2550  Bdii.  und    K»;};)   Heften,  9;;;i7   Programme;    h)  Schüler- 
l)il)l.  090  Werke  in  995  Bdn.    und    l.s:^  Heften        -     Director: 


364]  Lan^enlois.  HS 

Franz    Novotny;     Custos    für    a)  Prof.    Johann    Kazilek;     für 
h)  Prof.  Franz  Hawrlant.  --  Gc^r.  1.S72. 

Nach  doin   letzten  Jaliresbcrichte  gearbeitet,    da    der  Frayehnifon    niclit 
beantwortet  wurde. 

Langenlois  (Nieder-Oesterr.). 

358.  Gabelsberger  Stenographenverein.  —  Ca.  r)(i{)  Bde., 
darunter  das  Orij^inalwerk  Gabelsberi^er's  und  alle  Jahr<4än<^e 
der  J>ambergcr  Bliitter.  —  1.  Vorstand:  Franz  Haimerl; 
Vereinsbibliothekar:  Leopold  Hoffinger.  —  Stenographie. 

35!i.  Landwirthschaftlicher  Verein  für  Langenlois  und  Um- 
gebung. —  Die  I)ibl.  ist  noch  jung,  besitzt  aber  doch  bereits 
über  100  landwirthschaftliche  Werke.  —  Bibliothekar:  Franz 
Haimerl. 

3(iO.  Volksbibliothek.  —  Ca.  600  Bde.  —  Bibliothekar: 
Joseph  Knauer. 

Lankowitz  (Steiermark). 

361.  Franciscanerconvent  hat  eine  bloss  zu  eigenem  Ge- 
brauche bestimmte  Bibl.  Vertreten  sind  vorzüglich  theo- 
logische Werke.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen. 
—  Guardian:  P.  Kilian  Manaiga.  —  Gegr.  1155. 

LauD  (Loun,  Böhmen). 

362.  [Communal-]Realschule  (Obecni  realka)  besitzt  eine 
Lehrerbibl.  mit  1672  Programmen  und  eine  Schülerbibl.  — 
Jahrosdotation  480  Gulden.  —  Director:  Alois  Zdrahal;  Bi- 
bliothekar: Prof.  Karel  Subrt.  —  Gegr.  18fi6. 

Nacli  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 

Leipnik  (Lipnik,  Böhmen). 

36:').  [Landes-Ober-]Realschule.  —  Director:  Adolph  Oborny ; 
Bibliothekar:  Ludwig  Kott.  —  Gegr.  1897,  übernahm  sie  im 
Laufe  des  Jahres  1898  die  grosse  Piaristenbibl.  in  Leipnik. 
Ordnung  und  Katalogisirung  im  Zuge.  Auch  einige  Hand- 
schriften und  Incunabeln  scheinen  vorhanden  zu  sein. 

364.  [Privat-]Realschule  der  „Üstredni  Matice  skolskä"  (Ma- 
ticnä  ceska  realka).  —  a)  Lehrerbibl.  1381  Werke  in  1458 
Bdn..  566  Heften,  2124  Programme;  /»)  Schülerbibl.  707  Werke 
in  752  Bdn.,  33  Heften.    -    Jahresdotation  für  «^  ca.  lOo  Gulden, 

Bibliotheks-Adressbucli.  8 


114  Leitmeritz.  [365 

für  h)  ca.  40  Gulden.  —  Director:  Frantisek  Jansa;  Ciistos 
für  a)  Prof.  Vaclav  Vobornik;  für  h)  Suppl.  August  Hohaus. 
—  Gegr.  IH^tö. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 

Leitmeritz  (Böhmen). 

365.  Bischöfliche  Bibliothek.  —  Ca.  9000  Bde.,  (U  In- 
cunabeln  und  bei  vioo  Handschriften.  —  Bibliothekar:  Dr. 
Joseph  Schindler,  Theol.-Prof.  —  Zettel-  und  aiphabet.  Band- 
katalog. —  Entlehnungen  von  Büchern.  —  Angelegt  und  er- 
halten von  den  Bischöfen.  Besonders  Bischof  Emanuel  Ernst 
Graf  V.  Waldstein  (1760—1789)  hat  die  Bibl.  durch  Ein- 
fügung seiner  bedeutenden  Privatbücherei  erweitert,  ebenso 
wie  Bischof  Anton  Ludwig  Frind  (1S7!»  —  issi).  Auf  des  letz- 
teren Befehl  erfolgte  die  Neuordnung  und  Katalogisirung 
durch  den  damaligen  Leitmeritzer  Theol.-Prof.,  jetzigen  Hof- 
rath  und  Wiener  Üniv.-Prof.  Prälat  Dr.  Franz  M.  Schindler.  — 
Besonders  vertreten  Kirchenväter,  böhmische  Geschichte  und 
die  verschiedenen  theologischen  Wissenschaften. 

.366.  Bischöfliches  Clericalseminar.  -  8500  Bde.  —  Jahres- 
dotation ca.  100  Gulden.  —  Dem  Viccrector  obliegt  die  Sorge 
um  die  Bibl.  —  Zettel-  und  Materienkatalog.  Gründliche  Revision 
und  Neuordnung  im  Zuge.  —  Benutzbar  zu  jeder  Stunde.  — 
Entlehnungen  und  Versendungen  gegen  Revers.  —  Begründet 
und  bereichert  seit  1800  durch  Ankauf  von  Werken  und 
durch  Schenkungen  (besonders  durch  Testate).  —  Beinahe 
ausschliesslich  theologische  und  philosophische  Werke. 

367.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  5423 
Werke  in  10.705  Bdn.  und  10.177  Heften,  16.803  Programme; 
/y;  Schülerbibl.  153«  Werke  in  2733  Bdn.  und  282  Heften;  franz. 
Abth.  175  Werke;  böhm.  Abth.  149.s  Werke.  —  Director:  Franz 
Nestler;  Gustos  für  a)  Prof.  Josei^h  Sieber;  für  h)  Prof.  Her- 
mann Weisser.  —  Gegr.  als  Collegium  1549,  erneuert  als 
Jesuiten-Gymn.   165o, 

Nacli  dem  letzten  Jahrcsbcriciitc  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 

368.  [K.  k.  Staats-JRealschuie.  <i.)  Lehrerbibl.  5173  Bde., 
930  Hefte,  6f;(j;j  Programme;  h)  Schülerbibl.  401  s  Bde.  — 
Dotation  ca.  250  Gulden.  —  Director:  Julius  Biberle;  Bil»lio- 
thekar  für  a)  Prof.  Franz  Mann;  für  h)  Prof.  Felix  Wiesner. 
—  1  al{jliabet.  Zettel-  und  1  Fachkatalog.  —  ^<)  jederzeit  benutz- 
bar;   in    h)  werden    die  Bücher    alle    14  Tage  ausgegeben.  — 


370]  Leitoniischl.  115 

(rogr.  mit  der  Anstalt   ls»;;{;    s(Mt    Ihü.j   verstaatlicht.    -     Alle 
Wissenschaften  der  Realschule. 

Leitomischl  (Litomysl,  IJöhmcn). 

;!';:).  [K.  k.  Staats-jGymnasium  (C.  k.  stütni  vy.s.sf  ^yniiiasiuin). 
n)  Lehrerbibl.  l'.V.W  Werke  in  47(n;  lldn.,  581  s  Programme ; 
h)  Schülerhil)!.  HM[)  Werke  in  :{<)();)  Ikln.  —  Dotation  für  die 
Lehrmittolsammlun«,^  für  1897/98  474-97  Gulden.  —  Director: 
Emanuel  Seifert;  Gustos  für  a)  Prof.  Jan  Kohout;  für  />J  Prof. 
IIuj^o  Palecek.  —  KUO  als  Piaristen<4ymn.  von  Febronia  Freiin 
V.  Pernstein  ge^ii:r. ;  1874  verstaatlicht.  188-3  mit  der  Gommunal- 
Pealschule  zu  einer  combinirten  Staats-Mittelschule  vereinigt. 
Seit  1887  normales  Gymn. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte   gearbeitet,   da   der   Fragebogen   nicht 
beantwortet  wurde. 

Leinberg  (Lwow,  Galizien). 

370.  Narodnyi  Dom  (Ruthenisches  Nationalhaus).  — 
58.348  Bde.,  über  800  Handschriften.  —  Keine  Jahresdotation, 
sondern  durch  freiwillige  von  ruthenischen  Patrioten  geleistete 
Geschenke  an  lUichern,  Handschriften,  Bildern  etc.  erhalten. 
—  Vorstand:  Domherr  Anton  Petruszewicz ;  Gustos:  liohdan 
Didycki;  Beamter:  Joseph  Gocki.  —  Alphabet.  Zettel-,  wie 
auch  Inventarkataloge  von  Nr.  1 — 35.23fi.  —  Benutzbar  täg- 
lich von  9  —  1  und  3  — (j  Uhr.  —  Entlehnungen  mit  Genehmi- 
gung des  Vorstandes.  —  Versendungen  gegen  Caution.  — 
Den  Impuls  zur  Gründung  gab  im  J.  1 849  der  ruthenische 
Gelehrte  und  Universitäts-Prof.  Jacob  Holowacki,  indem  er 
dem  Institute  des  ruthenischen  Nationalhauses  mehrere  1000 
klein-  und  grossrussische  Werke  aus  seiner  reichhaltigen 
Privatbibl.  schenkte  und  hierauf  durch  seine  literarischen 
Beziehungen  mit  klein-  und  grossrussischon  Prof.  und  Ge- 
lehrten in  Russland  für  dieselbe  Bibl.  die  unentgeltliche  Zu- 
sendung von  Büchern  derart  sicherte,  dass  bis  auf  den 
lieutigen  Tag  sämmtliche  Schriften  aller  russischen  Universi- 
täten, aller  geistlichen  Akademien,  wie  auch  der  kais.  russi- 
schen Akademie  der  Wissenschaften  in  Petersburg  und  end- 
lich alle  Journale  der  russischen  Ministerien  unentgeltlich 
einlaufen.  —  Slavische  Philologie  und  Geschichte.  —  Mit  der 
Bibl.  ist  die  Privatbibl.  des  liistoriographen  Domherrn  Anton 
Petruszewicz  unter  d.  Tit.  „Muzeuni  Antona  S.  Petruszewicza" 
mit  11.041  Bdn.  in  einem  eigenen  Nebenlocale  verbunden. 
Dieses  wird  jedes  Jahr  von  dem  Begründer    desselben  derart 


116  Lemberg.  [371 

vermehrt,    dass    es    binnen    kurzem    das  Doppelte    des  gegen- 
wärtigen Bücherbestandes  betragen  wird. 

Die  Bibl. -Kataloge  und  -Berichte  erscheinen  gelegentlich  allgemeiner 
Vereinsversamnilungen  des  „Narodnyi  Dom"  wie  auch  die  halbjährigen 
Berichte  darüber  in  der  ruthenischen  Tagespresse. 

371.  Dominicanerkloster  (Bibliotheca  communis  conventus 
generalis  Ss.  Corporis  Christi  Leopoliensis  Sac.  Ordinis  Fra- 
trum  Praedicatorum).  —  12.360  Bde.,  474  Handschriften, 
2-26  Incunabeln.  —  Jahresdotation  30(»  —  40ü  Gulden.  —Biblio- 
thekar :  Lect.  S.  Theol.  Fr.  Pius  Maria  Bazan  O.  P.  —  A.  Hand- 
schriftl.  Piealkatalog.  l.Gemina  adnotatio  Librorum  in  Biblio- 
theca Conventus  Generalis  Leopolien.  Sacri  Ord.  Praedicato- 
rum locatorum  quarum  prima  continet  Authores  communi 
ordine  Alphabetico  conscriptos;  altera  vero  per  speciales  in 
propria  materia  classes  comprehendit  eosdem  authores  sin- 
gulis  expetentibus  utilitatem  et  commodum  suum  permaxime 
utilis  et  necessaria  sub  Dignissimo  Prioratu  Exiniii  ac  Adm. 
R.  P.  Onuphrii  Lykiewicz  S.  F.  Mgri  meritissimi  renovata 
Anno  Domini  1776.  (Kat.  in  Fol.  82  Bl.,  auf  36  Bl.  aiphabet, 
nach  Autoren;  auf  46  Bl.  die  Werke  in  17  Classen  nach 
Materien  geordnet.  Anzahl  der  verzeichneten  Bde.  4017.) 
2.  Connotatio  librorum  in  Bibliotheca  conventus  siti  in  civitate 
Leopoliensis  Ord.  Praed.  juxta  classes  distributorum,  quarum 
quaelibet  individualem  materiam  continet  juxta  ordinem 
Alphabet! ;  quae  quidem  absoluta  est  anno  Domini  1784 
(Fragm.  «  Bl.  fol.).  3.  Catalogus  librorum  Bibliothecae  Con- 
ventus Leopoliensis  Patrum  Ord.  Praed.  confectus  anno  1«27 
(83  Bl.  fol.  Bandkatalog  in  10  Classen).  4.  Catalogus  librorum 
Conventus  Gen.  Leopol.  S.  Ord.  Fr.  Praed.  confectus  Anno 
Domini  1851.  (Realkatalog  in  10  Classen,  76B1.  fol.).  ü.  Biblio- 
theca Manuscriptorum  in  Conventu  Leopol.  P.  P.  Praed. 
[s.  a.  ca.  1776,  12  S.  4".  Handschriftenkataloge  in  7  Cl.  lat., 
poln.  Ms.  meistens  philol.,  dogmat.,  hist.  und  homilet.  Inhahs]. 
C.  Specialverzeichnisse  von  Büchersammlungen,  die  der  Bibl. 
nacheinander  einverleibt  wurden.  I.Sammlung  von  46  Werken 
aus  der  dem  Lemberger  Dominicancirkloster  incorporirten 
Expositur  Kosciejow  (bei  Lemberg,  Post  Kulikow).  Einv.  1803. 

2.  Sammlung  von  17!"  Werken  auf  4  Bl.  in  fol.  aus  dem  zu 
Warschau     aufgehobenen     Dominicanerkloster.      Einv.      1883. 

3.  Sammlung  von  272  Werken  meist  historischen  Lihalts; 
Ursprung  und  Zeit  der  Einverleibung  unbekannt.  D.  Zettel- 
katalog in  Ausarbeitung;  bis  Anfang  18'.»9  3(>00  Nummern. 
—  Benützljar  nur  für  Conventmitglieder.  —  Ebenso  Ent- 
lelniungen  und  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem 
Kloster  1270  durch  Vermittlung  des  ruthenisciien  Fürsten  Leo 


371]  Lemberg.  117 

(Low),  des  Gründers  von  Lemberij.  Dn  oinerseits  der  Convent 
vom  Anfnni^-  an  violo  W(»hlthäter  unter  den  riithon.,  bescinders 
aber  i)obi.  Fürsten-  und  Adelsfauülien  (()[)()lslvi,  Henko,  Leli- 
witow,  Toporow,  Odrowaz,  Nik.  Potocki)  zählte,  die  nicht  nur 
bei  Lebzeiten  für  das  leibliche  und  geistige  Wohl  der  Kloster- 
niitglieder  sorgten,  sondern  auch  nach  ihrem  Tode  sowohl 
Legate  als  auch  ihre  Büchersammlungen  dem  Convente  hinter- 
liessen,  anderseits  wiederum  das  Kloster  im  H.  und  If).  Jhdt. 
als  Ilauptsitz  der  Congregatio  fratrum  peregrinantium  galt, 
seit  dem  10.  Jhdt.  die  Residenz  des  Provinzials  der  ruthen. 
Dominicanerordensprovinz  war  und  endlich  das  General- 
studium der  Provinz  unterhielt,  so  ist  es  erklärlich,  dass  in 
der  Conventbibl.  und  im  Archive  viele  und  seltene  —  wie 
ein  Chronist  schreibt  —  Polonica  und  Ruthenica,  zahlreiche, 
reich  verzierte  Choralbücher,  werthvolle  Documente  und 
Handschriften  aus  dem  Lande  und  aus  der  ganzen  Provinz 
die  in  der  P>lüthezeit  (10.  und  17.  Jhdt.)  gegen  70  Klöster 
zählte,  aufgespeichert  sich  vorfanden.  Zieht  man  dann  noch 
in  Erwägung,  dass  im  Laufe  der  Jhdte.  aus  den  poln.  und 
ruthen.  Dominicanorklöstern  'J6  Bischöfe  und  ca.  300  Schrift- 
steller hervorgingen  —  die  Menge  der  Mag.  s.  Theol.  u.  Re- 
gentes  Studiorum  nicht  eingerechnet  —  so  wird  man  gewiss 
zu  würdigen  wissen,  was  Okolski  O.  P.  in  seinem  Werke 
,,Russia  florida"  schreibt:  ,,Erat conventus Leopoliensis  Ordinis 
Praed.  nobilissimus,  in  quo  erat  Seminarium  et  Archivum 
omnium  privilegiorum  Peregrinantium,  in  quo  omnia  capitula 
sua  perficiebant.  Quapropter  a  Pruthenis  et  Germanis  mater 
Monachorum  appellatus  fuerit" „Conventus  [Leopo- 
liensis O.  P.]  de  novo  erectus  et  aedificatus  est  et  ita  dis- 
positus,  ut  .  .  .  .  Studium  generale  provinciae  sustineat,  Biblio- 
thecam,  medicinalia,  et  caetera  magnifica  in  sacro  Ordine 
necessaria  saluti  corporis  et  animae  conservet."  Noch  jetzt 
birgt  die  Bibl.  eine  verhältnissmässig  grosse  Anzahl  von 
medicinischen  Werken  in  latein.  Sprache.  Da  die  Prof.  ihre 
höhere  Ausbildung  in  Rom  erhielten  und  nach  Vollendung 
derselben  ins  Lemberger  Generalstudium  zurückkehrten,  er- 
klärt sich  die  bis  heute  vorhandene  grosse  Zahl  von  homi- 
letischen und  historischen  Werken  in  italien,  Sprache.  Auch 
viele  mit  Goldinitialen  verzierte  Choralbücher  sind  noch  vor- 
handen. Bedeutende  Einbusse  verursachten  hingegen  die  vier- 
maligen Einäscherungen  des  Klosters  (in  d.  J.  1408,  1511, 
l')17  und  1778),  die  Belagerung  Lembergs  durch  die  Tartaren, 
Türken  und  Schweden,  die  politischen  Umwälzungen  und 
Klosteraufhebungen  im  Is.  Jhdt,  während  welcher  viele  Werke 
verloren  gingen,  viele  in  andere  Kl()ster  und  Staatssamm- 
lungen verschleppt    wurden,    dagegen    wieder  manche  Werke 


118  Lembero-.  [372 

neue  Aufnahme  fanden.  So  besitzt  die  Ribl.  Choralbücher  und 
andere  theologische  Bücher  aus  den  aufgehobenen  Klöstern 
Warschau,  Wilna  u.  a.,  zahh'eiche  Werke  aus  dem  1780  auf- 
gehobenen Dominicanerkloster  zur  heil.  Maria  Magdalena  in 
Lemberg,  dem  der  Lemberger  Rathsherr  Stanislaus  Mtidro- 
wicz  seine  reiche  Bibl.  vermacht  hatte,  ebenso  Werke  aus 
dem  1782  aufgehobenen  Dominicanerinnenkloster  zur  heil. 
Katharina  von  Siena  in  Lemberg  und  aus  dem  1784  auf- 
gehobenen Dominicanerkloster  von  der  strengen  Observanz 
zur  heil.  Ursula  in  Lemberg.  —  Vertreten  waren  und  sind 
noch  besonders  biblische,  patrolog.,  scholastische,  kirchen- 
geschichtliche und  homiletische  Literatur,  vorwiegend  in 
latein.  Sprache.  —  Im  Klostergebäude  befinden  sich  noch: 
1.  Die  Pfarrbibl.  Dem  Kloster  sind  nämlich  eine  Pfarre 
S.  Corporis  Christi,  die  älteste  in  Lemberg,  und  zwei  Ex- 
posituren  Kosciejow  (Post  Kulikow)  und  Krotoszyn  (Post  Dawidow) 
incorporirt.  2.  Die  Noviziatsbibl.  seit  der  Errichtung  des 
Noviziates  und  Provinzstudiums  im  Kloster  (1884),  1130  Bde., 
ausschliesslich  für  die  Ordenscleriker  und  Studenten  bestimmt 
und  benutzbar.  3.  Die  Redactionsbibl.  der  Rosenkranz-Monats- 
schrift „Roza  duchowna"  (seit  1898)  400  Bde.  Einheimische, 
ausländische,  ältere  und  neuere  Rosenkranzliteratur  in  deut- 
scher, französischer,  italienischer,  böhmischer  und  englischer 
Sprache. 

Nowowiejski  Felix.  Phoenix  decoris  et  ornamenti  Provinciae  Poloniae 
S.  Ord.  Praed.  Posnaniae.  1572.  —  Olski  Symon.  Orbis  Polunus  Cracoviae. 
1(541.  Tom  I.  —  Olski  Symon.  Russia  florida.  Leopoli  1646.  —  Chody- 
kiewicz  Klemens.  De  rebus  gestis  in  Provincia  Russiae  Ord.  Praed.  Coni- 
mentarius  XI  libri  digestus,  Berdyczoviae  1780.  —  Jocher.  Obraz  biblio- 
grafizno  historyczny.  Wilno  1840.  —  Baracz  Sadok.  Rysdziejüw  Zakonu 
Kaznodziejskiego  w  Polsce  w  dwoch  tomach.  Lwow  1861.  —  Dudik  Boda. 
Arcliive  im  Königreiche  Galizien  und  Lodomerien.  In:  Arcliiv  für  österr. 
Geschichte  XXXIX.  18Ci8,  S.  147. 

372.  Städtisches  Gewerbemuseum  (Miejskie  Muzeum  Prze- 
myslowe),  Rathhaus.  —  ir)i)0  Werke  in  2r)00Bdn.,  <;:;'•  Kupfer- 
stiche und  Lithographien,  1150  Photographien.  —  Jahres- 
dotation für  Bücherankauf  2500  Gulden.  —  Vorstand  des 
Museums:  Julian  Ritter  v.  Zachariewicz,  k.  k.  llofrath  und 
Prof.  an  der  technischen  Hochschule;  Custos:  Ladislaus 
Piebczynski;  Assistent:  Ladislaus  Stroner.  2  Diener,  davon 
einer  speciell  für  die  Bibl.  —  Handschriftl.  Bandkatah)g.  Als 
Ilandkatalog  dient  ein  Exemplar  des  im  J.  1894  gedruckten 
Kataloge.s,  welcher  handschriftl.  ergänzt  wird.  —  Für  Jeder- 
mann unentgeltlich  benutzbar  in  den  Sommerm()naten  (Mai 
bis  October)  von  11  —  3,  in  den  Wintermonaten  von  11—1  und 
5 — 8  Uhr,  an  Sonn-  und  Feiertagen  von  10  — 1  Uhr.  —  Ent- 
lehnungen  ausnahmsweise    gegen  Caution.    —    Versendungen 


377J  Lombei'fj.  lln 

nur  an  öffontliolic  Anstalten  j,^e<i:on  entsprochonde  Siclier- 
stellun^.  —  Ciujur.  zui^loich  mit  dem  Museum  1874.  —  Vor- 
wie»?end  Kunst  und  Kunstgeschichte. 

37i?.  K.  k.  akademisches  ruthenisches  Gymnasium  im  ruthe- 
nischen  Nationalhause  „Narodnyi  Dom".  —  a)  Lehrerbibl. 
'^•^M  Werke  in  r);!-23  Bdn.  und  4r)23  Heften;  h)  Schülerbibl. 
(ruthon.,  poln.,  deutsche  Abth.).  —  Jaliresdotation  für  n)  200 — .TG«» 
(lulden.  —  Director:  Eduard  Charkiewicz;  Bibliothekar  fiir 
a)  Prof.  Dr.  Thaddäus  Mandybur;  für  h)  Prof.  Isidor  Grom- 
nicki;  Prof.  Elias  Kokorudz;  Prof.  Franz  Konarski.  —  Je  ein 
aiphabet.  Zettel-  und  Fachkatalog.  —  Benutzbar  nur  für  die 
Mitglieder  des  Lehrkörpers.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Ver- 
sendungen nur  im  Amtswege.  —  Gegr.  1841».  —  Sämmtliche 
Gymnasialdisciplinen;  besonders  gepflegt  ruthen.  Sprache  und 
Literatur,  sowie  Slavistik. 

374.  [K.  k.  zweites  Ober-]Gymnasium  besitzt  eine  Lehrer- 
und eine  Schülerbibl. —  Director:  Reg.-R.  Emanuel  Wolff;  In- 
standhalter  der  Lehrerbibl.:  Prof.  Wladimir  Resl;  der  Schüler- 
bibl.: Prof.  Heinrich  Kopia.  —  Gegr.  1818  als  „Gj'mnasium  bei 
den  Dominicanern";  seit  1850  Obergymn. 

Nach    dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

37:').  [K.  k.  Franz  Joseph-Staats-]Gymnasium  (C.  k.  Lwowski 
gimnazyum  im.  Franciszka  Jozefa).  —  a)  Lehrerbibl.  3710 
Werke  in  7494  Bdn.,  4050  Programme;  h)  Schülerbibl..  u.  zw. 
poln.  Abth.:  872  Werke  in  1304  Bdn.  und  198  Bde!  Doub- 
ietten;  deutsche  Abth.:  672  Werke  in  884  Bdn.;  ruthen. 
Abth.:  02  Werke  in  59  Bdn.  —  Director :  Wojciech  Biesiadzki; 
Bibliothekar  für  a)  Prof.  Franciszek  Terlikowski ;  für  h)  Prof. 
Boleslaw  Szomek  (poln.  und  ruth.  Abth.),  Jan  Kukucz  (deutsche 
Abth.).  —  Gegr.  1858. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 

376.  [K.  k.  viertes  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  IV.  gimnazyum). 

—  oj  Lehrerbibl.  2132  Werke;  AJ  Schülerbibl.,  poln.  Abth.  <340 
Werke  in  854  Bdn.,  deutsche  Abth.  585  Werke  in  (520  Bdn.  — 
Director:  Walenty  Koziob  —  Errichtet  1879. 

Nach    dem   letzten   Jahresberichte  gearbeitet,    da   der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

377.  [K.  k.  V.  Staats-]Gymnasium  (O.k. Gimnazyum  V).     - 

rt)  Lehrerbibl.  Ende  Novemberl898:  816  Werke  in  1680  Bdn. 
und  86  Broschüren,  593  Programme;  />)  Schülerbibl.  609  Werke 
(poln.  Abth.),  3(;4  Werke  (deutsche  Abth.),  72  Werke  (ruthen. 


120  Lemberg.  [378 

Abth.).  —  Dotation  ca.  <iOO  Gulden.  —  Director:  Franciszek 
Procbuicki;  Custos  für  aj  Prof.  Franciszek  Hoszowski;  für />) 
Prof.  Jozef  Nogaj  (für  die  poln.  Abtb.),  Prof.  Zj'-gmunt  Kiinst- 
mann  (für  die  deutscbe  Abth.).  —  Je  ein  Band-  und  Zettel- 
katalog. —  Zugänglich  für  den  Lehrkörper  sämmtlicher  Mittel- 
schulen Lembergs.  —  Ebenso  Entlohnungen.  —  Versendungen 
nur  an  Directionen  anderer  galizischer  Mittelschulen.  —  Gegr. 
zugleich  mit  der  Anstalt  1892.    —    Alle  Gymnasiallehrfächer. 

378.  Handels-  und  Gewerbekammer  (Izba  Ilandlowa  i  Prze- 
myslowa),  Halickiphitz  10.  —  311-2  Bde.  —  Jahresdotation 
500  Gulden.  —  Keine  besonderen  Bibl.-Beamten.  Präsident: 
Director  Dr.  Ladislaus  Marchwicki;  Secretär:  Dr.  Ladislaus 
StesUnvicz.  —  Ein  Sachkatalog.  —  Benutzbar  von  1» — 1  und 
4 — G  Uhr.  —  Entlehnungen  in  der  Regel  nur  an  Mitglieder 
der  Kammer,  an  sonstige  Personen  nur  mit  Genelimigung  des 
Präsidiums.  —  Ebenso  Versendungen.  —  Gegr.  1851  zugleich 
mit  der  Kammer.  —  Staatswissenschaften  mit  besonderer 
Berücksichtigung  der  politischen  Oekonomie. 

379.  K.  k.  Technische  Hochschule.  —  i)000  Nummern,  ca. 
•20.000  Bde.  —  Jahresdotation  3500  Gulden.  ~  Bibliothekar: 
Prof.  Jozef  Rj'chter;  Scriptor:  Antoni  Jakubowski;    2  Diener. 

—  Alphabet.  Zettelkatalog;  jeder  Schrank  hat  seine  Stand- 
ortstabelle. —  Geöffnet  täglich  von  10  — l  und  4  —  8  Uhr; 
Sonn-  und  Montag  nur  von  10  —  1  Uhr;  im  September  Montag, 
Mittwoch  und  Freitag  von  11-1  Uhr.   Im  August  geschlossen. 

—  Entlehnung  a)  an  Prof.  und  Assistenten  der  k.  k.  techn. 
Hochschule  und  der  Universität;  h)  an  die  Hörer  der  k.  k. 
techn.  Hochschule,  welche  von  der  Zahlung  des  Unterrichts- 
geldes durch  das  Prof .-CoUegium  befreit  sind ;  c)  an  alle  jene, 
welche  von  den  Prof.  der  k.  k.  techn.  Hochschule  in  Lemberg 
empfohlen  werden;  d.)  an  jene,  welche  eine  Büchercaution 
von  15  Gulden  erlegen.  —  Versendungen  an  alle  Unterrichts- 
behörden für  eine  nach  Möglichkeit  bestimmte  Zeitdauer.  — 
Gegr.  1874.  —  Nur  technische  Werke. 

Katalog  biblioteki  c.  k.szkoly  politechnicznej  we  Lwovvie.  I.  Lw6w  1894.  — 
II.  Lwow  1898.  —  O  uzytkowaniu  biblioteki  c.  k.  Szkoly  politeclinicznoj. 
Lwow  1896. 

380.  K.  k.  thierärztllche  Hochschule  (C.  k.  Akademia  wetory- 
naryi),  Kochanowskigasse  33.  —  1874  Werke  in  305G  Bdn.  — 
Dotation  500  Gulden.  —  Vorstand  ein  auf  drei  Jahre  hierzu 
erwählter  Prof.  d.  Z.  Mag.  Stani.slaus  Krölikowski.  —  Ein 
chronolog.  Katalog  (Liventar) ;  1  Zottelkatalog  nach  Autoren; 
1  systemat.  Zettelkatalog.  —  Vormittags  täglich  benützl)ar; 
Lesesaal  nicht  vorhanden.  —  Entlehnuntj  an  Mittflieder  des  Lehr- 


•'^«2]  Lemberg-.  121 

körpers,  Assistenten,  sowie  die  Hörer  der  Hochschule  auf 
zwei  Monate  ^egen  Schein;  die  Hörer  müssen  aber  die  Eni- 
pfelilung-  eines  Prof.  der  Anstalt  beibringen  oder  ihre  Docu- 
mente  (Maturitiitszeugniss  und  letztes  Jahreszeugniss)  hinter- 
legen. Versendung  unstatthaft.  —  IH.Sl  mit  der  Anstalt  ge- 
gründet, unifasste  die  Bibl.  bei  ihrem  Ursprung  414  Werke. 
Bis  18S9  war  Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Anton  Baranski;  seither 
der  oben  Genannte.  Geschenke  von:  Prof.  Dr.  Seif  mann, 
Landesthierarzt  Aleksander  Littich,  Prof.  Dr.  Josef  Szpilnian, 
Prof.  Mag.  Stau.  Krölikowski  und  der  Redaction  von  „Przeglad 
weterynarski".  —  Vertreten  Thierarznei  und  Thierzucht. 
Geseliielito  der  Bibl.  im  Bericlite  der  Anstalt  vom  J.  1895. 

381.  Stauropigianisches  Institut  (Institut  Stauropigiaüskij), 
Russka  Ul.  3.  —  Archiv:  3r)(i  kirchlich-slovenische  Incunabeln 
und  1 1 12  Handschriften.  Incunabeln  und  Handschriften  theils 
zur  Aufbewahrung-  übergeben,  theils  geschenkt,  theils  gekauft. 
—  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Leiter  des  Museums  und 
Archivs:  Univ.-Prof.  Dr.  Izydor  Szaraniewicz,  Senior  des 
Stauropig.  Institutes;  1  Amanuensis,  1  Diener.  —  Band-  und 
Zettelkatalog.  —  Museum  und  Archiv  täglich  von  11 — ^-2, 
Dienstag  und  Freitag  von  11 — 1  Uhr  benutzbar,  an  Sonn-  und 
griechischen  Feiertagen  geschlossen.  —  Entlehnungen  mit 
Genehmigung  des  Seniors.  —  Versendungen  nur  auf  Grund 
des  Beschlusses  des  Institutsausschusses.  —  Archiv  entstand 
durch  allmähliche  Sammlung  verschiedener  Handschriften  und 
Incunabeln  seit  1587.  Die  1888  —  1889  veranstaltete  biblio- 
graphisch-kunsthistorische  Ausstellung  des  Stauropigianischen 
Institutes  gab  die  nächste  Veranlassung  zur  Anlegung  des 
kunsthistorischen  Museums,  dessen  Anlage,  Ordnung  und  Zu- 
gänglichkeit ein  Verdienst  des  gegenwärtigen  Seniors  ist.  — 
Sowohl  im  Museum  wie  im  Archive  wird  die  historische, 
culturelle  Entwicklung  des  östlichen  Europas  besonders  im 
Auge  behalten. 

Szaraniewicz,  J.  Jul)iläumsgabe  z.  Gedächtniss  der  .^OOjähr.  Gründuno  des 
Staur.  Inst.  Lemberg  1886.  —  Szaraniewicz  J.  Bericlit  über  die  archäol.- 
bibliogr.  Ausstellung  des  Staur.  Inst,  und  die  Erklärung  der  Photograpliien 
im  Album.  Lemberg  1888.  —  Petruszewicz  A.  S.  Katalog  der  sich  im 
Museum  und  Archiv  dos  Staur.  Inst,  vorfindenden  kirchlich-slovenischen 
Handschriften  und  Incunabeln  mit  kyrill.  Schrift.  Lemberg  1890.  — 
Skobelskij,  Petr.  Die  archäol.-bibliogr.  Ausstellung  des  Staur.  Inst.  Lemberg 
1889  (poln.)  —  Diplomata  statuaria  a  Patriarchis  orientalibus  Gunfrater- 
nitati  Staurop.  Leopol.  a.  1580  — 1.")92  data  cum  aliis  litteris  coaevis  et 
ai»pendice.  Tom.  II.  edit.  iubil.  ab  J.  Szaraniewicz.  Lemberg  1895.  — 
Monumenta  Confrat.  Staurop.  Leopol.  aut.  Wladimir  Milkowicz.  2  tom. 
Lemberg  189:). 

382.  Akademische  Lesehalle  (Czytelna  akademickija).  — 
4980  Werke.   ~   Dotation  ca.  2<)(»  Gulden.  —  Präsident   d.  Z.: 


122  Lemberg.  [383 

Jan  Leszczynski:  Bibliothekar:  Adam  Skalkowski;  Bibliothekar- 
stellvertreter :  Francziszek  Piechowski.  —  Schöne  Literatur, 
Naturwissenschaften,  Medicin,  Geschichte. 

Sprawozdanie  wydziatu  czytelni  akademickiej  we  Lwowie  za  rok  adm. 
1897/98.  Lwow  1898. 

383.  Griechisch-katholisches  Metropolitan-Domcapitel  (Ka- 
thedralkirche zu  St.  Georg),  Georgsplatz  ö.  —  33(j5  Werke; 
einige  altslavische  und  lateinische  Handschriften.  -—  Keine 
fixe  Jahresdotation.  —  Bibliothekar  ist  der  jeweilige  griech.- 
kath.  Dompfarrer,  d.  Z.  Andreas  Bieleoki,  Dompropst  und 
Capitelvicar.  —  Nur  zum  Gebrauche  der  griech.-kath.  Capitular- 
Domherren  und  der  Kathedralgeistlichkeit.  —  Grösstentheils 
theologische  Werke.  —  Entstanden  aus  Geschenken  und  Le- 
gaten griech.-kath.  Domherren. 

384.  Minoritenconvent  (gegr.  1252)  hat  nur  eine  aus 
mehreren  hundert  Werken  bestehende  Hausbibl.  grösstentheils 
theologischen  Inhaltes.  —  Provincial :  P.  Valentinus  Leo  Noras 
Guardian:  P.  Vincent  Daniel  Bielen. 

385.  Muzeum  Antona  S.  Petruszewicza.  Privatbibl.  des 
Domherrn  Anton  Petruszewicz.    V.  Lemberg,    Narodnyi    Dom. 

38G.  Gräfl.  Ossolinskisches  Nationalinstitut,  Ossoliüskigasse  2. 
—  Dasselbe  besteht  aus  der  Ossolinski'schen  Bibl.  und"  dem 
fürstl.  Lubomirski'schen  Museum.  --  102.08(5  Werke,  4171 
Handschriften,  13(52  Urkunden,  2933  Autographen,  sowie  eine 
grosse  Anzahl  Incunabeln.  — ■  Jahresdotation  ca.  400(i  Gulden 
(incl.  Einbd.)  —  Curator:  Fürst  Andreas  Lubomirski;  Vice- 
curator:  Prof.  Dr.  Anton  Malecki;  Director:  Dr.  Adalbert 
Kctrzynski,  1  Gustos,  1  Vicecustos,  3  Scriptoren,  10  Stipen- 
disten, 2  Bibliotheksdiener.  (Im  Museum  1  Conversator  und 
1  Diener.)  —  Zettelkatalog  und  Inventar  in  9  Bdn.  Ein 
sachlicher  Katalog  in  Vorbereitung.  —  Täglich  mit  Aus- 
nahme der  Sonn-  und  kath.  Feiertage  von  9  —  2  Uhr  ge- 
öffnet. Das  Museum  täglich  mit  Ausnahme  der  Sonn-  und  kath. 
Feiertage  von  9 — 2,  nur  Montags  von  10—1,  Dienstag  und 
Freitag  nachmittags  von  3  —  5  Uhr  zugänglich.  Ein  beson- 
derer Lesesaal,  welcher  mit  entsprechenden  Werken  für  Schul- 
knaben und  Gymnasiasten  ausgestattet  ist.  Die  Benützung  der 
Bibl.  und  des  Museums,  sowie  der  Besuch  derselben  ist  un- 
entgeltlich. —  Bücher  werden  ohne  Caution  nach  Hause  ge- 
liehen an  alle  Personen,  welche  öffentliche  Aemter  bekleiden, 
andere  erhalten  Bücher  nur  gegen  eine  entsprechende  Caution. 
Handschriften  werden  nur  ausnalimsweise  an  Bibl.  und  Ar- 
chive in  Leml)erg  abgegeben;    nach    auswärts  nur  an  Biblio- 


388]  Lemberg.  123 

theken,  Archive,  an  die  Directionen  der  Gymn.  u.  s.  \v.,  f>e- 
wöhnlich  auf  .{  Monate.  —  Gründer  der  Bibl.  war  Joseph 
Maximilian  Ossoliiiski  Graf  zu  Teczyn,  Präfect  der  k.  k.  II(»i- 
bibl.  in  Wien.  Die  Statuten  wurden  1817  vom  Kaiser  be- 
stätigt, doch  erst  nach  dem  im  J.  1H-2G  erfolgten  Tode  des 
Gründers  wurde  seine  Bibl.  nach  Lemberg  geschafft  und  in 
dem  von  ihm  erworbenen  ehemaligen  Kloster  der  beschuhten 
Carmeliterinnen  untergebracht.  Der  erste  Director  wurde 
18-27  ernannt.  In  Folge  der  politischen  Verhältnisse  konnte  die 
Bibl.  sich  bis  zum  Jahre  18  18  nur  sehr  wenig  entwickeln  und 
auch  noch  in  späterer  Zeit  hatte  die  Anstalt  viele  Schwierig- 
keiten zu  überwinden.  Seit  iBGy    entwickelt    sie    sich  normal. 

—  Dem  speciellen  Charakter  der  Bibl.  gemäss  werden  be- 
sonders polnische  Geschichte  und  Literatur  gepflegt. 

Biblioteka  naukowogo  Zakladu  im.  Ossolii'iskich.  R(ik  1842 — 1844, 
1848;  1862  —  1869.  —  Dudik,  Beda.  Archive  im  Königreiche  Galizien  und 
Lodomerien.  In:  Archiv  f.  österr.  Gesch.  XXXIX.  18(;«,  S.  1(58.  —  Katalog 
broni  w  muzeum  im.  Lubomirskich.  Lwuw  18T6.  —  Katalog  muzeum  im. 
Lub.  Lwovv  1877.  —  Sprawozdanie  z  czynnosei  Zakladu  narod.  im.  Oss. 
1851  —  1860,  1870—1875,  1878—1893.  —  Ustawy  Zakt.  nar.  im.  Oss.  Lwow 
1857.  —  Zbior  dokumentowi  ustaw  dotyczacych.  Zakl  nar.  im.  Oss.  Lwow 
1870.  —  Biblioteka  Ossolii'iskich.  Zbior  materyalow  do  historyi  polskiej, 
Hft.  1—8.  Lwow  1874  ff.  —  Ketrzyhski,  Wojcieeh.  Catalogus  codicum  ma- 
nuscriptorum  Bibliothecae  Ossolinianae  Leopoliensis.  Tom.  I( — III).  1881  ff. 
—    Ders.  Wojcieeh.   Zaklad  narodowy  imenia  Ossolinskich.  Lwow  1894. 

387.  Pfarre  S.  Corporis  Christi    (älteste  in  Lemberg).     — 
V.  Lemberg,  Dominicanerkloster. 

38S.  Privatbibliothek.    Gräfl.   W.    v.   Baworowski'sche    Fun- 
dationsbibiiothek  (Biblioteka  Fundacyi  W.  hr.  BaAvorowskiego). 

—  Ca.  18.000  Bde.,  ca.  1000  Handschriften,  ca.  500  Urkunden 
(85  Pergamenturkunden  a.  d.  J.  13ö2— 1816);  ca.  lo.ooo  Kupfer- 
stiche; ca.  100  Gemälde.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.— 
Bibliothekar:  Dr.  Joseph  v.  Korzeniowski;  Stipendisten:  Sigis- 
mund  Batoski,  Stephan  v.  Lekczyüski;  1  Famulus.  —  Kata- 
loge in  Ausarbeitung.  —  Benutzbar  täglich  ausser  Montag  von 
3—5  Uhr  gegen  vorherige  Anmeldung  beim  Bibliothekar.  — 
Keine  Entlehnungen.  —  Versendungen  nur  an  andere  Bibl. 
unter  Zusicherung  der  Gegenseitigkeit  und  der  ausschliess- 
lichen Benützung  in  Bibl.-Räumen.  —  Gegr.  von  Victor  Graf 
V.  Baworowski,  einem  um  die  Siebziger  jähre  bekannten  pol- 
nischen Schriftsteller  in  Galizien,  Üebersetzer  Byron'scher 
und  Victor  Hugo' scher  Werke.  Eine  zweite  Grundlage  des 
heutigen  Bestandes  bildete  ausser  der  Familiensammlung  der 
Erwerb  der  reichhaltigen  Bibl.  des  Alexander  Batowski  aus 
Odnow  in  Galizien.  Als  weitere  Bestandtheile  erweisen  sich 
die    Sammlungen    des    Grafen    Anton  Stadnicki    und  die  An- 


124  Lemberg.  [389 

kaufe  des  Gründers,  besonders  bei  dem  Krakauer  Sammler  und 
Antiquar  Ambrosius  Grabowski  (hauptsächlich  Cracoviensia 
vom  15.-18.  Jhdt.  in  Handschriften  und  seltenen  Drucken), 
sowie  bei  dem  Rechtshistoriker  Casimir  Stronczyiiski  (haupt- 
sächlich rechtshistorische  Handschriften  von  grosser  Be- 
deutuno- für  die  Rechtsgeschichte  in  Posen).  —  Geschichts- 
und Literaturwissenschaft,  sonstige  Humaniora,  Jus,  Theo- 
logie etc.  Nicht  gepflegt  werden  Naturwissenschaften,  Mathe- 
matik u.  s.  w. 

Ketrzynski,    Wojcieeh.     Biblioteka    Wiktora     hr.     Baworowskiego     we 
Lwowie.  Lwöw  1892. 

389.  [K.  k.  Staats-jRealschule  (C.  k.  wyzsza  szkola  realna), 
ülica  Kamienna  (Steingasse).  —  a)  Lehrerbibl.  2674  Werke 
in  41G3  Bdn.,  G2ü  Heften,  (J421  Programme;  h)  Schülerbibl. 
1379  Werke  in  1549  Bdn.  —  Jahresdotation  400  Gulden.  — 
Director:  Dr.  Teofil  Gerstmann;  Bibliothekar  für  a)  Prof. 
Franz  Pohorecki;  für  h)  Prof.  Romuald  Bobin.  —  Ein  Real- 
katalog und  ein  aiphabet.  Zettelkatalog.  —  a)  zu  den  dienst- 
freien Stunden  des  Bibliothekars  für  alle  Mitglieder  des  Lehr- 
körpers, denen  auch  das  Recht  der  Entlehnung  zusteht,  zu- 
gänglich; für  andere  Personen  nur  nach  dem  Ermessen  und 
unter  Verantwortlichkeit  des  Bibliothekars.  —  Gegr.  mit  der 
Anstalt  1857.  —  Religionslehre,  Pädagogik,  polnische,  ru- 
thenische,  deutsche  und  fremde  Sprachen,  Geographie,  Welt- 
geschichte, Mathematik,  Physik  und  Chemie,  Naturgeschichte, 
darstellende  Geometrie,  Philosophie. 

390.  Rosenkranz-Monatsschrift  (Roza  duchowna). —  V.  Lem- 
berg, Dominicanerkloster. 

391.  Seycenkoverein  der  Wissenschaften  (Tovaristvo  nau- 
kovo  imeni  Sevrenka),  Czarneckigasse  2G.  —  GOOO  Bde.,  15  Hand- 
schriften. —  Jahresdotation  GOO  Gulden.  —  Bibliothekar:  Mi- 
chael Pawlik;  ein  Diener.  —  Alphabet.  Zettel-  und  Inventar- 
katalog. —  Benutzbar  für  Jedermann  täglich  von  2  — G  Uhr. 
—  Entlehnungen  an  die  Mitglieder  ohneweiters,  an  Andere 
nur  unter  persönlicher  Haftung  des  Bibliothekars  und  gegen 
Caution.  —  Versendungen  nur  ausnahmsweise  an  Mitglieder 
Eehufs  Veröffentlichung  einer  wissenschaftlichen  Arbeit  in 
ben  Publicationen  der  Gesellschaft.  —  Gegr.  1894.  Vermehrt 
durch  Aufnahme  der  Bibl.  der  Schriftsteller  Alex.  Konisski, 
dm.  Partycki  u.  A.,  sodann  durch  Schriftentausch.  —  Ge- 
schichte, Ethnographie  u.  dgl.  von  Ruthenien-Ukraine. 

392.  K.  k.  Universitäts-Bibliothek  (C.  k.  Biblioteka  Uni- 
wersytecka).   —    152.00(»  Bde.,  darunter   192  Incunabeln;  über- 


392]  Lemberg.  125 

dies  748  Ilaiidsclii'ifteii,  2'.i  I  Urkunden  und  Acten,  12ö2  Karten 
und  Stiche,  11. ;")()(>  Münzen  und  Medaillen.  —  Dotation  10. (»oo 
Gulden.  Iminatriculationstaxen  18ü8:24«4  Gulden.  —  Director: 
Dr.  Alexander  Semkowicz,  früher  a.  o.  Univ.-Prof;  Gustos: 
Dr.  Friedrich  Papee ;  Scriptor:  Dr.  Bolcslaw  Kitter  v.  Maii- 
kowski;  Anianuensen:  Dr.  Joseph  Korzeniowski,  Dr.  Wilhelm 
Kolny ;  Praktikant:  Dr.  Eugenius  Barwinski;  3  Famuli,  1  Cursor. 
—  Inventarkatalog  nach  laufenden  Nummern  in  Bandform; 
Grundkatalog  aiphabet,  nach  Autoren  und  Schlagworten  als 
Zettelkatalog;  Standortkatalog  in  Bandform.  Verzeichniss 
nach  der  Aufstellung  in  den  Schränken;  jeder  Schrank  ent- 
hält nur  Werke  aus  einem  Fache,  so  dass  dieser  Katalog  im 
grossen  Ganzen  den  Realkatalog  vertritt;  er  ist  dem  Pu- 
blicum zugänglich.  Doublettenkatalog;  Realkatalog  (wissen- 
schaftlicher Fachkatalog)  in  Bearbeitung.  Katalog  der  Hand- 
schriften, Urkunden  und  Acten,  sowie  der  Incunabeln  in  Band- 
form nach  dem  numerus  currens;  Katalog  der  Karten  und 
Stiche  mit  Eintheilung  in  Bandform.  Münz-  und  Medaillen- 
katalog nach  Ländern  und  Chronologie  in  Bandform.  Cata- 
logus  librorum  prohibitorum  als  aiphabet.  Zettelkatalog. 
Katalog  der  periodischen  Schriften  aiphabet,  in  Zettelform. 
Jährliche  und  monatliche  Zuwachsverzeichnisse  nach  Materien, 
innerhalb  derselben  aiphabet,  in  Bandform;  dem  Publicum 
zugänglich.  —  Geöffnet  vom  1.  October  bis  ;31.  Juli  täglich 
mit  Ausnahme  von  Sonn-  und  Feiertagen  (ritus  lat.  et  graeci) 
von  8  —  1  und  4—6,  Samstag  nur  von  8 — 1  Uhr.  Vom  1.  — In. 
August  geschlossen,  vom  IG. — 31.  August  Dienstag  und 
Freitag  von  9—12  Uhr,  im  September  täglich  von  9  —  1  Uhr 
geöffnet.  Der  Besuch  des  Lesezimmers  ist  jedem  Erwachsenen 
gestattet,  nur  ausnahmsAveise  auch  Gymnasialschülern  der 
VIL  und  VIII.  Classe  gegen  Vorstellung  beim  inspicirenden 
Beamten  und  Einhaltung  der  Lesezimmerordnung.  —  Ent- 
lehnungen und  Versendungen  nach  den  für  öffentliche  Bibl. 
bestehenden  Normen.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Universität 
von  Kaiser  Joseph  IL  im  J.  1784.  Den  Grundstock  bildete 
die  Garelli'sche  Bibl.  (11.000  Bde.),  welche  aus  Wien  durch 
den  ersten  Bibliothekar  H.  G.  v.  Bretschneider  überführt 
wurde,  sowie  die  aus  aufgehobenen  galizischen  Klöstern  aus- 
gewählten Werke.  1818  Bestand:  36.000  Bde.  Grössere  Schen- 
kungen 1817:  Stan.  Treter  3349  Bde.  1833  Graf  Joseph  Kuro- 
patnicki  740  Bde.  1848  Bestand:  51.082  Bde.,  wovon  nach  dem 
Brande  der  Universität  1848  (während  des  Bombardements) 
nur  13.000  Bde.  ohne  Katalog  zurückblieben.  1849  Doubletton 
aus  der  Hofbibl.  und  die  von  der  Regierung  angekaufte 
Sammlung  Kurzmayer's  aus  Wien.  Fürst  Heinrich  Lubomirski, 
Curator    der    Ossolinski'schen    Bibl.     6047    Bde.,    Univ.-Prof. 


126  Leoben.  [393 

Kulik  aus  Prag  luuO  Bde.,  Graf  Stanislaiis  Borkowski  (IS'iO) 
5(»00  Bde.  isr^l  Bestand:  35.600  Bde.  ls84  Pfarrer  Michael 
Forraaniosz  li>.2oü  Bde.  —  Dotation  ursprünglich  4()o  Gulden, 
1.S26— 1S40  1000  Gulden,  1850—1869  durchschnittlich  2500 
Gulden,  seit  1870  4000  Gulden,  seit  1878  6000  Gulden,  seit 
is:»2  sooo  Gulden,  seit  1896  10.000  Gulden.  Neukatalogisirung 
nach  dem  Brande  begonnen  vom  Bibliothekar  Dr.  Stroiiski 
und  durchgeführt  von  seinem  Nachfolger  Dr.  Adalb.  Urbaüski. 
In  der  neuesten  Zeit  hat  sich  die  Handschriftensammlung 
sehr  vergrössert,  indem  die  k.  k.  Statthalterei  auf  Bitte  der 
Direction  1893  bewilligte,  dass  die  in  den  k.  k.  Aemtern  be- 
findlichen alten  Inventare  und  Gerichtsbücher  aus  der  Zeit  vor 
1772  an  die  Univ.-Bibl.  abgeliefert  Averden.  Der  Bau  eines 
neuen  Gebäudes  ist  in  Aussicht  genommen;  ein  Grundstück 
bereits  angekauft.  —  Der  Instruction  gemäss  sämmtliclie  an 
der  Universität  vertretenen  Fächer  mit  specieller  Berücksich- 
tigung der  Landesliteratur  und  jener  der  benachbarten  Ge- 
biete. —  In  die  allgemeine  Zählung  sind  aufgenommen:  Das 
Münzcabinet  und  die  Seminarbibl.  wie  das  philol.,  german., 
histor.  und  juridisch-politische  Seminar. 

Catalogus  bibliothccae  Leopol.  1795.  —  Duclik  Beda.  Archivf  im  König- 
reiche Galizien  und  Lodomerien.  In:  Arcliiv  für  östcrr.  Gesell.  XXXIX. 
1868.  S.  113.  —  Rcifenkugel  Karl.  Bihliotoka  uniwersytecka  ■^ve  Lwowie 
in:  Przewodnik  naukowy  i  litoracki.  Lwöw  1S7o.  —  Finkel  Ludwig  und 
Stanislaus    Starzynski,  Historya  uniwersytctu  Lwowskiego.  Lwöw  1894. 


Leoben  (Steiermark). 

39.").  K.  k,  Bergakademie  im  eigenen  Gebäude.  —  13.ooo 
Bde.  —  Jahresdotation  1(500  Gulden.  —  1  Amanuensis,  dem 
zeitweilig  eine  Hilfskraft  beigegeben  wird.  - —  Ein  handschr. 
Autoren-  und  Sachregister,  13  Fachkataloge,    1   Zettelkatahig. 

—  Die  Bibl.  ist  für  den  Besuch  der  Hörer  der  Bergakademie 
während  der  Unterrichtszeit  täglich  mit  Ausnahme  der  Sonn- 
und  Feiertage  von  8— 12  und  4 — 7  Uhr  geöffnet.  Entlehnungen 
nur  an  Mitglieder  des  Lehrkörpers  gegen  Empfangsschein; 
über  Ersuchen  ausnahmsweise  auch  Versendungen.  —  Be- 
sonders gepflegt  berg-  und  hüttenmännische,  sowie  die  ein- 
schlägigen Wissenschaften. 

394.  [Landes-]Gymnasium.  ~  (i)  Lehrerbibl.  1213  Werke; 
h)  Schülerbibl.  —  Director:  Schulrath  Anton  Fichten;  Gustos 
für  a)  Prof.  Dr.  Johann  Gutscher;  für  h)  Prof.  Arthur  Cafasso. 

—  1862  als  Comniunal-Unterrealschule  begründet,  1866  in  ein 
Realgyinn.    vcrwaiulclt,      isTo    in    i\u\  Verwaltung  des  Landes 


398]  Lil)Uli.  1-27 

übernominoii,  seit  1S7.')  Oberrealschule;  seit  iwsi  Oberaym- 
fjyninasiiini. 

CiUtst'liLM-  Hanns.  Katalog  der  Lcliri'rbibl.  In:  Jalircsboriolit  <io3  Landes- 
Obcrgynui.  zu  Lcobcn.  Lcobon   IS'.t.s. 

Nacli  dem  letzton  Jahresbericbte  f^earbeitot,  da  der  Fragebofrcn  nicbt 
beantwortet  wurde. 

.'VJä.  Handels-  und  Gewerbekammer,  Untere  Mittcr<.;aöse  11, 
2.  St.  —  :2()74  Werke.  —  Jahresdotation  fJOO  Gulden.  —  Die 
Bibl.  leitet  das  Kammerpersonal;     Secretär:  Dr.  Ernst  Seidler. 

—  Ein  nach  Materien  geordneter  Duchkatalog  und  ein  nach 
Autoren  aiphabet,  geordneter  Zettelkatalog.  —  Während  der 
Amtsstunden  (;»  — 12,  .'3 — (j  Uhr)  Entlehnung  an  vertrauens- 
würdige Personen ;  die  Beurtheilung  der  Vertrauenswürdigkeit 
obliegt  dem  Kammersecretär.  —  Versendung  bis  jetzt  nicht 
gebräuchlich,  doch  würde  dies  unter  Umständen,  insbesondere 
zu  Gunsten  von  Kammermitgliedern,  ebenfalls  gestattet  werden. 

—  Gegr.  1893  durch  den  Ankauf  der  Bücher  aus  dem  Nachlasse 
des  Hofrathes  Hugo  v.  Brachelli.  —  Hauptsächlich  volks- 
wirthschaftliche  und  statistische,  dann  auch  juristische,  ge- 
schichtliche, ethnographische  und  technische  Werke.  Doch 
auch  Geographie,  Naturwissenschaften,  selbst  Belletristik  ver- 
treten. 

3ü(;.  Redemptoristencollegium  besitzt  nur  eine  Privatbibl. 
von  ca.  1500  Bdn.  —  Keine  bestimmte  Jahresdotation.  — 
Bibliothekar:  P.  Hermann  Hofbauer.  —  Benutzbar  jederzeit 
für  Mitglieder  des  Collegs;  für  Fremde  nur  mit  Erlaubniss 
des  Rectors.  —  Ebenso  Entlehnungen  und  Versendungen.  — 
Hauptsächlich  Theologie,  und  zwar  Kirchengeschichte,  ausser- 
dem Naturwissenschaften. 

Liblin  (Böhmen). 

397.  Pfarrbibliothek.  —  Ca.  1500  Bde.  (nach  Pizzala  im 
J.  1870:  1994  Bde.).  —  Bibliothekar  der  jeweilige  Pfarrer, 
derzeit  P.  Josef  Lexa.  —  Benutzbar  zu  jeder  Stunde  und  jeder 
Zeit  ausser  mittags  und  abends  gegen  Verpflichtung  nichts 
zu  entfremden,  —  Entlehnung  gegen  Verpflichtung  das  ent- 
lehnte Werk  unbeschädigt  zurückzustellen.  —  Ebenso  Ver- 
sendung. —  Gegr.  1770  (nach  Pizzala  1790)  vom  Dechant 
Mauritius  Marx,  theilweise  bereichert  unter  dem  Dechant 
Anton  Mark.  —  Grösstentheils  Theologie,  canonisches  Recht, 
Geschichte. 

Lilienfeld  (Xieder-Oesterr.). 

39.S.  Cisterclenserstift.  —  20.000  Bde.,  2;}o  Incunabeln, 
118    Handschriften.     —     Jahresdotation    je    nach    Bedarf.    — 


128  Linz.  [399 

Bibliothekar:  P.  Thocbald  Wrba.  —  Alphabet.  Hauptkatalog; 
Specialkatalouo  nach  den  verschiedenen  Wissenschaften;  an 
der  Anlci^aing  eines  Zettelkataloires  wird  gearbeitet.  —  Zu- 
gänglich nach  Anmeldung  beim  Bibliothekar.  Entlehnungen 
nur  an  Mitglieder  des  Stiftes.  —  Keine  Versendungen.  —  Die 
Gründung  der  Bibl.  fällt  mit  der  Gründung  des  Stiftes  zu- 
sammen (Anfang  des  XIII.  Jhdts.).  —  Durch  die  im  J.  1780 
erfolgte  Aufhebung  des  Stiftes  wurde  die  Bibl.  vollständig 
vernichtet.  Ein  Katalog  der  vor  der  Aufhebung  vorhandenen 
Manuscripte  in  der  Universitätsbibl.  zu  Wien  (Manuscr.  III  Os). 
Nach  der  im  J.  ITOU  erfolgten  Resuscitation  des  Stiftes  kaufte 
AbtIgnazII.  (1790 — 1802)  zu  Wien  die  Bibl.  der  aufgehobenen 
Klöster  Klein-Mariazell  und  der  Pauliner.  —  Vertreten  alle 
Wissenschaften,   besonders  Theologie. 

Becziczka,  Ambros.  Historische  und  topographische  Darstellung  von 
Lilienfeld  und  seiner  Umgebung.  Wien  1825.  —  Gottwald,  P.  Johann.  Das 
Cistercienserstift  Lilienfcld  in  Niederösterreich.  In:  Ein  Cistercicnserbuch 
von  Seb.  Brunner.  Würzburg  1881.  —  Tobner,  P.  Paulus.  Lilienfeld  vor 
200  Jahren.  1883.  —  Huenier,  I.  Itcr  Austriacum.  I.  In:  Wiener  Studien  9. 
1887.  S.  88.  —  Schimek.  P.  Conrad.  Vcrzcichniss  der  Handschriften  des 
Stiftes  Lilienfeld.  In:  Xenia  Bernardina  II.  1.  —  Xcnia  Bernard.  III. 

Linz  (Ober-Oesterr.) 

300.  Deutscher  und  Oesterreichischer  Alpenverein,  Section 
Linz,  Hotel  „Rother  Krebs".  —  7  h;  Bde.,  Karten,  Panoramen, 
Bilder  etc.  —  Jahresdotation  ca.  <i()  Gulden.  —  Bibliothekar 
seit  180-2:  Leo  Beierle,  Fabriksbeamtor.  —  Ein  gedruckter 
Fachkatalog.  —  Die  Bibl.  ist  an  Wochen-  und  Monats- 
versammlungsabenden geöffnet;  nur  in  Linz  M'ohnende  Mit- 
glieder sind  berechtigt,  Bücher  zu  entlehnen;  auf  schriftliches 
Ansuchen  beim  jeweiligen  Bibliothekar  werden  jedoch  auch 
zu  jeder  anderen  Zeit  Bücher  von  demselben  abgegeben, 
bezw.  zugestellt.  Dauer  der  Benützung  längstens  ein  Monat. 
—  Gegr.  zugleich  mit  dem  Vereine  1874.  —  Meist  alpinistische 
Literatur. 

Katalog  der  Bibl.  der  Section  Linz  des  Deutschen  und  Oesterreichischcn 
.^Ipcn Vereines.  Bearbeitet  von  Leo  Beierle.  Linz  1895.  Sanimt  Nachträgen 
1— IV. 

400.  Bischöfliches  Alumnat,  Ilarrachstrasse  7.  —  Ca.  20.000 
Bde.,  darunter  n;  Handschriften  und  100  Incunabeln.  — 
Jahresdotation  ca.  loo  Gulden.  —  Dr.  Johann  Mayböck, 
Regens;  2  Theologen.  —  Je  ein  alpliabet.  Band-  und  Zettel- 
katalog in  Ausarbeitung.  —  Für  Fremde  nicht  benutzbar.  — 
Entlehnungen  und  Versendungen  nur  in  besonders  berück- 
sichtigungswerthen  Fällen.  —  Entstanden  durch  Bücherspenden 
von  Seiten  des  Clerus,  sowie  durch  Ankauf  von  Büchern.    — 


4U4]  l.iii/,.  12:» 

ll;iui)tsächlicli  Theologie,  ferner  deutsclie  Literatur,  Geographie, 
I*ruraiiy,esclii('lito,  bihl.  Dialekte,  Natur<4escliiclite. 

101.  Carmeliterkloster.  —  Ca.  TOOoBde.  —  Jahresdotation 
je  nach  Bedarf.  —  Prior:  P.  Bruno  Zenker.  —  Zettelkatalog. 
Nur    zu    eigenem  Gebrauche.    —    Entlehnungen    und  Versen- 
dungen nur  ausnahmsweise  gegen  Revers.    —  P]iiloso})hie  und 
Theologie.  —  Gegr.   ]i;7l. 

l()-2.  Gabelsberger  Stenographenverein,  Pfarrplatz  !J.  —  Ca. 
1050  Bde.  —  Jahresdotation  Ki  (50  Gulden.  —  Vorstand: 
Prof.  Ferdinand  Barta:  Bibliothekar:  Gewerksbuchhalter 
Theodor  Edenberger.  —  Bandkatalog.  —  Keine  bestimmten 
Bibliotheksstunden.  —  Entlehnungen  nur  an  Vereinsmitglieder 
auf  einen  Monat.  —  Versendungen  nur  an  correspondirende 
Mitglieder.  —   Stenograi)hie,  besonders  die  Gabelsberger'sche. 

Statuten  dos  Steiiographenveroines  in  Linz  jj;en.  1.  li.  Erl.  d.  k.  k.Statt- 
halterci  vom   V.K  September    1881.  Z.   10.484. 

403.  Oberösterreichischer  Gewerbeverein,  Altstadt  17.  — 
1572  Werke  in  4042  Bdn.,  mehrere  Tausend  Kui>ferstiche  und 
Zeichnungen,  ferner  alle  neuesten  vom  k.  k.  M.  f.  C.  u.  U.  zur 
Anschaffung  angeordneten  Modelle  und  Zeichenvorlagen,  so- 
wie eine  sehenswerthe  Mineraliensammlung.  —  Jahres- 
dotation 100  Gulden.  —  Vorstand:  Mathias  Schachermayer, 
Gemeinde-  und  Kammerrath;  Secretär  und  Bibl. -Verwalter: 
Mathias  Grubbauer,  Fabriksbesitzer;  Kauzlist:  M.  Spreitzer. 
1  Diener.  —  Katalog  aus  dem  J.  l!S72.  —  Freier  Eintritt  täg- 
lich von  10 — 12  und  2—4  Uhr.  —  Entlehnungen  nur  an  Mit- 
glieder auf  acht  Tage.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1842. 
Verdankt  sein  Entstehen  der  Fürsorge  Sr.  kais.  Hoheit  des 
Erzherzogs  Johann.  —  Gewerbliche  und  kunstgewerbliche 
Wissenschaften. 

Der  Oberösterroicliische  Gewerbeverein  von  1842— 1802.  Festschrift  x.uin 
äOjiilirigen  Jubiläum.  Linz   1802. 

404.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  -—  <()  Lehrerbibl.  7;U4  Bde. 
und  l)o;5  Hefte,  18422  österreichische  und  reichsdeutsche 
Schulprogramme;  h)  Schülerbibl.  —  Jahresdotation  4oo  — 500 
Gulden.  —  Director:  Christoph  Würfl,  k.  k.  Schulrath;  Custos 
der  Lehrerbibl.:  Prof.  Dr.  Franz  Thalmayr;  Custos  der  Pro- 
grammsammlung: Prof.  Anton  Sauer;  der  Schülerbibl.:  Sup- 
plent  Peter  Kitlitzko.  —  Handschriftliche  Bandkataloge  nach 
Fächern  und  innerhalb  derselben  aiphabet.;  zum  Theile  ein 
aiphabet.  Zettelkatalog;  seit  ISDT:  neuer  Katalog;  bisher 
gedruckt  I.  Theil,  classische  Philologie  1897.  II.  Theil  erscheint 
am  Ende  des  laufenden  Schuljahres.    —   Benutzbar  <f)    jeder- 

Bibliollicks-Adressbucli.  1) 


130  Linz.  ['i05 

zeit  vormittags  füi*  den  Lelirkörper;  für  Private  nach  Er- 
messen und  in  Anwesenheit  des  Bibliothekars.  —  Ebenso 
Entlehnungen.  —  Versendungen  an  öffentliche  Lehranstalten. 
—  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  1 ;';;")(),  von  1  «2(5  —  1773 
Jesuitengymn.,  bis  18i;i  von  Priestern  der  oberösterreich. 
Stifter  St.  Florian,  Reichersberg,  Schlägl  und  Wilhering  ge- 
leitet, l.SG;J  zu  einem  Staatsgymn.  erklärt.  —  Alle  wissen- 
schaftlichen Disciplinen  des  Gyinn. 

Tlialiuayr,  Franz.  Katalog  der  Lelirorbibl.  des  k.  k.  Staatsgymn.  in 
Linz.  I.  Classisclio  Pliilologie.  In:  4(5.  Jahresber.  d.  k.  k.  Staatsgymn.  f.  d. 
Schnljalir  1897. 

405.  Oeffentliche  Handelsakademie,  Tummelplatz  11.  — 
1G9-4  Nummern.  —  Dotation  von  1882— 18i»8:  10.102-80 
Gulden.  —  Director:  Dr.  Anton  Effenberger,  kais.  Rath;  Bi- 
bliothekar 1S82— 1881:  Prof.  Dr.  J.  Schuidl;  1S81— 1802:  Prof. 
F.  S.  Holzinger;  seit  lsu2:  Prof.  Hans  Belohlawek.  —  Fach- 
kataloge; die  jährlichen  Zuwächse  werden  im  Programme  der 
Anstalt  veröffentlicht.  —  Zugänglich  jederzeit  für  die  Mit- 
glieder des  Lehrkörpers.  Ebenso  Entlehnungen;  gewisse  Werke 
auch  an  Schüler.  —  Schriftentausch  und  Versendungen  an 
die  Studienbibl.  in  Linz,  und  andere  Mittelschulen.  —  Grün- 
dungsjahr  1882. 

Im  Programme  IS'JD  wird  der  Katalog  im  Drucke  erscheinen. 

Ino.  Handels-  und  Gewerbekammer  für  das  Erzherzogthum 
Oesterreich  ob  der  Enns  hat  eine  füi;  ihren  Anitsgebraucli 
erworbene  Büchersammlung.  (Nähere  Auskunft  war  leider 
nicht  zu  erlangen.)  Nach  Pizzala:  Gegr.  1851.  —  niö  Bde., 
178  Hefte. 

107.  Holzinger-Volksbücherei.  V.:  Linz,  Oberösterreichischer 
Volki^bildungsverein. 

108.  Jesuitencollegium,  Freinberg.  —  Ca.  H5.000  Bde.  und 
20  Incunal)('ln.  —  Jahresdotation  früher  regelmässig  öoo 
(inlden,  seit  Auflösung  des  Collegiums  geringer.  —  Vorstand: 
P.  Joseph  Xiedermaj^er.  —  Alphabet.  Zettelkatalog.  —  In  Er- 
manglung eines  geeigneten  Bibliotjickssaales  vorläufig  nur  zu 
eigenem  Gebrauche.  —  Den  Grundstock  bilden  die  Bücher  eines 
ehemaligen  Wiener  Antiquars.  -  Alle.  Wissenschaften,  be- 
sonders Theologie,  Mathenialik  und  (Jeschiclite. 

I Ml'.  K.  k.  Landwirthschaftsgesellschaft  in  Oesterreich  ob 
der  Enns.  -  ('a.  .-'.iioo  Werke.  —  Jahrcsdotalion  fi'üher  gr()ssei" 
jetzt  nur  5<)  (iulden.  —  Die  Bibliotlieksgescliäfte  werden  von 
den   Beaiuten  der  rjesellschaft    gefüin-t.  Ein    handschriftl. 

Katalog,  alpliabet.   und   uacli  Disci])linrn   goordnet.   —    Nur  für 


412]  Li  11/.  i:n 

Vcreinsmityliedoi'  zugäni,'lich.  —  Ehciiso  lOntlelinuiiLMii  und 
Versoiuhin,<40ii  uc.non  Ersatz  der  Kosten;  Hiiokstellmi^steriniu 
r.  Woclieii.  —  Oeur.  zui^leicli  mit  der  (Jesellsclialt  l.sir>;  er- 
halten durch  Spenden  und  Ankäufe.  —  Naturwissenschaften, 
besonders  aber  Landwirthschaft  in  ihrem  g-anzen  Umfange. 
Ein  «»edruckter  Katalog  aus  doiii  J.  I.s87. 

410.  Mädchenlyceum,  i'ruiinerstrasse  IH.  —  Lehrcrbil)!. 
•2i:>  Werke.  —  Jahresdotatioii  loo  — 15(»  Gulden.  —  Director; 
Joliann  B.  Degn.  —  Zugänglich  für  den  Lehrkörper  der  An- 
stalt zu  jeder  Zeit.  —  Entlehnungen  nur  an  Mittelschulen. 

Degn,  J.  li.  Katalog  dor  Lohrerbibl.  dos  Mädchcnlyceunis  in  Linz. 
Linz   1898. 

111.  Museum  Francisco-Carolinum.  —  14.030  Werke,  22.372 
Bde.  —  Jahrosdotation  iou  Gulden.  --  Untersteht  dem  Präsi- 
dium des  Verwaltungsrathes  des  Museums.  —  Fachreferent: 
Verwaltungsrath  Gustav  Bancalari,  k.  und  k.  Oberst  a.  D. ; 
wissenschaftlicher  Beamter:  V.  v.  Lychdorff,  k.  k.  Prof.  a.  D. 
—  Zettelkatalog  und  ein  gedruckter  Katalog.  —  Geöffnet 
täglich  an  Wochentagen  von  9  —  12  und  von  2 — 5  Uhr,  an 
Sonn-  und  Feiertagen  nur  vormittags.  Die  Mitglieder  und 
Mandatare  des  Museunisvereines  sind  berechtigt  die  Bibl.  in 
und  ausser  dem  Museum  zu  benützen,  ebenso  öffentliche  Be- 
hörden und  wissenschaftliche  Anstalten,  dann  die  mit  dem 
Museum  im  Schriftentausche  stehenden  Vereine  etc.  Hand- 
schriften, besonders  kostspielige  Bücher,  Seltenheiten,  Wörter- 
und  sonstige  Ililfsbücher  sind  in  der  Regel  nur  im  Lese- 
zimmer des  Museums  zu  benützen.  Ueber  Ausnahmen  ent- 
scheidet das  Ijibliothekscomite.  —  Die  Gründung  der  Bibl. 
fällt  mit  jener  des  Museums  (10.  Februar  ls;5o)  zusaniiuen; 
eine  kurze  Geschichte  derselben  enthält  der  gedruckte  Kata- 
log in  Form  eines  Vorwortes.  —  Vertreten  alle  Fächer,  be- 
sonders die  auf  Oberöstcrr.  Bezug  nehmenden  Werke.  Mit  der 
Bibl.  ist  neuester  Zeit  auch  die  Büchersammlung  dos  Vereines 
der  Aerzte  in  Oberö'Ster reich  vereinigt. 

Bibliothokskatalog  des  Museums  Francisco-Carolinum  in  Linz  a.  D. 
Verfasst  von  Gustav  Kancalari,  k.  k.  Oberst  a.  I).  Ilorausg.  vom  Vorwal- 
tungsrath  des  Museums.  Linz  18U7.  —  Museum,  Das  vaterländische  zu 
Linz.  In:  Oesterr.  Zeitsciir.  f.  Gesch.  und  Staatskunde.  II.  Is.jO,  S.  :!43.  — 
Chiuel,  J.  Ilandscluii'ton  in  österr.  Bibl.  In:  Der  österr.  Geschichts- 
forscher. IL  2.  1811.  Notizenbl.,  S.  .')L  —  Iluemer,  J.  Iter  Austriacum.  I- 
In:  Wiener  Studien.  IX.  iss?.  S.  lü. 

112.  Musikverein  besitzt  lediglich  eine  15ibl.  von  Musikalien 
bestehend  aus  den  Compositionen  der  Classikcr  in  den  Aus- 
gaben der  letzten  5  —  ß  Deccnnien.  —  Katalog  nach  den  Compo- 
sitionsgattungen     und     inn(M-lialV)     dicsiM-    niitgli(^lipt    al])hnbet. 


132  Linz.  [*13 

nach  den  Conipunisten.  —  Benutzbar  nur  für  die  Vereins- 
leitung, ausnahmsweise  für  befreundete  Vereine  gegen  Revers. 
Vorstand:    Carl  Obermüller;    Secretär:    Dr.  Rudolf  Prohaska. 

41  o.  Bischöfliches  Ordinariat  hat  eine  verhältnissmässig 
kleine  Bibl.,  die  aus  den  Büchernachlässen  verstorbener  Bi- 
schöfe gebildet  wurde  und  fast  ausschliesslich  die  verschie- 
denen Zweige  des  theologischen  Gebietes  umfasst;  doch  ist 
dieselbe  nur  zum  Gebrauche  des  jeweiligen  Bischofs  bestimmt. 
—  P.  Robert  Kurzwernhart,  Kanzler;  P.  B.  Scliandl,  Secretär. 

111.  [K.  k.  Staats-Ober-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl.  ca. 
1100  Bde.;  b)  Schülerbibl.  ca.  l-,'oo  Bde.  —  Director:  Rudolf 
Pindter;  Bibliothekar  für  a)  Prof.  Oskar  Langer;  für  h)  Prof. 
Dr.  Leopold  Pötsch.  —  Gegr.  15<51. 

Katalog  der  Lehrerbibl.  Gruppe  I  — IV  unter  Mitwirkung  des  Bibl. 
Prof.  Oskar  Langer  vcröffentliclit  von  der  Direction.  —  Ferner  Katalog 
der  Schülerbibl.  unter  Mitwirkung  des  Bibl.  Prof.  Dr.  Leop.  Pötsch  ver- 
öffentlicht von  der  Diroctiou.  Jahresborieht  über  das  Schuljahr  l.sy(')/l(7. 

415.  K.  k.  öffentliche  Studienbibliothek,  Landstrasse  "io.  — 
36.745  Bde.,  1  (Ki  Handschriften,  .'».'J^  Bde.  Incunabeln.  —Jahres- 
dotation 1200  Gulden.  —  Vorstand:  Der  jeweilige  Stiftshof- 
meister von  Kremsmünster,  derzeit  P.  Günther  Mayrhofer; 
Scriptor:  Leopold  Traunwieser.  —  Handschriftl.  aiphabet. 
Zettel- und  Bandkataloge.  —  Lesestunden  von'.)  — 12  und  2  —  .") 
Uhr,  ausser  an  Sonn-  und  Feiertagen  und  Donnerstag  nach- 
mittags. —  Für  Entlehnung  und  Versendung  gelton  die  für 
alle  k.  k.  Universitäts-  und  Studienbibl.  bestehenden  Vor- 
schriften. —  Die  Bibl.  wurde  auf  a.  h.  Entschliessung  vom 
15.  October  1774  errichtet,  war  in  verschiedenen  Localitäten 
untergebracht,  bis  sie  1778  in  das  jetzige  Gebäude  kam. 
Das  Haus  gehörte  dem  aufgeliobenen  Kloster  Baumgarten- 
berg und  wurde  dem  Stifte  Kremsmünster  mit  der  Be- 
stimmung gesclienkt,  dass  in  demselben  die  Bibl.  unent- 
geltlich untergebracht  und  das  noth wendige  Personal  bei- 
gestellt und  besoldet  -^verdo.  —  Besonders  vertreten  Geschichte, 
Mathematik,  Naturwissenschaften,  Pädagogik,  Philosophie. 

Eine  Geschichte  der  Bibl.  schrieb  der  ehemalige  Scriptor  Christelbauer. 
—  Chmel,  J.  Handschriften  in  österr.  Bibl.  nacligewiescn  von  Mono.  In: 
Der  österr.  Geschichtsforscher.  II.  2.  \sAl.  Nt)tizenl)l.  S.  ri3.  —  Watten- 
bach, W.  Handschriften  der  Lycealbibl.  zu  Linz.  In:  Archiv  für  ältere 
deutsche  Gesch.  X.  iHäl.  S.  Gll.  -  liueuier,  J.  Iter  Austriacuni.  I.  In: 
Wiener  Studien  IX.   1887,  S.  72. 

in;.  Verein  der  Aerzte  Oberösterreichs,  in  den  Räumen  des 

Mtispum   Francisco-Carolinum,  Museiimstrasse   14.  -     542  Bde. 

Jaiiresd(;tati  .n     2oo     Giildon.    —     Bit)ll(tthekar :     Dr.     Max 


410]  Linz.  133 

Keppelmayr.  -  Zettelkatalo«?.  —  Zu<,^änglich  jeden  Ta«^;  von 
9—1-3  und  2-f;  Uhr  für  Mit^liedor  dos  „V.  d.  Aerzte  Ob.-Oest", 
die  zugleich  Mitglieder  des  Museums  sein  sollen.  —  Ebenso 
Entlehnungen  und  portofreie  Versendungen  auf  vier,  bezie- 
hungsweise sechs  Wochen.  —  Gegr.  1H70,  wesentlich  durch 
Schenkungen  vermehrt.  Ursprünglich  eine  Art  Lesecirkel, 
indem  aus  allen  Zweigen  der  Medicin  Zeitschriften  abonnirt 
wurden,  welche  unter  den  Mitgliedern  der  Section  Linz  des 
„V.  d.  Aerzte  Ob.-Oest."  circulirten,  dann  vom  Bibliothekar 
gesammelt  und  bei  ihm  aufgestellt  wurden.  Im  Jahre  1877 
löste  sich  dieser  Lesecirkel  auf.  Erst  im  Jahre  1895  wurden 
neuerlich  Zeitschriften  abonnirt,  die  ganze  Büchersammlung 
katalogisirt  und  im  „Museum  Francisco  -  Carolinum"  auf- 
gestellt. —  Ausschliesslich  medicinische  Fächer. 

417.  Verein  für  Naturkunde  in  Oberösterreich,  Altstadt  1-2. 

—  1491  Bde..  .".I!  Hefte.  —  Jahresdotation  r>o  Gulden.  —  Präses: 
Dr.  Wilhelm  Zenz,  k.  k.  Landesschulinspector;  Secretär:  Alfred 
Erhard,  k.  k.Statthaltereirechnungsofficial ;  Gartendirector :  Prof. 
Michael  Wegerstorf  er;  Archivar:  Johann  Gföllner,  k.  k.  Statt- 
haltereirechnungsassistent.  —  Alphabet.  Katalog.  —  Benutz- 
bar nur  für  Mitglieder  zweimal  wöchentlich  nachmittags.  — 
Ebenso  Entlehnungen  und  Versendungen  gegen  Ersatz  des 
Portos,  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Vereine  1870.  —  Natur- 
wissenschaften. 

418.  Miiitärwissenschaftlicher  Verein.  —  1450  wissenschaft- 
liche und  :3 15  belletristische  Werke.  —  Jahresdotation  je  nach 
der  Zuweisung  der  Subvention  des  k.  u.  k.  Reichskriegs- 
Ministeriums  und  der  Höhe  der  Mitgliederbeiträge  (durch- 
schnittlich 500 — coo  Gulden):  zusammen    1100 — 1200    Gulden. 

—  Vorstand  der  jeweilige  Commandant:  Secretär  der  jeweilige 
Generalstabsofficier  der  5.  Infanteriebrigade,  derzeit  Hugo 
Kerchnawe,  Oberlieut.  Ein  Bandkatalog  nach  Materien  und 
Autoren  aiphabet,  geordnet.  —  Für  die  Mitglieder  jederzeit 
benutzbar.  —  Ebenso  Entlehnungen  auf  vier  Wochen.  — 
Keine  Versendungen.  —  Gründungsjahr  unbekannt  (Corres- 
pondenz  seit  1879).  —  Hauptsächlich  Kriegs-  und  deren  Hilfs- 
wissenschaften, doch  auch  andere  Fächer  nach  Möglichkeit; 
Belletristik. 

419.  Oberösterreichischer  Volksbildungsverein,    —  a)  Hol- 

zinger-Volksbücherei;  h)  73  Volksbücliereien  in  verschiedenen 
Orten  Oberösterreichs.  —  <t)  5850  Bde.,  b)  25.400  Bde.  — 
Jahresdotation  aj  ca.  cO  Gulden;  h)  ca.  2oo  Gulden.  — 
ft)  Keine  Beamte,  ein  Verwalter  der  Volksbücherei  mit  zwei 
freiwilliiz'  mitarbeitenden  und  zwei  bezahlten  Kräften;   h)  nicht 


134  Lissitz.  [420 

entlohnte,  freiwillige  Verwalter,  zumeist  Lehrer,  und  1  Referent 
im  Ausschüsse.  Vorstand:  Friedrich  Scholz,  Uebungsschul- 
lehrer  i.  R. ;  Vorstandstellvertreter :  Franz  Brosch ;  Verwalter 
der  Holzinger-Bücherei:  M.  Heilauer.  —  n)  Gedruckter  Kata- 
log nach  den  Lesestoffen  geordnet.  —  a)  Täglich  4  —  7  Uhr 
abends  gegen  monatliche  Zahlung  von  lo  kr.  oder  jährlichen 
Mitgliedsbeitrag  von  1  Gulden  benutzbar;  h)  irei.  —  a)x\ndh) 
Entlehnungen,  aber  keine  Versendungen.  —  Gegr.  ISD;].  Den 
Grundstock  bildet  die  ehem.  Bücherei  des  Deutschen  Vereines 
in  Linz,  vermehrt  durch  Ankäufe,  Spenden  und  die  einstmalige 
Hamerling-Bücherei  in  Pfandl  bei  Ischl.  —  Alle  Gebiete, 
grösstentheils  Belletristik. 

Lissitz  (Mäliren). 

4-20.  Graf  G.  Dubsky'sche  Schlossbibliothek.  „Die  im  Schlosse 
befindliche  Bibl.,  zu  der  ein  geschriebener  Katalog  vorhanden 
ist,  enthält  ca.  10. 000  Bde."  (Handbuch  der  Kunstpfloge  in 
Oesterreich.  2.  Aufl.,  Wien  lHi»3,  S.  4o7.)  Nähere  Auskunft 
war   leider  nicht  zu  erlangen. 

Lonmitz  (Mähren). 

121.  Gräfl.  C.  Serenyi'sche  Schlossbibliothek.       nooo— 4000 

Bde.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Alphabetischer 
Bandkatalog.  —  Benutzbar  nur  mit  besonderer  Bewilligung 
dos  Besitzer.s.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  — 
Jurisprudenz,  Geschichte.  Kriegswissenschaften,  Theologie, 
Classiker,  Genealogie. 

Liiff^<an  (Kärnten). 

422.  Servitenconvent.  —  4000  Bde.  —  Jahresdotation 
:)0  Gulden.  —  Bibliothekar:  P.  Thomas  M.  Gottsgraber.  — 
Alphabet.  Bandkatalog.  —  Für  Fremde  nur  ausnahmsweise 
benutzbar.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Ent- 
stand zu  Anfang  des  17.  Jhdts.  und  wurde  jälirlich  vergrössert 
(das  Kloster  nach  Jordan  KJ.'Jf),  nacli  Pizzala  um  KJfiO  ge- 
gründet). —  Theologie,  Medicin,  Jus,  Phil()soi)hie,  vorwiegend 
theol.-homilet.  Werke. 

Liindenbnrg  (Mähren). 

42.'{.  Verein  der  Lehrer  und  Schulfreunde.  —  siiO  Bde.  — 
Jahresdotation  so— !M)  Guhlen.  —  Dbinann  und  Bibliothekar: 
Joseph  Iraner,  Lehrer.  —  ILandsclirirU.  Katalog.  -  Benutzbar 
für  Mitglieder    jeden  Sonntag    von    11—12   Ulir.     —    Ebenso 


*^^\  j\I  :i  li  r.  -  K  V a  in  n  u-.  1  Sf) 

Entlohniui<jon.  —  Keine  Vor.soiidun^on.  —  Gcj^r.  zugleich  mit 
dem  Vereine   IsTc.  —  Üellcli-isf ik,  (Mnssiker,  Pädagogik. 

IMälnv  Ki'oinaii  (Mähren). 

4  24.  Deutsche  Volksbücherei.  —  l.^)0(»  Ijde.  —  Jahre.s- 
di)lati()n  ca.  !<>(»  (Juldeii.  -  Obmann:  Wilhelm  Prokseh ;  Ar- 
chivar: Adolph  Dichtl.  —  Alphabet,  gedruckter  Katalog.  - 
l>enützbar  Sonntag  von  10  —  12  Uhr.  —  Entlehnnngen  gegen 
eine  Gebühr  von  2  Kreuzern  pro  Bd.  und  Woche.  —  Gegr. 
vom  deutschen  Casino  in  Mähr.-Kroniau  18'j;5.  —   Belletristik. 

Büchcrverzeiclmiss  der  Volksbücherei  in  Mähr.-Kromau.  Mälir.-Kroinau 
1899. 

Mähr.-Neiistadt  (M.ähren). 

4-2;').    [Landes-Unter-    und    Communal-Ober-jGymnasium    — 

ri)  Lehrerbibl.  -Inir,  I^do.,  /^  Schülerbibl.  r)nr)Bde.  — Director: 
Adolf  Daumann;  Bibliothekar:  Gjnnn. -Lehrer  Franz  Si)ina. 
Entstanden  Isto  durch  Umwandlung  der  unselbständigen 
Unterrealschule  in  ein  Landes-Realgj'nin. ;  seit  isitl  Ober- 
gymn. 

Spina,  Franz.  Katalog  der  Lrlirerbibl.  In:  XI.  Jalirosbcrioht  dos 
Landes-Unter-  und  Conininnal-Ober-Gynin.  in  Mähr.-Neustadt.  Mälir.-Neu- 
stadt   1SU8. 

Nach  dem  letzten  Jahrosberichto  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Mähr.-Ostraii  (Mähren). 

42(5.  [Deutsches  Communal-jGymnasium.  —  n)  Lehrerbibl. 
92  Werke  in  l'jo  Bdn.,  11  Heften,  2  Mappen:  /yj  Schülerbibl. 
80  Werke  in  81  Bdn.  —  Director:  Dr.  Julius  Krassnig;  Gustos 
für  a)  Dr.  Eduard  Nowotny;  Gustos  für  b)  Franz  Xaver  Bahr. 
—  Gegr.  18!)(t. 

Nach  dem  letzten  Jahresbericiite  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

427.  [Landes-Ober-]Realschule.  --  x.J  Lehrerbibl.  1  4»7  Bde., 
:5!)77  Hefte;  h)  Schülorbibl.  r)!>7  Werke  in  709  Bdn.  und 
2.S  Heften.  —  Director:  Julius  Beuper;  Gustos  für  o)  Norbert 
Brücke:  für  h)  Prof.  Joseph  Katzer.  —  Gegr.  1S77.  —  Alle 
Fächer  der  Realschule. 

Brücke,  Norbert.  Der  Katalog  der  L(?hrerbil)l.  In:  XIV.  Jahresbericht 
der  Landep-Oberrealschulo.  Mälir.-Ostrau   1897. 

Nach  dem  Ict^^iten  Jaliresboriclite  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

3r;nii'.-Schön])ei'g  (Mäliren). 

428.  Deutscher  Gabelsberger  Stenographenverein,  Lange- 
gasse 10.    —    5(58  Bde.    --    Jahresdotation  je  nach  Bedarf.   — 


136  Mähr.-Trübau.  [429 

Bibliothekar:  Ed.  Koller,  Kaufmann.  —  Ein  chronolog.  Band- 
iind  ein  gedruckter  Materienkatalog.  —  Benutzbar  zu  jeder 
Tageszeit.  —  Entlehnungen,  aber  keine  Versendungen.  — 
Gegr.  18G2.  —  Stenographische  Fachwerke,  Zeitschriften  und 
Classiker,  zumeist  in  Gabelsberger-System. 

429.  [Kaiser  Franz  Joseph-]Gymnasium  (Landes-Unter-  und 

Communal-Obergymn.).  —  o)  Lehrerbibl.  950  Werke  in  15G8 
Bdn.,  409(5  Programme;  h)  Schülerbibl.  52G  Bde.  —  Director: 
Dr.  Leopold  Rotter;  Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Arthur  Evers.  — 
Gegr.  mit  der  Anstalt  1870.  die  durch  Umwandlung  der  früher 
unselbständigen   Unterrealschule  Landes-Realgymn.  wurde. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der    Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

430.  „Kosmos",  Wissenschaftlicher  Verein,  Knabenbürger- 
schule. —  1005  Bde.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  — 
Bibliothekar:  Moriz  Harrer,  Sparcasseamtslciter.  —  Band- 
katalog nach  Materien.  —  Benutzbar  an  jedem  Vereinsabend 
Montag  8  Uhr.  —  Entlehnungen.  —  Gegr.  18G5.  —  Natur- 
wissenschaften, Geographie,  Völkerkunde,  Philosophie,  Volks- 
wirthschaft,  Geschichte,  Classiker  der  deutschen  wie  auch 
fremden  Literatur. 

431.  Volksbibliothek,  Deutsches  Haus.  —  3570  Bde.  — 
Jahresdotation  40  Gulden  aus  einer  Stiftung  und  200  Gulden 
von  einer  Lesegesellschaft.  —  Bibliothekar:  Johann  Matorna, 
Bürgerschullehrer.    —    3  Autoren-    und    1   Schlagwortkatalog, 

—  Benutzbar  für  Jedermann  Sonntag  von  9 — 11  Uhr  und 
Samstag  von  2  —  4  Uhr.  —  Entlehnungen  gegen  eine  Caution 
von  1  Gulden.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1887.  —  Ge- 
schichte, Geographie,  Philosophie,  deutsche  und  ausländische 
Classiker,  Romanliteratur  und  illustrirte  Zeitschriften. 

Mähr.-Trübau  (Mähren). 

432.  Franciscanerkloster.  —  2081  Bde.,  14  Handschriften,  2  In- 
cunabeln.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekar: 
P.  Basilius  Havelka,  O.  F.  M.  —  Alphabet.  Katalog.  —  Ge- 
wöhnlich nur  für  die  Klostermitglieder  benutzbar,  ausnahms- 
weise; auch  für  Auswärtige  mit  Bewilligung  des  Klosterol)eren. 

—  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich 
mit  dem  Kloster  1G78.  Entstanden  theils  durch  Schenkungen, 
theils  durch  Ankauf.  Viele  kostbare  Werke  sind  i.  J. 
1758  während  der  preussischen  Invasion  verloren  gegangen. 
Die  Bibl.  befand  sich  seit  dieser  Zeit  in  Unordnung,  bis  1890 
der  damalige  BiJjliothekar,    P.  Agnellus  Fisclier    mit    grosser 


435]  Mähr.-Weissk  irchon.  137 

Mühe    eine    vollständi<i:e  NouordnunjLi;    iiiul  Neukatalo<ifisirung 
durchführte.    —   Vorzuusweiso  Theologie. 

4  33.  [K.  k.  Staats-jGymnasium.  —  <t.)  Lehrerbibl.  1 7:3:2 
Werke  in  33  1t:  I5dn.  und  113  Heften,  74r)-2  Programme; 
h)  Sehülerbibl.  SM  Werke  in  ;»:>;»  Bdn.  —  Director:  Adalbcrt 
Ry.^anek;  Custos  für  o)  Prof.  Alfred  Gross;  für  l>)  Prof.  Josef 
Zehetner.  —  Gegr.  l.so3  auf  Grund  der  Georg  Zecha'schcn 
Stiftungen  aus  dem  Jahre  ncf);  1,S2!»  geschlossen,  l.s3'2  als 
Piaristeng3''mn.  wieder  eröffnet,  lH7t  verstaatlicht  und  von 
1S83  an  zu  einem  Obergymn.  erweitert. 

Nach  dem  letzton  JahroRl)orichte  gearboitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

434.  Verein  für  Fortbildung  des  Handels-  und  Gewerbe- 
standes, Grosser  Platz  14.  —  I.  Gruppe:  Volks-  und  Jugond- 
schriften  401)  Bde.;  II.  Gruppe:  Classiker,  Romane,  Erzäh- 
lungen in  deutscher  Sprache,  30.54  Bde.  und  1  Handschrift: 
HI.  Gruppe:  Belletristik  in  fremden  Sprachen  170  Bde.;  IV. 
Gruppe:  Wissenschaftliche  Werke  37<s9Bde.,  Hefte  und  Karten, 
darunter  6  Handschriften.  Gesammtsumme  7472  Bde.  —  Jahres- 
dotation ca.  200  Gulden.  —  Vorstand  des  Vereines:  Joseph 
Brislinger,  Bürgermeister  und  Handelskammerrath;  Bücherei- 
verwalter: Karl  Patzelt,  Volksschullehrer;  1  Vereinsdiener.  — 
Je  ein  handschriftlicher  aiphabet.  Zettel-  und  Bandkatalog, 
letzterer  auch  gedruckt.  —  Benutzbar  jeden  Mittwoch  und 
Sonntag  von  1  —  3  Uhr.  Für  jeden  Band  der  Gruppe  I —III  ist 
für  14  Tage  eine  Abnützungsgebühr  von  1  Kreuzer  zu  ent- 
richten, Gruppe  IV  ist  ganz  frei.  —  Entlehnung  mit  Aus- 
nahme einiger  seltener  und  werthvoller,  im  Katalog  besonders 
bezeichneter  Werke.  — ■  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1872. 
—  Vertreten  alle  Wissenschaften. 

Büchereiverzeichniss  [des  Vereines  für  Fortbildung  des  Handels-  und 
Gowerbestandes  in  Mähr.-Trübau.]  Mähr.-Trübau  1889.  —  Nachtrag  I— V, 
enthaltend  die  vom  1.  üctobor  1S80— [ISOÖ]  oingoreiiiten  Werke.  Mähr.- 
Trübau  1801—1896.  —  Bericht  über  die  Thätigkeit  des  V(M-einos  [für 
Fortbildung  des  Handels-  und  (!ewerl)0standes  in  Mähr.-Trübau]  im 
XXV.  Vereinsjahre  vom  1.  Januar  l)is  31.  Decembor  1897.  Mähr.-Trübau 
1898. 

Mähr.-Weisskirclien  (Mähren). 

43.5,  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  438.5  Bde. 
und  13.3«J7  Hefte  (darunter  1'3G2  Programme);  A)  Sehülerbibl. 
928  Werke  in  148(j  Bdn.  und  220  Heften.  —  Director:  Adolf 
Sponner;  Bibliothekar  fiir  aj  Prof.  Alois  Gröger;  für  ?'J  Prof . 
Rudolf  Scheich.  —  Gegr.  1871;  verstaatlicht   1873. 

Nach  dem  letzten  .lahresbericiite  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 


138  Marburg.  [436 

43(j.  [K.  k.  IVIi!itär-Ober-]Realschule.  —  a)  Officiersbibl.  ent- 
hält Lehrbehelfe  für  die  ünterrichtsgegenstände  und  mili- 
tärische Werke  (1750  Werke);  h)  Zöglingsbibl.  enthält  Stndien- 
behelfe  und  geeignete  belletristische  Werke  (derzeit  .'JTC;') 
Werke).  —  Commandant:  Arthur  Freih.  v.  Konigsbrunn,  GM.; 
Bibliothekar:  Carl  Jung,  k.  u.  k.  Hauptmann.  —  Gegr.  ls(;i) 
durch  Vereinigung  der  Bibl.  der  in  demselben  Jalire  auf- 
gelösten Artillerieschulcompagnien  zu  Krakau,  Liebenau. 
Ol  mutz  und  Prag. 

Marburg  (Steiermark). 

437.  Franciscanerconvent  hat  nur  eine  zu  eigenem  Ge- 
brauche bestimmte  Handbibl.  —   Gegr.  is(;4. 

438.  [K.  k.  Staats-JGymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  f'.crjo  Bde., 
Blätter,  Hefte  und  Tafeln,  18.502  Programme;  b)  Schülerbibl. 
1530  Bde.  und  Hefte.  — Jahresdotation  für  r/^  300— 400  Gulden. 

—  Director:  Dr.  Peter  Stornik;  Bibliothekar  für  n)  Gymn.- 
Lehrer  Dr.  Johann  Tertnik;  für  h)  Gymn. -Lehrer  Dr.  Alois 
Schmitzberger  und  Prof.  Blasius  Matek.  —  Handschriftlich: 
ein  aiphabet.  Zettel-  und  ein  nach  Schlagworten  geordneter 
Bandkatalog.  —  Entlehnungen  aj  an  Mitglieder  des  Lehr- 
körpers und  diesem  nahestehende  Personen;  h)  an  Schüler.  — 
Versendungen  an  öffentliche  Anstalten.   —   Gegr.  1757. 

Tertnik,  Joliann.    Katalog    der   Lehrerbibl.  In:  Jaliresbericht  dos  k.  k. 
Staatsgymn.  in  Marburg.  Marburg  ]8!)8. 

439.  K.  k.  Lehrerbildungsanstalt.,  Bürgerstrasso  42.  — 
Lehrerbibl.  —  Inventar  in  ntmrbeitung.  —  Jahresdotation 
ca.  150  Gulden.  —  Director:  Heinrich  Schreiner ;  Bibliothekar: 
Prof.  Dr.  Johann  Bezjak.  —  Ein  aiphabet.  Zettel-,  ein  Fach- 
katalog. —  Jederzeit  zugänglich  für  die  Mitglieder  des  Lehr- 
körpers. —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Versendungen  nur 
au.snahmsweise  an  die  Mittelschulen  Steiermarks.  —  Gegr. 
zugleich  mit  der  Anstalt  1870.  —  Vertreten  Pädagogik,  deutsche 
Sprache,  Geographie,  Geschichte,  Naturwissenschaften,  Land- 
wirthschaftslehre,  besonders  gepflegt  erstere. 

Bibl. -Katalog  wird  mit  Ende  1. SOS  '.10  im  Drucke  erseheinen. 

440.  Fürstbischöfliches  Priesterseminar,  Hauptplatz  ;».  —  (".328 
Bde.  —  Jahresdotation  200—300  Gulden.  —  Unter  Aufsicht  des 
Directors,  derzeit  Carl  IIril)ovsek,  Domherr,  von  zwei  Alumnen 
besorgt.  —  Zettel-  und  Bandkatalog.  —  Benutzbar  Montag, 
Dienstag,  Donnerstag  und  Freitag  von  11 — 12  Uhi-,  und  zwar 
nur  im  Bibl. -Saale.  —  Keine  Entlehnungen  und  Vorsendungen. 

—  Gegr.  185!)  zugleich  mit  der  Errichtung  des  f.-b.  Priester- 
seminars durch  freiwillige  Bücher-  und  Geldspenden  der  Diö- 


443]  Maria  seil  ein.  1.10 

(H'sanpriostei".  Audi  geuoiiwiirtiL;  voniiaclioii  <lic  luoist.on 
Prioster  ilirc  Büclier  testanioiitarisch  der  IJibl.  —  Zumeist 
Tlicolouie. 

111.  [K.  k.  Staats-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl.  la^s 
Nummern  in  :3211  Ikln.,  '.n;  llelteii,  1«  Blättern,  4  Tafeln, 
0  Mappen,  53ßß  Proj^^ramme ;  h)  Scliülerbibl.  Juli  1898:  1:37!» 
Werke  in  1031  Bdn.  und  32  Heften.  —  Jaliro.sdotation  Iküs 
a)  473"ii!)  Gulden,  h)  2{»3-62  Gulden;  unuefälir  jedes  Jahr 
üleicli.  —  Director:  Gustav  Knobloch;  Verwalter  für  a)  Prof. 
Emil  Gugel;  für  h)  Prof.  Robert  Bittner.  —  a)  Ein  Zettelkatalog 
und  ein  nach  Fächern  geordneter  gedruckter  Katalog,  inner- 
halb der  Fächer  aiphabet.;  dazu  das  fortlaufend  geführte 
ITauptinventar;  h)  ein  Katalog,  nach  Schülerclassen  geordnet, 
und  das  IIaui)tinventar.  —  Zugänglich  n)  für  die  Mitglieder 
des  Lehrkih'pers  jederi^eit.  —  Entlehnungen  a)  ebenso,  sonst 
selten  und  nur  an  Amtspersonen;  h) ^We  vierzehn  Tag(^  classen- 
weise.  —  n)  mit  der  1870  erfolgten  Vervollständigung  der 
Anstalt  zur  Oberrealschule  gegr.,  wurde  die  Bibl.  seither 
durch  die  aus  den  eigenen  Einnahmen  der  Anstalt  sich  er- 
gänzenden und  von  der  Stadtgemeinde  Marburg  jährlich  be- 
willigten Mittel  erhalten  und  vervollständigt;  ausserdem  zahl- 
reiche Geschenke;  h)  187.5  gegr.  und  seither  durch  Schüler- 
beiträge erhalten.  —  Vertreten  n)  alle  Wissenschaften,  am 
meisten  deutsche  Sprache  und  Literatur;  h)  die  Elemente  der 
meisten  Wissenschaften,    vorwiegend   unterhaltende  Literatur. 

Kataloo  der  Lehrerbibl.  der  k.  k.  Staatsoberrealsclmle  in  Marburg-,  zu- 
sammengestellt von  Eduard  Sokoll  und  hei'ausgegebon  von  Robert  Bittnor. 
Marburg  1808.  Als  Beilage  zum  XXVIII.  Jahresberielit. 

Mai'iaschoin  (Böhmen). 

442.  Collegium  des  Ordens  der  Gesellschaft  Jesu  besitzt 
eine  ca.  lo.ouo  Bde.  umfassende  Bil)l..  welche  gegenwärtig  ge- 
ordnet und  katalogisirt  wird. 

3Iatt.soe   (Salzburg). 

443.  Stiftsbibliothek  des  insignen  Collegiatstiftes.  —  5000 
Bde.,  ca.  500  Handschriften  und  Incunabeln.  —  Vorstand: 
der  inf.  Propst  des  Collegiatstiftes,  derzeit  Joseph  Dum,  dem 
ein  Canonicus  als  Bibliothekar  zur  Seite  steht,  derzeit  Anton 
Ziegler,  Can.  und  Pfarrer.  —  Ein  Zettel-  und  ein  alter  hand- 
schriftl.  Bandkatalog;  letzterer  ungenau.  —  Benützung  zu 
jeder  Zeit  mit  Erlau])niss  des  Stiftspropstes.  —  Ebenso  Ent- 
lehnungen in  Ausnahmsfällen.  —  Keine  Versendungen.  — 
Entstanden  grösstentheils    aus    den    hinterlassenen    Handbibl. 


140  Mautern.  [444 

der  Pröpste  und  Canoniker,  weshalb  auch  die  Theohigie  am 
meisten  vertreten  ist;  sie  reicht  mit  ihren  Werken  ins  14.  Jhdt. 
zurück.  Neuere  Werke  sind  nicht  vorhanden,  weil  deren 
Kauf  die  Stiftsmittel  nicht  erlauben.  —  Besonderes  Interesse 
bietet  der  wahrscheinlich  vom  Dechant  Geld  (gewählt  ISGf)) 
abgefasste  Codex  traditionum. 

Erben,  Wilhelm.  Quellen  zur  Geschichte  des  Stiftes  und  der  Herrschaft 
Mattsee.  Wien  1896.  [In:  Fontes  rerum  austriacaruui.    Abth.  II,  Bd.  49  1.] 

Manterii  (Steiermark). 

444.  Redemptoristencollegium.  —  Ca.  20,000  Bde.,  wenige 
Incunabeln,  hingegen  eine  kleine  Autographensammlung  dieses 
Jahrhunderts.  —  Jahresdotation  für  die  Haus-  und  Provinz- 
bibl.  ca.  300—400  Gulden.  —  Bibliothekar:  P.  August  Rösler, 
C.  A.  R.  —  Alphabet.  Zettelkatalog.  —  Benutzbar  zu  jeder 
Zeit.  —  Die  Ordensregel  bestimmt  ferner:  „Omnibus  congre- 
gatis  et  ipsis  superioribus  strictissime  jirohibetur.  alicui  foras 
sub  quocumque  praetextu  dare  aut  commodare  libros,  qui 
catalogo  Bibliotheeae  inscripti  sunt.  Habeantur  in  hunc  finem 
quidam  libri,  quorum  exemplaria  iam  semel  vel  pluries  in 
l)ibliotheca  inveniuntur,  qui  in  catalogum  generalem  non  sunt 
referendi".  Indes  wird  von  diesen  Bestimmungen  in  gewissen 
Fällen  Umgang'  genommen.  —  Mit  der  Uebernahme  des 
Hauses  im  J.  18-27  (vgl.  Zschokke,  die  theologischen  Studien 
und  Anstalten  der  katholischen  Kirche  in  Oesterreich,  S.  121.'^) 
ist  auch  die  Bibl.  gegründet  worden.  Durch  die  Unterdrückung 
des  Klosters  (1848 — 1852)  hat  sie  namhaften  Schaden  er- 
litten. —  Katholische  Theologie  und  Philosophie  in  ihrem 
ganzen  Umfange. 

3Ielirerau  (Vorarlberg). 

44.^).  Cistercienserstift.  —  Ca.  30.000  Bde.,  200— .300  Incu- 
nabeln. —  Bibliothekar:  P.  Amadeus  Favier;  Subbibliothekar: 
P.  Michael  Weiher.  —  Handschriftlich  je  ein  Zettel-  (Stand- 
orts-) und  aiphabet.  Bandkatalog.  Ein  aiphabet.  Zettelkatalog 
in  Ausarbeitung,  dem  ein  Realkatalog  folgen  wird.  —  Be- 
nutzbar für  Klostermitglieder  zu  jeder  Tagesstunde,  für 
Fremde  meistens  nur  in  den  Nachmittagsstunden  mit  beson- 
derer Erlaubniss  dos  P>ibliothekars.  —  Entlehnungen  nur 
selten,  häufiger  jedoch  an  Personen,  die  in  der  Nähe  des 
Klosters  wohnen.  —  Versendungen  nur  gegen  Revers  und 
Ersatz  der  Kosten.  —  Gegr.  18.54;  1894  wurde  ein  neues 
Local  gebaut,  und  zwar  in  einem  an  fler  Südseite  des 
Klosters  neugebauten  Flügel.    Grössere  Sammlungen  Münzen, 


147)  Melk.  141 

Sie;^'el,  Bilder  und  fStiche.  —  Fast  alle  Wissenscliaften.  Ge- 
ld"le;^t  werden  besonders  Tlieolo<^ie,  Geschichte  und  alle  Gym- 
nasiallächer,  da  mit  dem  Stifte  eine  Lehr-  und  liildu^^^sanstalt 
verbunden  ist,  welche  nur  eine  besondere  Schulljiljl.  für  Zöi,^- 
linire  mit  :5U(io  Bdn.  besitzt. 

Willi.  Dominik.  Die  Abtei  Wottingen-Mehrcrau  in  Vorarlberg.  In:  Ein 
Cistercienserbucli.  Von  Seb.  Brunncr.  Würzburg  ISSl. 

Älelk   (Nied.-Oesterr.). 

4  16.  Benedictinerstift.  —  Ca.  (jO.OOO  Bde.,  l«.')fJ  Hand- 
schriften, von  bedeutendem  Werthe  ca.  KKX»,  suh  Incunabeln 
(bis  1500).  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekar: 
Prof.  Dr.  Rudolph  Schachini^er;  1  Bibliotheksdiener.  —  P^in 
aiphabet.  Zettelkataloji'  und  ein  Standorts-(Inventar-)Register. 

—  Benutzbar  an  Wochenta<,^en  von  «  —  12  und  1—5  Uhr,  an 
Sonn-  und  Feiertai^^en  von  10  —  12  Uhr.  —  Entlehnungen  und 
Versendunjuen,  bei  Handschriften  nur  gegen  Sicherstellung 
und  zur  Benützung    in    den  Bäumen    einer    öffentlichen  Bibl. 

—  Eine  Bibl.  hat  es  wohl  im  Stifte  immer  gegeben,  seit 
Mönche  das  Haus  bewohnen  (Benedictiner  seit  lOSO).  Aus 
dem  grossen  Brande  am  14.  August  12!i7,  welcher  das  Stift 
sammt  Bibl.  in  Asche  legte,  haljen  sich  nur  wenige  Hand- 
schriften gerettet,  u.  a.  das  wichtige  Chronicon  Mellicense 
(I12o-1564).  Der  Fieiss  der  Mönche  und  die  Opferwilligkeit 
der  Aebte  haben  indessen  die  leeren  Schränke  bald  wieder 
gefüllt  und  die  Bibl.   auf  den  gegenwärtigen  Umfang  gebracht. 

—  In  den  früheren  Jahrhunderten  wurden  alle  Disciplinen 
gepflegt,  heute  werden  im  Allgemeinen  nur  Werke  theolo- 
gischen und  philosophischen  Inhaltes  angekauft. 

Kropff,  Martinus.  Bibliotheca  Mellicensis.  Vindobonae  1747.  -  Pri- 
misser,  A.  Rcisenachrichten  über  Denkmahlc  der  Kunst  und  des  Altertluuns 
in  den  östcrr.  Abteycn.  In:  Horniayr,  Arcliiv  1822,  S.  lOG.  —  Wattenbacb, 
W.  Handschriiten  des  Stiftes  Melk.  In:  Archiv  für  ältere  deutsche  Gesch. 
X.  18.51,  S.  4:^2.  GOl.  —  Ileilmann,  Friedrich.  Molk  in  Nied.-Oesterreich. 
In:  Ein  Benedictinerbuch  von  Seb.  Brunner.  Würzburg  1881.  —  Hueuier, 
J.  Iter  Austriacum  T.  In:  Wiener  Studien.  IX.  1P87,  S.  fiO.  —  Catalogus 
codicum  nianuscriptoruni.  .  .  .  vol.  I.  Vindob.  1889.  —  Holzer,  Odilo.  Die 
geschichtlichen  Handschriften  der  Melker  Bibl.  [.Jahresbericht  des  k.  k. 
Stiftsgj'mn.  in  Melk.  1S<IG.]  —  Schachinger,  Rudoljdi.  Incunabelkatalog 
[Jahresbericht  des  k.  k.  Stiftsgymn.  in  Jlelk.  189',»  ff.] 

447.  [K.  k.  Stifts-JGymnasium    der  Benedictiner    besitzt    aj 
eine  reiche  Lehrerbibl.  und  h)  eine  Schülerbibl.  mit  2775  Bdn. 

—  Director:  Schulrath  P.  Hermann  Ulbrich:  Gustos  für  aj 
Stiftsbibliothekar  Prof.  P.  Dr.  Rudolf  Schachinger;  für  h) 
Stiftsarchivar  Prof.  P.  Dr.  Eduard  Katschthaler.  —  Benutzbar 
für  den  Lehrkörper  jederzeit,  für  die  Schüler  zu  den  in  jeder 


142  Mulnik.  [448 

zweiten  Woche  tätlich  mit  Ausiialimo  der  Sonn-  und  PV'ier- 
tage  in  sieben  Abtheilungen  gehaltenen  Bibliotheksstunden. 
—  Ebenso  Entlehnungen;  Versendungen  im  Wege  der  Diroc- 
tion  an  öffentliche  Anstalten  und  Aemter.  —  Die  Lehrcrbibl. 
ist  mit  der  Stiftsbibl.  verbunden.  —  Stammt  wohl  aus  den 
Zeiten  der  Babenberger,  besteht  sicher  seit  Einführung  der 
Benedictiner  IHO'J.  Das  Gymn.  1778  aufgehoben,  17H1  wieder 
eröffnet,  17«7  nach  St.  Polten  verlegt,  1803  nach  Melk  zurück- 
gebracht. Seit  1H50  Obergymn. 

Meluik  (Böhmen). 

4ly.  Communal-Handelsschule  (Obchodni  .skida.),  hat  eine 
Lehrer-  und  Schülerlnbl.  nicht  allzu  grossen  Umfanges,  da  die 
Anstalt  erst  l^Ol  gegr.  wurde.  —  Director:  Johann  Lukos.  — 
Vertreten  in  erster  Linie  Handelswissenschaften.  —  Im  Uebrigen 
gelten  die  bei  Mittelschulen  üblichen  Bedingungen. 

Meran  (Tirol). 

44!).   K.  k.  Gymnasium   der  Benedictiner  von  Marienberg.  — 

Ca.  2öuO  Bde.,  die  Bibl.  wird  eben  neu  geordnet.  —  Dotation 
je  nach  Bedarf  aus  den  Schulgeldern.  —  Director:  P.  Magnus 
Ortwein,  O.  S.  B.;  Bibliothekar  der  Lehrer-  und  Schülerbibl 
Prof.  Dr.  Adelgott  Schatz,  O.  S.  B.;  1  Diener.  -  Ein  Zettel- 
und  ein  alphabet.  Katalog  in  Buchform,  ein  Fachkatalog.  ~ 
Für  Mitglieder  des  Lehrkörpers  jederzeit  benutzbar.  —  Ent- 
lehnung an  Prof.  ohneweiters,  ebenso  an  bekannte  Personen 
der  Stadt  und  Umgebung;  Versendung  nur  innerhalb  Tirols 
an  vertrauenswürdige  Personen.  —  Gegr.  1725.  Bis  1808 
war  die  Bibl.  bescheiden,  wurde  1808  bei  der  Aufhebung  des 
Gymn.  und  des  Stiftes  Marienberg  gei)lündert,  verschleppt 
oder  gar  an  Trödler  verkauft.  Nach  der  Wiedererrichtung 
dos  Gymn.  kamen  einige  ältere  Werke,  z.  B.  die  Bipontini- 
sclien  Classikerausgaben  wieder  zurück,  aber  vielfach  defect. 
Besonders  seit  1851,  wo  in  Meran  auch  ein  Obergymn.  er- 
richtet wurde,  sind  neue  Werke  angekauft,  aber  erst  durch 
P.  y\delgott  Schatz  systematisch  geordnet  und  aufgestellt 
worden.  —  Alle  Gymnasialfächer,  besonders  Cjoschichte.  — 
Dei- Gynm.-Bibl.  unterstellt  seitl.sii7  auchdie  durch  Geschenk 
Dl-.  Innerhofer's  gegr.  Stadtbibl.  von  ca.  looo  Bdn ,  haupt- 
sächlich Tiroliensia,  deren  l>il>1iotb<'ka)'  ebenfalls  P)-of.  Dr. 
Adelgott  Schatz  ist. 

Ein  gedruckter  Kataluf?  über  ili<;  Gynui.-lÜlj].  wird  nacli  und  na<di 
erscheinen  und  mit  demselben  l)ereits  im  Prnirranun  der  AnstaU  für  1«'.)'.» 
begonnen  werden.  —  Lieriieimer,  IJernhard.  Marienberg  in  Tirol.  In:  Kin 
Benedictinerbucli.  Von  Seb.   I'runner.  Würzbiirg  IHSl. 


i''l|  Mich  acl  heuern.  143 

•1 .")().  StadtbibiJothek.  V.    K.    k.    (Jyinn    der  IJeiicdictiner 

Voll   IMaricnbcri:. 

3Ii('liJU'lbi'iiei'U  (Salzburg). 

IM.  Benedictinerstift.  —  Ca.  •iO.ixx)  IJdc,  dariintei- '.»  llaiid- 
scliril'teii  auf  rei'uaiiR'iit,  I  I  1  Ilaiidscliriituu  aul'  ra^Mer,  Sö-J 
Udo.  Incuimboln  (1  tii'.t  — 1501)  und  l  .")UU  — 1 0.jo).  —  Jalires- 
dotation  jo  nach  Bedarf.  —  IJibliothekar :  Dr.  P.  KoiuaiiBauui- 
gartnei',  Prior.  —  IG  handsclirifU.  Kalalogo  mit  Autoren- 
rogister.  —  Für  Gäste  ausser  der  Chorzeit  in  Begleitung  des 
Abtes  oder  Bibliothekars  zu  besichtigen.  —  In  der  Re.üel 
Iceine  Entlehnungen  und  Versendungen,  da  den  Ordensstatuton 
widersprechend.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Kloster  zwischen 
Ulü  und  1170  von  Ab,t  Georg  (nach  Filz  785).  —  Alle  Wissen- 
schaften, besonders  Theologie,  ältere  Philosophie  und  Ge- 
schichte. 

Filz,  P.  Michael.  Geschichte  des  Salzburj^ischen  Benedictiiierstiftcs 
Mioiielbeucin.  Salzburg  1847.  —  Ilaiidschriftl.  Notizen  über  die  Goscliichto 
der  Bibl.  in  einem  Kataloj^o.  —  Bauinj^artner,  Roman.  Miciiaelbeuom. 
Diöcese  Salzburg.  In:  Ein  Benedictinorbuch  von  Seb.  Brunner.  Würzburg 
1881,  S.  2'J'J. 

Mies  (Böhmen). 

■ibi.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  ay  Lehrerbibl.  4Ul)0  Bde., 
.jGi;  Hefte,  i;i..s7;)  Pr<.o  ramme;  h)  Schülerbibl.  2500  Bde., 
4.)  lleftC;,  bi)  Musikwerke.  —  Für  die  Lehrmittelsammlung 
standen  l.si)7/li.s  440  Gulden  zur  Verfügung.  —  Director :  Dr. 
Georg  Juritsch;  Custos  für  a)  Prof.  Dr.  P'ranz  Klaschka;  für 
/')  G3Mnn. -Lehrer  Johann  Starey.  —  Errichtet  l.s70  als  Real- 
Obergymn  ,  seit  l.s7.s  reines  Gymn. 

Xaoii  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Mocsiskii  (Galizien). 

453.  Redemptoristencollegium  (Gegr.  iss:;)  hat  nur  eine 
kleine  Handbil)!.  meist  theologischen  Inhaltes. 

Mödling  (Nied.-Ocsterr.). 

454.  [Landes-Real-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  329  Bde., 
ll»0  Hefte ;?^y  Schülerbibl.  i  11)  Bde.  —  Prov.  Leiter:  Prof.  Franz 
Roch;  Custos  für  rtj  und  6J  Prof.  Stephan  Fürst.  —  Gegr.  lsu7. 

Bestand  von  aj  und  f>)  veröffentlicht  im  Jahresbericlit  des  niederösterr. 
Landesrealgymn.  in  Mödling.   Mödling  18'.is. 

Xaeh  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 


144  Mogila.  "    [455 

45.J.   Landwirthschaftliche  Lehranstalt  Francisco-Josephinum, 

Grutschgassc  1.  —  1.  Deceiiiber  iMiS;  jii;  Werke  in  ca. 
3200  Belli,  und  looBde.  Zeitschriften.  —  Jahresdotation  .{oo— 4()o 
Gulden.  —  Vorstand:  K.  k.  Reg.-Rath  Director  Dr.  Theodor 
von  Gohren;  Gustos:  Prof.  Dr.  Franz  Heiderich.  —  Ein 
Zettel-  und  ein  Bandkatalog  (Schlagwortkatalog).  —  Die  Bibl. 
dient  als  Schulbibl.  den  Bedürfnissen  der  Lehrer  und  Schüler, 
an  die  auch  ]>üclier  entlehnt  werden.  —  Die  Anstalt  gegr. 
1869  vom  landwirthschaftl.  Bezirksverein.  —  Unterhaltuiigs- 
lectüre,  die  allgemein  bildenden  Disciplinen,  besonders  land- 
wirthschaftliche Fachdisciplinen. 

Mogila  (Galizien). 

4öf;.  Cistercienserkloster.  -  2r)64  Werke,  3574  Bde., 
•;4  Handschriften  in  TlBdn.,  zahlreiche  Incunabeln.  — Jahres- 
dotation je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekar:  P.  Leo  Morawski. 
—  Handschriftl.  Materienbandkatalog.  —  Benutzbar  zu  jeder 
Zeit.  —  Entlehnungen  und  Versendungen  nur  mit  Erlaubniss 
des  Klostervorstandes  gegen  Gaution  und  Rovers.  —  Gegr. 
wahrscheinlich  zugleich  mit  dem  Kloster  lOÜS.  —  Ascetik, 
Predigten,  Theologie  und  Pädagogik. 

Kronenl)ergor,  Andreas.  Das  Priorat  Mdj^ila  im  Grossherzogthiim 
Krakau.  In:  lüin  Cistercionserbuch.  Von  Scb.  Brunnor.  Würzburg  1881.  — 
Xcnia  Bernardina.  III.   18'Jl. 

Mui'i-Gries  (Tirol). 

457.  Benedictinerkloster  besitzt  eine  Privatbil)].  von  ca. 
lii.ooo  Bdn.,  über  5(10  liandschriften,  bei  loo  Incunabeln.  — 
Dotation  nach  Massgabe  der  verfügbaren  Geldmittel  aus  dem 
Stiftsvermögen.  —  Bibliothekar:  P.  Martin  Kiem;  J  Gehilfe 
aus  dem  Convente.  —  Handschriftliche  aiphabet.  Zettel-  und 
Fachkataloge.  —  Für  die  Patres  zu  jeder  Stunde  benutzbar; 
Fremden  werden  Bücher  und  Handschriften  nur  bedingungs- 
weise oder  nach  geleisteter  Garantie  und  ausgestelltem  Revers 
verabreicht.  —  Die  Muri  Patres  verloren  bei  der  Aufhebung 
im  J.  1.S41  durch  den  Grossen  Rath  des  Cantons  Aargau 
(13.  Januar)  ihre  ganze  Bibl.,  die  ca.  35.000  Bde.  stark  wai-, 
wie  auch  einen  grossen  Tiieil  der  Handschriften.  Von  der 
Augustinerbibl.  in  Gries  (aufgehoben  l«o7),  die  den  von  Muri 
nach  Gries  i.  J.  1845  übersetzten  Benedictinern  von  der 
k.  k.  Regierung  geschenkt  wurde,  konnten  bei  der  Gründung 
der  gegenwärtigen  Bibl.  1847  nur  etwa  5000  brauchbare  Werke 
eingereiht  werden.  Seitdem  wuchs  die  Stiftsbibl.  durch  An- 
käufe und  Geschenke    aus    den  Nachlässen    der    verst<)rl)enen 


4<ii]  Neubyd/.ov.  14'. 

Mitglieder  auf  ihn^  jet/ij^e  Zahl.  Auch  verschiedene  iJilder- 
saininlun^en  hi'l'indeu  sieh  daselbst.  —  Geschichte  und  deren 
Ililfswissenseliaften,  Do^niatik,  sowie  besonders  ScinvcMzer- 
^feschichte,  schwächer  vertreten  die  übrigen  Fächer  der  Theo- 
logie, Rechtswissenschaften,  Philologie  u.  s.  w. 

Lierhoiiiier,  IJornard.  Muri-Gries  bei   Bozon.  In:   Ein   Bcnedictinor))Ufh 
vun  Seb.  Brunner.  Würzburg  lüsi. 

Nenbydzov  (Nov.  Bydzov,  Böhmen). 

lös.  [Staats-Real-  und  Ober-]Gymnasium  (C.  k.  realny  a 
vyssi  gyninasium  stätni).  —  a)  Lehrerbibl.  14G3  Werke  in 
3428  ]Bdn.  und  320  Heften,  3120  Programme;  h)  Schülerbibl. 
2572  Werke  in  2265  Bdn.  —  Director:  Vaclav  Ot.  Slavik; 
Gustos  für  a)  Gymn. -Lehrer  Frantisek  Kopta;  für  hj  Prof.  P. 
Josef  Kaspar.  —  l.s73  als  Communal-Realgymn.  errichtet;  zu 
einem  Obergymn.  erweitert  seit  1«h2;  verstaatlicht  IHüiJ. 

Nach    dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 

Neuhaiis  (Jindf.  Hradec,  Böhmen). 

45!).  Franciscanerconvent.  —  Die  Bibl.  wurde  1801  durch 
Brand  gänzlich  vernichtet,  daher  derzeit  kein  bemerkens- 
werthes  älteres  Werk  mehr  vorhanden.  Sie  verdankt  ihren 
Bestand  (grösstentheils  theologischen  Inhaltes)  zumeist  Ge- 
schenken.—  Bibliothekar  :P.  Stepän  Hoffmann,  Guardian.  —  Da 
die  Bibl.  früher  durch  Entlehnung  von  Werken,  die  nachher  nicht 
mehr  zurückgestellt  wurden,  sehr  geschädigt  wurde,  ist  der- 
zeit jede  Entlehnung  ausgeschlossen,  die  Bibl.  daher  eine  rein 
private.  Der  Bibliothekar  entscheidet  über  die  Bedingungen 
der  Benützung,  die  nur  unter  seiner  Aufsicht  stattfinden  darf. 

—  Gegr.  l(;4.s. 

4(;(».  Gemeindebibliothek  (Obecni  knihovna).  —    1340  Bde. 

—  Jahresdotation  2oo  Gulden.  —  Vorstand  und  Bibliothekar: 
Stadtrath    J.  Breicha.  —    Alphabet,    gedruckter    Bandkatalog. 

—  Benutzbar  Sonntag  von  10 — 12  Uhr  für  die  Bewohner  der 
Stadt.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen.  — 
Gegr.  1H91  hauptsächlich  über  Anregung  des  Bürgermeisters 
Dr.  W.  Nazera.  Aufnahme  fand  in  derselben  die  Bibl.  des 
ehemaligen  Bürgerschuldirectors  in  Neuhaus,  Johann  Orth.  — 
Geschichte,  Naturwissenschaften  und  böhmische  Philologie. 

4G1.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  vy.s.^i  gyninasium).  — 
a)  Lehrerbibl.  3018  Werke  in  6440  Bdn.,  darunter  5  Hand- 
schriften, 4609  Programme.   —  Jahresdotation  150  Gulden.  — 

Bibliiitbeks-Adrcssbucb.  10 


146  Neiinkirchen.  [462 

Director:  Johann  Riha;  Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Joseph 
Noväk.  —  Alphabet.  Zettelkatalog  und  Bandkatalogo  nach 
einzelnen  Fächern.  Systematisch  geordneter  Katalog  der  Pro- 
gramniabhandlungen.  —  Jederzeit  zugänglich  für  die  Mit- 
glieder des  Lehrkörpers.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Ver- 
sendungen nur  an  gleichgestellte  Anstalten.  —  Gegr.  isl9. 
Aufnahme  fanden:  Die  Bibl.  des  Neuhauser  Propstes  Adalbert 
Juhn  und  des  Gymn.-Prof.  Er.  Eischer.  —  Encyklopädie, 
Philosophie,  Pädagogik,  Theologie,  Philologie,  Geographie, 
Geschichte,  Mathematik  und  Naturwissenschaften.  —  h)  Schüler- 
bibl.  128G  Werke  in  U)ö4  Bdn.  und  71  Heften.  —  Jahres- 
dotation ca.  HO  Gulden.  —  Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Joseph 
Noväk.  —  Ein  aiphabet.  Zettelkatalog  und  3  Kataloge  mit 
Rücksicht  auf  die  Alters-  und  Bildungsstufe  von  Jos.  Noväk 
zusammengestellt.  —  Zugänglich  für  Studirende  der  Anstalt 
einmal  wöchentlich.  —  Ebenso  Entlehnungen.    —  Gegr.  1H4!». 

—  Geschichte,  Geographie  und  Naturwissenschaft. 

Novak,  Josef.    Katalog    kniliovny  ucitelske.  In :    Vyrocni    zprava  o.  k. 
vys§iho  gymnasia  v  Jindr.  Hradci.  V.  Jindr.  Hradci  1898. 

4G2.  Städtisches  Museum.  —  3r)4  Bde.,  darunter  mehrere 
Handschriften.  —  Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Joseph  Noväk.  — 
Fachkatalog.  —  Benutzbar  je  nach  Verabredung  mit  dem 
Bibliothekar  nur  in    dem  Bibliothekszimmer.     —    Gegr.  I.s.s8. 

—  Theologie  und  Geschichte. 

Neunkirchen  (Nieder-Oesterr.) 

4G3.  Minoritenconvent.  —  Die  Bibl.  enthält  nichts  Nennens- 
werthes.  -  -  Dechant  und  Guardian  :  Dr.  Ambrosius  Trapp.  - 
Gegr.  1G31. 

Neureisch  (Mähren). 

4G4.  Praemonstratenser  Chorherrenstift.  —  Ca.  lö.ooo  Bde., 
140  Incunabohi,  71  Ilandsclirifton.  —  Jahrosdotation  durch- 
schnittlich IGO  Gulden.  —  Bibliothekar:  P.  Augustin  Parma, 
Stiftspriester;  1  Diener.  —  Bandkataloge  nach  Fächern  ge- 
ordnet. Schlagwortzettelkatalog.  —  Entlehnung  in  den  Früh- 
stunden; Versendung  nur  in  Ausnahmsfällen.  —  Gegründet 
vom  Stifte,  vermehrt  durch  den  Nuchlass  der  verstorbenen 
Stiftspriester,  durch  Ankäufe  aus  dem  Nachlass  anderer 
Priester  und  besonders  aus  dem  aufgehobenen  Jesuiten- 
collegium  in  Teltsch.  —  Theologie,  Dogmatik,  Exegese,  Moral, 
Kirchenrecht,  Patristik,  deutsche  und  slavische  Prediger. 

Elvert,  Christian  d'.    Die  Hihliotlioken  u.  s.  w.  in  Mälircn  und  Oestorr.- 
Schle.'<ien.     In:    Seliriften    der    liist.-stat.    Sectioii     d.    k.    k.     inälir.-schlos. 


468]  Neii-Raiuloc.  147 

Os.  III.  isr)2,  S.  94.  Xidok,  Cyrill.  Hcschroiburifi;  und  kurze  Gcscliiclilo 
dos  Präinonstratonsor-Chorlu'rronstiftes  Neuroiseli  (Nova  RiSo)  in  Mähron. 
In:  Kin  Cliorlierrenbucli.  Von  Seb.  Brunnen.   Würzburg  18H3. 

Nou-Sandec  (Nowi  Sacz.  GaL). 

4f;r).  K.  k.  [Staats-]Gymnasium    (C.  k.  ^imnazyuni  wyzszi). 

—  n)  Lehrerbibl.  l'.Mx;  Werke  in  ;5777  Bdn.;  h)  Schülerbibl. 
(;4u  Werke  in  loco  Bdn.  (pohi.  Abtli.),  'n4  Werke  in  (;r>i  Bdn. 
(deutsche  Abth.)  —  Director:  Manuel  Kiszakiewicz;  Custos 
für  (i)  Prof.  Ign.icy  Dub^'bowski;  für  h)  Prof.  Ludwio-  Ma- 
lecki  (für  die  poln.  Abth.),  Prof.  Stanislaw  Zaremba  (für  die 
deutsche  Abth.)  -  Errichtet  1H18  als  sechsclassiges  Gymn., 
ls;5!)  den  Jesuiten  überoeben,  seit  Ihü»  weltlich,  seit  isijß 
achtclassi.o'. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  geai'beitet,  da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

4(i<j.  Residenz  des  Ordens  der  Gesellschaft  Jesu  ist  erst 
vor  einigen  Jahren  ins  Leben  gerufen  worden  und  hat 
erst  begonnen  eine  Bibl.  anzukaufen.  Besonders  philosophische 
Werke.    —  Bibliothekar:  P.  Romuald  Czezowski,  Prof. 

Neustadtl  (Nove  Mesto,  Mähr.). 

4(57.  [Landes-Ober-]Realschule  (Zemskävyssirealnäskola.)  — 
a)  Lehrerbibl.  714  Werke  in  91)4  Bdn.,  .S58  Programme; 
h)  Schülerbibl.  381  Werke  in  470  Bdn.  —  Dotation  für  a) 
400  Gulden;  für  h)  1-20  Gulden.  —  Director:  Leander  Gech; 
Custos  für  a)  Prof^  Antonin  Jelinek;  für  b)  Leander  Cech; 
für  die  Programmsammlung:  Prof.  Frantisek  Prochäzka.  — 
Gegr.  1894. 

Jelinek  Antonin.  Katalog  ucilelske  knihovny.  In:  Tfeti  und  ctvrtä 
roiini  zpräva  zemske  vyiSgi  reälne  Skoly  v  Novem  M6stö.  V  Novem  Mcste, 
l«'.n  und   1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
lieantwortet  wurde. 

Neustift  (Tirol). 

468.  Chorherrenstift  der  Augustiner.  —  Ca.  19.000  Bde. 
Handschriftlich  einige  alte  Choralbücher,  Incunabeln  nur  mehr 
wenige,  da  bei  der  Aufhebung  des  Stiftes  im  Jahre  1809 
durch  die  kgl.  bayr.    Regierung    die  Bibl.    geplündert  wurde. 

—  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Vorstand:  der  jeweilige 
Prälat;  Bibliothekar:  P.  Leander  Felder,  Pfarrer  in  Neustift.  — 
Alphabet.  Bandkatalog.  —  Keine  bestimmten  Vorschriften  in 
Bezug  auf  Benützung.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen. 

10* 


148  Neutitschein.  [469 

—  Gegr.  1142.  —  Hauptsächlich  Theologie,  Philosophie,  Ge- 
schichte, Profan-  und  Kirchengeschichte,  Philologie,  Rechts- 
wissenschaft etc. 

Karitas  libror.  in  Bibliotlicea  Novacollens.  Canonicor.  Regulär.  S. 
Augustini  delitescent.  luci  public,  exposita.  Brix.  1778.  —  Gras,  F.  Vor- 
zeiclmiss  typographischer  Denkmäler  aus  dem  XV.  Jahrh.,  welche  sich  in 
der  Bibliothek  des  reguliiten  Chorherrenstiftes  d.  heil.  Augustin  zu  Neu- 
stift in  Tyrol  befinden.  Brixen  1789.  —  Gras,  F.  Verzeichniss  einiger 
Büchermerkwürdigkeiten  aus  dem  XVI.  u.  XVII.  Jahrh.,  welche  sich  in 
der  Bibliothek  des  regulirt.  Chorherrenstiftes  des  h.  Augustin  u.  s.  w. 
befinden.  Brixen  17!>0.  —  Gras,  F.  Nachtrag  zu  den  typographischen 
Denkmälern  aus  dem  XV.  Jahrh.  u  Büchermerkwürdigkeiten  aus  dem 
XVI.  u.  XVII.  Jahrhdt.  Brixen  1701.  —  Steurer,  Isidor.  Das  Chorherren- 
stift Neustift  O.  S.  A.  (Tirol).  In:  Ein  Chorherrenbuch.  Von  Seb.  Brunner. 
Würzburg  1883. 

Neutitscheiii  (Mähren). 

469.  [Landes-]Realschule.  —  Lehrer-  und  Schülerbibl.  mit 
ca.  2Ö00  Bdn.  und  3(;20  Programmen.  —  Dotation  bei  20(i 
Gulden.  —  Director:  Theodor  Pulitzer;  Gustos  für  die  Lehrer- 
bibl.:  Realschullehrer  Eduard  Hrkal;  der  Schülerbibl.:  Prof. 
Franz  Tvaruzek;  der  Programmsammlung  Prof.  Franz  Schütz. 
—  1  Inventar,  1  Fach-,  l  Zettelkatalog.  -  Benutzbar  für 
Lehrer,  beziehungsweise  Schüler  der  Anstalt.  Entlehnung  auf 
amtliches  Ansuchen  auch  an  andere  Schulanstalten.  —Gegr.  1874; 
grössere  Schenkung  vom  verstorb.  Director  Johann  Tuschina. 

470.  Städtische  Volksbücherei,  Kirchenplatz  1.  —  ;}l.  Dec. 
1898:  2211  Bde.  —  Jahresdotation  2i)0  Gulden.  —  Leiter: 
Joliann  Klement:  Bibliothekare:  Heinrich  Rossipal,  Gustav 
Ilaulena,  Johann  Harbich.  —  Handschriftlicher  Haupt-  (In- 
ventar-)Katalog;  Materienkatalog  für  die  Xeser.  —  Ge()ffnet 
Dienstag  und  Donnerstag  von  (J— 8  Uhr  abends.  —  Ent- 
lehnungen an  jede  nach  Neutitschein  gehörige  erwachsene 
Person  unentgeltlich  gegen  Zusicherung  der  Schonung  der 
entlehnten  Bücher.  Entlehnungsfrist  4  Wochen.  —  Keine  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  am  2(j.  Sept.  lHi)7  mit  lioo  Büchern, 
welche  eine  Spende  des  Nationalvereines  deutscher  Bürger 
und  Bauern  in  Neutitschein  bildeten.  Bestand  am  31.  Dec. 
I8i»7:  1.502  Bde.  Unterstützt  wird  die  Volksbücherei  theils 
durch  die  Stadtrepräs(;ntanz,  welche  die  Bibliothekszimmer 
zur  Verfügung  stellt,  Beheizung,  Beleuchtung,  Bedienung  und 
p]inrichtung  l)esorgt,  theils  durch  die  städtische  Sparcasse 
und  wohlhabende  Bürger.  —  Meistens  Romane  (llfiM  Bde.), 
Zeitschriften  (20s),  Geschichte  (lOf)  Bde.)  u.  s.  w. 

Nikolsburg  (Mähren). 

171.  Collegialcapitel     Ijesitzt     nel)en     dem     Archive     eine 
ziemliche    Anzahl    alter    Bücher,    u.    a.    zwei     Ilandsclirirtcii, 


473]  Nikolsburfr.  149 

wolclic  aus  Viirlassonschafton  von  Pröpston  inul  Canonicis 
lieiTÜliren  dürften.  -  -  Ein  alter  Katalo«,'  vom  J.  \h:>i  weist 
hei  1  l(»0  Ninnniern  aus;  ob  aber  darin  auch  die  in  einem 
Zimmer  der  Propstei  unterf^ebrachten  Werke,  die  aus  der 
Verlassenscliat't  eines  Propstes  herstammen,  verzeichnet  sind, 
ist  unbekannt.  —  Jahresdotation,  resp.  Fonds  nicht  vorhanden. 

47-.  Fürstlich  Dietrichstein'sche  Fideicommissbibliothek,  in 
einem  besonderen  Tracte  des  Schlosses,  zwei  Säle  uml'assend.  - 
;i:)r>0  Werke  mit  Oo.ßOi»  lUln.,  darunter  r.HO  Incunabeln  und 
•Küt  Manuscripte.  Die  besonders  aufi^estellte  Weintritt'sche 
Bibl.  mit  -iSHO  Druckwerken.  —  Dotation  je  nach  Bedarf.  — 
Kein  besonderes  Bibliothekspersonale;  mit  der  Leitun«;-  ist 
der  jeweili^^e  Schlosshauptmann  und  Archivar  betraut,  derzeit 
Re<^.-R.  Gustav  Schimmer.  —  Alphabet.  Bandkatalo«^e  für 
die  beiden  Abtheilunaen  der  Druckwerke  und  Manuscripte. 
—  Keine  besonderen  Bibliotheksstunden.  —  Besichtigung  je- 
weilig nach  Anmeldung  beim  Schlosshauptmann.  Zur  Be- 
nützung ist  die  vorher  einzuholende  Bewilligung  des  Besitzers 
erforderlich  und  diese  durch  die  fürstliche  Centralkanzlei  in 
Wien,  I.  Minoritenplatz  4,  anzusuchen.  —  Entlehnungen  und 
Versendungen  unstatthaft.  —  Die  alte  vom  Cardinal  Franz 
V.  Dietrichstein  zu  Anfang  des  17.  Jhdts.  gegründete  Bibl. 
wurde  von  den  Schweden  1645  nach  der  Besetzung  von  Nikols- 
burg  geraubt  und  in  4  8  Fässern  nach  Schweden  geschleppt. 
Den  Hauptstock  der  jetzigen  Bibl.  bildet  die  Sammlung  des 
Freih.  Hoff  mann  von  Grünbüchel  und  Strachau,  welche  dieser 
l(;71i  dem  F'ürsten  Ferdinand  v.  Dietrichstein  für  dessen  Be- 
mühung als  Vorjnund  zweier  Baroninnen  von  Grünbüchel 
zum  Geschenke  machte.  Dieselbe  wurde  dann  durch  mehr- 
fache Ankäufe,  namentlich  vom  P'ürsten  Walter  Xaver  Die- 
trichstein (erste  Hälfte  des  18.  Jhdts.)  vermehrt. — Vertreten 
Classiker,  Biblia  (150  gedruckte  Werke,  20  Manuscripte),  Ge- 
schichte, Medicin,  Musik  und  Theologie. 

Dudik,  Beda.  Iter  Romanum.  Wien  18.'i.^),  2  Bde.  —  Dudik,  Beda.  For- 
scliuiitren  in  Schweden  für  Mährens  Geschichte.  Brunn  1852.  —  Dudik, 
Heda.  Handschriften  der  fürsü.  Dietrieiistein'sclien  l!il»l.  zu  Nikolsburg  in 
Mähren.  In:  Archiv  für  österreicliisciie  Geschichte,  Bd.  XXXIX.  Wien  1868, 
S.  417. 

47:5.  [K.  k.  Staats-jGymnasium.  —  «;  Lehrerbibl.  O'i  15  Werke 
in  5700  Bdn.,  13.-2;H  Programme;  h)  Schülerbibl.  Td.)  Werke 
in  1)86  Stücken.  —  Jahresdotation  170  Gulden.  —  Director: 
Schulrath  Johann  Krassnig;  Bibliothekar  für  a)  Prof.  Dr. 
Joseph  Mayr;  für  l>)  Prof.  Conrad  Mayr.  —  Ein  Bandkatalog 
(Stamminventar  in  der  Reihenfolge  der  Erwerbungen):  ein 
Zettelkatalog    nach    Materien;     ein    gedruckter    Katalog   nach 


150  Ober-Hermsdorf.  [■^'''^ 

Materien  begonnen  und  von  Nr.  1—502  im  Programme  der 
Anstalt  pro  18l>8  veröffentlicht.  —  Benutzbar  a)  je  nach  Er- 
forderniss  und  Umständen;  ein  Lesezimmer  existirt  nicht.  — 
Ebenso  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Aus  der  Nikols- 
burger  Piaristenklosterbibl.  bei  der  Verstaatlichung  des  Gymn. 
ISIS  ausgeschieden;  die  Klosterbibl.  stammt  hauptsächlich  aus 
dem  Vermächtnisse  des  Ordensmitgliedes  Ilofr.  Hallaschka 
(gest.  1847).  Seither  wird  die  Bibl.  nach  Erforderniss  des 
Gymn.-Unterrichtes  ohne  Bevorzugung  einer  besonderen  Ma- 
terie erweitert. 

Mayr,    Joseph.     Systematischer    Katalog    der  Lehrerbibl.  I.  Theil.     In: 
XXV.  Programm  des  Staatsgymn.  in  Nikolsburg.  Nikolsburg  18i)y. 

Ober-Hermsdorf  (Schlesien). 

474.  Schlesische    landwirthschaftliche    Landes-Mittelschule. 

—  2021  Bde.  —  Jahresdotation  ."00  Gulden.  —  Director:  Dr. 
Adam  Kulisz.  —  Bandkatalog.  —  Bücherentlehnung  zweimal 
wöchentlich  an  die  Mitglieder  des  Lehrkörpers.  —  Versen- 
dungen nur  ausnahmsweise  in  die  nähere  Umgebung.  —  Gegr. 
18<J'J  zugleich  mit  der  Anstalt  und  durch  private,  sowie  öffent- 
liche Geschenke  vermehrt.  —  Vorzugsweise  Landwirthschafts- 
lehre  und  Naturwissenschaften. 

Oberhollabrunn  (Nieder-Oesterr.). 

475.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  2404 
Werke  in  4207  Bdn.,  2G  Heften,  12.0!»4  Programme;  /^j  Schüler- 
bibl.  1171  Werke  in  1«51  Bdn.  —  Jahresdotation  500  Gulden. 

—  Director:  Schulrath  Christian  Jänicke;  Gustos  für  a)  Prof. 
Alois  Rameder;  für  h)  Prof.  Alois  Ebner.  —  Ein  Zettel-  und 
ein  Hauptkatalog  nach  Materien.  —  a)  für  Prof.  an  jedem 
Unterrichtstage,  h)  täglich  um  11  Uhr  für  Schüler  zugäng- 
lich; ebenso  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Als  Landes- 
unterrealschule 18G5  errichtet,  nach  1HG5  in  ein  Realgymn. 
verwandelt.  1870  verstaatlicht  und  als  Obergymn.  eingerichtet. 
1877  wieder  Realgymn.,  1881  Realobergymn.,  seit  ih.s;5  nor- 
males Gymn.  —  Vertreten  alle  Fächer  des  Gymn.,  in  hj  die 
für  Schüler  geeigneten  Werke. 

Kcsseldorfer,  Ferdinand.  Katalog  der  Lehrerbibl.  In:  XXVIII.  Pro- 
granmi  des  k.  k.  Staatsgymn.  und  der  gewerblichen  Fortbildungsschule  in 
Oberhollabrunn.  OberhoÜabrunn  1898. 

Olniütz  (r)l()mouc,  Mäiiren). 

47G.  Militärwissenschaftlicherund  Casinoverein,  Franz  Josephö- 

strasse,  Infanterieschulkaserne,  1.  Stock.    -    ;5G78  Bde.,  03  Plan- 


479]  Ol  mutz.  151 

Schuber,  'M  Atlanten,  llH'.t  Karten,  10  Tafeln,  zusammen  \ui\ 
Werke.  —  JahresdDtation  .ifio  — 4()t>  (Julden.  —  Präsident: 
Oberst  Arthur  Polletin;  Präsident  des  wissenschaftliciien  Co- 
mites:  Oberstlieut.  des  Generalstal)seurses  Emanuel  Ptittor  Pelz 
V.  Felinau,  Generalstabschef  der  5,  Infanterietrui)i)endivisi(m; 
Secretär  (vacat) ;  1  Diener.  —  Zwei  handschriftliche  Pücher- 
kataloi^e  und  zwei  Autoren  Verzeichnisse.  —  Benutzbar  mit 
Ausnaiime  der  Sonn-  und  Feiertai^e  tätlich  von  10  —  12  und 
:] — 5  Uhr.  —  Entlehnun<^en  auf  4  Wochen.  —  Versendungen 
mit  besonderer  Erlaubniss  des  wissenschaftlichen  Comites.  — 
1874  wurde  der  militärwissenschaftliche  Verein  und  zugleich 
die  Bibl.  im  Auftrage  des  k.  u.  k.  Reichskriegsministeriums, 
1883  der  Casinoverein  gegr.  —  Alle  Wissenschaften,  vorzugs- 
weise Militaria  und  Belletristik. 

477.  [K.  k.  deutsches  Staats-jGymnasium.  —  n)  Lehrerbibl. 
1711t  Werke  in  1(m;!i  Bdn.,  1247  Heften,  17.051»  Programme; 
h)  Schülerbibl.  USCl  Werke  in  3404  Bdn.,  513  Heften.  —  Do- 
tation für  die  Lehrmittelsammlung  (18Ü7/D8)  435  Gulden.  — 
Director:  Emil  Seyss;  Bibliothekar  für  a)  Prof.  Anton  Frenzel; 
für  h)  Prof.  Jacob  Ueberegger.  —  Errichtet  als  Jesuitengymn. 
lötlG. 

Nach  dem  letzten  Jalirosberiehte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

478.  [K.  k.  böhmisches  Staats-jGymnasium  (C.  kr.  cesky 
gymnasium).  —  a)  Lehrerbibl.  1588  Werke  in  2616  Bdn.  und 
(;42  Heften;  h)  Schülerbibl.  3546  Werke  in  4232  Bdn.  und  81 
Heften.  —  Jahresdotatirm  318-25  Gulden.  Director:  Ma- 
ximilian Vrzal;  Bibliothekar  für  a)  Prof.  Vaclav  Steffi;  für 
h)  Prof.  Jan  Cermäk.  —  Als  Untergymn.  1867  eröffnet;  seit 
1869  Obergymn. 

Steffi,  Vaclav.  Katalog  knihovny  ucitelske.  In:  XXIX.  program  c.  kr. 
Ceskoho  gj'mnasia  v  Olomouci.  V  Olomouci  l.S',)8. 

Nach  dem  letzten  Jahresbericlitc  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

479.  Handels-  und  Gewerbekammer.  —  Ca.  5000  Bde.  — 
Jahresdotation  700  Gulden.  —  Präsident:  Carl  Brandhuber; 
Secretär:  Max  Honig.  —  Die  Bibl.  wird  von  dem  mit  der 
Führung  der  Geschäfte  dos  Marken-  und  Musterregistrirungs- 
amtes  betrauten  Official  Ptcinhold  Teuschel  geleitet.  —  Ein 
handschriftlicher  Schlagwortkatalog.  —  Benutzbar  täglich 
während  der  Bureaustunden  von  9—12  und  3 — 6  Uhr.  - 
Ebenso  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich 
mit  der  Kammer  i.J.  IS :.l.  —  Gesetzgebung,  Nationalökonomie, 
Export,  Import,  Geographie  u.  a. 


152  Olmütz.  [480 

480.  Historisches  Museum  besitzt  eine  kleine  Sammlung 
von  Büchern  localgeschichtliehen  Inhaltes,  sowie  Olmützer 
Druckwerke,  alle  Rechtsbücher  etc.  —  Gegr.  1876  von  der 
Stadt  Olmütz. 

Peyscha,  F.  Das  historische  Museum  der  Stadt  Olmütz.  In:  Notizenbl. 
der  hist.-stat.  Section  1880,  S.  53. 

481.  [K.  k.  Staats-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl.  1283  Werke 
in  4967  Bdn.  und  54u  Heften,  Gr)-25  Programme;  hj  Schüler- 
bibl.  1268  Werke  in  2882  Bdn.  und  335  Heften.  —  Director: 
Clemens  Barchanek;  Verwalter  von  n)  Prof.  Eduard  Plöck; 
von  h)  Prof.  Franz  Möller.  —  Gegr.  1855. 

Plöekinger,  Eduard.  Katalog  der  Lehrerbibl.  In:  Programm  der  k.  k. 
Staatsoberrealschule  in  Olmütz.  Olmütz  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

482.  K.  k.  Studienbibliotliek,  untergebracht  in  der  Kirche 
des  ehemaligen  Clarissinnenklosters,  Franz  Josephsplatz  7. 
—  Ende  des  Schuljahres  1897/98:  57.576  Druckwerke  in 
72.696  Bdn.  und  10.366  Stücken.  Handschriften  911  Bde.;  In- 
cunabeln  1700.  —  Jahresdotation  1200  Gulden.  —  Vorstand: 
Willibald  Müller,  k.  k.  Gustos;  Beamte:  Johann  Sfastny,  k.  k. 
Scriptor,  derzeit  vertreten  durch  Dr.  Jaromir  Jedlicka,  Prak- 
tikant der  k.  k.  IJniversitätsbibl.  in  Prag;  1  Diener.  —  Hand- 
schriftliche Kataloge:  a)  ein  aiphabet.  Zettelkatalog  in  Holz- 
schachteln  als  bibliotheque  tournante  eingerichtet  (System 
des  gegenwärtigen  Vorstandes);  h)  ein  aiphabet.  Bandkatalog 
mit  Supplementbd.,  bis  1892;  cj  ein  systematischer  Band- 
katalog mit  Supplementbd.  bis  1892;  d)  ein  Sachkatalog  in 
Zettelform,  seit  1892;  e)  ein  Standortsrepertorium;  /^  Inventar 
nach  dem  Numerus  currens;  g)  ein  Katalog  der  auf  Mähren 
und  Schlesien  Bezug  habenden  Literatur;  hJ  ein  Katalog  der 
slavischen  Bücher;  l)  ein  Catalogus  classicorum  latinorum  et 
graecorum;  kj  ein  Druckerkatalog  bis  1S92;  l)  ein  Katalog  der 
Handschriften  in  b<)limischer  Si)rache,  fertiggestellt  von  dem 
der  k.  k.  Studienbibl.  seinerzeit  zugetlieilt  gewesenen  Scriptor 
der  Prager  Univ.-Bibl.  Dr.  Wenzel  Tille;  m)  ein  Incunabel- 
katalog,  verfasst  und  für  1899  zum  Drucke  bestimmt  von 
dem  der  k.  k.  Studienbibl.  ebenfalls  seinerzeit  zugetlieilt 
gewesenen  Amanuensis  der  Prager  Universitätsbibliothek 
Dr.  Anton  Schubert.  —  Der  Lesesaal  ist  geöffnet:  im 
Wintersemester  Dienstag.  Donnerstag,  Freitag  von«— 12  Uhr 
vormittags,  Mittwoch  und  Samstag  von  9—12  und  2—4  Uhr 
nachmittags.  Im  Sommermester :  Dienstag,  Donnerstag,  Freitag 
von  10  -12  vormittags  und  4 — 6  Uhr  nachmittags,  Mittwoch 
von  10-  12  vormittags   und  3—6    Uhr   nachmittags,    Samstag 


483]  Ossegg.  läM 

f) — 1-2  Uhr  vormittags,  3-6  Uhr  nachmittags.  —  Entlehnung 
an  U'gitiniirto  rersonen.  —  Versendungen  von  IJiiehern  und 
Handschriften  auf  Grund  der  für  öffentliche  15il)l.  bestehen- 
den gesetzlichen  Bestimmungen,  an  Privatpersonen  nur  mit 
Bewilligung  des  k.  k.  Min.  f.  C.  u.  U.  —  (iründungsjaiir  Hin. 
Ueberführung  nach  Brunn  1778;  Rückkehr  nach  Olmütz 
ITso.  Grössere  Schenkungen:  Freiherr  Iloffmann  v.  Grün- 
bühel, Baron  Schubirz,  Kaiser  Franz  und  Kaiser  Ferdinand  I. 
Als  Universitätsbibl.  theilte  sie  die  Schicksale  der  ehem. 
Olmützer  Universität.  —  Seit  Aufhebung  letzterer  im  J.  1851 
erfährt  keine  einzelne  Wissenschaft  besondere  Pflege.  Der 
Bücherzuwachs  besteht  aus  den  mährischen  Pflichtexemplaren ; 
ausserdem  werden  beim  Ankaufe  neuer  Bücher  die  Wünsche 
der  theologischen  Facultät  und  der  Directionen  der  Mittel- 
schulen in  Olmütz  berücksichtigt. 

Richter,  F.  Geschichte  der  Olmützer  Universität.  Olmütz  1841.  — 
Elvort,  Cliristian  d'.  Historische  Literaturgeschichte  von  Mähren  und  Schle- 
sien. Brunn  1850.  —  Wattenbach,  W.  Handschriften  der  k.  k.  Universitäts- 
bibl. Olmütz  im  Archiv  für  ältere  Geschichte  X.  1851,  S.  »ul.  —  Gold- 
mann, Arthur.  Ueber  die  Handschriften  der  Olmützer  Studienbibl.  In: 
Ccntralbl.  f.  Bibliothekswesen,  Jahrg.  V,  1888,  Heft  2.  —  Wrobel,  Johann. 
Ueber  eine  neue  Hesiodhandschrift  in  den  Sitzungsberichten  der  Akademie 
der  Wissensch.  Phil.  bist.  Classe  XCIV,  1879,  S.  G15.  —  Saliger,  W.  Ueber 
Melanchthons  Loci  Communes-Handschrift  in  der  Zeitschrift  f.  österr. 
Gymn.  Jahrg.  1880,  S.  241.  —  Tille,  Wenzel.  Seznam  üeskych  rukopisü 
c  k.  studijni  kniliovny  v  Oloniouci  (Vestnik  Ceske  Akademie  cisafe  Fran- 
tiska  Josefa.  Roenik  IV,  ö  819).  —  Beer,  Rudolph.  Mittheilungen  über  die 
kaiserl.  königl.  Studienbibl.  zu  Olmütz  (Centralbl.  f.  Bibliothekswesen  VII, 
1890,  S.  474. 

Ossegg  (Böhmen). 

4,s:5.  Cistercienserstift.  —  50.000  Bde.,  lo7  Handschriften, 
3ö7  Incunabeln.  —  Dotation  1500  Gulden.  —  Bibliothekar: 
P,  Ambros  Tölg.  —  Handschriftl.  aiphabet.  Bandkataloge  aus 
den  J.  1727,  1787,  1842.  letzterer  in  3  Foliobdn.,  sowie  ein 
Zettelkatalog  aus  dem  J.  lHi)5.  —  Benutzbar  für  Fremde  nur 
mit  Bewilligung  des  Abtes.  —  Ebenso  Entlelmungen  und  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  1691.  jedoch  erst  1725  in  einem  eigens 
zu  diesem  Zwecke  aufgeführten  Gebäude  untergebracht.  1875 
durch  Adaptirung  einiger  anstossender  Locale  bedeutend  ver- 
grössert.  —  Alle  Zweige  der  Wissenschaften,  am  stärksten 
Theologie  und  Geschichte. 

Scheinpflug,  Bernhard.  Die  Urkunden  im  Klosterarchiv  zu  Ossegg.  In: 
MiUh.  d.  Ver.  f.  Gesch.  d.  Deutsclien  in  Bölimen.  VII.  18(19,  VIII.  187(t.  —  Siegl, 
P.  Meinrad.  Cistercienserstift  Ossegg.  In:  Ein  Cistercienserbuch  von  Seb. 
Brunner.  Würzburg  1881.  —  Grunert,  Jos.  R.  Ossegg.  Dux  188G.  —  Wohl- 
mann, P.  Bernhard.  Verzeichniss  der  Handschriften  in  der  Bibl.  des 
Stiftes  Ossegg.  In:  Xenia  Bernardina.  II.  2.  —  Xcnia  Bernardina.  III. 


154  Pardiibitz.  [-484 

Pardubitz  (Pardubic,  Böhmen). 

i84.  [K.  k,  Ober-]Realschule  (C.  k.  vyssi  skola  reälna).  - 
a)  Lehrerbibl.  -i'Jlu  Werke  in  5890  Bdn.,  451.')  Programme; 
l)  Schülerbibl.  2717  Werke  in  2942 Bdn.  —  Director:  Leopold 
Storch;  Gustos  für  a)  Prof.  Vaclav  Sole;  für  b)  Prof.  Josef 
Mikuh'k.  —  Gegr.  1854. 

Seznam  spisu  v  knihovne  uOitelske.  In:  Vyrocni  zpräva  c.  k.  vysSi 
Skoly  reälne.  V  Pardubicich  1808. 

Nach  dem  letzten  Jahresbei-ichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Paiisraiii  (Mähren.) 

485.  Pfarrbeilassbibliothek.  —  9,so  Werke  in  1500  Bdn.  — 
Jahresdotation  nur  die  Zinsen  des  Stiftungscapitales  von 
200  Gulden.  —  Bibliothekar  der  jeweilige  Pfarrer,  derzeit 
P.  Carl  Grohmann,  Consistorialrath.  —  Ein  handschriftl.  vom 
jetzigen  Pfarrer  bei  Antritt  seines  Amtes  i.  J.  1865  neu 
abgefasster  Katalog.  Zwei  ältere  lückenhaft.  —  Nur  zum 
Privatgebrauche.  —  Entlehnungen  gegen  Revers  besonders 
an  Geistliche  der  Nachbarschaft.  —  Ebenso  Versendungen.  — 
Gegr.  mit  einem  Stiftungscapitale  von  150  Gulden  W.  W.  von 
dem  in  Altstadt  bei  Goldenstein  geborenen,  von  1763 — 1798  in 
Pausram  wirkenden,  am  13.  Mai  1798  verstorbenen  Pfarrer 
Karl  Tinz  (§  12  der  testamentarischen  Bestimmungen  vom 
12.  Mai  1798),  —  Vorzüglich  vorhanden  und  gepflegt  theolo- 
gische Wissenschaften.  Die  französischen  Werke  wurden  1805 
vor  der  Schlacht  bei  Austerlitz  von  den  französischen  Officieren 
gelegentlich  eines  Rasttages  aus  der  Bibl.  geraubt. 

Elvert,  Christian  d'.  Ueber  die  Bibl.  u.  s.  w.  in  Mähren  und  Oesterr.- 
öchlesien.  In:  Schriften  d.  hist.-stat.  Sect.  d.  k.  k.  niähr.-schles.  Gesellschaft. 

Pernstein  (Mähren). 

486.  Privatbibliothek.  Wladimir  Graf  Mittrowsky.  —  5666 
Nummern  in  12.996  Bdn.  —  Bibliothekar  der  jeweilige  Guts- 
leiter, derzeit  Y.  Mic-ek.  —  Alphabet.  Katalog.  —  Nur  zu 
eigenem  Gebrauche.  —  Entstanden  aus  den  auf  einzelnen 
Herrschaften  vorgefundenen  Büchern.  —  In  Verbindung 
stehen  noch:  1.  Eine  beträchtliche  Mineraliensammlung  der 
auf  den  Herrschaften  Rozinka  und  Pernstein  vorgefundenen 
Mineralien.  2.  Eine  Sammlung  der  auf  beiden  Herrschaften 
erlegten  Säugethiere,  Vögel  u.  s.  w.,  sowie  3.  ein  von  weiland 
Franz  Graf  Mittrowsky  zusammengestelltes  Herbarium. 

Pettau  (Steiermark). 

487.  [Lande$-Unter-]Gymnasium.  — a)  Lehrerbibl.  1564  Bde., 
2491  Hefte;  hj  Schülerbibl.  320  Bde.  —  Director  und  Biblio- 


491]  Philippsdorf.  155 

thekar  für  <i)  Johann  Tschanet;  für  /*)  Gymn. -Lehrer  Dr. 
Ae^yd  Raiz.  —  Ilandschriftl.  Kataloj,^  nach  Wissenschaften. 
—  Zu<i;änt^lich  »t)  nur  für  Mitj^dieder  des  Lehrkörpers.  — 
Ebenso  Entlehnuni^en.  —  Keine  Versendungen.  -  Gegr.  mit  der 
Anstalt  ls(;;t.  —  Alle  an  der  Anstalt  vertretenen  Wissen- 
schaften. 

Philippsdoi'f  (Filippsdorf,  Böhmen). 

4s,s.  Redemptoristencollegium  hat  nur  eine  sehr  bescheidene, 
zum  grossen  Theile  aus  Geschenken  hervorgegangene  Iland- 
bibl.  —  Superior:  P.  Anton  Wiethe.  —  Alphabet,  und  Zettel- 
katalog. —  Nur  zu  eigenem  Gebrauche.  —  Keine  Entlehnungen 
und  Versendungen.  —  Theologie,  insbesondere  Homiletik. 

Pilgrani  (Pelhi-imov,  Böhmen). 

48;».  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  vys.si  gymnasium).  — 
(i)  Lehrerbibl.  3125  Werke  in  458-2  Bdn.,  3*550  Programme; 
h)  Schülerbibl.  1372  Werke  in  1434  Bdn.  —  Dotation  für  die 
Lehrmittelsammlung  pro  lsy7/98  527-54  Gulden.  —  Director: 
Vaclav  Petrü;  Gustos  für  a)  Prof.  Jan  Soukup;  für  h)  Prof. 
Bohumii'  Paulik.  —  Gegr.  1871  als  Communalrealgymn.  durch 
Umwandlung  der  unselbständigen  Unterrealschule.  Seit  1885 
Obergymnasium,   1893  verstaatlicht. 

Nach    dem  letzten  Jahresberichte    gearbeitet,    da   der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Pilsen  (Plzen,  Böhmen). 

4!»o.  Militärwissenschaftlicher  und  Casinoverein,  Smetana- 
promenade  3,  Hotel  Waldek.  —  l.'r22  Bde.  und  15  Zeitschriften. 
-  Jahresdotation  ca.  40o  Gulden.  —  Vorstand:  Generalmajor 
Rudolph  Edler  von  Chavanne;  Ausschuss  bestehend  aus 
II  Officieren  der  Garnison;  in  der  Bibl.  1  Unterofficier  und 
1  Ordonnanz.  —  Handschriftlich  ein  aiphabet.  Katalog.  — 
Benutzbar  für  die  Mitglieder  Dienstag  und  Freitag  von  r.  —  8  Uhr 
abends.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen.  — 
Sämmtliche  Wissenschaften,  hauptsächlich  jedoch  militär- 
wissenschaftliche Werke,  Taktik  und  Strategie. 

401.  Franciscanerkloster.  —  Ueber  3()00  Bde.  —  Jahres- 
dütation  je  nach  liedarf.  —  Bibliothekar:  P.  Augustinus 
Stodolka.  —  Handschriftl.  Katalog  nach  Wissenschaften  ge- 
ordnet. —  Benutzbar  bloss  für  Mitglieder  des  Ordens.  — 
Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Gegr.  12(52.  — 
Vertreten  alle  Wissenschaften,  besonders  gepflegt  Theologie 
und  Philosophie, 


156  Pilsen.  |492 

492.  [K.  k.  böhmische  Staats-]Gewerbeschule.  —   1319  Bde. 

—  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Director:  Vincenz 
Simerka  —  Bandkataloge.  —  Nur  für  den  Lehrkörper,  be- 
ziehungsweise für  Schüler  benutzbar.  —  Ebenso  Entlehnungen. 

—  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt 
1885.  —  Besonders  technische  Wissenschaften. 

493.  [K.  k.  deutsches  Staats-]Gymnasium  der  Praemon- 
stratenser  vonTepl.  —  a)  Lehrerbibl.  3457  Werke  in  8252  Bdn., 
216  Heften,  7548  Programme;  h)  Schülerbibl.  2594  Werke  in 
4400  Bdn.,  180  Heften.  —  Director:  P.  Oswald Mannl;  Gustos 
für  a)  Prof.  Wenzel  Nowak;  für  h)  P.  Gilbert  Helmer.  — 
Gegr.  1776  von  der  Gemeinde;  1786  verstaatlicht;  1804  dem 
Stift  Tepl  übergeben;  seit  1850  Obergymn. 

Nowak,  Wenzel.  Katalog  der  Lehrerbibl.  I.  Classe.  In:  XXXXIV.  Jalires- 
ber.  des  k.  k.  deutschen  Staatsgymn.  Pilsen   1897. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

494.  [K.  k.  böhmisches  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  cesky 
stätni  vy.s.si  gymnasium).  Husgasse.  —  a)  Lehrerbibl.  2213 
Werke  in  3714  Bdn.,  3831  Programme;  h)  Schülerbibl.  1615 
Bde.  —  Dotation  120  Gulden.  -  Director:  Franz  Safranek; 
Bibliothekar  für  a)  Prof.  Jan  Maly.;  für  h)  Prov.  Lehrer  Dr. 
Jaroslav  Stastny.  —  Je  ein  aiphabet.  Zettel-  und  Bandkatalog. 

—  Benutzbar  Mittwoch  und  Samstag  von  2 — 4  Uhr,  Sonntag 
von  9—11  Uhr.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Versendungen 
nur  an  Directionen  gleichartiger  Anstalten.  —  Gegr.  ls<;2  als 
Bibl.  der  Realschule  später  der  combinirten  Staats-Mittel- 
schule, seit  Auflösung  der  Realschiüabtheilung  i.  J.  188,s 
Eigenthum  der  obigen  Anstalt.  —  Geschichte  und  Mathematik 
(ältere  Werke),  vorzugsweise  erstere. 

Maly,  Jan  V.  Katalog  bibliotheky  professorsko.  In:  Vyrocni  zpräva  c. 
k.  üeskeho  stät.  vysöiho  gymnasia  v  Plzni.  V  Plzni  1898. 

495.  Höhere  Städtische  Handelslehranstalt  (Vy.ssi  obchodni 
skola).  ^  Hat  eine  für  den  Lehrkörper  und  eine  für  Schüler 
bestimmte  Bibl.    —    Director:    Kais.  Rath    Anton  Kotera.    — 

Gegr.  ls«6. 

496.  Handels-  und  Gewerbekammer.  Besitzt  eine  theils 
wegen  Unvollständigkeil,  tlioils  wegen  Mangel  an  Räumlich- 
keiten bisher  ausscliliosslich  nur  den  Bedürfnissen  des  Kammer- 
bureaus dienende  Bibl.,  doch  wird  an  ihrer  Completirung 
gearbeitet,  um  sie  binnen  etwa  drei  Jahren  in  hiefür  passen- 
den Localitäten  der  Benützung  weiterer  Kreise  zugänglich  zu 
machen. 


498]  Pilsen.  If)? 

4l»7.    Historisch-archäologisches    Museum    der  Stadt  Pilsen. 

—  3000  lUlc,  inehrcro  Incunabülii,   viele   Urkunden,  Sliolie  etc. 

—  Jahresdütation  300 — 500  Gulden.  —  Präsident:  Dr.  W. 
Petäk;  Secrotär:  Franz  Xaver  Franc.  —  Handschriftlicher 
Zettelkatalog:.  Neuordnunfj:  und  Neukatalo^isirun^^  sofort 
nach  Uebersiedlun^-  in  das  neuerbaute  |Li:eräuini<^e  Museums- 
j,^ebäude  in  Aussicht  genommen.  —  Benutzbar  nur  während 
der  Amtsstunden  von  ü — 12  und  2 — 5  Uhr.  —  Entlehnungen 
älterer  und  werthvoller  Werke,  sowie  Versendungen  mit  be- 
sonderer Genehmigung  des  Curatoriums.  —  Gegr.  1H7h  zur 
Aufbewahrung  und  Erhaltung  der  seit  Jahrhunderten  der 
Stadt  gehörigen  Sammlungen  von  Urkunden,  Büchern  und 
Waffen.  Anvertraut  der  Obsorge  eines  städtischen  Beamten 
und  eines  von  der  Stadtvertretung  gewählten,  h  Mitglieder 
umfassenden,  Curatoriums,  dessen  Präsident  der  jeweilige 
Bürgermeister  ist.  Mehr  als  r)00  meist  auf  Pergament  ge- 
schriebene und  mit  Siegeln  versehene  Originalurkunden,  dar- 
unter 10")  Königsurkunden.  Vier  goldene  Bullen  der  Kaiser 
Sigismund  v.  J.  1134,  Ferdinand  I.  15G2,  Maximilian  II.  1507 
und  Ferdinand  II.  v.  J.  Iü27.  Die  älteste  Urkunde  stammt 
aus  dem  J.  1293  (grosses  Doppelsiegel  Königs  Wenzel  II., 
Begründers  der  Stadt  Pilsen).  Die  nächstälteste  Pilsener  Ur- 
kunde stammt  aus  dem  J.  1307;  dieselbe  ist  mit  dem  ältesten 
ursprünglichen  Wappensiegel  mit  der  Unterschrift  in  Majus- 
keln: SICILLV.  CIWITATIS.  D.  NOWA.  PILSEN  REGI 
BOHIE  versehen.  15  Stück  päpstliche  Bullen,  darunter  zwei 
vom  Papst  Paulus  II.  vom  J.  1466,  deren  eine  die  Bannbulle 
gegen  König  Podiebrad  ist,  während  die  andere  eine  Be- 
reicherung des  Stadtwappens  enthält.  Die  Bulle  Gregors  XII. 
V.  J.  1578  beschliesst  die  weitere  Ausstattung  des  Pilsener 
Stadtwappens.  Eine  Sammlung  von  ca.  400  meist  auf  Perga- 
ment, oft  kunstvoll  geschriebenen  Entlassscheinen  oder  Loos- 
briefen  v.  J.  1510—1701,  ca.  270  Hand.^chriften  auf  Pergament 
oder  Papier,  Stadtbücher,  Privilegien,  Chroniken  der  Stadt  v. 
J.  1362  bis  in  die  neuere  Zeit.  Ein  Theil  der  Huspostille  aus 
der  ersten  Hälfte  des  XV.  Jhdts.  (böhmisch)  und  an- 
dere Andachtsbücher.  Werthvolle  Sammlung  von  Atlanten, 
Kupferstichen,  Verordnungen,  Ankündigungen,  Placaten  vom 
17.  bis  19.  Jahrhundert.  Zahlreiche  Pilsener  und  andere 
erste  Drucke  aus  dem  XV.  und  XVI.  Jahrhundert.  — 
Archäologie,  Geschichte,  Culturgeschichte  und  Naturwissen- 
schaften. 

498.  [K.  k.  deutsche  Staats-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl. 
626  Werke  in  13'.»'.)  Bdn.,  549  Heften,  4051  Programme; 
hl  Schülerbibl.  '.»77  Werke  in  1814  Bdn..  47  Heften.   —  Director  : 


158  Pisek.  [499 

Joseph  Koster;    Custos    für    a)  Prof.  Franz  Neiimann:    für  h) 
Prof.  Carl  Kleissl.  —  Gegr.  187'2. 

Neumann,    Franz     und     Carl    Marek.      Katalog    der    Lehrerbibl.     In: 
XXV.  Jahresber.  der  deutschen  Staatsrealschule  in  Pilsen.  Pilsen  1898. 

Nach    dem    letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

490.  [K.  k.  böhmische  Staats-]Realschule  (C.  k.  ceska  skola 
realnä).  —  Lehrerbibl.  770  Werke,  i;)o-l  Programme;  Schüler- 
bibl.  932  Werke  in  101«  Bdn.  —  Director:  Antonin  Sochor; 
Custos:  Prof.  Frantisek  Vojtisek.  —  Gegr.  1888. 

Vojtisek,  Frant.  Seznam  knih  uCitelsko  knihovny  üstavu.    In :    Vyroüni 
zpräva  e.  k.  ceske  realky  v  Plzni.  V  Plzni  1897. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

500.  Stadtbibliothek  (Obecna  knihovna).  —  5016  Werke  in 
5345  Bdn.  —  Jahresdotation  1200  Gulden.  —  Bibliothekar: 
Prof.  Tuma  Cimrhanzl;  Bibliothekar-Stellvertreterin:  Amalie 
Cimrhanzlovä;  Secretärin:  Berta  Bej.sovcovä;  zur  Bücheraus- 
gabe: Karel  und  Jan  Siman,  Jiii  Kraus,  Jan  Chval;  1  Dienerin. 
—  Ein  Bandkatalog,  ein  Zettel-  und  ein  aiphabet.  Katalog, 
ein  Grundkatalog;  für  das  Publicum  liegt  der  gedruckte 
Katalog  auf,  der  drei  Abtheilungen  enthält:  1.  wissenschaft- 
liche Werke;  2.  cechische  Unterhaltungsliteratur;  3.  deutsche 
Unterhaltungsliteratur.  —  Geöffnet  Sonntag  von  9 — 11  Uhr, 
Dienstag  von  4'  2 — 6,  Mittwoch  von  2  — 3V2,  Freitag  von  4V2 
bis  6  Uhr.  —  Entlehnung  gegen  Legitimation  und  Erlag  einer 
Caution  von  2  Gulden.  Die  Besitzer  einer  magistratischen 
Legitimationskarte  entrichten  keine  weitere  Gebühr,  alle 
übrigen  Personen  1 — 10  Kreuzer  pro  Band,  Vor  dem  Jahre 
18  77  wurden  die  Bücher  vollkommen  kostenfrei  ausgegeben, 
kamen  aber  in  vielen  Fällen  nicht  mehr  zurück.  Entlehnfrist 
zwei  Wochen,  für  Belletristik  vier  Wochen.  —  Schuljugend 
ist  vom  Besuch  der  Bibl.  ausgeschlossen.  —  Versendung  nur 
in  Ausnahmsfällen.  —  Gegr.  1875.  —  Vertreten  sind  alle 
Wissenschaften,  besonders  gepflegt  populäre  Literatur. 

Der  Bibliothekskatalog    erschien    im  Druck  1890;    mit  Nachträgen  er- 
gänzt 1898 

Pisek  (Böhmen). 

501.  [K,  k.  Staats-jGymnasium  (C.  k.  gymnasium).  — 
a)  Lehrerbibl.  2425  Werke  in  5545  Bdn.  und  275  Heften, 
7l<)7  Programme;  hj  Schülerbibl.  2204  Werke  in  ;!177l5dn. — 
Director:  Josef  Zahradnik;  Custos  für  a)  Prof.  P>antisek 
Vävra;  für  h)  Prof.  Josef  Sindelar.  —  Gegr.  177s,  bis  1793 
mit  geistlichen,  seither  mit  weltlichen  Lehrern  besetzt. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der   Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 


606J  ri.sino.  159 

502.  [K.  k.  Staats-]Realschule  (C  k.  vyssi  roalkii).  — 
n)  Lohrerl)il)l.  lill  Workc  in  1  loi",  JUlii.  und  1<)h2  Heften, 
■1\2  Pro^u-animc ;  l>l  Schülorbil)!.  1721  Werke  in  20K7  Bdn. 
und  i:Vl  Heften.  —  Director:  Hynek  Soldat ;  lJil)li()t,liekar  für 
(II  Prof.  Jan  Matzner;  für  h)  Prof.  Frantisek  Jarolini.  — 
<}e<j:r.  IsGd  mit  der  Anstalt,  die  als  Conimunal-(  )1)er-Ilealscliule 
errichtet,  isso  vom  Staate  übernommen  wurde. 

Matzner,  Jan.  Seznani  knih  ueitelske  knihovny.  In:  Vyrorni  zpräva  c. 
kr.  vyssi  realky.  V  Pisku   18^)8. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogon  niclit 
beantwortet  wurde. 

Pisino  (Fazin,   Küstenland). 

.11»;;.  Franciscanerconvent.  —  1938  Werke,  Manuscripte 
(Predi.irten)  und  einiije  Incuuabeln.  —  Jahresdotation  20 — 30 
Gulden.  —  Guardian:  P.  Robert  Dolinar;  Bibliothekar:  P. 
Emiiian  Dovgan.  —  Je  ein  numerischer,  aiphabet.  Classen- 
kataloLT  in  Zettel-  und  Bandform.  —  Nur  zu  ei^ü^enem  Ge- 
brauche. —  Entlehnunjren  nur  an  Ordensmitglieder.  —  Ver- 
sendungen mit  Genehmigung  der  Provinzvorstehung.  —  Gegr. 
zugleich  mit  dem  Kloster  i.  J.  14^1.  —  Am  meisten  vertreten 
theologische  Wissenschaften. 

Podgorze  (Galizien). 

504.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  gimnazyum).  — 
Lehrerbibl.  3.').')  Werke  in  1070  Bdn.  —  Jahresdotation  200 
bis  250  Gulden.  —  Director:  Thomas  Soltysik:  Bibliothekar: 
Prof.  Anton  Lasson.  —  Bandkatalog  als  Acquisitionskatalog; 
aiphabet.  Autorenzettelkatalog.  —  Vormittags  für  die  Mit- 
glieder des  Lehrkörpers  benutzbar.  —  Ebenso  Entlehnungen. 
—  Keine  Versendungen  —  Gegr.  is!i2  zugleich  mit  der  An- 
stalt. —  Alle  Gymnasialfächer. 

Podkainien  (Galizien). 

50.').    Dominicanerkloster    besitzt    eine    Bibl.    derzeit    un- 
bestimmten Bestandes,    da  ein  Katalog    erst  vorbereitet  wird. 
Nach  Pizzala:  2100  Werke  in  4000  Bdn.,  400  Handschriften. 
Bibliothekar:  P.  Hyacinth  Malag.   —   Keine  Entlehnung  oder 
Versendung.  —  Kloster  gegr.   1404. 

Poeltenbei'g  (Mähren). 

r)0(J.  Propste!  des  ritterlichen  Kreuzherrenordens.  —  2000 
bis  .SOOO  Bde.     —   Keine  Jahresdotation.     —     P.  Joseph  Berg- 


160  Pola.  ['"^07 

mann,  Administrator.  —  Ein  gebundener  handschriftlicher 
Katalog,  nach  Materien  verfasst  i.  J.  1769  von  dem 
Franciscaner  Fr.  Raphael  Zehentmaier.  —  In  den  Sommer- 
monaten jederzeit  benutzbar  mit  Erlaubniss  des  Propstes.  — 
Entlehnungen  und  Versendungen  gegen  Revers,  beziehungs- 
weise Kostenvergütung.  —  Entstanden  aus  den  successiven 
Anschaffungen  der  Pröpste.  —  Am  reichsten  vertreten  Prediger, 
Moralisten,  Historiker,  Ascese  und  Jurisprudenz. 

Jacksche,  Franz.  Der  ritterliche  Orden  der  Kreuzherren.   In :  Ein  Clior- 
herrenbuch.  Von  Seb.   Brunner.  Würzburg  188;^. 

Pola  (Küstenland). 

Ö07.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  besitzt  eine  Lehrer-  und 
eine  Schülerbibl.  (llo:5  Werke).  —  Director:  Anton  Stitz; 
Bibliothekar  der  Lehrerbibl.:  Gymn. -Lehrer  Dr.  Carl  Maj-^er; 
der  Schülerbibl. :  Gymn.-Lehrer  Dr.  Franz  Neumann.  —  Gegr. 
1890. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Poln.-Ostrau  (Schlesien). 

öOH.  Museum  K.  J.  Bukovansky  besitzt  eine  Privatbibl. 
Handschriften  aus  dem  16.,  17.  u.  18.  Jhdt,  auch  viele  T3ücher 
aus  dem  10.  u.  17.  Jhdt.  —  Besitzer  K.  J.  Bukovansky,  Schul- 
director. 

Pracliatitz  (Böhmen). 

5U9.  [K.  k.  Staats  Real-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  892 
Werke  in  139.'j  Bdn.,  öia  Heften,  :3S5-2  Programme;  h)  Schüler- 
bibl. 290  Werke  in  361  Bdn.  —  Dotation:  100—140  Gulden. 
—  Director:  Theodor  Sewera;  Gustos  der  Lehrer-  und 
Schülerbibl.,  sowie  der  Programmsammlung:  Prof.  Joliann 
Schima.  —  Alphabet.  Zettel-  und  fachwissenschaftl.  Band- 
katalog. —  aj  für  die  Professoren  täglich  in  Gegenwart  des 
Gustos,  h)  für  Schüler  alle  14  Tage  zugänglich.  —  Entlehnung 
gegen  Eintragung  in  das  Entlehnbuch.  —  Versendung  an  die 
im  Tauschverkehr  stehenden  Anstaltsdirectionen.  —  186.')  gegr. 
zugleich  mit  der  Anstalt;  diese  bis  1870  Communnlanstalt, 
l«7o  bis  188.5  Staatsanstalt,  1885  bis  1893  Communalanstalt, 
seit  189.3  wieder  Staatsgymnasium.  —   Alle  Fächer  vertreten. 

Sewera,  Theodor.    Geschiclito    des  Realgymnasiums    zu   Pracliatitz  .  .  . 
und     Beschreibung    des    neuen    (lymnasialg«!bäudes.    Pracliatitz    18;)7. 
Schima,  Johann.  Katalog  der  Lehrerbilili<tthok  des  k.  k.  Staatsrealgymnasiums 
in   Pracliatitz.  Pracliatitz   1897. 


ßi2)  Pra«?.  hii 

.'»n».  Deutsche  Volksbücherei,  Scliul^fasse.     -  Cn.   lödo  Jide, 

—  Jahrosdotatioii  ca.  7(»  Üuldeii.  —  Obmann:  Adolph  Wim- 
busky;  Bibliotliokaro:  Anton  Pachlliofer  und  Carl  Mcssner; 
Ausschussniitiilieder:  Cornolia  Haudysz,  Mario  Sciiasehek, 
Anton  Knoll,  Wenzel  Faber.  —  Die  lUiclierei  unter  Ober- 
aufsicht des  lUir^erineisters  Johann  Zdiarsky.  —  Ein  hajid- 
sehriftlieher  und  ein  im  Druck  befindlicher  aiphabet.  Katalo«^-. 

—  Geöffnet  Mittwoch  von  1—2    und  Sonnta<j;    von  2— .'>  Uhr. 

—  Entlehnungen  auf  vier  Wochen  an  jede  der  Schule  ent- 
wachsene Person:  doch  hat  sich  dieselbe  zuvor  eine  Ausleih- 
karte  bei  der  Büehereileitunu  zu  verschaffen.  —  Keine  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  1.s!m;  vom  Bürgermeister  Johann  Zdiarsky, 
dem  verstorbenen  Joseph  Messner  und  Plans  Schubert.  Die 
Bücher  des  ehemaligen  deutschen  Lesevereines  und  des  Lese- 
clubs der  Professoren  wurden  theils  derselben  gespendet,  theils 
angekauft.  —  Wissenschaftliche  Werke,  Classiker,  Romane, 
Zeitschriften. 

Prag  (Praha,  Böhm.). 

511.  Christliche  Akademie,  Nr.  223—1.  Kettengasse.  — 
2700  Bde.,  ISO  Handschriften  (Laut  Handbuch  der  Kunst- 
pflege öOOO  Bde.).  —  Vereinsbibl.  wird  durch  Geschenke  ver- 
mehrt, die  Fach])ibl.  durch  Ankauf  neuer  Werke  und  Fort- 
setzungen ohne  bestimmtes  Präliminare.  — Vorstand:  Canonicus 
Dr.  Franz  Kräsl;  Geschäftsleiter:  Canonicus  Dr.  Josef  Dou- 
brava;  Cassier:  Canonicus  Dr.  Frantisek  Kry.'itufek;  Secretär: 
Anton  Matyäs.  —  Alphabet.  Band-  und  Zettelkatalog.  —  Be- 
nutzbar in  den  Vormittagsstunden.  —  Bücher  aus  der  Vereins- 
bibl. werden  auch  nach  Hause  auf  1  Monat  verliehen,  Bücher 
aus  der  Fachbibl.  nur  innerhalb  der  Vereinslocalitäten  zur 
Verfügung  gestellt.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich 
mit  der  Akademie  1875  vom  Weihbischof  J.  Prucha  und  Prof. 
J.  Konrad.  —  Theologische  Wissenschaften,  Kunst,  insbesondere 
kirchliche  Kunstgeschichte. 

512.  Benedictinerkloster  Emaus,  H.  -  41.o()0  Bde.,  40  In- 
cunabeln.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekare: 
P.  Joseph  Henninger  O.  S.  B.;  P.  Heinrich  Molitor  O.  S.  B.; 
P.  Maurus  v.  Eichendorff  O.  S.  B.;  P.  Method  Vojäcek  O.  S.  B. 
—  Accessions-(Band-)Katalog,  ein  aiphabet.  Gesammt-(Zettel-) 
Katalog, ein Standort-(Zettel-)Katalog, ein  Fach-(Zettel-)Katalog; 
ein  Schlagwort-(Zettel-)Katalog  in  Ausarbeitung.  —  Benutzbar 
nur  für  die  Mitglieder  des  Stiftes.  —  Keine  Entlehnungen 
und  Versendungen.  —  Bei  der  Ue])ernahme  des  Stiftes  im 
J.  1880  durch  dieBenedictiner  der  Beuroner  Congregation  fand 
sich  eine  unbedeutende  Bücherei  vor.  Fast  den  ganzen  jetzigen 

Bibliotheks  Adressbach.  H 


162  Prag.  [513 

Bestand  der  Averthvollen  und  durchuänuig  einen  wissenschaft- 
lichen Charakter  tragenden  Bibl.  verdankt  das  Stift  den  rast- 
losen Bemühungen  des  gegenwärtigen  Prälaten  Dr.  Benedict 
Sauter.  der  sich  um  die  fortwährende  Vermehrung  und  emsige 
Benützung  des  Bücherschatzes  von  Seiten  der  Stiftspriester 
die  gr()ssten  Verdienste  erwarb.  —  Vertreten  sind  sämmtliche 
Wissenschaftszweige.  Doch  finden  besondere  Berücksichtigung 
die  theologischen,  philosophischen,  historischen  und  natur- 
wissenschaftlichen Fächer.  Die  Anzahl  der  aufliegenden,  meist 
wissenschaftlichen  Zeitschriften  beträgt  über  100. 

Schanda,   Wenzel.    Montserrat-Emaus    oder    Slovan    in  Prag.    In:    Ein 
Benedictinerbuch  von  Seb.  Brunner.  Würzburg  1881. 

älo.  Deutsches  Casino.  —  Ende  Sept.  1898  3542  Bde.  — 
Jahresdotation  für  das  Lesezimmer  ca.  1800  Gulden.  —  Biblio- 
thekar: Lyc- Prof.  Ferdinand  Höhm  als  derzeitig  functionirendes 
Directionsmitglied;  ein  Diener.  —  Bandkatalog.  —  Ent- 
lehnungen zweimal  wöchentlich  an  Casinomitglieder  auf  vier 
Woclien.  —  Keine  Versendungen.  —  Die  Bibl.  entstand  zugleich 
mit  der  1801  erfolgten  Gründung  des  deutschen  Casinos  durch 
Einverleibung  der  im  Lesezimmer  aufliegenden  Monatsschriften. 
—  Belletristik,  verschiedene  politische  und  wissenschaftliche 
Revuen. 

514.  Convent    der    Kreuzherren    mit    dem    rothen    Sterne 

Nr.  191  — L  —  Ca.  50.000  katalog.  Bde.  —  Bibliothekar:  Wenzel 
Weiser.  —  Handschriftlicher  aiphabet.  Bandkatalog.  —  Be- 
sichtigung jeden  Vormittag  in  Begleitung  des  Bibliothekars 
gestattet.  —  Entlehnungen  nur  mit  besonderer  Genehmigung 
des  Generals  und  Grossmeisters.  —  Hauptsächlich  theologische 
Werke  (Dogmatik,  Moral-,  Pastoraltheologie,  Jus  canon.),  aber 
auch  Kirchen-  und  Profangeschichte,  sowie  Philosophie,  Natur- 
wissenschaften und  Medicin.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem 
Kloster  1233. 

Jacksche,  Franz.  Der  ritterliche  Orden  der  Kreuzherren  mit  dem  rothen 
Stern.  In:  Ein  Chorlierrenbuch.  Von  Seb.  Brunner.  Würzburg  188:3. 

515.  Deutscher  Gabelsberger  Stenographenverein,  Charwat- 
gasse  H.  —  IHK)  Bde.  stenographirter  und  auf  Stenographie 
bezughabender  Werke.  —  Bibliothekar:  Richard  Sicher.  — 
Handschriftlicher  Katalog  (Druck  in  Vorbereitung)  mit  fünf 
Gruppen:  a)  Lehrbücher  System  Gabelsberger  in  deutscher 
Sprache;  h)  Lehrbücher  anderer  Systeme  in  deutscher  S})rache; 

c)  Lehrbücher     der     Stenographie     für     fremde     Sprachen; 

d)  Unterhaltungsh^ctüre;  e)  Zeitschriften  System  (xabelsberger 
in  deutscher  Sj)rache.  —  Benutzbar  jeden  Montag  von  7  — 10 
Uhr  abends.    —    Entlehnungen  nur  an  Vereinsmitglieder  auf 


öl»|  Pra.-r.  \r,:\ 

die  DaiuM'   v(»n   'J    - -f   Wochon    und   in  der  Zaiil    von    lir.rhstciis 
ilrei  Stücken.  Krim»  Versejidiini,nMi. 

51»;.  K.  u.  k.  Garnisonsspital  Nr.  II.  —  Jluu  iJde.  —  Xur 
auf  die  Spenden  der  Oeffentiieiikeit  angewiesen.  —  Vorstand 
der  jeweilii^e  Militäreurat.  —  Alpliabef.  Katal(^<^^  —  IJenützbar 
einmal  wr)chentlich.  —  Keine  Versendungen.  —  Ilauptsäclilicli 
Belletristik. 

r)17.  Israelitische  Gemeinde.  —  Mehr  als  !MK)0  Bde.,  ca. 
tiO  Iland.-^ehrirten  und  Jn  Inounabeln.  —  Jahresdotation  je 
nach  Bedarf.  —  Präsident  der  israelitischen  Cultusgemeinde- 
repräsentanz:  Dr.  Arnold  Rosenbacher:  Bibliothekar:  Dr. 
Nathan  Grün.  —  Zwei  handschriftliche  Kataloge  und  zwar  je 
ein  aiphabet.  undSclilagAvortkatalog;  für  einzelne  Sammlungen 
auch  ein  Zettelkatalog.  —  Benutzbar  für  Jedermann  Sonntag 
von  11  —  l  Uhr.  ^Montag  von  4-7  Uhr  abends.  Mittwoch  von 
3  —  5  Uhr  nachmittags.  —  Entlehnungen  mit  besonderer  Ge- 
nehmigung des  Präses  oder  gegen  Caution.  —  Versendungen 
nur  mit  Bewilligung  der  Gemeinderepräsentanz.  —  Eröffnet 
im  März  1874  mit  5626  Bdn.  Besteht  aus  den  der  Prager 
israelitischen  Cultusgemeinde  gespendeten  Büchersammlungen 
des  Vereins-  und  Genieindemitgliedes  Baruch  Jeiteles,  des 
Univ. -Prof.  Dr.  Wolfgang  Wessely,  Ernst  Wehli,  S.Jerusalem, 
B.  Foges  und  David  Zappert,  besonders  aber  aus  der  reich- 
haltigen und  sehr  werthvollen  Bibl.  des  Prager  Oberrabbiners 
S.  L.  Rappaport.  Eine  werthvolle  Bereicherung  erfuhr  die 
Bibl.  durch  Erwerbung  der  aus  mehr  als  2000  Bdn.  bestehen- 
den Koppelmann-Lieben'schen  Bücherei.  —  Vorzugsweise 
Hebraica  und  Judaica. 

Grün,  Nathan.  Die  israelitische  Gemeindebibl.  In:  Neuzeit,  Woclien- 
schrift  für  polit.-reli«^.  Culturinteresscn.  Jahrgang  1874.  —  Grün,  Natlian. 
S.  L.  Rappaport  und  seine  Bibl.  in  der  Festsclirift:  Centennarium  des 
Oberrabbinors  S.  L.  Rnpi)aport.   IS'.l  .  . 

5ls.  Königlich  böhmische  Gesellschaft  der  Wissenschaften 
(Regia  societas  scientiarum  Bohemica),  502/1.  —  Ca.  :}0.ooo 
Bde.  —  Keine  besonderen  für  die  Bibl.  verfügbaren  Geld- 
mittel; die  Gesellschaft  verwendet  ca.  150  Gulden  zum  Bücher- 
ankauf. Der  Zuwachs  beträgt  jedoch  jährlich  ca.  looo  Bde., 
weil  die  Gesellschaft  mit  nahezu  4oo  gelehrten  Gesellschaften 
und  Instituten  im  Tausch  verkehr  steht  —  Generalsecretär : 
Univ. -Prof.  Dr.  Vaclav  Emanuel  Mourek;  Bibliothekar:  Georg 
Wegner,  Gustos  der  Bibl.  des  Museums  des  Königreiches 
Böhmen.  —  Handschriftlicher  aiphabet.  Zettelkatalog  und  ein 
Localinventar.  In  Vorbereitung  ein  RepL'rtorium,  welches  eine 
vollständige  bibliographische  Uebersicht    aller    akademischen 

11* 


164  Prag.  ['"'19 

und  Gesellschaftsschrifteii  Limfassen  soll.  Ausserdem  alljähr- 
lich in  dem  Jahresberichte  der  Gesellschaft  ein  aiphabet. 
Ausweis  über  Tauschexemplare.  —  Zugänglich  während  des 
Studienjahres  in  den  Amtsstunden  von  4 -5  Uhr,  nach  Bedarf 
von  3—5  Uhr,  an  Sitzungstagen,  d.  i.  etwa  fünfmal  im  Monat, 
auch  ausser  dieser  Zeit.  In  den  Ferien  nur  ausnahmsweise.  — 
Entlehnungen  an  Mitglieder  innerhalb  Prags  auf  vier  Wochen, 
an  Xichtmitglieder  nur  unter  Haftung  eines  Mitgliedes.  — 
Keine  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Gesellschaft  1 7s4, 
zum  grössten  Theile  durch  Tausch  entstanden  und  vermehrt. 
—  Alle  von  der  Gesellschaft  gepflegten  Wissenschaften,  Philo- 
sophie, Geschichte,  Philologie,  Mathematik  und  Naturwissen- 
schaften; Theologie  und  Medicin  sind  ausgeschlossen. 

Kalousek,  Jos.  Geschichte  der  königl.  böhm.  Gesellschaft  der  Wissen- 
schaften. Prag  188i— 1885.  —  Studnicka,  Franz  Josef.  Bericht  über  die 
mathematischen  und  naturwissenschaftlichen  Publicationen  der  königl. 
böhm.  Gesellschaft  der  Wissenschaften.  Prag  1884- 1885.  —  Wegner,  Georg. 
Generalregister  zu  den  Schriften  der  königl.  böhm.  Gesellschaft  der 
Wissenschaften  1784—1884.  Prag  1884. 

519.  Böhm.  Gewerbemuseum.  Näprstek-Bibliothek    (Näprst- 
kova  knihovna  Geskeho  Prümysloveho  Musea),  Betlemplatz  •2Glt. 

—  49..S7Ö  Bde.  —  Jahresdotation  300—400  Gulden.  —  Die 
Bibl.,  die  mit  dem  Museum  seit  1874  nach  dem  Testamente 
des  Adalbert  Näprstek  der  Stadt  Prag  gehört,  wird  durch  ein 
Curatorium  verwaltet.  Derzeit  Präses:  Dr.  Jan  Podlipny; 
3  Mitglieder  vom  Stadtverordnetencollegium:  Josef  V.  Noväk, 
Heinrich  Rychlik,  Dr.  Josef  Scheiner;  ferner:  Dr.  Thomas 
Cerny,  Prof.  Dr.  Koiistka;  Bibliothekar:  Josef  L.  Kottner  etc. 

—  Zettelhandkatalog,  zugleich  Standortsrepertorium,  aiphabet, 
nach  Schlagworten  geordnet,  für:  böhmische,  deutsche,  eng- 
lische Literatur,  Bohemica,  die  Bücher  über  Japan  und  China  etc. 
Materienkatalog  für  Photographien,  stereoskopische  Abbil- 
dungen etc.  —  Geöffnet  täglich,  auch  an  Sonn-  und  Feier- 
tagen von  9  —  12  Uhr,  Montag  nachmittags  im  Winter  von 
3-^6,  im  Sommer  von  3  —  7  Uhr  für  die  Freunde  und  Gönner 
der  Familie  Näprstek  und  die  von  ihnen  eingeführten  oder 
empfohlenen  Gäste;  Mittwoch  und  Samstag  von  2  —  7  Uhr  für 
die  Damen  des  böhmisch-amerikanischen  Clubs  in  Prag.  — 
Entlehnungen  auf  14  Tage  gegen  Bestätigung.  —  Versendungen 
nur  ausnahmsweise.  —  Gegr.  1^58  von  Adalbert  Näprstek 
nach  seiner  Rückkehr  aus  Amerika,  wo  er  10 Jahre  verlebte; 
auf  Grund  seiner  dortigen  Erfahrungen  sowie  seiner  Studien 
an  der  orientalischen  Akademie  richtete  er  seine  Prager 
Gründung  ein.  Die  freie  Lebensweise  der  Amerikanerinnen 
beeinflusste  ihn  derart,  dass  er  nach  seiner  Rückkehr  nach 
Prag  bald  einen  cechisch-amerikanischen  Damenclub  in  Prag 


gründete,  indem  er  die  Daincii  ersl  dm-ch  sein**  Vortrüirc  um 
sich  schaarte  und  iliiien  als  Miltclinuikl,  sein«;  Hihliotlick  und 
ein  Lesezininier  anbot,  wo  die  Frauenfraji^e  in  IJücliern  und 
Zeitschriften  j2:e})flegt  wurde.  Diese  Bibl.  war  zugleicli  die  erste, 
zu  der  die  Frauen  Zutritt  erliiclten.  Ausser  der  Frauen  frage 
pflegte  Naprstek  auch  die  Literatur  über  Japan  und  ('iiina, 
für  die  er  grosses  Interesse  hegte,  und  die  er  seilest 
studirte.  Da  er  auch  die  übrigen  Wissenszweige  eifrig 
pflegte,  wurde  die  Dibl.  ein  Unicuni  in  ihrer  Art.  Im  Te- 
stament vermachte  Naprstek  das  Museum  und  die  Bibl., 
die  einen  Theil  desselben  bildet,  der  Stadt  Prag.  Die  Bü- 
cherei enthält  u.  a. :  eine  Sammlung  von  Photographien 
(1-2. H07  Stück),  Diagramme,  Karten,  Stadt-  und  Ortspiäne.  An- 
sichten von  Städten,  Ausstellungen  etc.  (^öim  Stück),  Dia- 
gramme von  Wohlthätigkeitsanstalten  in  England  und  Amt^rika, 
von  Prof.  Studni('kazu  Naprstek's  Vorträgen  gesammelt  (1  o  J  St.), 
eine  Sammlung  von  Tafeln  aus  den  Gebieten  der  Naturwissen- 
schaften, Erdbeschreibung,  Astronomie  etc.,  herausgegeben 
vom  Verein  .,W()rking  men's  edueational  Union"  in  London 
(47r>  Stück).  Eine  interessante  Abtheilung  bildet  das  Scrap 
book,  eine  Samnüung  von  Ausschnitten  aus  deutschen,  cechi- 
schen  und  fremdsprachigen  Zeitungen  in  ist  Bdn..  begonnen 
1850  und  nach  dem  Inhalt  geordnet  (z.  B.  Frauenfrage.  Er- 
ziehung, Cechen  in  der  Fremde.  Arbeiterfrage,  China,  Ge- 
werbe. Afrika,  Wohlthätigkeit,  Ausstellungen,  Museen,  Natur- 
geschichte, Japan,  Johann  Hus  etc.  Reisehandbücher  (J27  Bde., 
Times  von   is.")ii  an  etc. 

520.  [K.  k.  akademisches  Staats-]Gymnasium  (Cis.  kräl. 
akademicky  gymnasium).  —  a)  Lehrerbibl.  4472  Werke  in 
sisl  Bdn. 'und  (;.s29  Heften;  h)  Schülerbibl.  32S(;  Werke  in 
5858  Bdn.  —  Dotation  für  die  Lehrmittelsammlung  746  Gul- 
den. —  Director:  Jaroslav  Sobicka;  Gustos  für  (r)  und  b) 
Prof.  Antonin  Truhläf.  —  Gegr.  15G6  als  Jesuitengymn. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

521.  [K.  k.  deutsches  Staats-]Gymnasium    auf  der  Altstadt. 

—  a)  Lehrerbibl.  i;t3;$  Bde.,  2()4  Hefte,  94  Tafeln,  81 7s  Pro- 
gramme: h)  Schülerbibl.   12:5(i  Werke  in  l23s  Bdn..  5')  Heften. 

—  Director:  Reg.-Bath  Dr.  Johann  Conrad  Hackspiel;  Bil)lio- 
thekarfüraj  Prof.  Emil  Gschwind;  für  die  Programmsammlung: 
Prof.  Dr.  Hugo  Ostermann:  für  h)  Prof.  Moritz  Strach.  —  Gegr. 
1S71   als  Realgymn. 

Gschwind,  Eniil.  Katalog  der  Lelirerbibl.  In :  2(i.  Jahresbericht  über  das 
Staatsgynin.  mit  doutsclior   ITntorrichtsspraclie  in  Frag-Altstadt.  Prag   1808. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearl)eltct,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 


166  Prag:.  C^'*— 

5-22.  [K.  k.  deutsches  Staats-]Gymnasium  auf  der  Neustadt, 
Graben.  —  aj  Lehrerbibl.  vItJ-U  Werke  in  ö'JSf)  Bdn.,  2180 
Hefteil,  13.117  Protrramme;  h)  Schülerbibl.  1744  Werke  in 
2408  Bdn.,  31  Heften.  —  Dotation  der  Lelirmittelsamniluntren 
pro  1S97/98  öTö-Gs  Gulden.  —  Director:  Dr.  Joseph  Walter; 
Verwalter  von  a)  Prof.  Johann  Strohschneider;  von  J»)  Gymn.- 
Lehrer  Georg  Tauber.  —  1778  wurde  das  ehemalige  Jesuiten- 
gynin.  von  den  Piaristen  wieder  eröffnet.     ls74  verstaatlicht. 

Nach  dem  letzten  Jaliresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

523.  [K.  k.  Staats-Real-  und  Ober-]Gymnaslum  (Realnv  a 
vys.si  gymuasium),  Neustadt,  Kfemenecgasse  l7i).  — r/)  Lehrer- 
bibl. 160fi  Werke  in  32r)6  Bdn.,  2r>l  Heften;  h)  Schülerbibl. 
199.Ö  Bde.  —  Director:  MatejTrapl;  Bibliothekar  für  a)  Prof. 
Dr.  Jan  Novak;  für  h)  Gymn. -Lehrer  Vladislav  Kalousek.  — 
Gegr.  1871.  Obergymn.  seit  187.'). 

Novak,  Jan.  Seznam  spisü,  chovanych  v  kniliovnö  ucitelske.  In:  Zprava 
o  eis.  krä'.  realnem  a  vyS.^im  gymnasia  v  Praze.  V.  Praze  1897  f. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

.524.  [K.  k.  bömisches  Staats-]Gymnaslum  auf  der  Neustadt, 
Tischlergasse  (Cis.  kräl.  vys.si  gymuasium  cesk}'  na  Novem 
M(  st»'  .  —  n)  Lehrerbibl.  2569  Werke  in  3024  Bdn.  und  497 
Heften,  3657  Programme;  h)  Schülerbibl.  2311  Werke  in  2843 
Bdn.  —  Dotation  für  die  Lehrmittelsammlung  pro  1897/98 
801-50  Gulden.  —  Director:  Franti.sek  Sobek;  Gustos  für  a) 
Prof.  Dr.  Matej  Kovaf;  invl)  Prof.  Dr.JiiiGuth.  —  Errichtet 
1874  als  Realgj'mn.  durch  Lostrennung  der  am  akadem.  Gj'mn. 
bestandenen  Parallelclassen,  seit  1880  Obergymn. 

Koväf,  Matej.  Seznam  knihovny  ucitelske.  In:  Vyrocni  zprava  cis.  kral. 
vy^.iiho  gj-ninasia  eeskeho  na  Novem  Mestö  v  Praze  (v  Truhlaiske  Ulici). 
V  Praze  l's98. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde 

.525.  [K.  k.  deutsches  Staats-]Gymnaslum  auf  der  Neustadt, 
Stephansgasse.  —  a)  Lehrerbibl.  4219  Werke  in  5:551  Bdn., 
'.'7'.»  Heften.  7519  Programme:  hj  Schülerbibl.  4317  Werke.  — 
Für  die  Lehrmittelsammlung  standen  1897/98  654-81  Gulden 
zur  Verfügung.  —  Director:  Reg.-Rath  Dr.  Ludwig  Chevalier; 
Verwalter  von  a)  Prof.  Franz  Ullsperger;  von  h)  Prof.  Gustav 
Proft.  —  Eröffnet  1881:  Obergymn.  seit  1887. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

526.  [K.  k.  böhmisches  Staats-]Gymnasium  auf  der  Neustadt, 

(Korngasse)   (C.   k.   vy->i   gymuasium),   Korngasse    Nr.  :>^'>^\—\L 


••29]  VriMS.  IC? 

—  n)  Lt'lir.'rl»il»l.  i.")»),'  IMc.  '.•■.';;  Hefte :  //;  Scliülcrhil.i. 
i:U:{  Bde.,  1,*  Ilefto.  —  Diroctor:  P>anz  (Jresl;  Custos  für  a) 
Prof,  Fninz  Hutli:  für  h)  Prof.  »T(»liann  IMiitnor.  —  Inventar. 
Hand-  und  Zettelknlalo,^^  —  Penützhar  für  Lehrer  und  Soliület- 
der  Anstalt  sowie  für  Lehrer  anderer  Mittelsehuhni  i^o^en 
Knii>fanL:sl»estälii;nn,u.  —  I^nthdinuny:  auf  1  Monal.  —  Ge<;r. 
mit   der   Anstalt    1881. 

r>07.  [K.    k.    deutsches]    Gymnasium    auf    der  Kleinseite.  — 

n)  Lehrerbibl.  si;;;t  i;,le.  und  1.'>.17'.'  Programme;  hj  Sehüler- 
bibl.  3J»(;4  Bde.  —  Lehrmitteldotation  440  dulden.  —  Director: 
a.  o.  Prof.  Dr.  Friedrich  Schubert;  Custos  für  n)  Prof. 
Heinrich  Kerhl;  für  h)  Prof.  Dr.  Heinrich  Rotter.  —  Zettel- 
und  Fachkatalo^-.  letzterer  neu  an^eletrt.  —  Benutzbar  a)  in 
der  schulfreien  Zeit  des  Bibliothekars:  h)  an  bestimmten 
Tatren.  —  Entlehnunuen  an  Prof.  und  andere  Personen  «leiren 
Empfanirsschein.  —  Keine  Versendung.  —  Die  Anstalt  wurde 
1628  von  Albrecht  von  Waldstein  als  Jesuiten<2:ymn.  ge<rr.  — 
Humanistische  und  realistische  Fächer. 

Korlil,   Heinrich.     Katalog  der    Lehrerbibl.    In:  Programm    des    k.     k. 
deutschen  Obergymnasiunis  der  Kleinseite  in  Prag.  Prag  189S. 

^)0^^.  [K.  k.  böhmisches  Staats-]Gymnasium  auf  der  Klein- 
seite (C.  k.  cesky  statin'  ii:ymnasium  na  male  stranc),  Joscts- 
gasse  •;.  —  a)  Lehrerbibl.  2(;82  Werke  in  2756  Bdn.  und 
143  Heften,  3663  Programme;  b)  Schülerbibl.  2911  Werke  in 
4760  Bdn.  —  Dotation  ca.  2.')t>  Gulden.  —  Director:  Carl 
Nerasek:  Custos  für  a)  Prof.  Carl  Himer:  für  h)  Prof. 
Wenzel  Müller.  —  Ein  Band-,  ein  Zettelkatalog.  —  Benutzbar 
für  Mitglieder  des  Lehrkörpers  täglich  von  8 — 12,  2—4  Uhr. 

—  Entlehnung  a)  an  die  Mitglieder  des  Lehrkörpers  der  An- 
stalt gegen  Bestätigung.  —  Versendung  an  andere  Mittel- 
schulen gegen  Bestätigung  der  Direction.  —  Gegr.  is6r)  als 
Bibl.  des  Communal-Realgymnasiums,  das  1892  in  Staats- 
verwaltung übernommen  und  in  ein  Gymnasium  mit  obli- 
gatem Zeichenunterricht  verwandelt  wurde.  Die  bis  I8;i2  an- 
gekauften Bücher  bleiben  auch  fernerhin  Eigenthum  der 
Stadtgemeinde  Prag.  —  Alle  für  das  Mittelschulwesen  wichtigen 
Wissenschaften. 

Bibl. -Katalog  wird  im  Laufe    der  nächsten  zwei  Jahre  in  den  Jahres- 
berichten der  Anstalt  erseheinen. 

529.  Böhmisches  Handelsmuseum  (Ceske  obchodni  museum) 
hat  vorläufig  nur  eine  kleine  Bibl.  von  ca.  4  so  Bdn.  —  Vor- 
erst nur  zu  eigenem  Gebrauche.  —  Entlehnungen  an  dem 
Handelsmuseum  näher  stehende  und  andere  Interessenten. 
Diese  Verhältnisse  sind  jedoch  keineswegs  definitiv  und  haupt- 


168  Prag.  [530 

sächlich  durch  den  Mantiel  an  Localitäten  begründet.  Nach 
der  bevorstehenden  Uebersiedlung  des  Museums  wird  die  Bibl. 
rasch  vermehrt  und  dem  Publicum  zugänglich  gemacht  werden. 

—  Präsident:  R.  v.  Riesenburg;  Secretär :  Fr.  Illaväöek.  — 
Adressbücher,  praktisch-kaufmännische  und  industrielle  Publi- 
cationen. 

530.  Handels-  und  Gewerbekammer,  II.  Purkj'^uova  ulice  6. 

—  10.00(1  Bde.  nebst  einer  bedeutenden  Anzahl  von  Zeit- 
schriften, Broschüren  und  kleineren  Publicationen.  —  Jalires- 
dotation  ir)00  —  iGoo  Gulden.  —  Präsident:  Joseph  Wohanka; 
Secretäre:  Kais.  R.  Dr.  Jos.  Fort,  Dr.  Franz  Cuhei;  Biblit)- 
tliekar:  Adalbert  Mottl.  —  Nebst  einem  gedruckten  Kataloge 
vom  Jahre  1884  besteht  ein  alphabet.  Zettelkatalog.  Die  Bibl. 
wird  eben  nach  dem  Radiussysteme  geordnet  und  soll  einen 
Schlagwortkatalog  in  Zetteln  erhalten.  —  Benutzbar  während 
der  Amtsstunden  von  s  — -2  Uhr  in  erster  Linie  für  die  Mit- 
glieder der  Kammer  und  des  Bureaus.  —  p]bens()  Entlehnungen. 

—  Versendungen  nur  mit  besonderer  Bewilligung  des  Secre- 
tariates  auf  Kosten  und  Gefahr  des  Adressaten.  —  Zugleich 
mit  der  Kammer  is.M  gegr.  Das  Anwachsen  derselben  ging 
anfangs  langsam  vor  sich:  im  Jahre  1853  zählte  sie  3-2(;  Bde. 
1«H3:  -2073  Bde.  Bis  Ende  des  Jahres  l.si)4  versah  den  Dienst 
in  der  Bibl.  unter  der  Leitung  des  jeweiligen  Kammersecretärs 
ein  dazu  besonders  designirter  Kammerbeamter;  Anfang 
des  Jahres  1895  Systemisirung  einer  Bibliothekarstelle. 
Der  Bücherzuwachs  erfolgt  hauptsächlich  durch  Anschaf- 
fungen   und    durch    Umtausch     gegen    Kammerpublicationen. 

—  Statistik,  Rechts-  und  Staatswissenschaften,  insbesondere 
Volkswirthschaft  und  Socialwissenschaft,  Finanzwissenschaft, 
Verkehrswesen,  Handelswissenschaft,  technisch  -  industrielle 
Literatur,  fachliches  Schulwesen.  Ausstellungsliteratur,  über- 
dies Philosophie  und  Geschichte.  Zahlreiche  Berichte  der 
öst.-ung.  Handels-  und  Gewerbekammern,  Programme  der 
gewerblichen  und  kaufmännischen  Fortbildungs-  und  Fach- 
schulen der  Handels-  und  Verkehrsanstalten. 

531.  Handels-  und  Gewerbekammer.  Kunstgewerbliches 
Museum.  (Umrlecko  -  i)rumyslove  oljchodni  a  zivnostenske 
komory).  —  Ende  1  «1)8:2344  Werke  in  43!t2  Bdn.,  überdies  eine 
Vorbildersammlung  von  21.105  Blättern  in  402  Portefeuilles.  — ■ 
Jahresdotation  3400— 4(100  Gulden.  —  Director  :  Dr.  Karl  Chytil; 
Gustos:  F.  A.  Borovsky;  Assistent:  Dr.  F.  X.  Jifik;  Oificial 
Heinrich  Melzer.  —  Ilandschriftl.  Zettel-,  Band-,  aiphabet, 
u.  Schlagwortkatalog.  —  Der  Lese-  und  Zoichensaal  ist  für 
Jedermann,  der  ernste  Ziele  verfolgt,  unentgeltlich  zugänglich, 
und  zwar  tÜLilioli  )nit  .Ausnaliinc  des  Mrmtaufs  von   10  —  12  und  in 


den  Moiiatt'ii  -laiiuar  l>is  Mäiv.  und  ( )(!lnl)('r  bis  DcccihIxt  riiiifinal 
wöcheutlioh  von  f)  — t;  Uhr  ahonds;  im  Monate  tlnli  li>  Ta^^e 
Reiniizunirsforion.  —  Entlchnnni^on  I.  olino  Krla*^  cinoi- 
Caution:  n  >  an  dif  MitulitMlci-  dos  Curatoriunis:  h)  an  dir 
HeanitiMi  dfs  Curatoriunis:  d  an  Profossorcn  und  liolircr  dci- 
k.  k  Knnst<;e\vorl>('sciiul('  und  dor  Fachsclinlcn,  I'rtd".  (\iT 
Prauer  lloclischnltMi  u.  Mitul.  der  (loskä  aka<lemi(':  »h  an 
Schüler  der  k.  k.  Kunstgewerbeschule  gegen  einen  vom 
Director  vidirten  Kmpfangsschein:  in  diesem  Falle  haftet  die 
Anstalt  für  richtige  Rückgabe  oder  genügenden  Ersatz:  r)  an 
KünstltM' und  (lewerbetreibende,  welche  auf  ihr  Ansuehen  vom 
C'Uratorium  vom  ludag  einer  Caution  auf  ein  Jahi'  befreit 
wurden:  II.  gegen  Erlag  einer  Caution,  deren  Ibdio  di«^  I5iblio- 
theksleitung  zu  bestimmen  hat,  werden  Jedermann  nach  Thun- 
lichkeit  Bücher  oder  Vorlagen  entlehnt. 

Ornranisatiimsplan  clfs  kunstt^owprbliohon  Miisouins  clor  Ilandols-  und 
Gewerbokainnier  in  Piap;.  —  Katalog  der  Vorhildorsamiulung  des  k.  M.  d. 
n.  u.  G.-K.  in  Präs  vorfasst  von  F.  A.  Borovsky.  Prac;  1S5)T.  —  Poriclit 
dos  Curatoriuins  f.  d.  Vorwaltungsjahr  ISO?.  Prag  ls«.)K.   [i'.rsclioint  jiilirlicli.) 

r):}-2.  Deutscher  Handwerkerverein,  Charwatgasse  41 — II.  — 
Ende  isüs:  ;i(il-2  Udo.  — Jahresdotation  ca.  2(m)  fl.  —  Unter- 
steht dem  Vereinsausschusso  und  wird  von  einem  Bibliothekar 
geleitet.  —  Handschriftl.  Zettel-  und  aiphabet.  Kataloge,  letz- 
terer zum  Druck  vorbereitet.  —  Benutzbar  nur  für  Vereins- 
mitglieder Mittwoch  und  Samstag  von  0  — s  Uhr,  gegen  eine 
monatliche  Lesegebühr  von  2-4  kr.  per  Bd.  —  Ebenso  Ent- 
lehnungen. —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  am  10.  Xov. 
ixxi.  —  Belletristik  und  gewerbliche  Fachliteratur. 

Satzungen  des  deutschen  Handwerkervereines  in  Prag.  Genehm,  mit 
h.  k.  k.  Statthalterei-Erl.  vom  9.  Januar  1892,  Z.  14.S()29.  --  Dreizehntor 
Jaliresbericht  des  deutsehen  Handwerkervereinos  in  Prag.  Yeroinsj.  is<»7. 
Erstattet  in  dor  ordentlichen  Hauptversammlung  am  23.  Januar   1S9S. 

533.  K.  k.  technische  Hochschulen,  I,  Husgasse  ä.  ~  Ende 
1897/H:  30.(;.S()  Bde.  —  Jahresdotation  -Ittoo  Cukien  nebst  ca.  1 ;')()() 
Gulden  Matrikelgebühren.  —  Vorstand:  Adalbert  Valenta, 
k.  k.  Scriptor;  ein  Diener.  —  Alphabet.  Zottelkatalog.  —  Be- 
nutzbar an  Wochentagen  von  0  —  12  und  4 — 7  IHir  (Mittwoch 
ausgenommen);  an  Sonn-  und  Feiertagen,  mit  Ausnahme  der 
hohen  Festtage,  von  9 — 12  Uhr.  —  Benutzbar  nach  den  für 
öffentliche  Bibliotheken  giltigen  Normen.  —  Ebenso  Ent- 
lehnungen und  Versendungen.  —  Entstand  mit  der  Gründung' 
des  ständisch-polytochnisclien  Institutes  18(»<;  aus  dor  ältoron 
Ingenieurschule,  aus  welcher  die  ersten  Werke  in  dor  Zahl 
von  «04  Bdn.  stammten.  Mit  S'chluss  ls.-)(;  zählte  die  Bibl. 
ausser  den  eben  erwähnton  72?:?  Bde.    In  Ermangelung  eines 


170  Prao:.  [534 

geeigneten  Lesesaales  beschränkte  sich  ihre  Benützung  bis 
1865  anf  das  Entlehnen  der  lUicher  nach  Hause  und  erst 
von  diesem  Zeitpunkte  an,  in  Folge  der  Eröffnung  eines  Lese- 
zimmers und  dadurch,  dass  derselben  grössere  Geldmittel 
zu  Gebote  standen,  begann  ihr  Wachsthum  und  ihre  Be- 
deutung. Nach  der  Trennung  des  utra([uistischen  Polytech- 
nikums l.S(;;t/70  in  ein  deutsches  und  ein  böhmisches  verblieb 
die  Bibl.  für  beide  Lehranstalten  gemeinsam  in  den  bisherigen 
Bäumen  des  ersteren.  Mit  der  Uebernahme  der  beiden  tech- 
nischen Hochschulen  in  die  Staatsverwaltung  i.  J.  IM? 4  und 
der  Erhöhung  der  ständigen  Dotation  auf  die  gegenwärtige 
Summe,  sowie  durch  den  Zufluss  reichlicher  Geschenke  wurde 
die  Bibl.  in  den  Stand  gesetzt,  namhafte  Lücken  aus  der 
technischen  Literatur  auszufüllen  und  sich  so  anderen  gut 
dotirten  und  bestellten  Bibliotheken  zu  nähern.  —  Alle  mit 
dem  technischen  Studium  in  Verbindung  stehenden  Wissen- 
schaften, namentlich  die  mathematisch-naturwissenschaftlichen. 

Katalog  der  Bibl.  der  k.  k.  technischen  Hochschule  in  Prag.  Reichend 
bis  1898.  Prag  189S.  —  Katalog  knihovnj'  c.  k.  vysokycli  skol  tochnickvoli 
V  Praze.  Rokem   189."]  zakom-en.  V  Praze  ISOS. 

534.  Böhmische  Kaiser  Franz  Joseph-Akademie  der  Wissen- 
schaften, Literatur  und  Kunst  (Ceske  akademie  cisaie  Frantiska 
Josefa  pro  vedy.  slovesnost  a  umeni)  IL  Wenzelsplatz 
Nr.  1700,  Museumsgebäude.  —  5250  Bde.  —  Jahresdotation 
1000  Gulden.  —  Die  Geschäfte  leitet  die  Akademiekanzlei. 
Kanzleidirector:  Jos.  J.  Koran;  1  Kanzlist,  1  Diener.  —  Alpha- 
bet. Zettelkatalog.  —  Täglich  von  9~12  und  2—5  Uhr  für 
Mitglieder  der  Akademie,  der  kön.  böhm.  Gesellschaft  der 
Wissenschaften  und  des  Museums  des  Königreiches  Böhmen 
benutzbar;  ebenso  Entlehnungen  in  der  Regel  auf  2  Monate, 
längstens  bis  zu  den  nächsten  akademischen  Ferien.  —  Zur 
Entlehnung  nach  Orten  ausserhalb  Prags  und  der  nächsten 
Umgebung  ist  besondere  Bewilligung  des  Präsidiums  erfor- 
derlich. —  Keine  Versendung.  —  Die  Bibl.  verdankt  ihre 
Entstehung  dem  Schriftenaustausch,  den  die  181)0  gegr.  Aka- 
demie mit  den  übrigen  Akademien  und  wissenschaftlichen 
Gesellschaften  einleitete.  Die  Literatur  aus  allen  in  den  vier 
Classen  der  Akademie  vertretenen  Wissenschaften  und 
Künsten. 

535.  Kaiser  Franz  Joseph-Kinderspital,  135i)/IL  —  5431  Bde. 
—  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Director:  Prof.  Dr. 
Friedrich  Ganghofner.  —  Zettelkatalog.  —  Keine  bestimmten 
Bibliotheksstunden.  —  Entlehnungen  nur  ausnahmsweise  an 
die  Mitglieder  der  Universität.  —  Begründet  von  Dr.  Jo.seph 
Freiherr    v.    Löscher.     —     Ausser     älteren    balneologischen 


r.39]  Pratr. 


171 


Sehrift(Mi  vorwinyond  ÜücIkm-  uinl  Zcilsclii-irtrn  :ins  (h'in  (lo- 
bicto  (lor   Kiiidorlioilkiind*'. 

.").!(;.  Paediatrische  Klinik  der  Lüiidcsriiidclniislnlt  (Vorstand 
l'nif.  Dl-.  Alois  I'][)st('iii)  besitzt  nur  eine  kh'iiie  JIaiidl)il)i  , 
wobdio  aus  Arohivcii,  Zi^itschrirtcn  und  wcuinon  Werken  fast 
ausseliHossHeh   pädiatriscbcMi    Inhaltes  bestellt. 

537.  Künstlerverein  (LTnielecka  Beseda)  im  Palais  der 
Landesbank  des  Könii;reielies  Böhmen  in  Prau.  (Jraben.  — 
n)  Musikarchiv  iscc  Musikwerke;  l>)  Pücherei  Ahn  Werke. 
.'»352  Bde.,  4;')  alte  Todesscheine,  29-2  Theaterzettel,  einige 
städtische  Privilegien:  königliche  Pergamenturkunden  und 
300  eechisrhe  Urkunden:  eine  grosse  Zahl  Ilandschrirten 
rechischer  Literatur:  r>  Bde.  Originalbriefo  berühmter  ^Männer 
und  Frauen,  Notizbücher.  —  Ankauf  alter,  besonders  der 
sla vischen  Werke;  beträchtliche  Dotation  vom  Verwaltungs- 
ausschuss  des  Künstlervereines;  zahlreiche  Geschenke.  -- 
Curator  und  Vorstand:  Bohuslav  Schnirch;  Schriftführer:  Dr. 
Ceiiek  Klier:    Bibliothekar:    A.  Sova:     Archivar:  J.  Pastejfik. 

öo8.  Landesausschuss  des  Königreiches  Böhmen  (Vvbor 
krälovstvi  (leskeho).  —  241. s  Werke  in  7043  Bdn.  —  Ein  ge- 
druckter Materienkatalog:   ein  alpliabet.  xVutorenzettelkatalog. 

—  Benützung  der  Landesausschussbibl.  in  der  Regel  nur  den 
Mitgliedern  des  Landtages  des  Königreiches  Böhmen  und  den 
Landesbeamten  gestattet.  Geöffnet  während  der  für  die  Be- 
amten des  Landesausschusses  des  Königreiches  Böhmen  nor- 
mirten  Amtsstunden,  wie  für  die  Dauer  der  Session  auch 
während  der  Plenar-,  beziehungsweise  Commissionssitzungen. 

—  Entlehnung  nur  ausnahmsweise;  ausgeschlossen  sind  von 
dieser:  Gesetzessammlungen,  Landtags-  und  Keichsrathsver- 
handlungen.  Zeitschriften,  Nachschlagewerke,  Encyklopädien, 
Repertorien,  Hand-  und  Wörterbücher.  Schematismen,  Karten 
und  Atlanten,  sowie  kostbare,  schwer  ersetzbare  oder  viel- 
benützte  Werke.  —  Entlehnung  auf  2-4  Wochen  gegen 
Empfangsschein.  —  Besonders  vertreten:  Nationalökonomie. 
Polizei-  und  Finanzwissenschaft,  Landescultur  und  Bergwesen. 
Geschichte. 

Seznam  del  a  spisu  obsazenych  koncem  cervna  1S9S  v  knihovnt^  zonis- 
keho  vyboru  krälovstvi  Csskeho.  Realkatalog  über  die  mit  Ende  des  Mo- 
nates Juni  l.SOS  in  der  Bibl.  dos  Landesausscliusses  des  Königreiches 
Böhmen  entlialtenen  Werke  und  Reliriften.  Prag  1S9S. 

53I>.  Landesculturrath  für  das  Königreich  Böhmen.  II — 7;ili. 

—  An  3G.()0()  Bde.  —  Jahresdotation  durchschnittlich  looo 
Gulden.  —  Bibliothekscomite:  Obmann  E.Ritter  v.  Thcumer: 
Mitglieder:  Ilcinricli    Ma.<tälka,    Dr.  G.  Scheiner;    den    Biblio- 


172  Prag.  [»*0 

theksdienst  versieht  der  L.  C.  R. -Beamte  J.  Jeräbek.  — Hand- 
schriftlich ein  aiphabet.  Zettelkatalog  in  vier  Abtheilungen, 
und  zwar  Bücher  s",  Bücher  4",  Zeitschriften  S**,  Zeitschriften 
4*^.  Dieser  Katalog  ist  zugleich  Standortsrcpertorium.  —  Mitt- 
woch und  Samstag  von  f» — 2  Uhr  allgemein  zugänglich.  — 
Entlehnung  gegen  Empfangsbestätigung  an:  a)  land-  und 
forstwirthschaftliche  Unterrichtsanstalten:  h)  land-  und  forst- 
wirthschaftliche  Vereine;  c)  Mitglieder,  Beamte  und  ständige 
Functionäre  des  Landesculturrathes:  fl)  die  vom  L.  C.  R.  mit 
Referaten  betrauten  Fachmänner;  e)  Landtags-  und  Reichs- 
rathsabgeordnete  aus  Böhmen:  f)  Professoren  der  Prager 
Hochschulen;  g)  Studirende  der  Prager  Hochschulen,  wenn 
sich  dieselben  mit  ihrer  Legitimation  ausweisen;  h)  ausnahms- 
weise auch  an  andere  Corporationen  und  andere  Personen, 
die  sich  genügend  legitimiren,  nach  ertheilter  schriftlicher 
Bewilligung  des  Präsidiums.  —  Versendung  ebenso  gegen  Er- 
satz der  Versendungskosten.  —  So  weit  bekannt,  mochte  die  Bibl. 
in  den  Dreissigerjahren  durch  die  bestandene,  i.  J.  1872  auf- 
gelöste k.  k.  stat.-ökon.  Gesellschaft  angelegt  worden  sein. 
Im  J.  18:^i»  zählte  die  Bibl.  3110  Bde.  Vom  J.  1872  über- 
nahm der  Landesculturrath  für  das  Königreich  Böhmen  die 
Verwaltung  der  Bibl.  —  Land-  und  Forstwirthschaft,  landw. 
Industrie,  Statistik  und  Nationalökonomie.  Fachjournalistik. 
—  Der  Landesculturrath  unterstützt  im  Wege  seiner  beiden 
Sectionen  in  allen  Landestheilen  die  bei  landw.  Schulen  und 
landw.  Vereinen  bestehenden  kleineren  Bibl. 

Im    Druck    erschien    der  Hauptkatalog  i.  J.  1882,  dazu  der  I.  Nachtrag 
1886,  der  II.  1898. 

.540.  Lese-  und  Redehalle  der  deutschen  Studenten  in  Prag, 

Ferdinandsstrasse  12.  —  Ende  18i»7:  45.703  Bde.  —  Dotation 
nach  Bedarf.  —  Leiter  ist  der  für  ein  Semester  aus  dem  Aus- 
schusse des  Vereines  gewählte  Bibliothekar,  dem  10 — 12 
, .Fachverwalter"  zur  Seite  stehen.  —  Fachkataloge  in  Buch- 
form; ein  aiphabet.  Zettelkatalog  in  Bearbeitung.  —  Für  die 
Mitglieder  des  Vereines  bestimmt,  kann  jedoch  mit  Bewilligung 
des  Ausschusses  auch  von  Nichtmitgliedern  benützt  werden.  — 
Entlehnung  täglich  von  !• — 12  vorm.  und  von  2 — 4  Uhr  nachm. 
—  Zur  Versendung  ist  die  Bewilligung  des  Ausschusses  er- 
forderlicli.  —  Die  Bibl.  besteht  s.  d.  J.  1.S4H  und  wurde  durch 
zahlreiche  Geschenke  und  Legate  vermehrt.  —  Sie  pflegt  alle 
Wissenschaften. 

Dor  Borioht  der  Lose-  und  Redehalle  der  deutschen  Studenten  in  Prag 
enthält  einen  Uibl.-Hericlit,  der  über  das  .lalir  IH'.t?  aucli  ein  Verzeichniss 
der  in  der  Hihi,  aufliegenden  Zeitschriften,  naeli  Fäclu'i-n  und  F,rscheinungi5- 
orten  geordnet,  bringt. 


u] 


Prag.  173 


.'»II.  Deutsches  Mädchen-Lyceum.  —  a)  Lclncihilil.  I  l'.i") 
Wi'i'ko  in  J.ir.i  lUlii.  1111(1  llofti'u;  /')  SeliiilcriiiiuMibil)!.  llsi 
Werke  in  ir)7;H  Hdii.  —  Director:  LiKhvii.,^  Sclile.sini^er;  Custos 
für  tt)  Prof.  Hans  Kassier:  für  l>)  Prof.  Franz  Uardaclizi.  -  - 
Gegr.  IST  1  vt)n  Privaten.  Steht  unter  einem  Ausseliusse  dessen 
Obmann  der  Advocat  Dr.  Carl  (Maiidi  ist. 

Naoli    dem    lot/ton   Jahrosbcriohto   gearbeitet,    da    der  Frajj;el»(><ien  iiielil 
beantwortet  wurde. 

f)40.  [Privat-JMädchen-Mittelschuie  (Soukroma  stfedni  .•^kola 
divca  spolktt  Minervy).  —  a j  Lehrerbibl.  ■2<;2  Werke  in  Ul» 
Bdn.,  l(>t;o  Programme:  h)  Schülerbibl.  .')G2  Werke  in  73.">  Bdii. 
—  Director:  Jilji  V.  Jahn.  —  Gegr.  is'jo,  erhalten  vom  Verein 
..^linerva". 

543.  Minoritenconvent  St.  Jacob.  -  Ca.  sooo  Bde.,  worunter 
eine  Anzahl  Driieksehril'ten  und  Manuscripte  aus  dem  Ende 
des  15.  Jhdts.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Guardian: 
Theol.  und  Phil.  Dr.  Ludwig  Skrda.  —  Zettel-  und  aiphabet. 
Bandkatalog.  —  Benutzbar  nur  für  die  Ordensniitgliecler.  — 
Ebenso  Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Kloster 
gegr.  12  20.  —   Theologie. 

r)44.  Museum  des  Königreiches  Böhmen  (Museum  kralovstvi 
ceskeho.  ]\Iuseum  Regni  B(»hemiae).  —  Ca.  2()o.()(>(>  Bde., 
3000  Handschriften,  G50  Incunabeln.  —  Jahresdotation  für 
Bücherankauf  3ooo  Gulden.  —  Bibliothekar:  Adolf  Patera; 
Custos:  Georg  Wegner;  Scriptoren:  Johann  Lego,  Joseph 
Ku.ska,  Univ.-Doc.  Dr.  Vincenz  Zibrt  und  Dr.  Wenzel  lleznirek: 
Aushilfsbeamter:  Joseph  Kolar.  —  Handschriftliche  aiphabet. 
Zettel-  und  Localkataloge.  —  Ausgenommen  die  Sonn-  und 
Feiertage,  sowie  die  Zeit  vom  1. — 15.  August,  in  welcher  die 
Bibliotheksrevision  stattfindet,  ist  der  Lesesaal  bis  auf  weitere 
Verfügungen  von  h  Uhr  früh  bis  1  Uhr,  Mittwoch  und  Samstag 
von  3 — 6  Uhr  abends  geöffnet.  Die  Bibl.  steht  jedem  zur 
wissenschaftlichen  Belehrung  und  Ausbildung  offen.  —  Das 
Recht,  Bücher  und  Handschriften  nach  Hause  zu  entleihen, 
steht  einzig  und  ausschliesslich  zu:  a)  den  Mitgliedern  der 
Musealgesellschaft,  welche  ihre  Beiträge  ordnungsgemäss 
leisten;  b)  anderen  Personen,  denen  über  schriftliches  An- 
suchen dieses  Recht  vom  Musevimsausschusse  auf  eine  be- 
stimmte Zeit  und  in  einem  bestimmten  Umfange  ertheilt 
wurde.  —  Zur  Versendung  von  Büchern  und  Handschriften 
an  Mitglieder  der  Museumsgesellschaften,  an  P>ibl.  u.  s.  w. 
ist  stets  die  Einwilligung  des  Bibliothekars  erforderlich.  — 
Die  Entstehung  der  Museumsbibl.  hängt  mit  der  Gründung 
des  vaterländischen  Museums    in  Prajj    i.    J.   isis    zusammen. 


17  4  Prag.  [545 

Den  Grund  legte  Kaspar  Graf  Sternberg,  welcher  dein  Mu- 
seum seine  bedeutende  Sammlung  besonders  naturwissen- 
schaftlicher Schriften  widmete;  dann  wurde  die  Museumsbibl. 
ausser  durch  Ankauf  und  Geschenke  von  einzelnen  Büchern, 
namentlich  durch  Widmungen  grosser  Büchersammlungen 
vermehrt,  welche  dem  Museum  von  Gönnern  (Jos.  Graf  Kolo- 
vrat-Krakovsky,  Erzbischof  Wenzel  Leopold  Chlumcansky  v. 
Prestavlk,  v.  Wunschwitz,  Minister  Franz  Anton  Graf  Kolo- 
vrat  Libsteinsky,  J.  Fessl,  Franz  Graf  Klebeisberg,  Franz 
Ritter  v.  Chanovsky  v.  Langendorf,  Graf  E.  Pälffy,  E.  Jelinek 
und  Dr.  W.  Gabler)  zukamen.  Ausser  Dobrovsky's  Bibl.  er- 
hielt das  Museum  vom  Landtage  des  Königreiches  Böhmen 
die  Bibl.  des  Forschers  P.  J.  Safank  und  von  der  ,,Obcanska 
Zälozna"  in  Karolinenthal  die  Bibl.  des  Historiographen  Franz 
Palacky.  —  Hauptsächlich  böhmische  Literatur,  Bohemica,  Ge- 
schichte und  Naturwissenschaften. 

Pertz.  Aus  dem  Handsehrit'tenverzeichniss  des  Bölimischen  Museums  zu 
Prag.  In:  Archiv  für  ältere  deutsche  Gesch.  IX.  1847.  S.  477.  —  Petters,  J. 
Deutsche  Handschriften  in  Prag.  In:  Anzeiger  f.  Kunde  d.  deutschen  Vor- 
zeit. II.  1855.  S.  30,  141,  165.  —  Kelle,  J.  Altdeutsche  Handschriften  aus 
Prager  Bibl.  VII.  In:  Serapeum  18(58;  Zeitschr.  für  deutsches  Altor- 
thum  XVIII.  —  Vokresenskij,  G.  Die  slavischen  Handschriften  der  Bibl.  etc. 
In:  Abhandlungen  d.  Petersb.  Akad.  XXXI.  1S8.'{,  S  1(3.  —  Zibrt,  Vincenz. 
Geschichte  der  Museumsbibl.  In:  Vöstnik  Ceske  Akademie  III.  Prag  1894, 
S.  .08.  —  Führer  durch  die  Sammlungen  des  Museums  des  Königreiches 
Böhmen  in  Prag.  Prag  1897.  S.  IG.  Gesch.  d.  Bibl,  u.  Bericht  über  die 
alten  Hand-  und  Druckschriften.  —  Patera,  Adolf.  Verzeichniss  der  böh- 
mischen Incunabeln.  Ebd.  S.  2(J.". 

545.  Städtisches  Museum,  gegründet  1883  zur  Veranschau- 
lichung und  Sammlung  historischer,  namentlich  die  Stadt 
Prag  betreffender  Denkmale  unter  Berücksichtigung  der 
bndenden  Künste  und  des  Kunstgewerbes,  bringt  eine  Samm- 
lung von  Prager  Druckwerken  zur  Ausstellung  und  besitzt 
ausser  diesen  Werken  nur  eine  zum  Amtsgebrauch  bestimmte 
Handbibl.  Director:  Bfetislav  Jelinek. 

546.  Piaristencolleglum  hat  eine  Privatbibl.  aus  dem  Nach- 
lasse einiger  Ordensmitglieder,  die  lediglich  zu  Schulzwecken 
verwendet  wird.  —  Rector:  Julian  Walter. 

547.  Königl.  Prämonstratenserstift  Strahov,  —  lieber  80.000 
Bde.,  darunter  über  OOO  Incunabeln;  über  1200  Handschriften.  — 
Dotation  nach  Bedarf.  --  Bibliothekar  derzeit:  Dr.  Isidor  Th. 
Zahradnik.  —  Zettel-  und  Handkatalog  ;  für  die  theologische 
Wissenschaft  auch  ein  Fachkatalog;  der  Zettelkatalog  ist 
aiphabet,  geordnet;  Handschriftenkatalog.  —  Geöffnet  und 
jedem  zugänglich  vom  IG.  Mai  bis  Ende  September  täglich 
von     !) — 12  Uhr    vormittags    mit  Ausnahme    von    Sonn-    und 


''»47]  P  r  a  <if.  17  .'• 

Fciorta^on.  --  Büohur  uiul  Ilaiidsclirifleii  worden  (lelolirten 
und  Facliniännorn  nur  dann  nach  Jlause  ^ebor^t,  wenn  die- 
selben dorn  Hibliothekar  als  vertrauenswür(lij4:o  Personen  be- 
kannt, oder  von  solchen  dem  Bibliothekar  bekannten  (Jelehrten 
anempfohlen  werden.  Uniea,  Raritäten  und  kostbare  Sachen 
werden  niciit  verlicht'n,  kcumen  aber  in  der  Bibl.  eingesehen 
werden.  —  Versendung  an  (■)ffentliche  Bibl.,  besonders  bei 
werthvoUen  Werken.  —  Geschichte  des  Stiftes.  Bericht 
des  früheren  Stiftsbibliothekars  Ivan  Ad.  Wagner.  Seine  Ent- 
stehung verdankt  das  Stift  dem  Olmützer  Bischof  Heinrich 
Zdik,  der  11. is  bei  (Jeleuenheit  einer  Wallfahrt  in  Palästina 
in  den  Pränionstratenserorden  eingetreten  war.  Mit  Hilfe  des 
Prager  Bisclujfs  Joliann  I.  von  Prag  und  des  Herzogspaares 
Wiadislav  und  Gertrud  verwirklichte  er  seinen  Plan,  die 
Prämonstratenser  in  Böhmen  einzuführen;  auf  dem  Berge 
Strahov  oder  Sion  wurde  ihnen  ein  prächtiges  Haus  erbaut, 
das  1  1 10  von  Chorherren  aus  dem  Stift  Steinfeld  am  Rhein  be- 
zogen wurde.  Die  Bibl.  des  königl.  Prämonstratenserstiftes 
Strahov  bestellt  aus  mehreren  ein  harmonisches  Ganze  bilden- 
den Räumlichkeiten,  welche  jedoch,  da  sie  nicht  aus  einer  Zeit 
stammen,  sondern  nach  Bedürfniss  im  Laufe  der  Zeit  erbaut 
wurden,  auch  nicht  von  gleicher  Grösse  und  gleicher  Aus- 
stattung sind.  Der  älteste  Theil  der  jetzigen  Bibl.  ist  der 
theologische  Saal,  welcher  auch  der  kleine  Saal  genannt  wird, 
wo  ausschliesslich  Werke  theologischen  Inhaltes  unterbracht 
sind.  Er  stammt  aus  der  zweiten  Hälfte  des  XVII.  Jhdts, 
Das  königl.  Stift  Strahov  hatte  jedoch  schon  früher  ansehn- 
liche Bibliotheken.  Die  erste  ging  in  den  hussitischen  Wirren 
zugrunde,  als  die  fanatischen  Horden  Zizkas  am  s.  Mai  1  120 
das  Stift  überfielen  und  Kloster  und  Kirche  in  Asche  ver- 
wandelten. Wo  vordem  das  herrliche  Stift  stand,  da  war  nun 
durch  eine  lange  Reihe  von  Jahren  nur  ein  Schutthaufe. 
Nach  solchen  Schicksalsschlägen  war  freilich  an  den  Bau 
einer  Bibl.  nicht  zu  denken.  Eine  lange  Reihe  von  Jahren 
verging,  bevor  sich  das  Stift  von  den  harten  Schlägen  wieder  er- 
holte. Erst  dem  Abte  Lohelius,  dem  naclimaligen  Erzbischof  von 
Prag,  gelang  es,  das  seiner  Leitung  und  Obsorge  anvertraute 
Stift  Strahov  nicht  nur  vom  gänzlichen  Untergange  zu  retten, 
sondern  zu  seinem  künftigen  Aufblühen  einen  festen  und 
dauernden  Grund  zu  legen.  Dieser  fromme  und  gelehrte  Abt 
(158»} —  unO),  den  das  Stift  Strahov  seiner  grossen  Verdienste 
wegen  seinen  zweiten  Gründer  nennt,  erbaute  nach  Wieder- 
herstellung der  Kirche  und  klösterlichen  Wohngebäude  auch 
eine  Bibl.,  welche  er  nach  und  nach  mit  den  werthvoUsten 
Schätzen  der  Wissenschaft  bereicherte.  Doch  auch  dieser 
Büchersamnilung    erging    es    wenit»-    besser  als  der  früheren. 


176  Prag.  [547 

Als  nämlich  zu  Ende  des  dreissigjährioen  Krieges  der  schwe- 
dische General  Königsmark  am  '2b.  Juli  KU.s  Prag  überfiel 
und  sich  des  königl.  Hradschins  und  der  Kleinseite  bemäch- 
tigte, wurde,  wie  die  meisten  Bibl.  in  Prag,  auch  die  Bibl. 
des  Stiftes  Strahov  arg  verwüstet  und  nicht  nur  aller  kost- 
baren Druckschriften,  sondern  auch  aller  werthvollen  Hand- 
schriften beraubt.  Bis  heute  wird  in  den  berühmten  schwedi- 
schen Bibl.  zu  Stockholm  und  Upsala  so  mancher  Schatz  auf- 
bewahrt, der  ehemals  die  Bibl.  des  Stiftes  Strahov  zierte.  Der 
Schaden,  den  die  Bibl.  mit  dem  Verluste  seiner  Bücher  er- 
litten hat,  belief  sich  nach  dem  Zeugnisse  der  Stiftsannalen 
auf  mehr  als  20.000  Gulden.  Nach  dem  dreissigjährigen  Kriege, 
dessen  traurige  Folgen  auch  Strahov  fühlen  musste,  konnte 
das  verwüstete  und  völlig  entkräftete  Stift  an  die  Erbauung 
einer  Bibl.  freilich  nicht  denken.  Es  vergingen  viele  Jahre, 
bevor  es  durch  umsichtige  Gebarung  seiner  damaligen 
Aebte  sich  von  den  ihm  so  zahlreich  versetzten  Wunden 
wieder  erholte.  Deshalb  geschieht  auch  in  den  Stiftsannalen 
fast  durch  '20  Jahre  von  einer  Bibl.  nicht  die  geringste  Er- 
wähnung, obzwar  man  Ursache  hat  zu  glauben,  dass  es  selbst 
damals  im  Stifte  Strahov  an  einer  Büchersammlung  nicht 
ganz  gefehlt  hat,  weil  auch  unter  den  Büchern  in  der  jetzigen 
Bibl.  noch  viele  vorhanden  sind,  welche  auf  den  Einband- 
deckeln das  Wappen  des  Abtes  Lohelius  tragen  und  deshalb 
nocii  aus  der  Zeit  vor  dem  dreissigjährigen  Kriege  stammen. 
Und  dann  ist  es  fast  sichergestellt,  dass  die  Schweden  nur 
die  werthvollsten  Sachen  aus  der  Bibl.  entwendeten  und  Alles, 
was  für  sie  keinen  Werth  hatte,  zurückliessen.  Den  Grund 
zur  jetzigen  Bibl.  legte  erst  der  Abt  Hieronymus  von  Hirn- 
haim  (KJTO — 79),  der  sich  als  Gelehrter  und  Schriftsteller 
auch  über  die  Grenzen  Böhmens  hinaus  einen  günstigen  Ruf 
erwarb.  Gleich  nach  seiner  Erwählung  zum  Abte  machte  er 
Anstalten  zum  Baue  einer  Bibl.  Schon  im  Jahre  1G7-2  war  ein 
stattlicher  Saal  errichtet,  der  heute  der  theologische  oder 
kleine  Saal  genannt  wird,  und  einige  tausend  Bände  werth- 
voller  Bücher  angeschafft,  welche  mit  der  durch  seinen  Vor- 
gänger Abt  Vincentius  Frank  (IG.ö.s-  (U))  von  einem  gewissen 
Ritter  v.  Freisleben  angekauften  Büchersammlung  schon  eine 
bedeutende  Sammlung  ausmachten.  Aus  Dankbarkeit  wird 
sein  Porträt  auch  bis  zum  heutigen  Tage  in  diesem  Saale 
nebst  den  Bildern  anderer  um  die  Bibl.  verdienter  Männer 
in  Ehren  aufbewahrt.  Unter  seinen  Nachfolgern  in  der  Abt- 
würde bekam  dieser  Saal  ein  ernstes  und  ehrwürdiges  Aus- 
sehen durch  die  Stuckarbeiten  und  Frescomalereien  —  im 
Ganzen  20  Bilder  — ,  welche  besonders  unter  Abt  Marian 
Hermann  i.  J.  1727    von    dem    Strahover    Chorherrn  und  be- 


rviT)  Pro  LT.  177 

i-ühmtcii  Malrr  Siciirtl  Nosecky*)  an^^ebraclii  wurden.  Im  Laufe 
tlor  Zeit  nalnu  al»er  die  Zahl  der  IJiiclier  so  zu,  dass  die 
Hibl.  sie  nicht  inehf  aUe  fassen  konnte,  llahl  niussto  man  an  ihre 
Erweiterunu  denken.  Diese  Absicht  seiner  Vorj^'än^'er  führte 
Abt  Wenzel  Mayer  (177'.i  — isou)  aus,  indem  er  durch  Er- 
weiterung oder  besser  gesagt  durch  Erbauung  einer  neuen 
Bibl.  seinen  Namen  nicht  bloss  im  Stifte  Strahov  und  in 
Prag,  sondern  auch  in  weiteren  Kreisen  unvergesslich  machte. 
Mit  vollem  Rechte  kann  er  ein  neuer  (Jründer  der  P)il)l.  ge- 
nannt werden.  Schon  im  dritten  Jahre  nach  seiner  Erhebung 
zur  Prälatenwürde  machte  er  sich  an  die  Arbeit  und  brachte 
mit  einem  für  die  damaligen  traurigen  Verhältnisse  wirklich 
enormen  Aufwände  ein  Werk  zustande,  das  von  Fremden 
noch  jetzt  bewundert  wird.  Parallel  mit  dem  theologischen 
Saal  wurde  nämlich  ein  neuer,  aber  viel  höherer  Kaum  erbaut, 
der  zu  den  prächtigsten  Bibl. -Sälen  gehört.  Es  ist  ein)o8Fuss 
langer  und  3»;  Fuss  breiter  Saal,  der  an  der  Ostseite  zwei 
Reihen  übereinander  liegender  Fenster  hat,  zwischen  denen 
sich  eine  reich  verzierte  Gallerie  befindet.  Im  ganzen  Saale 
sieht  man  keine  blossen  Wände,  da  vom  Fussboden  bis  zur 
Decke  sowohl  die  Mauern  als  auch  die  Fensternischen  mit 
schön  geschnitzten,  reich  vergoldeten  Bücherschränken  aus 
Nussbaumholz  verdeckt  sind.  Dieser  wird  gewöhnlich  der 
philosophische  oder  auch  der  grosse  genannt,  weil  die 
darin  eingereihten  Werke  ihrem  Inhalte  nach  ins  philosophische 
Fach  gehören.  Der  schönste  Schmuck  dieses  herrlichen  Saales 
ist  das  Gemälde,  mit  welchem  der  berühmte  kaiserl.  Wiener 
Hofmaler  Anton  Maulbertsch  den  Plafond  desselben  i.J.  175*4 
zierte.  Diesen  neuen  Saal  verband  Abt  Wenzl  mit  dem  alten 
theologischen  durch  zwei  weite,  lichte  Corridore,  so  dass  jetzt 
die  ganze  Bibl.  ein  regelmässiges  Viereck  bildet,  mit  einigen 
kleineren  Nebengemächern  und  einem  kleinen  Garten  in  der 
Mitte  zwischen  den  vi(3r  Räumlichkeiten.  In  dem  gegen  Süden 
gelegenen  Corridor  befindet  sich  eine  Sammlung  von  meist 
böhmischen  Mineralien,  darunter  wahre  Prachtstücke.  In  dem 
nördlichen  Corridor  werden  juridische  und  medicinische  Werke 
aufbewahrt;  diese  Abtheilung  wird  gewöhnlich  der  medicinische 
Saal  genannt.  Der  südliche  Corridor,  in  welchem  zu  beiden 
Seiten  prächtig  gearbeitete  Kästen  stehen,  in  denen  die  Mine- 
ralien S3'stematisch  geordnet  aufbewahrt  werden,  ist  geschmack- 
voll eingerichtet,  seine  Wände  sind  mit  Ta])eten  geziert.    Der 

*)  Sieard  Nosecky  war  von  Geburt  ein  Präger  und  in  der  ersten  Hälfte 
des  XVIII.  Jaiirhunderts  ein  berühmter  Maler  in  Böiuiien ;  das  Stift  Strahov 
besitzt  eine  lange  Reihe  von  Erzeugnissen  seines  Kunstpinsels.  Er  starb 
als  Provisor  des  Stiftes  am  28.  Januar  1753.  Sein  Porträt  wird  in  dem 
Saale  aufbewahrt. 

Bibliothek«- Adressbucb.  12 


178  Prag.  [547 

nördliche  entbehrte  bis  in  die  letzte  Zeit  mit  Ausnahme  der  in 
ihm  aufbewahrten  wissenschaftlichen  Werke  jedweder  anderer 
Zier.  Die  Bücherschränke,    nur    aus   rohen,    unangestrichenen 
Brettern  zusammengefügt,  bildeten  zu  den  übrigen,    so    herr- 
lich   ausgestatteten  Sälen    einen    argen  Contrast,    der    jedoch 
auch  behoben  wurde.  Die  Bibl.  fand  in  dem  jetzigen  General- 
abt und  Landesprälat  Sigismund  Stary  einen  freigebigen  und 
opferwilligen  Freund  und  Gönner,  der  zu  ihrer  völligen  Aus- 
schmückung   keine  Auslagen    scheute,    und    nun    glücklich  zu 
Ende  brachte,    was  seine  kunstsinnigen  Vorgänger   begonnen 
hatten,     aber    wegen    Ungunst    der    Zeiten    nicht    vollenden 
konnten.  Nach  Erbauung    von  vier  ganz  neuen  Pfarrkirchen, 
nach    gründlicher    Restaurirung    aller    (-34)  Kirchen    und  Ka- 
pellen,   nach    zeitgemässer   Instandsetzung    aller  Wohn-    und 
Wirthschaftsgebäude  auf  den  stiftlichen  Pfarren    und  Gütern, 
nahm  er  sich  auch  dieser  Perle   mit  der  ihm  eigenen  Energie 
an;  als  wahrer  Freund  der  Künste  und  Wissenschaften  wurde 
er  auch  ihr  ein  freigebiger  und  grossmüthiger  Gönner.  Alle  in 
dem  sogenannten  medicinischen  Saale    aufgestellten    und  bis- 
her   so    unansehnlich    aussehenden    Bücherschränke    wurden 
durch    angemessene    Zier  arbeiten    in    einen    der  Pracht    der 
ganzen    Bibl.    entsprechenden    Stand    gesetzt,    geschmackvoll 
angestrichen  und  reich  vergoldet.  Hiermit  ist  auch  eigentlich 
erst    das    grossartige    Werk    nach    Verlauf    von    100    Jahren 
glücklich  zu  Ende  gebracht  worden.  Nachdem  nun  im  vorigen 
Jahre  auch  das  Aeussere  der  Bibl.  restaurirt  worden,  präsen- 
tirt  sich  dieselbe  nunmehr  sehr  gefällig.  Das  schöne,  in  Sand- 
stein   ausgeführte    Portal,    der    weisse  von  Ignaz  Platzer  ge- 
arbeitete plastische  Schmuck  mit  Emblemen  der  Künste    und 
Wissenschaften,  die  in  lateinischer  Sprache    über  dem  Portal 
angebrachte  Widmung:  „Religioni,  Patriae,  Sioneorum  profectui'' 
mit  der  Jahreszahl  17.s3,  das  vergoldete  Relief bildniss  Kaiser 
Josef  IL:  alles  athmet  die  heitere  Eleganz  des  18. Jhdts.  Was 
die  Bücher  schätze  der  Bibl.  betrifft,  so  seien  von  den  Hand- 
schriften,   unter    denen    sich    viele    sehr  werth volle  befinden, 
folgende  erwähnt:   1.  Ein  Evangeliarium  auf    Pergament    aus 
dem    n.    Jhdt. ;    schön    erhalten,    mit    werthvollen     Einband- 
deckeln, die  mit  rothem  Sammt  überzogen  sind.  Der  vordere 
Deckel  ist    mit    vier  Emailmedaillons    aus    dem    !>.,    mit   vier 
silbernen  Figuren  aus  dem  12.  Jhdt.  und  mit  Krystallen  und 
Achaten   geschmückt.     2.    Gerlaks  Chronik    oder  Codex  Stra- 
hoviensis:  Manuscript   aus  dem  Ende  des  12.  Jhdts.;    enthält 
die  Geschichte  Böhmens  v.  J.  1 140  - 1 1!»8  und  ist  für  manches 
dieser  Jahre  die  einzige  Quelle   für    die  Geschichte  Böhmens. 
Der     Bibl.     des     Stiftes     schenkte    sie    i.    J.    1828    der    böh- 
mische Gelehrte  Abbe  Josef    Dobrovsky.     3.    Zu    den    werth- 


SIT)  TraLT.  171) 

Yollsicu  I  hinilscliriHi'ii  »Irr  liiltl,  ^;c'li<"irt  uiisl r('iti<f  das  vuii 
Fat'liiiuiniioni  so  dft  bcwiuuk'i'ti',  ^nit,  orlialteiio  I'oiit ilicalu 
Alborls  V.  SUTiihoru',  wi'ilaiul  IJischofs  von  Lciitomisülil  in 
HöhiiRMi,  wok'lu's  i.  ,1.  i;J7i;  von  (Icni  btiliniiselien  Mak-r  II(»(lik 
«j:esoliriel)en  luul  mit  43  l'üin  clnrchi^aUiihrten  InitiakMi,  dar- 
unter Porträte  Kaiser  Karls  IV,  und  Alberts  von  Öternber<r, 
ueziert  ist.  l.  FAn  altes  Testament  in  b<"iliniischer  Sprache  von 
Hanns,  einem  C'istercienser  aus  Seiller  i.  J.  l  KU  auf  Pergament 
ijfeschrieben.  in  I".  :'>.  Lateinische  Bibel.  Altes  und  Neues 
Testament,  in  fol.  auf  Papier  m-eschrieben,  aus  der  ersten 
Hälfte  des  15.  Jhdts.  mit  unzähligen  illuminirten  Initialen 
und  pracktvollen  Randverzierunuen.  (3.  Lateinische  Bibel. 
Altes  und  Neues  Testament  in  fol.  auf  Pergament  geschrieben 
mit  verzierten  Initialbuchstaben  vom  Jahre  1  Mo  in  grünem 
Sammt  gebunden.  7.  Lateinische  Bibel.  Altes  und  Neues  Testa- 
ment in  .s"  auf  feinstem  Pergament,  überaus  klein  geschrieben; 
soll  von  einer  Doxaner  Prämonstratenserin  aus  dem  13.  Jahr- 
hunderte herrühren,  s.  Böhmische  Bibel.  Neues  Testament 
a.  d.  J.  UM.  1).  Ein  Missale,  geschrieben  auf  Pergament  mit 
vielen  sehr  fein  durchgeführten  Miniaturmalereien  a.  d.  J. 
14.S3  von  dem  Prämonstratenserchorherren  Benedictus  aus 
Klosterbruck,  dessen  Porträt  und  Namen  am  ersten  Blatte 
angebracht  sind.  10.  Handbuch  Sächsischer  Rechte  (Magde- 
burger). Deutsches  Manuscript  in  fol.  auf  Papier  v.  J.  1371. 
11.  Ein  deutsches  Epos:  „Wilhelm  von  Brabant".  Original  auf 
Pergament  in  t"  aus  dem  l"!.  Jhdt.  Der  Verfasser  war  der 
Minnesänger  Rudolf  von  Dienstmann.  Das  Werk  ist  zum  Ein- 
bände von  s  Foliobänden  minoris  momenti  verwendet  worden. 
Die  Blätter  wurden  vom  Bibliothekar  Kaspar  Bausek  sorgsam 
abgelöst  und  so  in  Fragmenten  zusammengestellt.  12.  Grie- 
chische Handschrift  auf  ägj'ptischem  Papier  in  fol.:  Oppiani 
de  piscatione  libri  4.  13.  Evangelium  Nikodemi.  Aus  dem 
Lateinischen  ins  Br)hmische  übersetzt,  auf  Pergament  a.  d. 
J,  1142.  Von  den  Incunabeln  mögen  folgende  eine  Er- 
wähnung finden:  1.  Prazskä  bible  a.  d.  J.  1488  (4  Exemplare), 
•2.  Kutnohorskä  bible  1489.  3.  Dlabacftv  Novy  Zäkon  1475 
(unicum).  4.  Prazsky  missäl  1471»  fol.  (2  Exemplare),  ö.  Kro- 
nika  trojänskä  1488.  4".  <;.  ]\Iartiniany  (kronika  limska)  aus 
d.  J.  1488  in  kl.  fol.  7.  Zaltär  a.  d.  J.  1487  in  4".  8.  Zivoty 
svatych  a.  d.  J.  14!»').  ;).  Deutsche  Bibel  vom  Buche  Uenesis 
an,  endigt  mit  den  Psalmen.  Nürnberg  1483  in  fol.  mit  illu- 
minirten Bildern.  Editio  rarissima.  1(>.  S,  Hieronymi:  Leben 
der  Väter.  Nürnberg  147.')  fol.  mit  illuminirten  IJiklern.  11. 
Sachsensjiiegel.  Augsburg  1  I'.h;  fol.  IJ.  Rechnung  auf  alle 
Kaufmannschaft.  Leipzig  14;h».  13.  Brandt  Seb.  Narrenschiff 
Strassburg  1404.  14.  Aeneae    Sylvii:    Historia  bohemica   I47.'>. 


180  Prag.  [547 

4*^.  15.  Catalogiis  Sanctorum.    Roma  14(37.    16.  Julii  Caesaris: 
De  bello  gallico.  Roma  1469.  fol.  17.  Plinii:  Historia  naturalis. 
Venetiis  147-2  :gr.  fol.  mit  prächtigen  illuminirten  Initialbuch- 
staben. 18.  Ciceronis  Opera.  Venetiis  1480.  fol.  19.  Quintiliani 
opera.  Venetiis  1471.  fol.  20.  Titi  Livii  historia.  Parnisii  1485. 
fol.  21.  Guilielmi  Duranti  IIL  und  IV.  pars  speculi  jurid.  und 
Repertorium    aureum    ejusdem.    Venetiis  1488.    Arte  magistri 
Paganini  de  Paganinis.  fol.  22.  loan.    Calder:     Consilia    juri- 
dica.  Roma  1472.  fol.  23.  Avicennae:  Opus  medicum.  Lugdunae 
1498.  4  Bde.  in  fol.  24.  Alberti  Magni:  Summa  deEucharistia. 
Winterbergae  Bohemor.  1484.    fol.  Editio  rarissima.  25.  Nicolai 
de  Lyra,  ord.  Minor. :  Postilla  in  4  evangelistas.  Venetiis  1482. 
fol.  26.  S.  Augustini:    De  civitate  Dei.    Venetiis    1470.  fol.    27. 
S.  Bernardi:    Tractatus  de  planctu  Maria.    1470.    Die  Jahres- 
zahl   ist    zu    Ende    des  Opus    7.  28.    S.  Bernardi:    Sermones. 
Mogunt.  1475  per  P.  Schoiffer.  fol.  29.   S.  Thomae  de  Aquino 
opus.  Mogunt.  1471  per  P.  Schoiffer.  fol.  30.  Thomae  a  Kempis. 
De  imitatione  Christi.  1485.    31.    Eine    lateinische  Bibel    a.  d. 
J.  1478.    Aus    den    werth vollen  und  seltenen  typographischen 
Werken    wollen    wir   nachfolgende    anführen:     1.    Böhmische 
Bibel.    Venedig  1506,   bei  Peter  Lichtenstein,  fof.    (Benätska). 
2.  Böhmische  Bibel.  Kralitz  1579  —  1593.  6  Bde.  8».    Die    soge- 
nannte Kralitzer  Bibel;    ein    höchst    seltenes  typographisches 
Meisterstück.     3.  Biblia    polyglotta  in  12  Sprachen    studio    et 
labore  Eliae  Hutteri.    Nürnberg  1599.  fol.  4.  Polyglotta  regia 
Phiiippi  II.  (hebraico,  chaldaice,  graece  et  latine).    Antverpiae 
1569—1572.  Christophor.    Plantinus.    7  Bde.  gr.  fol.    5.  Biblia 
Sacra  polyglotta  Briani  Waltoni.  Londini  1657  in  9  Sprachen. 
6  Bde.  fol.  Eines  der  höchst  seltenen  Exemplare  von  den  so- 
genannten Republican  Copies  mit  der  Zueignung  an  Cromwell, 
unter  dessen  Protectorate  die  Bibel  gedruckt  worden  ist,   als 
Gegensatz  der  „Loyal  Copies"  mit  der  Dedication  an  Karl  IL 
6.  Steier  Sylvestri :      Historia  genealogiae  Domini  nostri  Jesu 
Christi.  Francofurti  1594.  Dieses  Buch  ist  zu  Eger  in  Böhmen 
geschrieben  und  gehört  zu  den  grössten  Seltenheiten.  7.  Dun 
Scotus  J.  Opera  omnia.  Lugduni  1639.  12  vol.  in  fol.  8.  Neper 
J.  Mirifici   Logarithmorum  canonis  descriptio    et   usus.  Edin- 
burg  1614.     Als    erstes  Werk  über  Logarithmen  merkwürdig 
und   schon    selten.     9.    Acta     sanctorum,      quotquot  toto  orbe 
coluntur;     colleg,,    digess.    und    notis  illustravit  J.  BoUandus. 
Antverpiae  1643.  Das  Werk  ist  bis  auf  Julii  tom.  IL  vollständig 
in  der  Bibl.  10.  Reinecke  Fuchs.  Rostock  1662.  11.  Theurdank. 
Augsburg  1519.    Dann 'besitzt  die  Bibl.  auch  die  Ausgaben  v. 
d.  J.    1589   und    1679.    12.  Vaclav  Häjek    z  Liboran.    Kronyka 
Ceskä.  V  Praze  1541.  Mit  Holzschnitten.  Erste,  höchst  seltene 
Ausgabe.    13.    Bohuslav   Baibin.    Seine    vielen  Werke    sind   in 


•"■'IT]  Ti-a--.  isi 

clor  lUbl.  voll/:iiili,L;  vorhaiideii.  I  1.  Vocabulariiun.  cui  luiiiieii 
Lactifer.  lat.-bohoni.  Jan  liosak  z  Vodiian  v  Plzni  1511.  Das 
erste  böhmische  Wörterbuch  in  der  höchst  seltenen  ersten 
Ausgabe.  ir>.  Jana  Ilusa  Postilla  ir>(;i;  äusserst  selten.  IC.  Imu 
Koran  in  der  Oritsse  eines  ClulcUMistiiciv'es.  —  Arnos  Konienius: 
Triertiuni,  das  einzi<^e  bekannte  Exemplar  des  änss(n'st 
seltenen  Druckes  der  Konac's  Uebersetzung"  der  br)liin. 
Chronik  des  Aeneas  Sylvius  v.  J.  1.^)10  u.  v.  a.  —  ErwäluKui 
müssen  wir  ncjch  eines  Geschenkes,  welches  der  Bibl.  l)is 
zum  heutiuen  Taue  zur  Zierde  iicreicht.  Es  besteht  aus  zwei 
Werken  in  französischer  Sprache,  welche  Maria  Louise, 
zweite  Geinahlin  Kaiser  Nai)oleon  I.,  der  Dibl.  j^emacht  hatte. 
Die  hohe  Frau  besuchte  während  ihrer  Anwesenheit  in  Pra<i' 
i.  J.  1S12  auch  die  Bibl.  des  Stiftes  Strahov  und  schickte  ihr 
zum  Andenken  zwei  kostbare  Werke,  welche  nur  sehr  selten 
in  einer  Bibl.  zu  finden  sind.  Es  sind  dies:  Musee  „fran- 
gais"  1  Bde.  in  ^r.-fol.,  eine  Sammlung  von  Stahlstichen  aller 
Bilder,  Statuen  und  Basreliefs,  welche  Napoleon  I.  im 
Louvre  zu  Paris  hatte,  und  dann  ein  botanisches  Werk  über 
Lilienpflanzen:  „Les  liliacees  par  Redoute",  G  Bde.  in  fol.  mit 
illuminirten  Liliengewächsen.  Beide  Werke  sind  zu  Anfang 
des  u».  Jhdts.  zu  Paris  herausgegeben,  in  rothen  Safian  gebunden 
und  äuserst  fein  vergoldet.  Sie  stehen  im  grossen  Saale  in 
einem  eigenen,  zierlich  gearbeiteten  Kasten,  ober  welchem 
die  Büste  Kaiser  Franz  L  von  Oesterreich,  des  Vaters  der 
erlauchten  Geberin,  aus  carrarischem  Marmor  aufgestellt  ist. 
Sehenswerth  ist  auch  das  sogenannte  Missale  des  Prager 
Jesukindleins,  das  eine  interessante  Geschichte  hat  und  mit 
grosser  Pietät  hier  aufbewahrt  wird.  Das  Missale  selbst  ist 
in  .Venedig  i.  J.  17:30  gedruckt,  seine  Deckel  aber  sind  mit 
Gold-  und  Silberfäden  reich  und  fein  gestickt  und  mit  rothen 
Korallen  geschmückt.  Es  ist  dies  eine  Arbeit  von  Karmeliter- 
nonnen in  Palermo,  die  es  ihrem  Ordensgeneral  P.  Ilde- 
phons,  als  er  i.  J.  1737  ihr  Kloster  visitirte,  zum  Ge- 
schenke machten.  Dieser  aber  spendete  es  ex  voto,  dass  er 
bei  einem  Schiffbruche  gerettet  wurde,  dem  Prager  Jesu- 
kindlein.  Als  zu  Ende  des  is.  Jhdts.  unter  Kaiser  Josef  II. 
das  Karmeliterkloster  in  Prag  aufgehoben  wurde,  und  alles, 
was  zum  Gottesdienste  in  der  dortigen  Kirche,  die  zur  Pfarr- 
kirche erhoben  wurde,  nicht  unumgänglich  nothwendig  war, 
verkauft  wurde,  traf  dieses  Schicksal  auch  das  kostbare 
Missale.  Wer  es  damals  bei  der  öffentlichen  Auction  erstanden 
hat,  ist  nicht  bekannt.  Für  die  Bibl.  wurde  es  erst  i.  J.  179!» 
käuflich  erworben.  Und  wenn  wir  cMidlich  zum  Schlüsse  noch 
beifügen,  dass  die  „Ceskä  akademie  cisafe  Frantiska  Josefa 
pro  vedu,  slovesnost  a  umcni   v  Praze"    der  Bibl.  des  Stiftes 


182  Prag.  [548 

Strahov  von  allen  ihren  Publicationen,  welche  jährlich  eine 
ansehnliche  Zahl  von  Bänden  repräsentiren  und  streng  wissen- 
schaftlichen Inhaltes  sind,  in  uneigennützigster  Weise  ein 
Gratisexemplar  zukommen  lässt,  und  dass  für  dieselbe  jedes 
Jahr  alle  bedeutenderen  Erscheinungen  auf  dem  Gebiete  der 
Wissenschaften,  die  im  Hause  Pflege  finden,  angeschafft  werden, 
so  haben  wir  in  gedrängtester  Kürze  alles  gesagt,  um  ein  mög- 
lichst klares  Bild  zu  geben  und  dabei  auch  gezeigt,  dass  die  Bibl. 
des  Stiftes  Strahov,  was  wissenschaftlichen  Werth  betrifft,  sich 
gewiss  anderen  Bibl.  ganz  gut  an  die  Seite  stellen  kann. 

Wej'rauch,  E.  Geschichte  und  Beschreibung  der  kgl.  Stift  Strahöwor 
Bibl.  Prag  1858.  —  Kelle,  J.  Altdeutsche  Handschriften  aus  Präger  Bibl. 
IV.  In:  Serapeum  18G8,  S.  177.  —  Ceruiak,  Dominik  Carl.  Das  Pränionatra- 
tenser-Chorherrenstift  Strahov  oder  Berg  Sion  in  Prag.  In:  Ein  Chor- 
herrenbuch: Von  Sebastian  Brunner.  Würzburg  1883. 

Privatbibliotheken. 

548.  Gräflich  Harrach'sche  Bibliothek  enthält  Bo- 
hemica.  —  Ein  Buchkatalog,  in  welchem  die  Bücher  nach 
ihrem  Einlaufe  eingetragen  werden.  —  Genaue  Ordnung  ist 
für  die  Zukunft  beabsichtigt. 

Hirsching.  Beschreibung  sehenswerther  Bibl.  III.   1.  1788,  S.  208. 

5iy,  Fürst  Kinsky,  Grosser  Ring  IG.  —  12. 11. -5  Werke 
in  30.761  Bdn.  und  2595  Heften;  über  500  Bde.  Kupferstiche 
und  sonstige  Kunstwerke.  Nur  wenige  Handschriften.  — 
Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Die  Beaufsichtigung  und 
Katalogisirung  obliegt  der  i'ürstl.  Kinsky'schen  Domänen-  und 
Fabrikendirection  in  Zlonic  (Böhmen).  Die  locale  Aufsicht  be- 
sorgt der  fürstl.  Palaisportier  Tich}^  —  Ein  Zettolhaupt- 
katalog  nach  der  Reihenfolge  des  Einlaufes;  ein  Materien- 
katalog in  29  Abtli.,  innerhalb  dieser  aiphabet,  angeordnet; 
überdies  ein  aiphabet.  Autorenzettelkatalog;  für  die  Kunst- 
werke ein  Bandkatalog.  —  Benutzbar  nur  mit  besonderer  Be- 
willigung des  Besitzers  in  der  Weise,  dass  die  gewünschten 
Bücher  in  einem  Nebenzimmer  der  Bibl.  zur  Einsicht  auf- 
gelegt werden.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  — 
Gegr.  von  Fürst  Ferdinand  Kinsky,  dem  Grossvater  des 
jetzigen  Besitzers,  zu  Beginn  des  19.  Jhdts.  durch  Ankauf 
einer  grösseren  Büchersammlung  aus  Deutschland.  Mit  dieser 
wurden  die  meisten  älteren  und  seltenen  Werke  der  Bil^l.  er- 
worben, insbesondere  eine  umfassende  Collection  von  Druck- 
werken über  die  „Revolution  Belgique  des  Pays-Bas  et  Fran- 
Qaise",  bestehend  aus  17. -171  Stücken,  die  in  1108  indicirten 
Bdn.  vereinigt  sind.  —  Vorzugsweise  Bücher  aus  der  2.  Hälfte 
des  IH,  und  ersten  Hälfte  des  19.  Jhdts.  Alle  Wissenschaften. 


6021  rrnt:.  is.J 

Untor    ilcii     KiiiistwerUcii    bcliiHli'H    sicli    viele   wei'tlivnlle   alle 
Kui)foi'stiche  von  vorschiodeiieii  Meistern  und  Hcliulen. 

rifjO.  Adnlhort  IJittcr  v.  Lanna.  —  Ende  is'.is:  7»;47 
Worke  in  II. t»."«!  l)dn.,  worunter  .'JiMo  Werke  in  lilTl  Kdn.  die 
bildenden  Künste  und  Kunstwerke  betreffen.  Es  sind  auch 
einige  Handschriften  mit  l>ild(M"schinuck,  sowie  mehrere  in- 
teressante alte  Einbände  vorhanden.  Die  mit  Kui)ferstichen 
und  Holzschnitten  geschmückten  älteren  Werke  finden  sich 
verzeichnet  in  „Sammlunji:  Lanna,  Prae-,  das  Kupferstich- 
cabinet:  wissenschaftliches  Verzeicliniss  von  Dr.  Hans  Wolf- 
irano-  Sinuer.  Pra.e'  l.S'.if)".  —  Handschriftlicher  Standort-  und 
Realkataloe'  nach  den  einzelnen  Fächern  und  ali)habet.  nach 
den  Namen  der  Autoren  geordnet.  —  Die  Sammlune-,  deren 
Anla,i>e  vor  uneefähr  40  Jahren  be<?ann  und  die  seither  be- 
sonders auf  dem  Gel)iete  der  l)ildenden  Künste  und  des  Kunst- 
gewerbes fortwährend  vermehrt  wird,  ist  eine  rein  private, 
daher  dem  Publicum  unzugänglich. 

(');")!.  Fürstl,  Lobkowitz'sche  Secundogenitur- 
Fideicommiss  -  Bibliothek.  (Besitzer  Fürst  Georg  v. 
Lobkowitz,  Oberstlandmarschall  des  Königreiches  Böhmen, 
k.  k.  wirkl.  geh.  Rath  etc.)  III— ;}n.  — '  4().0oo  Werke: 
900  Handschriften;  Incunabeln  sehr  zahlreich,  aber  nicht 
besonders  gezählt.  —  Bibliothekar:  Dr.  Anton  Vrestäl,  k.  k. 
o.  ö.  Univ. -Prof.  und  f.-e.  geistlicher  Rath.  —  Inventarkatalog 
in  Bandform:  Autorenkatalog  in  Zettelform.  —  Gegr.  von 
Mitgliedern  der  Familie  Graf  Czernin,  kam  diese  Bibl.  in  der 
Mitte  des  is.  Jhdts.  sammt  dem  Palais,  in  welchem  sie  sich 
befindet,  und  mehreren  anderen  Besitzungen  (durch  Heirat) 
an  die  fürstlich  Lobkowitz'sche  Secundogenitur  und  wurde 
später  durch  Ankäufe  der  Bibliotheken  des  Grafen  Klebeis- 
berg, des  Dr.  Putzlacher  und  durch  mehrere  andere  gelegent- 
liche Käufe  bedeutend  vermehrt.  In  Ausführung  einer  testa- 
mentarischen Verfügung  des  Fürsten  August  Longin  Lobko- 
witz (gest.  1S4-2)  wurde  die  Bibl.  sammt  dem  Palais,  in 
welchem  sie  sich  befindet,  und  einigen  anderen  Sammlungen 
zum  Fideiconimiss  erhoben.  —  Benützung,  Entlehnungen  und 
Versendungen  nur  mit  besonderer  Geneiimigung  des  Besitzers. 

Port/,  IIands(^lirifton  dor  fürstl.  Lnblcnwitz'selien  Bibl.  zu  Prag.  In: 
Archiv  f.  alt.  deutsche  Gesch.  IX.  1847,  S.  47s.  —  Kelle,  J.  Altdeutsche 
Handschriften   aus  Präger   Bibl.  I.  In:  Sorapeuni   18fi7,  S.  30.5,  :^21. 

f).^-.'.  [K.  k.  erste  deutsche  Staats-]Realschule.  —  ";  Lehrer- 
bibl.  -37 n;  Werke  in  T-ii;}  Bdn.  und  h.'s  Heften,  .s;583  Pro- 
gramme: h)  Schülerbibl.  li»«5  Werke  in  .S270  Bdn.  und  ns 
Heften.  —  Director:  Reg.-lJ.  Wilhelm  Smetaczek  (zugleich 
Bibliothekar  für  <i)\  P.ibliothekar  für  h)    Prof.    Alfred  Goller. 


184  Prag.  [553 

—  Gegr.  mit  2  Classen  1833  von  den  böhmischen  Ständen; 
seit  185G  Oberrealschule,  1804  verstaatlicht. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

553.  [K. k. zweite  deutsche  Staats-jRealschule.  — aj Lehrerbibl. 

13011  Werke  in  2783  Bdn.  und  l-UT  Heften,  4802  Programme; 
h)  Schülerbibl.  2387  Werke  in  25G3  ßdn. —  Director:  Reg.-R. 
Carl  V.  Ott;  Custos  für  a)  Prof.  Ludwig  Koffel;  für  h)  Johann 
Weyde.  —  Gegr.  1873  als  Unt.-Realschule,  seit  1874  Ob.-R. 

Koffel,  Ludwig.  Katalog  der  Lehrei'bibl.  der  k.  k.  II.  deutschen  Staats- 
Oberrealschule.  Prag  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

554.  [K.  k.  böhmische  Staats-]Realschule  in  der  Gersten- 
gasse (Cis,  kräl.  ceskä  realka  Prazska  v  Jecnö  Ulici).  — 
a)  Lehrerbibl.  2164  Werke  in  5083  Bdn.,  5358  Heften; 
h)  Schülerbibl.  3575  Werke  in  4237  Bdn.  und  Heften.  — 
Director:  Vincenc  Jarolimek;  Custos  für  aj  Prof.  Dr.  Jindrich 
Metelka,  für  h)  Prof.  Frantisek  Bily.  —  Errichtet  1849  als 
Unterrealschule;  seit  1852  sechs,  seit  1873  sieben  Classen. 

Metelka,  Jindrich.  Seznam  knihovny  ucitelske.  In:  VyroCni  zprava  cis. 
kral.  ceske  realky  Prazske  v  Jecne  Ulici.  V  Praze  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

555.  [K.  k.  böhmische  Staats-]Realschule  auf  der  Kleinseite 

(C.  k.  stätni  ceskä  realka  na  male  strane).  —  a)  Lehrerbibl. 
385  Werke  in  830  Bdn..  822  Programme;  h)  Schülerbibl. 
622  Werke  in  705  Bdn.  —  Director:  Frantisek  Hoza;  Biblio- 
thekar für  a)  und  h)  Prof.  Vilem  Baur.  —  Entstanden  1892 
durch  Theilung  der  ehemaligen  combinirten  böhmischen  Staats- 
Mittelschule  auf  der  Kleinseite  in  ein  Gymn.  und  eine  Realschule. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

556.  Residenz  der  Gesellschaft  Jesu,  II.  Gerstengasse  2.  — 
Ca.  13.000  Bde.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Vorstand: 
der  jeweilige  Superior  des  Hauses,  derzeit  P.  Anton  Forstner; 
Bibliothekar:  ein  zum  Hause  gehöriger  Ordenspriester.  — 
Alphabet.  Zettelkatalog  in  beweglichen  Bdn.  (gefalzte  Blätter, 
durch  Blechschienen  zusammengehalten),  Fachkataloge  in 
Bdn.  nach  dem  Standorte  geordnet.  —  Für  die  Benützung 
existiren  keine  festen  Bestimmungen,  da  hiefür  noch  kein 
Bedürfniss  war.  —  Entlehnung  an  bekannte  Persönlich- 
keiten gegen  Revers.    —  Versendung   nur  in  seltenen  Fällen. 

—  Gründung  zugleich  mit  Beginn  dieser  Ordensniederlassung 
unter    äusserst    schwierigen    Verhältnissen    i.   J.    18(;(;,     Den 


ür>7]  Trag.  IHö 

(Grundstock  liet'erton  Sclioukunti^en.  —  Hosondors  ^opilo^t  wird 
Theolü^ie  in  vollem  Uiulango,  daneben  Geschichte.  Philoso- 
phie, böhmische  Literatur. 

f).')?.    K.    k.    öffentliche    und    Universitäts-Bibliothek     (C.     k. 

verejna  a  univers.  knihovna).  I.  Clenientinuni.  Marieupiatz  r». 
—  •2;>(;.;;;U  Ude.,  ;5s,ss  Handschriften.  Jr)i.s  lucuuaheln.  4.')! 
Karten.  ■38.978  Kupferstiche.  1(J04  Urkunden.  -  Jahrosdotation 
18.000  Gulden  und  die  Matrikeltaxen  der  beiden  Universitäten. 
1898:  3000  Gulden.  —  Bibliothekar:  Dr.  Richard  Kukula;  Cu- 
stoden :  Josef  Trulihir,  Ferdinand  Tadra;  Scriptoren:  Boliuslav 
Cerniäk.  Dr.  Wenzel  Tille.  Dr.  IIu<40  Gläser;  Amanuensen: 
Dr.  Jaromir  liorecky.  Dr.  lioiivoj  Prusik.  Dr.  Anton  Schubort. 
Dr.  Spiridion  Wukadinovi(';  Praktikanten :  Dr.  Jaromir  Jedlicka. 
der  k.  k.  Studienbibl.  in  Olmütz  zut>etheilt.  Dr.  Zdenko  Tobolka. 
Dr.  Johann  Noväk,  Dr.  Dohumil  Navrätil,  Dr.  Josef  Eisen- 
meier, Dr.  Johann  Zmavc;  Volontär:  Johann  Gaudi.  Zur 
Dienstleistung:  zugetheilt:  Der  Scriptor  der  k.  k.  Studienl^ibl. 
in  Olmütz  Johann  St'astny.  4  Diener,  1  Amtsbote.  7  Aushilfs- 
diener.  1  Aufseher.  —  Alter  Zettelkatalog;  neuer  Zettelkatalog. 
Ende  1898:  24,414:  Zetteln;  Fachbandkatalog;  alter  Schlag- 
wortkatalog, nicht  fortgeführt;  Handschriftenzettelkatalog, 
derzeit  714  Zetteln,  noch  nicht  vollständig.  —  Geöffnet  an 
Wochentagen  von  9—1  und  von  3  —  8  Uhr,  Mittwoch  und 
Samstag  von  3 — <!  Uhr.  —  Für  Benützung,  Entlehnung  und 
Versendung  gelten  die  für  die  k.  k.  Universitäts-  und  Studien- 
bibl. bestehenden  ministeriellen  Verordnungen.  Aus  der  grossen 
und  kleinen  Kinskyana.  sowie  aus  der  Bibliotheca  militaris 
wird  nichts  entlehnt.  —  Die  Universitätsbibl.  erwuchs  aus 
der  Verschmelzung  von  vier  grossen  Büchersammlungen:  I.  Die 
alte  Carolinische  Universitätsbibl.;  11.  die  Clementinische 
Bibl.  der  Jesuiten,  III.  die  neue  Carolinische  Bibl.;  IV.  die 
Sammlungen  der  in  Böhmen  aufgehobenen  Jesuitencollegien. 
I.  Im  Jahre  130(5  erwarb  Karl  IV.  ein  Haus  „Carolinum"  für 
die  Abhaltung  von  Vorträgen  und  die  p]rrichtung  einer  Bibl. ; 
als  diese  Räume  nicht  mehr  ausreichten,  kaufte  König  Wenzel 
für  die  Hochschule  und  Bibl.  ein  dem  P>ürger  Jobst  Rothlöw 
gehöriges  Gebäude.  Dieser  Büchersammlung  fielen  durch  Ge- 
schenke zu  die  Bibliotheken:  des  Wj'^gehrader  Dechants 
Wilhelm  von  Hasenburg  114  Bde.  i.  J.  1370;  des  134.3  oder 
1344  verstorbenen  Arztes  und  Mathematikers  Johann  Sindel. 
•2(to  mathematische  und  medicinische  Werke;  14<J7  des  Niclas 
Humpolez  und  des  Mag.  Th.  v.  Vratinina.  Unter  den  ca. 
12  CoUegien  ist  von  zweien  ausdrücklich  überliefert,  dass  sie 
Bibl.  besassen:  a)  Bibl.  der  böhmischen  Nation,  1391  von 
Johann  W.  von  Chotytow  gegr.;    h)  Bibl.  des  Collegiums  der 


186  Prag.  [557 

Apostel  oder  Laiida.  14.')!  von  Math.  Laiida  v.  Chiimczan  er- 
richtet. Alle  drei  Bibl.  fielen  l(J-22  den  Jesuiten  zu.  —  IL  Die 
Clementinische  Bibl.  entstand,  als  Ferdinand  1555  die  Jesuiten 
nach  Böhmen  berief  und  für  ihre  Aufnahme  das  Prager 
Dominicanerkloster  St.  Clemens  einzuräumen  befahl.  1018 
mussten  die  Jesuiten  Böhmen  verlassen,  kehrten  jedoch  nach 
der  Schlacht  am  Weissen  Berge  dahin  zurück.  Mit  Beeret  vom 
!).  September  l(i22  legte  Ferdinand  II.  die  Universität  mit 
allen  Collegien,  Büchern  etc.  in  ihre  Hände.  IfiCO  hatte 
der  in  dem  verlassenen  Cölestinerkloster  Oibin  zurückgeblie- 
bene Jesuitenpater  Hurtadus  Perez  seinem  Orden  die  ganze 
Bibl.  nachgeschickt,  die  im  Clementinum  Aufstellung  fand.  Hier- 
zu kamen:  15i»;>  die  Bibl.  des  Domprobstes  Valentin  Czikan  v. 
Rotenstein.  IGOO  des  Johann  v.  Bernstein,  Iß 04  der  Frau  v. 
Platenstein,  KUl  des  Pfarrers  Hieronymus  Codicius,  16-22 
des  Dechants  Paul  Pistor  und  des  Sigmund  Kapr  v.  Kaprstein. 
1730  des  Ferdinand  Grafen  v.  Herberstein;  1747  zählte  der 
Bibliothekar  Chr.  Miklis  15.265  Bde.,  darunter  1234  Hand- 
schriften. Zu  dieser  Bibl.  gehörten  noch:  a)  die  sogenannte 
kleine  Bibl.;  l>)  die  1730  gegr.  Herberstein'sche  und  e)  die 
mathematische  Bibl.  1773  wurde  der  Orden  aufgehoben  und 
alle  diese  Sammlungen  der  neugegr.  öffentlichen  und  Univer- 
sitätsbibl.  zugewiesen.  —  III.  Obgleich  Ferdinand  III.  1638  die 
Leitung  der  Universität  den  Jesuiten  abnahm  und  das  Carolinum 
wieder  in  seine  Rechte  einsetzte,  gelang  es  dem  Orden  doch,  die 
alte  Carolinische  Bibl.  zurückzubehalten.  Die  in  Folge  dessen 
gegr.  „neue"  Carolinische  Bibl.  bereicherte  ein  Theil  der 
Ignaz  Sternberg'schen  Sammlung,  der  ihr  bereits  1701  ver- 
macht, aber  erst  1726  wirklich  einverleibt  wurde,  1766  die 
Bibl.  des  Schlosscaplans  Johann  M.  Dörfflmayer.  Schon  1746 
zählte  sie  5204  Bde.  —  IV.  Nach  Aufhebung  der  Jesuiten 
durch  die  Bulle  Clemens  XIV.  vom  5,  October  1773  Hess 
Kaiserin  Maria  Theresia  die  sämmtlichen  Jesuitenbibl.  in 
Böhmen:  Krumau.  Neuhaus,  Klattau,  Eger,  Leitmeritz,  Maria- 
schein, Jicin,  Kuttenberg,  Breznitz,  Komotau,  Prag-Neustadt 
und  Prag-Kleinseite  mit  der  neuen  Carolinischen  Bibl.  (III.) 
und  den  Büchersammlungen  des  Clementinums  (I.  und  IL) 
vereinigen,  1777.  Vieles,  so  die  „kleine"  und  die  Herberstein- 
sche  Bibl.,  ging  dabei  verloren.  —  Ausserdem  fanden  in 
der  Bibl.  Aufnahme:  1751  die  Sammlung  des  Johann  Franz 
Löv  Ritter  v.  Erlsfeld;  1777  die  Kinsky'sche  Bibl  ;  1780  die 
Bibl.  des  Wenzel  Wrxessowitz,  der  am  19.  Juli  1583  gestorben 
war,  nachdem  er  seine  I>ücher  der  Stadt  Prag  vermacht 
hatte;  die  Bücher  fand  man  erst  20(>  Jahre  später  durch 
Zufall  bei  Gelegenheit  eines  Neubaues;  1781  die  Sammlungen 
der    übrigen    aufgehobenen  Klöster  Böhmens;    1785    die  Bibl. 


569J  Tra-:.  1K7 

dos  Prof.  Josi'f  iLTiin/  lliiick-.  1^1  *  dio  dos  Ar/.tos  Dr.  Ad:ill)<M-t 
V.  Zarda.  Seit  d(»r  Vorordiuiii.i!:  vom  I .{.  I)o{!oml)C'r  17s  -  orliiill 
dio  Bil)l.  auch  je  oin  rflichtoxemplar  allor  in  liöliinon  or- 
sclioinoiuloii    Worko.    --   CJoi)flo<;t  wordon  allo  Wissouschaftcm. 

pobrowsky.  l'rat^ischo  FragnuMite  linbräisclior  llandsrlirifton.  In:  Mi- 
chaflis.  Orioiit.  und  oxo^.  Hibl.  XII.  1777,  R.  101.  —  Sjiirk,  A.  Goscliiclili' 
und  Hosi-liroibung  der  k.  k.  Univorsitätsbibl.  zu  Prag.  Wien  isll  IVM-tz 
Aus  dem  Iliindschriftenverzeiclinifis  der  k.  k.  UniversitiitHbibl.  In :  Ardiiv  f. 
jilt.  deuU^ehe  Geseh.  IX.  1817,  S.  4C)'.).  —  Wattenbacli,  W.  llandseiirifton  der 
k.  k.  ITniversitäts))ibl.  Prag.  Ebda.  X.  isf.l,  S.  tj.')7.  —  Hanslik,  .1.  A.  l!e- 
scliielite  und  nesclireil)ung  der  Präger  Univer.sitätsbibl.  Prag  1851.  — 
IlanuJ,  .1.  J.  Zusätze  und  Inlialtsverzeiolmisse  dazu  Prag  lH(i:^.  —  Kelle,  .1. 
Die  altdeutschen  Ilandseliriften  der  k.  k.  öffentliclien  und  Universitätsblbl 
in  Prag.  In:  Serapeuni.  is.'.r».  I8t',l.  isr,8.  —  Ders.  Die  elassisclien  Hand- 
schriften bis  herauf  zum  14.  Jiidt.  in  Prager  Hibl.  I.  1.  In:  Abhandl.  d. 
büliii).  des.  d.  Wiss.  v.  J.    1871-72,  r,.   Folge,   Bd.   ">. 

Institute.  Seminare  etc.,  der   k.  k.  böhmischen  Karl  Ferdinands- 
Universität. 

55S,  Geographisches  Cabiiiet  (Institut).  JJ.— 2s.'') 
(Karlovo  näm.  21part.).  —  Ca.  4000  Bde.  —  Jahresdotation 
seit  189S  200  Gulden  (früher  300  Gukicn).  —  Vorstand:  Prof. 
Dr.  Jan  Pahicky;  Assistent:  Dr.  Vachiv  Svambera;  1  prov. 
Diener.  —  Inventar-  und  aiphabet.  Zettclicatalog-,  Fachkatalog- 
ähnlich  jenem  der  R.  Geographical  Society  of  London  mit 
gewissen  xVb weichungen  für  Austriaca  und  Slavica  nach 
einigen  nothwendigen  Adaptirungen  in    Aussicht    genommen. 

—  Benutzbar  fast  zu  jeder  Zeit  in  erster  Linie  für  dio  Mit- 
glieder des  geographischen  Seminars,  sonst  aber  aucli  für 
andere  bekannte  Fachleute  und  Interessenten.  —  Ebenso  Ent- 
lehnungen. —  Versendungen  nur  ausnahmsweise.  —  Gegr. 
1883  von  dem  jetzigen  Vorstande.  Zahlreiche  Geschenke  der 
Prof.  Seit  ls<j4  1  Assistent  angestellt.  —  Geographie  auf  der 
breitesten  Basis.  Angeschafft  werden  Handbücher  und  die  in 
anderen  Bibl.  Prags  fehlenden  Geographica.  Mit  der  Privat- 
bibl.  des  Vorstandes  hatte  das  geographische  Institut  eine 
bedeutende  Collection  für  biologische  Geographie  erhalten; 
leider  musste  dieselbe  später  aus  verschiedenen  Ursachen 
zersplittert,  d.  h.  theilweise  an  die  Prager  Univ.-Bibl.  ver- 
kauft, theilweise  für  andere  Geographica  ausgetauscht  werden. 

Ö59.  Institut  für  angewandte  medicinische  Chemie. 

—  482  Bde.  —  Jahresdotation  für  den  Bücherankauf  200— 2')0 
Gulden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Johann  Ilorbaczewski.  — 
Bandkatalog.  —  l)(!nützbar  zu  jeder  Zeit  besonders  für  die 
im  Institute  arbeitenden  Forscher,  jcdooh  auch  für  sonstige 
Fachleute.  —  In  der  Regel  keine  Eiitleliiuingen  und  Ver- 
sendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Errichtung  der  bühmi- 


188  Prag.  [560 

sehen  und  medicinischen  Facultät  i.  J.  1883.  —  Angewandte 
mediciniselie  Chemie  nebst  ihren  Hilfsfächern. 

5G0.  Geologisches  Institut,  Karlovo  nämisti  21.  — 
llfifj  Nummern.  —  Jahresdotation  100— -200  Gulden.  —  Vor- 
stand: Univ. -Prof.  Dr.  Joh.  Nepomuk  Woldiich;  Assistent: 
Anton  Jelinek;  1  Diener.  —  Schlagwortbandkatalog  und  aipha- 
bet. Zettelkatalog.  —  Benutzbar  täglich  von  9  — 11  Uhr  gegen 
Anmeldung  beim  Vorstande.  —  Keine  Entlehnungen  und  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  1882  anlässlich  der  Theilung  der  Karl 
Ferdinands-Universität. — Geologie,  Paläontologie,  Urgeschichte. 

5<;i.  Pharmaceutisch-chemisches    Institut,    II — '284. 

—  89  Werke  in  216  Bdn.    —    Jahresdotation  je  nach  Bedarf. 

—  Vorstand:  Univ.-Prof.  Dr.  August  Belohoul3ek.  —  Hand- 
schriftliches Bücherinventar.  —  Entlehnungen  nur  an  persön- 
lich bekannte  Prof.  und  Studirende.  —  Versendungen  an 
staatliche  Bibl.,  wo  möglich  durch  die  k.  k.  Univ.-Bibl.  in 
Prag.  —  Gegr.  1891.  —  Pharmaceut.  Chemie  und  Pharma- 
kognosie, gerichtliche  Chemie,  nebenbei  angewandte  Chemie 
überhaupt. 

562.  Physikalisches  Institut.  —  Ca.  500  Bde.  — 
Jahresdotation  ca.  200  Gulden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Vincenz 
Strouhal.  —  Chronologischer  Band-  und  Zettelkatalog.  — 
Nur  zu  internem  Gebrauche.  —  Gegr.  1S82.  —  Physik,  ins- 
besondere Experimentalphysik    sammt  Elektrotechnik. 

56:3.  Seminar  für  slavische  Philologie.    —    345  Bde. 

—  Keine  bestimmte  Jahresdotation;  bisher  Beträge  von  Fall 
zu  Fall,  —  Vorstände  die  jeweiligen  Seminardirectoren  (Prof, 
Dr.  Jan  Gebauer,  Jiil  Polivka,  Franti.sek  Pastrnek).  —  Inventar- 
katalog. —  Nur  für  die  Mitglieder  des  Seminars  benutzbar, 
welche  auch  Bücher  entlehnen  können.  —  Keine  bestimmten 
Bibl. -Stunden.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Seminare  1880.  — 
Vergleichende  Sprachforschung  und  slavische  Philologie. 

564.  Germanistisches  Seminar.  —  Ca.  500  Bde.  — 
Von  Fall  zu  Fall    bewilligte  Dotation    von    100—300  Gulden. 

—  Vorstand:  Prof,  Dr.  Vaclav  Emanuel  Mourek,  —  Inventar, 

—  Benutzbar  von  « — (!  Uhr  nur  für  Mitglieder  des  Seminars 
und  Proseminares,  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen. 

—  Gegr.  IHss.  —  Altdeutsche  Texte,  grammatisch-literar- 
historische Hilfsmittel. 

565,  Historisches  Seminar.  —  1600  Bde.  —  Jahres- 
dotation, ord.  300  Gulden;  überdies  ausserordentliche  Bei- 
träge.   —    Director:    Prof.    Dr.    Jaroslav    Goll.     —     Inventar- 


569)  Prau.  is;» 

und  Zettclkiitaloi;  (alphabct.)  —  Hcnüt/.bar  tä^dicli  von  -i 
bis  t!  Uhr  für  Seminarnutulio(U'r,  aber  auch  für  andere 
Studirende.  —  Ebenso  Knth^hnungen.  —  Versenduny:en 
nur  in  AusnahnisfäHen.  —  Heirründet  IHs2  bei  der  Zwei- 
theilunu-  der  Präger  Universität.  —  Die  ersten  Directoren 
waren  Prof.  Dr.  J.  Gull  und  Dr.  Jac.  Emier  (seit  isos  im 
Ruhestande),  ferner  isoo— isoii  Prof,  Dr.  Anton  Rezek,  seit 
isity  Privatdocent  undSupplent  der  österreichischen  Geschichte 
Dr.  Joseph  Pekar.  Seit  der  1S9.")  erfolgten  Gründun«;  der 
wissenschaftlichen  Zeitschrift  „Cesky  Casopis  Historicky" 
werden  die  Recensionsexeniplare  und  die  durch  Austausch 
gewonnenen  Zeitschriften  der  I^ibl.  einverleibt.  In  den  letzten 
Jahren  bedeutender  Zuwachs  durch  Schenkungen  ((lechische 
Akademie,  Böhm,  Gesellschaft  d.  Wissenschaften,  Krakauer 
Akademie  u.  s,  w.). 

Institute,  Seminare    etc.    der    k.    k.    deutschen    Karl  Ferdinands- 
Universität. 

5fi6.  Archäologisches  Institut,  I.  Clementinuni.  — 
fill  Bde.  —  Jahresdotation  800  —  400  Gulden:  arch.-epigr, 
Seminar  -200  -|-  (100—200)  Gulden  von  der  Dotation  (900  Gulden) 
des  archäolog.  Institutes.  -  Vorstand:  Prof.  Dr.  Wilhelm 
Klein;  Assistent:  cand.  phil,  Rudolph  Schlägl;  1  Diener,  — 
Bandkatalog.  —  Benutzbar  zu  jeder  Zeit  für  Seminarmitglieder, 
für  andere  Studirende  nur  mit  besonderer  Genehmigung  des 
Vorstandes.  —  Ebenso  Entlehnungen,  —  Keine  Versendungen, 
—  Gegr,  zugleich  mit  dem  Institute,  —  Archäologie,  Epigra- 
phik,  Philologie,  alte  Geschichte, 

567.  Botanisches  Institut,  II.  Weinberggasse.  —  Ca. 
2000  Bde,  —  Jahresdotation  ca.  200  Gulden.  —  Vorstand: 
Prof.  Dr.  R,  v,  Wettstein,  —  Zettel-  und  Bandkatalog.  — 
Gegen  Anmeldung  beim  Vorstande  jederzeit  benutzbar.  — 
Entlehnungen  und  Versendungen  an  Fachmänner.  —  Gegr, 
zugleich  mit  dem  Institute;  enthält  die  Bibl,  Prof.  M.  Willkomm 
und  F,  Kosteletsky.  —  Botanik, 

568,  Geologisches  Institut,  —  Ca,  650  Bde.  —  Jahres- 
dotation ca.  200  Gulden.  —  Vorstand:  Universitätsprof.  Dr. 
Gustav  Carl  Laube.  —  Alphabet.  Zettelkatalog.  —  Benutzbar 
täglich  ausser  der  Ferienzeit  gegen  Anmeldung  beim  Vor- 
stand. —  Entlehnungen  und  Versendungen  nur  an  Institute; 
letztere  gegen  Ersatz  des  Portos.  —  Gegr.  mit  dem  Institute 
1877.  —  Geologie,  Paläontologie  und  Petrographie. 

561».  Medicinisch-  chemisches  Institut,  im  sogenannten 
chemischen   Institutsgebäude   Nr.  C.  478.    —   Ueber    lOOO  Bde. 


190  Prag.  [570 

—  Jaliresdotation.  aus  der  allgoineinen  entnommen,  ca.  350 
Gulden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Carl  Hugo  Huppert.  —  Band- 
katalog, welcher  die  Zeitschriften  in  aiphabet.  Reihenfolge, 
die  Werke  nach  der  Zeit  ihrer  Einverleibung  enthält.  — 
Benutzbar  für  die  Mitglieder  von  i) — 1-2  und  2 — 6  Uhr.  — 
Entlehnungen  nur  ganz  ausnahmsweise  an  verlässliche,  dem 
Institutsvorstande  persönlich  bekannte  Personen,  und  zwar 
nur  auf  einige  Tage.  —  Keine  Versendungen.  —  Die  Bibl. 
wurde  zugleich  mit  dem  Institute  187'2  gegr.  und  seither  durch 
regelmässige  Ankäufe  erweitert.  —  Reine  Chemie,  physiolo- 
gische Chemie  und  wenige  in  das  Fach  einschlagende  Werke 
der  Physiologie. 

570.  Mineralogisches  Institut.  — '  Ca.  iTöO  Bde.  — 
Jahresdotation  ca.  100  Gulden.  —  Vorstand:  Universitätsprof. 
Dr.  Gustav  Carl  Laube.  —  Band-,  beziehungsweise  Zettel- 
katalog für  die  Separatabdrücke.  —  Benutzbar  täglich  ausser 
der  Ferienzeit  gegen  Anmeldung  beim  Vorstande.  —  Ent- 
lehnungen   nur    an   andere  Institute.  —  Keine  Versendungen. 

—  Gegr.  18Go.  —  Mineralogie,  Chemie.  Phj^sik,  Petrographie, 
Geologie. 

571.  Pathologisch-anatomisches  Institut.  —  Ca.  1000 
Nummern.  —  Die  Kosten  werden  je  nach  Bedarf  der  allge- 
meinen Dotation  entnommen.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Hans 
Chiari.  —  Ein  numerisch  angelegter  und  ein  nach  Autoren 
geordneter  aiphabet.  Zettelkatalog.  —  Benutzbar  nur  mit  Ge- 
nehmigung des  Vorstandes.  —  Ebenso  Entlehnungen  und  ganz 
ausnahmsweise  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  In- 
stitute. —  Pathologische  Anatomie  und  Medicin  überhaupt. 

572.  Physiologisches  Institut,  Wenzelsgasse  29  IL  — 
10.'31  Bde.  —  400 — 500  Gulden,  der  allgemeinen  Jahresdotation 
entnommen.  —  Vorstand :  Prof.  Dr.  Johannes  Gad.  —  Alphabet. 
Inventarkatalog.  —  Benutzbar  während  der  Amtsstunden.  — 
Entlehnungen  nur  an  die  übrigen  k.  k.  Institute  der  deutschen 
Universität  und  die  Mitglieder  des  Lehrkörpers  der  Hoch- 
schule. —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem 
Institute  1870  und  seither  durch  regelmässige  Ankäufe  ver- 
mehrt.  —  Fachliteratur. 

573.  Staatswissenschaftliches  Institut.  —  Mehrere 
hundert  Bde.;  genaue  Zahl  derzeit  unbekannt.  —  Jahres- 
dotation KiOO  Gulden.  —  Vorstände:  Hofr.  Prof.  Dr.  Joseph 
Ulbrich,  Prof.  Dr.  Friedrich  Frh.  v.  Wieser,  Dr.  Heinrich 
Rauchberg,  Dr.  Robert  Zuckerkandl;  prov.  Assistent:  Dr. 
Engländer;     1   Diener.    —    Zettelkatalog  in    Ausarbeitung.  -— 


I5«'nüt/.l)ar  lüi'  <lii'  MituMii'cU'r  in  den  X:icliiiiitl:i^sstuii(lt'ii.  — 
lOntk'lmuM^^cu  mir  mit  bcsomlorer  (H'iioluni.uun^  (.'iiics  V<>r- 
staiulos,  -  Koino  Versoiuhinucn.  (fOi^r.  1m!)7  s.  Aufiinliino 
faiulon    dio    staatswissciiscliarilioluMi    ^Vo^ke    der  Sciiünai-bil)!. 

—  StaatswissoiKsoiiaftoii. 

57t.  (ii'I)  url  sli  i  1  f  1  i  ch-^y  nä  k<>l()_t;ischc  Klinik.  — 
Ca.  ;>0(»  Bde.  —  Jalirosdotation  je  nach  IJedarf.  —  Vorstand: 
Prof.  Dr.  Alfons  v.  Rostiiorn.     —      Alphabet.  Autorenkatalo«^-. 

—  Nur  zu  (Mi^eneni  (lehrauehe.  —  Entlehnungen  an  Aorzte 
der  Klinik  und  Wissenschaft  liehe  Institute.  —  Keine  Ver- 
sendunj^'en.  -  Geyr.  von  dem  jetzigen  Vorstande  IS'jvJ  und 
durch  seine  und  des  Prof.  Dr.  R.  Chrobak  Geschenke  ver- 
mehrt. —  Geburtshilfe  und  Gynäkologie. 

57.").  Oto-rhinologische  Klinik.  —  Ca.  G0(»  Pde.  — 
Jalu'esdotation  ca.  !.')()  Gulden,  der  allgemeinen  Dotation  ent- 
nommen. —  Vorstand:  Dr.  Enianuel  Zaufal.  —  Handschriftlicher 
Katalog  in  Ausarbeitung.  —  Entlehnung  vorwiegend  an  die 
Docenten  der  deutschen  medicinischen  Facultät.  —  Die  jetzige 
llibl-,  welcher  die  Privatbibl.  des  Prof.  Dr.  E.  Zaufal  ein- 
verleibt wurde,  bildet  nur  den  Grundstock  für  eine  weitere 
Vergrösserung.    —  Vorwiegend  Fachliteratur. 

iüi'K  Pädiatrische  Klinik  besitzt  keine  eigene  Bibl., 
doch  ist  die  Dibl.  des  unter  dem  Protectorate  der  deutschen 
medic.  Facultät,  rcspective  des  Decans  stehenden  Kaiser  Franz 
.Tosei)h-Kinderspitales  (vgl.  dieses)  den  Studirenden  zur  Ver- 
fügung. 

577.  Lehrkanzel  für  Thierheilkunde.  —  soi  Bde. — 
Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Her- 
mann Dexler.  —  Inventarkatalog.  —  Entlehnungen  nur  mit 
(Jenehmigung  des  Vorstandes,  sonst  nur  zum  internen  Ge- 
brauche. —  Entstand  als  Theil  der  Lehrmittelsammlung  und 
enthält  durchwegs  auf  die  Veterinärmedicin  Bezug  habende 
Werke. 

57S.  Seminar  für  deutsche  Philologie,  I.  Obstmarkt  7. 

—  Mehrere  hundert  Bde.  —  Jahresdotation  100  Gulden.  — 
Vorstände:  Hofr.  Prof.  Dr.  Johann  Kelle  und  Prof,  Dr.  August 
Sauer.  —  Zettel-  und  Inventarkatalog.  —  Benutzbar  nur  für 
die  Mitglieder  des  Seminars  zu  bestimmten  Stunden.  —  Ebenso 
Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Deutsche  Sprache 
und  Literatur. 

r)70.  Archäologisch-epigraphisches  Seminar.  — 
Bibl.  vereinigt  mit  jener  des  k.  k.  archäologischen  Institutes 
der   deutschen  Karl  Ferdinands-Univei'sität. 


192  Prag.  [580 

580.  Rechts- und  staatswissenschaftliches  Seminar, 
I.  Obstmarkt  5,  ;}.  Stock.  —  97ti  Bde.  —  Jahresdotation 
.')()  Gulden  (§17  des  Stat.).  —  Vorstand  der  jeweilige  Decan 
der  rechts-  und  staatswissenschaftlichen  Facultät;  Bücheraus- 
gabe: stud.  jur.  Wenzel  Raph.  Czermak.  —  Drei  aiphabet. 
Bandkataloge;  Zettelkatalog  in  Ausarbeitung.  —  Benutzbar 
laut  Bibl.-Ordnung  des  jur.  Decanates  vom  10,  Nov.  isin  nur 
für  Seminarmitglieder,  derzeit  Samstag  von  5 — 7  Uhr  abends, 
sonst  je  nach  Bedarf,  bei  vorangegangener  Anmeldung  täglich 
von  1-2—1  Uhr  mit  Ausnahme  der  Sonntage.  —  Ebenso  Ent- 
lehnungen. —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1873. 

581.  K.  k.  Sternwarte.  —  Ende  1S9.S:  109  Nummern  in 
fol.,  656  in  -4^  1-213  in  S^.  —  Jahresdotation  300  Gulden.  — 
Director:  Prof.  Dr.  Ladislaus  Weinek.  —  Ein  handschriftlicher 
Bandkatalog  mit  den  Abtheilungen  für  F,  Q  und  O,  ferner 
ein  Zettelkatalog  nach  Autoren  und  Orten.  —  Dient  wesent- 
lich den  Zwecken  der  Sternwarte.  Der  grössere  Theil  ist  ab- 
gesperrt, ein  kleinerer  als  Handbibl.  ins  Rechenzimmer  der 
Sternwarte  eingestellt.  Bücher  werden  auch  an  andere  wissen- 
schaftlich arbeitende  Personen  in  Prag.  Prof.,  Studenten  etc., 
soferne  dieselben  der  Sternwarte  persönlich  bekannt  sind, 
gegen  Revers  entlehnt,  wobei  die  Dauer  der  Entlehnung  nicht 
beschränkt  wird.  —  Astronomie,  Meteorologie,  Erdmagnetismus, 
Mathematik,  Physik,  Geographie. 

5H2.  Verein  der  cechischen  Mediciner  (Spolek  ceskych 
medikü),  II.  Katefinskä  ul.  36.  —  3500  Werke  in  7000  Bdn., 
ferner  5()oo  veraltete  Werke.  —  Dotation  je  nach  Bedarf,  -250 
bis  300  Gulden.  —  Jährlich  gewählt  werden  zwei  Bibliothekare: 
derzeit  Josef  Sebor  und  Jaromir  Frus  und  ein  Zeitschriften- 
verwalter: K.  Spilka;  1  Diener.  —  Benutzbar  für  die  Mit- 
glieder dieses,  sowie  des  Vereines  cechischer  Aerzte  in  Prag. 
Im  Lesezimmer  liegen  die  neuesten  Zeitschriftennummern 
auf:  im  Studirzimmer  eine  Handbibl.  Täglich  von  h  Uhr  früh 
bis  8  Uhr  abends,  an  Sonntagen  von  s  -1-2  Uhr  geöffnet.  — 
Gegr.  189-2,  besonders  vermehrt  durch  die  Bibl.  der  cechischen 
Aerzte,  die  vollständig  übernommen  wurde.  -  Allemedicinischen 
Wissenschaften. 

Pruvodce  akademickym  zivotem.  189.Ö.  —  Hanza,    Fr.    Dejiny  c'eskych 
niediku.  1895. 

583.  Verein  für  Geschichte  des  Deutschen  in  Böhmen,  Alt- 
stadt, Liliengasse  7.  —  Voreinshiicherci,  abgesehen  von  den 
Handschriften,  Flugblättern  und  Landkarten,  am  Schlüsse  des 
Vereinsjahres  1897/98  -21.121  Bde.  —  Obmann:  Dr.  Ludwig 
Schlesinger;  Obmannstellvertreter:   Hofr.  Univ.-Prof. Dr. Josef 


Srliindli'r;  ( Jost'liältslcitt'r:  Uiiiv.-rroi'.  Dr.  ( iiislMV  ( ":irl  I.Miihf; 
(Josi'luiftskMterstcUvcrtri'ti'r:  ,1.  U.  Dr.  AlluTl  Wci-uiisky ;  Zalil- 
nu'istor:  Univ.-ri'ol".  Dr.  ()ttnk;u'  Wober;  1')  Ausselius.-^mit- 
Lilioilor.  Die  Verwaltung  der  lÜlil.  Ixvsor^^  eine  dreitrliediMi^e 
]>il)liothekscoinniission,  bestehend  au.^  den  Univ.-rrnt'.  Dr. 
Hans  Lambel,  Dr.  Joseph  Neuwirth  und  (lyinn.-I'rof.  Dr. 
Albert  llortieka,  sowie  einem  lUicherwart,  derzeit  Fr.  Wic- 
cliowski:  lue  Sehreibu^esohäfte  besorgt  ein  Voreinsdiener. 
llandsehriftlioh  ein  ali)habet.  Zettelkatalour.  —  Benutzbar  fiir 
Veroinsniitirlieder  an  Wochentauen  von  10—1  und  l  —  c 
Uhr,  naeli  Rücksprache  mit  dem  Gescliäftsleiter  aber  auch 
ausser  dieser  Zeit.  —  Ebenso  Entlehnungen  und  Versendungen. 

—  Gegr.  zugleich  mit  dem  Vereine  18(;J  von  Dr.  Ludwig 
Schlesinger,  Julius  Lippert,  Dr.  Alexander  Wiechowski,  Univ.- 
Prof.  Dr.  Volkmiinn,  Hofr.  Univ.-Prof.  Dr.  Constantin 
Ritter  v.  Höfler  und  Prof.  Dr.  Alois  Brinz.  —  Besonders  Bo- 
hemica,  daneben  zahlreiche  wissenschaftliche  Zeitschriften 
historischen  Inhaltes. 

Vorschriften  über  das  Entlehnen  von  Bücliorn  aus  der  Bücherei  des 
Vereines  für  Gescliiclite  der  Deutschen  in  Böhmen.  Genehmigt  in  der 
.\usschusssitzung  vom   !>>.  Februar  189C>. 

584.  Verein  zur  Ermunterung  des  Gewerbsgeistes  in  Böhmen, 

vulgo  (.Böhmischer  Gewerbeverein"  (Jednota  k  povzbuzeni 
prfnnyslu  v  Oechäch),  R^-stirska  ulice  31.  —  Schluss  ls;»8: 
10..ÖS3  Werke  mit  ca.  40.000  Bdn.  —  Jahresdotation  lioo  bis 
1200  Gulden.  —  Präses  des  Bibl.-Comites:  Josef  Reiter,  Civil- 
ingenieur;  Bibliothekar  und  Secretär:  Johann  Lier,  Schrift- 
steller; Bibl.-Adjunet:  Johann  Slechta,  Schriftsteller;  1  Diener. 

—  a)  Zettelinventarkatalog;  fc)  Buchinventarkatalog;  cy  aipha- 
bet. Zettelkatalog;  'D  Realindicationskatalog  in  Buchform, 
zugleich  Repositoriumkatalog.  Dieser  Katalog  ist  im  Drucke 
erschienen  und  zwar  der  Stammkatalog  i.  J.  1864,  das 
erste  Supplement  i.  J.  ISTO;  das  zweite  Supplement  wird  zum 
Drucke  vorbereitet.  -—  Freier  Zutritt  in  die  öffentlichen  Lese- 
zimmer täglich  und  zwar  an  Wochentagen  von  4—8,  an  Sonn- 
und  Feiertagen  von!)  — 12  Uhr.  Entlehnungen  an  die  ^litglieder 
und  Beamten  des  Vereines,  und  zwar  nicht  bloss  an  die  in 
Prag  und  dessen  Vororten  wohnenden,  sondern  auch  an  aus- 
wärtige Vereinsmitglieder.  —  Ebenso  Versendungen.  —  Gegr. 
mit  dem  Vereine  1828,  besass  die  Bibl.  bereits  IsSö  ca.  lOOo 
i;de. ;  am  2.  August  18:ir>  wurde  die  Lesehalle  zum  freien 
P.esuche  für  Jedermann  eröffnet.  Johann  Parti  wurde  zum 
Bibl.  (bis  lö.'.l)  ernannt,  der  den  i.  J.  1839  gedruckten 
Materienkatalog  ausarbeitete;  hierzu  erschienen  bis  1847  sechs 
Nachträge.     1H(J3    musste    ein    zweites    Lesezimmer    eröffnet 

Diblioihcks   'vdrt'ssbUL'b,  l.'t 


194  Prag.  [585 

werden.  —  Gewerbekunde,  Nationalökonomie,  chemische  und 
mechanische  Technoh)gie,  Bauwesen,  Handelswissenschaften, 
sowie  alle  Hilfswissenschaften  der  Industrie  und  des  Ge- 
werbes. 

Katalog  der  Bibl.  des  Vereines  zur  Ermunterung  des  Gewerbsgeistes  in 
Böhmen.  Prag  18G4.  Erstes  Supplement.  Prag  1879.  —  Bibl. -Ordnung  des 
Vereines  zur  Ermunterung  des  Gewerbsgeistes  in  Böhmen.  Prag  18'.)2.  — 
Sedesät  let  veiejne  biblioteky  jednoty  ku  povzbuzeni  prümj'slu  v  cechach 
1835—1895.  Prag  1895. 

585.  Deutscher  Verein  „Frauenfortschritt",  Krakauergasse  20. 

—  5G4Ü  Bde.  —  Vorsitzende:  Wilhelmine  Miechowski;  Vor- 
sitzenderstellvertreter: Prof.  Dr.  Max  Grünert;  Bibliothekar: 
Dr.  Emil  Wiesmeyer.  —  Je  ein  aiphabet.  Zettel-  und  Band- 
katalog. —  Benutzbar  Montag,  Mittwoch,  Donnerstag,  Sams- 
tag von  3 — 5,  Dienstag,  Freitag  von  6 — 8  Uhr  abends;  Sams- 
tag von  11  — 12  Uhr.  —  20  kr.  Jahresbeitrag;  für  jedes  Buch, 
respective  für  je  zwei  Bände  eines  Werkes  1  kr.:  Entlehnt'rist 
bei  Werken  14  Tage,  bei  Zeitschriften  4  Wochen.  —  Ebenso 
Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  18;);5.  — 
Populärwissenschaftliche  Werke  aller  Gebiete. 

[Erster-Sechster]  Jahresbericht  des  Deutschen  Vereines  ..Fortscluitt''  in 
Prag  über  das  Vereinsjahr  [1893— 1898J,  verlesen  in  der  Vollversammlung. 
[1894—1899]  Prag. 

586.  Militär-wissenschaftlicher  Verein,  Smetanagasse  26.  — 
6(MMi  Bde.  und  Hefte.  —  Jahresdotation  looo  Gulden.  —  Präses: 
FML.  Moriz  Venus  v.  Eibringen ;  Secretär  und  Bibliothekar :  Major 
d.  R.  Ignaz  Suchänek;  1  Vereinsdiener.  —  Handschriftlicher 
Fachkatalog  in  Bandform.  —  Benutzbar  täglich  von.'?  — 4  Uhr. 

—  Ebenso  Entlehnungen  auf  4  Wochen.  —  Keine  Versen- 
dungen. —  Gegr.  1875.  —  Sämmtliclie  Wissenschaften,  beson- 
ders militärische. 

5S7.  Städtische  öffentliche  Volksbibliothek  (Mestskä  obecni 
knihovna),  Spalena  ulice  71,11.  —  17.(;ri  Werke  in  ca.  .Jo.ooo 
Bdn.  —  Jahresdütation  20oo  Gulden;  für  das  Einljinden 
1000  Gulden.  —  Bibliothekar:  Anton  Sova,  Schriftsteller; 
Unterbibliothekar:  Josef  Houdek;  Hilfskräfte:  Franti.sek  Behor, 
Schriftsteller,  und  Frau  Anna  Pastika:  2  Diener.  —  Stand- 
ortsrepertorium  für  die  einzelnen  Wissensehaften ;  alp]ial)et. 
Zettelkatalog,  nach  Wissenschaften  geordnet,  in  Ausarl)eitung; 
für  das  Publicum  ein  gedruckter  Katalog  v.  1k;»5  und  lithogr. 
Ergänzungskataloge.  —  Geöffnet  an  Wochentagen  von  ;> — 1, 
nur  ^littwoch  von  9—12  und  von  2-6  Uhr.  —  Benützungs- 
und Entlehnrecht  hat  jeder  über  16  Jahre  alte  Bewohner  von 
Prag.  —  p]ntlehnung  unter  folgenden  Bedingungen:  1.  Nach- 
weis der  Zuständigkeit  und  Bürgschaftsschein  des  Gemeinde- 


•'i'^'.'l  l'lM'iail.  iMf) 

r;itlios;  (»der  j.  Im-1:ii:-  i-inor  Caution  von  I  (Juldcii,  hei  wcrtli- 
Vdllcrcii  Hüclu'ni  oiiirs  t'iitsin'et'lu'iid  lirilKTcii  iJcfi-aiies;  .'!.  Km- 
Ijfannsbt'stätiiiunii.  KiitU'liimol)ülir  für  ein  Werk  in  s"  bis  zu 
l')t)  SeittMi  1  Ki't'uzi'r,  darüber  1  Kreuzer;  in  Lexikonfoi-niat 
und  l"  :')  Kreuzer,  immer  für  11  Ta<^e;  in  fol.  10  Kreuzer  pr*» 
Monat.  Keine  Vci'sendunu'.     —     Kröffnet.  mit   isno  Werken 

am  1.  duli  is.ii  auf  Vorselüag  des  Präger  Stadtratlies  und 
aus  (Jemi'indemittcln  mit  Werken  der  br»lim.  Literatur,  be- 
sonders der  Belletristik,  Poesie,  (resehielite,  (reoirrapliie,  so- 
wie   belehrenden    und    unterhaltenden    Zcitsohriften  versehen. 

—  Krster  Bibliothekar:  Jan  Pastika.  Die  Bibl.  befand 
sich  erst  auf  dem  Zdera^  329,  später  in  der  Trinitarier- 
kaserne,  seit  dem  1.  Mai  18iU  am  jetziijen  Orte,  lieber 
50  Jahre  alte  Werke  wurden  aus^^eschieden  und  an- 
deren Bibl.  angeboten.  Wichtige  Bücher  in  bis  zu  .'^,  br>iim., 
russ.,  franz.  Schriften  in  bis  zu  10  Exemplaren  vorhanden. 
Im  J.   lSii8    wurden    44.7(i8  Werke    in     5.'). 003    Bdn.    entlehnt. 

—  Vertreten  alle  Wissenschaften,  besonders  Belletristik,  Ge- 
schichte, Culturgeschichte,  Musikwissenschaft. 

Freraii  (Pi-erov,  Mähr.). 

5SS.  [K.  k.  Staats-JGymnasium  (C.  k.  vyssi  statni  irjnnna- 
sium).  —  a)  Lehrerlnbl.  luai  Werke  in  3-i77  Bdn.  und  1099 
Heften.  -13-21  Programme;  />j  Schülerbibl.  ITC.')  Werke  in -2491 
Bdn.  —  Jahresdotation  für  a)  ca.  200  Gulden.  —  Director: 
Jan  Vesely:  Bibliothekar  für  n)  Prof.  Pavel  Krippner;  für  b) 
Prof.  Jan  Kabelik.  —  Bandkatalog  für  den  Amtsgebrauch  mit 
fortlaufender  Zahl  der  angekauften  Werke,  für  die  Benutzer 
ein  Bandkatalog  nach  einzelnen  Fächern  geordnet,  wie  es  in 
den  Programmen  tl.  J.  189(;  '.»7  und  lsit7  ;)s  angegeben  ist.  — 
15enützbar  nach  Uebereinkommen  mit  dem  jeweiligen  Biblio- 
thekar  an  bestimmten  Tagen,    aber  auch   sonst  nach  Bedarf. 

—  Entlehnungen  a)  nur  an  Mitglieder  des  Lehrkörpers.  — 
Versendungen  nur  an  Staats-  und  Piivatmittelschulen,  tausch- 
weise nach  Verlangen,  ohne  besondere  Bedingungen.  —  Gegr. 
zugleich  mit  der  Anstalt  1S70.  Eine  grössere  Schenkung 
stammt  vom  k.  k.  Generalintendanten  Franz  Kepka.  —  Alle 
Wissenschaften,  die  am  Gymn.  gelehrt  werden. 

Fischer,  Alois  (und  Pavel  Krippner).  Katalog  uritclske  kniliovny.  In: 
XXIII.  und  XXIV.  prograni  c.  k.  vyöJiho  slätnilio  gyinnasia  v  Prcrove. 
V  Pferove  IS97  und  189S. 

Pi'OS.sbauiii   (Xieder-Oesterr.). 

.'•M'.  Waisenasyl  Norbertlnum  hat  eine  Privatlclncrbibl 
.mit  2S()H  und  eine  Schülorliibl.  mit  814  Bdn.  —  Director: 
Fr,  Anselni  (Jeorg  Mauser.    —   (Jegr.   18so, 

13* 


U)G  Pribrani.  I-Ji"» 

Pribrain  (Böhmen). 

090.  K.  k.  Bergakademie.  —  3309  Werke  in  8<S40  Bdn., 
521  Atlanten,  3;).'>  Karten.  —  Dotation  für  Bücher  1100  Gulden, 
für  Zeitschriften  400  Gulden.  —  Vorstand:  Der  jeweilige 
Rector.  derzeit  Josef  v.  Ehrenwerth;  Bibliotheksleiter  derzeit 
Rudolph  Wanibera,  k.  k.  Bergakademieadjunct;  1  Gehilfe.  — 
1  Zettelkatalog,  1  Hauptkatalog,  1  Autorenkatalog,  1  Karten- 
katalog und  9  aiphabet.  Fachkataloge.  —  Den  Lehrpersonen 
stets,  den  Hörern  nur  an  Wochentagen,  Montag  bis  Freitag 
von  4 — 7,  Samstag  von  2 — 6  Uhr  nachm.  zugänglich.  —  In 
der  Regel  keine  Entlehnung;  Versendung  auch  an  bekannte 
Personen  oder  Aemter.  —  1849  zugleich  mit  der  Akademie 
gegr.;  1890  wurden  neue  Kataloge  angelegt.  —  Vertreten: 
Physik.  Mathematik  und  Geometrie,  Chemie,  Ingenieurwissen- 
schaften und  Baukunde,  Aufbereitung,  Bergwesen,  Hütten- 
wesen. —  Jede  der  folgenden  derzeit  bestehenden  Lelirkanzeln 
besitzt  ihre  eigene  Handbibl.,  die  dem  betreffenden  Prof. 
untersteht:  Für  Hüttenwesen,  Bergwesen,  Berg-  und  Hütten- 
maschinen, technische  Mechanik,  Physik  und  Mathematik, 
Chemie,  darstellende  Geometrie  und  Geodäsie,  Mineralogie 
und  Geologie. 

591.  [K.  k.  Real-  und  Ober-]Gymnasium  (C.  k.  realni  a 
vyssi  gymnasium).  —  a)  Lehrerbibl.  wissenschaftliche  Werke: 
2019  Werke  in  3192  Bdn.,  30  Heften,  3  Blättern;  Handbibl. 
431  Werke  in  629  Bdn.  9  Heften,  2  Blättern;  3380  Programme; 
h)  Schülerbibl.  1898  Werke  in  2473  Bdn.  —  Director:  Antonin 
Skoda:    Custos  für  r/)  Edvard  Volek:  für  h)  Prof.  Matej  Marik. 

—  Gegr.  1871   als  Communal-Real-Gymn.  durch  Umwandlung 
der  unselbständigen  Unterrealschule.  1884  verstaatlicht. 

Volek,  Edvard.  Katalog  bibliotlieky  professorske.  In:  XVIII.  progi'am 
c.  k.  realneho  a  vyäSiho  gymnasia  v  Piibranii.  V  Pfibranii  1897. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Prossiiitz  (Prostcjov,  Mähr.). 

592.  [Deutsche  Landes-]Realschule.  —  (t)  Lehrerbibl.  1094 
Werke  in  2247  Bdn.;  h)  Schülerbibl.  411  Werke  in  1090  Bdn.; 
c)  Schulbücherbibl.  (besteht  seit  l.s93)   119  Werke  in  180  Bdn. 

—  Director:  Franz  Scheller;  Bibliothekar:  Prof.  Joseph  Hirsch. 

—  Gegr.    1K73.    —    Besonders    vertreten:    Deutsche    Sprache, 
Geschichte,  Physik,  Naturgeschiciite. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 


>•.)«'.] 


r/cin  y    1  l;(7 


;'»'.•;!.  [Böhmische  Landes-jRealschule    (Zcinskn   vys-f  ir.ilnn 
skola).  —  a)  Lohi-orhil)!.  '.t.M    \\'cik<'  in   17().'.  l'.dn.,  :;:,  i  Ilrltcii, 
.".s:;;{  ProoramiiK' ;     h  i    Scliiilcfl)!!)!.    I0;'.:i  Wci'kc  in   itoi    IMn! 
-lalircsdotaliuii    JTo   (liildcn.  Dircclm- :   IJai-tol.  Navrätil; 

l!il)Ii(>tli(d<ar  luv  <n  Ti-ol'.  Knrcl  Hcncs;  ITif  l>  i  I'in.I'.  'roiiiai 
Sirtiva.  —  (Jo;^!-.  I.S71  als  Untcrrcalscdiulc  vom  Vorsnliuss- 
yeroin;  1S72  vom  Voroin  „Matieo  skolsk.'i",  isKo  vom  Land«» 
ühcniommon. 

l'.tMifs,  Kart>l.  Kntalo;;:  kiiilioviiy  iicitiMski-,  Im:  XXV.  v\i-...ni'  zpniva 
zoiuski''  vy-i^^i  roalin"  skniy  s  ('eskyiu  ja/.vkcm  vvii.i.vacim  v  I'n)st(''j<)v<^ 
V  Prostt-jove   IR'.lS. 

Nach  dorn  lotzton  JalD-osboriolilo  <i;oarl)oitot.  da  d.'r  Fia{,r(>l)(>iiOii  iiiclif, 
beantwortet  wiirdo. 

Przeinysl  (Galizien). 

f);»!.  Militärwissenschaftlicher  und  Casinoverein,  (Jrodzka- 
fjasso  s.  —  43  7«  ]ide.  --  Jaiiresdotation  ca.  luo  (Juldcn.  — 
Obmann  des  wissenschaftlichen  Comites:  Karl  Luka.s,  Majrn- 
des  Oeneralstabscorps  und  Genoralstabsclief  der  -24.  Inft.- 
Truppendivision;  Bibliothekar:  Anton  Toft,  Oberlehrer  der 
k.  k.  Militcär-Volksschule;  1  Diener.  —  Wissenschaftlicher 
Bandkatalog  nach  20  Gruppen.  —  p]ntlehnun,<i:en  nur  an  Ver- 
einsmitulieder  Montag  und  Donnerstag  von  5— c  Uhr.  —  Keine 
Versendungen.  —  Die  Bibl.  wurde  Ende  der  Achtzigorjahre 
gegr.   und   war  früher  in  der  Divisionskanzlei  untergebracht. 

—  Alle  Wissenschaften,  besonders  Taktik,  Kriegsgeschichte 
und  Kriegswesen. 

Ein  gedruckter  alphabot  Katalog  erschien  ls*)l,  s.  Ergänzungen  189."), 
1896;  Neuaufl.  des  gosamniten  Kataloges  l.s98.  (Abtlilg.  I.  mi!itür\vrss.  Abth! 
II.  beiletrist.  Theil.) 

r)95.  [K,  k.  erstes  Staats-JGymnasium  (C.  k.  gimnazj'um  I.). 

—  a)  Lehrerbibl.  44o.-)  Werke  in  Toni  Bdn.,  ir.l  Broschüren, 
447  Heften.  .Jüss  Programme;  h)  Schülerbibl.  703  Werke  in 
'.Mt.'i  Bdn.  (i)oln.  Abtii.);  fc?  Werke  in  74!»  Bdn.  (deutsche 
Abth.):  -.'s  Werke  in  .'f»  Bdn.  (rutlien.  Abth.).  —  Director:  Sta- 
nislaw Piatkiewicz;  Gustos  für  a)  Prof.  Stanislaw  Goliuski; 
für  h)  Prof.  Jan  Kossowicz  (für  die  poln.  Abth.);  G3'mn.- 
Lehrer  Juliusz  Ippoldt  (für  die  deutsche  Abth).  n;i7  von 
den  Jesuiten  gegr.,  seit  1773  mit  weltlichen  Lehrern  besetzt, 
1«49  mit  der  1S20  eröffneten  philosopiiischen  Lehranstalt 
vereinigt. 

Nach  dem  letzten  Jahrcsherichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

r>!if;.  [K.  k.  zweites  Staats-jGymnasium  (G.  k.  II.  -imna- 
zyum)  besitzt  eine  Li'hrer-  und  eiii<"  Sc-iiülcrijibl.   (rntJHMi..  poln. 


198  Puchheim.  ['>9'J' 

und  deutsche  Abth.)  —  Director:  Gregor  Ceiiliiiski;  Gustos 
der  Lehrerbibl.:  Prof.  Severin  Zarzycki;  der  Sehülerbibl. :  Prof. 
Demetrius  Lewkiewicz  (für  die  ruthen.  Abth.),  Prof.  Kasimir 
Johann  Zimmermann  (für  die  poln.  Abth.),  Prof.  Johann 
Malinovrski  (für  die  deutsche  Abth.).  —  Aus  den  seit  1888 
bestandenen  ruthenischen  Parallelclassen  des  I.  Staatsgymn. 
entstanden  und  1895  eröffnet. 

Nach    dem    letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da  der  Fragebogen  nielit 
beantwortet  wurde. 

597.  K.  k.  Lehrerinnenbildungsanstalt.  —  a)  Lehrerbibl. 
1-330  Werke  in  14uo  Bdn. ;  bj  Sehülerbibl.  2sG  Bde.  in  polni- 
scher und  043  in  deutscher  Sprache.  —  Jahresdotation 
a)  100  Gulden;  Z^j  120  Gulden.  —  Director:  Joseph  Falat;  Gustos: 
Prof.  Wilhelm  Przybylski.  —  Ein  Bandkatalog.  —  Benutzbar 
zu  jeder  Zeit.  —  Entlehnungen  a)  an  Mitglieder  des  Lehr- 
körpers; h)  an  Schüler.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr. 
zugleich  mit  der  Anstalt  1871. 

Puchheim  (Ober-Oesterr.). 

598.  Redemptoristencollegium  hat  nur  eine  zum  grössten 
Theile  aus  theologischen  Werken  bestehende  Hand-  und 
Hausbibl. 

Pürglitz  (Ki'ivoklat,  Böhmen). 

599.  Fürstl.    Fürstenberg'sche    Fideicommissbibliothek.    — 

Ca.  22.000  Bde.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  ■ —  Unter 
der  Verwaltung  der  fürstl.  Fürstenberg'schen  Centraldirection. 

—  Alphabet,  und  Ilandkatalog.  —  Nur  zu  eigenem  Gebrauche. 

Pul  kau  (Nieder-Oesterr.). 

GOo.  Volksbibliothek,  im  Pvathhause.  —  (515  Bde.  —  Jahres- 
dotation 25  —  50  Gulden.  —  Vorstände  die  Directoren  der 
Sparcasse:  Hermann  Dechant,  Ludwig  Knoll  und  Sebastian 
Bachzelt;  Bibliothekar:  Ludwig  Steininger,  Buchli alter;  Biblio- 
thekarstellvertreter: August  Merighi,  Cassier  der  Spar- 
casse. —  Autorenkatalog.  —  Benutzbar  jeden  Montag  von 
2—4  Uhr  nachm.  —  Entlehnungen  gratis  an  alle  der  Schul- 
pflicht   entwachsenen  Bewohner    von  Pulkau    und  Umgebung. 

—  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  aus  Anlass  des  4()jährigen 
Regierungsjnl)iläums  Sr.  Majestät  des  Kaisers  am  2.  Decomber 
1888  mit  Erlass  der  k.  k.  n.-ö.  Statthalterei  vom  2:5.  November 
1888,  Z.  57957.  —  Belletristik,  classischc,  landwirthschaftliche 
Werke,  Reisebeschreibungen. 


6041  i;:i(l:iilt/.  l'.C) 

l{a<iailt/   (Üiilvowina). 

f>oi.  [K.  k.  Staats-jGymnasium. — «)  Lclirri-hihl.  h,,'l  Wn-ko 
iii  ;}7;V.i  Bdii.,  -Js  r.lätk'r,  50üO  Prooraiumo;  h)  SchülcM-l)il)l. 
r><i3  Woi-ko  in  '.•00  ImIu.;  <•)  die  Sosnowic/Zsche  liibl.  (i<;i  Werke 
in  tiOl  Biln.  -  Direetor:  Gabriel  v.  IMor  Edler  zu  Soniieirjj^ 
und  Morberi; ;    Kibliothekar :   (l^Mun. -Lehrer  Dr.   Hu«;*)   Ilerzo«^. 

Xacli   (Iciu   letzten    Jaliresberielile   fiearluMtet,    da    der    Fra-jclxic^rcn    nielit 
heaiilwurtel  win-de. 

IvJift'iisa  (Dubrovnik,  Dalmatien). 

ii()2.  Dominicanerkloster.  —  cooo  ]>de.,  100  Handschriften, 
HM»  liu'unabolii.  —  Keine  bestimmte  Dotation.  —  Bibliothekar: 
1'.  Ambrosius  Kacii'.  —  Ein  alter  Katalo<i-  aus  dem  vorigen 
Jhdt.,     ein   neuer  Materienkatalo«^-.  Allgemein  benutzbar, 

aber  keine  Entlehnun.üieii  oder  Versendungen.  —  Gegr.  14!)0, 
bei  der  Einnahme  Ragusas  durch  die  Franzosen  fast  gänz- 
lich ausgeplündert.  —  Theologie. 

(;o;j.  Franc!  scanerconvent  (Biblioteka  Malebraee).  — 
14.000  Bde.,  lioo  Iland.-ehriften,  80  Incunabeln.  —  Dotation 
nur  gering.  —  Bibliothekar:  P.  Urbanus  Talija.  —  Ein  ge- 
druckter aiphabet.  Katalog;  ein  handschriftlicher  für  die  in 
jenem  nicht  aufgenommenen  Wissenschaften.  —  Täglich  von 
9  — r2  Uhr  allgemein  benutzbar,  —  Keine  Entlehnung.  — 
Versendungen  nur  an  einige  grosse,  öffentliche  Bibl.  — 
Stammt  aus  dem  15.  oder  vielleicht  schon  14.  Jhdt.  KiCT  wurde 
das  Kloster  fast  ganz  durch  Feuer  zerstört.  Die  gegenwärtige 
Bibl.  wurde  im  17.  Jhdt.  gegr.  —  Eine  bedeutende  Vermehrung 
bedeutete  die  Aufnahme  der  werth vollen  Bücher-  und  Hand- 
schriftensammlung F.  J.  Culic.  —  Besonders  Theologie  und 
slavische  Literaturgeschichte. 

Biblioteca  di  fra  Innocenzo  Ciulieh  nella  libreria  dei  PP.   Francescani 
di  Ragusa.  Zara  18()i>. 

601.  [K.  k.  Staats-jGymnasium  (C.  k.  veliki  gimnazijum). — 
a)  Alte  Bibl.,  Gymnasium,  3.  Stock.  --  47t»3  Bde.,  12  Hand- 
schriften. 11  Incunabeln.  —  Direetor:  Anton  Vuretir;  Biblio- 
thekar: Prof.  Dr.  Jose})!!  Posedel:  1  Diener.  —  Ali)habet. 
Classenkatalog.  —  Täglich  während  der  Unterrichtsstunden 
im  Einvernehmen  mit  dem  Bibliothekar  benutzbar.  —  Ent- 
lehnungen an  den  Lehrk()rper  gegen  Unterschrift.  —  Ver- 
sendungen von  Büchern  an  Mittelschulen;  von  HandschriftcMi 
nur  mit  Bewilligung  des  Landesschulratiies.  —  Bestand  walir- 
scheiidicli  schon  gegen  Ende  des  1<>.  .Ihdts.,  <jing  aber  durch 
das    Erdlx'lx'n     von    1  (!(;7     und   eine    Feuersbrunst    zujjrunde. 


•200  Raij^ern.  [605 

NeugTÜnduno-  wahrscheinlich  gleichzeitig  mit  der  Erbauung 
eines  neuen  G3'mnasialgebäudes  (jetzt  Militärspital).  —  Theo- 
logie, classische  und  ital.  Literatur.  Geschichte  und  Medicin. 
Seit  1HB8/G9  wird  die  Bibl.  nicht  mehr  vermehrt.  —  h)  Neue 
Bibl.,  Gymnasium,  1.  Stock.  —  -2250  Bde.  —  Director:  s.  oben; 
Bibliothekar:  Gjmin.-Lehrer  Stefan  Lucianovic;  der  Schüler- 
bibl.:  Gj'mn. -Lehrer  Rafo  Janni;  1  Diener.  —  Alphabet. 
Katalog;  Zettelkatalog  in  Ausarbeitung.  —  Benützung,  Ver- 
sendung, Entlehnung  wie  ol^en.  —  iscs  (hl  gegr.,  als  das  von 
den  Jesuiten  geleitete  Gjnnnasium  in  Staatsverwaltung  über- 
ging. —  Alle  Gymnasialfächer,  besonders  Philologie  und 
Literatur. 

Katalog  erscheint  im  Jahresberichte  1898/99. 

Raigern  (Mähren). 

605.  Benedictinerstift.  —  70.000  Bde.  und  Broschüren, 
820  Handschriften  vom  9.  Jhdt.  an,  398  Incunabeln  (bis  1510), 
2300  Landkarten.  —  Jahresdotation  600  Gulden.  —  Stifts- 
archivar und  Bibliothekar:  F.  Maurus  Kinter,  O.  S.  B.,  f.  e,  g. 
R.  etc.;  Amanuensis:  Moriz  Janeczek.  —  Zettelkatalog;  Katalog 
der  Incunabeln,  Handschriften,  Landkarten  etc.  —  Benutzbar 
täglich  von  9 — 12  und2V2— 4  Uhr.  — Entlehnungen  und  Ver- 
sendungen nur  gegen  Revers  an  vollkommen  vertrauens- 
würdige oder  gut  empfohlene  Personen.  —  Die  Geschichte  der 
Bibl.  ist  mit  der  des  Benedictinerstiftes  selbst  im  innigsten 
Zusammenhange,  wie  schon  daraus  hervorgeht,  dass  die 
ältesten  vorhandenen  Handschriften  noch  über  das  Gründungs- 
jahr (1048)  desselben  hinaufreichen.  Die  Bibl.,  die  durch  mehr- 
malige Verwüstungen  arg  gelitten  hatte,  wurde  durch  den 
Ankauf  der  Sammlung  des  verstorbenen  Brünner  Bischofs 
Mathias  Graf  v.  Chorinsky  und  durch  das  Legat  des  Propstes 
Beck  zu  Eisgarn,  sowie  durch  Neuanschaffungen  wieder  stark 
vermehrt.  —  Gepflegt  werden  zumeist  Geschichte  und  die 
theologischen  Lehrfächer. 

Wolny,  G.  Bericht  über  den  histor.  Vorrath  im  Archiv  des  Benedic- 
tinerstiftes Raigern  in  Miiliren.  In:  Archiv  f.  östcrr.  Gesch.  I.  !).  1849, 
S.  147.  —  Wattenbach,  W.  Handschriften  des  Klosters  Raygern  bei  Brunn. 
In:  Archiv  f.  alt.  dtsche.  Gesch.  X.  1851,  S.  (i89.  —  Raigern  in  Mähren. 
In:   Ein   Bonedictinorbuch.  Von  Sei).   Brunnor.  Würzburg  [IS81]. 

Raitz  (Mähren). 

606.  Fürstlich  Salm'sche  Schlossbibliothek.  —  35.000  Bde. 
—  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Zettelkatalog  in  Aus- 
arbeitung, —  Benutzbar  nur  mit  besonderer  Bewilligung  des 
Besitzers.    —    Ebenso    Entlehnungen    und  Versendungen.    — 


'■'"'••  1  IImU  Miii  I /.  -UM 

<'io«;r.  vom  Mrlciucr  <l<'s  Schlosses,  dem  l-^iirslm  (';ii-l  S.ilrn 
(^ol).  I7.')(>,  y-i'st.  is;!s),  wesentlich  vei'mclii'l  diircli  dessen  Sidin, 
den   Altural'en    Ihii,^»   Kran/.  Salm   (i'esl.    is:',(;).  Cicseliielitc, 

Nalurwissenscliaften,  Maf liemal ik. 

Wnnkel,   Heinrii'li.   Hildcr    ans    d.'i-  iiiiilnisplicn   Si'hu.i/,   iiini    iln«'    \'«  r 
gaiijjtMilu'it.  Wioii   l!Ss?. 

Makonifz  (nölimcn). 

<;n7.  [K.     k.    Staats-]Realschule    (Vyssi    skola    rcalna).     — 

a)  Lelireri)il)l.     ITHi  Werke    in  aoOT  l!dn.,    Uli   Programme; 

b)  Schülerbibl.  l.UT  Werke  in  200«;  Ikln.  Director:  Fran- 
tisek  Wurm;  Custos:  Prof.  Vaclav  Ilampl.  —  Eröffnet  is.i'};  seit 
1SG4  Oherrealscliule.  Zuerst  mit  I'iaristen,  seit  isf)!»  mit  Prä- 
monstratensern  von  Straliov,  seit  1.S72  mit  weltlichen  Lehrern 
besetzt;   isjcJ  verstaatlicht. 

Nach  dein  letzten  Jaliresberiehte  p;earl)citnt.  da  der  Fragebogen  nielit 
beantwortet  wurde. 

Raiulititz  a.   F.  (Pvoudnic,  Böhmen). 

(JOS.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  statni  vyssi  gymna- 
sium).  —  a)  Lohrerbibl.  21)37  Werke  in  27tj.s  Pdn.,  loO  Heften, 
34fs7  Programme;  hj  Schülerbibl.  2101  Werke  in  22.")0  Bdn.  — 
Für  die  Lehrraittelsammlunoen  standen  1897/98  440  Gulden 
zur  Verfügung.  —  Director:  Josef  Cerny;  Custos  für  a)  Prof. 
Karel  Prochiizka;  für  tj  Gymn. -Lehrer  Frantisek  Svoboda.  — 
Errichtet  1877  als  Communal-Realgymn.;  0])Grg3'mn.  seit  1881 ; 
verstaatlicht  1893. 

Prochazka,  Karel.  Seznam  knihovnj'  uüitelske.  In:  Tfinäcty  prograin  c. 
k.  stätnibo  vy^^ibo  gymnasia  v  Roudnici.  V  Roudnici   1«98. 

Naeli  dem  letzten  Jabresbericbte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

<;o9.  Privatbibliothek.  Fürst  Moriz  v.  Lobkowitz'sche  Fidei- 
commissbibliothek.  —  GO.OOO  Bde.,  coo  Handschriften,  12oo 
Incunabeln.  —  Jahresdotation  lOOO  Gulden.  —  Bibliothekar 
und  Archivar:  Max  Dvoiiik.  —  Ein  Zettel-,  Stand- 
und  Nominalkatalog.  —  Besuchsstunden  in  den  Sommer- 
monaten von  9 — 12  und  '■'> — G  Uhr.  —  Zur  Benützung  der 
Handschriften  ist  die  besondere  Bewilligung  des  Besitzers 
erforderlich.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  — 
Die  älteste  Grundlage  der  Bibl.  bildete  die  Büchersammlung 
des  gelehrten  Bohuslav  v.  Lobkowitz  auf  Hassenstein  (gest. 
löio).  welche  derselbe  1491  auf  seiner  Burg  Hassenstein  bei 
Kaaden  in  Böhmen  angelegt  hatte.  \^on  da  kam  die  Bibl.  im 
1(3.  Jhdt.  nach  Komotau  in  Böhmen,    wo    ein  Theil    derselben 


•202  Reichen  au  a.  d.  Kn.  [61»' 

abbrannte.  Schliesslich  kam  sie  unter  dem  obersten  Kanzler 
des  Königreiches  Böhmen  Zdenko  Adalbert  Fürsten  v.  Lob- 
kowitz  (gest.  lG2s),  der  sie  mit  seinen  eigenen  reichen  Bücher- 
schätzen vereinigte,  nach  Raudnitz.  Die  Bibl.  nahm  im  Laufe 
der  Zeiten  durch  Erbschaft  noch  andere  Lobkowitz'sche  Haus- 
bibl.  auf,  ferner  durch  Ankauf  die  Büchersammlungen  des 
Arztes  Dr.  Mathias  Borbonius  v.  Borbenheim  (gest.  1629),  des 
Genealogen  Michael  Adam  Frank  de  Frankenstein  (lebte  in 
der  zweiten  Hälfte  des  18.  Jhdts.  in  Prag),  des  Bergrathes 
Med.    u.  Phil.  Dr.  Franz  Ambros  Reuss    in  Bilin    (gest.  1S30). 

—  Alle  Wissenschaften,  besonders  aber  Geschichte  und  Kunst- 
geschichte. —  In  Verbindung  mit  der  Bibl.  (10  Säle)  steht  ein 
Musikarchiv  mit  48.'55  Werken  und  kostbaren  Instrumenten, 
sowie  in  drei  Räumen  die  Schatz-  und  Rüstkammer  und  ein 
Conchyliencabinet.  Das  fürstliche  Familienarchiv  nimmt  vier 
Räume  in  Anspruch  und  enthält  ausser  den  Familienurkunden 
und  -Schriften  zahlreiche  Staatsschriften  und  Correspondenzen 
des  IG.  und  17.  Jhdts. 

Dworzak,  J.  J.  Merkwürdigkeiten  der  fürstl.  v.  Lobkowitzsclien  Scliloss- 
bibl.  zu  Raudnitz  a.  d.  Elbe  in  Böhmen.  In:  Serapeum  1843.  S.  1.  — 
Petters,  J.  Deutsche  Handscliriften  zu  Raudnitz.  In:  Anzeiger  für  Kunde 
d.  deutsclien  Vorzeit.   IS")?.   Sp.  (i.  77. 

Reicheiiau  a.  d.  Kn.  (R,ychnov,  Böhmen). 

Glo.  [K.  k.  Staats-jGymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  3765 
Werke  in  49  60  Bdn.  und  5070  Programme;  h)  Schülerbibl. 
2311)  Werke  in  2354  Bdn.  und  .s3  Heften.  —  Dotation  aus  den 
Schülerbeiträgen  150  Gulden.  -  Director:  Andreas  Franta; 
Custos:  Prof.  Johann  Skäkal.  —  Bandkatalog  nach  Fäcliern.  — 
Den  Personen  des  Lehrkörpers  jederzeit  zugänglich;  Bücher- 
tausch mit  dem  Gymn.  in  Königgrätz.  —  Gegr.  1714  mit  der 
Stiftung  des  Piaristencollegiums,  dessen  Büchersammlung  den 
Grundstock  der  Bibl.  bildet;  seit  1881  vom  Staate  über- 
nommen, —  Besonders  vertreten:  classische  und  slavische 
Philologie,  Geschichte  und  Geographie,  Naturgeschichte. 

Reicheiiberg'  (Böhmen). 

611.  Gabelsberger  Stenographenverein,  Kai.ser  Franz  Joseph- 
Schule.  —  ><IM  Bde.  Ohiuaiin:  Pi-of.  Franz  Hiibler;  JUicher- 
wart:  Lehi'er  Joseph  Richter.  —  Bandkatalog.  —  Ausleihe- 
Stunden  Mittwoch  und  Samstag  von  7 — 7'.^  Uhr.  —  Steno- 
graphie und  Sprachwissenschaft. 

612.  Nordböhmisches  Gewerbennuseum.     —    Ca.  6000  Bde. 

—  Jahresdotation  ea.  2im)U  Gulden.  Custos:  Dr.  G.  E.  Pa- 


'111  l{cicli('iil)(>r<r.  203 

/nui't'k;  Assistent:  Willicliii  i\uust;  TiiiUt  ik:iiit :  llfiiiricli 
SchiiidU'i-.  Z('tit'll<:ilal(»j^   in   Aiisiirheitimj;.  —  Üeiiützbiir  an 

Wot'luMitaui'n,  ausser  Monta,::,  vmi  ;t  l  uiul  '2 — l  Uhr;  an 
Sonn  und  Foi«.'rtay:on,  niii  Ausnaluno  dor  li(")chöten  Fest-,  so- 
wie der  Xorniatauo,  von  !'  —  1  und  7  — s  Uhr.  -  EntlohnunLjon 
auf  vior  Wochen  an  die  Curatoren,  Stifter,  corresp.  und  ord. 
Mitglieder,  sowie  die  Museunisheaniten ;  an  säiunitliche  ^ge- 
werbliche Fach- und  l'orthililunusscliuh'n.  zumal  die  im  Keichen- 
l)er^'er  Ilandelskamnierhezirke  uelouenen.  überhaupt  alle  staat- 
lichen und  öffentlichen  Anstalten;  an  einzelne  Lehrkräfte  und 
Schüler  dieser  Institute,  insoferne  sie  sich  entsprechend  le- 
j^ätimiren  können:  an  gewerbliche  Vereine  und  Corporationen. 
An  alle  anderen  Personen  nur  von  Fall  zu  Fall  Lre^en 
Caution,  Enipfehlun^oder  Bürj^schaft.  —  Ebenso  Versen- 
dungen iiciren  Ersatz  des  Portos.  —  Die  Bibl.  bildet  seit  der 
IST:;  erfolgten  Gründung-  des  Nordbrihniiselien  Gewerbe- 
museunis  eine  der  mannigfaltigsten  Bildungsstätten  dieses 
Institutes.  An  grösseren  Büchereien  fand  die  Bibl.  des  Ge- 
werbevereines der  Stadt  Reichenberg  Aufnahme.  —  Alle 
Wissenschaften,  die  mit  der  F(">rderung  des  Kunstgewerbes 
im  Zusammenhange  stehen. 

Bit)l.-KatalofT  von  1S88  unrt  Nachtragslcatalog  von  ISOG.  —  Hil)I.- 
Ordnung  dos  Nordljöliniisclien  Gewerbemiiseums,  genelira.  vom  Curat, 
unterm  7.  .ruiii  isoc». 

613.  [K.  k  Staats-]Gewerbeschule.  —  Ca.  ;»0(M)  Bde.  —  Do- 
tation bei  IsöO  Gulden.  —  Director:  Reg.-K.  Franz  Richter: 
Vorstände:  Die  Prof.  Franz  Kuhn,  Rudolf  Fiedler.  Franz  Hei- 
singer. -  -  Zettelkatalog.  —  Für  Mitglieder  des  Lehrkörpers 
in  Anwesenheit  eines  der  Vorstände  stets  benutzbar.  -  -  Ebenso 
Entlehnungen;  an  andere  Personen  nur  mit  Bewilligung  der 
Direction.  -  Ebenso  Versendung.  —  Mit  der  Anstalt  IsTi: 
gegr.  —  Vertreten:  Pädagogik,  deutsche  Sprache  und  Ge- 
schichte. Architektur  und  Bauingenieurfächer.  Gewerbe,  Handel. 
Industrie  und  Volkswirthschaft,  elementares  und  kunstgewerb- 
liches Zeichnen  und  Modelliren.  Naturgeschichte  und  Physik. 
Chemie  und  ehem.  Technologie,  Mathematik  und  constructive 
Geometrie.  Mechanik,  ^Laschinenbau  und  mechanische  Tech- 
nologie, Belletristik  (Schülerbibl.).  Besonders  gei>flegt:  Ar- 
chitektur und  Bauingenieurfächer,  CluMnie  und  ehem.  Tech- 
nologie, Mechanik.  Maschinenbau  und  mechanische  Tech- 
nologie. 

t;i  1.  [K.  k.  Staats-jMittelschule.  —  <i )  Lehrerbibl.  Mol  Bde., 
l.'.-.'o  Hefte,  :".s:'.;5  Pronramme;  h)  Schülerbil)l.  •J172  Bde.  — 
Director:  Josef  Grünes;  Verwalter  für  "j  Prof.  Friedrich 
Schuberth;   für  l>i  Pi-uf.    Leo[)old  Tertsch.    —    (!egr.    is;{7    als 


204  Reichersberg.  [615 

dreiclassige  Reallehranstalt:  Oberrealschulo  seit  1850.  1«72 
verstaatlicht,  wobei  die  vier  unteren  Classen  als  Reali>ynin. 
eingerichtet  wurden;  von  1883  an  die  Classen  der  Oberreal- 
schule aufgehoben. 

Scliuberth,  Friedrich.  Katalog  der  Lehrerbibl.  In :  XXVI.  Jahresbericht 
der  k.  k.  Staat?mittelschiile  in  Reiehenberg.   Roielieiiberg  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  dn  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Reicliersberg  (Ober-Oesterr.). 

Gl 5.  Augustinerstift.  —  20.000  Bde.  Handschriften  und  In- 
cunabeln  beim  Stiftsbrande  l<i->4  verbrannt.  Nur  mehr  8  Per- 
gamentcodices des  Propstes  Gerhoch  (1132,  gest.  11(!9).  — 
Jahresdotation  400  Gulden.  —  Bibliothekar:  P.  Konrad  Meindl. 

—  Alphabot.  Zettelkatalog  und  gebundener  Fachkatalog.  — 
Benutzbar  jederzeit    im  Einvernehmen  mit  dem  Bibliothekar. 

—  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich 
mit  dem  Stifte  1()S4.  Successives  Anwachsen.  Gänzliche  Zer- 
störung durch  den  erwähnten  Stiftsbrand.  Grosse  Verluste 
während  der  französischen  Invasionen  1800 — 1810  —  Theo- 
logie und  Geschichte. 

Handsclirifüiche  Kataloge  über  die  verbrannte  Bibl.  von  ISOO  und 
1611  auf  der  Staatsbibl.  in  München.  —  Appel,  Bernhard.  Geschichte  des 
Chorherrenstiftes  zu  Reicl)ersberg.  Linz  18")?.  — Meindl, Conrad.  Regul.  Augu- 
stiner-Chorherrenstift  Reichersberg.  In:  Ein  Chorherrenbuch.  Von  Sebastian 
Brunner.  VVürzburg  1883. 

Rein  (Steiermark). 

r;iG.  Cistercienserstift.  —  22.500  Werke  in  ca.  40.000  Bdn.; 
überdies  213  Nummern  Handschriften  und  302  Incunabeln  in 
250  Bdn.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekar: 
P.  Anton  Weiss.  —  Hauptkatalog  in  Bänden;  Fachkatalog  in 
Zetteln;  aiphabet.  Katalog  in  Zetteln;  Standkatalog  in  Heften; 
Incunabelnkatalog  in  1   Bd.;  gedruckter  Manuscriptenkatalog. 

—  Benutzbar  gegen  Anmeldung  beim  Bibliothekar  jeden 
Wochentag  von  t)  — 12  und  3-5  Uhr.  —  Entlehnungen  an 
vertrauenswürdige  Personen  gegen  Revers.  —  Ebenso  Ver- 
sendungen zur  Benützung  in  den  Räumen  einer  öffentlichen 
Bibl.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Stifte  1129.  Einverleibt  sind 
ein  in  Graz  verbliebener  Theil  der  Bibl.  des  Erzherzogs  Fer- 
dinand, nachmaligen  Kaisers  Ferdinand  11.,  und  die  Joseph 
Heippel'sche  Bergwerksbibl.  in  Deutsch-Feistritz,  welche  beide 
angekauft  wurden;  durch  Geschenk  die  Bibl.  Sr.  Excellenz 
Joseph  Reichsfreiherrn  v.  Werner,  k.  k.  Gesandten  i.  R.  Be- 
sonders  verdient  machten   sich   in  neuerer  Zeit  um  die  Bibl. 


die  Ai'hfc:    Mariaii    rittroirli    (1 7  !.">  -  1 771),    LinlwiL,^    (jroliliiiis 
Killor  V.  KaisL'i-ssiou  (is-.'.r    isci),  Vincenz  Kiit'.dl  (I8t;i— 1«'.hi). 
SämmtliclK'  Fäclier,  bosomlcrs  Theologie,  CTOScliiclite,  Kunst 
und  Literatur. 

PolsteriM',  A.  .1.  (Irä/.  iiiul  soiiie  l^ingolinngcii.  (iräz  l'^'JT,  S.  .t'jT.  — 
Sclirciner,  Gustav.  (Jrätz.  Grat/  1S4:$,  S.  -I'.KJ.  —  Wattcnbiioli,  W.  Ilaiul- 
sclirifton  dos  Cist.-Stiftos  Rein  unweit  Grat/.  In:  Aroiiiv  für  alt.  doutsclio 
Gösch.  X.  1S;')1,  S.  t'i'ii").  -  Weiss,  V.  Anton.  Das  Archiv  dos  Stiftes  Hcun. 
In:  Beiträge  z.  Kunde  steiorni.  Geschiehtsquellen  II.  18().'>,  S.  Kl.  -  Ders. 
Das  älteste  Renn.  In:  Mitlheilungen  d.  bist.  Vor.  f.  Stoicrm.  XIV.  I.SCC), 
S.  1  IS.  —  Roiträge  z.  Kunde  steiorni.  Gesoliiclitsiiuellon.  XII.  187').  — 
Malis,  Gabriel.  Die  Abtei  Rein  in  Steiermark.  In:  Ein  Cistereienserbuch. 
Von  Seit.  Rrunner.  Würzburg  1881.  —  Gasparitz,  P.  Anibros.  Renn  im 
12.  Jhdt.  In:  Mittli.  d.  bist.  Vor.  f.  Steiorni.  XXXVIII.  1S90,  S.  :5.  — 
Weiss,  F.  Anton.  Handscliriftenverzeichniss  der  Stiftsbibl.  z.  Rein.  Xenia 
Bernardina  II.  1. 

Reiz  (Nieder-Oesterr.). 

»317.  Dominicanerconvent,  oeur.  loUO,  hat  nur  eine  kleine 
Bibl.  theologiscli-ascetiselien  Inhaltes. 

Rentte  (Tirol). 

(518.  Franclscanerconvent.  —  Ca,  ^OOO  Bde.  —  Jahres- 
dotation je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekar:  P.  Joseph  a  Cup. 
Kern,  O.  Fr.  M.  —  Nur  zu  eigenem  Gebrauche.  —  Gegr.  zu- 
gleich mit  dem  Kloster  1028,  wurde  die  Bibl.  sammt  dem 
Kloster  in  den  Vierzigerjahren  des  laufenden  Jhdts.  beinahe 
vollständig  ein  Raub  der  Flammen,  was  die  auffallenden 
Mängel  erklärt.  —  Meistens  theologische  Wissenschaften: 
Moral,  Dogmatik,  Kanzelberedsamkeit  und  Katechetik. 

Ried  (Ober-Oesterr.). 

til;».  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  1113 
Werke;  h)  Schülerbibl.  Director:  Joseph  Palm;  Custos  für 
u)  und  h)  Prof.  Ernst  Sewera.  —  Gegr.   1871. 

Sewera,  Ernst.  Katalog  der  Lehrerbibl.  In:  XXVII.  Jahresberieht  dos 
k.   k.  Staatsgj'innasiums  Ried.  Ried   is',18. 

Nach  dem  letzten  Jahresbericlite  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

RöllKTStadt  (Mähr). 

Gio.  [Landes-Unter-]Realschule.  —  ^J  Lehrerbibl.  7<34  Werke 
in  8(;-2  Bdn.  und  ;3ü42  Heften;  h)  Schülerbibl.  -12:^  Werke  in 
510  Bdn.  —  Dotation  für  b)  ca.  2u  Gulden.  —Director:  Albin 
Niemetz,   Schulrath;    Custos    für   a)  Prof.  Franz   Nejezchleba, 


206  Rohr  au.  [621 

für  h)  Prof.  Arnold  Kornfeld.  —  n)  ein  neuangelegter,  aiphabet. 
Bandkatalog  und  ein  altes  Inventar;  b)  Zettelkatalog.  —  a)  Ent- 
lehnung an  den  Lehrkörper:  h)  an  Schüler.  —  Keine  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  mit  der  Anstalt  1873.  —  a)  alle  Wissen- 
schaften der  Realschule;  besonders  moderne  Philologie,  all- 
gemeine Sprachwissenschaft,  Geschichte  und  Geographie, 
Naturwissenschaften ;  h)  Jugendlectüre. 

Rolirau  (Nieder-Oesterr.). 

liJl.Gräfl.  Harrach'sche  Fideicommiss-Bibliothek.  Siehe  Wien: 
Privatbibliotheken.  Gräfl.  Harrach'sche  Bibliothek. 

Roveredo  (Tirol). 

<3i-2.  [K.  k.  Staats-jGymnasium  (J.  r.  ginnasio  superiore) 
besitzt  eine  Lehrerbibl.  (ca.  oOOO  Werke)  und  eine  Schüler- 
bibl.  —  Director:  Alberto  Casagrande:  Bibliothekar:  Prof. 
Silvio  Battelli.  —  Gegr.  1G72,  seit  1850  Obergymn. 

Catalogo  della  Biblioteca  dei  professori  (I.).  In:  Programma  dell'  J.  r. 
ginnasio  superiore  di  Rovereto.  Rovereto  1898. 

Nach  dem  letzten  Jaliresbcrichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

(j23.  Städtisches  Museum  (Museo  civico).  —  Ca.  3000 
Werke  und  bei  50  Zeitschriften.  —  Ohne  bestimmte  Dotation. 

—  Director:  Prof.  Giovanni  de  Cobelli;  Bibliothekar:  Dr. 
Ruggero  de  Cobelli.  —  Alphabet.  Zettelkatalog.  —  Benützung 
nur  in  den  Räumen  des  Museums.  —  Gegr.  mit  dem  Museum 
von  dessen  Stifter  Fontaneto  Zeni  1878,  —  Naturwissenschaften, 
Archäologie,   Numismatik,  heimische  Geschichte. 

624.  [K,  k.  Staats-]Realschule  (J.  r.  scuola  superiore  Eli- 
sabettina)  besitzt  eine  Lehrer-  und  eine  Schülerbibl.  — 
Director:  Lorenzo  Müller.  —  Errichtet  1855;  Oberrealschule 
seit   187<». 

Nach  dem  letzten  Jahresbericlite  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

625.  Sfadtbibliothek  (Biblioteca  civica).  —  Ca.  28.000  Werke 
in  32.000  Bdn.,  gegen    looo  Handschriften  und  20  Incunabeln. 

—  Dotation:  50  Gulden.  —  Die  Bibl.  unterstellt  dem  Museo 
civico.  —  Ein  Materien- und  ein  Autorenkatalog;  ein  Autoren- 
zettelkatalog. —  Geöffnet  Montag,  Mittwoch,  Donnerstag  und 
Samstag  (Feiertage  ausgeschlossen)  October  bis  März  von 
i) — 12  und  2—4  Uhr;  April  von  !»— 12  und  3— 6,  Mai-Juli  von 
!j — 12  und   1—7,  August  und  September  von  !) — 12    und  3 — 6 


628]  IJudollswcil.  -207 

riir;  ^^oschlossoM  zu  oiucr  v<>i-lior  iiielit  hcstimmbarcii  Zeit  im 
August  und  Si'ptcniher,  feriior  am  Doiuu'rstaL;  vor  Fastnacht, 
den  beiden  Fascliingsta^en,  den  vier  Tagen  vor  dem  Oster- 
fest, 2.  Novend)er,  'M.  undol.  l)iu;end)er.  Fiir  die  I'enützung 
und  Entlehnung  sind  die  Statuten  dci"  i;il)l.  massgebend; 
Handschriften  sind  von  iler  iMitlehnung  ausgeschlossen. 
tJegr.  ITtjO,  als  das  Municipio  vom  städtischen  Spital  d(!ii 
Nachlass  des  Oirolamo  de  Tartarotti-Serbati  kaufte.  —  IJe- 
sonders  vertreten  Literatur  und  Geschichte,  besonders  vater- 
ländische. 

Rndolfswei't  (Kruin). 

(V2().  Franciscanerconvent.  —  Ca.  sOOO  Bde.,  <J0  kleinere 
Handschriften,  l  Incujuibel  und  ca.  l.'iOO  Duplicate.  —  .lahres- 
dotation  ca.  so  Gulden.  -  Bibliothekar:  P.  Gotthard  Pod- 
gorsek,  ().  S.  Fr.  --  Hauptclassen-  und  aljjliabet.  Katalog.  — 
Benutzbar  für  Fremde  nur  mit  besonderer  Erlaul)niss  des 
Guardian.  —  Ebenso  Entlehnungen  in  aussergewöhnlichen 
Fällen  an  Bekannte  gegen  Revers.  —  Gegr.  1 47J,  wurde  das 
Kloster  sammt  der  Bibl.  zweimal,  1580  und  IfJUt,  ein 
Baub  der  Flammen.  —  Meistentheils  nur  Bücher  religiösen 
Inhaltes,  doch  auch  andere  aus  allen  Wissenschaften,  Ge- 
schichte, Geographie,  Linguistik. 

1127.  [K,  k.  Staats-]Gymnasium.  —  r?)  Lehrerbibl.  ;56s7  Bde., 
10-24  Hefte,  ri.;;(>l  Programme;  h)  Schülerbibl.  1591  Bde , 
5(»0  Hefte.  —  Dotation  ca.  150  Gulden.  —  Director:  Dr.  Franz 
Detela;  Biblit)thekar  der  Lehrerbibl.:  Prof.  Alois  Virbnik; 
der  Schülerbibl.  Prof.  Dr.  Caspar  Pamer  (für  die  deutsche 
Abth.).  Gynin. -Lehrer  Michael  Markic  (für  die  sloven.  Abtli). 
—  Alphabet.  Zettel-  und  15andkatalog.  -  a.)  Im  Schuljahr 
von  8  r.'  und  von  2— G  Uhr  täglich  für  den  Lehrkt'u-per  zu- 
gänglich; Lehrer  kcuinen  ohne  Weiteres,  andere  Beamte  nach 
xVnsuchen  beim  Vorstande  entlehnen;  ebenso  Versendung.  — 
Gründung  174().  — -  Philosoi)hie,  Pädagogik,  Theologie,  Philo- 
logie, Geschichte,  ^Mathematik,  Naturgeschichte,  Physik, 
Zeichnen,  Landwirthschaft,  besonders  classische  Philologie 
und  Geschichte. 

Petolin,  Martin  (und  Alois  Virbnik).  Katalog  der  Lolirerbiitl.   In:  -lalirt-s- 
bericlit  des  k.  k.  Obergymn.  in  Rudolfswt-rt.    Rudolfswert   is'.'T   und    is'.is 

RunilMir^  (Br>iiiiu'ii). 

t)2s.  Capucinerconvent.  —  2iMtu  Bde.  —  »lahresdotation  je 
nach  Bedarf.  —  (iuardian  und  Bibliothekar:  P.  Ililarius 
Franciscus  Pokorny.    —    Zwei    vollständige    und    ein    unvoll- 


20S  Rzeszow.  [029 

ständiger  Bandkatalog,  aiphabet,  geordnet.  —  Zu  jeder  Stunde 
für  Mitglieder  und  die  von  denselben  eingeführten  Gäste 
benutzbar.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  — 
Graf  Eusebius  Poetting  bestimmte  bei  Gründung  des  Klosters 
1684  testamentarisch  seine  Bücher  den  Capucinern.  Die  Bibl. 
wurde  im  Laufe  der  zwei  Jahrhunderte  durch  verschiedene 
Schenkungen  und  Anschaffungen  vcrgrössert;  anno  1S84  fand 
Aufnahme  die  Bibl.  des  verstorbenen  Pfarrers  Julius  Sclimidt, 
ca.  800  Bücher.  —  Hauptsächlich  Theologie,  Philosophie  und 
Geschichte. 

Rzeszow  (Galizien). 

6-39.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium    (C.  k.  wyzszi  gininaz3'um). 

—  aj  Lehrerbibl.  5s4i  Werke  in  9588  Bdn.  und  3251  Heften; 
h)  Schülerbibl.  —  Director:  Wladyslaw  Lercel;  Bibliothekar 
für  et)  Prof.  Jozef  Sanojca;  für  h)  Prof.  Stanislaw  Babinski 
(poln.  Abth.).  Gj^mn.-Lehrer  Emanuel  Roszka  (deutsche  Abth.). 

—  Bis  1818  fünf,  bis  1858  sechs  Classen,  seit  1858  vollständiges 
Gymn. 

Xach  dem  letzten  Jahresberichte   gearbeitet,   da   der  Fragebogen   nicht 
beantwortet  wurde. 

Saaz  (Böhmen). 

630.  [K.  k.  Staats-jGymnasium,  —  a)  Lehrerbibl.  2470 
Werke  in  5329  Bdn.  und  303  Heften,  11.600  Programme; 
0)  Schülerbibl.  1134  Werke  in  1610  Bdn.  —  Director:  Joseph 
Hollub;  Bibliothekar  für  a)  Prof.  Joseph  Merten;  für  h)  Prof. 
Joseph  Schiepek.  —  Im  14.  Jhdt.  als  Saazer  Schule  errichtet. 
1779  aufgehoben,  1807  wieder  eröffnet;  seit  1852  Obergymn., 
1873  verstaatlicht. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen   nicht 
beantwortet  wurde 

Salzburg. 

631.  Deutscherund  österreichischer  Alpenverein,  Section  Salz- 
burg, Sigmund  Haffnergasse  1.  —  Ca.  400  Bde.,  Manuscripte  und 
Broscliüren.  —  Jahresdotation  50  Gulden.  —  Bibliothekar: 
Rudol})h  Weizner,  Sparcassebuchhalter.  —  Katalog  in  Aus- 
arbeitung. —  Entlehnungen  nur  an  Vereinsmitglieder.  — 
Gegr.  zugleich  mit  der  Section  1870.  —  1898  erfolgte  die 
Einverleibung    des    Nachlasses    des    Dr.    A.    von    Rutiiner.  — 

—  Rein  alpine  Werke  und  Zeitschriften,  sodann  Reise- 
beschreibungen und  Meteorologie. 


•'•'•M  S;il/.l)nr«i-,  20!» 

i\:\-2.  Benedictinerkloster  St.  Peter.  —  Ca.  7ü.()0ü  P.do.,  llon 
Udo.  Ilamlscluilleii  (vielfach  Saniinelbdo.),  1700  lide.  liicu- 
nabeln  bis  1500.  .lahresdotation  jo  nach  Bedarf.  —  Biblio- 
tliokar:  l\  Willibald  Ilaiithaler,  k.  k.  .Schulrath  und  f.-o. 
(Jyinnasialdiroctor.  —  Alphabot.  Aut()ronkatah)<4-,  tlicihveise 
vorbundon  mit  ciiuMU  •iobnndonon  Schla^worlkatak),^.  — 
Benutzbar  nach  spocioUor  Uoboreinkiinft  mit  dem  l>iblio- 
thekar.  —  Ebenso  Entlohnungen.  —  Versendun<i:on  nur  aus- 
nahmsweiso  und  mit  Erlaubniss  der  Stiftsvorstohunu-  an 
öffentliche  Institute.  —  Ge,ur.  durch  Erzbischof  Arno  (7.s.'> 
bisS21)  und  seitdem  stetig  erweitert.  Aeltester  liandschrifton- 
katalog-  aus  dem  Ende  des  1-2.  Jhdt.  (Cod.  S.  F.  a.  IX.  :).) 
1583  wurde  die  Bibl.  desBenedictinernonnenklosters  der  Peters- 
frauen nach  deren  Aufhebung  einverleibt.  14:3;")  die  Bibl.  des 
gelehrten  Pfarrers  Jodoc  Gessolt  von  Mühldorf,  103!»  jene 
des  Juristen  Heinrich  Knoll,  IGG;}  (kjOs)  über  loo  Bde. 
des  Grafen  Johann  Jacob  v.  Königsegg,  1703  die  Bibl.  des 
Prof.  Digostorum  Anton  Lindner,  182;")  die  Büchersammlung 
des  Joseph  Fellner.  1801  musste  das  Stift  15  Codices  an  die 
Franzosen  anslieforn;  dieselben  sind  jetzt  in  München.  —  Die 
Bibl.  zerfällt  in  drei  Abtheilungen:  eine  allgemeine,  eine 
theologisch-ascetische  Ilandblbl.  und  der  übrige  Bücherbestand. 

—  Besonders  vortreten  theologische  Disciplinen,  Kirchen-  und 
Staatsrecht,  Geschichte,  Ascotica  und  Naturwissenschafton. 

Chmel,  J.  Handschriften  in  österr.  Bibl.  In:  Der  österr.  Geschichts- 
forscher. II.  2.  1841.  Not.  Bl.,  S.  54.  —  Pertz.  Aus  dem  Handscliriftenver- 
zeichniss  des  St.  Peterstiftes  zu  Salzburg.  In:  Archiv  f.  ältere  doutsclie 
Gesch.  IX.  l!S47.  —  Wattenbach,  W.  Handschriften  des  Benedietinerstiftes 
St.  Peter  in  Salzburg.  Ebenda  X.  1851,  S.  GI4.  —  Foltz,  Carl.  Gescliiclite 
der  Salzburgcr  Bibl.  Wien  1877.  —  St.  Peter  in  Salzburg.  In:  Ein  Bcne- 
dictinerbuoli  von  Sob.  Brunner.  Wiirzburg  1881.  —  Iluonier,  J.  Iter  Au- 
striacum.  I.  In:  Wiener  Studien.  IX.  1887,  S.  HM. 

i;3;].  Capucinerconvent,  Capucinerberg  (>.  —  Ca.  lo.ooo  Bde., 
darunter  ca.  700  Foliobdo.  und  ca.  -300    Incunabeln    bis   1500. 

—  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  Eine  alte  Klostorregel  hoisst: 
1.  Sorge  für  die  Kirche,  2.  für  die  Bibl.  und  3.  für  die  ül)rigon 
Bedürfnisse.  Als  Richtschnur  gilt  auch  die  Stelle  in  den  Ver- 
ordnungen dos  Genoralcapitels  S.  10:  „Die  Bibl.  sollen  dem 
heutigen  Stande  der  Wissenschaft  angepasst  und  nach  Kräften 
mit  den  vorzüglichsten  Werken  alter  und  neuer  Zeit  aus- 
gestattet worden."  --  Vorstand  der  Bibl.  ist  unter  Wahrung 
der  Rechte  des  Guardian,  derzeit  P.  Dam.  Mair,  seit  l  s;is  P.  Valor. 
Vieider,  Lector  der  Phil,  im  theol.  Hausstud.  —  Realkat.  in  2  l>dn. 
ca.  <;oo  S.,  wobei  die  eine  Seite  für  Neuanschaffungen  leer  bleibt, 
geht  der  Vollendung  entgegen.  Alphabet.  .Autoren-  und  Sclilag- 
wortbandkatalog,    einseitig    beschrieben,    in  Vorbereitung.    — 

Bililiollicks-Adressbiicli.  14 


210  Salzburg.  [634 

Bibl.-Ordniing  des  P.  Angelicus  Eberle.  München  1898,  S.  41: 
„Bezüglich  des  Ausleihens  unserer  Bücher  nach  Auswärts 
steht  es  unbestritten  fest:  1.  Dass  unsere  Klosterbibl.  keine 
Leihbibl.  sind,  und  2.  dass  die  einschlägigen  kirchlichen  Be- 
stimmungen das  Ausleihen  nicht  bloss  nicht  billigen,  sondern 
kurzweg  streng  verbieten  (Bullarium  Capuc.  in  I,  S.  97 
und  107)."  —  Benutzbar  in  Gegenwart  des  Bibl.  von  8—11 
und  12 — 5  Uhr.  —  Gegr.  mit  dem  Einzüge  ins  Kloster  ir)99. 
1898  Neueinrichtung  und  Neukatalogisirung.  —  Meistens  theo- 
logische Werke,  doch  sind  auch  andere  Wissenszweige  ver- 
treten. 

G34.  Fürsterzbischöfliches  Collegium  Borromaeum,  Dreifal- 
tigkeitsstrasse 17.  —  lieber  20.000  Bde.  —  Jahresdotation 
200  Gulden.  —  Director:  Schulrath  P.  Willibald  Hauthaler; 
Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Sebastian  Pletzer.  —  Alphabet.  Fach- 
kataloge in  Bdn.,  zum  Theile  in  Zetteln.  —  Benutzbar  nach 
Uebereinkommen  mit  dem  Bibliothekar.  —  Ebenso  Entleh- 
nungen und  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Colle- 
gium 1836  (nach  Foltz,  Geschichte  der  Salzburger  Bibl.  18-l:r)); 
allmählich  ergänzt  durch  Ankauf  und  durch  Legate  von  ver- 
storbenen Diöcesangeistlichen.  —  Vertreten  sämmtliche  Fächer 
des  Gjnnn.,  dann  sj'-stemat.  und  praktische  Theologie,  wie  ins- 
besondere Kunstgeschichte.  —  Die  Grundlage  für  die  Ge- 
schiclite  der  Bibl.  bilden  die  seit  1851  ausgegebenen  Ausweise 
und  Programme  der  Lehranstalt,  beziehungsweise  des  f.-e. 
Collegiums. 

G35.  [K.  k.  Staats-jGymnasium  besitzt  eine  Lehrer-  und 
eine  Schülerbibl.  —  Director:  Adalbert  Fäulhammer;  Gustos 
für  n)  Prof.  Olivier  Klose;  für  h)  Prof.  Georg  Bayer.  —  Be- 
stand als  schola  Sti.  Petri  097  — 1015;  1017  als  Gymn.  publi- 
cum von  Benedictinern  von  St.  Peter  und  Ottobeuern  wieder 
eröffnet.  1810  säcularisirt,  1810  mit  Benedictinern  von  St. 
Peter  und  Michelbeuern  besetzt,  1850  mit  dem  Lyceum  als 
Staatsgymnasium  vereinigt. 

Nach  dem  letzten  Jahx'esberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen   nicht 
beantwortet  wurde. 

030.  K.  k.  Landwirthschaftsgesellschaft.  —  Ca.  1500  Num- 
mern, fast  durchwegs  laiidwirthschaftlichcn  Inhaltes.  — 
Jaliresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Präsident:  Hofrath  Georg 
Lienbacher.  —   Nur  zu  eigenem  Gebrauche. 

037.  Handels-  und  Gewerbekammer,  Sigmund  Haffner- 
gasse  «,  I.  Stock.  —  1277  Bde.,  1000  Broschüren  und  kleine 
Schriften.    —    Jahresdotation    ca.    300  Gulden.    —    Präsident: 


«■'«11  S:il/I)iir^'.  Jll 

Ludwig'  Zollt'r;  SuiTotär:  Dr.  Alcxaiuk'r  Scliüllor.  -  Ein  liand- 
schriftliclior  Kataloy:,  welcluT  jälirlicli  durch  Nachträge 
orji:änzt  wird.  —  JkMiützbar  während  der  Amtsstunden  von 
H— r»  und  .'.—  •;  Uhr.  --  Enlli'hiunif^en  nur  an  l)ekannle  und 
vertrauenswürdiji:e  Persönlichkeiten  ^ej^en  Knipfan^shcstäti- 
^nnj;-.  —  Keine  Verseiulun^cn.  —  (ie<ir.  isf)!.  --  National- 
«ikononiie,  S()eioh),iiie,  Finanzwissensciiaft,  V(jlkriwii-Iliscli  ält- 
liche, sociale  und  i'inanzwirthschaftliche  Statistik. 

(138.  K.  k.  Landesregierung,  Mozartplatz  1.  —  2470  Werke 
in  ca.  7 ;»()()  ]idn.  unil  llei'ten.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf. 
--  Arehivdirector:  Friedrich  Pirckniayer,  kais.  Itatii;  Archiv- 
}>raktikant:  Dr.  Andreas  Mudrich.  —  Ein  nach  Sclilagworten 
aiphabet,  «geordneter,  ein  noch  unvollständii^er  Zettel-  und 
ein  sj'stematisch  angelegter  Hauptkatalog.  —  Benutzbar 
täglich,  Sonntage  ausgenommen,  von  ;»  — 1-2  und  3 — G  Uhr.  — 
Entlehnungen  nur  ausnahmsweise  an  dem  Amte  bekannte, 
vertrauenswürdige  Personen.  —  Versendungen  nur  an  Bibl. 
—  Di(;  heutige  Bibl.  entstand  aus  der  i.  J.  1880  erfolgten 
Vereinigung  der  administrativen  Bibl.  der  Landesregierung, 
bestehend  aus  ■29T-i  Bdn.,  beziehungsweise  Heften,  mit  der 
Bibl.  des  Archives,  die  damals  ca.  100  Bde.  enthielt  Seitdem 
wuchs  sie  durch  officielle  Zusendungen,  Widmungen  seitens 
Privatpersonen  und  durch  Ankäufe  um  fast  öOOo  Bde.,  respec- 
tive  Hefte.  —  Rechtswissenschaft,  besonders  mit  Hinsicht 
auf  das  Verwaltungsrecht,  ferner  Volkswirthschaftslehre,  Ge- 
schichte, Geographie,  vorzugsweise  des  Landes  Salzburg  und 
die  für  den  Archivdienst    erforderlichen  Wissenschaften. 

<i3;t.  K.  k.  Lehrerbildungsanstalt.  —  1500  Bde.  —  Director: 
Adolph  Beck.  —  Die  Anstalt  gegr.   1790,  die  BibL   1870. 

Foltz,  Carl.  Geschichte  d.  Salzb.  Bibl.  Wien  1877. 

Nach  dein  letzten   Jaliresbericlite  gearbeitet,    da   der   Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

640.    [Privat-]Lehrerlnnenbildungsanstalt  der  Ursulinerinnen 

(mit  Oeffentlichkeitsrecht).  —  loil»  Bde.  —  Je  ein  ali)liabct. 
und  Schlagwortkatalog.  —  Entlelmungen  nur  an  Zöglinge  der 
Anstalt  auf  dreiwöchentlichen  Termin.  —  Director:  Carl 
Ebmer.  —  Gegr.  18i»-2.  —  Das  Kloster  der  Ursulinerinnen, 
die  KJ^n  nach  Salzburg  kamen,  besass  bereits  isif)  eine, 
wenn  auch  nicht  bedeutende  Bibl.  —  Belehrende  und  unter- 
haltende Literatur. 

Foltz,  Carl.  Gcsciiiclite  der  Salzb.   Bibl.  Wien  1877. 

(Ml.  Museum  Carolino-Augusteum.  —  a)  Bibl.  ca.  öS.Ooo 
Bde.;    /);   Archiv  -i.'.oo   Bde.  und    Faseikel.  sowie    ca.    '2ooo  Ur- 

14* 


212  Salzburg.  U'42 

künden.  —  Neuordnung-  und  Locirung  im  Zuge.  —  Dotation 
je  nach  Bedarf  (181'7  für  a)  und  h)  310-59  Gulden).  —  Die 
Bibl.  untersteht  der  Leitung  des  Gesammtinstitutes.  Director: 
Dr.  Alexander  Fetter;  Hilfsbeamte:  Carl  Kollmann  und  Al- 
phons  Haupolter.  —  Ein  aiphabet,  und  nach  Schlagworten 
geordneter  vollständiger  Bandkatalog  der  Salisburgensia. 
Die  Abtheilungen  für  Emigration,  Gastunensia,  Mozartiana 
und  Paracelsiana  besitzen  überdies  noch  je  einen  Zettelkatalog. 
Ferner  Zettelkataloge  der  einzelnen  Abtheilungen  der  allge- 
meinen Bibl.  —  Benutzbar  während  des  ganzen  Jahres  gegen 
vorherige  Meldung  beim  Director  während  der  Amtsstunden, 
d.  h.  vom  1.  April  bis  31.  Octobor  von  8 — 12  und  2—0  Uhr.  Vom 
1.  November  bis  31.  März  von  8—12  und  von  2—4  Uhr.  An 
Sonn-  und  Feiertagen  während  der  Saison  von  9  —  12  und 
2—4  Uhr.  Im  Winter  (November  bis  inclusive  März)  von 
1  —  4  Uhr.  —  Entlehnungen  in  Ermanglung  eines  eigentlichen 
Lesezimmers;  bei  nicht  bekannten  Benutzern  gegen  Erlag 
einer  Caution  von  10  Gulden.  —  Versendungen  von  Büchern 
und  Handschriften  nur  an  öffentliche  Bibl.  und  Aemter  unter 
deren  Bürgschaft  und  Verantwortung.  —  Die  Bibl.  ist  ungefähr 
so  alt  als  das  1834  gegründete  Institut  selbst.  Den  Grundstock 
bildeten  Schenkungen.  Die  erste  durchgreifende  Ordnung  er- 
folgte 1880.  —  In  erster  Linie  Salisburgensia,  die  stets  für 
Bibl.  und  Museum  angekauft  werden. 

Katalog  über  die  in  der  Bibl.  des  städtischen  Museums  Carolino- 
Augusteum  vorliandenen  Salisburgensia.  Salzburg  ISTO.  Jahresberieht  des 
städtischen  Museums  Carolino-Augusteum    zu  Salzburg.  1872  ff.  Salzburg. 

642.  [K.  k.  Staats-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl.  3366  Werke 
in  7089  Bdn.  und  6020  Heften;  h)  Schülerbibl.  852  Bde.  für 
die  unteren,  930  Bde.  für  die  oberen  Classen  der  Anstalt.  — 
Director:  Dr.  Eduard  Kunz;  Bibliothekar  für  a)  Prof.  Johann 
Schöller;  für  l)  Prof.  Joseph  Adametz.  —  Die  Anstalt  isni, 
die  Bibl.  1867  gegr.  —  Besonders  vertreten  deutsche  Literatur 
und  Sprache,  Mathematik  und  Naturwissenschaften,  Geographie 
und  Geschichte. 

Foltz,  Carl.  Geschichte  der  Salzb.  Bibl.  Wien  1877. 
Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 

643.  K.  k.  öffentliche  Studienbibliothek.  —  85.200  Bde., 
1159  Handschriften,  1717  Incunabeln  bis  1500,  2909  Incunabeln 
1501  —  1536.  -  Jahresdotation  1200  Gulden.  —  Vorstand: 
Gustos  Ilichard  Ritter  v.  Strele-Bärwangen;  Scriptor:  Dr. 
Ludwig  Mayr;  Amanuensis  extra  statum:  Franz  Wächter; 
Praktikant:  vacat.  —  Alte  Bandkataloge.  Mit  dem  Zettelkataloge 
besonnen    und   bei  Salisburgensien,   Geschichte  und  den  Neu- 


6431  S:il/l)iii-<:.  '.»i;{ 

aiisclüift'uii^cn  (lurclii,''ot'ülii't,  ein  Zettolkataloj^  in  t";  wissi-n- 
sohaltliche  Kataloyo  durchnefülirt  wio  dor  vorlua'f^elHiiHl««, 
Zottoln  in  .s".  —  (reöffnet,  im  Schuljahre  Monta«i,  Dienstai;. 
Donnorstatr.  Froitaj^  von  !' — '^j  Samstai;  von  ;• — 12  und  2—1 
Uhr;  Sonn-  und  Feiertage,  sowie  Mittwoch  sind  die  Lese- 
zininier  geschlossen.  —  August  und  September  dreimal  wöchent- 
lich von  5> — ]2  Uhr  geöffnet.  —  Entlehnungen  und  Versen- 
dungen unter  den  für  (■)ffentliche  Bibliotheken  geltenden  Be- 
stimmungen. —  lM'zbischt)f  Marx  Sittich  von  Ilohencms  gründete 
mit  dem  Domeapitel  und  dem  Kloster  St.  Peter  am  20.  Sep- 
tember HilT  in  Salzburg  eine  höhere  Lehranstalt,  deren  Er- 
weiterung zu  einer  Universität  gleich  damals  vorgesehen  war. 
Sein  Nachfolger  Paris  v.  Lodron  erwirkte  hierzu  die  kaiser- 
liche Genehmigung,  ü.  März  KJ-Jo,  und  stellte  am  I.September 
li;2;J  die  Stiftungsurkunde  der  Universität  aus;  zugleich  räumte 
er  dieselbe  durch  Vertrag  mit  den  Aebten  von  Niederaltach, 
St.  Peter,  Ottobouern,  Andechs  und  Schniern  dem  Beni'dictiner- 
orden  ein.  Das  Domcapitel  widmete  in  einer  Urkunde  vom 
31.  October  1610  der  Schule  „zu  Bestellung  einer  Bibliotheca 
anjetzo  zu  einem  Anfang"  500  Gulden  bar.  1G-J;5  ist  zuerst 
auf  einer  Handschrift  eingetragen:  Emptus  a  P.  P.  professo- 
ribus  Salisburgensibus  27.  Maii  1(J23.  So  sammelten  sich  Bücher, 
welche  dem  ProfessorencoUegium  gehörten.  Von  einer  Univer- 
sitätsbibl.  kann  man  aber  erst  reden,  seit  sich  Rector  P. 
Alphons  Stadelmayr  der  Sache  annahm.  Er  legte  1640  eine 
gute  Grundlage  durch  den  Ankauf  der  Sammlung  des  Prof.  Chr. 
Besold  in  Ingolstadt,  welche  u.  a.  viele  Bücher  des  Tübinger 
Osiander  enthielt  (38-20  Bde.),  erwirkte  1658  vom  Erzbischof 
eine  Verordnung  über  die  Ablieferung  von  je  drei  Pflicht- 
exemplaren an  die  Universitätsbibl.  und  erbaute  im  selben 
Jahre  den  Bibliothekssaal.  Im  Jahre  1703  wurde  die  Bibl.  zur 
öffentlichen  Benützung  eingerichtet  und  in  das  jetzige  Local 
verlegt.  Nachdem  die  Salzburger  Ilofbibl.  einen  Theil  ihrer 
Bücher  nach  Wien  abgegeben  hatte,  vereinigte  man  den  noch 
immer  bedeutenden  Rest  mit  der  Universitätsbibl.  i.  J.  18(>7. 
Die  bayerische  Regierung  hob  durch  Beeret  vom  25.  November 
und  f actisch  am  Weihnachtsabend  isio  die  Salzburger  Uni- 
versität auf;  an  ihre  Stelle  trat  ein  Lyceum.  Die  Universitäts- 
bibl. blieb  als  Lyceumsbibl.  mit  dieser  Anstalt  verbunden. 
Von  grosser  Bedeutung  für  die  Entwickeluiig  dieser  Bibl.  ist 
das  Studien-IIofcommissionsdecret  vom  23.  Juli  1S2.5,  Z.  2030, 
intimirt  durch  die  Landesregierung  zu  Linz  am  6./28.  Sep- 
tember ls25,  Z.  21547,  und  die  ah.  Entschliessung  über  die 
Bibliotheksdotation  vom  23.  Juli  182(;.  Seit  dieser  Zeit  führt 
die  l^ibl.  den  Namen  „Salzburger  Studienbibliothek",  und  hat 
die     noch     heute    bestehende    Organisation.     Von    grt")ssoron 


214  Sambor.  ['5^1 

Büchersammlungen  kamen  folgende  an  die  k.  k.  Studienbibl. : 
Chr.  Besold  i.  J.  1G49,  Johann  Nep.  Ignaz  Kuchardscheck  1768, 
die  Bibl.  der  ehemaligen  fürstlichen  Propstei  Berchtesgaden 
wahrscheinlich  1807,  die  Klosterbibl.  der  Cajetaner  oder 
Theatiner  in  Salzburg  1809,  die  Maria  Plainer-Bibl.,  die  Bibl. 
Seningen  1822,  die  Chiemseer  Sammlung  1853;  grössere  Ge- 
schenke 18r)3 — 1870  von  Prof.  Dr.  Aberle,  Dr.  Storch,  aus  dem 
Nachlasse    des  Bibliothekars    und  Directors  Thanner  etc.  etc. 

—  Hauptsächlich  vertreten  Theologie,  besonders  ältere,  Kirchen- 
recht, Salisburgensia.  Bei  dem  beschränkten  Staatszuschusse 
ist  die  Pflege  eines  bestimmten  Gebietes  ausgeschlossen.  Vor- 
handenes wird  ergänzt  und  die  wichtigsten  Zeitschriften  er- 
worben. 

Wattenbach,  W.  Bibl.  des  Lyceuius  in  Salzburg.  In:  Archiv  f.  alt. 
deutsche  Gesch.  X.  1851,  S.  618.  —  Foltz,  Carl.  Geschichte  der  Salzburger 
Bibl.  Wien  1877.  —  Huemer,  J.  Iter  Austriacum  I.  In:  Wiener  Studien 
IX.  1887,  S.  86.  —  Hammerle,  Alois  Joseph.  Die  Salzburger  k.  k.  öffent- 
liclie  Studienbibl.  in  historisch-statistischer  Beziehung.  Salzburg  1889. 

644.  Juristischer  Verein,    Residenzplatz    9,    Mozartplatz    1. 

—  1587  Bde.  —  Dotation  ca.  120  Gulden  aus  Mitgliederbei- 
trägen. —  Bibliothekar  ein  Mitglied  des  Vereinsausschusses. 
~  Vorstand:  Carl  Ritter  v.  Adamek,  k.  k.  Landesgerichts- 
präsident. —  Ein  nach  Materien  geordneter  aiphabet.  Band- 
und  ein  Zettelkatalog.  —  Benutzbar  nur  für  Vereinsmitglieder 
täglich  von  8 — 12,  an  Wochentagen  auch  von  2  —  6  Uhr.  — 
Entlehnungen  auf  die  Dauer  von  14  Tagen.  —  Vorsendungen 
nur  an  ausserhalb  Salzburgs  wohnhafte  Vereinsmitglieder  auf 
die  Dauer  von  14  Tagen  gegen  Bestreitung  der  Versendungs- 
kosten. —  Bei  Gründung  des  Vereines  am  14.  Februar  18(58 
wurde  statutengemäss  auch  die  Schaffung  einer  Bibl.  be- 
schlossen. Den  Grundstock  hierzu  bildete  die  Bibl.  der  bis 
dahin  bestandenen  juridischen  Lesegesellschaft  und  Schen- 
kungen einzelner  Vereinsmitglieder;  eine  grössere  Sammlung 
wurde  als  Geschenk  aus  dem  Nachlasse  des  Dr.  Max  Chiari, 
k.  k.  Sectionschef,  aufgenommen.  —  Die  verschiedenen  Zweige 
der  juridischen  Wissenschaft,  nebstbei  Statistik  und  Landes- 
kunde. Die  ersteren  werden  besonders  in  ihrer  praktischen 
Anwendung  gepflegt. 

Büchervcrzeichniss  des  Juristischen  Vereines  in  Salzburg.  Salzburg  1898. 

Sanibor  (Galizien). 

645.  K.  k.  Erzherzogin  Elisabeth-Staatsgymnasium  (C.  k. 
gimnazyum  arc3^ksie2;nicki  Elzbiet}'^).  —  a)  Lelirerbibl.  1415 
Werke  in  ca.  3000  Bdn.;  h)  Schülerbibl.  (deutsche  und  poln. 
Abth.)   1006  Werke.     —     Jahresdotation    ca.    300  Gulden.     — 


•'<^'l  Sl.    Fl«»i-i:iii.  'Jl.') 

Dii-DcU»!' :  Dr.  l''i-ancis/,ok  'r(»rnaszow.ski ;  Ciislos  für  (//  l'i-of. 
l)ozydei'3'us/,  Ostrowski;  für  h)  Prof.  Teofil  Zosel  (für  dicj 
polii    Abtli.),    Prof.  Edward  Borger    (für    diu  deutsche  Abtli.). 

—  Paiulkataloi;-.  —  Benutzbar:  a)  an  allen  Schiilta^^en  vor- 
niittaus  für  die  Personen  des  Lehrk(")ri»ers;  l>j  für  Schüler  an 
l)estinnnten  Ta^HMi  und  Stunden.  —  Kntlelinnn<i:en  ge^en  Revers. 

—  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  I<i80  als  Jesuitengymnasiuni, 
17y"2  —  ISlä  von  der  Gemeinde  erhalten;  seit  isiö  Staatsanstalt, 
seit  1853  achtclassig.  —  Alle  Gyninasialfächer. 

Katultiji    bihliiUoki    naiu'zyciolskiej.    In:   Sprawozdanie  dyrckcyi    c.    k. 
gininazyuui  arcyksioznieki  El/bioty  w  Saiiibor/e.  W  Sainborzo  l«'Jy. 

St.  Florian  (Obcr-Oesterr.). 

Gft;.  Regullrtes  Chorherrenstift.  —  Su.ooO  Bde.,  darunter 
900  Cod.  Manuscr.  und  10i»u  Incunabelwerke  in  Sil  Bdn.  — 
Jahresdotation  800  Gulden.  —  Ein  aiphabet.  Katalog.  —  Biblio- 
thekar: derzeit  Albin  Czerny,  reg.  Chorherr.  -  Ein  Zettel- 
und  .itj  Specialkataloge  in  Bandforni  für  die  wissenschaftlichen 
Abtheilungen  des  gesaniniten  Bücherschatzes.  —  Zugänglich 
für  die  Priester  zu  jeder  Stunde  nach  vorangegangener 
Meldung  und  Oeffnung  von  Seite  des  Bibliothekars,  für  die 
Kleriker  der  theologischen  Ilausanstalt  zweimal  wöchentlich.  — 
Ebenso  Entlehnungen.  —  Versendungen  nur  an  (Jelehrteoder  ge- 
lehrte Anstalten  gegen  Revers.   —  Gegr.  1071.  Gegen  Ende  des 

1 1.  Jhdts.  besass  das  Stift  schon  eine  ziemliche  Anzahl  Bücher. 
IJ  Handschriften  aus  diesem  und  ob  Handschriften  aus  dem 

12.  Jhdt  sind  neben  37  aus  dem  13.,  156  aus  dem  i4.  und 
223  Handschriften  aus  dem  15.  Jhdt.  noch  heute  vorhanden. 
159S  bestand  die  Bibl.  aus  38(3  Bdn.  und  den  Handschriften. 
Erst  Propst  Leopold  I.  (1G12  — 1(M(J)  wurde  der  eigentliche 
Gründer  der  Bibl.,  für  welche  er  ein  eigenes  Local  widmete 
und  einen  besonderen  Bibliothekar,  Wolfgang  Rainer,  anstellte, 
der  1637  den  ersten  Katalog  vollendete.  Grosse  Erwerbungen 
waren  1725  der  Nachlass  des  Capitularen  Johann  Jakob  Olben 
und  1726  des  Linzer  Advocaten  Johann  Carl  Seyringer,  mehr 
als  3000  Bde.  meist  juristischen  Inhaltes.  Der  gelehrte  Propst 
Johann  Georg  (1732-1755)  erbaute  den  grossen  Bibliotheks- 
saal mit  Gallerie  1714  —  171'.»,  Hess  denselben  mit  Fresken 
von  Bartholomäus  Altomonte  jun.  und  Antonio  Tassi  schmücken, 
erwarb  um  2(t.oOo  Gulden  die  berühmte  Münzsammlung  Apo- 
stolo  Zenos  und  Hess  1745  einen  neuen  Katalog-  (damals  über 
15.000  Bde.)  anfertigen.  17.')!)  erbte  das  Stift  die  Bibl.  des 
Baron  Wolf  Martin  Ehrmann  v.  Falkenau,  über  270o  Bde., 
viele  Karten,  Bilder  und  Instrumente.  Am  meisten  förderten 
später   Bibliothekar  Michael  Ziegler  (1761i  -  1703)  und  Probst 


•21  fi  St.  L ambrecht.  f<'-i~ 

Michael  Arunth  (1823-1854)  die  grossartige  Bibl.  1859  — 1868 
wiirdon  die  Bibliotheksräume  vergrössert  und  die  ganze  Bibl. 
sj'stematisch  neu  aufgestellt  und  katalogisirt.  —  Besonders 
gepflegt  von  jeher  Theologie  und  Geschichte  sammt  den 
Hilfswissenschaften,  durchaus  aber  nicht  vernachlässigt 
classische  Philologie,  deutsche  Sprache  und  Literatur. 

Primisser,  Alois.  Reisenachrichten  über  Denkmähler  der  Kunst  und  des 
Alterthums  in  den  österr.  Abteyen.  In:  Hormaj'r,  Arcliiv  1822,  S.  16'».  — 
Chmel,  F.  Literarische  Notizen  aus  der  Bücher- und  Manuscriptensamnilung 
des  Stiftes  St.  Florian.  In-  Neues  Archiv  herausg.  von  Megerle  v.  Mülil- 
feld  und  E.  Th.  Hohler.  II.  Wien  1830,  S.  812.  —  Czerny,  Albin.  Die 
Handschriften  der  Stiftsbibliothek  St.  Florian.  Linz  1871.  —  Ders.,  die 
Bibl.  des  Chorherrenstiftes  St.  Florian.  Geschiclite  und  Beschreibung. 
Linz  1874.  —  Pucher,  Albert.  Das  Chorlierrenstift  St.  Florian  in  Ober- 
Oesterreich.  In:  Ein  Chorherrenbuch.  Von  Sebastian  Brunner.  Würzburg 
1883. 

St.  Lambrecht  (Steiermark). 

647.  Benedictinerstift.  —  Ca.  19.000  Bde.,  187  Incunabeln. 
—  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekar:  P.  Dr. 
Georg  Spari.  —  Handschriftlich  a)  Incunabeln-,  h)  Fach- 
(Band-),  c)  Namen-(Zettel-)Katalog.  —  Benutzbar  möglichst 
nach  Wunsch  und  Bedarf.  —  Entlehnungen  und  Versendungen 
nur  an  vertrauenswürdige  Personen  mit  besonderer  Geneh- 
migung der  Stiftsvorstehung,  —  Die  Bibl.  umfasste  i.  J.  1786, 
als  das  1066  gegr.  Stift  aufgehoben  wurde,  ca.  30,000  Druck- 
bände und  360  Handschriften.  Diese  Sammlung  wurde  damals 
der  Lycealbibl.  in  Graz  übergeben,  wofür  diese  nach  der 
Wiedererrichtung  des  Stiftes  (1802)  demselben  eine  grössere 
Anzahl  von  Doubletten  und  die  Bücher  „soweit  sie  noch  ver- 
packt waren"  überliess.  So  entstand  allmählich  die  jetzige 
Bibl ,  um  welche  Abt  Joachim  Suppan  (1835 — 1S64)  die  grössten 
Verdienste  hat.  —  Vorwiegend  katholische  Theologie,  aber 
auch  alle  übrigen  Fächer,  als  Geschichte,  Topographie,  schöne 
Literatur  etc. 

Minerva.  IV,  S.  ;}60.  —  P.  Norbert  Zecliner,  St.  Lambrecht  in  Steier- 
mark. In:  Brunner,  S.  Ein  Benedictinerbuch.  Würzburg  [1881],  S.  1',t5  bis 
211.  —  J.  v.  Zaiin.  Kleine  Quellen  zur  Geschichte  des  Klosters  S.  Lam- 
brecht. Beiträge  zur  Kunde  steierm.  Gesch.  X.  (Graz  1873),  S.  120—141. 
—  A.  V.  Schönbach,  lieber  einige  Breviarien  von  St.  Lambrecht  [jetzt  in 
der  k.  k.  Univ.-Bibl.  zu  Graz].  Zs.  f.  deutsches  Alterth.  XX.  (1876),  S.  12'J 
bis  197. 

St.  Paul   (Kärnten). 

6  4  8.  Benedictinerstift.  —  Ca.  20.00(»  Werke,  überdies  1300 
Handschriften  und  600  Iucunal)eln.  —  Jahresdotation  400  -  500 
Gulden.  —  Bibliothekar:  P.  Anselin  Achatz.  —  Ein  aiphabet. 
Katalog  in  7  Foliobdn.  und   1  Fachkatalog  in  Zetteln.  —  F'ür 


r.501  St.   1' öl  teil.  217 

FriMiulo  in  Knnaii^'lun«^  oiiies  j4('«.'i;4ncl('n  Localos  nur  l'jitloli- 
nun^en.  —  Versendungen  ^eijen  Revers  an  (»ffentliclio  IJil)!. 
und  Archive  zur  IJenützun^  in  deren  lläunien.  —  Ge<^r.  l>*o;i. 
Den  Grundstock  bildet  ein  Theil  der  Bibl.  des  ehomalijzen 
Stiftes  St.  l>lasien  im  Scinvarzwald  und  die  Uihl.  des  Stiftes 
Spital  am  Pyrhn.  —  Alle  Wissenschaften,  besonders  (Tcschichte 
und  Theologie.  —  liier  voriianden  die  IJ/eilitre  (Jutenberg- 
sche  IJibel  auf  Pergament  in  •>  Bdn. 

Nur  oino  kurze  handschriftliche  Geschichte  clor  Bibl.  begonnen  von  1'. 
TiUil  Kettonaoker.  fortgesetzt  von  P.  Vincenz  Tschcrnigg.  -  Hudik,  A. 
Die  Stiftshihl.  zu  St.  Taul  in  Kärnten.  —  In:  Oestorr.  P.liUtor  f.  Litt,  isll, 
S.  217,  und  in:  Scrapouni.  \si,],  S.  104.  —  Scliroll,  Beda.  St.  I'aul  in 
Kärnten.  In:  Ein  Bcnedictinerbueh  von  Seb.  Brunner.  Würzburg  1881. 

(M;i.  [Stifts-  Unter-]Gymnasium  der  Benedictiner.  —  a)  Lehrer- 
bibl.  ;5oU;i  Bde.  und  Hefte,  r.Mio  Prouranime;  l>)  Schülerbil^l. 
1.553  Bde.  —  Director:  f.-b.  geistl.  Rath  Eberhard  Katz; 
Gustos  für  a)  und  h)  Gj'nin. -Lehrer  Maurus  Pototschnig.  — 
1777  gegr.,  17s4  aufgehoben,  1S(1!)  wieder  errichtet.  Bis  l!^27 
sechs,  seither  vier  Classen. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

St.  Polten  (Nieder-Oesterr.). 

«öl».  Bischöfliches  Alumnat,  Wienerstrasse  38,  —  11.428 
Werke  in  19.!J1;3  Bdn.,  1  Ui  Handschriften,  f)»)  Incunabeln.  - 
«Tahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Director:  Dr.  Joseph 
Gruber,  Domcapitular.  —  Handschriftlicher  aiphabet.  Band- 
katalog. —  Benutzbar  für  die  Prof.  und  Studirenden  der 
theologischen  Diöcesanlehranstalt  täglich.  —  Versendungen 
nur  mit  Genehmigung  des  Bischofs.  —  Gründer  der  Bibl.  ist 
der  erste  Bischof  der  Di()cese  Kerens,  unter  welchem  die  aus 
dem  ehemaligen  Alumnate  zu  Gutenbrunn  in  das  Wiener 
Generalseminar  gekommenen  Büciier  nach  Auflösung  des 
letzteren  hieher  gebracht  wurden.  Dieser  kleine  Urbestand 
erfuhr  eine  ernste  Vermehrung  durch  Zuweisung  einer  Anzahl 
werth  voller  Werke  (besonders  Kirchenväter)  sammt  den 
kunstreichen  Kästen  aus  der  Bibl.  des  ehemaligen  Chorherren- 
stiftes. Die  Uebertragung  der  Bibl.  in  eine  gr(")ssere  Localität 
erfolgte  i.  el.  lso7,  in  die  jetzigen  Räume  1.SG4.  Im  J.  isi.") 
bestand  die  Bibl.  aus  291!»  Werken.  Zum  Theil  durch 
Ankauf  in  Zeiten  besserer  ökonomischer  Lage,  weit  mehr 
noch  durch  Geschenke  und  besonders  letztwillige  Verfügungen 
von  Gönnern  des  Alumnates  ist  die  Bibl.  zu  ihrem  jetzigen 
Bestand  herangewachsen.  Die  beträchtlichsten  Spenden,  bezie- 
hungsweise   Legate    an    Büchern    rüiiren     von     dem     ersten 


218  Sanok.  [651 

Director  Giehl,  Director  Ziegenheim,  Bischof  Ritter  v.  Dankes- 
reither  her;  i.  J.  186H  wurde  ihr  die  sehr  reichhaltige  Bibl. 
des  vormaligen  Prof.  und  nachherigen  Dompropstes  Dr.  Franz 
Werner  einverleibt.  Bestand  1871:  5789  Werke  in  9237  Bdn. 
und  216'2  Heften.  Seit  dieser  Zeit  ragen  unter  den  vielen 
Schenkungen  hervor  die  nachgelassenen  Bibl.  des  Bischofes 
Dr.  Joseph  Fessler  und  des  Domdechanten  und  Consistorial- 
kanzlers  Zehengruber.  —  Hauptsächlich  vertreten :  Theologie, 
(besonders  Patristik,  Kirchenrecht,  Sj-nodologie),  Kirchen-  und 
Profangeschichte,  speciell  österreichische. 

651.  Francisanerconvent  besitzt  nur  alte  lateinische  Werke 
fast  durchgehends  theologischen  Inhaltes.  Die  Anzahl  der  Bde. 
kann  nicht  angegeben  werden,  da  sich  die  Bibl.  noch  in  Un- 
ordnung befindet  und  man  sich  erst  mit  dem  Gedanken 
trägt,  sie  in  nächster  Zeit  radical  zu  ordnen.  —  Neue  Werke 
werden  schon  lange  nicht  angeschafft,  da  die  Mittel  hiezu 
fehlen.     -  Guardian:  P.  Petrus  Noväk.  —    Gegr.  1477. 

iJb-2.    [K.     k.     Landes-Real-     und      Ober-]Gymnasium.       — 

a)  Lehrerbibl.  ca.  c.OOO  Bde.;  6;  Schülerbibl.  ca.  1000  Bde.  — 
Jahresdotation  ca.  700  Gulden.  —  Director:  Wilhelm  Henke: 
Bibliothekar  für  <0  und  b)  Prof.  Dr.  August  Herrmann.  - 
Ein  Bandkatalog  nach  Nummern  und  ein  Zettelkatalog  nach 
Fächern  geordnet,  innerhalb  derselben  alphabetisch.  —  Be- 
nutzbar jederzeit  für  Mitglieder  des  Lehrkörpers.  —  Eben- 
so Entlehnungen.  —  Versendungen  an  Landesanstalten  auf 
amtliches  Verlangen.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  1HH3. 
Zahlreiche  Geschenke  von  Privaten  und  Verlagsbuchhandlungen. 
—  Alle  Gymnasialfächer,  besonders  Naturwissenschaften, 
Philologie  und  Geschichte. 

Sanok  (Galizien). 

653.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  gimnazyum).  — 
a)  Lehrer])ibl.  1108  Bde.;  h)  Scliülerbibl.  878  Bde.  —Director: 
Wlodzimierz  Bankowski;  Bibliothekar  für  a)  Prof.  Stanislaw 
Basinski;  für  h)  Prof.  Adam  Pytel.  —  Eröffnet  1881, 

Basiriski,  Stanislaw.  Wykaz  ksiiizek  znajdujiicych  sio  w  biblioteee 
nauczycielskicj.  In:  XVI.  sprawozdanie  dyiektota  c.  k.  gimnazyum  w 
Sanoku.  W  Saiioku  1897. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

654.  Minorltenconvent.  —  1638  Bde.  —  Dotation  unbestimmt, 
ca.  101)  Gulden.  —  Bibliothekar  der  jeweilige  Guardian,  der- 
zeit P.  Alois  Karwacki.  —  Ein  Standortsrepertorium,  ein  Fach- 
und  aiphabet.  Katalog.  —  Für  Conventmitglieder  jederzeit 
benutzbar;    Entlehnung    an  Fremde    nur    in    Ausnahmsfällen 


«'»•>1  ScIHÜL-l  -,»11) 

uiul  ^Oi^iMi   lU'Vors.   —   Ebenso  Verscmlmm.  187.>  ^miilt  »lie 

Bibl.  saniint  dem  Convent^^obäudo  in  Flamnien  auf.  —  Vor- 
zu»i:sweise  Tlioolo.uie,  in  i^'orini^'croni  Masse  Geschichte. 

SchlU^l  (<  )bor-Oestorr.). 

«;.").").  Stift    der   Prämonstratenser   Chorherren   (Norbertiner). 

—  Ca.  ;>(>.oiU)  Ijdo. ;  o.)?  ^'uninR'iii  in  ;i4J  iJdn.  Ilandsciiriltcn: 
242  Nummern  (2<!3  Bde.,  mehr  als  300  Werke)  Incunabeln 
bis  15-JO.  —  Jahresdotation  ca.  700  Gulden,  für  Buchbinder 
ca.  -200  Gulden.  —  Stiftsbibliothekar:  P.  Gottfried  Vielhabor, 
re^.  Chorherr  des  Prämonstratenserstiftes  Schläul.  —  Hand- 
schriftlich ein  aiphabet.  Bandkataloy;  aiphabet.  Fachkatalo<;e, 
darunter  ein  Incunabelkatalog;  ein  Ilandschriftenkatalo^-; 
ein  Zettelkataloü"  in  Ausarbeitung.  —  Für  Mitglieder  des 
Stiftes  zu  jeder  Zeit,  für  andere  Personen  täglich,  ausser  an 
Sonn-  und  Feiertagen,  von -'jlt  —  •'.,!-  vorm.  zu  besichtigen  und 
eventuell  zu  benützen.  —  Bücher  und  Handschriften  werden 
mit  P'rlaubniss  des  Abtes  zur  Benützung  in  feuersicher  ge- 
bauten Räumen  oder  Bibliotheken  entlehnt  und  auch  ver- 
sendet. —  Die  Gründung  der  Bibl.  fällt  mit  der  Gründung 
des  Stiftes  zusammen  (r21S),  doch  erscheint  erst  seit  I<!ß7 
ein  ständiger  Bibliothekar.  —  Grössere  Sammlungen,  welche 
aufgenonmien  wurden,  sind:  Im  1.5.  Jhdt.  die  Sammlung  des 
Joannes  de  Rabenstein,  Dompropst  am  Wyssehrad  in  Prag 
(grösstentheils  juridische  und  philologische  Handschriften); 
am  Anfange  des  li>.  Jhdts.  die  Bibl.  des  k.  k.  Regierungs- 
viccpräsidenten  und  Hofrathes  in  Linz,  Joseph  Innocenz  Stein- 
herr Edlen  v.  Hohenstein  (ältere  deutsche  Geschichte)  und 
18 IS  die  Bibl.  des  Anton  Freiherrn  v.  Berchem,  Pfarrers  in 
Günskirciien  (besonders  reich  an  Flugschriften  der  Zeit 
Josephs  n.  und  katechetischer  Literatur).  —  Vertreten  alle 
Wissenschaften,  namentlich  gepflegt  Profan-  und  Kirchen- 
geschichte, Germanistik,  sowie  Liturgik. 

Balbimis.  Bohemia  docta  III.  S.  107.  —  Pröll,  Lorenz,  Geschichte  des 
rränionsti'atenserstiftes  Sclilägl.  Linz  1877.  —  Dei's.,  Geschichte  des  Prä- 
monstratenserstiftes Sclihigl  in  Ober-Oesterreich.  In:  Ein  Chorlierren- 
bucli.  Von  Sebastian  Brunner.  Würzburg  188:^. 

Sclilan  (Slan,  Böhmen). 

•>.")<>.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  vy§si  gymnasium).  — 
n)  Lehrerbibl.  i:u\r,  Werke  in  1724  Bdn.,  1869  Heften,  3872 
Programme;  h)  Schülerbibl.  1731  Werke  in  1804  Bdn.  und 
48.5  Heften.  —  Dotation:  440  Gulden.  —  Director:  Johann  lli'iia; 
Bibliothekar:    i'rof.   Frantisek   Pavlasek.   —  Ein  Bandkatalog. 


2-20  Schlierbach.  [<■>.">< 

-  n)  Jederzeit,  h)  zweimal  wöchentlich  benutzbar.  —  Ebenso 
Entlehnungen.  —  Versendun^f  an  benachbarte  Mittelschulen 
(Rakonitz,  Raudnitz,  Junu-Bunzlau).  —  Gegr.  mit  der  Anstalt 
1G67:  bestand  mit  Unterbrechungen  ici;?— 1777,  1810  — isa2, 
l<s5!iff.  Der  ältere  Bestand  stammt  aus  dem  Piaristenarchiv, 
ist  aber  nicht  katalogisirt.  —  Alle  Wissenschaften  des  Gymn.; 
gepflegt  werden:  classischeund  moderne  Philologie,  Geschichte, 
Geographie.  Mathematik  und  Naturwissenschaften. 

Pavlasek,  FraiitiJok.  Seznam  knih  lu-itelske  bibliothck}-.  Im  Programme 
der  Anstalt  180T. 

Schliei'bach  (Ober-Oesterr.). 

•;.')7.  Cistercienserstift.  —  ^o.OOO  Bde.  (in  zwei  Sälen).  li)J 
Handschriften.  —  Keine  Jahresdotation.  —  Prior:  P.  Bened. 
Hofinger;  Bibliothekar  und  Archivar:  P.  Petrus  Schreiblmaj^r. 
—  Handschriftlich  je  ein  Zettel-,  Band-,  aiphabet,  und  Fach- 
katalog. —  Benutzbar  vorm.  von  8  -11  und  nachm.  von  1  —  5 
Uhr.  —  Entlehnungen  von  Büchern  und  Handschriften  nur 
an  bekannte  Personen.  —  Den  Grundstock  der  Stiftsbibl. 
bildet  die  Baron  Enenkl'sche  Bibl.;  Zuwachs  aus  den  hinter- 
lassenen  Büchern  einzelner  Stiftscapitulare.  —  Vertreten  sind 
alle  Wissenschaften,  besonders  die  Kirchenväter,  Profan-  und 
Kirchengeschichte. 

Egger,  Alois.  Die  Abtei  Schlierbaeh  in  Ober-Oesterroich.  In:  Ein 
Cistercicnserbueh  von  Seb.  Brunner.  Würzburg  1881.  —  Hofinger,  Bene- 
dict. Verzeichniss  der  Handschriften  der  Bibl.  des  Stiftes  Schlierbach.  In : 
Xenia  Bernardina  II.  2.  —  Xenia  Bernardina  III. 

Scliönborn  (Nieder-Oesterr.). 

t  .')S.      Gräflich     Schönborn-Buchheim'sche      Familien-Fidei- 

commlssbibliothek.  —  6627  Werke  mit  10.920  Bdn.,  dar- 
unter 42  Incunabeln.  Die  vorhandenen  Familienhandschriften 
sind  der  Bibl.  bisher  nicht  eingereilit.  — Vorstand:  Ad.  Rubner. 
Secretär.  —  Die  Bibl.  wird  seit  ca.  40  Jahren  nicht  vermehrt, 
doch  wurden  Neuerscheinungen  in  einer  Handbibliothek  ge- 
sammelt, die  möglicherweise  einmal  der  Fideicommissbibl. 
einverleibt  wird.  —  Ein  Zettelkatalog;  doch  sind  auch  die 
Vorarbeiten  für  die  Anfertigung  eines  wissenschaftlichen 
Kataloges  bereits  abgeschlossen.  —  Für  Fremde  unbenutzbar, 
daher  auch  Entlehnungen   und  Versendungen   ausgeschlossen. 

Schwai'zljach  (Mähr.). 

6öy.  Redemptoristencollegium  hat  nur  eine  kleine,  nicht 
einmal    genau    geordnete  Hausl)ibl.    —   Bestand    derzeit   noch 


6611  Sclnva/.  '2^1 

unbokannt.  Jaliresdolatioii  j(^  nach  IkMlarf.  —  Vorstand  ist 
der  lleelor,  derzeit  V.  Joseph  Toniäsck,  (Umu  dov  1*.  l!:ldi<>- 
tliekar  untersteht.  —  Alphabet.  Katah^y;  in  Ausarbeitung'. 
Nur  für  dii>  Mitglieder  des  ('(»llei;iuuis.  —  Keim»  Entl('hnunL;<Mi 
und  X'ersi'uduML'en.  —  lOntstandm  zuLrleich  mit  ilcin  Ilaus' 
\S[,{}  nach  und  n:udi  durch  (Icschcnkc  und  kh-iiic  Aid<:iiirr 
vcrnu'hi'l.  'rhcoioiiic. 

Schwaz   (Tirol). 

Cfio.  Franciscanerconvent.  —  Ca.  2<>.()0()  Bde.,  Ouo  Hand- 
schriften,   r>(H)   Incunaheln.    —   Jahresdotation  je  nach  Bedarf. 

—  r>ibliothekar:  T.  Joliannes  Lechthaler.  —  Alphal)et.  Zettel- 
kataloij.  ■ —  Nur  zu  (>ineneni  Gebi-auche.  —  Keine  Euth-iinunueu 
und  Versen<lunuen.  -  (le^r.  zu!4leich  nüt  ileni  Kloster  i.  J. 
ir>07,    theils   durch  Geschenke,    theils   durch  Kauf  entstanden. 

—  Verti'cten  alle  Wissenschaften,  besonders  katholische  Theo- 
Iot,äe. 

Seobai'ii  (Xieder-Oesterr.). 

HCl.  Exe  gräfl.Wilczek'sche  Bibliothek,  —lieber  ekoooBde., 
darunter  ire^^en  loo  Handschriften  und  '200  Incuuabeln,  nebst 
einer  Saninilunü,-  von  iiber  lO.ouo  Kunstblättern.  —  Für  die 
Erhaltunir  und  Vermehrung'  der  Bibl.  ist  kein  bestimmter 
Betraf?  festgestellt.  —  I'>ibliothekar :  Dr.  Carl  Mandl;  Adjunct: 
Dr.  Arthur  (roldmann,  k.  u.  k.  Haus-,  Hof-  und  Stnatsarchivs- 
concipist  und  Universitätsarchivsassistent.  —  Neben  einem 
t;ebundenen  Register,  in  dem  die  Neuerwerbungen  chronolo- 
gisch verzeichnet  sind,  ein  aiphabet,  geordneter  Zettelkatalog. 

—  Die  Bibl.  ist  principiell  privaten  Charakters,  doch  pflegt 
der  Besitzer  derselben  wissenschaftliche  Arbeiten  durch  leih- 
weise Ueberlassung  einschlägiger  Werke  zu  fr)rdern.  —  Der 
gegenwärtige  Besitzer  erhielt  als  väterliches  Erbe  nur  eine 
geringe  Anzahl  von  vorwiegend  theologischen  und  juristischen 
Werken  des  1(5.  und  17.  Jhdts.,  die  bei  einem  Brande  des 
gräl'l.  Wilczek'schen  Schlosses  zu  Königsberg  in  Oesterr.- 
Schlesien  aus  der  dortigen,  ziemlich  umfangreichen  Bibliothek 
gerettet  wurden;  alles  Uebrige  wurde  in  der  si)ätereu  Zeit 
durch  Kauf  erworben.  —  Werke  über  Geographie,  G._'schichle, 
namentlich  Culturgeschichte,  Austriaca,  Viennensia,  darunter 
eine  bedeutende  Sammlung  von  1848er  Flugblättern,  sowie 
Werke  über  Kunstgeschichte,  besonders  die  mittelalterliche, 
bilden  die  Hauptbestandtheile  der  Bibl.  Unter  den  Kunst- 
blättern ist  die  reichhaltige  Porträtsammlung  und  das  Werk 
Ridinger's  hervorzuheben,  welches  in  1  ;').'> :*  Blättern  unter 
Glas    und  Rahmen   die  Corridore   des  Schlosses   schmückt.  — 


2  2  2  Seelaii.  [f.r,2 

Aus  der  Seebarner  Bibl..  die  eben  in  Umstelluno-  begriffen 
ist,  werden  die  Mauuscripte,  Incunabeln  und  Drucke  des 
10.  Jhdts.  ausgeschieden  und  in  einer  zweiten  Bibl.  auf  Burg 
Kreutzenstein  zur  Aufstellung  gelangen;  von  den  Kunstblättern 
sind  über  2500  alter  Holzschnitte  und  Kupferstiche  ausge- 
wählt, um  als  Wandschmuck  in  den  (remächern  der  erwähnten 
Burg  zu  dienen. 

Seeljiu  (Zelio,  Böhmen). 

C)G2.  Prämonstratenserstift.  —  Ca.  12.0(io  Bde.,  4  0  Hand- 
schriften (die  meisten  aus  der  Neuzeit)  und  37  Incunabeln. 
Noch  nicht  vollständig  kntalogisirt.  —  Jahresdotation  je  nach 
Bedarf.  —  Bibliothekar:  F.  Method  Nj^olt.  -—  Je  ein  hand- 
schriftlich nach  Materien  aiphabet,  geordneter  Band-  und 
Schlagwortkatalog.  —  Benutzbar  für  Ordensmitglieder  von 
9-11  Uhr,  im  Bedarfsfalle  auch  nachm.,  für  Fremde  nur  mit 
Erlaubniss  des  Abtes.  —  Keine  Entlehnungen  und  Versen- 
dungen. —  Obwohl  das  Kloster  schon  1139,  beziehungsweise 
114;>  gegr.  worden,  datirt  doch  der  Anfang  der  jetzigen  Bibl. 
erst  aus  dem  17.  Jhdt.,  da  das  Kloster  in  den  hussitischen 
Unruhen  eingegangen  und  erst  l<i22  neu  erstanden  ist.  Die 
meisten  Bücher  stammen  aus  dem  17.  und  18.  Jhdt.  und 
wurden  theils  durch  Kauf,  theils  durch  Schenkungen  erworben. 
—  Vorzugsweise  vertreten  und  gepflegt  Theologie  und  Ge- 
schichte. —  Eine  kleine  Abteibibl.  untersteht  direct  dem 
Abte. 

Bezdßka,  Victor.  Prämonstratfinser-Chorlierrenstift  Seelau.  In:  Ein  Clior- 
herrenbuch.  Von  Sebastian  Brunner.  Würzburg  188H. 

Seiteiistetteii  (Nied.-Oesterr.). 

663.  Benedictinerstift.  —  Ueber  60.000  Bde.,  320  Handschr., 
600  Incunabeln.  —  Jahresdotation  1800—2000  Gulden.  — 
Bibliothekar:  Prof .  P.  Godfried  Ed.  Friess;  Adjunct:  Prof.  P.  Dr. 
Anselm  Salzer.  —  Ein  aiphabet,  geordneter  Katalog  in  12  Folio- 
bdn. ;  ein  Zettelkatalog  in  Vorbereitung.  —  In  erster  Linie 
für  die  Prof.  des  Stiftsobergymn,  und  die  Stiftscapitulare 
benutzbar.  Im  Uebrigen  bedarf  die  Benützung  der  Bibl.  der 
ausdrücklichen  Erlaubniss  des  Abtes.  —  Entlehnung  gegen 
Revers  auf  längstens  vier  Wochen;  Manuscripte  werden  unter 
Garantie  an  Bibl.  und  Archive,  in  deren  Räumen  sie  allein 
benützt  werden  dürfen,  mit  Genehmigung  des  Abtes  aus- 
geliehen und  versendet.  —  Die  Bibl.  des  i.  J.  1112  gegrün- 
deten Klosters  entstand  aus  der  alten  Klosterbücherei,  wurde 
im    Ifj.    Jhdt.    durch    den    Abt    Kilian  Ileumader    mit    vielen 


6«71  Siüfii.  2'>:5 

Druckwerkoll  bereichert,  erlitt,  in  den  naohfoly^endeii  ZcittMi 
f^rosse  Verluste  uml  wurde  vom  ls..Ilidt.  id)  ii;iiiientlicii  diircli 
den  Abt  Dominik  v.  (lussmann  (1717  -  1777)  mit  den  seltensten, 
oft  schwer  zu  erlangenden  Werken  auf  das  ri'iehliehstf 
ausiiestattet,  vvelehcm  Vorj^ani^'  die  Aebt:»  der  Neuzeit,  ins- 
besondere der  jetzt  dem  Stifte  vorstelu'ude  Trälat  Dominik  11. 
lltMiiel  und  dessen  Voreänger  Ludwi<>'  Ötröhmer  (l«rr3-  ls(;7) 
in  munificenter  Weise  folgten.  —  Desonders  Theolof^ie. 

rrimissor,  Alois.  Reison.noliriciiten  übor  Donkinalilo  der  Kunst  und  des 
AiteitliuMis  in  den  österr.  Abteyen.  In:  lIoiMuayor's  Arciiiv  1S22,  S.  14.H. 
—  Friess,  Godfriod  Ed.  Seitenstetten  in  Nied.-Oesterr.  In:  Ein  Benedic- 
tinorbucli.  Von  Seb.  Krunnor.  Würzbnrp:  1>^SI.  Iluenier,  J.  Her  Ausüi- 
aeuui  I.  In:   Wiener  Studien.   IX.    ISST,  S.  >'>'.'. 

G04.  [K.  k.  Stifts-]Gymnasium  der  Benedictiner.  —  Die 
Lehrerbibl.  ist  mit  der  Stiftsbibl.  vereiniot,  die  Sehülerbibl 
separat  auf iiestellt.  —  Director:  Schulratli  Udiscalc  Sigl ;  Htifts- 
bibliothekar:  Gonsistorialrath  Prof.  Dr.  (lodfried  Friess;  Biblio- 
thekar der  Schülerbibl.:  Prof.  Robert  Weissenhofcr.  —  fJeor. 
in-i;  seit  177S  Privatanstalt;  seit  1814  sechsclassiues  Gymn.; 
seit  1S5U  Unter<iymn.,  seit  1H0(J  Obergj'inn. 

Sign  (Sinj,  Dalmatien). 

tltif).  Franciscanerkloster.  —  «lOO  I>de.,  40  llandselirifteii. 
—  Jahresdotation  je  nach  Bedarf,  mindestens  jedoeh  .'.uo  (Jul- 
den.  —  Bibliothekar:  P.  Dr.  Joannes  Markovie;  (üuardian:  P. 
Petrus  Perkovic.  —  Alphabet.  Materienkataloo:.  —  Jedermann 
zu  jeder  Zeit  zugänglich.  —  Keine  Entlehnungen  und  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  1715  zugleich  mit  dem  Convent.  —  Be- 
sonders historisch-theologische  Werke. 

Sinecna  (Böhmen). 

•;t;(3.  Gräflich  Clam-Martinitz'sche  Schlossbibliothek.  — 
5300  Werke,  72  Incunabeln.  —  Ali)habet.  Bandkatalog.  — 
Benützung  mit  si)ecieller  Erlaubniss  des  Besitzers.  —  Keine 
Entlehnungen  und  Versendungen. 

Sniichov  (Böhmen). 

ü(;7.  [K.  k.  deutsches  Staats-]Gymnasium.  —  «)  Lehrerbibl. 
2498  Bde.,  3:»4  Hefte,  4(U1  Prouramme;  b)  Schülerbibl.  ;i75 
Bde.,  2  Hefte.  —  Director:  Fridolin  Sehimek;  Verwalter  von 
a)  Prof.  Alois  Hell;  von  b)  Prof.  Ferdinand  Braungarten.  — 
Errichtet  1874  als  Realgymn.;  seit  1S9()  Obergymn. 

Nach  dorn  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Eragcliogen  lüflit 
Ijeantwortet  wiu'de. 


224  Spalato.  I«68 

008.  [K.  k.  Staats-Real-  und  Ober-]Gymnasium  (C.  k.  real- 
ny  a  vj'ssi  gymnasiuiii).  - —  a)  Lehrerbibl.  4;t7Bde.;  /*/' Schüler- 
bibl.  104-1  Bde.  —  Jahresdotation  200  Gulden  aus  den  Schüler- 
taxen.  —  Director:  Carl  Doucha;  Custos:  Prof.  Wilhelm  Ka- 
cerovsky.  —  a)  und  h)  je  ein  handschriftl.  Band-,  Selilagwort- 
und  aiphabet.  Zettelkatalog.  —  Benutzbar  zu  jeder  Zeit  nach 
Anmeldunti  beim  Custos.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Ver- 
sendungen nur  an  k.  k.  Staatsanstalten  mit  Genehmigung  des 
Directors.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  1S83.  —  Alle  an 
der  Anstalt  vertretenen  Fächer. 

Katalog  wird  im  Programin  der  Anstalt  1000  gedi-uckt  werden. 

Spalato  (Spljet,  Dalmatien). 

G09.  Dominicanerconvent.  —  Die  Bibl.  wurde  durch  die 
Türken  angezündet  und  vernichtet;  jetzt  unbedeutend.  — 
Prior:   Fr.  Angelus  Novak.  —  Gegr.  1247, 

070.  Franciscanerconvent.  —  Ca.  4000  Bde.  und  das  Archiv 
des  Convents.  —  Jahresdotation  ca.  80  Gu.lden.  —  Biblio- 
thekar: Guardian  P.  Vincentius  Catrambone.  —  Alphabet. 
Katalog.  — Benutzbar  mit  Erlaubniss  des  Guardian.  —  Keine 
Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Die  Bibl.  ist  erst  jün- 
geren Datums;  der  Convent  gegr.  1730.  —  Dogmatik,  Moral, 
Kirchenrecht,  Philosophie,  Predigten,  Ascetik,  Kirchen- 
geschichte etc. 

071 .  [K.  k.  Staats-jGymnasium.  —  a)  Lehrerbibl.  21 34  Werke; 
h)  Schülerbibl.  —  Director:  Ivan  Kos;  Bibliothekar  für  a) 
Prof.  Ivan  Pivcevic;  für  h)  Prof.  Vid  Petricevic.  —  Gegr. 
1817;  Obergjnnnasium  seit  185G. 

Pivcevir,  Ivan.  Katalog  Uriteljske  Knjiznice.  In:  Px'ogram  c.  k.  velike 
gininazije  u  Spljetu.  U  Spljetu  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

672,  Archäologisches  Museum.  —  1877  Werke  in  2f)70  Bdn.. 
ausserdem  is8  Zeitschriften  mit  1738  Jahrgängen,  einige  In- 
cunabeln  und  Handschriften.  —  Dotation  ca.  .^00  Gulden  aus 
der  Dotation  des  Museums.  —  Archivdirector  und  Biblio- 
thekar: Reg.-R.  Msgr.  Francesco  Bulic,  Gymn. -Director  i.  R. 
—  Zwei  aiphabet.  Kataloge,  einer  in  Band-,  einer  in  Zettel- 
form, Musealkatah)g  im  Druck.  --  Jederzeit  allgemoin  zu- 
gänglich und  im  Arbeitsraume  des  Vorstande.s  benutzbar.  — 
Entlehnung  und  Versendung.  —  Vom  Gründungsjahr  1827 
bis  1803  hatte  die  Bibl.  ungofälir  100  Bde.;  von  da  an  wuchs 
sie  allmählich.  —  Archäologie,  Epigraphik,  Geschichte,  Numis- 
matik u.  ä.;  vaterländische  Geschichte. 

Cätalogus  bibliothecac  c.  r.  musei    archaeologiei  Spalati.    Spalati  1898. 


«771  St  a  ins.  iir, 

t:7:5.  [K.    k.  Staats-]Realschule  (('.   k.  v<>Iika  n-alUa)  hrsii/i 
eine  Lolirorbibl.    (ca.    1200  Werke)    uiul    eine  Schülerbil)! 
Director:    Lovro    Bortiic;    Bil)li()tli(ikar    dei*  Lelirorl)ibl.    Prof 
Melko  Lucianovic;  der  Schülerl)ibl.  Realrichul-Lohror  Dr.  J<)si|» 
Aranza.  —  Eröffnet,   IS(;2. 

Lucianovi'-,  Mt^lko.  Katalog  ui-itcljsko  hihliotoko.  In:  rri);>ram  c  k. 
voliko  roalki>  u  Spljotu.  U  Spljotu   l.s'.},S. 

Nacli  (loin  lotztoii  Jalirosbcriolito  ^carhoitot,  da  dor  rraiicbonoii  nicht 
beantwortet  wurde. 

<>74.  Residenz  des  Ordens  der  Gesellschaft  Jesu  hat  nur 
eine  kleine  Bibl.  von  theologischen,  rhetorischen  und  asc(^tischeu 
Büchern,  die  zu  eiueneni  Gebrauche  dienen  und  iii)erdies  nocli 
nicht  recht  katalo^isirt  sind.  —  Superior:  F.  Giuseppt^  Loni- 
l)ardini. 

Stanis  (Tirol). 

(JT.').  Cistercienserstifl.  —  22.000  Bde.,  200  Handschriften  und 
250  Incunalxdn.  —  Jahresdütation  200  Gulden  ohne  die  Do- 
tation für  Zeitschriften.  —  Bibliothekar:  P.  Inücnuin  Hechen- 
ber^er.  —  Alphabet.  Zettelkatalog  für  die  theologischen 
"Wissenschaften,  für  die  einzelnen  Fächer  auch  ein  aiphabet. 
Bandkatalog;  die  übrigen  Fächer  werden  nach  dem  Muster 
der  Innsbrucker  Universitätsbibl.  soeben  geordnet  und  kata- 
logisirt.  -  Zu  besichtigen  an  Wochentagen  von  OVo — H  und 
ausnahmsweise  auch  nachmittags  von  2 — 3  Uhr.  —  Ent- 
lehnungen und  Versendungen  nur  in  besonderen  Fällen 
mit  Erlaubniss  des  Prälaten  und  gegen  Revers.  —  Kloster 
gegr.  1272,  Bibl.  gegr.  11^=^1  vom  Abt  Kaspar  Maerkel;  früher 
sehr  reich,  ir)2r)  durch  die  Bauern,  1552  durch  die  Schmalkal- 
dener  und  1807  durch  die  baj'er.  Reg.-Commission,  welche 
Bücher    in    ganzen  Wagenladungen    fortschaffte,    geplündert. 

—  Theologie  und  Geschichte. 

Spielmann,  Fortunat.  Die  Abtei  Stanis  in  Tirol.  In:  Ein  Cisteroienser- 
bucli.  Von  Seb.  Brunner.  Würzburu;  1«S1.  —  Verzeichiiiss  der  Handschriften 
der  Bibl.  des  Stiftes  Stanis.  In:  Xenia  Bernardina.  II.  —  Xenia  Bernard.  III. 

Stanislau  (Stanislaw,  Galizien). 

()7<;.  Militärwissenschaftlicherund Casinovereln.  — 2<;oW^erke 
in  .'5S0  Bdn.  —  Jahresdotation  je  na(!li  Bedarf.  —  Bibliothekar: 
Kassian  Kunicki,  k.  u.  k.  Militärcaplan.  —  Handschriftlicher 
Bandkatalog.  —  Benutzbar  nur  für  Vereinsmitolieder.  — 
Ebenso  Entleiinungen.  —   Keine  Versendungen.  —  Gegr.   is;t5. 

—  Vorzugsweise  Militärwissenschaften. 

^77.  [K.    k.    Staats-JGymnasium     (C.    k.     gimnaz^'uni).     - 
oj  Lehrerbibl.  .si>75   Bde.,   4.-.::!  Hefte,   141   Mappen,  22:5  Tafeln; 

Biblioiheks-Ailressl'ticli.  I ;, 


•2-2 1;  Stein.  fG~!^ 

/^  Schülerbibl.  83(;  poln.  Werke  in  1141  Bdn.,  359  ruthen.  Werke 
in  468  Bdn.,  308  deutsche  Werke  in  709  Bdn.  —  Director: 
Pawel  Swiderski;  Gustos  für  a)  und  die  deutsche  Abth.  von 
h)  Prof.  Teofil  Erben;  für  die  poln.  Abth.:  Prof.  Jozef  Ba- 
tycki;  für  die  ruthen.  Abth.:  Prof.  Andrzej  Szachnowicz.  — 
Gegr.  im  18.  Jhdt.  als  Jesuitengymn.,  seit  1850  Obergymn. 

Katalog  biblioteki  nauczycielskiej.  In:  Sprawozdanie  dyrekcyi  c.  k. 
gininazyuin.  Stanisl'aw(5w  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

678.  [K.  k.  Staats-]Realschule  (C.  k.  wyzsza  szkolarealna). 
—  a)  Lehrerbibl.  1442  Werke  in  1727  Bdn.;  h)  Schülerbibl 
1.  927  Werke  in  1239  Bdn.  (poln.  Abth.);  2.  129  Werke  in  145 
Bdn.  (ruthen.  Abth.);  3.  56  Werke  in  56  Bdn.  (französ.  Abth.); 
4.  224  Werke  in  510  Bdn.  (deutsche  Abth.).  —  Director:  Josef 
Czaczkowski;  Bibliothekar  für  a)  und  b)  1. — 3.  Prof.  Jan  Eiselt; 
für  h)  4.  Prof.  Edmund  Baczalski.  —  Errichtet  1874  durch  Er- 
weiterung der  unselbständigen  Unterrealschule. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Stein  (Krain). 

(.79.  Franciscanerconvent.  —  6654  Bde.,  23  Handschriften, 
32  Incuiiabeln.  —  Jahresdotation  30 — 40  Gulden.  —  Guardian: 
P.  Angelus  Mlejnik;  l^ibliothekar:  P.  Ezechiel  Jurinic,  Lector 
der  Tlieologie.  —  Alphabet.  Zettel-  und  Bandkatalog.  —  Ent- 
lehnungen nur  gegen  Revers. — ^  Keine  Vorsendungen. —  Kloster 
gegr.  1493,  aber  1804  total  eingeäschert,  wodurch  Vieles  in 
Vorlust  gerieth.  —  Homiletik,  überhaupt  Theologie  für  den 
1.  und  2.  Curs. 

Sternber^  (Mähren). 

650,  [Landes-]Realschule.  —  a)  Lehrerbibl.  62:5  Werke  in 
ca.  1400  Bdn.;  h)  Schülerbibl.  953  Bde.  —  Director:  Joseph 
Riedl;  Bibliothekar:  Prof.  Carl  Riedl.  —  Errichtet  als  Com- 
munalunterrealschule  1862;  1870  vom  Lande  übernommen. 
Seit   IS94  Oberrealschule. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

Stf^yr  (Ober-Oesterr.). 

651.  Archiv  der  Stadt  Steyr  ])ositzt  eine  Sammlung  von 
Steyrer  l!ii('li(lni<-k-('ii,  die  3'i6  J5(le.  und  Hefte  zählt.  —  Vor- 
stand:  E.  Scliiiii<l<'l. 


686J  SlockcrMti.  '2-.'7 

t;s.\  Reichsgräflich  Lamberg'sche  Fideicommissbibliothek. — 
iuAii  Workc,  Iii.irt;  IMo.,  dd  Mamisci-iitllxlc,  IJ  Iiicuniilx'lii. 
JahrosilotatioM  je  nach  Uedarf.  Ilaiidschrütl.  Zettel- und  alplia- 
bet.  Bandkatal()<,^  —  Getj:r.  von  Georjj:  Si<j:isniund  Freiherrn  v. 
Lamherii'  (f  1  <'•;)-).  hauptsäohlich  vermehrt  durch  dessen  Sohn 
.lohann  Max  Keichs;,a-af(Mi  v.  Laniberji:  (flGs-i).  —  Besonders 
vertreten  rechtswissenschaftliclie  Werke  des  17.  Jhdts. 

GS:\.  Gabelsberger  Stenographenverein  „Schloss  Steyr".  — 
r)77Werki'  in  T.'.".  i:dn.  —  Vorstand:  .1.  Scliniied;  Dibliotliekar: 
Franz  Eyl)l.  -  benutzbar  für  active  Mit^zlieder  über  An- 
suchen beim  Bibliothekar.  —  Stenographie,  Geo,urai)hie,  (»e- 
schichte,  Naturwissenschaften. 

6S4.  [K.  k.  Staats-]Realschule.  —  nj  Lehrer])ibl.  S97  Werke; 
h)  Schülerbibl.  -  -  Jahresdotation  für  a)  und  die  Lehrmittel- 
samnilunii-  r)(!0  Gulden;  für  h)  wurden  1897/08  537-78  Gulden 
ausjrej^eben.  —  Director:  Edmund  Aelschker;  Gustos  für  a) 
und  h)  Prof.  Dr.  Joseph  Scliulibauer.  —  184!)  als  unselb- 
ständi.ue  Unterrealschule  errichtet,  18(J2  selbständig;  seit  187-2 
Oberrealschule. 

Katalog  der  Lehrerbibl.  der  k.  k.  Staatsoberrealschule  in  Steyr  nach 
dem  Stande  vom  I.Juni  1898.  In:  XXVIII.  Jahresbericht  der  k.  k.  Staats- 
oborroalscluile  in  Steyr.  Steyr  1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

Stock oraii  (Nieder-Oesterr.). 

(j8.^).  [Landes-Real-und  Ober-]Gymnasium.  —  aj  Lehrerbibl. 
Ende  18'J7,I)8:  ;5(;(;4  lUle.  und  lüC!»  Hefte;  h)  Schülerbibl. 
7-2!»  ?Jde.  —  Jahresdotation  400  Gulden.  —  Director:  August 
Plundrich;  I^ibliotliekar  für  n)  Prof.  Dr.  Eugen  Lämmer:  für 
h)  Prof.  Adolf  Schneider.  —  Band-(Schlagwort-)Kataloo-.  — 
Entlehnungen  a)  in  der  Regel  nur  an  Mitglieder  des  Lehr- 
körpers, />)  an  Schüler.  —  Versendungen  an  verwandte  An- 
stalten. —  Begründet  7Aigleich  mit  der  Anstalt  18i;4.  —  Vor- 
wiegend die  mit  den  Lehrgegenständen  zusammenhängenden 
Wissenscliaften. 

Katalog  der  Lohrorbil)].  I.  In:  XXXII.  Jahresbericht  des  niederöstiM-r. 
Landos-Roal-  und  Oborgymn.  und  d(>r  damit  in  Verbindung  stehiMiden 
gewerblichen  Fortbildungsschule  zu  Stnokfraii.  St-KM<<>rau    ISOT. 

Sti'obnitz  (Böhmen). 

(!8(;.  Deutsche  Volksbibliothek,  Schulgebäude.  —  4!tr.  Bde. 
—  Dotation  je  nach  Bedarf;  Vermehrung  meist  durch  Ge- 
schenke.  —  Vorstand  und  Bibliothekar:    Franz  Steinko,  Schul 

1.5* 


2-28  Stryj.  [687 

director.  —  Handschriftlicher  Katalog.  —  Entlehnuno-  ohne 
Entgelt  täglich  von  V,^ — ^  Uhr.  —  Gegr.  1882  von  dem 
gegenwärtigen  Vorstand. 

Stryj  (Galizien). 

687.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  gimnazjaim).  — 
a)  Lehrerbibl.  1444  Werke  in  nr,09  Bdn.;  h)  Schülerbibl.  (poln. 
Äbth.  ß4e  Werke  in  979  Bdn.;  deutsche  Abth.  4  08  Werke  in 
558  Bdn.;  ruthen.  Abth.  -271  Werke  in  277  Bdn.;  zusammen) 
1321  Werke  in  1814  Bdn.  —  Director:  Dr.  Karol  Petelenz; 
Gustos  für  a)  Prof.  Wojciech  Grzegorzewicz;  für  />)  Prof.  Jan 
Tralka.  —  Gegr.  1873  als  Realschule;  seit  1880  allmählich  in 
ein  Gymn.  verwandelt. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    niclit 
beantwortet  wurde. 

Sncha  (Galizien). 

688.  Gräfl.  Alexander  und  Anna  Branicki'sche  Bibliothek.  — 

23.000  Werke;  Archiv  über  lo.üoo  Stück,  etwa  300  Pergament- 
urkunden, löOO  Handzeichnungen,  8000  Kupferstiche,  ca.  2000 
Münzen,  »oo  ägyptische  Alterthümer,  über  400  Handschriften. 
Gesammtsumme  über  4rx000  Nummern.  —  Jahresdotation 
je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekar  seit  1882  Dr.  Michael  v. 
Zmigrodzki;  1  Diener.  —  Entlelinung  der  wichtigsten  Werke 
nur  an  die  Akademie  der  Wissenschaften  in  Krakau;  das 
handschriftliche  Material  darf  nur  in  der  Bibl.  benützt 
werden,  und  zwar  auf  Grund  einer  besonderen  schriftlichen 
Erlaubniss  des  Besitzers.  —  1852  wurde  die  alte  Bibl. 
von  Andreas  Kozmian  in  Piotrowice  angekauft  und  1868  nach 
Suclia  transportirt;  1869  käufh"ch  erworben  die  Sammlung 
de}'  Ku})ferstiche  und  Handzeichnungen  des  Schriftstellers 
Josef  Kraszewski;  1876  die  Bibl.  des  Warschauer  Gerichts- 
commissionsdirectors  Laski,  1  883  die  Bibl.  des  früheren  Biblio- 
tliekars  in  Sucha  und  poln.  Literaten  Dr.  Franz  Nowakowski, 
18S3  das  Archiv  von  Mieleszkiewicz  in  Gitomir.  Die  Bibl.  ist 
sehr  wichtig  für  die  poln.  Literaturgescliichte  des  16. — 18. 
Jhdts. ;  sehr  interessant  sind  drei  illustrirte  Handschriften  aus 
dem   13.,  14.  und  1.").  Jhdt. 

Zmigrodzki.  Katalog  der  Handschriften  der  gräfl    Branioki'.'^chen   Ribl. 
zu  Sucha. 

Snczawa  (Bukowina). 

6^!t.    [Griechisch-orientalisches]     Gymnasium    l)esitzt    eine 
Lehrer-  und  eine  Schülerl;il)l.   --   Dii(M;l(ir:   St('phan  v.  Ilepta; 


61CM 


Szczyi/yc.  o-ji» 


Custos  dtn-  Lclirt'iltil)!.:   Prof.  Dr.  Aiiiiiipodisl  Das/kowirz;   der 
Öchülorbil)!.:   Prof.  Victor  Nussbaiim.  —  iTO<rv.   iöim». 

Nai'h    (iiMii    letzten  Jaliip.shoriolite  f^earbcitet,    rla   der  I-"raKnl)(»j,'en    nielit 
beantwurtet  wurde. 

Szczyrzyc  (Galizien). 

♦i'.M).  Cistercienserkloster.  —  1500  Bde.,  100  Diplomata  (13.  bis 
17.  Jhdt.),  10  Ilandschriitoii  (17.  und  is.  Jhdt.),  1  •:  Incunaljoln. 
(NaehPizzala  1S7U:  -JU!»  Werke  in  310:5  Pdn.,  ö.s  Iland.sciiriften.) 
—  Jahrosdotation  nx»  <hddon.  —  Pibliothokar:  P.  The()d(jr 
Mai:iera.  —  Ein  Materienkatalog  a.  d.  J.  isjo  in  einem  Bde. 
(Nach  Pizzala  vier  Kataloge.)  —  Allgemein  und  zu  jeder  Zeit 
benutzbar.  —  iMitlehnung  und  Versendung  von  Büchern  und 
Handschriften  gegen  Bestätigung,  jedoch  nur  nach  eingeholter 
Erlaubniss  der  Klostervorstehung.  —  Gegr.  im  HJ.  Jhdt.  und 
wiederiiolt  durch  Brände  beschädigt:  auch  wurden,  besonders 
im  IS.  Jhdt.  zahlreiche  Werke  nach  St.  Petersburg,  Warschau 
und  Lemberg  verschleppt.  —  Dogmatik  und  Moraltheologie, 
canon.  Recht,  Kirchengeschichte,  Ascesis,  bürgerliches  Recht, 
Dichtung,  Geschichte,  Rhetorik. 

Kolor,  Vineenz.  Das  Priorat  Szczyrzyc  in  Galizien.  In:  Ein  Cister- 
oienserbucli.  Von  Seb.  Krunnor.  Würzburg  IMSl.  —  Xenia  liernardina. 
III.  Beiträge  zur  Geschichte  der  Cistercienserstifte.  Wien  lö'Jl. 

Tabor  (Böhmen). 

•J91.  [K.  k.   Staats-]Gymnasium    (C.    k.   vys.^i    gymnasium). 

a)  Lehrerbil)!.  l'.to.'j  Werke  in  S03i  Bdn.,  ~'314  Programme; 
h)  Schülcrbibl.  3,' 13  Werke  in  4417  Bdn.  —  Jahres(U)tatiou 
170  Gulden.  —  Director:  Johann  Sulc;  Bibliothekar  für  'i^Prof. 
Josef  Pro.^ek;  für  h)  Prof.  Josef  Stanrk.  —  Band-  und  Schlag- 
wortkatalog, —  Entlehnungen  gdixen  Revers.  Ebenso  Ver- 
sendungen an  Aemter  und  verlässliche  Personen.  —  Gegr. 
mit  der  Anstalt  i.  J.  l.S(iJ  von  der  Stadtgemeinde  Tabor,  mit 
1.  Januar  l8HJt  in  die  Verwaltung  des  Staates  übernommen; 
1S(J4  Einverleibung  der  Bil)l.  des  Privaten  Johann  d.  Arbeiter 
und  des  eh.  Neuhauser  Gymn.-Directors  J.  M.  Ru/.icka.  — 
Alle  Wissenschaften,  namentlich  diejenigen,  welche  die  Grund- 
lage des  Gymn.-Unterriciites  bilden. 

*i92.  Höhere  landwirthschaftliche  Landes-Lehranstalt  {Vy.-<.^f 
hospodärsky  üstav  zemsky).  —  'i )  Schulbihl.  r,:\:s  Bde.; 
h)  Schülerbibl.  looo  Bde.  —  Jaiiresdotation  n )  noo^soo  (Julden, 

b)  50  —  100  Gulden.  —  Director:  Franz  Farsky;  Bibliothekar 
für  <i)  ausserord.  Prof.  Franz  Iläjek;  für  h)  ein  Ibu-er  der 
Anstalt.    —    Materien-   und    Autorenkataloir  in    Bandform    für 


230  T  arnopol.  [693 

a)  und  h).  —  Entlehnungen  an  bestimmten  Tagen.  —  Ver- 
sendungen nur  mit  Einwilligung  des  Curatoriums.  —  Gegr. 
a)  zugleich  mit  der  Anstalt;  h)  auf  Veranlassung  des  Directors 
187y  als  Eigenthuni  der  Rozpravy.  —  Vertreten  <i)  Natur- 
wissenschaften, Mathematik,  Landwirthschaft,  Nationalökonomie, 
Culturtechnik,  Technologie,  Baukunde,  Geodäsie;  in  erster 
Linie  schöne  Literatur,  sodann  landwirthschaftl.  Werke. 

Tarnopol  (Galizien). 

693.  Collegium     des    Ordens     der    Gesellschaft     Jesu.     — 

Mehrere  tausend  Bde.,  derzeit  in  Neuordnung.  —  Jahres- 
dotation nach  Bedarf.  —  Rector:  P.  Felix  Zosel;  Bibliothekar: 
P.  Anton  Kuczek,  S.  J.  —  Zettelautorenkatalog.  —  Bloss  zu 
eigenem  Gebrauche;  ausnahmsweise  für  Fremde.  —  Ebenso 
Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Alle  Wissenschaften, 
zumeist  Theologie  und  Philosophie. 

6i)4.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  wyzsze  gimnazyum).  — 
a)  Lehrerbibl.  -^898  Werke  in  7439  Bdn.,  4:4r>(!  Programme; 
h)  Schülerbibl.  7»;?  Werke  in  1204  Bdn.  (poln.  Abth.),  f)«.')  Werke 
in  G74  Bdn.  (deutsche  Abth.),  403  Werke  in  488  Bdn.  (ruthen. 
Abth.).  —  Director:  Dr.  Maurycy  Maciszewski;  Gustos  für  <i) 
Prof.  Edward  StrutyDski;  für  b)  Gymn.-Lehrer  Jozef  Gebhardt 
(für  die  poln.  Abth.),  Prof.  Konstanty  Dmytrow  (für  die 
deutsche  Abth.),  Gymn.-Lehrer  Jan  Kopacz  (für  die  ruthen. 
Abth.).  —  Errichtet  1820  als  Jesuitengymn.;  seit  18.")0  acht- 
classiges  Obergymn.  mit  weltlichen  Lehrern. 

Nach    dein  letzten  Jahresberichte    gearbeitet,    da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

09:').  [K.  k.  Staats-jReaischule  (C.  k.  wyzsza  szkola  realna).  — 
a)  Lehrerbibl.  1077  Werke  in  1849  Bdn.;  h)  Schülerbibl. 
558  Werke  in  737  Bdn.  (poln.  Abth.);  179  Werke  in  289  Bdn. 
(deutsche  Abth.);  57  Werkein  57  Bdn.  (ruthen.  Abth.);  IG  Werke 
in  18  Bdn.  (französ.  Abth.);  zusammen  810  Werke  in 
1101  Bdn.  —  Director:  Micha!  Ptcmbacz;  Bibliothekar  für  a) 
Realschullehrer  Andrzej  Procyk;  für  h)  Prof.  Maryan  Stanie- 
wicz.  —  Gegr.  1860;  Oberrealschule  seit  1895. 

Nacli    dem    letzten  Jahresbericlite   gearbeitet,  da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

Tarn  UVV  (Galizien). 

696.  Bischöfliches  Diöcesanseminar.  —  5473  Werke  in 
9367  Bdn.;  4u  Incunabeln,  bis  1500  gerechnet.  —  Jahres- 
dotation 25-20  Gulden,  als  Interessen  der  Stiftung  des  gewesenen 


c.sioi 


'J'  :ii'  V  is.  JIM 


SciiiiiiaiTt'Otors      Iv'aiiirr.  |{<'(.'tni-:      l)i\     .Idscpli     Üaha.     — 

Zi'ttol-   und  Üaiidkatalou.  Nur  ziiiii  (Ichraiiclio  doi- Clt'rikor, 

Prof,  und  Sc'iiiiMarvorstc'lu'i*.  -  Kciiu^  VcrsiMidiui^eii.  -  (Jo«^!". 
/.UL;loicli  mit  iUmm  Tviiioecr  llistlium  ITST);  den  Grundstock 
liildot  ein  Theil  der  liibl.  des  ehem.  liencdictiner  Stiftes  in 
Tvniec,  das  von  Kaiser  Joseph  II.  auf,uehol)en  wurde.  Mit  dem 
Sitze  des  Kistiiums  wanih'rte  aueli  die  IJibl.  nach  Tarnow  in 
das  18:?.")  -  18.)S  neu  auf.ueführte  Semiiiar,i;el)äude.  Ihren  Zu- 
wachs verchmkt  sie  i;rösstentheils  Sclu'nkuM<ien  des  Diöcesan- 
clerus.  —  Alle  Wissenschaften,  besonders  Theologie,  classische 
Philologie. 

GOT,  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (('.  k.  gimnazyum).  — 
o)  Lehrerbibl.  oTdl  Werke  iu  4:i;;(;  lidn.,  3rr2(i  Programme; 
h)  Schülerbibl.  IKJG  Werke  in  ie37  Bdn,  (poln.  Abth.),  637  Werke 
in  (5ii!t  Bdn.  (deutsche  Abth.).  —  Direetor:  Dr.  Karol  Benoni; 
Custos  für  '/)  Prof.  Dr.  Jan  Leniek;  für  b)  Gymn.-Lehrer  Jan 
Jedrzejowski.  —  Errichtet  1784;  seit   184'J  Obergymn. 

Nach    dem    letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Tarvis  (Kärnten). 

61tS.  Volksbücherei  des  Vereines  „Südmark".  —  7'>2  Werke. 
—  Jahresdotatiun  von  der  (remeinde  10  dulden,  vom  Vereine 
^Südmark"  20  Gulden.  —  Bibliothekar:  Adolph  Ruckensteiner, 
k.  k.  Forstassistent;  Bücher ausleihgeschäft  von  Karl  Klement, 
Gemeindesecretär,  besorgt.  —  Handschriftl.  Fachkatalog  in 
Bandform.  —  Entlehnungen  an  Einheimische  Samstag  von 
4— fJ,  an  Sommerfrischler  täglich  von  10—11  Uhr.  Ausleih- 
gebühr für  bemittelte  Einheimische  pro  Buch  und  Woche 
T)  Kreuzer,  für  unbemittelte  Einheimische  2  Kreuzer;  für 
Fremde  und  Sommergäste  2  Kreuzer  pro  Buch  und  Tag. 
Fremde  haben  eine  Caution  von  50  Kreuzern  bis  3  Gulden  zu 
leisten.  Entlehnungsfrist  4  Wochen.  —  Keine  VY»rsendungen.  — 
Gegr.  18i»6  vom  Obmanne  der  Ortsgruppe  des  Vereines  „Süd- 
nuirk"  Adolf  Ruckensteiner.  —  Populäre  Wissenschaften,  Belle- 
tristik. 

Taus  (Domazlic,  Böhmen). 

•J'.t;).  K.  k.  Staats-Gymnasium  (C.  k.  vyssi  gymnasium).  — 
o)  Lehrerbibl.  iiö;;  Wrrke  in  1533  Bdn.  und  Uli;  Heften 
(wissenschaftliche  Bibl.),  3o;i  Werke  (Schulbil»!.),  37l»3  Pro- 
gramme; b)  Schülerbibl.  1817  Werke  in  lifiM  Bdn.  ((-echische 
Abth.),  242  Werke  in  487  Bdn.  (deutsche  Abth.),  zusammen 
205!»  Werke  in  2481  Bdn.  —  Dotation  für  die  Lehrmittel- 
sammlung   pro    18'J7,U8    77^-3ii  Gulden.    —    Leiter:     Prof.   P. 


232  Teltsch.  L^oo 

Jakub  Janda;  Custos  für  a)  Prof.  Dr.  Edvard  Stolovskv;  für 
h)  Prof.  Vojtt'ch  Kebrle.  —  Gegr.  als  Commiinal-Realgymn. 
1871  durch  Umwandlung  der  unselbständigen  Unterreal- 
schule. Seit  1875  Obergymn.,  seit  1879  reines  Gymn.,  seit  1890 
verstaatlicht. 

Ötolovsky,    Edvard.     Seznam  spisü  v  knihovnS  ucitelske.    Cäst'    I.    In: 
XXVII.  vyroeiii  zpräva  c.  k.  vyäsiho  gymnasiav  Domailicich.  Domazlice  1898. 
Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 

Teltsch  (Tele,  Mähren). 

700.  [Landes-]Realschule  (Zemskä  vyssi  skola  realnä).  — 
a)  Lehrerbibl.  3601  Werke,  3848  Programme;  h)  Schülerbibl. 
l.oOO  Werke  in  1571  Bdn.  —  Jahresdotation  300— 400  Gulden. 
—  Director:  Karel  J.  Ma.ska;  Custos  für  a)  Prof.  Frantisek 
Stra.sirybka ;  für  h)  Prof.  Anton  Zanta.  —  Zettelkatalog;  ein 
Theil  des  gedruckten  Kataloges  der  Lehrerbibl.  im  Jahres- 
berichte der  Anstalt  1897/98.  —  Benützung  gegen  Anmeldung 
beim  Director  oder  Custos.  —  Entlehnungen  an  vertrauens- 
würdige Personen.  —  Versendungen  nur  an  öffentliche  Lehr- 
anstalten und  Bibliotheken.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt 
1870.  —  Vertreten  beinahe  alle  Wissenschaften,  besonders 
gepflegt  böhmische  Literatur,  Geographie  und  Geschichte 
sammt  Nebenwissenschaften. 

StraSirybka,  Frantiäek.  Seznam  spisu  uöitelske  kniliovny.    In:    Vyroeni 
zpräva  zeniskych  vyä§ich  äkol  realnj^eh  v  Telci.  V  Telci  181)8. 

Tepl  (Böhmen). 

701.  Prämonstratenserstift.  —  60.000  Bde.,  200  Incunabeln, 
500  Handschriften,  darunter  die  geschriebenen  Kirchen-  und 
Chorbücher  sowie  15  Manuscripte  auf  Pergament.  —  Jahres- 
dotation je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekar :  P.  Milo  Nentwich, 
O.  Praem.  —  Handschriftlich  ein  Real-  oder  Schlagwortkatalog 
aus  dem  J.  1832,  zugleich  als  älterer  und  Hauptkatalog  in 
15  Bdn.,  und  ein  neuerer  (aus  1842)  aiphabet.  Katalog  als 
Index  zum  Hauptkatalog;  dieser  Index  in  einem  Bde.  — 
Benutzbar  nur  für  die  Ordensmitglieder  täglich  von  8  bis 
12  und  3—5  Uhr.  —  Ebenso  Entlehnungen  und  Ver- 
sendungen. —  Wahrscheinlich  von  Herzog  Groznata,  dem 
Gründer  des  Stiftes  i.  J.  1197  mit  diesem  angelegt.  Das  „Bi- 
bliotheksgewölbe wurde  geschlossen"  1666,  wie  die  Annalen 
berichten;  177s  wurde  die  Kotz'sche  Bibl.  angekauft.  —  Lite- 
ratur, Phihdogie,  Naturkunde.  Philosophie,  Geschichte,  Theo- 
logie und  Reclitslehre. 

Die  Prämonstratenserabtei   Tepl.  In  :   Ein  Chorherrcnbucli.  Von  Sebast. 
Brunner.  Würzburg  1883. 


7ü4|  Toplitz.  '2.\:i 

Teplitz   (Hr»linu'n). 

70J.  Handelslehranstalt.  —  *y:\2  Bde.  -  Jahresdotatioii  ca. 
•JOO  Guldon.  —  Director:  Heinrich  Eiseiikolb;  Bibliotiiekar : 
Prof.  Dr.  Johann  Greinocker.  —  Bandkatalog.  —  Nur  zu 
eigenem  Gebrauche.    —    Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  I8;f,\ 

Teplitz-Schönaii  (Ijöhmen). 

703.  [Communai-Real-  und  Ober-]Gymnasium.  —  n)  Lehrer- 
bibl.  14<M  Werke  in  CofU  Bdn.,  2;}:5H  Programme;  h)  Schüler- 
bibl.  soo  Werke  in  s-,ö  Bdn.  —  Dotation  für  die  Lehrmittel- 
sammlungen pro  I8i>7/'.>S  84:5-80 Gulden.  —  Director:  Hermann 
Gärtner;  Gustos  für  n)  Gymn.-Lehrer  Eduard  Reichelt;  für 
die  Programmsammlung  Gymn.-Lehrer  Dr.  Joseph  Rüffler; 
für  h)  Prof.  Caspar  Wunderlich  und  Gymn.-Lehrer  Dr.  Pächard 
Siegmund.  —  Gegr.   1875  als  Realgymn.   Seit  1892  Obergymn. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der    Fragefcogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Teschen   (Schlesien). 

701.  Propst    Leopold    Scherschnik'sche    Bibliotheksstiftung, 

Scherschnikgasse  3.  —  20.000  Bde.,  u.  a.  180  Handschriften, 
200  Incunabeln.  —  Jahresdotation  l.')0 — 200  "Gulden.  —  I.  Cu- 
rator:  Dr.  Gustav  Burghauser.  Director  des  k.  k.  Staatsgymn. 
in  Teschen:  IL  Curator:  Dr.  Leonhard  Demel  Ritter  v.  Eis- 
wehr. Bürgermeister  von  Teschen;  prov.  Cassier  und  Schrift- 
führer: Prof.  Dr.  Johann  Witrzens;  1  Diener.  —  30  hand- 
schriftliche aiphabet,  angelegte  Kataloge  und  ein  Haupt- 
inventar. —  Benutzbar  für  Jedermann  Mittwoch  und  Samstag 
von  2  —  4  Uhr  mit  Ausnahme  der  Feiertage.  —  Entlehnungen 
und  Versendungen  nur  in  besomleren  Fällen  und  mit  aus- 
drücklicher Bewilligung  des  Curatoriums  an  öffentliche  Bibl. 
des  In-  und  Auslandes.  —  Begründer  dieser  Bibl.  war  Propst 
Leopold  Scherschnik,  geb.  3.  März  1747  zu  Teschen,  wo  sein 
Vater  Anton  Scherschnik  als  Stadtsyndicus  wirkte.  Nach  Be- 
endigung der  luimanistiseh-j)hilos()phischen  Studien  inOlmütz 
trat  er  daselbst  in  den  Jesuitenorden  ein,  verlebte  die  Jahre 
1768  und  17<;!i  an  der  Prager  Universität,  um  schliesslich. 
1770  zum  Grammatikprofessor  ernannt,  bis  1772  am  Egerer 
Gymn.  zu  wirken.  Nach  der  1773  erfolgten  Aufhebung  des 
Jesuitenordens  hielt  er  sich  abermals  in  Prag  auf  und  wandte 
sich  ganz  dem  Lehrfache  zu.  177<j  kehrte  er  als  Prof.  der 
Rhetorik  und  Poetik  in  seine  Vaterstadt  zurück,  wurde  1784 
zum  Vorsteher  des  gräfl.  Tenczin'schen  Convictes  und  1787 
zum  Gymnasialpräfect  ernannt.   1802  kaufte  er  das  alte  Gym- 


•23i  Teschen.  [705 

nasialiiebäude,  errichtete  darin  die  nach  ihm  benannte  Bibl. 
und  stattete  sie  mit  einem  Stiftungscapitale  von  1 2.1 87*4o  Gul- 
den W.  W.  aus.  Mit  dieser  Bibl.  verband  er  noch  ein  Natu- 
raliencabinet,  in  welchem  öOOO  Stück  Mineralien,  (JOO  Stück 
Conchj'-lien,  350  Stück  in-  und  ausländischer  Vögel,  aber  auch 
300  Münzen  und  Kunstgegenstände  aufbewahrt  werden. 
Für  seine  wissenschaftlichen  Verdienste  mit  der  Propstwürde 
und  dem  goldenen  Verdienstkreuze  ausgezeichnet,  starb 
Scherschnik  von  Allen  hochgeachtet  181-i  in  Teschen.  —  Alle 
Wissenschaften,  besonders  reichhaltig  Werke  geschichtlichen 
Inhaltes. 

705.  [K.  k.  (vereinigtes)  Staats-jGymnasium.  —  a)  Lehrer- 
bibl.  574G  Bde.,  7703  Hefte;  b)  Schülorbibl.  1224  Bde.,  37  Hefte. 

—  Director:  Dr.  Gustav  Burghauser;  Gustos  für  a)  Gymn.- 
Lehrer  Dr.  Carl  Werber;  für  b)  Prof.  Eduard  Bottek.  —  Gegr. 
l(i7-4,  seit  1»5()  Obergymn.;  1S73  mit  dem  seit  17<'3  bestan- 
denen evangelischen  Gymn.  vereinigt. 

Nacl»  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen    nicht 
beantwortet  wurde. 

70(;.  [Privat-]Gymnasium  der  „Macierz  szkolna  dla  ksiestwa 
cieszyiiskiego"  (Prywatni  gimnazyum  polski).  —  a)  Lehrerbibl. 
2120  Werke  in  3387  Bdn.  und  Heften;  b)  Scliülerbibl.  3(j8 
Werke  in  4Gö  Bdn.  (poln.  Abth.),  225  W^erke  (deutsche  Abth.). 

—  Director:  Piotr  Parylak.   —  Gegr.  18;»ö. 

Nach    dem   letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da   der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

707.  fK.  k.  Staats-]Realschule.  —  a)  Lelirerbibl.  2092  Bde. 
und  1032  Hefte,  l2.'j;)5  Programme;  ?>>  Schülerbibl.  —  Jahres- 
dotation für  a)  ca.  340  Gulden,  für  b)  ca.  60  Gulden.  —  Director: 
Johann  Januschke;  Bibliothekar  für  a)  Prof,  Johann  Krälik; 
für  die  Programmsammlung:  Prof.  Dr.  Carl  Klatovsky.  — 
Ein  Grundbuch,  ein  nach  Fächern  geordneter  Katalog  und 
ein  Zettelkatalog.  —  Entlehnungen  für  die  Mitglieder  des 
Lehrkörpers  zu  jeder  Zeit.  —  Versendungen  an  das  Teschener 
Gymn.  und  die  Bielitzer  Realschule.  —  Gegr.  1873.  —  Alle  an 
der  Anstalt  vertretenen  P'ächer. 

Krälik,  Johann.  Katalog  der  Lehrex'bibliothek.  In:  XXIV.  Jahresbericht 
der  k.  k.  StaatsOber- Realschule  in  Teschen.  Teschen  1897. 

70S.  Verein  der  Buchdrucker  in  Oesterr.-Schlesien.  —  486 
Bde.  Siehe  Troppau,  Verein  der  Buchdrucker  in  üesterr.- 
vSchlesien. 


711]  T et  seilen.  •2:5.-, 

Tt'fst'lu'll    (l!<")lHnell). 

Ton.    Gräfl.    Thun'sche    Schlossbibliothek.     —    ()r).2ll    Hde , 

'28>s    Ilaiulseliririeii,    7'.»   Incuiiahelii.  .Jalini.sdotation  je  nach 

Ik'darf.  Bibliothekar:    Kdinund    Lan;4;er,    zeitweiliir    unter- 

stützt von  einem  Kanzlisten.  —  Zettelkalaloii::  f()  nach  (h-d- 
muiix  der  Si.iinaturen;  l>)  alphabet.  nach  Autoren;  r)  alphahet. 
sachlich.  —  Ueberdies  fortlaufendes  Eintrairerejj^isler  in  IJo^^en- 
forni.  —  Benutzbar  mit  Genehniiiiung  des  Besitzers  tätrlich 
von  JM/o — 12  Uhr  in  Gejienwart  des  Bibliothekars.  —  Ent- 
lehnun.iren  nur  mit  besonderer  Genehmigung'  des  l>esitzers 
an  l)estimmte  Personen  oder  Institute.  —  Versendunuen  unter 
den  von  Fall  zu  Fall  zu  bestimmenden  Bedin^unj^en.  —  Der 
erste  Grund  zur  l)ibl.  wurde  im  is.  Jhdt.  unter  Johaim  Joseph 
Anton  Keichsgrafen  von  Thiin  und  Hohenstein,  dem  lanf^- 
jährigen  Besitzer  aller  drei  böhmischen  Majorate  (17-0 — 1788) 
jrelegt.  dessen  fleissige  Benützung  der  Bücher  die  von  ihm 
eingetragenen  Notizen  noch  heute  beweisen.  Unter  seinem 
Nachfolger  Graf  Wenzel  erfuhr  die  Bibl.  besonders  in  mili- 
tärischer Richtung  eine  bedeutende  Vermehrung.  Unter  Graf 
Franz  Anton  sen.  (1808 — 1873)  wurde  nicht  nur  die  früher 
offene  Südaltane  des  Schlosses  als  Bibliotheksraum  adaptirt, 
sondern  auch  die  Bibl.  selbst  bedeutend  vermehrt,  sowohl 
durch  Anschaffung  einzelner  neu  erschienener  Werke  als  auch 
grösserer  Sammlungen.  Mit  einem  gewissen  George  Fischer 
auf  Helfenberg  in  Dresden  wurde  am  2<;.  April  18i;!  ein  Kauf- 
contract  auf  Ueberlassung  einer  Bibl.  meist  englischer  und 
französischer  Bücher,  sowie  Kupferwerke  um  3000  Reichs- 
thaler geschlossen.  isi4  erfolgte  der  Ankauf  des  Bücher- 
bestandes des  böhmischen  Patrioten  und  Geschichtsschreibers 
Franz  Pelczel  (Quittung  über  7!i;t-;)(»  Gulden,  d.  d.  Prag  s.  Juli 
IS  11).  i.s-27  wurde  einem  Engelshofen  auf  der  Herrschaft 
Stockern  bei  Hörn  eine  Bibl.  um  7<>0  Gulden  C.-M.  abgekauft, 
die  14  Kisten  füllte  und  nahezu  71  Wr.  Ctr.  wog.  —  Vertreten 
sind  alle  Wissenschaften;  besonders  gepflegt  werden  Geschichte. 
Staatswissenschaften,  sowie  Kunstwerke. 

Trauteiiaii  (Böhmen). 

TU».  Gabelsberger  Stenographenverein  hat  eine  gegenwärtig 
nur  aus  loo  Inventarnummern  bestehende  Bibl.  —  Bibliothekar: 
Karl  Turba.  —  Fachliteratur, 

TU.  [K.  k.  Staats-JRealschuie.  —  (t i  Lehrerbibl.  Jl'.tlBde., 
4;»',»  Hefte,  r)3oö  Programme;  Z>)  Schülerbibl.  1130  Bde.,  51  Hefte. 
—  Für  die  Lehrmittelsammlung  standen  18!»7  98:  .jG4r,;>  Gulden 
zur  Verfügung.   —  Director:  Joseph  Wurm;   Gustos  für  </)  und 


236  Trebitsch.  ["Ji- 

h)  Prof.  Anton  Lediger.  —  Als  unselbständige  Unterrealschule 
1872  in  eine  selbständige  Communal  -  Unterrealschule  um- 
gewandelt; 1873  Oberrealschule,  187G  verstaatlicht. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

71-2.  Deutsche  Volksbibliothek  für  den  polit.  Bezirk  Trau- 
tenau,  städt.  Sparcassegebäude.  —  1<)27  Bde.  — Jahresdotation 
7.")  Gulden,  und  zwar  50  Gulden  von  der  Sparcasse,  25  Gulden 
von  der  Stadtgemeinde.  —  Die  Bibl.  ist  Eigenthum  des  Bezirks- 
lehrervereines. Obmann:  Gustav  Settmacher,  Oberlehrer  in 
Petersdorf:  Bibliothekar:  Alois  Thuma,  Lehrer  in  Trautenau; 
überdies  zur  Dienstleistung  bei  der  Bücherausgabe:  Lehrer 
Andreas  Hornik.  —  Fachkatalog  nach  Nummern  geordnet.  — 
Entlehnungen  Sonntag  von  9  —  11  Uhr  auf  1-4  Tage  unent- 
geltlich: darüber  hinaus  pro  Bd.  und  Woche  2  Kreuzer.  — 
Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1889  vom  Bezirkslehrerverein 
als  Bibl.  und  Lesehalle,  welch  letztere  aus  finanziellen  Gründen 
nach  einjährigem  Bestände  aufgelassen  wurde.  —  Populär- 
wissenschaften. 

Bibliotheksordnung  vom  Jänner  1889. 

Trebitsch  (Tfebic,  Mähren). 

713.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium    (C.    k.    stätni  gymnasium). 

—  a)  Lehrerbibl.  2ü70  Werke  in  2667  Bdn.,  1385  Heften, 
5  Tafeln,  4307  Programme;  h)  Schülerbibl.  1738  Bde.,  52  Hefte, 
1   Tafel.  —  Dotation  für  aj  191-50  Gulden;  für  h)  71-31  Gulden. 

—  Director:  Jan  Reichert;  Gustos  für  «j  Gymn. -Lehrer  Adolf 
Ustupsky;  für  hj  Gymn.-Lehrer  Ignät  Kusala.  —  1871  als 
böhm.  Üntergymn.  gegr.;  seit  1873  deutsches  Untergymn.  mit 
l)ühm.  Parallelclassen;  1885  böhm.  Untergymn.  mit  deutschen 
Parallelclassen,  1886  Obergymn.  1887  wurden  die  deutschen 
Parallelclassen  aufgehoben. 

Ustupsky,  Adolf.  Katalog  uritolske  knihovny.  In:  XXI.  program  c.  k. 
stätniho  gymnasia  v  Tiobici.  V  Tiebiii  1898. 

Nach  (iem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Trient  (Trento,  Tirol). 

714.  Militärwissenschaftlicherund  Casinoverein.  —  985  Bde. 

—  Jahresdotation  400  Gulden.  —  Vorstand  ist  der  jeweilige 
Bibliothekar  des  Vereines,  ein  Officier,  derzeit  GM.  Eduard 
Pierer;  Bücherausgabe  besorgt  ein  Gustos,  derzeit  Haupt- 
mann d.  R.  Roman  v.  Chiusole.  —  Schlagwortkatalog.  — 
Benutzbar    Montag,    Mittwoch    und    Samstag  nachm.    für    die 


71^1  Tri  eilt.  'JM7 

Verelnsmit^liodcr.  —  Ebonso  Entlolimini^on.  Keine  Versen - 
cluiifj^on.  —  CJooT.  zu;4^1oich  mit  (1(m*  Conslituirune  (!,..<  Vereini'S 
i.  J.  18.S2.  —  Hauptsächlich  Militärwissenschaften;  (lanelx'n 
Belletristik. 

7ir>.  Theologische  Diöcesananstalt.  —  1  l.ßsr.  Bdc»..  ühordios 
:m;  Inounal)cln  und  17  1  Inndsclnirten.  —  .lahresdolalioii  aus 
deni  Reliuiousroud  ti"?  (luhlou.  —  nii)li()thokar  der  jewoilitjrc 
Vicerector,  derzeit  ['.Martin  Innerhofer.  —  Henützbar  zu  jeder 
Zeit  in  Anwesenheit  des  Bibliothekars.  —  Entlehnun<^en  nur 
an  die  Mitglieder  des  Lolirkörpers  und  Studirende  der  Anstalt. 
—  Ebenso  Versendunt^en ;  sonst  nur  mit  Erlaubniss  des 
Bischofs.  —  Entstanden  aus  der  Bibl.  des  auf^'cdiobenen 
Jesuitenklosters,  des  aufgehobenen  Dominicanerklosters  in 
Trient,  aus  Bücherwidmungen  von  Privaten,  besonders  mehreren 
Priestern,  und  aus  Ankäufen.  —  Theologie  in  allen  ihren 
Zweigen,  Philosophie  im  weitesten  Sinne,  Medicin  und  Jus. 

7  1t;.  [K.  k.  Staats-JGymnasium  {,].  v.  ginnasio  superiore) 
besitzt  eine  Lelirer-  und  eine  Schülerbihl.  Für  beide  je  eine 
deutsche  und  italienische  Abth.  —  Deutsche  Abth.  Leiter: 
Prof.  Josef  Damian;  Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Hans  Schmölzer. 
Ital.  Abth.  Director:  Beniamino  Andreatta:  Custos:  Prof. 
Leonardo  Leveghi.  —  Gegr.  l(j-32  von  Jesuiten:  1774-1807 
bischöfliches  Gymnasium;  1807  — 1810  bayerische  Lehranstalt; 
1811  —  1817  Communalgymn.;  seither  Staatsanstalt  und  seit 
1850  Obergymn. 

Leveghi,  Loonardo.  Catalogo  dei  libri  della  Hiblioiopa  dcll'  ,1.  11.  Gin- 
na.si(i  Superiore  di  Trento  wird  im  Programm  der  Anstalt  für  isfis '.Ki  ver- 
üffontlielit  werden. 

Naeh  dem  letzten  .Talireslierichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  niolit 
beantwortet  wurde. 

717.  K.  k.  Handelsmittelschule  (J.  r.  scuola  media  di  com- 
mercio)  V)esitzt  eine  Lehrer-  und  eine  Schülerbibl.  von  nur 
geringem  Umfange,    die    für    interne    Zwecke   bestimmt  sind. 

718.  Minoritenconvent  (Conventus  s.  Bernardini  Senensis 
Fratrum  Ordinis  I^Iinorum).  —  17.:V2.^)  Bd(!.,  11  Handschriften, 
4oO  Incunal)eln.  —  Keine  bestimmte  Dotation;  zum  gn'tssten 
Theile  abhängig  von  öffentlicher  Freigebigkeit.  —  Biblio- 
thekar: P.  Marcus  Morizzo,  O.  M.  —  Ein  aiphabet.  Zettel- 
katalog, ein  Materienkatalog,  ein  Standortskataloüf.  —  Täglich, 
doch  nur  für  Männer,  mit  Erlau])niss  des  Suixn'iors  und  in 
Gegenwart  des  Bibliothekars  benutzbar.  —  Entlehnungen  nur 
an  Ordensbrüder.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  14  5;?,  zu 
gleich  mit  der  (iründung  des  Conventes.  Dieser  wurde  durch 
Ueberschwemmung    zerstört,     IG'Ji— IM    wieder    erbaut.     Hit: 


238  Trient.  [Tl'J 

fand  auch  die  Bibl.  wieder  Aufnahme,  die  1725  neu  errichtet 
wurde.  Bei  Auflösung  des  Conventes  i.  J.  1810  kam  seine 
Büchersammlung  an  die  Stadtbibl.  in  Trient,  wurde  ihm  aber 
isiö  bei  seiner  Restituirung  wieder  zurüclvgegeben.  1880  Neu- 
ordnung und  Katalogisirung  durch  den  jetzigen  Bibliothekar, 
der  die  Bibl.  von  dieser  Zeit  bis  heute  um  8000  Bde.  ver- 
mehrte. Die  Bibl.  enthält  u.  a.  alle  Handschriften  des  Trien- 
tiner  Historiographen  P.  Giovanni  Chrisostomo  Tovazzi,  ferner 
des  F.  Benedetto  Bonelli  und  des    P.    Giuseppe   Ip.    Hippoliti. 

—  Vertreten:  Theologie  in  ihrem  ganzen  Umfange  und  Ge- 
schichte. 

Ambrosi,  Fi-ancesco.  Guida  di  Trento. 

719.  Stadtbibliothek  (Biblioteca  comunale),    Palazzo  Muni- 
cipale.  —  Ca.  ÖO.OOO  Bde.  593  Incunabeln,  4000  Handschriften. 

—  Jahresdotation  500  Gulden.  —  Bibliothekar:  Prof.  Dr. 
Lodovico  Oberziner:  1  Diener.  —  Ein  Zettelkatalog;  ein 
alphabet.  Bandkatalog.  —  Allgemein  benutzbar  an  Wochen- 
tagen von  9  —  12  und  von  3 — 6  Uhr,  an  Sonntagen  vorm.  Im 
Juli  und  August  geschlossen.  —  Entlehnungen  an  die  städti- 
schen Beamten,  an  die  Professoren  der  Stadt  und  Gelehrte, 
die  sich  mit  vaterländischer  Geschichte  befassen.  —  An  diese 
Personen  auch  Versendungen.  —  1725  machte  Bischof  Giovanni 
Benedetto  Gentilotti  seine  Bibl.  zum  Fideicommiss  seiner 
Familie;  sein  Bruder  Giambattista  überliess  später  die  im 
Laufe  der  Zeit  stark  vermehrte  Sammlung  der  Stadt  zu 
allgemeinem  Gebrauche.  Das  erste  Local  der  Bibl.  lag  in  der 
Via  San  Benedetto,  den  ersten  Katalog  verfasste  can.  Borzati. 
1S07  kam  sie  in  das  bischöfliche  Priesterseminar.  Mit  dieser 
Bibl.  wurde  auch  das  Legat  des  Ambrogio  de'  Schrek  ver- 
einigt und  mit  ihr  zusammen  wieder  Eigenthum  der  Stadt. 
Für  die  ganze  Sammlung  wurde  1845  der  Palazzo  Saracini, 
jetzt  Rossi,  auf  der  Piazza  della  Mostra  erworben.  1849  starb 
Graf  Camillo  Sizzo  de  Noris,  der  ein  Capital  von  20.000  Gulden 
zur  Besoldung  eines  Bibliothekars  und  Erweiterung  der  Samm- 
lung stiftete.  1853  wurde  die  Bibl.  eröffnet  und  allgemein 
zugänglich  gemacht.  Sie  kam  dann  in  die  Via  S.  Trinitä,  gegen- 
über dem  Staatsgymn.,  und  endlich  1774  in  den  Palazzo  muni- 
cipale  in  der  Via  Larga.  Ausser  der  Stiftung  des  (xründers 
und  dos  de'  Schrek  sind  folgende  Sciienkungon  zu  erwähnen: 
Im  Testamente  vom  c>.  September  1S35  vermachte  der  Baron 
Antonif)  Mazzetti,  Präsident  des  Appollationsgerichtes  für  die 
Loml)ardei  (tl841),  seine  Bücher-  und  Handschriftensammlung 
der  Stadt;  184(J  Graf  Benedetto  Giovanelli,  1858  Taddco  Tonelli, 
18(51  Baron  Simone  Turco,  1869  Legat  des  Federico  Sartori. 
1872    Prof.    Don    Giuseppe    Giorgio    Sulz(!r.     1874    Bernardino 


'•-'21  Tri  est.  '>:vj 

Maiioi,  18S1  Dr.  mcil.  Pietro  Kcdaclli,  IHSI  (Iraf  (liuvanni 
Martini.  —  Alle  Wisscn.schafton,  iK.'Sonders  Gesohichti',  Lite- 
ratur und   Kunst. 

Cenni  dolla  racpolta  patria  lojiata  alla  oitta  di  Trcnto  da  S.  F..  il  ]',nr. 
Mazzotti.  Rovoroto  1S4.'J.  —  Ambrosi,  Franoosco.  La  Hil)lii)tora  di  Trciito 
In:  Stroniia  Trontiiia.  Tront()  IS'JO.  —  IJrontari,  ().  (Juiila  dol  Trontiiio: 
Trontino  oriontalo.   I^assann   1Sf)l. 

Triest  (Triestc,  Küstenland). 

7-0.  K.  k.  Handels-  und  nautische  Akademie  (J.  r.  acca- 
demia  di  coniniercio  e  di  nautica),  Piazza  Lipsia  1.  —  Ca. 
13.000  Bde.  —  Jahresdotation  300  Gulden  und  die  jährlichen 
Inscriptionstaxen  der  Schüler.  —  Bibliotliekar :  Prof.  Dr. 
Michael  Stenta.  —  Alphabet.  Bandkatalo^-  nach  3o  Fächern.  — 
Die  Bibl.  ist  eigentlich  öffentlich,  verleiht  jedoch  Bücher  an 
Personen,  die  sich  mit  wissenschaftlichen  Studien  befassen, 
nach  von  Fall  zu  Fall  festzustellenden  Bedingungen.  —  Ver- 
sendungen nur  an  Bibl.  —  Ursprünglich  waren  nur  einige 
hundert  Werke  mathematischen  Inhaltes  vorhanden,  die  nach 
1704  die  Sammlung  der  von  Maria  Theresia  gegr.  nautischen 
Schule  bildeten.  Seitdem  wächst  die  Bibl.  durch  Ankauf  von 
Werken,  durch  die  Pflichtexemplare,  die  bis  1897  an  die 
ärarische  Abtheilung  der  Bibliotheca  civica  abgeliefert  wurden, 
und  durch  Geschenke.  —  Alle  Fächer,  besonders  Mathematik 
und  Naturwissenschaften. 

Gedruckter  Gencralkatalog  erschien  1882;  es  folgen  jährlicli  Supplonient- 
hefte  in  den  Akad.-Progr. 

721.  Capucinerconvent  Pondares.  —  Die  l]ibl.  ist  wie  das 
Kloster  selbst  jüngsten  Datums  und  nur  nothdürftig  mit  den 
wichtigsten  theologischen  Werken  ausgestattet.  Die  Werke 
sind  zumeist  aus  den  Bibl.  anderer  Klöster  als  Doubletten 
ausgeschieden  worden.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  — 
Guardian:  P.  Fortun at. 

7-22.  [K.  k.  Staats-]Gymnasiunn.  —  a)  Lehrerbibl.  ca. 
3500  Werke;  h)  Schülerbibl.  mit  einer  deutschen,  einer  ital. 
und  einer  sloven.  Abth.  —  Director:  Dr.  Alois  Pernter; 
Bibliothekar  für  o)  Prof.  Robert  Drexl;  für  h)  und  zwar  für 
die  deutsche  Abth.  Prof.  Marcus  Guggenberger;  für  die  ital. 
Abth.  Prof.  0.scar  Edl.  v.  Ilassck;  für  die  sloven.  Abth.  Prof. 
Dr.  Carl  (Jlaser.  —  1792  eröffnet  und  den  Franciscanorn  ül)er- 
geben,  1H14  geschlossen.  I.sl2  wurde  das  (Tymnasium  von 
Capodistria   nach  Triest  verlegt,  seit  1850  Obergymn. 

Katalog  der  Lelirerl)il)l.  In:  Jahresbericht  über  das  k  k.  (Jyinn.  in 
Triost.  Triest  IS'.IS. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbcili't,  du  der  l''ragebi)i;eii  niclil 
beantwortet  wurde. 


•240  Triest.  [723 

723.  [Communal-]Gymnasium  (Ginnasio  comiinale  superiore) 
besitzt  eine  Lehrer-  und  eine  Schülerbibl.  —  Director:  Giuseppe 
Vettach;  Bibliothekar  der  Lehrerbibl. :  Prof.  Cesarc  Cistofolini ; 
der  Schülerbibl.:  Prof.  Dr.  Riccardo  de  Luyck.  —  Gegr.  18G3. 

Nach    dorn    letzten  Jaliresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

724.  Ingenieur-  und  Architektenverein  (Societä  di  ingegneri 
ed  architetti).  —  ir)oO  Bde.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf, 
ca.  45U  Gulden.  —  Ein  aus  der  Vereinsleitung  gewählter 
Bibliothekar.  —  Ein  chronol.  und  ein  Sachkatalog.  —  Benutzbar 
den  ganzen  Tag  für  Vereinsmitglieder.  —  Ebenso  Entlehnungen 
auf  einen  Monat.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich 
mit  dem  Vereine  1878.  —  Technische  Werke. 

725.  Städtisches  naturhistorisches  Museum  (Museo  civico 
di  storia  naturale  Ferdinando  Massimiliano).  —  11.000  Bde.  — 
Jahresdotation  je  nach  Bedarf;  Gesammtdotation  1200 — 1800 
Kronen.  —  Director:  Dr.  Carl  v.  Marchesetti;  Adjunct: 
Anton  Valle;  2  Diener.  —  Zettelkatalog.  —  Benutzbar 
täglich  von  9—1  und  3--G  Uhr  für  Studirende.  —  Ebenso 
Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem 
Museum  im  Jahre  1846  und  fortwährend  durch  Geschenke 
und  Ankäufe  vergrössert.  Eine  erhebliche  Bereicherung  erfuhr 
die  Bibl.  durch  die  Einverleibung  der  botanischen  Bibl.  des 
Hofr.  M.  Ritter  v.  Tommasini  aus  dessen  Nachlass  und  durch 
den  Tausch  der  von  dem  Museum  veröffentlichten  „Atti"  mit 
den  Publicationen  von  1:30  anderen  Museen,  Akademien  und 
gelehrten  Gesellschaften.  —  Hauptsächlich  Naturwissenschaften, 
und  zwar  Zoologie,  Botanik,  Mineralogie,  Geologie  und  Anthro- 
pologie mit  Einschluss  der  Urgeschichte. 

72G.  [K.  k.  Staats-]Realschule.  -  a)  Lehrerbibl.  1128  Werke; 
h)  Schülerbibl.  1208  Bde.  (deutsche  Abth.),  149  Bde.  (ital.  Abth.). 

—  Lehrmitteldotation  pro  1898  Gco  Gulden.  —  Director: 
Justus  Hendrych;  Gustos  für  a)  Prof.  Peter  Widmann;  für 
h)  Prof.  Adolf  Thannabaur.  —  Gegr.  1870. 

Nach   dem   letzten  Jahresberichte  gearbeitet,   da   der  Fragebogen   nicht 
boantwortet  wurde. 

727.  [Communal-]Realschule  (Civica  scuola  reale  superiore). 

—  ls!)7  Werke  in  :!lo;i  Bdn.,  :;29  Heften  und  Ki  Karten.  — 
Jahresdotation  200  Gulden.  —  Director:  Dr.  Francesco  Fridrich. 

—  Gegr.  1863   als  Unterrealschule;    seit   1867   Oberrealschule. 

Nach    dem    letzten  Jaliresberichte  gearbeitet,    da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 


■^^"1  Tri  est. 


1 1 


7-2S.  Stadtbibliothek  (Hibliotcca  civica),  Piazza  Lipsia  1.  -- 
.sr).()00  ]UW.,  -'HO  Iliiiulsclirirton,  ca.  Hoi)  IiHuinabeln.  —  Dota- 
tion -iOoo  GuhlcMi  für  (Ion  allucnioincii  Thoil,  2(t(>  dulden  für 
die  KaccDlta  i)atria,  lo.')  (Juldcn  für  die  rotrarcbosca-Pic- 
0()b)ininea.  —  Diroctor:  Dr.  Attilio  Ilortis;  Adjunct:  Antonio 
IJruJuati:  I  Assistent,  1  Diener.  —  Handschriftlich  ein  topo- 
1,'rapliischer  Bandkatalojj:.  Je  ein  ali)hab('t.  und  ein  wi.sson- 
schaftlichor  Zettel-  und  Dandkatalo^-.  —  Tätlich  von  lo— J 
und  .')  — s  Uhr  >4:oöffnct.  —  En(lellnun<^^  ausser  von  Hand- 
schriften, yegen  Erlai,^scliein.  —  Versendunj^-  nur  ausnahms- 
weise. —  Gej^r.  17!Mi  bei  (Jele.uenheit  eines  Püchergeschenkes 
der  Arcadi-Romano-Sonziaci.  xVufnahme  fanden  ferner:  Die 
Petrarchesca-Piccolominea  des  Donienico  di  Rossetti,  die  Samm- 
lun<i-  des  Giacomo  Seni^airlia,  die  Dodoniana  des  Baron  de 
Parente.  die  mathematische  Sammlung  des  Prof.  Davide  Besso, 
die  «griechische  lUbl.  dos  Dionisio  ThorianT),  zwei  Autographen- 
sammlungen des  Carlo  Usigli  und  der  Witwe  Zaiotto. 

„Raccolta  delle  leggi  ordinaiizc  e  Regolamenti  speclali  per  Trioste" 
pubbl.  da  Kandier  nei  ..Cenni  statistici  siille  scuole  CDiminali  di  Trieste 
duranto  gli  anni  1878—79  e  1870— SO.''  —  Ueber  die  Bibl.  zwei  Sciiriften 
von   Bugnani  und  De  Fiori. 

72!».  K.  k.  zoologische  Station,    Passoggicj    di  S.  Andrea  2. 

—  H38  Inventarnummorn.    —    Jahresdotation  ca.   700  Gulden. 

—  Leiter  der  zoologischen  Station:  Univ. -Prof.  Dr.  Carl 
Isidor  Cori;  Inspector:  Dr.  Eduard  Graeffe;  As.sistent:  Dr. 
Adolph  Steuer:  2  Diener.  ~  Inventarkatalog  mit  fortlaufen- 
den Nummern;  Zettelkatalog  aiphabet,  nach  Autoren  ge- 
ordnet. —  Bibl.  benutzbar  von  s  Uhr  früh  bis   7  Uhr  abends. 

—  Keine  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich 
mit  dem  Institute   l.S7.'i.   —    Zoologie,  Botanik,  Physiologie. 

7;>0.  Militär-wissenschaftlicher  Verein  in  der  grossen  In- 
fanterienothkaserne,  1.  Stock.  —  2ist  Werke  in  1(>4(!  Bdn.  — - 
Jahresdotation  (JOO— 70o  Gulden.  —  Vereinspräsidont  ist  der- 
zeit ein  activer  Generalmajor,  welchem  ein  Voroinsausschuss 
von  10  Mitgliedern  zur  Seite  steht.  Bibliothekar  und  Veroins- 
dirigent:  Horny,  Major  d.  R.;  2  Infanteristen  als  Vereins- 
diener. —  Alphabet.  Autoren-  und  Schlagwortkataloge.  — 
Benutzbar    an    allen  Wochentagen    von    lo-l    und  4     7  Uhr. 

—  Entlehnungen  auf  1  Wochen.  —  Keine  Versendungen.  — 
Der  Verein  wurde  in  Folge  a.  h.  P]ntschliessung  vom  11.  und 
27.  August  1871  mit  lleichskriegsininisterialrescript  vom 
24.  September  1S74  Abth.  5,  Nr.  2827  mit  einer  Staatssub- 
vention gegründet.  Ausserdem  leistet  jedes  Mitglied  einen 
Monatsbeitrag  von  5  Kreuzern  pro  Gagogulden.   —  Die  Bibl.- 

|Jil)liotheks-,\<lr<s.«biicli.  J(j 


242  Troppau.  [731 

Werke  sind  tlieils  Widmungen,    theils    durch  Kauf    erworben. 

—  Alle  Wissenschaften,  besonders  militärische  Werke. 

Ti'oppau  (Opava,  Schlesien). 

731.  Katholisch-politisches  Casino,  im  Hause  des  kathoL 
Gesellenvereines.  —  r)0.j  Bde.  —  Keine  bestimmte  Dotation,  je 
nach  Bedarf;  zahlreiche  Schenkungen.  —  Vorstand:  Joseph 
Sclium,  päpstlicher  Hausprälat  und  apostolischer  Protonotar 
etc.;  Vorstandstellvertreter:  Joseph  Lorenczuk,  Hausbesitzer; 
Bibliothekar:  Richard  Franz,  Oberconducteur  i.  R. ;  Cassier: 
Wenzel  Schwarz.  —  Handschriftlicher  Inventarkatalog.  — 
Benutzbar  an  den  statutenmässigen  Vereinsversammlungen, 
gewöhnlich  Donnerstag.  —  Entlehnungen  gegen  eine  Leih- 
gebühr von  1  Kreuzer  pro  Band.  Keine  Versendungen.  —  Gegr. 
1870  nach  Auflösung  des  Lesevereins,  der  in  das  kath.-polit. 
Casino  überging;  seither  durch  Schenkungen  vermehrt.  — 
Meistens  religiöse  Bücher,  Belletristik,  Geschichte  und  Natur- 
wissenschaften. 

732.  Convent  des  Deutschen  Ritterordens  hat  nur  eine 
kleinere  in  zwei  Zimmern  untergebrachte,  1866  gegr.  Haus- 
bibl.  —  Prior:  P.  Maximilian  Fink. 

7;>3.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  — «)  Lehrerbibl. ;  />)  Schüler- 
bibl.  —  a)  r)3()0  Bde.  —  Jahresdotation  für  a)  2U0  Gulden.  — 
Director:  Dr.  Rupert  Schreiner;  Gustos  für  a)  Prof.  Franz 
Wanek;  für  h)  Prof.  Dr.  Heinrich  Schefczik.  —  Schlagwort- 
katalog. —  a)  für  Lehrer  der  Anstalt  jederzeit,  ausnahms- 
weise auch  für  Fremde  benutzbar.  —  Gegr.  1642  alsJesuiten- 
gymn.  von  Herzog  Karl  Eusebius;  seit  Aufhebung  des  Ordens 
Staatsgymn.  —  Der  Anstalt  untersteht  auch  das  Gymnasial- 
museum unter  Leitung  des  Bibliothekars  Prof.  Alois  Beyerle. 

—  Das  Gymn.  erhält  auch  je  ein  Pflichtexemplar  aller  in 
Schlesien  gedruckten  Werke. 

734.    [Privat-]Gymnasium    der    ,,Ustredni     Matice    skolskä" 

(Clesky  gymnasium).  —  a)  Lehrerbibl.  5:m)0  Werke  in  (i83.5 
Bdn.  und  b'6  Heften,  darunter  2186  Programme;  />)  Schüler- 
bibl.  !i41  Werke  in  ](i26  Bdn.,  deutsche  Abth.:  182  Bde.  — 
Dotation  je  nach  Bedarf  bis  zu  öO  Gulden  jährlich.  —  Director: 
Josef  Fürst;  Gustos  für  a)  Prof.  Antonin  Karäsek;  für  h) 
(cech.  Abth.):  Prof.  Vaclav  Hauer;  (deutsche  Abth.):  Prof. 
Vincenc  Kopr.  —  Ein  Zettel-  und  ein  Bandkatalog  nach 
Fächern  und  Schlagworten.  —  Entlehnung  an  Mitglieder  des 
Lehrkörpers    und    bekannte    Personen.     —     Gegr.    1883.    — 


'^•*'M  Troppaii  ^n 

IU'soihKts  vortii'ti'M :    ZrilscliiiriL'H,    cechisclii'    und    classisehf 
riiiloloirie. 

Kataliig  orsfliciiii   im  .laliri-sprof^raiiimt'  ilcr  Anstalt  für  ls<iS/09. 

73")  Handels-  und  Gewerbekammer  für  Schlesien.  —  Jloo 
l>do.  iiiul  Ilaiulsclirifti'ii.  —  flaliicsdotation  .iUU  Guldoii.  — 
Präsident:  Heinrich  Janotta;  erster  Seeretär:  Dr.  Julius 
Mattern;  zweiter  Seeretär:  Dr.  Pretzlik.  —  Ein  nach  Materien 
ii:eordneter  Bandkataio^-.  —  Benutzbar  in  den  Anitsstunden 
von  i»  — 12  und  M— <i  Uhr.  -  Entlehnungen  an  bekannte  Per- 
sonen gegen  Revers.  —  Gegr.  Ksöi,  —  Alle  Wissenschaften, 
insbesondere  Geographie,  Geschichte,  Naturwissenschaften,  Tech- 
nologie, Rechtswissenschaft,  Gesetzgebung,  Volkswirthschaft, 
Verwaltung. 

T.Jt!.  Kaiser  Franz  Joseph-Museum  für  Kunst  und  Gewerbe 

hat  eine  Pibl.  von  l.")U()  J5dn.  —  Jahresdotation  <JUU— Tod 
Gulden  —  Director:  Dr.  Edmund  Wilhelm  Braun,  k.  k.  Con- 
servator  der  Centralcommission;  1  Diener.  —  Alphabet,  und 
systematischer  Zettelkatalog.  —  Lesezimmer  geöffnet  täglich 
von  10 — 1  und  3 — (5  Uhr.  Mittwoch  sowie  Samstag  von  3-8 
Uhr.  —  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich 
mit  dem  Museum  1S85  [seit  1<S!).')  Kaiser  Franz  Josepli-Museum, 
seit  2.  December  1  l>8  Kais.'r  Franz  Joseph  I.  Jubiläumsstiftung 
betitelt).  —  Kunstgeschichte,  Kunstgewerbe  und  Gewerbe. 

737.  Oesterreichisch-schlesische  Land-  und  Forstwirthschafts- 
gesellschaft.  —  1. '>;!()  Bde.  und  Broschüren.  —  Jahresdotation 
je  nach  Bedarf.  —  Präsident:  Excellenz  Heinrich  Graf  Larisch- 
Mönnich,  k.  k.  Landeshauptmann.  —  Handschriftlicher  Fach- 
katalog. —  Benutzbar  nur  für  die  Mitglieder.  —  Ebenso  Ent- 
lehnungen. —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  der 
Gesellschaft   l.stj:>.  —  Land-  und  Forstwirthschaft. 

73S.  Matice  Opavskä,  Rybi  trli  c.  7.  —  a)  Volksbibl. 
(Lidovä  knihovna);  h)  Museumsbibl.  (Musejni  knihovna). 
a)  13-24  Bde.:  h)  30-28  Bde.,  4:.s  Blätter,  Autographen,  Patente 
etc.  —  Jahresdotation  2oo  Gulden.  —  Bibliothekar:  Prof.  A. 
Karäsek;  1  Diener.  —  3  Schlagwort-(Band-)Kataloge.  —  All- 
gemein benutzbar.  —  Entlehnungen,  aber  keine  Versendungen. 
—  Gegr.  1883. 

731».  Minoritenconvent.  —  7980  Werke  in  stU  t  Bdn.  — 
Jahresdotatiun  je  nach  Bedarf.  —  Verwalter  der  Bibliotliek 
ist  der  Guardian  P.  Dominik  Hackenberg,  ().  Min.  —  Ein 
Fachkatalog  fiilworfen  von  P.  Karl  VodiTka,  O.  Min.,  derzeit 
in  Krumau  (P>öhmen).  —  Benutzbar  von  10—12  Uhr  und 
1  — G  Uhr.  —  Entlehnung  nur  an  vertrauenswürdige  Personen. 

16* 


244  Troppau.  [740 

—  Keine  Versendung.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Kloster  im 
Jahre  1234  und  später  durch  verschiedene  Unglücksfälle  und 
Brände  vernichtet.  Der  jetzige  Bestand  stammt  aus  den  letzten 
zwei  Jhdtn.,  und  zwar  aus  Geschenken  von  Civilpersonen 
und  weltlichen  in  Troppau  A'-erstorbenen  Geistlichen.  —  Die 
Neuordnung  der  Bibl.  erfolgte  181H  durch  P.  Karl  Vodicka.  — 
Vertreten  alle  Wissenschaften,  besonders  Katechetik  (650  Bde.), 
Jus  civile  (<342  Bde.),  Humanistica  und  Lexica  (684  Bde.), 
Theologie  (1168  Bde.),  Ascesis  und  Mystica  (775  Bde.),  deutsche 
Predigten  (1224  Bde.),  Kirchengeschichte  (697  Bde.),  Geographie 
und  Geschichte  (509  Bde.). 

740.  Museumsbibliothek  im  Minoritenkloster,  Herrengasse. 
—  35.997  Bde.,  821  Hefte,  722  Stücke  (Satzungen  und  Jahres- 
berichte von  Vereinen,  schlesische  Zeitungen)  und  32  Hand- 
schriften. Die  Zahl  der  Incunabeln  ist  unbekannt.  —  Jahres- 
dotation 120—150  Gulden.  —  Bibliothekar:  Prof.  Alois  Beierle, 
dem  ein  Gymnasiast  und  eine  Bedienei-in  zur  Seite  stehen.  — 
Alphabet,  und  Zettelkataloge,  sowie  Verzeichnisse  auf  Bogen.  — 
Lesestunden  Mittwoch  und  Samstag  von  2—4  Uhr,  —  Entleh- 
nungen nur  mit  Genehmigung  des  Bibliothekars.  Anspruch 
darauf  haben  in  erster  Linie  Personen,  welche  dem  Lehrstande 
angehören.  —  Versendungen  an  öffentliche  Bibliotheivcn,  an 
Private  nur  gegen  Caution.  —  Gegr.  1814  von  Faustin  Ens, 
k.  k.  Gjnnn.-Prof.,  Franz  Mükusch  v.  Buchberg,  k.  k.  pens. 
Hauptmann,  und  Joseph  Schössler,  Bürgermeister  von  Troppau. 
Eröffnet  IsiT.  Der  Grundstock  der  Bibl.  besteht  aus  ge- 
schenkten Büchern  und  Zeitschriften,  1848  wurden  vom  Hofr. 
Dr.  Joseph  Witteczek  30.s6,  i.  J.  1860  6842  Bde.  der  Bibl.  ge- 
schenkweise überlassen,  1879  aus  der  k.  k.  Fideicommissbibl. 
in  Wien  166  Bde.,  welche  als  Doubletten  ausgeschieden  worden 
waren,  nach  der  Auflösung  des  Werner-Vereines  in  Brunn 
einige  hunderte  Bde.  gespendet.  —  Vertreten  beinahe  alle 
Disciplinen,  besonders  gepflegt  deutsche  Literatur,  Geschichte, 
Geographie,  Naturgeschichte,  Pädagogik,  Silesiaca. 

Ens,  Faustin.  Das  Oppaland  oder  der  Troppaiior  Kreis.  Wien  ISSö  bis 
1837.  4  Bde.  —  Derselbe.  Ueber  das  Troppauer  Museum  und  ein  Manuscript 
in  demselben.  In:  Der  österreichische  Geschichtsforscher.  II.  1.  1841.  Not.- 
m.,  S.  23.  —  Zukal,  J.  Aus  der  Troppauer  Museumsbibl.  In:  Jahresber. 
der  Ober-Realschule.  Troppau  iwsl. 

741.  [K.  k.  Staats-jRealschuie.  —  Lehrer-  und  Schülerbibl. 
8200  Bde.  und  6746  Programme.  —  Lehrmitteldotation  (für 
1897  98)  700-36  Gulden.  —  Director:  Rudolf  Bartelmus;  Biblio- 
thekar: Prof.  Franz  Baecker.  —  Gegr.  1851  als  Unterreal- 
schule;  seit   1857  Oberrealschule. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 


'  *  'rfi>ii|»;i II.  2ir» 

7  1.'.  Verein     der     Buchdrucker     in     Oesterr.-Schlesien 
.s.il    Uyrlv.'.   mit   ScciioiKMi    in    Kivi\val.l:.ii   (.iio   \Vorl<c),   Uidifz 
(.lt.     Ucilcc).     r«'solicM     (48.;    Work..)  icc;     W,. ,.),.,>.  _     |.'j„ 

^^odriickUM-     Mlpliabot.     Kataloo.        -     Jahi-os.lotati..,,     j,.     „ai-i, 
liedarl    von   .Irr  (n-iUTalvorsaniinlim«^-  hcstlMiint.  Voi-^t-iiid  • 

Adolph    Foilor;    jo    ein  «ewälillei-  I{il)li.,lli,.k'ai-.      -    lUMiiit/.l.ar 
nur  Im-  Voroinsniito:Iic'der.      ^    Ebenso   Kntlelmunuon   auf  vii'r 
Wochen    und   Vcrseiidunuen.    Jedes    Ärit-li.Ml    liat    .his    H.'chl 
auch  aus  einer  anderen  Section  IJÜcher  zu  entlehnen. 

Bibl.-Katalojr    des    Vereines     der     Buchdruckor    in     OosL-rr -S.-Iilesion 
I  r<«|t|):ui   IS98.  "(.r,!,,!.. 

Tl.;.  Naturwissenschafthcher  Verein,  En^elsbercrpark  Tro- 
inenaderestauration.  -  r.i;;;  I],le.  —  Keine ■^bestimnit(>  Jahres- 
dotation. —  Obmann:  Josei)h  Kurz;  Schrift lührer:  Max  SchällVi-- 
Bibliothekar:  Emil  lizehak.  —  Katalog  nach  Einlanf  d.M- 
Werke.  —  benutzbar  jeden  ersten  und  dritten  Freitag  im  Mo- 
nate. —  Entlehn niiocn  und  Versendungen  (gei>en  Ersatz  des 
i^ortos)  nur  an  Vereinsmitjli(><l..r.  —  Gegr.  1895.  —  Natur- 
wissenschaften. 

714.  Troppauer  Kaufmännischer  Verein  hat  eine  nicht 
allzu  o-rosse  iJücherei,  welche  zumeist  aus  kaufmännischen 
Lehrbuchern  und  Belletristik  besteht;  seit  zehn  Jahren  iiiFob-e 
Theilnahmsh)siokeit  der  Mitglieder  stationär.  Obmann-  Josef 
Plavk}'. 

715.  Erste     österr.-schles.     deutsche     Volksbibliothek.     — 

t:03o  Bde.  —  Dotati.ni  ;5uo— 4(iO  Kronen;  sonst  Geschenke.  — 
Obmann  des  Verwaltungsausschusses:  Prof.  Dr.  Ferdinand 
Maria  Wendt;  erster  Bücherwart:  Lehrer  Franz  Jilg;  zweiter 
Bucherwart:  Lehrer  Franz  Funiok;  Lesezimmeraufseher: 
Josef  Lyko;  l  Diener.  —  Je  ein  handschriftlicher  Zettel- 
und  ein  gedruckter  Katalog  nach  Materien  geordnet,  inner- 
halb derselben  aiphabet,  nach  Autoren.  —  Sammt  dem  Lese- 
zimmer Sonntag  von  2-4  und  Mittwoch  von  G-s  Uhr.  im 
Winter  von  7  — li  Uhr  abends  benutzbar.  —  Entlehnungen 
gegen  Empfangsschein  auf  14  Tage.  —  Versendungen  aus 
der  mit  der  JJibl.  verbundenen  Büchersammlung  der'^Louise 
Otto-  und  Auguste  Schmidt-Sammlung  auf  die  Dauer  von  vier 
Wochen  gegen  Erlag  des  Portos.  —  Eniffnet  im  März  1SS7 
und  unterstützt  von  der  Tropi)auer  Stadtiremeinde,  welche 
im  Sparcassengebäude  ein  grosses  Bibliotheks-  und  ein  ge- 
räumiges Lesezimmer  unentgeltlich  beistellte.  Durch  Ge- 
schenke, den  Ankauf  einer  Privatbibl  und  durch  günstige  Ge- 
legenheitskäuferasch emporgewach.^en.  Erfreut  sich  einers'tarken 
Benützung  (jährl.  7000- souo  Bde.).  Der  Verwaltunosausschuss, 


246  Ung.-Brod.  [~4<' 

dessen  Mitglieder  meist  dem  Volksbildunosvereine  seit  seiner 
Gründung  angehören,  sorgt  auch  für  die  Bildung  des  Volkes 
durch  Veranstaltung  von  Volksconcerten  und  Freivorstellungen 
im  Stadttheater  unter  Betheiligung  der  ersten  Kunstkräfte  der 
Landeshaui)tstadt.  Die  Verwaltungskosten  werden  durch  die 
Mitgliederbeiträge  (210  Mitgl.).  sowie  durch  Subventionen  des 
Landes,  der  Stadt  und  der  Sparcasse  bestritten.  —  Unter- 
haltungs-  und  Bildungsschriften,  namentlich  für  die  arbeitenden 
Classen.  Besonderes  Augenmerk  wird  der  reiferen  Jugend 
zugewendet,  für  welche  eine  besondere  Abtheilung  bestellt  vmd 
geeignete  Zeitschriften  aufliegen.  —  Der  Volksl)ibl.  untersteht 
noch  die  Louise  Otto-  und  Auguste  Schmidt-Stiftung,  eine 
kleine  Bibl.  von  400  Bdn.,  welche  sämmtlich  entweder  von 
Frauen  oder  für  Frauen  geschrieben  sind.  Dieselbe  ist  ins- 
besondere dem  Troppauer  Frauen-Bildungsvereine  zur  Ver- 
fügung gestellt,  welcher  400  Mitglieder  zählt  und  dessen 
Obmannstellvertreter  zugleich  Leiter  der  Volksbibl.  ist. 

Jilg,  Franz  und  Maria  Theresia  May.  Bücherverzoicliniss  der  Tro))j)auer 
Volk.sbibl.  Troppau  1896.  —  ,,Decennal-Jalu-esbericlit  von  1807  enthält 
Geschichtliches  über  den  Verein,  namentlich  ül)or  die  Benützung  der  I'.ibl., 
Concerte  und  Theatervorstellungen. 

Un?:.-Bi*od  (Uh.  Brod,  Mähren). 

TIC.  [Landes-JRealschule  (Zemskä  vys.sirealka).  —  a)  Lohrer- 
bibl.  it'l»  Werke  in  342  Bdn.,  53  Heften,  1(50  Programme; 
h)  Schülerbibl.  351  Werke  in  377  Bdn.  —  Jahresdotation  ca. 
500  Gulden.  —  Director:  Jan  Rain;  Gustos  für  a)  Heal- 
schullehrer  Frantisek  Nerad;  für  h)  Realschullehrer  Ondfej 
Mentberger.   —  Errichtet  1896, 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

UnfT.-Hi'adiscli  (Mähren). 

747.  [K.  k.  Staats-Real-  und  Ober-jGymnasium.  —  a)  Lehrer- 
bibl.  ls:};j  Werke  in  2r).s(;  Bdn.,  7o.')  Heften,  13.515  Programme; 
l>j  Schülerbibl.  UIO  Werke  in  1113  Bdn.  und  2«J4  Heften.  — 
Jahresdotation  für /rj  ca.  100  Gulden.  —  Director:  Wilhelm  Pera- 
thoner;  Bibliothekar  für  n)  Gymn. -Lehrer  Johann  v.  Vintschger 
von  Altenburg  zu  Neuberg;  für  die  Programmsamndung: 
Prof.  Heinrich  Götzl;  für  h)  Prof.  Wilhelm  Pokorny.  —  Band- 
katalog nach  Materien.  -  Benutzbar  a)  nur  für  den  Lehrkörper. 
—  Ebenso  Entlehnunifen.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr. 
1S54  als  selbständige  Communal-Real-Anstalt,  diese  1864  in 
ein  Real-Gymn.    umgewandelt   und    1869    als   Real-Obergymn. 


751]  rrfnlir.  247 

tMiim'ricIltct,  seit  IS72  in  (lit>  \'('r\v:iltuiiL;  des  Staato.s  üIkt- 
iii>iniu(>n. 

Vintsrlifj(>r  von  Altcnbiirtj  /.ii  XcuImt;:,  .Ii'linim  v.  Ivalnlni,'  dor  I,p|ir*'r- 
l)il)I.  In:  rr<>;:;r:imiii  iIcs  k.  k.  Stants-Kcül-  und  Ohfri^yiim.  zu  riiKarisoli- 
Ilratlisi'li.  riiLrariscli-llradisoli    IS'.ts. 

TIS  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (Ci's.  kn'il.  icsky  vv>si  ^ym- 
nasiiini).  —  <i )  Lcliroi'hil)!.  i;'-:'. I  W(n-k('  in  2(;;tr»  Hdn.,  277<i 
rro.urtininu';  l>)  Scliülerhihl.  Ilos  Würke  in  H;<m;  Bdn.  — 
Dotation  für  <t)  \'^\•h^  Gulden,  für  h)  GßHS  Guldon.  -  Direc- 
tor:  Josef  Zahradnfk;  Gustos  für  n)  Prof.  lüiiat.  Ihvtzek;  für 
die  Proi;ramnisainnihin<>':  Prof.  Jan  Petrarek;  für  h)  Prof. 
Vfiolav  Kuhelka.  —  Von  dor  ..rstredni  Matico  skolska"  in 
Prau-  1SS4  als  Unter'z^ymn.  eröffnet;    isiti   verstaatlicht. 

Ilrozck,  IfTiiat.  Sc/.nain  spisn,  rliovanyoli  v  knilinvnö  utit<']sk(''.  I.  «äst. 
In:  XIV.  vvnn'ni  zpräva  eis.  knil.  i'oskölio  vvsiilii)  «^ininasia  v  Uli.  Ilradi-ti. 
V   Uh.   Hradisli    IS'.tS!. 

Xaoli  dem  lotzton  .Taliresboriolite  <;oai'l)oitot,  da  dor  Fra^fliou'fn  niclit 
beantwortet  wurde. 

Frfahi*  (Ober-Oesterr.). 

74;t.  [Bischöfl.  Privat-JGymnasium  am  „Colleglum  Petrinum". 

—  r)()7()  Bde.  —  Director:  P.  Lambert  Guppenberger;  Gustos 
der  Lehrerbibl. :  Johann  N.  Paul.  —  1H97  eröffnet  an  Stelle 
der  bis  dahin  vom  Golleirium  der  Gesellschaft  Jesu  auf  dem 
Freinberi^e  Geleiteten  Privat-Lehranstalt  für  die  Gegenstände 
des  Gymn.  am  bischr)fl.  Knabenseniinar. 

Nach  dem  letzten  Jaliresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

Villach  (Kärnten). 

7.')().  Deutscher  und  Oesterreichischer  Alpenverein,  Section 
Villach,  Josefsi)latz   1,.  Kanzlei    des    k.  k.   Notars    J.   Fresaclier. 

—  5115  Bde.  und  Hefte.  —  Jahresdotation  -25—30  Gulden.  — 
Bibliothekar:  Ein  Ausschussmit<.i:lied.  —  Ein  Bandkataloy:; 
aiphabet.  Zettelkatalojü:  in  Ausarbeituno;.  —  Entlehnunoen  an 
Mitglieder  während  der  Kanzleistunden.  —  Ebenso  Versen- 
dungen gcoen  Ersatz  des  Portos.  —  Gegr.  zugleich  mit  der 
Section:  meist  Zeitschrift(!n  durch  Geschenk  und  Tausch.  (Ge- 
ordnet durch   Prof.  Estioncr. 

7.")1.  Bezirkslehrerbibliothek,  Mädchen- Volks-  und  P>ürger- 
schulgebäude.  —  1  ;»:)<»  Bde.  —  Jahresdotation  2s2  Gulden.  — 
Obmann  der  Bibliothekscommission :  Johann  Gritschacher,  Ober- 
lehrer; Obmannstell vertr.  und  Bibliothekarin:  Johanna  Delami, 


248  Voran.  l"'^^ 

Lehrerin;    Schriftführer:   Karl  Sebastian.  Lehrer:    1   Dienerin. 

—  Kataloor  in  losen  Bogen,  nach  Fachyruppen  geordnet.  — 
Täglich  benutzbar.  —  Entlehniingen  auf  zwei  Monate  an  die 
Lehrpersonen  des  Schnlbezirkes  Villaeh.  —  Gegr.  1873  auf 
Grundlage  der  erflossenen  gesetzlichen  Bestimmungen.  Bis 
1.  Juni  18!»8  die  Kosten  allein  bestritten  durch  Abzug  von 
O-.ö  Procent  des  Diensteinkommens  der  Lehrer  und  Lehre- 
rinnen. Laut  Gesetz  vom  7.  Mai  1898  hat  das  Land  Kärnten 
die  Dotation  zu  leisten.  —  Besonders  vorhanden  und  gepflegt 
die  sogenannten  pädagogisch-didnktiscli-methodischen  Wissen- 
schaften. 

75.2.  Franciscanerconvent  St.  Nicolai.  —  Ca.  800  Bde.  — 
Bibliothekar:  P.  Mathias  Offenzellcr,  O.  Fr.  M.  —  Alphabet. 
Zettelkatalog  in  Ausarbeitung.  —  Nur  zu  eigenem  Gebrauche. 

—  Das  Kloster  ist  jüngsten  Datums.  —  Theologie,  Predigt, 
Katechese. 

758.  [K.  k.  Staats  jGymnasium.  —  d)  Lehrerbibl.  34 s;^  Bde., 
1:2.481  Hefte  und  Pr(»grammo;  h)  Schülerbibl.  1757  Bde.  — 
Jahresdotation  200  Gulden.  —  Director:  Andreas  Zeeho; 
Gustos  für  a)  Prof.  Gottfried  Vogrinz;  für  h)  Director  Andreas 
Zeehe.  —  Handschriftlich  ein  Bandkatalog  nach  Materien, 
innerhalb  dieser  aiphabet.,  und  ein  Zettelkatalog.  —  Keine 
bestimmten  Bibliotheksstunden.  —  Entlehnungen  an  den  Lehr- 
körper und  bekannte  Persönlichkeiten  gegen  Revers.  —  Gegr. 
zugleich  mit  der  Anstalt  18G1). 

Vogrinz,  GottMed.  Katalog  der  Lehrerbibl.  I.  In:  XXIX.  Jalireschrift 
des  k.  k.  Staatsgynin.  in  Villacli.  Villach  1808.  (Aus  Ersparungsrück- 
sichten  sind  hier  nur  die  bedeutenderen  Werke  aufgenommen.) 

754.  Städtisches  Museum,  besitzt  nur  eine  verhältniss- 
mässig  geringe  Anzahl  älterer  Druckwerke,  die  vorzugsweise 
die  Geschichte  Kärntens  behandeln  und  aus  Geschenken  her- 
rühren. 

755.  Volksbücherei  des  Vereines  „Südmark",  Mädchenvolks- 
schule. —  1-201I  Bde.  —  Jahresdotation  100  Gulden.  —  Ob- 
mann: Dr.  med.  Hans  Hock.  —  Alphabet.  Kataloge  nach 
Materien  geordnet,  ein  Autorenkatalog.  —  Geöffnet  Samstag 
von  <i  —  7  Uhr.  —  Entlehnungen  gegen  Erlag  von  50  Kreuzern 
Jahresbeitrag  oder  5  Kreuzern  pro  Band.  —  Keine  Ver- 
sendung. —  Gegr.  1897.  —  Belletristik,  Geschichte,  Natur- 
wissenschaften, Politik. 

Voran  (Steiermark). 

75r,.  Chorherrenstift  der  Augustiner.  —  I8.000  Bde.; 
415  Handschriften,  412  Incunabeln.  —  Bibliothekar:  Theodorich 


■'•'>'j|  Vol-Mll  .'l'.l 

li:iiii|n'l,  Cliorlicir.  .lalii'i'sdut  :il  ioii  je  n.'icli  Ürilarl'.  Üaiitl- 
imd  Zettelkatalog.  Üoidc  doppelt  vorliandcn ;  von  den 
Hamlkatalo<4«'n  dci-  ciiu'  alpliabet.,  d«»r  ander«'  als  „Standoris 
katalo»:"  nach  den  Kästen  und  Si<4naturen  «geordnet:  von 
den  Zettelkalaloi:en  der  eine  ali>Iialtet.,  der  andere  na<'li 
Fächern  und  innerlialh  dei'selben  wiederum  alpliahel.  Kin 
Haiulsehriften-  und  In<'Uiud)elnkataloi:  in  Ausarheitunu.  - 
Zur  llesichtiuunu  «ieörfnet  vom  i .'».  Mai  bis  ;<».  Sei)t!'nd)er  an 
WerktaLren  von  2  —  3  Uhr,  zu  anderen  Zeiten  nach  Massfjabe 
der  verfüiibaren  Zeit  dos  liibliothekars.  —  Benützung,  Ent- 
lehnung und  VersenduuLT  nur  mit  besonderer  (ienehmiiiuni: 
des  Prälaten.  Die  ersten   Anl'änue    der  Stiflsbibl.    dürlten 

mit  der  (rründun^  des  Stiftes  zusammenfallen.  Ileweis  dessen 
Codex  261  (eine  Psalmenerklärun.u  saec.  XII),  welcher  auf 
dem  1.  Blatte  am  oberen  Bande  den  Vermerk  von  einer  irleich- 
zeitii>en  Iland  trä<i:t,  das^s  diese  Handschrift  vom  Archidiacon 
Ottokar  dem  Mark^n*afen  Ottokar  und  von  letztercMU  dem 
Stifte  i.;espendet  worden  sei.  Da  nun  dieser  Archiiliaeon 
Ottokar  bei  der  (Jründun<.j  intervenirte,  so  dürfte  der 
Codex  bei  der  Gründuiii^'  selbst  hierher  <i:ekommen  sein.  Die 
Prälaten  am  Ausj^an^e  des  ]'l.  und  im  ganzen  13.  Jhdt.  waren 
sehr  bemüht,  den  Stand  der  Bücherei  zu  vermehren,  so 
namentlich  Bernaril  I.  (Codex  11,  neu  27f',  enthaltend  die 
Kaiserchronik,  die  mittelhochdeutschen  (Todichte  (rosta  Fri- 
derici  imperatoris  und  Codex  1-J,  neu  '2'ü),  Conrad  IL,  wie  dies 
vielfach  aus  den  Aufzeichnungen  in  den  Codices  selbst  her- 
vorgeht, in  welchen  diese  und  andere  Prälaten  als  Besitzer, 
Käufer,  Auftraggeber,  ja  Conrad  IL  sogar  als  Schreiber  be- 
zeichnet werden.  Don  grossen  Werth,  welchen  man  damals 
im  Stifte  den  Büchern  beilegte,  beweist  die  historische  Tliat- 
sache,  dass  Prälat  Bernard  IL  beim  Stiftsbrande  i.  J.  12:)7 
in  den  Flammen  umkam,  da  er  aus  den  Fenstern  des  schon 
brennenden  Gebäudes  Urkunden  und  Bücher  hinauswarf,  um 
diese  zu  retten.  Don  vollgiltigen  Beweis  für  den  Bestand  einer 
Bibl.  in  dem  ersten  Säculum  des  Bestehens  des  Stiftes  erbrin<i:t 
der  Codex  83  [neu  17,  saec.  12.],  in  welchem  von  einer  gleich- 
zeitigen Hand  die  Bücher  angeführt  sind,  welche  die  ,.fratros 
fori^wenses"  besasson.  Aus  dem  Anfange  dos  1 1.  Jiidts.  stammt 
ein  Verzeichniss  von  Paramenten  und  Büchern,  welches  der 
Stiftsgusterer  Dietrich  bei  seinem  Antritte  der  Prälatur  I3(i2 
verfasste.  Im  1.').  Jhdt.  waren  es  besonders  die  beiden  Prä- 
laten Andreas  v.  Prombek  und  Leonhard  aus  Hörn,  welche 
nicht  nur  viele  Bücher,  thoils  Handschriften,  thoils  Wiegen- 
drucke ankauften,  sondern  auch  überhaupt  das  wissenschaft- 
liche Leben  im  Stifte  zu  einer  solchen  ILdie  holten,  dass  um 
diese  Zeit  mehrere  gelehrte  Männer,  wie  Leonhard  Frisching  odiT 


250  Wadowice,  1'757 

Leonardus  rasoris  v.  Leoben,  Johann  Freymiint  v.  Murau, 
Georg  V.  Eugenburg.  Johannes  Sehen kenhajnii,  notarius  des 
Archidiacon  von  Gradwein,  und  Andere  dem  Stifte  ihre  Bücher 
schenkten  oder  testamentarisch  vermachten.  Auch  den  fol- 
genden Prälaten  im  1 G.  Jhdt.  hat  die  Bibl.  trotz  der  Wirren 
der  Reformation  manche  Bücherschätze  zu  verdanken.  Mit 
Ende  des  17.  Jhdts.  begann  eine  besonders  günstige  Zeit  für 
die  Bibl.  Drei  aufeinanderfolgende  Prälaten  Joannes  Philippus 
Leisl,  Sebastian  Graf  v.  Webersberg,  und  Laurentius  Leitner 
haben  für  die  Bibl.  sehr  viel  geleistet,  ersterer  durch  An- 
schaffung von  werthvoUen,  heutzutage  noch  sehr  geschätzten 
Büchern  aus  den  verschiedensten  Fächern,  Webersberg  durch 
den  Bau  und  Leitner  durch  die  geschmackvolle  und  stil- 
gerechte Ausstattung  der  Bibliotheksräume.  In  diesem  Jhdt. 
verdankt  die  Bibl.  sehr  vieles  dem  wissenschaftlich  gebildeten 
Prälaten  Theophilus  Kerschbaumer.  Der  derzeitige  Prälat 
Isidor  Allinger  Hess  neue  Räume  zur  Vergrösserung  und 
Unterbringung  der  Bibl.  schaffen,  da  der  grosse  Bibl.-Saal 
nicht  mehr  ausreichte,  um  alle  Bücher  geordnet  aufzustellen. 
—  Theologica,  Historica  und  Topographica. 

Wattenbacli,  W.  Handschriften  des  Cliorherrenstiftes  zu  Vorau  in  Steier- 
mark. Nach  dem  Katalog  des  Julius  Franz  Gusmann  von  Wien,  vom 
Jahre  17ö.'5  und  eigener  Untersuchung.  Archiv  für  ältere  deutsche  Gesch. 
X.  (ISöl),  S.  626.  —  Pangerl,  M.  Die  Handschriftensammlung  des  Clior- 
herrenstiftes Vorau.  Beiträge  zur  Kunde  Steiermark.  Gesch.  IV.  1867, 
S.  85.  —  Wattenbach,  W.  Bericht  über  eine  Reise  durch  Steiermark  im 
August  1876.  N.  Archiv  f.  alt.  deutsche  Gesch.  11.  1877,  S.  ;!97.  -  Reissen- 
berger,  C.  Ein  literarischer  Klosterschatz  in  der  Steiermark.  Montagsrevue 
Wien  1884,  Nr.  15.  —  Rathofer,  Augustin.  Das  Chorherrenstift  Vorau  in 
Steiermark.  In:  Ein  Chorherrenbuch.  Von  Seb.  Brunner.  Würzburg  1883. 

Wadowice  (Galizien). 

757.  [K.  k.  Staats-Ober-]Gymnasium.  —  u)  Lehrerbibl. 
.'5154  Werke  in  ö04;)  Bdn.;  h)  Schülerbibl.  615  Werke  in  81(5 
Bdn.  —  Jahresdotation  200  Gulden.  —  Director:  Seweryn 
Arzt;  Custos  für  a)  Prof.  Michal  Frackiewicz;  für  h)  Prof. 
Jözef  Kurowski.  —  Handschriftlicher  Zettelkatalog.  —  Jeder- 
zeit benutzbar  für  Mitglieder  des  Lehrkcirpers.  —  Ebenso 
Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit 
der  Anstalt  1866.  —  Pflegt  alle  Wissenschaften  des  G3'mn. 

Friickiowicz,  Michal.  Wykaz  ksiazek  znajdujacycli  sie  w  bibliotece  nau- 
czycieiskiej.  In:  Sprawozdanie  dyrekcj'i  c.  k.  gimnazyum  w  Wadowicach. 
W  Wadowicach  1898. 

Waidliofcn  a.  Tli.  (Nieder-Oesterr.) 

758.  Bezirkslehrerbibliothek.  —  Juli  lSi>8:  1561  Werke  in 
•2506  Bdn.    —    Dotation    bisher  250  Gulden    vom  B.-L.-Rathe, 


''■•'I  Wai.llM.rcn   n.   \. 


•l->\ 


respectivo  l.aiulessrliiilratli  oiUn-  Laiidcsausseliuss.  —  Hihliu 
thekscoiniti':  Ohmann,  derzeit,  Carl  Starkl;  P.ibliotliekar  und 
drei  Mit<,dieder,  jährlich  erwählt;  1  Snhuldiencr.  —  Imh  l.i-..- 
sehürter  ]\Iatorionkatal(»^;  die;  Fortsotznno:on  werden  jährlich 
im  Amtsblatt  der  k.  k.  r.e/.ii-kshaMplmannschaft  vei-öffcnllicht. 
Die   Ilandkataloue  sind  im   Hositzc  jeder  Sclmlc  des  ]{ezirkes. 

—  In  der  Ke^'^el  jeden  Donnerstai^-  von  l  -•»  Uhr  «reöffnet, 
doch  werden  jeder  Lehrpcrson  iiher  Wunsch  jederzeit,  sobald  der 
Bibliothekar  dienstfrei  ist,  Werke  ausoefolut.  -  Enllehnuimen 
an  Lohrpersonen  auf  :5  -<;  Monate.  Nähere  Bestimmungen"  in 
<ler  „Ordnuno  für  Bezirkslchrerbibl."  (L.-S.-IJ.  M.  I?  IST:}, 
Z.  y2sH).  —  Von  den  -2 1  vertretenen  Fächern  besonders  <:e- 
pfle<^t:  Päda,<>ogik,  Sprachwissenschaft,  Geographie,  Geschichte, 
Naturwissenschaften. 

7r.9.  Casinoverein.  —  noo  Werke,  100  Zeitschriften  und 
sonstige  Lielerungswerke.    —    Jahresdotation    ca.  loo  Gulden. 

—  Vorstand:  K.  k.  Rechnungsrevident  F.alihar;  Bibliothekar: 
Bürgerschullelirer  Carl  Ille.  —  Benutzbar  nur  für  Mitglieder 
<^egGn  monatliche  Lesegebühr  von  :5i)  Kreuzern.  —  Ebenso 
F^ntlehnungen.  —  Gegr.  1895. 

Bibl.  des  Casinovereines  in  Waidhofen  a  d.  Thaya.  [Büclierverzoicli- 
niss.  Stand  mit  Ende  October  1«^I6];  I.  Xachtrag.  Stand  der  Bihl.  Ende 
Oetober  1897;   II.  Xaohtrag  zum   RibI  -Verzeichnisse   l.SitS. 

7tJ0.  [Nied.-österr.  Landes-Real-]Gymnasium.  —  aj  Lehrer- 
bibl.  Ende  lö97/9d  3466  Werke  in  5783  Bdn.,  4533  Heften, 
darunter  4280  Programme;  b)  Schülerbibl.  818  Werke.  — 
Jahresdotation  200  Gulden.  —  Director:  Dr.  Richard  Edl.  v. 
Muth:    Bibliothekar    für    a)   und  h)  Prof.  Ferdinand  Fleinlein. 

—  Zettel-  und  Bandkatalog,  letzterer  nach  Fächern,  aber 
gegenwärtig  in  Umarbeitung.  —  Benutzbar  jederzeit  mit 
Ausnahme  der  Lehrstunden.  —  Ebenso  Entlehnungen.  — Ver- 
sendungen und  Austausch  mit  dem  Landes-Real-  und  Ober- 
gymn.  in  Hörn.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  ISCM.  — 
Die  gesammten  philosophischen  Disciplinen,  besonders  classi- 
sche  Philologie,  deutsche  Sprache,  Geographie  und  Geschichte, 
Mathematik  und  Physik. 

Sclnnlt,  Karl.  Gesciiichte  des  niederösterr.  Landcsrealsymnasiums  in 
den  ersten  25  Jahren  seines  Bestandes.  Waidhofen  a.  d.  Thaya  ISflJ  — i,s<iö. 
Jahresbericlit  der  Anstalt  is;^»4  und  ISlIö.  -  Ileinlcin,  Ferdinand.  Katalog 
der  Leiirerbibl.  In:  .Jalirosbei-ieiit  des  niederösterr.  Landosrealuvmn.  zu 
"Waidhofen  a.  d.   Thaya.  Waidhofen  a.  d.  Thaya  1897  f. 

Waidhofen  a.  Y.  (Nieder-Oesterr.). 

761.  [Landes-Unfer-]Realschule.  —  a;  Lehrcrbiol.  :\r,^,{)  Pdc  . 
1700  Hefte;  h)  Schülerbil)!.   4;i;i   Wci-ke.    -     Jahro-^dotalion   füi- 


252  Wal.-Meseritsch.  ["762 

a)  200  Gulden,  für  h)  ca.  140  Gulden  —  Director:  Alois 
Buchner:  Gustos:  Prof.  Ferdinand  Ruff.  —  Zettelkatalog;,  In- 
ventar, nach  Wissenschaften  aiphabet,  geordneter  Katalog.  — 
Benutzbar  für  den  Lehrkörper  zu  jeder  Zeit,  dem  auch  das 
Reciit  der  Entlehnung  zusteht.  —  Versendung  an  andere 
Lehrerbibl.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  lbö-2.  —  Ver- 
treten alle  Wissenschaften,  besonders  die  an  der  Anstalt  vor- 
getragenen. 

Wal.-Meseritsch  (Mähren). 

762.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  (C.  k.  stätni  vyssi  gymn.). 
—  a)  Lehrerbibl.  -Jl'-'J  Bde.,  (J05  Hefte  und  ;w;;>5  Programme: 
h)  Schülerbibl.  152G  Bde.,  273  Hefte.  —  Jahresdotation  ca. 
200  Gulden.  —  Director:  Franz  Werner:  Bibliothekar  für  a): 
Prof.  Dr.  Franz  Kovär:  für  die  Programmsammlung:  Prof. 
Veit  Hi-ivna:  für  b)  Prof.  Franz  Capek.  —  Handschriftliche 
Schlagwortkataloge.  —  Benutzbar  für  Mitglieder  des  Lehr- 
körpers in  Anwesenheit  des  Bibliothekars  jederzeit,  die  un- 
versperrte  Handbibl.  jedoch  ausnahmslos.  —  Ebenso  Entleh- 
nungen; an  Schüler  durch  Vermittlung  des  betreffenden 
Lehrers  für  Zwecke  der  altclassischen  Privatlectüre  zu  be- 
stimmter Tagesfrist.  Fernstehende  haben  die  Einwilligung 
der  Direction  einzuholen.  —  Entlelinungen  im  Dienstwege  an 
alle  anderen,  Schriften-  und  Zeitschriftentausch  mit  vier  An- 
stalten. —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  1871.  —  Vorzugs- 
weise Historiographie. 

Pibl,  Frantisek.    Dejiny  p6tadvacetileteho    ti'vani  e.  k.  loskoho  stätniho 

vyösiho  gyninasia  ve  Valai^skeni  Mezifie-i   od  r.  1871  — 189G.   V  Meziiiöi  Va- 

lasskein   1800.  Programm  des  Gymn.  1895  ()(j. 

Walpersdoi'f  (Nieder-Oesterr.). 

7(;3.  Gräfl.Falkenhayn'sche  Schlossbibliothek.  —32.000  Bde., 
30  Incunabeln.  (U  Handschriften.  —  Jahresdotation  je  nach 
Bedarf.  —  Bibliothekar  und  Archivar:  Martin  Kroissmayr, 
gräfl.  Schlosscaplan.  —  Bandkataloge:  ein  aiphabet.  Schlag- 
wort-, ein  aiphabet.  Autorenkatalog  mit  Angabe  der  Werke, 
ein  Standort-,  ein  aiphabet.  Autorenkatalog  mit  Angabe  der 
Werke  und  des  Standortes.  Zettelkataloge:  ein  aiphabet,  nach 
Autoren:  ein  zweiter  nach  Disciplinen,  in  jeder  Disciplin 
wieder  aiphabet,  nach  Autoren.  —  Nicht  öffentlich  l)enütz- 
bar.  —  Verschiedene  Wissenschaften,  besonders  Geschichte. 

Weideiiau  (Schlesien). 

7fi4.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium.  o.)  Lehrerbibl.  3345  Bde., 
12.490  Proyramnie.        Jahresdotation  200  Gulden.  -     Director: 


^••*<1  K-1.  \V('iiih('i'<r(..  2r,.'j 

Dr.  (»eor<i'  Lulcas;  i;il)liotlu'k;ir  soit  IST.'J:  Prof  .Iiiliiis  Xcii- 
^ebauer.  —  Ein  chronolouisclicr.  ein  Ilniulkatiiloi.'  füi-  <lie 
Lehrer,  geordnet  nach  Fächern,  und  ein  ^'nnlnl('l•nUatahl^^ 
Tätlich  von  lo— r,'  Uhr  für  die  Lehrer  der  Anstalt  benutz- 
bar. —  Ebenso  Entlehnun<;eii;  überdies  auch  an  andere  der 
Anstalt  nahestehende  Personen.  —  Versendun*ren  an  die  bei<len 
deutschen  Gymnasien  in  .lä^i-rndorf  und  Troppaii  und  an  die 
Realscliule  in  Troppau.  —  Errichtet  zuuleich  mit  der  Anstalt 
ISTl.  Wei'thvoile  Sciienkunuen  von  Seite  des  ersten  I)irectf)rs 
Joseph  Ludwi<,^  Christ,  Ilofrath  Linder  in  Wien,  dem  ^^e^a-n- 
wärtigen  Director.  Bei  der  Auflösung  des  Freudenthaler  Gynin, 
wurde  ein  Theil  der  Bibl.  einverleibt.  —  Vertreten  alle,  be- 
sonders gepflegt  classische  Wissenschaften.  —  b)  Schülerbibl 
<;54  Bde.  —  c)  Frauenbibl.  <;0  Bde.,  für  die  Frauen  des  Lehr- 
körpers begründet  von  dem  verstorbenen  Landesschulins})ectf)r 
Heinrich  Sehreier. 

Neufiobauer,  Julius.  Katalog  der  Lolirerbibl.  I.  In:  Programm  dos  k.  k. 
Staatsoborgymn.  in  Weidenau.  Frcudentlial   ls<.)S. 

Kgl.  WeinbtM'^e  (Kral.  Vinohrad,  Böhmen). 

7(;.'^  [K.   k.  Staats-] Gymnasium    (C.  k.    statni    gymnasium). 

—  a)  Lehrerbibl.  4  40  Werke  in  S2()  Bdn.  und  73  Heften, 
1433  Programme;  h)  Schülerbibl.  703  Werke  in  i>32  Bdn.  — 
Dotation  für  die  Lehrmittelsammlungen  pro  1S97/98  87-4-30 
Gulden.  —  Director:  Dr.  Josef  Bernhard;  Gustos  für  a) 
Gymn. -Lehrer  Vaviinec  Dusek;  für  bj  Gymn.-Lehrer  Vincenc 
Kocvara.  —  Eröffnet  1S9-2. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da    der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

7<5t;.  [K.  k.  deutsches  Staats-]Gymnasium,    erst   1S9H  gegr., 
daher  die  Bibl.  kaum  neiuu'nswi'rt  h  ist.       Director :  Franz  Nestler. 

7ü7.  [K.  k.  Staats-]Realschule  (C.  k.  statni  ceska  realka).  — 
Lehrerbibl.  39(i  Bde.    —    Dotation  veränderlich.    —    Director: 
Wenzel    Stary;     Gustos    ein    Mitglied     des     Lehrkörpers.     - 
Alphabet.  Zettelkatalog,  Bandkatalog   nach  Fächern  geordnet. 

—  Benutzbar  für  Mitglieder  des  Lehrkörpers  zu  jeder  Zeit 
während  der  Unterrichtsstunden.  —  Ebenso  Entlehnungen.  — 
Versendungen  an  Anstalten  derselben  Gruppe.  —  Gegr.  ISDÖ. 

—  Alle  Fächer  der  Realschule. 

Weisseii.steiii  (Kärnten). 

7^;«,  Servitenconvent.   —   Ca.   14U(»   Bde.  -     Jahresdotation 
je  nach  Bedarf.    —  Bibliothekar:  P.  Pacificus  Beirer.    —    Ein 


254  Wieliczka.  [769 

handscliriftl.  aiphabet.  Kataloir.  —  Für  Auswärtige  gewöhnlich 
nicht  benutzbar.  —  Entlehnungen  selten.  —  Keine  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Kloster  1718.  Da  der 
Aufhebung  durch  Kaiser  Joseph  II.  auch  die  Bibl.  zum  Opfer 
gefallen  war,  musste  erst  in  den  Vierzigerjahren  nach  Rück- 
gabe der  Klöster  wieder  an  die  Gründung  einer  solchen 
gedacht  werden,  und  zwar  grösstentheils  durch  Erwerbung 
von  ziemlich  werthlosen  Duplicaten  aus  anderen  Bibl.  —  Fast 
ausschliesslich  theologische  und  ascetische  Werke. 

Wieliczka  (Galizien). 

TGH.  Franciscanerconvent.  —  Ca.  6000  Bde.,  davon  0449 
katalogisirt.  17  Incunabeln.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf,  ca. 
Ol»  Gulden.  — Guardian  und  Bibliothekar :  P.  Joachim  Maciejcz3ic. 
—  Handschriftlicher  Bandkatalog  nach  Wissenschaften  geordnet. 
Alphabet.  Katalog  in  Ausarbeitung.  —  Benutzbar  zu  jeder 
Zeit  für  Mitglieder  des  Ordens,  für  Fremde  nur  ausnahms- 
weise mit  besonderer  Bewilligung  des  Guardian.  —  Keine 
Entlehnungen  und  A''ersendungen  als  den  Ordensgesetzen  und 
Statuten  widersprechend.  —  Gegr.  l<;2(i  zugleich  mit  dem 
Kloster.  Zur  Gründung  derselben  hat  Sigismund  III..  König 
von  Polen,  wie  auch  die  Bürger  und  andere  Wohlthäter  viel 
beigetragen.  1718  wurde  das  Kloster  sammt  der  Kirche  ein 
Raub  der  Flammen,  die  Bibl.  jedoch  gerettet;  sie  gerieth 
aber  hierbei  in  Unordnung  und  wurde  erst  seit  1873  von 
dem  gegenwärtigen  Guardian  und  Bibliothekar  allmälilich 
geordnet.  —  Vorzugsweise  theologische  Wissenschaften,  ohne 
dass  jedoch  die  anderen  Fächer  vernachlässigt  werden.  (Sacra 
Script.  H6  Bde.,  Patres  et  Expositores  isi»,  Lat.  Prediger  ;jr)0, 
poln.  in  foi.  17<!,  in  8"  und  4"  526,  deutsche  181,  Universal- 
geschichte IM  5,  Kirchengeschichte  306,  Dogm.  251),  Belle- 
tristik 342,  Moraltheologie  300,  Ascet.  891,  Classiker  305,  Philos. 
und  Med.  125,  Zeitungen  218  Bde.  u.  s.  w.) 

Wien  (Nieder-Oesterr.). 

770.  Niederösterr,  Advocatenkammer,  I.  Rothenthurm- 
strasse  15.  —  1100  Werke.  Anzalil  der  Bde.  unbekannt.  — 
Jährliche  Dotation  früher  loO  Gulden,  seit  zwei  Jahren 
500  Gulden.  —  Das  Amt  eines  unbesoldeten  Kammerbiblio- 
thekars versieht  ein  Advocat;  seit  1875  Dr.  Franz  Oster- 
meyer.  —  Ein  handschriftlicher  Ac({uisitions-  und  ein  hand- 
schriftlicher aiphabet,  Zettelkatalog.  —  Den  Kammermit- 
gliedern  an  Wochentagen  von  9  —  5,  an  Sonn-  und  Feiertagen 
von    10 — 12    Uhr    zugänglich.     —    Entlehnung    an    Advocaten 


'711  Wien.  2:>f) 

üo^oii  Ki'oopissc;  aiiSL;»'ii(imiMt'ii  ciiH'  Ücilir  spcciell  hc/.cicliiicirr 
(Ji'si'tzi'swi'rlvo,  wolclio  nur  im  IvainiiicrlMciilc!  bciiüt/.t  wcnlcii 
UtMiiR'ii.  In  Ix'soiidoi'on  dcv  l!»'i'ücUsiclitiL;iin^  wertlicn  Fällen 
auch  VersiMiduiin-.  —  Die  Uibliotiick  wiirtlc  anl■all^^s  ls7-  ho- 
^ri'uulet  und  bosteht  aussi'hliesslich  aus  Werken  der  Keclits- 
und  Staatswissonsehaften,  insbesondere'  aber  aus  Gesetzes- 
sannnluniren  des  In-  und  Auslandes. 

Katalog  der  Bibl.  der  niodoröstorr.  Ach-ocatonkaiiuiicr.  Wien   is'.tii. 

771.   K.  k.  Akademie  der  bildenden  Künste,  I.  Scliillerplat/,  .{. 

—  is.-joo  Kdo.,  (;r).()0()  Kupferstiche  und  Kadirun^^en,  Holz- 
schnitte, Lithographien  etc.,  21.'5(;o  IIandzeiclinuni:en,  scoii 
Photoj^raphien.  —  Jahresdotation  Gooi)  Gulilen.  -  Bibliothekar : 
Simon  Laschitzer;  Scriptor:  kais.  Rath  Dr.  Josef  Dernjar; 
Amanuensis:  Moriz  Warmuth:  2  Diener  und   1   Aushilfsdiener. 

—  Handschriftlielie  Kataloge:  Inventar-(I>and-)Katalog,  aipha- 
bet. Orundzettelkalah)g,  Ergänzungs-(IJand-)KataloL;  zum  ge- 
druckten systematischen  Kataloge.  —  Mit  Ausnahme  der 
Ferien  und  Feiertage,  der  F'aschingstage,  Weihnaciits-  und 
Osterwoehe,  an  den  fünf  ersten  Wochentagen  im  Winter  von 
;} — 7,  im  Sommer  von  .}  -  G  Uhr.  Samstag  von  y  —  1  Uhr  ge- 
öffnet. —  Professoren,  Docenten  und  Peamte  der  Akademie 
haben  das  Recht,  die  Sammlungen  der  Pibl.  sowohl  im  Locale 
selbst  als  auch,  so  weit  dies  nacli  §  1-2  des  Regl.  f.  d.  Bibl. 
zulässig  ist,  durch  Ausleihen  von  Werken  nach  Hause  gegen 
eigoihändige  Emi)fangsbestätigung  zu  benützen.  Im  Uebri- 
gen  benutzbar  für  Personen,  welche  vom  Bibliothekar  Imu- 
trittskarten  erhalten  (Studirende  etc.).  Zur  einmaligen  Be- 
nützung werden  Interimskarten  verabfolgt.  —  Entlehnungen 
an  Personen,  die  dem  Verbände  der  Akademie  und  anderer 
(U'fentlicher  Anstalten  und  Behr)rden  nicht  angehören,  nur 
gegen  entsprechende  Caution.  WerthvoUe  Werke,  Nachschlage- 
bücher, kostbare  Stiche,  Aquarelle  und  ähnl.  sind  unent- 
lehnbar.  —  Die  Bibl.  der  1(;;'2  von  Kaiser  Leopold  I.  gegr., 
1711 — 17",*t!  sistirten  und  dann  wiedereröffneten  Anstalt  stammt 
aus  der  Zeit  Maria  Theresia's,  die  1774  auf  Vorschlag  des 
Fürsten  Kaunitz  dem  Secretärsgehilfen  und  ersten  Gustos  der 
Bibl.  Wenzel  Tassara  eine  Gehaltszulage  bewilligte.  17S3  be- 
sass  die  Bibl.  4:5  Werke  in  75  Bdn.  17S(i  übersiedelte  die  ganze 
Anstalt  aus  der  alten  Universität  in  ihr  heutiges  Local;  17;>n 
wurde  ein  eigenes  Lesezimmer  eingerichtet  (.'J.j.'J  Bde.  und 
2si)i)  Stiche)  und  isoi  seiner  Bestimmung  übergeben.  Durch 
Schenkung  kamen  in  die  Bibl.:  Doubletton  aus  der  Privat- 
sannnlung  des  Kaisers  Ferdinand  is.JT  (über  700  Bücher, 
gegen  Goo  Stiche),  über  8ü0  Aquarelle  und  Zeichnungen 
Thomas  Ender's  1817— 1^«;    ca.  lüOO  Stiche,  Zeichnungen  und 


25f3  Wien.  [T72 

Bücher  des  Re^.-R.  v.  Remy  1838 — 40;  die  Sammlung  des 
Architekten  Franz  Jäger,  gegen  10.000  Stück,  182i) — -10;  das 
Legat  des  Yincenz  v.  Eyssen,  über  17.000  Stiche  und  illustrirte 
Werke;,  1841:  die  Bibl.  des  Hofbauratlies  Peter  v.  Nobile  von 
ca.  l-20()  Bdn.  und  Portefeuillen  1848.  Durch  Ankauf:  Die 
Blumenabbildungen  von  M.  M.  Daffinger  1850;  die  Natur- 
studien und  Entwürfe  Friedrich  Gauormann's  1863;  der  Nacli- 
lass  Josef  Anton  Koch's  18G5:  die  Handzeichnungen  des  J.  C. 
Endris  in  Wien  18(;8;  der  Nachlass  des  Bonaventura  Genolli 
1870;  die  Husgen'sche  Dürer-Sammlung  1873;  das  Porträt- 
buch des  J.  Schnorr  v.  Carolsfeld   1874. 

Weinkopf,  Anton.  Bcsclireibung  der  k.  k.  Akademie  der  bildenden 
Künste.  Wien  1783;  neu  abgedruckt  und  mit  einem  II.  Tlieil  (179(i)  ver- 
meint. Wien  1S75.  —  Katalog  der  Bibl.  der  k.  k.  Akademie  der  bildenden 
Künste.  Wien  187G.  —  Reglement  für  die  Bibl.  und  die  mit  ihr  vereinigten 
Sammlungen  von  Handzeichnungen,  Kupferstichen  und  sonstigen  Repro- 
ductionen.  Wien  ISO**. 

772.  Kaiserliche  Akademie  der  Wissenschaften,  I.  Univcrsi- 
tätsplatz.  besitzt  in  zwei  Sälen  ca.  lö.ooo  Bde.,  davon  8000  bis 
10.000  Bde.  gebunden.  —  Curator:  Se.  k.  u.  k.  Hoheit  Erzh. 
Rainer;  Curatorstellvertreter:  Karl  Ritter  v.  Stremayr,  Prä- 
sident des  obersten  Gerichtshofes;  Präsident:  Prof.  Dr. 
Eduard  Suess;  Vice-Präsident:  Exe.  Dr.  Wilhelm  R.  v. 
Hartel,  k.  k.  Sectionschef ;  Actuar:  kais.  Rath  Joseph  Kaller. 
Die  Ordnung  der  Bibl.  obliegt  seit  1890  dem  Akademie- 
beamten Dr.  Emil  Kohl.  —  Vorläufig  nur  ein  (ziemlich  voll- 
ständiger) Zettelkatalog,  Es  ist  jedoch  ein  neuer  vollstän- 
diger Katalog  unter  Vornahme  einer  gründlichen  Revision 
geplant.  Nur  Entlehnungen,  da  die  beiden  Säle  nicht  als 
Lesesäle  eingerichtet  und  weder  heizbar  sind,  noch  Beleuch- 
tung besitzen.  Eigentlich  nur  Handbibl.  der  Akademiker.  — 
Diese  allein  haben  das  Recht  zu  jederzeitiger  unbeschränkter 
Benützung  derselben.  —  Entlehnung  auf  Empfehlung  dieser 
auch  an  andere  Personen,  sowie  an  anerkannte,  namhafte 
Forscher;  besonders  an  gelehrte  Anstalten,  Bibliotheken  etc. 
Besondere  Vorschriften  bestehen  hierüber  nicht.  —  Einverleibt 
werden  nur  periodische  Druckschriften,  Akademieschriften  im 
weitesten  Sinne.  —  Grundsätzlich  sollten  eigentlich  nur  die 
Publicationen  solcher  Gesellschaften  aufbewahrt  werden,  welche 
mit  der  Akademie  im  Schriflentausche  stehen  und  im  „Alma- 
nach"  vorzeichnet  sind;  doch  worden  nach  Ermessen  des 
Bibliothekars  bei  Prachtwerken  etc.  Ausnahmen  gemacht.  Die 
nicht  periodischen,  sogenannten  Autorwerke  werden  von  Zeit 
zu  Zeit  laut  Sitzungsbeschluss  an  die  Universilätsl)ibl.  in  Wien 
abgegeben.  Aus  diesem  Grunde  setzt  auch  die  Akademie  (wenig- 
stens   bi^   jetzt)    keinerlei  Geldmittel  für  den  nothwendig  ge^ 


"»1  Wien.  j;,: 

wtirdoiU'ii    Ki'sal/    ;ius.     Lrider    sind    im    LmuI'.'    der    /eil    dui'cli 
I'ostvcrliisto   und   lOiil^imi;   iMitloiimcr  W'crki'   bei  'rodc-lnll   der 
Mit.ulii'dor  /.aldri'iclic,    roi'lit    rühll)aro   Lücken  unlsiandon. 
(lOi,'!'.   ziiijfloioli   nul    der  Akademie   IsH». 

Ilulicr,  Alplions.  Cn-sfliiflili'  dor  CliiiiKlun;,'  und  Wirksamkeit  der  kais. 
AkadoMiio  dor  Wisscnseliafton  während  d(>r  ersten  öO  .lalire  iiiros  Bestandes. 
Wien   1S5)T. 

77M.  K.  k.  Theresianische  Akademie,  IV.  Favoritonstr.  15. 
~  Ende  isus;  :!s.7(;()  Bde.,  öitlO  Broschüren,  l'is  Hand- 
schriften. —  Jahresdotation  '"•oo  Gulden.  —  Bibliotliekar:  Dr. 
Heinricli  Schüller,  k.  k.  ({ericlitsadjunct  und  Juristen])räfect. 
—  10  aiphabet,  uebundene  Fachkataloye  nach  Autoren,  ein 
nach  Schlagworten  und  ein  nach  Autoren  geordneter  Zettel- 
katalog. —  Zugänglich  für  Angehörige  der  Akademie  an 
'-?  Tagen  der  Woche,  Dienstag  und  Freitag,  von  11 — ri  Uhr, 
für  Fremde  zu  jeder  Zeit  mit  Bewilligung  der  Direction.  — 
Entlehnung  nur  mit  I>ewilligung  der  Akademie.  —  Keine 
Versendung.  —  Nach  der  Wiederherstellung  der  Akadetnie 
1797  befahl  Kaiser  Franz  I.,  dass  die  damals  an  verschiedenen 
Orten  entbehrlichen  unbenutzten  Büchervorräthe  an  die  Tliere- 
sianische  Akademie  abgegebenj  werden  sollten.  Das  There- 
sianum  erhielt  t>3t)0  Duplicate  aus  den  Bibl.  der  aufgehobenen 
Kir»ster.  gegen  öooo  Bde.  aus  dem  aufgehobenen  Benedictiner- 
stifte  Mondsee,  4-2(»0  Bde.  aus  dem  Carmeliterkloster  auf  der 
LaimgridK'  zu  Wien,  :?700  Bde.  aus  dem  Nachlasse  des  Propstes 
Blumenstein  und  -loOO  Bde.  aus  der  Sammlung  des  akadem. 
Bibliothekars  J.v.  Sartori.  —  Alle  Fächer  mit  Ausnahme  der 
Medicin  gleichmässig  gepflegt. 

Ilradil,  Ig.  Xaclirichten  über  das  k.  k.  Tlieresianuiu  und  über  die 
Entstehung  der  daselbst  befindlielicn  Bibl.  Wien   ISGtj. 

774.  Albertina,  Kunstsammlung  Sr.  k,  u.  k.  Hoheit  des 
Herrn  Erzherzogs  Friedrich,  1  ,  Augustinerbastei  H,  Pa- 
lais Erzherzog  Friedrich.  —  io.llii  Werke  mit  48.03-2  Bdn.; 
jährlicher  Zuwachs  ca.  JöO  Werke  mit  ca.  400—450  Bdn. 
Codex  besitzt  die  Bibl.  nur  einen  (Gesetze  der  Stadt  Wien 
von  Albrecht  II.  v.  J.  1340,  Abschrift  auf  Papier  v.  J.  I4<ut), 
sonst  nur  verschiedene  Werke  in  ^lanuscripten,  sowie  einige 
Autographa  von  Th.  Kch'ner.  J.  (xrimm  u.  A.  Die  Incunal)eln 
wurden  zumeist  an  die  erzherzogliche  Kunstsamndung  ab- 
gegeben, in  deren  Cimelienkasten  sich  4o  aus  der  Zeit  von 
WC« — 1.Ö25  befinden.  —  Jährliche  Dotation  i^oo  Gulden.  — 
Die  erzherzogliche  Bibl.  steht  mit  der  erzherzoglichen  Kunst- 
samndung „Albertina"  unter  einheitlicher  Verwaltung.  Director : 
-losepli  Sch«">nbrunner;  Bibliothekar  und  Arciiivar:  Dr. 
Richard  ^lüller:  Custos  der  Kunstsammlung:  Dr.  .losef  Meder ; 

Bibliotheks  .\(lr»'ssburh.  '  17 


258  Wien.  [775 

Official:  Dr.  Julius  Tomasetli:  3  Galleriediener.  —  Ein 
sj'stematischer  Zettelkataloir,  nach  Wissenschaften  geordnet, 
in  lO!")  Cartons;  ein  aiphabet.  Katalog  in  i  Bdn.  gebunden; 
ein  Localkatalog  in  Bogen;  sämmtliche  handschriftlich.  — 
Die  Bibl.  ist  im  Allgemeinen  privaten  Charakters,  steht  je- 
doch während  der  gewöhnlichen  Amtsstunden  von  9—2  Uhr 
jedem  gebildeten  Besucher  offen.  —  Entlehnung  und  Ver- 
sendung von  Büchern  in  der  Regel  nur  an  Personen  des  erz- 
herzoglichen Hofstaates,  in  Ausnahmsfällen  auch  an  Gelehrte 
und  andere  Personen.  —  Die  Bibl.  wurde  von  Herzog  Albert 
von  Sachsen-Teschen  (1738  —  ls-22)  gegr.,  fiel  dann  an  dessen 
Adoptivsohn  und  Erben  Erzherzog  Carl,  darauf  an  dessen  Sohn 
Erzherzog  Albrecht  und  ist  seit  189r>  im  Besitze  des  Neffen 
des  Letztgenannten,  Erzherzogs  Friedrich.  —  Vertreten  fast 
alle  Wissenschaften,  besonders  gepflegt  Kunstgeschichte  und 
Kunstwissenschaften,  Kriegsgeschichte  und  -Wissenschaften, 
allgemeine  und  österreichische  Geschichte,  deutsche  Literatur, 
Memoiren.  Möglichste  Vollständigkeit  wird  für  die  Literatur 
über  das  Revolutionszeitalter  17ii2— isi.^)  erstrebt.  —  Zur 
erzherzoglichen  Bibl.  gehört  das  erzherzogliche  Haus-  und 
Familienarchiv,  zur  Kunstsammlung  eine  Landkarten-  und 
Plansammlung.  Der  jeweilige  Bibliothekar  ist  zugleich  Archivar. 

Thausing,  M.  La  Collection  „Albcrtine"'.  In:  Gazette  des  beaux-arts 
1870;  Schünbrunner,  J.  Die  Albertina.  In:  Berichte  und  Mittheilungen  des 
Altertliunisvereines  in  Wien,  Bd.  24.  1887. 

77.'>.  Deutscher  und  Oesterreichischer  Alpenverein.  Section 
Austria.  L  Wallnerstrasse  i;5.  —  ■■lii)()  Werke  in  :Uiö  Bdn.; 
200  Photographien  und  l.')0  Handzeichnungen.  —  Jahres- 
dotation 250  Gulden.  —  Obmann:  Hofrath  Adolph  Ritter  v. 
Guttenberg;  Bibliothekare:  Dr.  Carl  Stoi,  Dr.  Fritz  Benesch. 
—  Alphabet.  Zettelkatalog;  systematisciier  Katalog  in  Band- 
form; Standorts  verzeichniss;  Schlagwortkatalog  der  Reise- 
handbücher und  Führer.  —  Benutzbar  für  alle  Mitglieder  des 
Vereines  Montag,  Mittwoch,  Freitag  von  5 — 7  Uhr;  vom  Juli 
bis  September  nur  einmal  wöchentlich.  —  Entlehnungen  von 
Büchern  nur  an  die  Mitglieder  (auf  1  Wochen).  —  Versen- 
dungen nur  ausnahmsweise  mit  Genehmigung  des  Ausschusses. 
--  Die  Bibl.  besteht  1.  aus  der  Bibl.  des  ehemaligen  Oester- 
reichischen  Alpenvereines.  2.  der  alpinen  GeselLschaft  „Wilde 
Banda".  3.  aus  grösseren  Schenkungen  der  Herren  Dr.  Carl 
Göttmanii,  Dr.  Barth  v.  Wehrenalp,  gew.  Centralpräsidenten, 
und  Hofrath  Kurzmayer.  —  Fachliteratur,  überdies  (xcographie 
und  Naturwissenschaften. 

Haas,  Wilhelm.  Katalog  der  Bibl.  der  Section  Austria  des  Deutschen 
und  Oe.stcrreichisciicn  Alpenvereines.  Wien  1<S81'. 


'■^'•'1  Wien.  2'»9 

TTti.  Apothekerhauptgremium,     l\.   Spitainasse    .!1.  (  a. 

;!(»00  Bde.  —  Min  t'i;L:oiu'r  I>il)l.-F(»ii(l.  —  Vurstaiid:  Dr.  ()lh- 
niar  Zeidlor;  Klircnvorstaiid:  Anton  Seliiirei'  Kitt.  v.  VValdheiin; 
Mitvorstiinde:  Dr.  Robert  Grüner  und  IIii<i:()  Bayer.  —  Zettol- 
kataloir  nach  Materien  und  Autoren  ^»^eordnet.  - —  Benutzbar 
täglicli  v«>rmitta.irs.  —  Entlehnungen  nur  an  Mit;.>lieder  des 
Gremiums  und  eventui^l  an  -wissenschaftliehe  Institute,  sonst 
nur  mit  besonderer  Bewillii^unir  der  Vorstände.  —  Keine  Vcr- 
senduniien.  —  Geijr.  im  V()ri<::en  Jhdt.  —  Vorwie,ii:end  Pliar- 
macie,  Chemie,  Pharmakoiiiiosie,  Botanik,  Mikroskopie,  Pharma- 
kopoen und  einsehlägitre  Zeitschriften. 

77  7.  Allgemeiner  österreichischer  Apothekerverein,  IX.  Spital- 
gasse 31.  —  Ca.   3000  Bde.   —  Jahresdotation  je   naeh   Bedarf. 

—  Präsident:  Anton  Schiirer  Bitter  v.  Waldlieim:  l>ibliotliekar : 
Carl  Glücksmann,  mag.  pharm.,  Leiter  der  pharmac.  Schule 
und  des  cliemischen  Laboratoriums  des  Vereines.  —  Zettel- 
katalog. —  Benutzbar  von  ;•  — 1'2  Uhr.  —  Entlehnungen  und 
Versendungen  mit  Bewilligung  des  Präsidiums.  —  Gegr.  1  st;-,'. 

—  Chemie.  Botanik,  Pharmakognosie,  Pharmakopoen  etc. 

7  7s.  Barnabitencollegium  St.  Michael,   i.  liabsburgergasse. 

—  m.l7J  Bde.,  darunter   IC  Handschriften  und  (!4  Incunabeln. 

—  Propst:  Don  Pins  Prandtner;  Bibliothekar:  Don  Vincenz 
Pekar.  —  Nur  zu  eigenem  Gebrauche.  —  Alle  Wissenschaften, 
besonders  Theologie. 

771».  Benedictlnerstift,  I.  Freiung.  —  Ca.  lOo.ooo  Bde.  und 
7(J0  Handsclirit'len,  die  in  1.') 2  Schränken  eingestellt  sind:  dar- 
unter sehr  werthvoUe  und  als  Unica  hochgeschätzte  Incu- 
nabeln und  Codices.  —  Neuanschaffungen  nach  Massgabe  der 
verfügbaren  Geldmittel.  —  Bibliothekare:  P.  Cölestin  Wolfs- 
gruber und  P.  Albert  Ilübl.  —  Als  Grundkatalog  ein  aiphabet. 
Zettelkatalog  in  zweierlei  Tinten,  Name  des  Verfassers  und 
ein  den  Hauptinhalt  des  Werkes  andeutendes  Schlagwort  in 
rother  Tinte.  Auszüge  daraus  bilden  die  zwei  in  Buchform 
angelegten  Kataloge,  einer  davon  in  3  Bdn.,  der  andere,  von 
P.  Vincenz  Knauer  besorgte,  in  10  Bdn.  Ausserdem  ein  In- 
cunabelkatalog  mit  473  Nummern  bis  z.  J.  1  r.oo,  und  ein 
Katalog  der  Wiener  Drucke  bis  z.  J.  l.'itio,  Ic  I  Nummern  um- 
fassend: beide  is7f;  vom  Bibliothekar  P.  Joh.  Ress  angefertigt. 
p]ndlich  ein  Handschriftenkatalog  des  P.  Albert  Hübl,  dessen 
Drucklegung  dem  Abschlüsse  nahe  ist.  —  Entlehnung  von 
Büchern  und  Handschriften  nur  mit  Erlaubniss  des  Abtes. 
Der  Bibliothekar  ist  an  die  von  Abt  Ilelferstorfer  gegebene 
Instruction,    die    im  Druck  erschienen  ist,  gebunden.     —     Die 


260  Wien.  [780 

Geschichte  der  Bibl.  hängt  mit  der  des  Kh^sters  zusammen; 
(über  diese  siehe  die  Geschichte  des  Stiftes  Schotten  von  Dr. 
Ernst  Hauswivth).  1838  übernahm  P.  Othmar  Helferstorfer 
die  unmittelbare  Leitung  der  Bibl..  der  er  bis  zu  seiner  Abt- 
wahl 18(U  seine  volle  Arbeitskraft  widmete.  Er  führte  die 
Ordnung  und  Xeubeschreibung  der  ganzen  Bibl.  mit  grossem 
Fleiss  durch.  Zur  Bibl.  gehört  auch  das  numismatische  Ca- 
binet,  in  dem  die  münzwissenschaftlichen  Werke  zusammen- 
gestellt sind.  —  Alle  Hauptfächer  vertreten,  die  Sammlung 
patristischer  und  exegetischer  Werke  mit  den  prachtvollen 
Bibeln  bezeichnete  Döllinger  als  einzig  in  ihrer  Art.  Sorg- 
fältige Pflege  finden  auch  Werke  der  bibliographischen,  histo- 
rischen und  philosophischen  Literatur.  Hervorzuheben  sind 
ferner  eine  Sammlung  von  Broschüren  aus  dem  Ausgange  des 
vorigen  und  Anfange  dieses  Jhdts.,  in  70  Cartons  aufgestellt, 
eine  Collection  von  8ß4  juridischen  Dissertationen  und  Dis- 
putationen in  41  Bdn..  unter  den  Handschriften  30  Bde.  juri- 
dischen Inhalts  —  eine  Schenkung  des  Univ. -Prof.  Folz- 
maclier. 

Wattenbach,  W.  Handschriften  des  Schotten  Stiftes  zu  "Wien.  In:  Archiv 
f.  alt.  deutsclie  Gesch.  X.  1S51,  S.  502.  —  Bayer,  Berthold.  Schottenstift 
in  Wien.  In:  Ein  Benedictinerbueh  von  Seb.  Brunner.  Würzburg  1881. — 
Huemer,  J.  Itcr  Austriacuni,  I.  Wiener  Studien.  IX.   18S7,  S.  00. 

780.. ,Betha-Midrasch"-Verein,s. Israelitische  Cultusgemeinde. 

781.  Biblioteka  polska,  I.  Dorotheergasse  5.  —  Ca.  12.000 
Werke  in  mehr  als  U.ooo  Bdn.  —  Jahresdotation  aus  dem 
Vercinsvermögen.  —  Präsident:  Florian  Freih.  v.  Ziemial- 
kowski:  Bibliothekar:  Witold  Hausner. 

782.  Bibliotheca     Rossiana,     S.     J.,     XIII     Lainzerstrasse 

136.     —     Anzahl    d'^v    Bde.    ca.    lo.OuO,     der     Handschriften 

ca.  1200,  der  Incunabeln  über  2ri00.  —  Die  Bibl.  ist  nur  Lieb- 

haberbibl.  und  wird  nicht  fortgeführt.  —  Bibliothekar:  P.  Karl 

Anschütz,    S.    J.     —    An  einem  aiphabet.  Zettelkatalog,  sowie 

einem  Incunabelnkatalog  wird  gearbeitet,  letzterer  wird  auch 

im  Druck    erscheinen.    Derzeit    nicht    benutzbar;    später    soll 

die  Benützung  öffentlich  und  bestimmte  Stunden  für  dieselbe 

festgesetzt  werden.  Sie  hat  den  Namen  von  ihrem  Begründer 

Commendatore    Francesco    Rossi,     dem    zweiten    Gemahl    der 

Prinzessin  Carola  Ludovica    von  Bourbon,  die  ihrerseits  eine 

Tochter    der  Königin    von  Etrurien   war     (ihr  erster  Gemahl 

war  Prinz  Max  von  Sachsen).  Das  fürstliche  Vermögen  setzte 

ihn    in   den  Stand    unter   Px-ihilfe    von  Sachverständigen    wie 

Graesse,  Poiters    in  Paris,  Falkenstein    in  Dresden    prächtige 

Bücherschätze  zu  erwerben,  darunter  Handschriften  mit  kunst- 


TH.i)  \Vi<Mi.  -HW 

vollen  Miniatiircii.  mehroro  liout(Mioph  imhclcmnlc  liifimai)olii; 
übor  ilie  lläirtc  der  roiclilieh  -irioo  IiKniiiahcln  dalirt  v<>i- 
14S().  Als  K'ossi  lsr»l  in  Venedig,-  an  der  Cholera  starl),  raml 
die  Sanmdunir  ihren  Abschluss.  isrir)  wurde  die  IJibl.  von  der 
Witwe  der  (lesellsehaft  Jesu  geschenkt,  wie  eine  erhaltene 
Widnuniixslafel  in  Marmor  bezeuut.  isr»?  starb  die  llerzo^jin 
und  bestimmte  in  ihrem  Testamente,  dass  die  Bibl..  falls  sie 
dem  Orden  ucnommiMi  werden  sollte,  vom  regierenden  Kaiser 
von  Oesterreieli  reelamirt  werden  kiinne.  Derselbe  machte 
auch  von  diesem  Rechte  (xobrauch,  als  die  P>il)l.,  die  bis  dahin 
im  Collegium  Romanum  in  Rom  aufbewahrt  la<jr,  vom  italien. 
Staate  bereits  annectirt  worden  war.  Eine  Zeit  lany:  stand  die 
Sammlunii'  im  Palazzo  Veneziano  der  österr.  Botschaft  und 
wurde  IST?  nach  Wien  fjeschafft,  hier  einstweilen  in  dem 
Hause  Universitätsplatz  Nr.  1  unterj^ebracht  und.  da  diese 
Räume  sich  als  zu  klein  erwiesen,  is!)')  nach  Lainz  f^c^schafft, 
wo  mit  der  Aufstellung-  und  Katalooisirunu'  begonnen  wurde. 

—  Bei  Anschaffung  dieser  Sammlung  wurde  auf  systematische 
Bevorzugung  einer  oder  der  anderen  Wissenschaft  keine  Rück- 
sicht genommen. 

783.  Bibliothek    und  historisches  Museum   der  Stadt  Wien, 

I.  Rathhaus.  Beide  sind  unter  der  Bezeichnung  „Städtisclie 
Sammlungen"  vereinigt.  —  Ende  1897:  ;51.-i(;i  Werke  in 
bi)A^)^  Bdn  ;  an  Handschriften:  literarische  Nachlässe  von 
Grillparzer,    Bauernfeld,    Raimund,   Anzengruber    und   Nissel. 

—  Jahresdotation  r)00()  Gulden.  —  Director  der  städtischen 
Sammlungen:  Dr.  Carl  Glossy.  k.  k.  Reg.-R.;  Custoden: 
Dr.  Carl  Schalk,  Eduard  Seis;  Scriptoren:  Eugen  Probst, 
Dr.  Wilhelm  Englmann;  Adjuncten:  Ludwig  B()ck,  Dr.  Hugo 
Kosch;  Assistent:  Alois  Trost;  zugetheilter  Manipulations- 
beamter: Official  Theobald  Kanka;  3  Diener.  -  Ein 
Nominal-  und  ein  Materienkatalog,  beide  in  Zettelform.  — 
Täglich  von  !•  - -,  in  den  Wintermonaten  auch  von  r)-7Uhr 
abends  geöffnet.  —  Entlehnung  an  die  Mitglieder  des  Ge- 
meinderathes.  Gemeindefunctioiiäre  und  -Beamten.  Lehrer 
und  Professoren  von  Wiener  Schulen,  Staats-,  Landes-  und 
Militärbeamten.  Andere  Personen  bedürfen  der  Bewilligung 
des  P.ürgermeisters.  Als  unentlehnbar  Averden  betrachtet: 
Bilder  und  Prachtwerke,  Wörter])üeher.  Encyklopädien,  (lesetz- 
saminlungen.  .Journale.  Handschriften,  Karten,  Pläne  und 
Musikalien.  —  Versendung  an  Personen,  die  ausserhali)  Wiens 
ihren  Wohnsitz  haben,  nur  mit  ausdrücklicher  Genehmiguni: 
des  Bürgermeisters.  -  Die  Bibl.  wurde  lsr)8  gegr.  und  giiu 
aus  einer  Handl)ibl.  des  Magistrates  hervor.  Von  grössere! : 
Sammlungen,  die  in   der  T'ibl.  Aufnahme  fan<len,   sind   hervor- 


•262  Wien.  [78*. 

zuheben:  jene  des  Touristen  und  Reiseschriftstellers  Josef 
Kyselak,  des  Wiener  Localgeschichtsforschers  Franz  Hay- 
dinger,  des  Bürgermeisters  Dr.  Andreas  Zelinka,  des  Deehanten 
P.  Albert  Wiesinger  und  ein  Theil  der  hinterlassenen  Bibl. 
des  Lexikographen  Dr.  Constantin  R.  v.  Wurzbach.  —  Ge- 
schichte und  Topographie  von  Wien,  österr.  Geschichte, 
Theatergeschichte  und  Literatur,  Städtegeschichte  und  Städte- 
verwaltung. 

[Weiss,   K.]    Katalog    der    Bibl.    der    Reiehshaupt-     und    Residenzstadt 
Wien.  Wien  1865.  —  I.  Nachtrag.  Wien  1868. 

784.  K.  u.  k.  militärärztliche  Bibliothek,  im  Gebäude  der 
ehem.  Josephs-Akademie  in  Wien,  IX.  Währingerstrasse  25.  — 
Ca.  23.000  Bde.  —  Jahresdotation  125G  Gulden.  —  Vorstand: 
Dr.  Paul  Myrdacz,  k.  u.  k.  Stabsarzt;  1  Armeediener.  —  Ein 
aiphabet.  Zettel-  und  ein  Bandkatalog  in  Abfassung  be- 
griffen. —  An  Wochentagen  von  8 — 12  und  2—4  Uhr,  in  erster 
Linie  für  Militärärzte,  ausnahmsweise  auch  für  andere  Per- 
sonen benutzbar;  regelmässige  Lesestunden  werden  erst  nach 
Vollendung  der  Neukatalogisirung  eingeführt.  —  Entlehnung 
gegen  Empfangsbestätigung.  —  Versendung  wird  erst  in 
späterer  Zeit  gegen  schriftliches  Ansuchen  und  auf  Kosten 
des  Entlehners  gestattet  werden.  —  Gegr.  von  Kaiser  Joseph  IL 
1785  anlässlich  der  Gründung  der  Josephs-Akademie;  Kaiser 
Joseph  IL  stiftete  auch  den  Fond  für  die  obenerwähnte 
Jaliresdotation.  —  Naturwissenschaften  und  alle  Zweige  der 
Medicin,  hauptsächlich  Medicin,  dann  Militärsanitätswesen. 

78').  Bibliotheksabtheilung  des  k.  u.  k.  Kriegsarchivs,  I.  Am 
Hof,  Kriegsgebäude.  —  (;2.0()()  Bde.;  die  Handschriften  befinden 
sicli  in  der  Schriftenabtheilung  des  Kriegsareiiivs.  —  Jahres- 
dotation für  Bücher-,  Schriften-  und  Kartenankauf  7000  Gulden. 
—  Vorstand:  Major  Ferdinand  Neuwirth  mit  drei  Officieren 
als  Referenten,  1  Schreiber,  1  Armeediener.  —  Ein  Zettel- 
grundbuchskatalog, aiphabet,  geordnet  nach  Autor  oder 
Schlagwort,  handschriftlich;  ein  gedruckter  Katahig  in  (l  Bdn., 
nach  Materien  geordncit  und  innerhalb  derselben  chronologisch 
zusammengestellt,  sammt  einem  hierzu  gehörigen  Autoren- 
register; überdies  ein  in  Bearbeitung  l)efindlicher  Hilfszettel- 
katalog über  wichtige  Aufsätze  aus  Sammelwerken.  —  Ent- 
lehnung und  Benützung  für  alle  in  Wien  anwesenden  Offi- 
ciere  und  Militärbeamten  des  Heeres,  der  Kriegsmarine  und 
der  beiden  Landwehren  oline  weitere  Bewilligung;  für  Staats- 
beamte, rjelehrte  etc.  nur  mit  Bewilligung  des  Archivdirectors. 
Amtsstunden  von  '.) — 2'/.^  Uhr.  —  Versendung  über  Bewilligung 
d<*r     Kriegsarchivdirection      und      gegen     Ausstellung     einer 


THf.)  W'ion.  •.»(;.', 

(^uittunii:,  bi'zk'hiiii^.svvei8u  ^e.uon  Hiiftpfliclit.  i^iicvl<l<>i);i<licn, 
Lexika,  Prachtaiisuaben  oder  sehr  k<)Stsj)ieli^e  Werke  ilürlen 
nur  im  IJibl.-Loeale  heniitzt  werden.  —  Die  (Jründunn-  der 
Hibl.-Al)tlioiluny;  des  k.  u.  k.  Krieusarehivs  fällt  in  das  Jahr 
177*5  und  basirt  auf  der  durch  FM.  (Jraf  Iladik  als  Präsident 
des  ,,Hofkrie>,^srathes"  am  Jl.  Deceniber  177»)  für  das  „Ilof- 
kriegsrätiiliche  Archiv"  ausgeji^ebenen  Instruction.  Im  Sinne 
derselben  bildeten  die  aus  der  Verlassenschaft  des  FZM.  Paul 
V.  Kuhn  angekauften  militärischen  Werke  über  (leniewesen, 
dann  einige  Exemplare  des  P()lyl)ius,  im  (xanzen  !.")(»  Bde., 
den  Stamm  der  Pibl.  Diese  Samndung  wurde  in  Folge  ihrer 
Geringfügigkeit  und  einseitigen  Inhaltes  der  topographischen 
Abtheilung  des  Kriegsarchivs  einverleibt.  Die  Ende  isoi  von 
Erzherzog  Carl  angeordneten  kriegsgeschichtlichen  Arbeiten 
waren  Anlass  zur  ersten  Vermehrung.  Schon  Ende  isoi  zählte 
die  Bibl.  Ifioo  Bde.  Im  J.  isos  hatte  sich  der  Bücherbestand 
so  vermehrt,  dass  eine  Trennung  dieser  Büchersammlung  von 
der  topographischen  Abtheilung  zur  Nothwendigkeit  wurde. 
Hauptmann  Aigner  war  der  erste  Bibliothekar  dieser  neuen 
Abtheilung  des  Kriegsarchivs.  Die  Benennung  „Kriegsbibl." 
erhielt  sie  erst  IfSll,  als  die  bereits  auf  ca.  öuoü  Bde.  ange- 
wachsene Sammlung  über  Anordnung  des  FML.  Radetzky 
nach  wissenschaftlichen  Materien  geordnet  aufgestellt  wurde. 
Entsprechend  der  Idee,  ein  militärisches  Centralarchiv  zu 
schaffen,  die  alle  Instructionen  Radetzkj^'s  in  dieser  Hinsicht 
durchzieht,  sollte  auch  die  Kriegsbibl.  alle  Zweige  des  Wissens 
umfassen.  Ausserdem  wurde  auch  der  Tagesliteratur  der 
Zutritt  in  die  Kriegsbibl.  geöffnet.  Im  J.  1  s  l  h  wies  dieselbe 
einen  Bücherbestand  von  fast  lo.üOO  Bdn.  aus.  Auf  Grund  der 
1817-1818  mit  dem  Kriegsarchiv  vt)rgenommenen  Reform 
wurde  auch  die  Kriegsbibl.  auf  die  rein  militär-wissenschaft- 
liche  Sphäre  beschränkt,  beziehungsweise  es  musste  ein  Theil 
des  Bestandes  an  die  medicinische  Jose})hs-Akademie  abgetreten 
werden.  Sämmtliche  Werke  wurden  in  vier  Haui)tgru})pen  ein- 
getheilt,  die  zugleich  den  Umfang  der  Kriegsbibl.  in  scicnti- 
fischer  Hinsicht  bezeichneten:  I.  Kriegsw"issenschaft,  II.  Ge- 
schichte und  Politik,  III.  Geographie  und  Statistik,  IV.  Hilfs- 
wissenschaften. Obwohl  schon  1810  eine  Katalogisirung  vor- 
genommen worden  war,  wurde  in  Folge  obiger  Reform  eine 
Neukatalogisirung  nothwendig.  Fast  gleichzeitig  mit  diesem 
eigentlichen  „(irundlniclu!"  der  Kriegsbibl.  erschien  1  s-].')  auch 
der  erste  gedruckte  Bücherkatalog,  jedoch  ohne  ali)liabet. 
Ordnung  und  ohne  Index.  Ein  aiphabet,  geordneter  l'ücher- 
katalog,  begonnen  vom  Bibliotheksvorstand  Major  Schels, 
wurde  i.  J.  ls.'')3  veröffentlicht  (•io.s43  Bde.).  Den  ersten  voll- 
ständigen   Bücherkatalng    (erschienen    iscii)    verfasste  Oberst- 


264  Wien.  ["^Sß 

lieutenant  Appel,  von  dem  auch  die  Anlage  eines  Standorts- 
kataloges  herrührt.  Unter  dem  Einflüsse  früherer  ungünstiger 
Verhältnisse  litt  die  Entwickehing  der  Bibl.  insoferne.  als  der 
Bücherankaiif  im  Allgemeinen  beschränkt  wurde.  Desgleichen 
konnte  sich  die  Bibl.  wegen  Mangels  entsprechender  Ubica- 
tionen  nicht  entfalten;  sie  war  gen<)thigt,  ihre  Bestände  zu 
restringiren  und  einen  Theil  an  die  Militärakademie  in  Wr.-Neu- 
stadt  (1838).  an  die  Kriegsschule  (1872),  dann  fallweise  an  ein- 
zelne Regimentsbibl.  alizutreten.  Der  seither  auf  allen  Gebieten 
sich  bemerkbar  machende  Fortschritt,  sowie  das  Anwachsen 
der  Bücherbestände  musste  jedoch  im  Bibliothekswesen  seine 
Berücksichtigung  finden,  daher  sowohl  eine  neue  Dienst- 
instruction,  wesentliche  Vereinfachung  der  Manipulation,  eine 
auf  Erfahrungssätzen  basirte  Neuordnung  der  Bibl.  als  auch 
der  Druck  des  nunmehr  vollständigen  Kataloges  durchgeführt 
werden  musste  (1888 — 189G).  An  grösseren  Sammlungen  wären 
zu  erwähnen:  Die  aus  der  Verlassenschaft  des  Generals  Vacani 
angekaufte  Bibl.,  die  ehem.  Veroneser  Garnisonsbibl.,  die 
Donationen  Hauptmann  Homola  und  FML.  v.  Wetzer;  über- 
dies werden  fallweise  seitens  einzelner  Bureaux  des  General- 
stabes sowie  des  Reichs-Kriegsministeriums  ausser  Gebrauch 
gesetzte  Werke  der  Bibl.  einverleibt.  —  In  der  Bibl.  sind 
hauptsächlich  die  militärischen,  historischen  und  kriegs- 
geschichtlichen Fächer,  sowie  die  einschlägigen  Hilfswissen- 
schaften vertreten. 

Ausser  den  oben  erwähnten  Katalogen  ist  eine  Geschichte  der  Bibl.- 
Abtlieilung  in  der  „Geschichte  und  Monographie"  des  k.  k.  Kriegs- 
archivs (1878)  im  Druclf  erschienen;  eine  Neuauflage  derselben  steht 
bevor.  Katalog  der  Bibl  -Abtheilung  des  k.  u.  k.  Kriegsarchivs.  Wien  1890. 

78G.  K.  k.  Blinden-Erziehungsinstitut,  II/2  Wittelsbachstrasse 
oder  Valeriestrasse  Nr.  5.  —  1-2.257  Bde.,  davon  !i!i  geschrie- 
bene Compositionen  blinder  Musiker,  1034  Manuscripte  in 
Blindenschrift,  18r)2  Bde.  in  Blindendruck.  —  Dotation  250 
Guldon.  —  Vorstand:  Pteg.-R.  Alexander  Meli,  Director,  Leiter 
der  Fachbibl.  des  Blindenwesens  (2711  Bde.,  davon  ca.  2000 
Jahresberichte  von  Blindenanstalten)  und  der  788  Bde.  um- 
fassenden historischen  Bibl.  des  Blindenwesens  (davon  5.54  in 
Blindendruck):  Vorsteherin  der  übrigen  Bibl.  in  Schwarzdruck 
mit  Ausschluss  der  Musikalien:  Hauptlehrerin  Marie  Vock; 
Vorstand  der  Musik.-Bibl.,  122  5  Bde.:  Musiklehrer  Carl  Lafit. 
Institutsdrucker  Carl  Satzenliofer  (blind)  ist  Vorstand  der 
Bibl.  in  Blindendruck  und  der  Leihbibl.  in  Blindendruck, 
798,  respective  10:54  Bde.  —  Accessionsfachkataloge ;  Zettel- 
katalog der  „Hofrath  Ritt.  v.  Zsishman'schen  Stiftungsbibl.", 
von  der  aucli  ein  alpha])et.  Katalog  abgefasst  wird.  —  Ge- 
(iffnet  in  den  Tagesstunden  der  W(?rktage  während  des  Schul- 


7HS]  Wien.  -icr. 

Jahres.  —  EntU'luuui<i-  «^o^cn  Kmpran^sbostäti^ain<r.  üoi  Knt- 
h'hnunuen  aus  (kr  Leihbibl.  in  Bliiulonsolirift  Einsatz  von 
-  (luhlon  und  für  jeden  P>d.  w()olioulliclH'  Lciliuobiilir  von 
f)  Kreuzern.  —  Versendunii'  ^ei^en  I']nipl'an<^sl»estät iuun;;,  hei 
der  Hihi,  in  SeinvarzdrucU  nur  auf  aintlieJKMn  Weirc.  —  Die 
Gescliiohte  der  Anstnltsbihl.  fällt  mit  jener  der  IHol  von 
Johann  Wilhelm  Klein  <i:eur.  Anstalt  zusammen.  Der  i.  J.  1s;k; 
verstorbene  Universilätsprof.  Ilofr.  Joseph  R.  v.  Zsishman 
schenkte  eine  Sanimlunii-  von  über  ;>0(>0  Bdn.  Der  Beuinn  der 
Ilerstellunu-  von  IUi€hern  in  Blindendruck  fällt  zwar  ins  Jahr 
ITSC.  doch  waren  bis  zur  Mitte  des  i:».  Jhdts.  so  weni.u' Bücher 
vorhanden,  dass  seilest  manche  Blindenlehrer  gegen  den  Lese- 
unterricht Blinder  ihre  Stimme  erhoben.  Ausser  an  der 
Pariser  Anstalt  und  dem  Wiener  k.  k.  Blinden-Erziehungs- 
institute  waren  zu  dieser  Zeit  fast  nirgends  Blindenbibl.  und 
diese  besassen  fast  nur  Lehrbücher.  Mit  der  Ausbreitung  des 
sogenannten  Braille'schen  Punktdruckes  mehrten  sich  die 
Druckwerke,  wozu  die  Druckerei  der  Wiener  Anstalt  wesent- 
lich beitrug.  Von  den  seit  1786  erschienenen  Druckwerken 
enthält  die  Anstaltsbibl.  das  Nennenswerthe  aller  Sprachen, 
darunter  auch  Unica.  Die  Leihbibl.,  deren  Ertrag  zur  Her- 
stellung von  Druckwerken  für  Blinde  verwendet  wird,  wurde 
Lsy:-?  gegr.  —  Blindenwesen,  Rechtswissenschaften,  (orientali- 
sches) Kirchenrecht,  Geschichte,  Pädagogik. 

Katalog  der  Faelibibl.  des   Blindenwesens    in  den  Jahresberieliten    der 
Anstalt  von   1890  und   1S04. 

757.  Israelitisches  Blindeninstitut,  XIX.  Hohe  Warte  .'5'2. 
hat  nur  eine  nicht  allzu  grosse  Sammlung  von  Werken  über 
Blindenpädagogik  und  Lehrbüchern.  —  Director:  Simon 
Heller. 

758.  Wiedener  Büchereiverein,  IV.  Karolinenplatz  7, 
Mädchenschule.  —  41ou  Bde.  —  Keine  Jahresdotation.  — 
Präses  des  Vereines:  Director  August  Janotta;  Bibliotheks- 
verwalter: Rudolph  Morawetz.  —  Je  zwei  gedruckte  und  hand- 
schril'tliehe  Kataloge.  —  Geöffnet  Montag  und  Donnerstag 
(J  — H  Uhr  abends.  —  Entlehnung  gegen  eine  Caution  von 
;')<)  Kreuzern  und  eine  monatliche  Lesegebühr  von  r>  Kreuzern. 
Keine  Leseräume  und  keine  Versendung.  —  Gegr.  von  dem 
aus  Wiener  Bürgern  bestehenden  Vereine  in  Gemeinschaft 
mit  dem  „Wiener  Vtdksbildungs-Verein'".  von  welchem  sii' 
sich  jedoch  im  Laufe  der  Zeit  vollstäiidiL:  emancipii't  hat,  ver- 
dankt die  Bibl.  ihre  Entstehuii'i  und  Fortbildung  nur  grösseren 
und   kleineren  Schenkungen. 

lUioliorverzoichnisp.   Enfli;ilt  dif  Xiitninorn   von    1      2osI.   Wion    Is".».".. 


2ßG  Wien.  ["«^ 

789.  Capucinerconvent,  I.  Neuer  Markt.  —  i;{-27  Bde.  — 
Jahresdotation  je  nacli  Bedarf.  —  Guardian:  P.  Vitalis  Lukäcs. 
—  Bandkatalo<.i-.  —  Benutzbar  nur  für  die  Conventualen.  — 
Gegr.  1^323.    —    Ausschliesslich   theologisch- ascetische  Werke. 

790.  Militärwissenschaftlicher  und  Casinoverein,  I.  Strauch- 
gasse   4.    —    Die    Bibl.    theilt    sich    <i)    in    die    Wissenschaft 
liehe  und  h)  in  die  belletristische  Abtheilung.  Die  erstere  zählte, 
abgesehen    von    den  officiellen  Publicationen  Ende  1897 :  7445 
lUicher  und  Kartenwerke  mit  12.2(;7  Bdn.;     die    letztere  7002 
Werke   mit    11.408    Bdn.    —    Dotation    pro    1898    für   a)  11 00 
Gulden,    für    h)    cöO    Gulden;     ausserdem     zahlt     jeder    Be- 
nutzer der  letzteren  Abtheilung   1   Gulden  Jahresbeitrag,    wo- 
durch   der    für    den    Ankauf    verwendbare    Betrag    auf    circa 
l.'3r)()  Gulden    anwächst.   —    Obmann    gewöhnlich    ein   höherer 
Stabsofficier;    2    aus    dem  Ausschusse    des   wissenschaftlichen 
Comites  gewählte  Mitglieder,  1   vom  Vereine  bestellter  Biblio- 
thekar,  derzeit  Johann  Pfersmann  v.  Eichthal,  k.  u.  k.  Major 
d.  R. ;    1  Diener.   —   Ein  Bibl.-Katalog    und    ein  Zettelkatalog 
der    wissenschaftlichen   Werke,    sowie    ein    ])ibl. -Katalog    der 
belletristischen  Werke.    Der   Bibl.-Katalog    der    wissenschaft- 
lichen Werke  enthält  das  Verzeichniss  der  Bücher  nach  Fächern 
und  innerhalb  derselben  in  aiphabet.  Reihenfolge  nach  Autor- 
namen, ausserdem  ein  Autorenregister;    er  wird  von  Fall  zu 
Fall    ergänzt.    Der  Zettelkatalog    dient    als  Vorbereitung    für 
einen  Neudruck  des  Kataloges,  beziehungsweise  für  den  Druck 
der  Ergänzungen.  Die  belletristischen  Werke  sind  in  dem  für 
sie  bestimmten  Kataloge  nach  Sprachen  gesondert  und  aipha- 
bet, nach  den  Verfassern  geordnet;  dieser  Katalog  wird  jähr- 
lich   durch    ebenso    geordnete,    auf  einzelne  Bogen  gedruckte 
Verzeichnisse    ergänzt,    die    zu  Beginn    der  Wintersaison  aus- 
gegeben werden.  —  Ausgabe  der  Bücher  erfolgt  an  Wochen- 
tagen Dienstag,  Donnerstag  und  Samstag  von  9 — 12  und  von 
;j — (J   Uhr.    Benützung    der    Bücher    im    Lesezimmer    ist    allen 
Vereinsmitgliedern    täglich    während    der   Bibl. -Dienststunden 
gestattet;    in    derselben  Weise    auch   den   auf    der  Durchreise 
in  Wien    weilenden  Öfficioren    und  Beamten   des  Heeres,    der 
beiden  Landwehren  und  der  Kriegsmarine.  —  Entlehnung  an 
die  Vereinsniitglieder,    die  l)ei  Benützung  der  belletristischen 
Abtheilung    eine    Jahresgebühr    von    1    (lulden    zu    entrichten 
halben,  gegen  Recepisse.  Ausgabe  von  Bibl. -Werken  an  ausser- 
halb   des  Vereines    stehende  Personen,  Behörden    und  Corpo- 
rationen    nur    ausnahmsweise    auf    Grund    eines    schriftlichen 
Ansuchens,     ül)er     welches     nach     Begutachtung     durch     die 
Obniiiniier  der  Bibl.  das  Präsidium  die  Entscheidung  fällt.  — 
Die  Bild,    wurde   I8f;8    aus    d(!r  von   Verona   dem  Wr.  Militär- 


792]  Wien.  -ii;? 

casino  zur  r>onüt'/iini;  üborlassenon  IJüclicrsamiiilun«^-  i>e,m'.  — 
Die  wissensoliaftliclie  Abtlioilun<i;  {)fli'ut  in  erster  Linie  sämmt- 
liche  militärische  (lebiete  und  deren  Iliirsfächer,  nebenl)ei 
aber  auch  andere  Literaturz\vei<>e,  z.  B.  Sprachwissenschaften, 
Naturwissenschaften,  Philosophie.  Aesthetik,  Mj'^tholo^ie,  Päda- 
gogik etc.  In  der  belletristischen  Abtlioilung  gute  Leetüre  in 
den  vier  Weltsprachen:  deutsch,  franzr)sisch,  englisch  und 
italienisch. 

791.  K.  k.  Centralcommission  für  Kunst-  und  historische 
Denkmale.  I.  (Jauerinanngasse  i.  —  Hoo  Werke  mit  4;'.oo 
]!dn.  —  Keine  bestimmte  Jahresdotation.  Die  Bücher  werden 
grösstentheils  im  Wege  des  Tausches  gegen  die  von  der 
Centralcommission  herausgegebenen  Publicationen  erworben, 
weshalb  auch  nur  die  von  ihr  vertretenen  Disciplinen,  Archäo- 
logie, Architektur,  Plastik,  Malerei,  Archivwesen  zu  finden 
sind.  —  Präsident:  Exe.  Joseph  Alexander  Freiherr  v.  Helfert; 
Bureau:  a)  Conceptsdienst:  Dr.  Max  Bauer;  h)  Kanzlei:  Karl 
Heidrich,  Kanzleiofficial;  Ludwig  Hacker,  Kanzlist.  —  Ein 
Zettelkatalog  in  aiphabet.  Ordnung.  ■--  Entlt;linung  in  der 
Regel  nur  an  Organe  der  Centralcommission,  ausnahmsweise 
auch  an  andere  Personen  über  schriftliches  Ansuchen  beim 
Präsidium.  Obwohl  nicht  üblich,  unterliegt  es  jedoch  keinem 
Anstände,  die  Bibl.,  gleichfalls  nach  Genehmigung  des  Präsi- 
diums, während  der  Amtsstunden,  d.  i.  im  Winter  von  9 — 4, 
im  Sommer  von  ;>  — 3  Uhr  zu  benützen. 

7^2.  K.  k.  statistische  Centralcommission,  I.  Schwarzen- 
bergstrasse  5.  —  Ca.  13.(mio  Werke  in  s.'j.odo  Bdn.,  über  r)()0() 
Karten  und  eine  ,, Redensammlung".  —  Keine  bestimmte  Do- 
tation; gegenwärtig  jährlich  If.oo  — 2000  Gulden.  —  Die  Bibl. 
bildet  einen  Theil  des  Bureaus  der  statistischen  Central- 
commission, untersteht  daher  dem  Präsidenten  dieser  Com- 
mission,  derzeit  Sectionschef  Dr.  Carl  Theodor  v.  Inama- 
Sternegg;  Bibliothekar:  Dr.  Hermann  Schullern  zu  Schratten- 
hofen;  1  Amtsdiener  als  Bibl. -Diener.  —  P]in  Bandkatalog 
nach  fortlaufenden  Nummern,  der  zugleich  als  Standorts- 
repertorium  dient;  ein  Generalzettelkatalog,  sowohl  aiphabet. 
nach  Autoren  als  nach  den  wichtigsten  im  Titel  vorkommen- 
den Schlagworten:  ein  aiphabet,  geordneter  Continuanten- 
katalog;  ein  nach  sachlichen  Gesichtspunkten  angelegter 
Kartenkatalog  in  Bandform.  —  Ger>ffnet  in  den  Amts- 
stunden an  Wochentagen  von  ;t  — ;!  Uhr.  Als  Amtsbibl.  in 
erster  Linie  den  Beamten  und  l>ehr»rd('n  zugänglich;  ausserdem 
den  Professoren  der  Wiener  Hochschulen,  sowie  den  Besucher. i 
des  statistischen  Seminars  der  Wiener  Universität;  sonstigen 
Privaten    nur    mit    Bewilliizung    des    Bil)liothekars.    —    Ent- 


268  Wien.  [793 

lelinungen    an    Private    nur    ausnalimsweise    mit    Bewilligung 
des  Präsidenten.    —  Versendungen    in  der  Regel    nur  an  Be- 
hörden und  Bibl.  —  Mit  Errichtung  des  statistischen  Bureaus 
i.  J.  182y  wurde    auch    eine  Bibl.  dieses  Amtes  ins  Leben  ge- 
rufen. Dieselbe  blieb  jedoch  unbedeutend,  bis  das   statistische 
Bureau    in    die    „Direction    für    administrative  Statistik"    um- 
gewandelt und  der  Leitung  des  Freiherrn  v.   Czoernig  unter- 
stellt wurde.   Dieser,  sowie  die  folgenden  Chefs  der  Direction 
für    administrative    Statistik   und    der    statistischen    Central- 
commission,    welcher    die    Direction    mit    ihren    Attributen    i. 
J.  1884  einverleibt  wurde,    haben    stets    ihre   besondere  Sorg- 
falt    der     Ergänzung     und    Vervollständigung     der    Bücher- 
sammlung zugewendet.  Diese  erfährt  namentlich  dadurch  all- 
jährlich   einen    besonderen    Zuwachs,    dass    sie    im   Wege    des 
Austausches  die  statistischen  Publicationen  fast  aller  Cultur- 
staaten    erhält    und   ihr    überdies  die  wissenschaftlichen  Zeit- 
schriften   zugetheilt   werden,    welche    im    Austausche    an    die 
Redaction    der    „statistischen    Monatsschrift"    gelangen.    Der 
Bibl.  wurde  i.  J.  1884  die  von  dem  Freih.  v.  Reden  angelegte, 
aus    Zeitungsausschnitten,    Abschriften    und    Acten    aus    der 
ersten  Hälfte  dieses  Jhdts.  bestehende  Sammlung  statistischer 
Materialien    einverleibt.    —    Staatswissenschaften  im  weiteren 
Sinne,  insbesondere  Statistik,   Demographie,  Geographie,  poli- 
tische   Oekonomie,  Verwaltungslehre,    Rechtswissenschaft    und 
Geschichte.    —    Die  Bibl.  vermittelt    den  Austausch    der    offi- 
ciellen    Publicationen    Oesterreichs    mit    den    analogen    Publi- 
cationen der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  und  sorgt  für 
die    Aufstellung    und    Ordnung     dieser     letzteren     in     ihren 
Räumen.  Ebenso  vermittelt  sie  den  Tauschverkehr  der  öster- 
reichischen    gelehrten    Gesellschaften     mit    der    Smithsonian 
Institution  in  Washington  im  Namen  der  kaiserlichen  Akademie 
der  Wissenschaften. 

793.  K.  k.  Civilmädchenpensionat,  VIIL  Josefstädterstrasse  41. 
—  18r)l  Werke  mit  2:381)  Bdn.  in  deutscher,  47s  Werke  in  fran- 
zösischer, 1 24  in  englischer,  42  in  italienischer  Sprache.  —  Jahres- 
dotation vom  Unterrichtsministerium  aus  dem  Gebarungsüber- 
schuss  des  k.  k.  Schul])ücherverlages  lOO  Gulden.  -—  Vor- 
steherin: Marie  Bafikowsk}';  Gustos:  Franz  l>ranky.  —  Ein  Band- 
katalog; ein  Zettelkatalog  in  Ausarl^eitung.  —  IJenützung  und 
Entlelinung  für  den  Leiirkör|)er.  —  Keine  Versendung.  — 
Nachdem  Kaiser  Franz  I.  i.  J.  1S]2  den  Antrag  des  damaligen 
Lehrers  Müller  zur  Aufstellung  einer  kleinen  Ilandbibl.  ab- 
gelehnt, legte  der  Curator  der  Anstalt,  (Jraf  Dietrichstein, 
selbst  den  (Ji-und  zu  einer  soh'hen,  indem  er  den  hierzu 
erforderlichen    Betrag    V(jn    !.')()    Gulden    aus   eigenen   Mittebi 


7'.>7)  Wien.  iC'.t 

Ix'istt'Ut'rto.  —   N'orzugt^weisi.'  riulanoi^ik,  ilcutsclio  Sprachig  iiml 
(Jescliii'liti'. 

7.1 1.  Fürsterzbischöfliches  Clericalseminar  (Alumnat),  I.  Ste- 
i'ansplatz  :'>.  —  ii;..;ii(i  lldc.  —  Leiter  der  jeweilige  Suhrector, 
derzeit  Frau/.  Kaiii|)ratli,  \\'elti)ricster,  iiiitorstützt  von 
zwei  Studireiuleu  tlor  Theoloj^ie.  —  Ein  aiphabet.  Zettel- 
katalog und  ein  nacli  Fächern  üeordneter  Bandkatalo^'.  — 
Zugänulioli  nur  den  Vorstehern  und  den  Alumnen  des  fürst- 
erzl)isolu>fl.  Clericalseniinars.  -  Keine  Versendune;.  —  Näheres 
über  die  Gründun<j!:  ist  unbekannt.  Doch  dürfte  diese  zugleich 
mit  der  Errichtung  des  Seminars  durch  Cardinal  Migazzi 
i.  J.  1758  erfolgt  sein.  Die  werthvollsten  Theile  der  Bibl.  sind 
die  dem  Seminare  testamentarisch  vermachten  Büchersamm- 
lungen des  IST.")  als  apostolischer  Feldvicar  verstorbenen 
ehem.  Seminardireetors  und  Universitätsprofessors  Dr.  Dominik 
Mayer  und  des  IbTT  gestorbenen  Domcapitulars  Dr.  Joseph 
Columbus.  —  Zumeist  Theologie. 

T!>.'».  Wissenschaftlicher  Club,  I.  Eschenbachgasse  9.  — 
4145  Werke  in  :^[()S  Ikln.;  überdies  4if28  Bde.  Zeitschriften, 
-12  Autographen,  sowie  eine  grössere  CoUection  vf)n  Photo- 
graphien. —  Jahresdotation  für  Bücherankauf  400  Gulden, 
für  Zeitschriften .  2000  Gulden.  —  Präsident:  Exe.  Carl  v. 
Stremayr;  Vicepräsidenten:  Ilofr.  Brunner  v.  Wattenwyl, 
Eugen  Freih.  v.  Poche;  Generalsecretär :  k.  Rath  Felix  Karrer; 
Bibliothekar:  Custos  Joseph  Anderle;  2  "»Diener.  —  Einlaufs- 
protokoll;  handschriftlicher  Zettelkatalog  nach  Autoren  und 
Materien  geordnet,  sowie  ein  hektographirter  Handkatalog 
zum  Gebrau clie  der  Mitglieder.  —  Benutzbar  von  ;•  — 10  Uhr 
abends  nur  für  die  Mitglieder.  —  Ebenso  p]nllehnungen  auf 
14  Tage  und  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Vereine 
is7().  —  Alle  Disciplinen,  insbesondere  Zeitschriften. 

Jaliresbcriclit  des  Wissenschaftlichen  Clubs.  Wien  isTTff. 

796.  Concordiaclub,    I    Helferstorfergasse  1.   —    5.')00  Bde. 

—  Bibliothekare:     Gustav    Frieberger    und    Julius    Stern.    — 
Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Handschriftliche  Kataloge. 

—  Benutzbar     jederzeit     für    Mitglieder.     —     Alle    Wissen- 
schaften. 

797.  K.  u.  k.  Consularakademie,  IV.  Favoritenstrasse  15.  — 
Ca.  4500  Druckwerke  mit  70oo  Bdn.  (Ueber  Zahl  der  Hand- 
schriften und  Dotation  wurde  keine  Auskunft  gegeben.)  — 
Bibliothekar:  Leopold  Pekotsch,  zugleich  Präfect  und  Cor- 
repetitor  der  türkischen  und  persischen  Sprache.  —  Alphabet. 
Nominalzettelkatalog;  systematischer  Bandkatalog;  gebundener 


270  Wien.  [7^8 

aiphabet.  Nominalkataiog  und  Inventar.  —  Nur  zu  eigenem 
Gebrauche.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Die  orientalische 
Akademie  besteht  seit  1754.  Die  erste  Ausstattung  der  Bibl., 
zumal  mit  orientalischen  Werken  dürfte  ohne  Zweifel  von 
Seiten  der  k.  k.  Internuntiatur  in  Constantinopel  erfolgt  sein, 
bei  welcher  bis  dahin  das  Knabensprachinstitut  zur  Heran- 
bildung von  Dolmetschen  bestand.  Jedenfalls  ist  die  Bibl.  auch 
später  noch  von  Seiten  der  Internuntiatur,  sowie  durch  Schen- 
kungen und  Vermächtnisse  ehemaliger  Zöglinge  bereichert 
worden.  Den  grössten  Theil  ihrer  orientalischen  Sammlungen 
verdankt  jedoch  die  Bibl.  den  Bemühungen  des  einstigen 
Akademiedirectors  Franz  Hock,  Abt  von  Leker  und  Räcs. 
Der  Zuwachs  der  Bibl.  seit  den  Siebzigerjahren  und  die  gegen- 
wärtige, den  neuen  Bedürfnissen  entsprechende  Completirung 
desselben  bestehen  fast  nur  aus  käuflich  erworbenen  AVerken. 
—   Rechts-  und  Staatswissenschaften,  sowie  Linguistik. 

Weiss  Edler  v.  Starkenfels,  Victor.  Die  k.  k.  orientalische  Akademie 
zu  Wien,  ilire  Gründung,  Fortbildung  und  gegenwärtige  Eiariehtung. 
Wien   ]8;;9. 

71)8.  Israelitische  Cultusgemeinde,  I.  Seitenstettengasse  4, 
3.  Stock.  —  i)758  Bde.  Da  aber  nach  einem  früheren,  jetzt  auf- 
gegebenen Modus  nahezu  lOO  Bde.  eine  grosse  Anzahl  von 
Adligaten  aufweisen:  ca.  12.000  Werke.  22  Handschriften, 
71  Incunabeln;  dazu  kommen  noch  1)51  Bde.  Bibel-  und  Tal- 
mudausgaben, sowie  liturgische  Werke.  —  Jahresdotation  750 
Gulden:  die  Buchbinderrechnungen  aus  der  Gemeindecassa 
bestritten.  —  Bibliothekar:  Samuel  Hammerschlag,  em.  Reli- 
gionslehrer der  israel.  Cultusgemeinde:  Scriptor:  Dr.  Bernhard 
Münz;  1  Bibl.-Diener.  —  Ein  aiphabet.  Katalog,  ein  Real- 
katalog, je  in  2  Foliobdn. ;  ein  Zettelkatalog.  —  Zugänglich 
jedem  erwachsenen  Besucher.  Lesestunden  Dienstag,  Mitt- 
woch, Donnerstag  von  4^/2 — '''  Uhr,  Freitag  von  11 — l  Uhr, 
Sonntag  von  10  —  12  Uhr.  —  Entlehnungen  und  Versendungen 
nur    mit    Erlaubniss    des    Vorstandes.  Entstanden    April 

1S14  durch  eine  Schenkung  des  k.  k.  priv.  und  landschaftl. 
Buchdruckers  Anton  Edl.  v.  Schmidt,  der  je  ein  Exemplar 
seiner  i;5.3  Verlagswerke  der  Cultusgemeinde  spontan  über- 
sendete. Grössere  Legate  fielen  der  Bibl.  zu:  von  Hermann 
Dukes,  Joseph  Ritter  v.  Wertheimer,  Gerson  Wolf,  Leo])old 
Kompert,  Salo  Cohn,  sowie  die  Bibl.  S.  J.  Halberstamni.  — 
Vorzugsweise  Hebraica,  Bibelexegese,  Religionsijhilosophie, 
jüdische  Literaturgeschichte,  (leschichte  der  Juden  und  des 
Judenthums,   sowie  Einzelforschungen. 

Bericht  der  U.  Section  (Unterriciitswesen)  über  die  Entstehung  und 
Entwickelung  der  Bibl.  der  israel.  Cultusgemeinde  in  Wien  zufolge  des 
Beschlusses  des  Vorstandes    vom  11'.  Januar  1890.  Wien  lH'.Hi. 


^""»1  Wion.  _  271 

T'.'i".  Katholischer  Damenieseverein,  i.  ^\^»ll/,('ilo  .J-,  I.Siic-ic, 
•J.  Stock.  —  ll.s()(t  {{(lo.  —  .lahresdotalion  ca.  ;5(»o  (Juldcn.  — 
rräsidontiii :  l'.aroiiiii  Sophie  Seliloissiiiu^'-^  treb.  (Iräfiii  ('a- 
vriaiii ;  Vioopräsidontin :  (Gräfin  Marietta  Szechrnyi,  ^a-b.  (Iräfiii 
Ib>y()s;  Consulent  :  Prof.  Alois  Oberlumier;  IMbliothekariii : 
Sophie  Görres;  Bibl. -Assistentin:  Gisela  Achhammer.  —  Je 
ein  handschriftl.  ali)habet.  Zettel-  und  Nummernfachkatalo^-, 
welch  letzterer  fortgesetzt  wird,  sowie  zwei  gedruckte  Kata- 
loge. —  l>eniitzbar  nur  für  Älitirlieder  (Mit^liedsbeitrau' monat- 
lich 50  Kreuzer  und  'i  (lulden  Caution),  von  s  —  i  und  ;J  — 7 
Uhr.  —  Ebenso  Entlehnuufj^en  und  Versendunuen  j.;egen  Er- 
satz des  Portos.  —  Belletristik  und  populäre  Wissenschaften, 
Theologie  etc.  (5270  in  deutscher,  lli41  in  franz<')sischer,  1255 
in  englischer,  2(10  in  italienischer,  (j2  in  spanischer  Sprache). 

—  Gegr.  zugleich  mit  dem  Vereine   1861. 

XXVII.  Jahresbericht  über  die  Thätigkeit  des  Katholischen  Damenlese- 
Vereines  vom  1.  Mai  ISOT  bis  30.  April  1808. 

800.  Wiener  medicinisches  Doctorencollegium,  I.  Rothen- 
thurmstrasse  21  — 0:5,  Van  Swieten-Hof.  —  Ca.  Iti.ooo  Bde.  — 
Jahresdotation  je  nach  Bedarf.  —  Bibliothekar:  Dr.  Franz  v. 
Brennerberg,  k.  k.  Hofburgtheaterarzt.  —  p]in  Zettel-,  ein 
Bandkatalog,  geordnet  nach  Autoren  und  den  behandelten 
Themen;  Grundbuch,  enthaltend  das  fortlaufende  Verzeichniss 
der  als  Schenkungen  einlangenden  Werke  und  der  Namen 
ihrer  Spender.  ~  Benutzbar  für  die  Mitglieder  während  der 
Amtsstunden,  d.  i.  täglich  vormittags.  —  Ebenso  Entlehnungen. 

—  Den  Grundstock  der  Bibl.  legten  die  Erben  des  i.  J.  184G 
verstorbenen  Ilofrathes  und  Referenten  der  Studienhofcom- 
mission  Dr.  Ludwig  Freih.  v.  Türkheim,  welche  die  reiche 
Büchorsammlung  dieses  um  das  medicinische  Studienweson 
Desterreichs  verdienten  und  durch  eine  vielseitige  literarische 
Bildung  ausgezeichneten  Mannes  über  Anregung  des  k.  k. 
Stadtarmenarztes  Dr.  Nadler  der  medicinischen  Facultät  der 
Wiener  Universität  unter  der  Bedingung  zuwendeten,  dass 
diese  Sammlung  als  „Bibliotheca  Türkheimiana"  für  alle 
Zeiten  aufbewahrt  werde  und  den  Facultätsmitgliedern  zur 
Benützung  offen  stehe.  Nach  der  i.  J.  184;»  vollzogenen  Schei- 
dung der  Facultät  in  Professoren-  und  Doctorencollegieji  fiel 
die  Bibl.  letzterer  Corporation  zu,  als  deren  Rechtsnachfolger 
endlich  das  jetzige,  1873  constituirte  CoUegium  in  den 
Besitz  derselben  gelangte.  Stets  in  den  Kanzleien  dieser  Cor- 
poration aufbewahrt  und  mit  ihnen  das  Domicil  wechselnd, 
ist  die  Bibl.  nach  sieben  Umzügen,  seit  189«  im  jetzigen  Locale 
untergebracht.  Als  l^>ibliothekare  fungirten  ts4;) — 1850:  Ober- 
Sanitätsrath  Dr.  J.  Schneller,  welcher  die  erste  Ordnung  mit- 


27-:?  Wien.  [8oi 

telst  Zettelkataloges  vornahm  und  später  (1854  —  1855)  auch 
noch  einen  festen,  in  178  Fächer  getheilten  Realkatah^^-  an- 
le.üte  und  vollendete ;  1 850  -  1 856 :  Sanitätsrath  Dr.  A.  Witlaeil ; 
185tj  — 185i):  Prof.  Dr.  H.  Beer:  1S59— 1861:  Dr.  L.  Öchlaoer; 
1861  -  1877:  Dr.  J.  Zauchi  de  Call«)  et  Linchenbur^-;  1877— 18i)8: 
Dr.  Gustav  v.  Pernhofer,  welcher  die  Bibl.  nach  mt)dernem 
Muster  ordnete,  einrichtete  und  einen  neuen  ( 1 88  L  gedruckten) 
Katalog  verfasste;  seit  181)8:  Dr.  Franz  v.  Brennerberg.  — 
Ein  beträchtlicher  Theil  der  Bibl.  entfällt  auf  die  zumeist 
noch  der  „Bi^li<^thek  Türkheim"  entstammenden  Dissertationen, 
ferner  auf  die  Zeitschr.  und  die  Badeliteratur.  Unter  den 
grösseren  Werken  sind  namentlich  jene  der  österr.  Universitäts- 
lehrer des  vorigen  und  der  ersten  Hälfte  des  laufenden 
Tiidts.  vertreten.  Eben  diesem  Zeiträume  gehören  die  meisten 
Dissertationen  an,  welche  mit  geringen  Ausnahmen  von  den 
Universitäten  Wien,  Prag,  Pest,  Pavia  und  Padua  herrühren; 
hierher  gehören  auch  einige  grössere  Sammlungen  aus- 
gewählter, mitunter  sehr  alter,  zum  Theile  commenlirter  und 
kritisirter  Dissertationen  österreichischer  und  deutscher  Hoch- 
schulen. —  Von  Zeitschriften  sind  nebst  den  in  Oesterreich 
und  vielen  in  Deutsehland  erscheinenden  oder  bereits  ein- 
gegangenen, auch  solche  aus  England,  Nordamerika.  Frank- 
reich, Belgien,  Holland,  Holländiscli-Indien,  der  Schweiz, 
Italien,  dem  Orient,  Algier,  Norwegen,  Finland  und  Russland 
in  grösserer  Auswahl  vorhanden.  Die  Badeschriften  behandeln 
vorwiegend  österreich.-ungarische  Curorte;  namentlich  die  äl- 
tere Literatur  erscheint  nahezu  complet.  —  Naturwissen- 
schaften, besonders  Medicin. 

Katalog  der  Bibl.  des  "Wiener  inediciniselien  Doctorencollegiuins  be- 
arbeitet von  Dr.  Gustav  v.  Pernhoffer  herausgegeben  vom  Wiener  medi- 
cinischen  Doetorencollegiuni.  Wien  1881. 

801.  Dominicanerconvent,  I.  Postgasse  4.  —  Ca.  oO.uuo  Bde., 
21:7  Incunabeln.  ö2()  Handscliriften.  —  Jahresdotation  je  nach 
Bedarf.  --  Bibliothekar  für  drei  Jahre  gewählt,  derzeit:  P. 
IJertrand  Zizlavsky.  —  Neukatalogisirung  im  Zuge,  bisher  bei 
über  2<i.(»(i()  Bdn.  bereits  durchgeführt;  Zettelkatalog.  Der  älteste 
Bandkatalog  ist  i.  J.  1513  von  Martinus  Purlwasser  (Purlrawser) 
angelegt.  Ein  zweiter,  späterer,  zweibändiger  Katalog  (I.  ,,au- 
thores",  II.  „materiae")  wurde  1758  von  Hermann  Männlich  ver- 
fasst.  Ein  dritter  Bandkatalog  stammt  aus  180:3  („authores").  — 
Nach  rechtzeitiger  Anmeldung  l)eim  Bibliothekar  und  mit  Zu- 
.stimmung  des  Priors  ist  die  Biljl.,  di(i  im  fJrunde  reine  Privat- 
bibl.  ist,  in  beschränkter  Weise  auch  für  Nichtconveiitmitglieder 
benutzbar.  —  Entlehnung  von  Handschriften  und  Incunabeln 
unstatthaft:    von  Büchern    ausnahmsweise    gegen  Revers  und 


«'•••il  Wien.  273 

l'>iir,i4s<'h;il'l.  —  Di.'  SnininlmiL:  isi  llausliiltl.  ])]('.  ällistcii  ('o- 
tliees  sind  ans  iIimu  Kiulc  des  1:5.  . Units.,  zahlreicher  sind 
die  aus  dem  ll..  di(>  meisten  aus  dem  1.'».  ,Jhdt.  Der  älteste 
Bestand  stammt  zum  ^rijssten  Theile  aus  Gesclienken  der 
Conventmit<xlied(>r,  '/um  anderen  aus  Käufen.  Zalili'oiche 
Codices  sind  im  1  r>.  -Ihdt.  von  izelehrten  Convcntmitiiliedern 
als  ^'<M•^'nssern  sell)st  ^eschriel)en  worden.  —  Ilauplsäehlieli 
ThiM»h)i;ie,  Sancti  l'atres.  Interpretes  S.  Scripturae,  Thefdo^i 
speoulativi,  douni..  morales,  polemici,  II ist.  eccles.,  Conciona- 
tores,  Canonistae  eto  Nicht  unbedeutend  ist  auch  der  Be- 
stand aus  Jus  civile,  Medici,  Pliilosophi,  Historici,  Politici, 
Philolof;i. 

so-3.  K.  k.  evangelisch-theologische  Facultät,  IX.  Tiiiken- 
strasse  4.  —  711M)  Werke  in  ll.(i-14  Bdn.  und  Broschüren. 
—  Jahresdotation  ftoo  Oulden.  —  Bibliothekar  jäiirlich 
aus  dem  Prof.-Colle^ium  liewählt,  derzeit  a.  ö.  Prof.  Dr. 
KrnstSellin;  Bibl.-Scriptor:  IIuu'o  Ileichel.  —  Al])hal)et.  Zettel- 
nnd  Fnehkatalou.  —  Zuj^änulieh  vormittags  an  jenen  Tagen, 
an  denen  Vorlesungen  stattfinden.  —  Entlehnung  an  Hörer 
und  ^litglieder  der  k.  k.  evang.-theol.  Facultät;  an  andere 
Personen  nur,  wenn  sie  dem  Bibliothekar  bekannt  sind,  oder 
gegen  Erlag  einer  Caution.  —  Versendungen  ausnahmsweise 
an  vertrauenswürdige  PersTynlichkeiten  oder  gegen  Caution, 
bei  Ersatz  der  S])esen.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Facultät 
i.  J.  ls-21.  —  Evangelische  Theologie  sammt  ihren  Uilfs 
Wissenschaften. 

HOr,.  K.  u.  k.  Famllien-Fideicommissbibliothek,  I.  Hofburg.  — 
41.200  VVcn-ke,  lo.is  Landkarten,  sio  Incunabeln  (l)is  l.^>30). 
•2212  Handschriften,  darvmter  zahlreiche  Huldigungsschreiben, 
90.000  Porträte,  0000  Kupferstiche,  Lavatersammlung  über 
22.000,  Kunstwerke  und  Sammelmappen  lOOO  Stück,  Aqua- 
relle r»00,  Ansichten  '.000.  naturwissenschaftliche  Bilder  l.'i.oou, 
Adressen  40(tO  Stück:  Privatbibl.  .S(i()4  Werke,  4.^)4  Landkarten. 
M<)(»  Adressen.  —  Dotation  aus  dem  allerh.  Familienfond.  — 
Vorstand:  Dr.  Alois  Theodor  Karpf,  Custos;  Scriptoren:  Johann 
Jureczek,  Dr.  Franz  Schnürer:  Amanuensis:  Dr.  Antal  Hodinka; 
Hilfsarbeiter:  Johann  Bapt.  Janku;  Kanzlist:  Ferdinand  Ritt.  v. 
Geisinger:  2  defin.,  1  prov.  Diener.  —  Die  Bibl.  ist  privat, 
jedoch  nach  Anmeldung  beim  Vorstande  ausnahmsweise  auch 
(»ffentlich  benutzbar.  — -  Entlehnungen  an  Ibd'ämter.  —  Gegr. 
von  Kaiser  Franz  I.  der  Iso*;  den  ersten  Bibliothekar  Peter 
Thomas  Young  anstellte;  ]s.'>5  wurde  die  Bibl.  laut  Testament 
des  genannten  Herrschers  Fideicommissgut  (Urkunde  darüber 
von  1S49),  1S7S  mit  der  Privatbibl.  des  Kaisers  Franz  Joseph  I. 
vereint.    Aufnahme    fanden:     isio    die    Bibl.  der   Erzherzogin 

I!il)lir.ihi-k8  Adro.ssltuch.  ]y 


•274  Wien.  [804 

Maria  Elisabeth  in  Innsbruck,  2174  Werke;  ISIS»  die  Sammlung 
(juridischen  Inhaltes)  des  Reichst'reih.  Peter  Anton  v.  Frank, 
5S-27  Werke:  ls-24  Bibl.  des  Freih.  v.  Ulm,  GOü  Incunabeln; 
18-28die  Lavatersammlung,  22.000  Kunstblätter;  183G  die  Porträt- 
sammlung des  Banquiers  Rittor  v.  Franck;  1871  die  Bibl.  des 
Ritter  v.  Schneid.  950  Bde.;  I87ö  die  Privatbibl.  des  Kaisers 
Ferdinand.  8166  Werke,  351  Landkarten,  Siia  Aquarelle, 
95')4  Handzeichnungen;  1878  die  Privatbibl.  des  Kaisers  Franz 
Joseph  I.:  1888  die  Göcsy'sche  Porträtsammlung;  1891  die 
Privatbibl.  des  Kronprinzen  Erzherzog  Rudolf.  —  Ausser  den 
alten  Katalogen:  Für  alle  Abtheilungen  Einlaufsjournale;  für 
die  Büchersammlung:  Standortsrepertorium;  Localrepertorium 
nach  den  einzelnen  Schränken;  Schlagwortkatalog  in  Zettel- 
form (ca.  6U.000);  ein  Vormerkkatalog  über  biographische 
und  ikonographische  Literatur  (ca.  40.000  Zetteln).  Für 
die  Landkarten:  Zettelkatalog;  für  die  Porträtsammlung  ge- 
bundene Kataloge  in  47  Bdn.;  aiphabet.  Zettelkatalog  für  die 
„übrigen  Stände";  Zettelkataloge  für  die  in  den  Bücherwerken 
enthaltenen  Porträte.  Für  die  Kunstsammlung,  und  zwar  für 
die  Kunstwerke:  Alphabet.  Zettelkatalog,  Standortsrepertorium, 
Spiegel:  für  die  Kupferstiche:  iVlphabet.  Zettelkatalog,  Stand- 
ortsrepertorium; für  die  Aquarelle:  Alphabet.  Zettelkatalog; 
für  die  Ansichten  und  die  Pflanzenabl)ildungen  je  ein  eben- 
solcher; für  die  Adressen:  Kataloge  in  Heften.  —  Vertreten 
sind  alle  Wissenschaften. 

Samnilungen,  Die,  der  vereinten  Familien-  und  Privatbibl.  Sr.  Majestät 
des  Kaisers.  Wien  IST.'^ — 1882.  —  Balbi,  A.  Essai  statistique  sur  les  bibliu- 
tliöciues    de   Vionne.  Vienne  18."54j.    —    Francisceisclie    Ciiriosa.    Wien   1849. 

—  Kealis.  Die  kaiserliclie  Bui'g  in  Wien.  Wien  ISf):?.  —  Karpf,  Alois. 
Die  Landkartensammlung  des  Kaisers.  In:  Neue  Freie  Presse.  ;?.  Nov.  1882. 

—  Schaffer,  Wenzel.  Unseres  Kaisers  Bibl.  In:  Illustr.  Oberösterreicliischer 
Volksl)iklungskaIender  f.  d.  J.  ]S85.  I.  Ried  188.5.  —  Karpf,  Alois.  Die 
alten  liandscliriftliclicn  Seh ifferk arten  in  der  k.  u.  k.  Familien-Fidoi- 
commissbil)l.  In:  Mittli.  der  geogr.  Geselisch.  in  Wien.  Wien  18'.H.  -  Die 
Familienbil)l.  des  Kaiserhauses.  In:  Frcmdenljlatt  vom  11.  Juli  isi»;!.  — 
Zeichnungen  aus  der  kais.  Fideicomiuissbil)!.  Ebenda.  :!.  Deeember  l.s'.i;").  — 
Jurofzek.  Jnliiinn  Die  Porträtsamnilung  der  k.  u.  k.  Familien-Fidei- 
commissbibl.  in  Wi(>n.  In:  Bi<)grai>iiiselie  Blätter.  I.  Wien  18'.);'».  —  Die 
kaiserliche  Privatbibl.  i.  d.  J.  180'.»  und  181.^.  In:  Wiener  Zeitung  vom 
14.  und  lö.  Deeember  18'.l7.  —  The  Private?  Library  <ii  llis  In)))erial  and 
Royal  Majcsty  Francis  Joseph.  In:  Life.  A  social  and  finaiicial  Journal 
vom  l'J.  Juli  181)8.  Bohatta,  II.  Die  Faniilien-Fideicommissbil)!.  in 
Wien.  In:  Mittheilungen  d.  österr.  Vereines  f.   Bibl. -Wesen  III.   18'.i'.), 

-Ol.  Freibibliothek  und  Freilesehalle  des  ,, Gemeinnützigen 
Vereines  Aisergrund",  IX.  Nussdoi-Ierstrasse  3,  wurde  i.  J.  I.s7'.» 
von  Sr.  I^xc.  Dr.  Wilh.  P'reih.  v.  Schwarz-Soolxtru  ins  Leben 
gerufen,  zählte  n(miin(;ll  im  Jahre  18!»!)  1  l.doo  Bde.,  entlehnte 
jährlich    etwa    15.0(>()    Bdo ,    während    loo.oon    l)is    l-2<>.000   im 


«•'S)  Wien.  275 

Lesesaal  licnüt/.i  wurden  (Id.ood  iT.oot»  llrsuclici)  Die  I'-ibl. 
war  an  WoclitMitaucn  abends  von  <;— !♦  und  Scinntau  nadi- 
mittaj4"  ii"e(">irn('t.  In  den  letzten  Zeiten  wurden  inonatlicli 
.') — H)  Kreu/er  als  llenützuniis^chülir  ein^a'liolx'ii.  Trotz  dieser 
neiträ<>e  der  Lt'ser  und  trotz  der  grossen  ()|>l"('r.  welche  der 
Präsident  Ludwi«;  Lohner  und  der  Cassier  Travnitsnhek  seit 
Jahren  brachten,  konnte  keine  kräfti<i-e  Entfaltung  des  In- 
stitutes erzielt  werden;  für  Rücherankäufe  wurde  seit  Jahren 
nichts  aufgewendet.  Am  ,'7.  Juni  Is:»:»  l()ste  sich  der  Vei-ein 
auf  und  übergab  die  Uibl.  und  das  Vereinsvernu"»gen  an  den 
Verein  ,,Centralbibl.".  Mit  einem  Aufwände  von  ca.  .■$(>»)(»(  lulden 
soll  die  Bibl.  reorganisirt  und  zum  Tlieile  neu  (IX.  Währingcr- 
strasse  äo)  ausgestattet  werden. 

si»;").  Gabelsberger  Stenographen-Centralverein,  I.  Weihburg- 
gasse l(i.  —  Jltiu  J)d(>.  —  fJahresdotation  4U0  Gulden.  — 
Vereinsvorstand:  Karl  Weizmann,  k.  k.  R(»visor  des  reiclis- 
räthlichen  Slen(^grai)h('nbureaus:  Ribliotliekar:  Alexander 
Pusicelli.  —  Zettelkatalog.  —  Renützbar  Sonntag  ;t— 11  Uhr 
vorm.  —  P]ntlehnungen  nur  an  Vereinsmitglieder.  —  Ver- 
sendungen an  auswärtige  Mitglieder  nur  mit  besonderer  (ie- 
nehmigung  der  Vereinsloitung.  —  Gegr.  zugleich  mit  den: 
Vereine   184i>.  —  Stenographie. 

Gedrucktor  Ribl. -Katalog  v.  .1.  1870. 

HOt;.  K.  u.  k.  Garnisonsspital  Nr.  2,  III.  Rennweg  81».  — 
■31.')0  Rde.  —  Ohne  bestimmte  Jahrosdotation.  —  Vorstand  ist 
der  S{)italscommandant.  Verwalter  der  Ribl.  der  jeweilige 
Militärcurat.  —  Ein  handschriftlicher,  nach  dem  Inhalte 
der  Rücher  angelegter  Katalog.  —  Jeden  Tag  nach  dem 
Spitalsgottesdienst  von  T'/o  —  8  und  von  10  —  12  Uhr  für  die 
kranken  und  reconvalescenten  Personen  des  obigen  Spitales 
benutzbar.  —  Versendung  ausgeschlossen.  —  Eine  geschicht- 
liche Darstellung  der  Gründung  und  Vergrösserung  der  Ribl. 
liegt  nicht  vor;  allem  Anscheine  nach  wurde  dieselbe,  wie 
aus  den  Rücherspenden  ersichtlich  ist,  nach  und  nach  von 
Wohlthätern  gegr.  und  vergr()ssert.  —  Gr()sstentheils  Relle- 
tristik,   aber  auch  Militärwissenschaften  und  Theologie. 

807.  K.  k.  Gartenbaugesellschaft,  I.  Parkring  12.  —  Ca. 
2000  IMe.    "    riahresdotation  2oo  Gulden.  PräsidcMit:   Exe. 

Johann  Graf  llarrach:  Gem-ralsecretär:  Privatdocent  Dr.  Alfred 
Rurgerstein.  —  Zettelkatalog.  —  I)enützbar  von  !•  —  1  Uhr.  — 
Entlehnungen  nur  an  Milglicdor  der  Gesellschaft.  —  Gegr.  IS.*??. 

SOS.  K.  k.  oberster  Gerichts-  und  Cassationshof,  1.  Schnier- 
lingi)latz   10,  Justizpalast.    —   Ca.    lo.ooo  Rde.    und    öo   italie- 

is* 


27  G  Wien.  [809 

nisclie  Statutarreclite  in  Handschrift,  zum  Tiieile  Original- 
manuscripte, zum  anderen  Copien.  —  Jahresdotation  400 — fiOO 
Gulden.  —  Die  Bibliotheksgeschäfte  werden  von  einem  Mit- 
gliede  des  oberstgerichtlichen  Secretariates,  einem  Hofsecretär 
oder  Rathssecretärsadjunct,  derzeit  Hofsecretär  Dr.  Anton  Frei- 
herr V.  Pachner-Eggenstorff.  besorgt.  —  Ein  S3'stematischer 
Bandkatalog  und  ein  aiphabet.  Zettelkatalog.  —  Während  der 
Amtsstunden  des  obersten  Gerichtshofes  von  9 — 2  Uhr  für 
die  Mitglieder  desselben  benutzbar:  ausnahmsweise  mit  be- 
sonderer Bewilligung  des  Präsidiums  auch  für  andere  Personen, 
Richter,  Advocaten,  Rechtsgelehrte  etc.  —  Ebenso  Entleh- 
nung gegen  Empfangsbestätigung:  Handschriften  werden  nur 
mit  besonderer  Bewilligung  verabfolgt.  —  Versendungen  nur 
ausnahmsweise  über  besondere  Ermächtigung.  -—  Die  Bibl. 
wurde  i.  J.  1829  als  Bibl.  der  damaligen  obersten  Justizstelle 
(seit  1H4S  oberster  Gerichtshof)  über  Veranlassung  des  Vice- 
präsidenten  Freiherrn  v.  Ulm  gegr.  Derselbe  Hess  ein  Ver- 
zeichniss  der  vorräthigen  inländischen  Gesetzsammlungen  und 
der  wenigen  von  den  Autoren  gespendeten  Werke  anlegen, 
wies  in  einem  ah.  Vortrage  auf  die  Nothwendigkeit  der  An- 
schaffung neuer  Bücher  hin  und  bat  um  Anweisung  eines 
entsprechenden  Geldbetrages.  Kaiser  Franz  bewilligte  zunächst 
400  Gulden,  für  die  folgenden  Jahre  je  200  (iulden  C.-M.  Im 
J.  18  4;")  wurde  dieser  Betrag  auf  ,300  Gulden  erhöht.  Be- 
deutend vermehrt  wurde  die  Bibl.  i.  J.  l.s.'U  durch  den  Ankauf 
der  juridischen  Werke  aus  dem  Nachlasse  Prof.  Wagner's. 
Die  Wahl  der  neu  anzuschaffenden  Werke  wird  gegenwärtig 
vom  Präsidium  getroffen,  das  hierbei  den  von  den  Senats- 
präsidenten und  Hofräthen  des  obersten  Gerichtshofes  ge- 
äusserten Wünschen  Rechnung  trägt.  Seit  Aufhebung  des  so- 
genannten Veroneser  Senates  1850  wurden  der  Bibl.  die  ob- 
genannten  italienischen  Statutarrechtssammlungen  einverleibt. 
—  Gepflegt  werden  die  Rechts-  und  Staatswissenschaften  mit 
besonderer  Berücksiclitigung  des  österreichischen  Rechtes. 

Masehek  v.  Maasburg,  M.  Friedrich.  Geschichte  der  ohorston  Ju.stizstelle 
in  Wien  (1 740     184«).  Zweite  Auflacrp.  prajr  18;>1. 

sO!i.  „Germania".  Lese-  und  Redeverein  der  deutschen  Hoch- 
schüler in  Wien,  VHI.  Josefstädterstrasse  9.  —  1242  Bde., 
und  zwar  UM  7  belletristischen  und  22.^)  wissenschaftlichen 
Inhaltes.  —  Jahresdotation  40 — .50  Gulden.  —  ;{  jedes  Semester 
xom  Ausschusse  ncuigewählte  Bücherwarte,  derzeit  Büclier- 
wart:  stud.  phil.  Karl  Fces;  I.  Stellvertreter:  stud.  phil.  Robert 
Mayr:  2.  Stellvertreter:  stud.  jur.  Theodor  Härdtl.  —  Ein 
Zettel-  und  ein  aiphabet.  Katalog.  —  Benutzbar  während  der 
gewöhnlichen   Amtsstunden    des  Ausschusses    von    9—12    und 


S1..J  ^Vi 


en. 


-  -s  Uhr  für  ilicJL'iii.neii  Vereiusinit<^Ji(.'(lcr.  wclcJiu  eiiicji  bo- 
tiondoron  Bücliorscliein  (;i<i  Kreuzer  pro  Semester)  lösen.  — 
Entlehnuiii:,  aber  keine  Versen(lun^^  —  Ge.^r.  l«l»v.'.  Die 
Büeherei  wurde  zum  Theile  aus  der  liibl.  der  seinerzeit 
pulizeilu'h  aufgelösten  „Akademisclien  Lesehalle"  überntminien. 
Auch    fand    eine  ]>üehersamnüun<^-    von   ca.  400  Bdn.,    die  Dr. 

Moriz   Weitlof    geschenkweise    überliess,    hier    Aufnahme.    

Sämmtliche  an  der  Universität  vorgetragenen  Wissenschaften. 

810.  K.    k.    Gesellschaft    der    Aerzte,    IX  .!    Franckgasse  m. 
—      35.000     Bde.,     und     zwar     IJ.soo  Einzelwerke,    :):.o    Zeit- 
schriften,   zahlreiche  Handschriften  (darunter  Billroth's  Auto- 
biographie   in    2    Exemplaren,    3    Briefe    S.   k.  H.  des    Kron- 
prinzen Rudolf,   1 7  Briefe  S.  k.  H.  des  Herzogs  Carl  Theodor 
von    Bayern    und    308    Briefe    anderer    Persönlichkeiten),    ca. 
700  Porträts,  3  Mappen,  -22  Aiitographen,  Ansichten.  --  Jahres- 
dotation 2000— 3000  Gulden.-  Präsident:  Prof.  Hofr.    Dr.  Rud. 
Chrobak:    Vicepräsident:     Prof.    Dr.  Siegmund  Exner.     Zwei 
gewählte  Bibliothekare,  derzeit  Dr.  Ludwig  Unger  und  Privatdoc. 
Dr.  Heinrich  Paschkis;    1   Bibliotheksdiener.    —    Handschrift- 
liche Kataloge,  und  zwar   i  aiphabet.  Zettelkatalog,  l  :\Iaterien- 
zettelkatalog,   l   aiphabet.  Bandkatalog,   1  Inventarkatalog  mit 
fortlaufender  Numerirung,  1  Doublettenbandkatalou-.  —  Nur  für 
Mitglieder  der  Gesellschaft  benutzbar,  täglich  an  Wochentagen 
von   10-2  Uhr  mittags  und  von  5—9   Uhr  abends,    an  Sonn- 
und  Feiertagen  von  10  —  12  Uhr.  —  Entlehnungen  von  Büchern 
in    der  Regel    auf    30    Tage,    von    Zeitschriften    auf   8  Tage. 
Nicht    ausgeliehen    werden     umfangreiche    Naclischlairowerke, 
Wörterbücher    und    neu  angeschaffte  Werke    innerhalb    eines 
Monates  nach  ihrer  Beschaffung.     -  Verschickt  werden  weder 
Werke    noch   Zeitschriften.  Die    Bibl.    verdankt    ihr    Ent- 

stehen dem  eollegialen  Streben  der  Gründer  der  Gesellschaft 
und  schöpfte  ihren  ersten  Bücherbestand  aus  der  medicinischen 
Journalistik.  Grössere  Legate  wuchsen  derselben  si)äter  zu: 
durch  die  Witwe  nach  Feuchtersieben,  v.  Hoffmannst hal.  L. 
W.  Mauthner  v.  Mauthstein.  Malfatti,  Ludwig  Türk,  Ferd. 
Arlt.  Joffe,  Dittel,  M.  v.  Zeissl  und  schliesslich  in  besonders 
munificenter  Weise  durch  Theodor  Billroth,  welcher  der  Ge- 
sellschaft nebst  zahlreichen  Werken  seine  umfangreiche  Auto- 
graphen- und  Porträtsammlung  noch  bei  Lebzeiten  überliess. 
Ueberdies  geht  der  Bibl.  jährlich  eine  grosse  Anzahl  von 
Werken  durch  den  jeweiligen  Schriftentausch  und  durch  die 
Redaction  des  Gesellschaftsorganes.  derzeit  „Wiener  klinische 
Wochenschrift",  zu.    -  Medicin  und  Naturwissenschaften. 

Katalog  der  Bücliorsamnilunfj:    der    k.    k.   Grsollschaft    der    Aerzte    zu 
Wien.  Wien  18Gü,  saninit  dem  Ergänzungskataiog    I.  v.    J.   187S  durch  die 


278  Wien.  [Sil 

inzwischen  ei'folgte  Neukatalogisirung  ungiltig.  —  Hyek,  S.  Geschichte 
der  k.  k.  Gesellschaft  der  Aerzte  in  Wien  von  1837—1888.  Wien  1889.  — 
Bericht  der  k.  k.  Gesellschaft  der  Aerzte  in  Wien  über  das  Gesellschafts- 
jahr öl.  Wien  IS'.iO  ff. 

811.  Gesellschaft  der  Musikfreunde,  I.  Canovagasse  4,  Halb- 
stock.—  Archiv:  30.000  Tonwerke,  praktische  Musik,  Partituren, 
Ciavierauszüge,  Stimmen.  Bibl.:  über  4000  Werke  theoretischen, 
historischen  und  sonstigen  Inhaltes  über  Musik.  Museum:  Etwa 
1500  Handschriften  der  hervorragendsten  Tonkünstler  der 
letzten  3  Jhdte..  theils  Compositionen.  theils  Briefe  und  andere 
Werke.  Etwa  2000  Porträts  von  Tonkünstlern  und  Künst- 
lerinnen, sowie  von  hervorragenden,  um  die  Musik  besonders 
verdienten  Personen  aus  dem  17.— 19.  Jhdt.  Ferner  eine  Samm- 
lung historischer  Musikinstrumente  (l'i. — 15».  Jhdt.).  über  100 
Nummern.  —  Jahresdotation  looo  Gulden.  —  Archivar  und 
Bibliothekar:  Dr.  Eusebius  Mandyczewski:  Bibliotheksadjunct 
Carl  Kehlendorfer;  mit  der  Neukatalogisirung  betraut: 
Dr.  Hugo  Botstiber;  1  Bibliotheksdiener.  —  Für  das  Archiv: 
1  Nummernkatalog  und  17  aiphabet.  Fachkataloge,  für  die 
Bibl.:  1  Nummernkatalog,  1  allgemeiner,  aiphabet.  Katalog 
und  20  aiphabet.  Fachkataloge;  sämmtlich  Bandkataloge.  Die 
Ausarbeitung  eines  Zettelkataloges  hat  im  September  l.s!).s 
begonnen.  Für  das  Museum  besondere  Verzeichnisse.  — 
Bibl.,  Archiv  und  Museum  vom  15.  September  bis  15.  Juli  an 
allen  Wochentagen    von  10  — 1  Uhr  für  jedermann  zugänglich. 

—  Bücher  und  Musikalien  werden  nur  nach  Massgabe  des 
persönlichen  Vertrauens  des  Vorstandes  verliehen  oder  an 
öffentliche  Bibl.  verschickt.  Handschriften  kcnmen  weder 
entlehnt  noch  verschickt  werden.  —  Den  Grundstock  der  aus- 
schliesslich Musik  und  Musikwissenschaften  pflegenden  Bibl. 
bildet  die  Privatbibl.  des  18  19  in  Sondershausen  verstorbenen 
Ernst  Ludwig  C erber. 

Pohl,  C.    F.    Die    Gesellschaft   der    Mnsikfreunde    des    österreichischen 
Kaiserstaates  und  ihr  Conservatoriuin.    Wien  1871. 

812.  K.  k.  geographische  Gesellschaft,  I.  Universitätsplatz  2. 

—  Allgemeine  Geographie  23(;2  Werke;  besondere  Geogr. 
4225  Werke:  andere  Wissensch.    583,  zusammen    7170  Werke. 

—  Jahresdotation  200—300  Gulden,  —  Bibliothekar:  Prof. 
Dr.  Theodor  Cicalek,  Stellvertreter:  Dr.  Franz  Heger,  Custos 
des  k.  u.  k.  naturhistorischen  Hofmuseums;  Constantin  Ka- 
puscha,  Beamter  der  Centralanstalt  für  Meteorologie  und  Erd- 
magnetis)nus,  führt  die  Einlaufe.  —  Materienkatalog,  innerhalb 
der  einzelnen  Fächer  chronologisch;  Zettelkatalog;  aiphabet. 
Autorenkatalog.  —  Dienstag,  Donnerstag  und  Samstag  von 
a  — 6  Uhr,  an  letzterem    Tage  eventuell    auch,  bis    8  Uhr    für 


^'•■l  Wien.  -JT'.i 

Mituliodor  dvv  (Gesellschaft  i>eöt't'net.  Vom  I.— 31.  Au<fu.st  i^e- 
schlossen.  —  Entlehnung  nur  an  Mit<^lieder  auf  einen  Monat. 

—  Versendungen  nur  ausnahmsweise.  —  (re!j:r.  .gleichzeitig 
mit  der  (»esellschaft.  l<]inen  bcMlenlenden  Zuwachs  erhielt  die 
Bibl.  durch  Autuahme  der  IJücherriammlun^'  des  Afrikaf(jrschers 
Dr.  W.  Junker.  —  Geographie. 

Bibl. -Ordnung-.  Wien  1899.     —     Katalog  der    Bibl.    der    k.  k.  geogra- 
phischen Gesellscliaft.  Wien  1899. 

818.  K.  k.  heraldische  Gesellschaft  ,. Adler",  I.  Ilosen- 
oasse  1.  —  1  !>(;„>  Werke.  -  Jahresdotation  200  Gulden.  — 
Präsident:  p]xc.  Dr.  Ed.  Gaston  Graf  Föttickli  v.  Pettenegg; 
Vicepräsident:  Friedr.  Frh.  v.  Haan,  Rathssecretär;  Biblio- 
thekare: Kaplan  Johann  Ev.  Kirchberger,  Controlor  Guido 
Ehrenfried  Bauernfeld;  Custodeii :  Bez.-Hauptni.  Arthur  Graf 
V.  Wolkenstein-Rodenogg.  Archivsconcipist  Alfred  Ritter  An- 
thony V.  Siegenfeld;  Archivare:  Min.-Vicesecr.  Anton  Peter 
R.  V.  Schlechta-IIrochow-^Vssehrdsk3^  Prof.  Dr.  Hermann 
B.  V.  Schullern  zu  Schrattenhofeii.  —  Ein  Zettel-  und  ein 
Standortskatalog.  —  Mittwoch  von  <> — s  Uhr  abends  für  die 
Mitglieder,  eingeführte  Gäste  und  Mitglieder  jener  Vereine 
benutzbar,  mit  denen  ein  Schriftentausch  besteht.  —  An  Mit- 
glieder der  Gesellschaft  Entlehnung  und  Versendung  gegen 
Empfangsschein;  bei  gewissen  Werken  ist  die  specielle  Be- 
willigung des  Vorstandes  erforderlich.  —  ISTO  Gründung  der 
Bibl.  ]8I»0  wurde  der  Katalog  (Materienkatalog)  durch  Josef 
Klemme  verfasst  und  in  Druck  herausgegeben.  Der  Sphragi- 
stiker  Eduard  Melly  (f  22.  Oct.  1854)  hinterliess  eine  ansehn- 
liche Siegelsammlung.  die  in  den  Besitz  des  Grafen  v.  Pettenegg 
gelangte;  dieser  machte  sie  der  Gesellschaft  im  December 
1889  zum  Geschenke  (über  30ü()  Gypsabgüsse  und  Lackabdrücke). 

—  Heraldik,  Genealogie,  Geschichte.  Sphragistik,  Numismatik. 
Topographie.  Rechts-  und  Adelswesen,  Archiv-  und  Urkunden- 
wesen, Local-.  Kirchen-  und  Culturgeschichte. 

Bibl. -Katalog  erschien  Wien  1890. 

811.  Numismatische  Gesellschaft,  I.  Universitätsplatz  2. — 
Ca.  •200(j  Bde..  2  Manuscripte.  —  Jahresdotation  je  nach 
Bedarf.  —  Bibliothekar:  Dr.  Joseph  Scholz.  — Eingedruckter 
aiphabet.  Katalog  aus  dem  Jahre  IsOO,  überdies  ein  Zettel- 
katalog. —   Geöffnet  jeden  Mittwoch    von    <!— 8    Uhr    abends. 

—  Entlehnungen  an  Mitglieder  auf  11  Tage.  -  Versendungen 
derzeit  unmöglich.  —  Gegr.  1870.  im  Wesentlichen  durch 
Schenkungen  und  Scliriftentausch  vermehrt.  —  Numismatik, 
in  zweiter   Linie  Geschichte  und  Alterthumswissenschaft. 

«15.  Photographische   Gesellschaft,    H.    Karmelitergasse    7. 

—  11t).')  Nummern  mit  ca.  2500  Bdn.,  überdies:   18  Jahrbücher 


280  Wien.  t^i^ 

und  ca.  100  Zeitschriften.  —  Vorstand  der  Gesellschaft: 
Hofrath  Ottomar  Volkmer;  Cassier:  Reg.-R.  Ludwig  Schrank. 
—  Bandkatalog.  —  Benutzbar  nur  für  Mitglieder  Mittwoch 
und  Samstag  von  4  —  7  Uhr.  —  Ebenso  Entlehnungen  und 
Versendungen.  —  Entstanden  aus  Schenkungen  und  allmäh- 
lichen Nachschaffungen  seit  der  1861  erfolgten  Gründung  der 
Gesellschaft.  —  Photographie,  Chemie,  Photochemie  und  ver- 
wandte Fächer. 

816.  Wiener  pädagogische  Gesellschaft,    1.    Johannesg.    ia. 

—  669  Bde.  —  Ohne  Dotation.  —  Von  gewählten  Biblio- 
thekaren, derzeit  Moriz  Baumann,  verwaltet.  —  Ein  hand- 
schriftl.  Katalog.  —  Benützung  nach  Anmeldung  bei  den  Biblio- 
thekaren, von  denen  einer  im  Hause  Avohnt.  —  Gegr.  1873. — 
Vorzugsweise  Pädagogik,  Naturgeschichte,  Physik  und  Chemie, 

817.  K.  k.  zoologisch-botanische  Gesellschaft,  I.  Wollzeile  1 2. 

—  12.000 —lö. 000  Bde.  Zeitschriften;  66:)0  selbständige  Werke 
und  Separatabdrücke.  —  Jahresdotation  30(»  Gulden:  für  Er- 
gänzung der  Serien  300  Gulden,  für  Buchbinderkosten  300, 
zus.  900  Gulden.  —  Das  Bibliothekscomite  besteht  aus:  Joseph 
Brunnthaler,  Dr.  Alexander  Zahlbruckner  und  dem  verwal- 
tenden Secretär  A.  Handlirsch.  -  Für  die  selbständigen 
Werke  und  Separatabdrücke  ein  alphabet.  geordneter  Zettel- 
katalog, für  die  Zeitschriften  ein  älterer  Bandkatalog;  ein 
Zettelkatalog  in  Ausarbeitung.  — -  Entlehnungen  nur  an 
Vereinsmitglieder  an  allen  Wochentagen  von  3-7  Uhr.  — 
Ebenso  Versendungen  gegen  Ersatz  der  Kosten.  —  Gegr. 
zugleich  mit  der  Gesellschaft  i.  J.  18.=)1;  die  Bibl.  erhielt 
seinerzeit  die  Bücher  des  Botanikers  Neilreich.  —  Zoologie 
und  Botanik,  vereinzelt  andere  Wissenschaften;  die  meisten 
Zeitschriften  deutscher  und  sehr  vieler  auswärtiger  natur- 
wissenschaftlicher  Gesellschaften  durch  Schriftentausch. 

818,  K.  k.  Technologisches  Gewerbemuseum,  IX.  Währinger- 
strasse  59;  die  Institutsbibl.  ist  gegenwärtig  wegen  Platz- 
mangel IX.  Eisengasse  5  untergebracht.  —  331-2  Werke  mit 
.'>139  Bdn.;  Lehrmittel:  223  Werke  mit  7700  graphischen 
Blättern;  hiervon  besitzt  die  Centralbibl.  171h;  Werke  mit 
2ÖÜÖ  Bdn.,  das  übrige  die  vier  Sectionen.  Ausserdem  9;')  tech- 
nische und  gewerbliche  Fachzeitschriften,  sowie  Tausch- 
exemplare von  Handelskammer-,  Schul-  und  Vereinsberichten. 
—  Jahresdotation  700  Gulden.  —  Bibliothekar  und  Gustos 
der  Sammlungen:  Moriz  Volke.  —  Handschriftliche  Fach- 
kataloge mit  Namjnro'gister  für  jede  Seotion  der  Anstalt,  ein 
Katalog  der  allgemeinen  Bibl.  gleichfalls  mit  Autorenregister 
und  ein  Katalog  für  ältere  Werke  des  Museums  der  Geschiclite 


820]  Wien.  3sl 

der  ("»öterreicliiöclieii  Arbeit.  —  Die  Jiibl.  war  durch  1 '  \,  Jahre 
(")f  feilt  lieh,  ist  jedocli  derzeit  nur  Aiistaltshil)!.,  zu  der  die 
Schüler  der  Anstalt  Zutritt  haben.  —  Entlelinunjuen  nur  an 
den  Lehrkörper.  —  WerthvoUere  Werke  befinden  sich  als 
Ilandbibl.  bei  den  Vorständen  der  Soctionen  und  Versuchs- 
anstalten. —  Durch  grössere  Schenkunji^en  machten  sich  ver- 
dient: Das  k.  k.  Ackerbauministerium,  Architekt  II(»rky  und 
Stummer  R.  v.  Traunfels.  Die  I>ibl.  des  Museums  der  Ge- 
schichte der  österreichischen  Arbeit  besitzt  ferner  eine  i>rosse 
Anzahl  Originalmanuscripte  von  Josef  Kessel,  Freih.  v.  Reichen- 
bach etc.  —  Besonders  Werke,  welche  als  Unterrichts-  oder  Nach- 
schlagewerke der  einzelnen  Sectionen  Verwendung  finden ; 
sehr  reich  ist  die  xVbtheilung  der  statistischen  Abhandlungen. 
—  Die  Bibl.  enthält  eine  selbständig  geführte  Abtheilung 
für  das  „Museum  der  Geschichte  der  österreichischen  Arbeit" 
unter  derselben  Verwaltung. 

S19.  Wiener  Goeihe-Verein,  I.  Eschenbachgasse  i».  —    T'^i; 
Werke  in   lO'.ts  Bdn.  —  Dotation  im  letzten  Jahre  73  Gulden. 

—  Mit  der  Verwaltung  der  Bibl.  ist  derzeit  der  zweite  Schrift- 
führer des  Vereines  und  Redacteur  der  „Chronik  des  Wiener 
Goethe- Vereines",  Rudolph  Bayer  v.  Thurn,  Official  in  der 
Cabinetskanzlei  Sr.  Majestät,  betraut.  —  Je  ein  nach  Autoren 
wie  nach  Realien  und  Schlagwörtern  geordneter  Zettelkatalog: 
überdies  ein  numerisch  geordnetes  Zuwachsverzeichniss.  — 
Zugänglich  für  Vereinsmitgiieder;  für  andere  Forscher  nur 
gegen  entsprechende  Legitimation  und  vorherige  schriftliche 
Anmeldung  beim  Bibliothekar.  —  Ebenso  Entlehnungen  und 
Versendungen,  letztere  gegen  Ersatz  des  Portos.  —  Den 
Grundstock  der  Bibl.  bildete  eine  munificente  Widmung  der 
Frau  Marie  Walther,  welche  die  von  ihrem  Gatten  Sections- 
rath  P.  Fr.  Walther  hinterlassene  Goethe-Bibl.  dem  Vereine 
zum  Geschenke  machte.    —    Ausschliesslich  Goethe-Literatur. 

Katalog  der  Bibl.  des  Wiener  Goethe-Vereines.  In  alpliahot.  Keilienfolge. 
Wien  1879.  —  .,Ciii'onik  des  Wiener  Ooetlic-Vereines"',  Wien  ISST  ff.  (worin  die 
neuen   Erwerbungen  von  Zeit  zu   Zeit  veröffentlicht  werden). 

820.  [K.    k.  akademischesJGymnasium,  L  Christinengasse  0. 

—  a)  Lehrerbibl.  coli  Werke  in  li.yi5  Stücken;  iT.öäi»  Pro- 
gramme; b)  Schülerbibl.  S07  Werke  in   llTJBdn.  oder  Heften. 

—  Jahresdotation  ca.  (500  Gulden.  —  Director:  Reg.-R.  Fried- 
rich Slameczka;  Gustos  für  a)  Prof.  Franz  Ilanna;  für  bj 
Prof.  Engelbert  Neubauer.  —  Alphabet.  Zettelkatalog.  —  Be- 
stimmte Lesestunden  nicht  festgesetzt.  Entlehnung  und  Ver- 
sendung an  Lehrpersonen  auf  Grund  eines  mündlichen  oder 
schriftlichen  Ansuchens  bei  der  Direction,  respective  beim 
Gustos:    an  Fremde    nur  gegen  entsprechende  Sicherstellung. 


282  Wien.  [^!2i 

—  Wahrscheinlich  i^egT.  mit  der  Anstalt  1552  im  Doniinicaner- 
kloster  von  den  Jesuiten:  1555  kam  das  Gymn.  in  das  ehe- 
malige Carmeliterkloster  am  Hof,  1622  in  das  Universitäts- 
gebäude; seit  1773  Staatsanstalt,  seit  ls50  Obergymn.  und 
mit  weltlichen  Lehrkräften  besetzt. 

Katalog  ei'scheint  im  Jahresberichte  für  1899. 

s21.    K.    k.  Gymnasium    der  Benedictiner    zu    den   Schotten, 

I.  Freiung  G,  —  a)  Lehrerbibl.  2173  Bde.;  h)  Schülerbibl.  — 
Director:  Dr.  Andreas  Borschke:  Bibliothekar:  Prof.  Dr. 
Ferdinand  Kotek.  —  IG50  von  FM.  Graf  Rudolf  v.  Teuffen- 
bach  gegr.:  1773  mit  dem  akadem.  Gymn.  vereinigt:  1775  als 
kaiserl.  Gymn.  zu  St.  Anna  wieder  eröffnet;  1S07  von  den 
Benedictinern  übernommen.  Seit  184t)  Obergyuin. 

Nach    dem    letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

822.  [K.  k.  Franz  Joseph-Staats-JGymnasium,  I.  Hegelgasse  3. 

—  a)  Lehrerbibl.  1(355  Werke;  h)  Schülerbibl.  (;s7  Werke.  — 
Jahresdotation  500  Gulden.  —  Director:  Reg.-R.  Dr.  Ignaz 
Wallontin:  Custos  für  a)  Prof.  Anton  Linhart:  für  b)  Prof. 
Hermann  Scherff.  —  Alle  Wissenschaften,  mit  Ausnahme  der 
rein  technischen. 

Linliard,  Anton.  Katalog  der  Lehrerbibl.  I.  Th.  In:  XXIV.  Jahresbericht 
über  das  k.  k.  Franz  Joseph-Gymn.  in  Wien.  Wien  189.s. 

823.  [K.  k-  erstes  Staats-jGymnasium  im  II.  Bezirke,  IL  Ta- 

borstrasse  21,  vom  Schuljahre  189l)/1900  an  Circusgasse  id 
und  4s.  —  a)  Lehrerbibl.  5798  Bde.,  250  Hefte;  h)  Schülerbibl. 
1253  Werke.  —  Jahresdotation  für  a)  400  Gulden.  —  Director: 
Reg.-R.  Dr.  Gustav  Waniek;  Bibliothekar  für  n)  und  h)  Prof. 
Vincenz  Hammerle.  —  Ein  Band-  und  sechs  Fachkataloge 
in  aiphabet.  Ordnung.  —  Benutzbar  nur  für  Mitglieder  des 
Lehrkörpers.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen. 

—  Gegr.  1.S77  zugleich  mit  der  Anstalt  und  durch  Geschenke 
sowie  jährliche  Anschaffung  aus  den  verfügbaren  Geldmitteln 
erweitert:  seit  der  Gründung,  mit  kurzer  Unterbrechung  von 
zwei  Jahren,    von  dem    gegenwärtigen  Bibliotliekar  verwaltet. 

—  Alle  Fächer  der  Anstalt;  besonders  gepilegt  classische 
Phihdogic.  Pädagogik,  Germanistik  und  Matliematik. 

«21.  [K.  k.  zweites  Staats-jGymnasium  im  II.  Bezirke,  Kleine 
Sperlgasse  2.  -  r/;  Lein-('rl)ibl.  5  1(11  Bdo.,  12l2  1lerte;  />J  Schüler- 
bibl. itl:-s  P>de.  —  Director:  Leopold  Eysert;  Custos  für  a) 
und  h)  Prof.  Adolf  Julius  Seidl.  —  Gegr.  lH(il  als  TU-algymn.. 
seit  18<)7  Obergymn.,  1H97  verstaatlicht. 

^^ach  dem  letzten  Jaliresberichto  gearbeitet,    da    der  Frageltogen    iiictit 
beantwortet  wurde. 


^271  ^Vi 


^'".  •})^,'^ 


SL':).  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  im  III.  Bezirke,  Sophirn- 
hrüekonjzasso  \11.  —  a)  Lelirei'l)il>l.  ca.  f).')!»!»  iJde.  iiiul  IT.ono 
Ilofto:  h)  Schülorbibl.  ca.  Kioo  Kdo.  -  Jahrestlotatioii  bei 
<;oo  (hilden.  —  Dii-ector:  Josof  Zycha;  Custos:  Prof.  Christian 
-jänicUü.  —  Für  <i)  Fachkataloiro  in  Bdn.  nach  den  Gymnasinl- 
tachern  und  ihren  Untorabtiieilun.^cn  ,<>eordnet  und  ein  aipha- 
bet. Zettolkatah),u:;  für  /*)  ein  P.andkatah)^^  nach  den  IJ  ChiHscn- 
abtheilunireu,  ein  Faciibandkataloo-,  der  auch  die  Namen  der- 
jenipMi  Professoren  enthält,  die  für  die  Einstelhinir  in  die 
Schülerbibl.  verantwortlich  sind,  und  ein  aiphabet.  Zettel- 
katal<)^<i-.  —  Benutzbar  für  die  Professoren  des  Gymn.  und 
der  Staatsrealsehule  im  III.  Bezirke  während  der  Unter- 
richtszeit an  Wochentagen.  Die  Benützung-  der  Bücher  in  der 
Bibl.  ist  weisen  Paummanuels  unin("n!liclL  —  AusnaJimsweise 
aucli  Versendung-  im  Wege  der  Direction  an  einzelne  Herren, 
die  ehemals  Öupplenten  der  Anstalt  waren  und  dann  anderswo 
fest  angestellt  wurden.  -  Beide  Bibl.  wurden  zugleich  mit 
der  Anstalt  i    J.  KS(J9  gegr. 

Ein   Bibl.-Katalog  der  Lehrerbibl.  wird  im  Prü^niiiuue    Ii)(i0  voröiTent- 
liclit  werden. 

S2t;.    Gymnasium     der     k.     k.    Theresianischen    Akademie, 

ly.  Favoritenstrasse  15.  —  a)  Lehrerbibl.:  l>)  deutsche  Schüler- 
bibl. l;548  Bde.,  Ungar.  Schülerbibl.  114  Werke  mit  rrl  Bdn. 
—  Director:  Reg.-R.  Carl  Ziwsa;  Bibliothekar  für  (t)  Präfect 
Dr.  Wenzel  Johann  Koutny;  für  h)  Prof.  Franz  Prix.  —  1740 
zugleich  mit  der  Tlieresianischen  Akademie  gegr. 

Xach    dem  letzten  Jahresberichte    gearbeitet,    da   der  Fra'^eboL'on  iiiclii 
beantwortet  wurde.  "^ 

se7.     [K.     k,    Elisabeth-Staats-]Gymnasium     im    V.     Bezirke, 

Raiuergasse  33.  —  a)  Lehrerbibl.  13;j'.»  AVerke  mit  'JJ7I  Bdn. 
und  COS  Heften,  3531  österr.-ungar.,  4568  deutsche  Prouramme: 
h)  Schülerbibl.  547  Werke  in  Gsi  Bdn.  und  Heften.  —Jahres- 
dotation 40i)— 45(»  Gulden.  -  Director:  Dr.  Franz  Strauch; 
Custos  für  <i)  Prof.  Dr.  Carl  Kreipner;  für  h)  Prof.  Dr.  Franz 
Lauczizky.  -  Ein  Bandkatalog  und  zwei  Zettelkataloge,  einer 
aiphabet.,  der  andere  nach  Wissenschaften  geordnet.  —  a)  für 
die  Lehrer  der  Anstalt  benutzbar  zur  Einsichtnahme  an  (^rt 
und  Stelle  in  Gegenwart  des  Bibliothekars  täglich  vorm.  in 
den  freien  Stunden  desselben.  —  Entlehnung  gegen  Emi)fan-'s- 
bestätigung.  —  Die  Bibl.  besteht  seit  (Irün'dung  des  Gynni. 
1.  J.  1S7U  und  umfasst  alle  Gymnasialfächer;  h)  Jugendlite- 
ratur. 

Die  Drucklegung  eines  Kataloges  ist  in  Vorbereitung. 


284  Wien.  [828 

828.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium,  VI.  Amerliugstrasse  6.  — 
a)  Lehrei'bibl.  .')5:)0  Bde.,  1873  Hefte;  h)  Schülerbibl.  —  Jahres- 
dotation oOo  Gulden.  —  Director:  Dr.  Victor  Thumser;  Gustos 
der  Lehrerbibl. :  Prof,  Glemens  Dipold;  der  Schülerbibl. :  Prof. 
Carl  Ehart.  —  Zettel-  und  Inventarkataloii.  —  Benutzbar 
a)  nur  für  Mitiilieder  des  Lehrkörpers  jederzeit:  h)  für  Schüler 
an    bestimmten  Tagen    und  Stunden.  —  Keine  Versendungen. 

—  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  1864  von  der  Commune. 

829.  [K.  k.  Staats-]Gymnasium  im  VIII.  Bezirke,  Piaristen- 
gasse    45,    —    !i'j;ju    Bde.    —    Jahresdotation    ca.    600    Gulden, 

—  Director:  Reg.-R.  Pius  Knöll;  Bibliothekar:  Dr.  Anton 
Becker,  —  Zettelkatalog  und  Bandkatalog,  noch  nicht 
vollständig.  —  Benutzbar  täglich  zu  den  vom  Bibliothekar 
angegebenen  Stunden.  —  Entlehnung  nur  an  Mitglieder  des 
Lehrkörpers.  —  Versendung  nur  im  Wege  des  Austausches 
mit  der  Staalsrealschule  im  L  Bezirke.  —  Gegr.  1701.  — Ver- 
treten sind  alle  Wissenszweige  nach  Massgabe  der  verfügbaren 
Mittel.  —  Ausserdem  eine  Schülerbibl.,  deren  Bibliothekar 
Gymn. -Lehrer  Siegmund  Brief  ist. 

Aschauer,  Josef.  Katalog  der  Lehrerbibl.  I.  Theil.  In:   XLVIII.  Jahres- 
bericht über  das  k,  lt.  ötaatsgymn,  im  VIII.  Bezirke  Wiens.  Wien  1898. 

830.  [Langer'sches  Privat-]Gymnasium,  VIIL  Buchfeldgasse  4, 

—  .507  Bde..    117  Hefte.    —    Keine    bestimmte  Jahresdotation. 

—  Bibliothekar  derzeit  Ignaz  Tkac,  k.  k.  Prof.  i.  R,  —  Hand- 
katalog nach  Fächern  und  ein  Zettelkatalog,  —  Benutzbar 
für  den  Lehrkörper  zu  jeder  Zeit.  -  Gegr.  i.  J.  18(>;j  von 
dem  früheren  Inhaber  Franz  Meixner,  pflegt  die  Bibl,  Ge- 
schichte, deutsche  Sprache  und  Literatur,  Mathematik  und  Physik. 

8:31.  [K,  k.  Maximilians-JGymnasium,  IX,  Wasagasse  10,  — 
a)  Lehrerl)il)l.  3085  Bde.,  3511»  Hefte,  1.5.431  Programme; 
h)    Schülerbibl.      —      Jahresdotation     a)     400—500     Gulden, 

—  Director:  Anton  Stitz;  Bibliothekar  für  (i)  Prof,  Leopold 
Weingartner;  für  die  Progranmisammlung:  Prof.  Joseph 
Meisel;  für  h)  Supplent  Dr,  Carl  Prinz,  —  Neben  dem  Inventar 
ein  Bandkatalog  nach  Fächern  geordnet,  ferner  ein  Zettel- 
katalog gleichfalls  nacli  Fächern  und  aiphabet,  geordnet.  — 
Keine  bestimmten  Bibl. -Stunden;  benutzbar  jederzeit  für  die 
Mitglieder  des  Lehrkörpers  der  eigenen  Anstalt  und  jene  des 
Döblinger  Gymn.  —  Ebenso  Entlehnungen.  —  Keine  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  1S71.  —  Vertreten 
alle  an  der  Anstalt  gelehrten  Fächer.  Besonders  gepflegt: 
Pädagogik  und  lateinische  Syntax. 

Weingartner,  Leoijokl.  Kibl. -Katalog  der  Anstalt.   T.  Tliell.    In:  Jahres- 
bericht des  k.  k.  Maxiiniliansgynin    in  Wien.  Wien   ISltH. 


^3"!  Wion. 


28  ö 


8;5-2.  [K.  k.  Carl  Ludwigs-jGymnasium,  XII.  I{<)sas<<asso  l  — 
a)  Lohrerbil)!.  ;!i()l  JUlc,  .Xi'J  llerte;  hj  Soliülcrbibr  hi'.'j  jjde., 
122  Hefte;  cj  Sanimliin<r  der  Prooramme  (JÜX)  Jide.  —  Jalires- 
dotation  a)  :?oo  rxuldon:  h)  70  Gulden.  -  Director:  Johann 
Wastl;  Bibliothekar  für  rt)  Prof.  Hans  Koi)i)enst('iner ;  für 
l'l  Prof.  P>anz  Miolialok:  für  cj  Pr(»f.  Dr.  Carl  Tniinanuel 
lUirkhard.  —  >,)  Inventar-  und  Zettcilkatalon-.  Gedruckter 
Ivataloo-  im  Anstaltsi)rooranim  für  l.s!)9;  hJ  Inventar-  und 
r.andkataloo;  rj  Bandverzeiehniss  der  österr.  Pro^rraninie  nach 
Ländern,  der  reichsdeutschen  aiphabet.  —  Benutzbar  a)  und 
c)  für  die  Mit.alieder  des  Lehrkörpers  der  eigenen  Anstalt 
und  der  Staatsrealschule  im  XV.  Bez.  jederzeit." Ebenso  I-:nt- 
lehnunoen:  h)  an  Schüler  dreimal  wöchentlich,  n-ruppenweise 
P]ntlehnuno-en.  —  Keine  Versendunoen.  —  Vertreten  alle  an 
(xymnasien  «gelehrten  Disciplinen,  insbesondere  classische 
Philologie.  —  Gei^r.  zugleich  mit  der  Anstalt  lss;i. 

83.}.  [K.  k.  Staats-jGymnasium    im  XVII.  Bezirke    (Hernais), 

Calvarienberoo-asse  ;JI.  -  aj  Lehrerbibl.  icoc  Werke- 
0)  Schülerbibl.  bei  soo  Werke.  Jahresdotation  ca.  -Jöo  (hüdm 
— _  Director:  Georg  Kotek;  Bibliothekar:  Prof.  Arthur 
Wiskotschil.  Benutzbar    a)  in    erster  Linie    für  den  Lehr- 

körper: h)  für  die  Schüler  der  Anstalt.  —  ?]rriclitet  1S7-J  als 
Ptealg3'mn.:  seit  1877  Untergymn.,  seit  1879  Oberoymn. 

Wiskotschil.  Artliur.  Kataloof  clor  Lfihrorl)il)l.  I.  Thoil    In-  XXIV    Jahres- 
bericht des  k.  k.   Stantsoymn.   im   XVII.  Bezirke  von  Wien.  Wien   ISOS. 

H.U.  [K.k.  Staats-]Gymnasium  im  XIX.  Bezirke  (Ober-Döblinq) 

Gymnasiumstrasse  8;5.  —  a)  Lehrerbibl.  frls  Nummern  niit 
1906  Bdn.;  b)  Schülerbibl.  418  Nummern  mit  471  Bdn  — 
Jahresdotation  ca.  ;!<m)  Gulden.  -  -  Director:  Karl  Woksch:  Biblio- 
thekar für  a)  Prof.  Wenzel  Wild,  für  h)  Prof.  Eduard  Jancik.  - 
Alphabet.  Zettelkatalog;  Band-(Haupt-)Kataloo-  aiphabet,  nach 
Materien  in  18Grupi)en:  Journalkatalog.  —  Benutzbar  n)  für 
den  Lehrkörper  zu  jeder  Zeit.  —  Ebenso  Kntiehnun.-en  - 
Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  188r).  —  Alle  für  don  Fh'mn - 
Unterricht  vorgeschriebenen  Gegenstände. 

835.  Handelsakademie,  I.  Akademiestrasse  12.  —  cn-:  Bde 
—  Dotation  ;m)0  Gulden.  —  Director:  Reg.-R.  Rudolf  Sonn- 
dorfer:  Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Hans  Pischek.  —  Ein  aiphabet 
Autoren-(Zettel-)  und  ein  numer.  Bandkatalog.  —  Für  die 
Schüler  der  Anstalt  täglich  von  ii  — '.J-J,  "für  das  Lehr- 
personale jeden  Vormittag  zugänglich.  —  Entlehnun-^en  <--e>MMi 
Empfangsbestätigung,    keine    Versenduno-.    —    Ge'i-r.'lsr/i-  '^— 

Commercielle  Fachgegenstände.Cameralistik,  Nationalökonomie 
Mathematik,   politische  Arithmetik,  Physik,  Chemie,  chemische 


286  Wien.  [836 

Technologie,    Waarenkunde,     Geschichte,    Geographie,     Reise- 
beschreibimgen,  Literaturgeschichte,  schöne  Literatur. 

Borowski,     Max.     Bibliothekskatalog     der     Wiener     Handelsakademie. 
Wien  1891. 

836.  K.  k.  Österreichisches  Handelsmuseum,  IX.  Berg- 
gasse 16.  —  Ca.  4000  Bde.  —  Jahresdotation  lOoo — 1500  Gulden. 
—  Director:  Hofr.  Moriz  Ritter  v.  Roessler;  der  Bibl. -Dienst 
wird  derzeit  vom  Museumsbeamten  Fr.  Bayer  versehen.  — 
Handverzeichnisse,  welche  die  auf  einzelne  Länder  bezüglichen 
Publicationen  umfassen ;  ein  Zettelkatalog  in  Ausarbeitung  be- 
griffen; auch  ein  aiphabet.  Bandkatalog  soll  angefertigt 
werden.  —  Benutzbar  an  Wochentagen  von  ii  —  3  Uhr,  Donnerstag 
überdies  von  4 — 7  Uhr  abends  und  jeden  zweiten  Sonntag 
von  9  — 12  Uhr  unter  den  sonst  üblichen  Bedingungen.  — 
Entlehnungen  mit  Genehmiguug  seitens  der  Direction.  — 
Ebenso  Versendungen.  —  Gegr.  I.s74.  Die  grossartige  Be- 
theiligung des  nahen  und  ferneren  Orients  an  der  Weltaus- 
stellung in  Wien  1873  hatte  die  ausserordentliche  wirth- 
schaftliche  Bedeutung  des  Orients  insbesondere  für  die  öster- 
reichisch-ungarische Monarchie  erwiesen.  Behufs  praktischer 
Verwerthung  der  bei  diesem  Anlasse  gewonnenen  Erfahrungen 
und  Anbahnung  eines  näheren  wissenschaftlichen  Contactes 
mit  dem  Orient  wurde  i.  J.  1874  das  ,, Orientalische  Museum" 
gegr.  und  in  demselben  eine  den  damaligen  Bestrebungen 
entsprechende  Bibl.  angelegt,  wobei  namentlich  auch  das 
orientalische  Kunstgewerbe  im  Hinblick  auf  die  für  den 
Orient  bestimmte  kunstgewerbliche  Massenproduction  Europas 
Berücksichtigung  fand.  Dank  der  Munificenz  des  k.  k. 
Ministeriums  des  Aeusseren,  des  k.  k.  Handelsministeriums, 
des  k.  k.  Ministeriums  für  Cultus  und  Unterricht,  des  k.  k. 
Ackerbauministeriums,  des  India  Office  in  London,  der  chine- 
sischen Seezollbehörde  u.  a.,  verfügte  die  Bibl.  alsbald  über 
ein  reichhaltiges  Material,  dessen  Werth  durch  die  wichtigsten 
den  Orient  betreffenden  periodischen  Publicationen  erhöht 
wurde.  Im  J.  issG  wurde  das  Orientalische  Museum  auf 
l)reiterer,  nicht  ausschliesslich  orientalisch-wirthscliaftlicher 
und  kunstgewerblicher  Basis  unter  dem  Namen  „K.  k.  österr. 
Handelsmuseum"  zu  einem  allgemeinen  Handelsmuseum  aus- 
gestaltet und  erfuhr  auch  die  Bibl.  eine  dem  neuen  Wirkungs- 
kreise angemessene  Erweiterung.  Im  J.  1897  wurde  die  bisher 
gepfhjgte  kunstgewerbliche  Action  aus  den  Agenden  des 
k.  k.  österr.  Handelsmuseums  ausgeschieden  und  Avird  gegen- 
wärtig auch  mit  Rücksicht  auf  die  im  Vorjahre  ins  Leben 
getretene  Handelslachschule  „Ex])ortakademie"  des  k.  k.  österr. 
Handelsmuseums    ausschliesslich    eine    umfassende  Ei'^iinzung 


^^S^  Wion.  2  s  7 

und  Krwcitoriinu  der  vorliaiidciuMi  I^oständc!  des  wirtliscliafts- 
politisclieii  Materiales  durcliiieführt.  --  VorzujL^sweiso  v<dks- 
wirthschaftliclie  Literatur,  sowie  die  über  das  orientalische 
Kimst<j;ewerl)e. 

s;;7.  Handels-  und  Gewerbekannmer  für  das  Erzherzogthum 
Oesterreich  u.  d.  Enns,  I. Wii)pliiiuerstiasso  ;il.  —  i;7.')l  Wcikc;  in 
1  .').;;<).;  i;dn.,  i;)7o  Heften,  los  Karlen  und  Plänen  und  2o  statist. 
Tabellen.  —  Jahresdotation  2000  (kilden.  —  Die  Geschälte 
der  Iiibl.  besorgt  mit  Hilfe  der  jeweilig  verfügbaren  Kanzlei- 
und    Dienstkräfte:    Moriz    Schwarz,    Kanzleidirectionsadjunct. 

—  Für  die  Jahre  1.S81 — 189S  ein  handschrirtlicher  aiphabet. 
Zettelkatalog:  für  den  ganzen  Bestand  ein  nach  Formaten  ge- 
trennter, chronologisch  geordneter  Bandkatalog;  ein  Schlag- 
wortregister in  Ausarbeitung.  —  An  Wochentagen  von  !•  :) 
Uhr  gegen  Legitimation  zugänglich.  —  Entlehnung  an  Mit- 
glieder oder  Beamte  der  Kammer,  ausnahmsweise  und  nur 
gegen  entsprechende  Legitimati(»n  auch  an    and(u-e  Personen. 

—  Die  Bibl.  entwickelte  sich  aus  den  seit  der  Gründung  der 
Kammer  i.  J.  isii)  vorgenommenen  Büc^herkäufen  und  zu- 
fliessenden  Geschenken.  —  Alle  Wissensgebiete,  die  mit  Handel 
und  Gewerbe  in  Beziehung  stehen;  bevorzugt  jene  Er- 
scheinungen, welche  Handels-  und  Gewerberecht.  Handels- 
und Gewerbepolitik,  industrielles  Urheberrecht  und  National- 
ökonomie behandeln. 

Kataloj?  clor  Bibl.  dor  II.-  11.  G.-Kaminor  f.  Oostcrr.  u.  d.  E.  Wien 
IsöT.  —  Aliiliabet.  Katalo"  diT  lübl.  der  IL-  u.  G. -Kammer  f.  d.  Erz- 
lierzogtli.  Oesterr.  n.  d.  E.  Wion  1881.  —  Saelikatalog  dor  Bil)l.  der  H.- 
n.  <;. -Kammer  f.  d.  Erzlierzogtii.  Oe.sterr.  u.  d.  E.  Wien  1S81.  —  Alpliabet. 
Katalon  der  Bibl.  der  H.-  u.  G. -Kammer  1'.  d.  Erzherzootli.  Oesteri'.  11.  d. 
E.  Wien  1898. 

S3S.  K.  u.  k.  Haus-,  Hof-  und  Staatsarchiv,  I.IIoiburg.  — 
Gegen  'iO.OOO  Bde..  über  K'.ihi  Ilandsclirirreu.  —  Jahresdotation 
700  Gulden.  —  Director:  Hofr.  Dr.  Gustav  Winter;  Biblio- 
thekar: Haus-,  Hof-  und  Staatsarchivar  Arpäd  Györy  de 
Nädudvar.  —  Für  die  Handschriften  ein  gedruckter  Kataloi:: 
für  die  Bücher  ein  handschriftlicher  aiphabet.  Zettelkatalog, 
ein  ebensolcher  gebundoner  und  ein  gebundener  Schlagwort- 
katalog. -  Da  die  Bibl.  eigentlich  nur  Handbibl.  des  Staats- 
archivs ist,  so  steht  sie  während  der  allgemeinen  Amts- 
stunden von  '/.jlO — ^/.ß  Uhr  den  Beamten  dieses  Institutes  und 
den  Benutzern  desselben  zur  Verfügung.  —  Die  Benützung 
durch  Fremde  ohne  gleichzeitige  arcliivalischo  Arbeit  in  der 
Anstalt  ist  nicht  gestattet.  —  Enthüll luing  gegen  Recepisse 
auf    kurze  Zeit.  Versendung    von   Handschriften    zur  Be- 

nützung   durch  Private  nur   :m   <"'ffent liehe    Archive  und    Bibl. 


288  Wien.  [839 

—  Die  Bibl.  nahm  ihren  Ursprung  mit  der  Erriclitung  des 
Haus-,  Hof-  und  Sta^.tsarchivs,  also  mit  dem  Jahre  1749.  Sie 
erfuhr  namentlich  durch  Zuwendung  eines  Theiles  der  erz- 
bischöfl.  salzburgischen  Bibl..  von  Büchern  aus  der  Bibl.  des 
Ministeriums  des  Aeussern  und  verschiedener  auswärtiger 
Missionen,  dann  der  Privatbibl.  des  Hofr.  Reinhardt,  des  ehe- 
maligen niederländ.  ,.Chef  de  la  Chambre  heraldique"  Bey- 
daels  de  Zittaert  u.  A.  eine  wesentliche  Bereicherung.  —  Ge- 
schichte und  deren  Hilfswissenschaften  finden  hier  haupt- 
sächlich ihre  Pflege. 

Böhm,  Constantin  Edler  v.  Die  Handschriften  des  k.  u.  k.  Haus-,  Hof- 
u.  Staatsarchivs.  Wien  1873.  1   Bd.  und  Suppl.  (1874). 

839.  K.  k.  Hochschule  für  Bodencultur,  XIX.  Hochschul- 
strasse 24. —  Ca.  -22.000 Bde..  4  Incunabeln.  — Jahresdotation  1300 
Gulden;  ausserdem  die  Matrikeltaxen  ca.  7r)0  Gulden.  — Vorstand: 
Dr.  Ignaz  Stich,  Amanuensis;  2  Diener. —  1  Zettelgrundkatalog; 
1  sj'stemat.  Zettelkatalog;  l  aiphabet.  Zettelkatalog;  1  Zettel- 
schlagwortkatalog. —  Bibliotheksstunden  jeden  Wochentag  von 
1) — 6  Uhr.  Samstag  von  9-12  Uhr;  benutzbar  unter  den  für 
die  öffentlichen  k.  k.  Bibl.  Oesterreichs  geltenden  Bedingungen. 
-  Ebenso  Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Den  Grund- 
stock bildet  die  nach  Auflassung  der  k.  k.  Forstakademie 
in  Mariabrunn  an  die  1872  neugegründete  Hochschule  für 
Bodencultur  abgegebene  Bibl.  der  gen.  Anstalt  Im  J.  1893 
wurde  die  Bibl.  für  ()ffentlicli  erklärt  und  nach  der  sinngemäss 
geänderten  allgemeinen  Bibliotheksinstruction  v.  J.  1827  neu 
organisirt.  —  Besonders  gepflegt  Land-  und  Forstwissenschaft, 
Naturwissenschaften,  Rechts-  und  Verwaltungswissenschaften, 
Mathematik. 

840.  K.  k.  technische  Hochschule,  IV.  Techniker- 
strasse 13.  —  Ende  Sept.  1897:  81.04  4  Bde.  und  88-)S  Schul- 
programme. —  Dotation  7000  Gulden  und  ca.  2öOO  Gulden 
Matrikeltaxen.  —  Vorstand:  vacat:  Gustos:  Dr.  Eduard 
Fechtner;  Scriptor:  Johann  Mayrhofer:  Amanuensen:  Dr. 
Robert  Daublebsky  v.  Sterneck.  Dr.  Carl  Maria  Tomaschek 
Edl.  V.  Stratowa;  4  Bibliotheksdiener,  l  Aushilfsdiener.  — 
Ein  aiphabet.  Zettelkatalog,  ein  Realkatalog  in  Zettelform  und 
ein  14  Bde.  umfassender  Auszug  aus  dem  letzteren  für  die 
Benützung  im  Lesesaale;  ausserdem  ein  nach  Nummern  ge- 
ordnetes Büclierinventar  (Nununornrepertorium)  und  ein 
Accessionsprotokoll.  —  Allgemein  benutzbar  und  im  Winter 
(Mitte  October  bis  Ende  März)  täglich  von  9-12  und  4-8, 
im  Sommer  (April  bis  Juli)  täglich  von  9  —  12  und  3-6  Uhr 
geöffnet:  an  Samstagen    und  Sonntagen    entfallen    im  Winter 


«41]  \Vi(«ii.  28!) 

und  Soinincr  ilif  Xa('liiiiilt:i<rsleses1iiii<l('n.  In  drii  I-'d-icn- 
inuiiatou  Aiitiiisl  ii.  Sopl.  ist.  der  Lesesaal  Diciista;^  und  Freitag 
von  it —  12  ^etd'l'ncl.  vom  1.  I  r».  ( )(!t.  tä<ilich  v<»n  !>  —  1  2  Ulir.  —  Für 
die  Entleliniin<i  und  Versendunji  von  Bücliern  und  Zeitschriften 
oelten  dieselben  l?estininuin,i>en  wi(»  f.  d.  Universitäts-  und  Stu- 
dienbibl.  —  J)ie  IJibl.  wurde  i.  J.  isif)  ge<>r.  und  setzte  sich  in 
ihrem  ersten  gestände  zusammen  aus  der  Bücliersanunlunu 
des  i.  J.  islf)  dom  polytecimischen  Institut  einverh'iblcii 
Fabriksproduotencabinets;  der  Uibl.  der  ehemaligen  Real- 
akademie bei  St.  Anna;  den  im  a.  li.  Auftra<ie  Sr.  Maj.  Kaiser 
Franz  I.  vom  Reii.-R.  J,  J.  Preclit.l  in  Pafis  fiir  das  ])<)ly- 
technische  Institut  ani>'esoli äfften  Werken.  Die  Bücher  wurden 
von  Anfang  an  nacli  dorn  Numerus  currens  auft^estellt.  An 
grösseren  Schenkunnon  erhielt  die  Bibl.  i.  J.  1  sTij  die  Bücher- 
sammlunf>'  des  aufgelösten  .,Athenaeums"  und  die  Bibl.  des 
Reg.-R.  R.  v.  Hornig,  i.  J.  l.s.ss  ein  Legat  des  Frh.  v.  Ilingenau, 
durch  eine  Reihe  von  Jahren  zahlreiche  Zeitschriften  und 
Werke  aus  der  Bibl.  des  Ministerrathspräsidiums.  Ferner  tritt 
der  Verein  zur  Verbreitung  naturwissenschaftlicher  Kennt- 
nisse gegen  eine  Erhöhung  seiner  ihm  vom  k,  k.  Ministerium 
f.  C.  u.  U.  gewährten  Subvention  um  100  Gulden  seine  sämmt- 
lichen  Tauschschriften  an  die  Bibl.  ab.  —  Die  exacten  Wissen- 
schaften und  technischen  Fächer. 

Der  Katalog    der  Bibl.    erschien   18G8,    ein    Nachtrag    hierzu     187.3    im 
Druck. 

841.  K.  k.  Hofbibliothek,  I.  Josefsplatz,  k.  k.  Hofburg.  — 
Ca.  GOo.ooo  r>de.,  davon  bei  7000  Incunabeln,  bei  24.000  Hand- 
schriften, über  3000  Karten,  300. ouo  Blatt  Kupferstiche. 
Jahresdotation  31.225  Gulden.  — Director :  Hofr.  Dr.  Joseph  Kara- 
bacek;  Vicedirector:  Alfred  Göldlin  v.  Tiefenau:  Custodon:  Karl 
Göttmann,  Moriz  Cammerloher;  Scriptoren:  Ferdinand  Menrik. 
Heinrich  v.  Lenk.  Dr.  Rudolf  Geyer,  Franz  Scln'ichtner.  Johann 
Kluch  ;  Amanuensen:  Privatdocent  Dr.  Alexander  R.  v.  Weilen. 
Lector  Dr.  Rudolf  Beer,  Dr.  Theodor  Gottlieb,  Alfred  Dau- 
brawa,  Otlimar  Doublier,  Dr.  Josef  Mantuani;  Assistenten: 
Friedrich  Dörnhöffer,  Dr.  Wenzel  Vondräk,  Dr.  Rudolf  Bro- 
tanek,  Dr.  Anton  R.  v.  Prcmerstein;  wissenschaftliche  Hilfs- 
arbeiter: Dr.  Robert  Franz  Arnold,  Dr.  Friedrich  R.  v.  Egger- 
Mölhvald;  Rechnungsofficial:  Johann  R.  v.  Vieten;  7  Diener. 
—  Ein  Zettel-  und  ein  Bandkatalog,  beide  aiphabet,  geordnet; 
ein  Realkatalog  in  Ausarbeitung.  —  Ausser  Sonn-  und  Feier- 
tagen, Palmsonntag  bis  Ostermontag,  23.  December  bis 
1.  Januai%  1.  August  bis  15.  Septeml)er  täglich  von  9  —  4  Uhr 
geöffnet  und  allgemein  zugänglich;  Handschriften,  Musikali  mi 
und   Kuj)ferstiche  von   ;»  -2  Uhr  benütz])ar.  Die  in  den  Brid- 

I5il(li()tliok.sAilressl)Uch.  19 


•290  Wien.  [SU 

kästen  beim  Ein.ijange  der  Bibl.  bis  zum  Abend  eingelegten 
Bestellzettel  sind  am  nächsten  Morgen  i)  Uhr  erledigt.  — 
Entlehnung  gegen  eigenhändige  Unterschrift  der  Empfangs- 
bestätigung an  die  Mitglieder  der  kaiserl.  Familie,  ihre  Lehrer 
und  die  Würdenträger  des  Hofes;  die  Ministerien  und  Central- 
stellen:  die  wirklichen  und  correspondirenden  Mitglieder  der 
wissenschaftlichen  Akademien  und  ihnen  gleichstehenden 
wissenschaftlichen  Gesellschaften;  die  Mitglieder  der  beiden 
Häuser  des  Reichsrathes;  die  ordentlichen  und  ausserordent- 
lichen Prof.  der  Wiener  Hochschulen,  der  Akademie  der  bil- 
denden Künste,  der  evang.-theolog.  Facultät;  an  die  Beamten 
der  Hofämter  und  Hofinstitute,  der  öffentlichen  Archive, 
Bibl.  und  Museen,  die  diplomatischen  Vertreter  der  fremden 
Mächte.  Gegen  Empfangsschein  mit  Unterschrift  des  Amts- 
vorstandes oder  Stampiglie  des  Instituts  an:  die  Beamten  der 
Ministerien,  politischen  und  Justizbehörden;  die  Officiere  und 
Militärbeamten  der  k.  u.  k.  Armee;  die  Angehörigen  geist- 
licher Corporationen  und  Klöster ;  die  Mitglieder  der  Institute 
und  Seminare  der  Hochschulen,  sowie  auch  andere  mit  wissen- 
schaftlichen Arbeiten  beschäftigte  Personen,  wie  Lehrer  der 
Mittelschulen  u.  dgl.  Von  der  Entlehnung  sind  ausgeschlossen 
(nur  in  besonderen  Fällen  kann  die  Direction  hier  eine  Aus- 
nahme gestatten):  Incunabeln,  seltene  Drucke  und  Musikalien, 
Manuscripte  und  Miniaturwerke;  die  im  Lesesaal  und  Hand- 
schriftenzimmer aufgestellten  bibliographischen  und  literari- 
schen Nachschlagewerke  und  Wörterbücher:  Landkarten,  At- 
lanten, Kunstblätter,  Flugblätter  oder  kostbar  ausgestattete 
Bilderwerke;  Werke,  die  häufig  gebraucht  werden  oder  für 
die  Arbeiten  der  Beamten  unentbehrlich  sind;  Bücher,  welche 
im  Lesesaale  benützt  werden  oder  für  Leser  reservirt  sind; 
einzelne  Bde.  vielbändiger  Werke,  Zeitschriften,  Zeitungen  etc.; 
Werke  pornographischen  Inhalts.  —  An  Bibl.  des  In-  und 
Auslandes  werden  Bücher,  wenn  die  verleihende  Bibl.  nichts 
anderes  bestimmt,  auf  6  Wochen,  Handschriften  im  gleichen 
Falle  auf  3  Monate  verliehen,  doch  ist  daran  die  Bedingung 
der  Benützung  in  den  Bibliotheksräumen  geknüpft;  nur  bei 
Druckwerken  kann  unter  Verantwortlichkeit  der  entleihenden 
Bibl.  die  auswärtige  Benützung  gestattet  werden.  Zu  Nach- 
l)ihlungen  ist,  wenn  mehr  als  eine  Schriftprobe  oder  ein  ein- 
zelnes Blatt  nachgeliildet  werden  soll,  besondere  Erlaul)niss 
erforderlich.  —  „Zu  gleicher  Zeit,  als  die  Buchdruckerei  ent- 
stand, sammelten  Aeneas  Sylvius,  kaiserl.  Secretär  und  nach- 
maliger Papst  Pius  IL,  nebst  Georg  Pur-  oder  Peurbacli,  da- 
mals Lehrer  der  Matliematik  an  der  hohen  Schule  zu  Wien, 
i.  J.  14  10  für  Kaiser  Friedrich  IV.  Handschriften,  und  nach- 
her   die    in   D(>utschland    znerst    gedruckten    lUicher.    Kaiser 


841]  Wii'il.  2t»l 

Maxiiniliun  T.  vcniu'lirte  dioson  välcrliclK'ii  JUicIicrsirliiitz  mit 
seinem  oij^cncii  und  einigen  aus  den  Ivir)Stoni  erhaltojieii  Hand- 
schriften, und  ülxu'^ab  die  Aufsicht  hi('rül)er  i.  J.  1  It».')  dem 
ersten  in  Deutschland  gekr(")nten  Dichter  Conrad  Meissel 
(Celtes)."  Ihm  f()li>ten  15()H—  1521)  Spiesshammer  (Cuspinianus), 
lf)2tt  — 1557  Caspar  v.  Nydpriick,  1557 — 15(55  der  Arzt  Wolf- 
<>an<>'  Laz,  nacli  dem  die  Vorstandstello  lo  Jahre  lan^-  un- 
besetzt blieb.  1575— 16()s  IIui«o  Bloz  (Biotins),  der  IJechts- 
uelehrte  und  Iledner;  er  führte  als  erster  den  Titel  eines 
kaiserl.  Bibliothekars.  1G()8 — IGSfi  war  Sebastian  Tenonaj^el, 
k;;}!!-  -1G51  Wilhelm  Ilechberger,  1G51  — l(iG3  MatthäusMauchter, 
16(13 — 1080  Peter  Lambeck  (1G63  kam  die  Bibl.  aus  dem  Mi- 
noritenkloster  in  die  Hofburg),  IGSO  — k;;)!)  Daniel  Nessel 
Bibliothekar,  dem  nach  sechsjäliriger  Unterbrechung,  1705  bis 
1723,  Johann  Benedict  (Jentilotti  v.  Engelsbrunn,  der  spätere 
Bischof  von  Trient  folgte;  dieser  legte  ein  Verzeichniss  der 
Handschriften  an.  1723 — 1745  der  kaiserl.  Leibarzt  Pius  Nico- 
laus (Jarelli;  unter  ihm  wurde  die  Ilofbibl.  der  öffentlichen 
Benützung  eröffnet  und  der  I>eamtenstand  vermehrt  (1  Präfect, 
•2  Custoden,  4  Bibliotheksschreiber).  In  der  neuesten  Zeit 
standen  der  Bibl.  vor:  Kligius  Freih.  v.  Münch-Bellinghausen 
(Halm)  1845— 1.S71,  der  die  Erh()hung  der  Dotation  auf 
lU.OOO  Gulden  durchsetzte  und  die  Anlegung  eines  Zettel- 
kataloges  anordnete;  1871—1890  Hofr.  Ernst  Birk;  1891 — 189G 
Hofr.  Wilhelm  R.  v.  Hartel,  welchem  die  Bibl.  die  Einführung 
der  Bestellkarten  für  am  nächsten  Tage  bereitzustellende 
Bücher  und  die  Anlegung  eines  Realkataloges  —  1893  be- 
gonnen und  gegenwärtig  über  40.000  Zettel  stark  —  ver- 
dankt; 1896—1899  leitete  Hofr.  Heinrich  R.  v.  Zeissberg  die 
Bibl.  —  Grössere  Schenkungen:  1508  die  Bibl.  des  Conrad 
Celtes,  unter  Cuspinianus  die  Bibl.  des  Königs  Mathias  Cor- 
vinus  aus  Ofen,  unter  Nydpruck  die  Bibl.  des  Bischofs  von 
Wien,  Johann  Faber,  1541  die  Sammlung  des  Johann  Dern- 
schwamm  von  Hradiczin,  1G08  die  Bibl.  des  Wolfgang  Laz, 
1584  die  des  kaiserl.  Historiographen  Johann  Sambuk,  die 
Bibl.  des  Richard  Strein  v.  Schwarzenau  (Hilfsbibliothekar) 
und  des  Hugo  Blotius,  1G;{G  des  Sebastian  Tengnagel:  unter 
Recliberger  die  Raimund  Fugger'sche  Sammlung,  unter 
Mauchter  die  Sammlung  des  Tj'^cho  Brahe,  1074  die  erzherzo^- 
lichen  Handschriften  und  Bücherschätze  von  Ambras  in  Tirol 
und  die  spanische  Bibl.  des  Marquis  v.  Gabrega,  IGso  die 
Bibl.  des  Peter  Lambeck,  die  erzherzogl.  Bibl.  aus  Innsbruck, 
in  den  Jahren  1711 — 1740  die  Baron  Ilohendorf'sche  Hand- 
schriften- und  Büchcrsammlnng  aus  den  Niederlanden,  die 
Bibl.  des  Erzbischofs  von  Valenz  aus  dem  Hause  Cordona 
und  die  Prinz  Eugen'sche  Handschriften-,  Bücher-  und  Kupfer- 

19* 


29-2  Wien.  [h*i 

stichsammluno-  sammt  der  Peutinoer'sclien  Karte;    unter    van 
öwieten    die    Starhembero'sche    Bibl.    des    Kaisers    F'ranz    L, 
1772    die  Bibl.    des  Gerard   van  Swieten,     177;)     soo  Bde.  Dis- 
putationen   und    Dissertationen    des    Freili.    v.    Senckenberg, 
17S()  Bücher  und  Stiche    des    Grafen  Camus  de  Limare.    17!i2 
die  Kupferstichsaninilung  des  Chevalier  Denon,    17!»1  Kupfer- 
stiche des  Fürsten  Carl  v.  Ligne,     1S()2    Erstdrucke    aus    der 
Bibl.    von  San  Marco,    1S02    orientalische  Handschriften,    die 
Joseph    Freih.    v.   Hammer-Purgstall    auf    seinen  Reisen    «e- 
saninielt  hatte,  isio  die  Handscliriftensanmdung'  des  Marquis 
Ptanyone;  1814  kamen  die  iso!)  nach  Paris  entführten  Hand- 
schriften und  Druckwerke  wieder  nach  Wien  zurück.  1814  die 
Bibl.  des  seh.  Rathos  Freih.  v.  Spielmann,  182<;  und  1S2:»  die 
mit  der  Kirchenmusik  in  keiner  Verbindunii'  stehenden  Musi- 
kalien des  k.  k.  Musikarchivs,  is;;()  lo.ooo  medicinische  Disser- 
tationen aus  dem  Nachlasse  des  Grafen  C.  v.  Harrach,  1H31  der 
Nachlass  des  Bischofs  Munter  in  Copenhagen,  ls;j2  die  Bibl.  des 
L.  Tieck,    des  Buchhändlers    und    Hofbibliotheksantiquars    M. 
Kuppitsch,     isr)2    die  Sammlung    des  Geschichtsforschers  von 
Enzenbühl,  1850  Legat  des  Musikschriftstellers  Raphael  Georg 
Kiesewetter  Edl.  v.  Wiesenbrunn  (Partituren),  1857  Geschenk 
des  Carl  Czerny    (Originalhandschriften    von  Beethoven,    op. 
Ol.  115.),    des  Univ. -Prof.    Hofr.  Robert  Zimmermann    (nach- 
gelassene Schriften    des    1848    in  Prag   verstorbenen    Mathe- 
matikers Bolzano  und  337  Originalbriefe  Herbart's  und  seiner 
Freunde).    246    arabische    und    3  persische  Handschriften  aus 
der    Glaser'schen    Sammlung    als    Geschenk    des  Unterrichts- 
ministeriums; Bibl.  des  Generalconsuls  Haas  in  Shanghai  durch 
Ankauf,  über  1000  Werke    aus    der    classischen  Philologie  als 
Geschenk  Hofr.  Hartel's;   1S;)9  Papj'-russammlung  Erzh.  Rainer 
(Gesch.  des  Erzh.).  —  Ausserdem  seit  1808  ein  Pflichtexemplar 
von  jedem  in  Oesterreich  erscheinenden  Druckwerke.  —  Alle 
Wissenschaften  vertreten;    besonders  gepflegt:  Bibliographie, 
Geschichte  und  Geographie,  Kunstgeschichte,  Philologie. 

Ncssol,  D.  de.  Catalogus  sivo  recensio  specialis  oninium  codicuni  mse. 
Graecorum  necnon  liiif^uarum  Orientalium  augustiss.  bibliothccae  Caosareae 
Viiidob.  Vindob.  KIOO.  —  Rieliard,  BarUioloinäus  Christian,  llistoria  bi- 
bliothopac  caosareae  Vindoboncnsis  ad  nostra  tenipora  deducta.  Jonae,  .1.  F. 
P.iolckius  1712.  —  Bibliotlieca  acroinatica,  tliooiogica,  juridica,  niodica, 
]ihili)S()pliica,  coiuproliondcns  roconsionoin  specialem  oinniuin  codicuni  ms. 
Graecorum  .  .  .  augustissimae  bil)liotlieeae  Caes.  Vindobonunsis  olini  a 
duumviris  P.  Lainbecio  et  Dan.  Nesselio  congesta,  nunc  autem  ...  in 
lianc  concinnam  epitonien  redacta  .  .  .  a  Jac.  Frid.  Rcimanno.  Ilanno- 
verae  1712.  —  Brückmann.  Epistola  itineraria  I.  de  ])il)liotliecis  Vindo- 
bftnensibus  praecipuis.  Wolfonbuttelae  1728.  —  Dilucida  repraosentatio  nia- 
gnificae  et  sumptuosac  bibliotliocao  Cacsareao  iussu  .  .  .  Caroli  VI  .  .  . 
(curanto  Gundaccoro  S.  R.  T.  comite  ab  Althann).  Viennae  17:}7.  —  Biltlio- 
tlieca  antiqua   Vindob.  civica  seu    catal.    librorum    anti<|uorum  ipii  in  l)il>l. 


S441  Wm'm.  lirc. 

Viii(I>il>.  civiiM  ;is<(jiv:iiitiir.  ViciiiuK!  I7r»(l.  —  üiiiliimis,  Bolieini;!  iIimIh  III, 
S      l'.i-.  I)i'iii^,    M.     Cinlioos   iiiss.    llirnloj,'     l)il)lii.tliocao  Palat.   Viiiduh. 

iatiiii  aliariiiii(|iu'  nccldontis  liiit;iiariiiii.  Viii(l(d).  IT'.CJ-  <.)!».  —  IlniiiniPr, 
Josoj)!!  V.  Catalniiiis  cotiicuiii  arali  piü-s.  turc.  bibliotliooae  Caos.  R  Vindnl). 
In  Fumljirubon  (It>s  (Irioiits.  II.  —  Leon,  Gottlieb  v.  Kurz<iofasslo  ]U}- 
sch  reib  Ulli;;  der  k.  k.  Ilofbibl.  in  Wien.  Wion  IS'20.  —  Vorzoiciiniss  von 
Hanuner'shandseliriltl.  Saninilung  orlont.  Werke  über  osman.  Gcschiebte.  Jn: 
Ilanuner,  (Jeseii.  d.  dsnian.  Reiciios  IX,  IS.J.J.  —  Mosel,  J.  Freiiiorr  v.  (Jesch. 
derk.  k.  Ilofbibl.  z.  Wien.  Wien  18."5r>.  —  Catalogns  codieuni  mso.  bibliotiieeao 
Palat.  Vindob.  Vindobonae  183(5  —  l.S;il.  —  Ilaniniors  inorgenländ.  Hand- 
schriften. In:  Wiener  Jahrb.  d.  Litt.  LXI  — LXXXVIII,  18:$:5  — iHli'.t.  —  Chniel, 
.1.  Die  Ilandseliriften  der  k.  k.  Ilofbibl.  in  Wien  im  Interesse  der  Go- 
schiebte,  bes.  der  österr.  verzeichnet  und  excerpirt.  Wien  ISIO  — 1-41.  — 
(binpl,  J.  Handsciiriften  in  Österreich.  Kibl.  nachsewiescn  von  Mone  In: 
Per  Österreich.  Geschichtsforscher.  II.  2.  1S41.  Not.  Bl.  ri4.  —  Iloffmann 
von  Fallersleben.  Verzeichniss  der  altdeutschen  Handschriften  der  k.  k. 
Ilofbibl.  zu  Wien.  Leipzii^  1841.  —  Flügel,  Gustav.  Die  neuerworbenen 
orientalischen  Handsciiriften  der  k.  k.  Ilofbibl.  zu  Wien.  In:  Wiener 
Jahrbb.  der  Litt.  97.  1842.  Anz.  ßl.  —  Deutsch,  S.  Die  hebräischen  Manu- 
scri])te  der  k.  k.  Hofbibl.  zu  Wien.  In:  Oesterr  Blätter  f.  Litt.  I84i>.  1847. 
—  Wattenbach.  W.  Handschriften  der  k.  k.  Hofbibl.  In:  Archiv  f.  ältere 
deutsehe  Gesch.  X.  18.51,  S.  447.  —  Tabulae  codicum  ms.  praeter  Graecos 
et  orientales  in  bibliotheca  Palat.  Vindob.  assorvatorum  ed.  Acad.  Caes. 
Vindob.  Vindobonae  18C.;>  ff.  (Bd.  s  erschien  189.').)  —  Flügel,  Gustav.  Die 
arab.,  pers.  und  türk.  Handschriften  der  k.  k.  Hofbibl.  zu  Wien,  herausg. 
und  in  Correctur  besorgt  durch  die  k  k.  Oriental.  .Vkadeniie  zu  Wien. 
Wien  181);") — 18()7.  —  Waagen,  G.  W.  Die  vornehmsten  Kunstdenkmäler  in 
Wien.  Wien  18<i7,  Bd.  2.  —  Valdek,  R.  Die  k.  k.  Hofbibl.  in  Wien.  In: 
Xeue  Freie  Presse,  ol.Mai  1871.  —  Modern,  Heinrich.  Die  Zinimernschen 
Handschriften  der  k.  k.  Hofbibl.  In:  Jahrb.  der  kunsthistor.  Samm- 
lungen XX.  -  Beer.  Rudolf.  Die  k.  k.  Ilofbibl.  1848  -  1898.  In:  Schnitzer, 
Ignaz.  Franz  Joseph  I.  und  seine  Zeit.   Wien  1898.  Bd.  1. 

842.  K.  k.  Hofburgtheater,  I.  Franzensring.  —  Die  soge- 
nannte „Bililiothok  des  Theaters"  iimt'asst  •JsO.')  Bde.,  während 
die  eigentliche  Biihiienbibl.  28 KJ  Xunimern  enthält,  und  zwar 
„altes  Repertoire"  irn»!»  Handschriften  und  832  gedruckte 
Werke;  „neues  Repertoire"  485  Nummern,  Druckwerke  und 
Handschriften.  Ausserdem  eine  Handbibl.  — Neukatalogisirung 
im  Zuge.  —  Director:  Dr.  Paul  Schienther:  Secretär:  Dr. 
Richard  Rosenbaum.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Theater  177<). 
—  Nur  zu  eigenem  Gebrauche. 

84.).  K.  k.  Hofoperntheater,  I.  Oporiiring.  —  Das  gesanimte 
Musikmateriale  vnn  l.'io  ( )pern  und  über  1  ;'>i>  Balleten,  Orchester- 
])artituren  von  480  älteren  Opern  und  Balleten,  Partituren 
und  Stimmen  von  180  Concertwerken  und  ülier  .'500  verscliie- 
denen  Arien.  Gesängen  u.  dgl.  Zahlreiche  Musikwerke.  —  Nur 
zu  rein  internem  Gebrauche  für  das  Theater  und  dessen 
Künstler.  —  Director:  Gustav  Mahler;  Directionskanzlist  und 
Archivar:   Aloi.s  ITartniaun. 

844.  Oesterreichischer  Ingenieur-  und  Architektenverein, 
I.  Eschenbachuasse  U.  —   ;)!i.s7()  Bde.   —  Jahresdotation  1 1.'>o 


294  Wien.  [S-ir, 

Gulden.  —  Die  Bibl.  verwaltet  der  Vereinssecretär  kais.  Ratli 
L.  Gassebner.  —  Ein  aiphabet,  gedruckter  Zettelkatalog.  — 
Benützung  nur  für  Yereinsniitglieder,  und  zwar  an  Wochen- 
tagen von  -2  —  7  Uhr  abends,  während  der  Wintermonate  auch 
an  Sonntagen  von  9 — 12  Uhr.  —  Ebenso  Entlehnung  aller 
Werke  mit  Ausnahme  der  Wörterbücher,  Repertorien  und 
anderer  Xachschlagebücher,  der  beiden  letzterscliienenen 
Nummern  von  Zeitschriften  und  periodischen  Druckschriften, 
sowie  seltener  oder  kostspieliger  Werke.  Näheres  in  der  ge- 
druckten „Bibliotheksordnung".  —  Die  Gründung  erfolgte 
in  Folge  von  Schenkungen.  —  Alle  technischen  Wissenschaften 
sind  vertreten. 

S45.  K.  k.  militär-geographisches  Institut,  VIII.  Landes- 
gerichtsstrasse  7.  —  2557  Werke  mit  98H4  Bdn.  und  117  Heften, 
in  der  Kartensammlung  3565  Werke  mit  71.033  Blättern.  — 
Dotation  nach  Bedarf.  —  Provis.  Leiter:  Oberlieut.  Adolf 
Freyer;  2  Unteroff iciere  und  1  Armeediener.  —  Handschrift- 
liche und  gedruckte  Kataloge,  auch  Zettelkataloge,  durchwegs 
nach  ^Materien,  sowie  alpliabet.  geordnet.  —  Grundsätzlich  nur 
für  dienstliche  Zwecke  bestimmt,  daher  der  Oeffentlichkeit 
nicht  zugänglich,  sowie  keine  Entlehnung  und  Versendung. 
—  Das  Archiv  besteht  seit  der  Errichtung  des  militär-geogr. 
Institutes  i.  J.  is.;9;  demselben  Avurden  die  Karten-  und 
Büchersammlungen  des  Deposito  della  guerra  in  Mailand, 
sowie  des  später  ebendort  befindlichen  J.  R.  Istituto  geo- 
grafico  militare  einverleibt.  —  Alle  Zweige  der  in  das  karto- 
graphische, topographische  und  geographische  Fach  einschla- 
genden Wissenschaften.  Astronomie.  Geodäsie,  Geographie, 
Geologie,  Mathematik,  Naturgeschichte.  Meteorologie.  Ph3'sik, 
Vervielfältigungs  verfahren. 

Katalog   der   im  Archive    des    k.  u.  k.    iiiililärgeogr.  Institutes  vorhan- 
denen Bücher.  Wien   1809. 

«46.  Kloster  der  unbeschuhten  Carmeliter,  II.  Taborstrasse  19. 
(Im  Bau  begriffen  das  neue  Kloster  XIX.  Silbergasse  und 
Paradisgasse.)  —  .si(j5  Werke  in  12.H59  Bdn.  —  Jahres- 
dotation je  nach  Bedarf.  —  Prior:  P.  Anastasius  Stadler;  Bi- 
bliothekar ein  Ordensmitglied.  —  Handschriftlicher  Zettel-  und 
Bandkatalog.  —  Benützung  nur  mit  Genehmigung  des  Haus- 
Oberji.  —  Ebenso  Entlelinungen  gegen  Revers.  —  Keine  Ver- 
sendungen. —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Kloster  162s  durch 
Kaiser  Ferdinand  II.  —  Meist  theologische  und  |)hil()So[»hisclie 
Werke  in  lateinischer  Sprache. 

S47.  K.  u.  k.  Kriegsarchiv.  Sielie  Wien,  Bibl.-Al)lhcilung 
des  k.  u.  k.  Kriegsarchivs. 


^•'"'1  Wi.'u  •.'«.(.-, 

->l^.  Kunstgewerbeschule  des  k.  k.  Oesterreichischen  Mu- 
seums für  Kunst  und  Industrie,  I.  SiuheMriiii:.  hosit/.i  (ine 
Schük'rbihl.,  ilcroii  Kosten  durch  die  von  den  Hcliülern  (U-r 
Anstalt  zu  entriclitcnden  Lelirniittclbeiträ^e  und  Aul'nalnns- 
taxen  im  I>etra^e  von  ea.  soo  (rulden  jährlich  bestritten  werden. 
Nur  den  Professoren  und  Kunstirewerbesciiülern  unentüeltlich 
und  zu  jeder  Zeit  zu^än^dich.  Ausserdem  besitzen  di^;  Vro- 
fessoron  eigene  Bibl.,  für  die  denselben  jährliche  Dotationen 
zugewiesen  sind. 

Sl\K  Niederösierreichische  Landesbibliothek,  im  niederöstorr. 
Landhause,  I.  Ilerrengasse  1.'!.  —  Ende  Juli  1S!),S:  17.47'J  l>de.; 
tüO  Handschriften  gehören  ihrem  Inhalte  nach  zum  nieder- 
österr.  Landesarchiv.  —  Vom  niederösterr.  Landtag  bewilligte 
Jahresdotation  ;)(H)o  (Julden.  —  Vorstand:  Xiederösterr,  Lamles- 
archivar  und  Bibliothekar  Dr.  Anton  Mayer;  Custos:  Dr. 
Max  Vanesa;  Concipist  I.  Cl.:  Dr.  Victor  Bibl.  —  Ein  Acqui- 
sitionsjournal,  dessen  fortlaufende  Nummer  zugleich  Stand- 
ortsnummer ist,  ein  aiphabet,  und  ein  systemat.  Zettelkatalog. 
Im  Druck  ist  erschienen:  ., Katalog  der  niederösterr.  Landes- 
bibl.  in  Wien.  Wien  ISTI"  mit  zwei  Supplementen  voji  In?:» 
und  18fii.  —  Geöffnet  an  Wochentagen  täglich  von  '.'  —  J,  an 
Sonntagen  von  September  bis  Mai  von  :» — 12  Uhr.  P'ür  Be- 
nützung, ICntlehnung  und  Versendung  sind  die  Bestimmungen 
in  der  ..Ordnung  für  das  niederösterr.  Landesarchiv  und  die 
niederösterr.  Landesbibliothek.  Wien  isyi;'"  enthalten.  —  Die 
Bibl.  ist  aus  den  Bibl.  des  l.s4«  aufgelösten  Herren-  und 
Ritterstandes  hervorgegangen.  In  Folge  Landtagsbeschlusses 
vom  r».  Januar  ISHfj  ist  die  ,, Bibliothek  des  Vereines  für 
Landeskunde  von  Niedertisterreich"  der  niederösterr.  Landes- 
bibl.  einverleibt  worden.  Die  Anzahl  der  Bde.  der  letzteren 
Bibl.  ist  in  der  oben  angegebenen  Zahl  inbegriffen,  im  ge- 
druckten Katalog  sind  aber  diese  Werke  mit  *  bezeichnet. 
Zur  niedert"»sterr.  Landesl)ibl.  gehören  ausserdem:  n.)  Topo- 
graphische Ansichten  aus  Niederösterreich,  ()118  Nummern: 
h)  Ansichten  von  Denksäulen  und  Marterln,  428  Nummern; 
c)  Porträts,  8:»7  Stück.  -  Besonders  gepflegt  jene  Literatur, 
deren  Anschaffung  der  interne  Dienst  des  nieder(>sterr.  Lan<lrs- 
ausscliusses  erfordert,  dann  vorwiegend  (Jcschichte  (Xieder- 
österreich)  und  deren   Hilfswissenschaften. 

Die  Ilandscliriftensaiiimlung  der  niederösterr.  Stände  zur  vaterländisclion 
Geschichte  und  Topograpiiie.  In:  Oestcrr.  Zeitschr.  f.  Gesch.  und  Staats- 
kunde is:^ö. 

850.   K.  k.  Landwirthschafts-Gesellschaft,   I.  Ih^-rengasse  !;'•. 
—    Ca.     csooo     Bde.  -lahresdotation     ca.     4(Mt    Gulden.     — 

Bibliolheksreferent:  Prof.  Dr.  Alto  Arche.  —  Ein  Zettelkatalog. 


20G  Wien.  [^ö^ 

alpliabet.  und  facliwissenscliaftlich.  bis  18si  geführt,  aber  nicht 
fortgesetzt.  Es  wird  jetzt  ein  neuer  Zettelkatalog  nach  dem 
Dewey'schen  System  angelegt,  der  auch  alle  von  1881  bis 
jetzt  hinzugekommenen  Werke  umfassen  wird.  —  Jeden 
Dienstag  und  Samstag  nachmittags  von  3—6  Uhr  nach  vor- 
heriger Meldung  beim  Bibliotheksreferenten  benutzbar.  — 
Entlehnung  und  Versendung  auf  14  Tage  nur  an  Mitglieder 
der  Gesellschaft.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Gesellschaft 
1.  J.  1807.  —  Vertreten  besonders  Landwirthschaft  und  deren 
Hilfswissenschaften. 

Verzeichniss  rlor  in  der  Bibl.  dci-  k.  k.  Landwirtbschafts-Gescllscliaft  in 
Wien  derzeit  vorhandenen  Werke  (lierausg.  von  Gruber).  Wien  1848.  — 
Bibliothekskataln«!;  der  k.  k.Landwirtliscliafts-Gosellschaft  in  Wien.  Wien  1804. 
Nachtrag  zum  Bibl. -Kataloge  bis  zum  Sclilusse  des  Jahres  1867.  Wien  1868. 

>^i>^.  Lazaristencongregation  der  Missionspriester  vom  heil. 
Vincenz  von  Paul,  VII.  Kaiserstrasse  .'i.  —  Ca.  oOOO  Bde.  — 
Bibliothekar:  P.  Kraemer.  —  Ein  Acccssionskatalog,  ein 
Fach-  und  ein  aiphabet.  Katalog.  —  Nur  Hausbibl.,  daher 
weder  Entlehnung  noch  Versendung.  —  Gepflegt  werden 
ausser  der  Theologie  und  ihren  Zweigwissenschaften:  Profan- 
geschichle.  schöne  Literatur,  Jus,  (xcographie  und  Philosoi)hie. 

852.  Israelitisch-theologische  Lehranstalt,  IL  Tempelgasse  3. 
—  Ca.  8000  Bde..  Iso  Handschriften,  15  Incunabeln.  — 
Dotation  1000  Gulden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Adolpli  Büchler; 
Amanuensis:  Ein  reiferer  Hörer  der  Lehranstalt;  1  Diener. — 
Zettelkatalog;  aiphabet.  Katalog  in  xVusarbeitung..  —  Geöffnet 
vom  15.  October  bis  1").  Juli  für  jedermann  täglich  mit  Aus- 
schluss der  jüd.  Festtage  von  8—  i  Uhr.  —  Entlehnungen  an 
Hörer,  an  Andere  nur  nach  Erlag  einer  Caution,  von  der 
jedoch  bei  bekannten  Persönlichkeiten  abgesehen  wird.  — 
Ebenso  Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Lehranstalt 
i.  J.  18113.  Der  grösste  Theil  wurde  von  Dr.  Adolph  Jellinek, 
Prediger  in  Wien,  erworben;  die  Bibl.  hat  in  jüngster  Zeit 
durch  die  Sammlung  J.  H.  Schorr's  in  Brody  eine  werthvolle 
Ergänzung  erfahren.  —  Jüdische  Fächer.  Bibel  und  ihre 
Cimimentare,  (beschichte  der  Juden,  Talmud  und  seine  Neben- 
fächer, Homiletik,  doch  auch  allgemeine  Philosophie  und  Ge- 
schichte, sowie  deutsche  Literatur. 

8.')3.  Lehrerpädagogium  der  Commune  Wien,  I.  Ilegel- 
gasse  12.  —  3S]  i  Werke,  sowie  eine  grössere  Anzahl  von 
Landkarten  und  Bilderwerken.  —  Jaliresdotation  500  bis 
(lOO  Gulden.  —  Vt^rstand  provis.:  Director  a.  D.  Dr.  Anton 
Kauer;  iiiin  zur  Seite;  st(Oien  zwei  UeV)Uiigssclmllehrer, 
Anton  Weiss    und   Emil   Riclit(!r.     —    Alpliabet.   Kataloge  nach 


H5r.]  .... 


^T     ;-\~   ?''^=^"^1'^^»'  wiil.rond  der  Colk-oien  v<  n  V- s   n  .^ 
;thf  i ''d.^!T"'  r^'  /^-----n,    denon^ucl";äs-E„  1.  ,   : 
,  r        ^''"''^  •'^"^    mehrere    Wochen,    zusteht     —    Ver 

MMidunu-    tnulet    nicht  statt.    -  Geor.   is.is' .u-dei eh    nüt  dem 
1  |ua^o^u„n.    -  Alle  Wissenschaften,    am   stäiTc^n   v"  r  b 
lada^^oodc   nnt  ihren   Ililfs-   und  Theihvissensehaft  ", 

II^l''Li,d■p^>^'^''■    ""^Ve'-suchsanstalt    für    Lederindustrie, 

>(M)  i^rin       .     ^':''"/-^^^'''^'    ■'-    I^L'^itzt    eine    Handl.il.l.    von    ca 
an    Ldn.    ehennschen    und    chemisch-technischen    Inhaltes    - 

hnh."^^''"  '^"  •<•  g'-aphischeLehr-  und  Versuchsanstalt,  VI!  West- 
Dahnstrasse  -2.)    —  F-ipiihii^i    o,-),>  w     i  >>  <-bi- 

beUr^l'n'^'^i^n'z'N'^^  ^"^^^^^  oin^ehobenen  I^^ll^nit  " 
waltnm'  hT  '"  ^"«^hussen  aus  den  Dotationen.  -^  Die  Ver- 
beide Ahth  1"^'"  '""^^'  ^^"^'^^^  ^^«  Lehrkr.rpers.  _  Für 
beide  Abtheilunoen  je  ein  aiphabet.  Zettelkatalog-  die  Dri  e - 
legung  desselben  ist  in  Vorbereitun^r.  -  D  e  Facl  bibl  ist" 
jeden  Dienstag    von    5— i    8  TThv     rU^  i^i^  r  acnoiDi.    ibt 

Mittwoch    von    g-Vol-    und    ^^;    f]ie    gTaphische  Sammlung 
der    k     k     ,T,.n,.i„-..i  T    r        "    ^'~   2'^  U^^i"    den    Schülern 

1  ch     nhpr    f,  :^1^^  '^^«l^e«.  Lehr-    und    Versuchsanstalt    zugän«^- 
aunies     unS     naoir'''''    nach  Massgabe    des    vorhandenem 
oder    dessen    SteK  1  .  Pf  «^"^^«^er     Meldung     beim     Gustos 
n^f^>.o  Stellvertreter    auch    für    andere    Personen    be- 

nutzbar; an   Feiertagen  geschlossen.    -    Entlehnun.«-    nur  V^, 

d^i^ti^m  td"  l'^TT^^^^^^"    ^^"^  ti^züstimmung 
Behchrn     P^^  cle.s  Gustos.    -    Ebenso  Entlehnuno en    an 

Behoiden     Bibl    etc,  über  amtliches  Ansuchen.    -    dFc  Di 
wurde  mit  der  i.  J.   is88  unter  der  Dezeichnun..     K    k    Lehr 

Unterr.chtsmmisterium  angekauften  Sammlungen  lith    -ra   h 
scher  \\erke  von  Kan  in   Wien  (Preis  .;ouo  Gull   )      nd    W 
Gesellschaft  für  vervielfältigende  Kunst    rPro  s     ^    >   V     ,  ,     \ 
bedeutend  vermehrt.  -    Photochem^^rV^lo^^^;-;/;;;:::;;;;! 


20S  Wien.  [856 

sehe  Technologie,  Physik,  photographische  Optik,  Spectral- 
analyse,  Stereoskopie,  mechanische  Druckverfahren,  Stein- 
druck und  Lithographie,  Lichtdruck,  Heliogravüre,  graphische 
Aetzverfahren,  Buchdruck,  Galvanoplastik,  Stereotypie. 

8.Ö6.  Deutsch-akademische  Lese-  und  Redehaile,  VIII/i  Koch- 
gasse !•.  —  lv)-2öBdo.  —  Bücherwart:  Richard  Eberwein,  stud. 
phil.;  Ersatzmann:  A.  Michalek3^  —  Alphabet.  Fachkatalog, 
innerhalb  der  Fächer  nach  Autoren  geordnet.  —  Für  alle 
Mitglieder  während  der  Dienststunden  der  Ausschussmitglieder 
zugänglich.  —  Entlehnung  an  Mitglieder  auf  14  Tage,  resp. 
1  Monat.  —  Gegr.  im  Sommersemester  1895,  In  letzter  Zeit 
besonders  vermehrt  durch  die  wissenschaftliche  Bibl.  des 
verstorbenen  Hofr.  Prof.  Dr.  Robert  Zimmermann.  —  Alle 
Wissenschaften  und  schöne  Literatur. 

857.  Deutsche    Lesehalle    an    der   technischen  Hochschule, 

IV,  Karlsgasse  tJ.  —  17<;i  Bde.,  wovon  lolO  belletrislistdien 
und  721  technisch-wissenschaftlichen  Inhaltes.  —  Jahres- 
dotation 1 00  Gulden.  —  1 .  Bücherwart :  stud.  ing.  Joh.  Koricherr , 
ausserdem  drei  andere  Bücher-,  sowie  drei  Zeitungswarte.  — 
Jeein  handschriftl.  Band- und  aiphabet.  Zettelkatalog.  —  Benutz- 
bar für  Mitglieder  während  der  Amtsstunden.  —  Ebenso  Ent- 
lehnungen. —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  187-2  als  wesent- 
licher Bestandtheil  der  damaligen  „Deutschen  Lese-  und 
Redehalle  an  der  technischen  Hochschule  in  Wien.  —  Alle 
technischen  Wissenschaften  mit  Einschluss  gewisser  ])hilo- 
sophischer. 

858.  Leseverein  der  Beamten  des  k.  k.  Hauptzollamtes,  III;., 

Vordere  ZoUanitsstrasse  .'5,   Ilauptzollamtsgebäude.   —  700  Bde. 

—  Jahresdotation  durchschnittlich  150  Gulden.  -  Vorstand: 
Joseph  Kolar,  k.  k.  Zolloberamtscontrolor  des  k.  k.  Haui)t- 
zollamtes;    Bibliothekar:  Heinrich  Holmes:     1   Vereinsdiener. 

—  Ein  handschriftlicher  Inventar-  und  Schlagwortkatalog; 
ein  gedruckter  Materienkatalog.  —  Keine  bestimmten  Lese- 
stunden, jed')ch  stets  den  einzelnen  Vereinsmitgliedern  nach 
früher  erfolgter  Anmeldung  zugänglich.  —  Entlehnungen  nur 
an  Vereinsmitgiieder,  und  zwar  von  gewöhnlichen  Werken 
auf  vierwöchentlichen,  von  Verordnungsblättern  auf  drei- 
tägigen Termin.  —  Keine  Versendungen,  —  Gegr.  von  einigen 
Zollbeamten  am  7.  April  1SS7,  vergrösserte  sich  die  Bibl. 
allmählich  durch  Mitgliederbeiträge  und  Schenkungen.  Das 
Bibl.-  und  Lesezimmer  wird  seit  September  l.sss  vom  Präsi- 
dium der  k.  k.  Finanzlandesdirection  dem  Vereine  unentgelt- 
lich znr  Verfügung  gestellt.  -  Ausser  Gesetzesausgaben  vor- 
zugsweise Zoll-    und    Warenkunde,    Technologie  und  Chemie. 


H61]  Wien.  enf» 

Interessante  Mustorwarensanimluim-    behui'ri  Studium    zur  Alt- 
le«iiin<2:  der  Z()lirac'lii)rüfunL;. 

Statuten  dos  Lcscvoroines  (Ut  lioaiiiton  dos  k.  k.  Ilauiitzollaiiitos  in 
Wien.  Oeändort  1.  h.  Statthaltoroierl.  vom  7.  Mai  ISS'.t.  —-  Rochnungs- 
abscliluss  f.  d.  J.  1S'>2  ff.  —  Katalog  dor  Hibl.  dos  Lcsovoreincs  der  Be- 
amten des  k.  k.  Hauptzollamtes  Wien.  Nach  dem  Stande  vom  1.  October 
1897.  Katalognummor  1—482.  Zweite  Auflage.  Wien   1807. 

S;">;i.  Akademisch-romanischer  Leseverein,  I.  Universitäts- 
gebäude, Romanisches  Seminar.  —  7(»lBde.  —  Jahrcsdotation 
50  Gulden.  —  Vorstand:  Dr.  EmanuelJoubert.  —  Zwei  hand- 
schriftliche Bandkataloge.  —  Nur  für  Mitglieder  des  Vereines 
zu  den  vom  jeweiligen  Bücherwart  zu  Anfang  jedes  Halb- 
jahres bekanntgegebenen  Stunden  benutzbar.  —  Entlehnung 
nur  an  Mitglieder;  keine  Versendung.  —  Die  Geschichte  der 
Bibl.  fällt  mit  jener  des  Vereines  zusammen;  dieser  wurde 
187S  als  „Akademisch-französischer  Leseverein  an  der  Uni- 
versität Wien"  gegr.,  18'js  aber  mit  dem  ISDi  gegr.  „Aka- 
demisch-italienischen Leseverein  an  der  Universität  Wien" 
unter  dem  oben  angegebenen  Titel  vereinigt.  —  Moderne 
Belletristik  sämmtlicher  romanischen  Literaturen. 

8(i(».  Juridisch-politischer  Leseverein,  I.  Rothenturmstr.  15. 
~  Ca.  30.000  Bde.  —  Jahresdotation  500  Gulden.  —  Vorstand 
des  Vereines:  Univ. -Prof.  Dr.  Emanuel  Hoff  mann ;  Bibliothekar  : 
Joseph  Stammhammer;  2  Diener.  —  Ein  Zettelkatalog, 
ein  aiphabet.  Katalog  und  Fachkataloge.  —  Geöffnet  von 
;>  Uhr  früh  bis  lo  Uhr  abends.  —  Entlehnung  nur  an  Vereins- 
mitglioder.  —  Keine  Versendung.  —  Gegr.  1841,  pflegt  die 
Bibl.  zum  überwiegend  grössten  Theile  durch  Ankauf:  Rechts- 
und Staatswissenschaften,  Geschichte.  Philosophie  und  schöne 
Literatur;  zahlreiche  Zeitschriften. 

8(;i.  Aerztliches  Lesezimmer  des  k.  k.  allgemeinen  Kranken- 
hauses, IX.  Alser.strasse.  —  Ca.  lO.oooBde.  —  Jahresdotaiion 
je  nach  Bedarf,  ca.  -Jooo  (Julden.  —  Vorstand:  Prof.  Dr.  Alexander 
Kolisko:  Cassier:  Doc.  Dr.  Heinr.  Albrecht;  erster  Bililiothekar : 
Doc.  Dr.  Carl  Ewald:  zweiter  Bibliothekar:  Assistent  Dr.  Friedr. 
Pineles.  —  Zettel- und  aiphabet.  Bandkatalog;  Materienkatalog. 
—  Benutzbar  nur  für  Mitglieder  (Aerzte  des  Hauses  gegen 
Jahresbeitrag  von  <i  Gulden  und  Gründungsbeitrag  von 
1  Gulden)  in  den  Wintermonaten  von  !t  Uhr,  in  den  Sommer- 
monaten von  s  Uhr  morgens  bis  lo  Uhr  abends.  —  Jedes 
Mitglied  des  ärztlichen  Lesezimmers,  dessen  Conto  keine 
Rückstände  seiner  Mitgliedsbeiträge  aufweist,  kann  dem  Aus- 
leiheverkehr durch  Ausfüllung  der  beim  Diener  aufliegenden 
Beitrittserklärung    gegen  Erlag   einer  Einlage    von    2  Gulden 


3Q0  Wien.  [862 

lind  Erstehung-  eines  Ausleiliebloeives  beitreten.  —  Entloh- 
nung an  Mitglieder  für  die  Zeit  vt)n  s  Uhr  abends  bis 
8  Uhr  früh  des  nächsten  Tages  und  für  die  Nach- 
mittage der  Sonn-  und  Feiertage  bis  s  Uhr  früh  des  darauf- 
folgenden Tages.  Ausgenommen  hiervon  sind  die  Wochen- 
schriften der  laufenden  Woche.  Ein  und  dasselbe  Mitglied 
kann  luichstens  zwei  Bücher  und  in  niaximo  vier  Nummern 
einer  Zeitschrift  zugleich  entlehnen,  wobei  für  jedes  Buch  je 
ein  Coupon,  für  vier  Nummern  einer  Zeitschrift  zusammen 
ebenfalls  nur  ein  Coupon  abgenommen  wird.  —  Nichtmit- 
gliedern  steht  gegen  Vorausentrichtung  von  lo  Gulden  pro 
Semester  oder  von  3  Gulden  pro  Monat  der  Eintritt  in  das 
Lesezimmer  und  die  Benützung  des  Lesemateriales  als  Theil- 
nehmern  frei,  jedoch  ist  das  Comite  berechtigt,  die  Zahl  der- 
selben nach  Massgabe  der  jeweiligen  Raumverhältnisse  zu 
beschränken.  —  Besteht  in  Gemässheit  des  hohen  Statthalterei- 
erlasses vom  •J.'>.  Juli  181)9,  Z.  IT.Oo'j.  —  Nur  medicinische 
Wissenschaften. 

Büciicrkatalog  der  k.  k.  allijonieiiien  Krankonliausbibl.  zu  Wien.  AVion 
1  !*");-!.  —  Haiisordnun.ix  für  das  ärztliche  Lese/.iminor  de^fi  k.  k.  allgoineinen 
Ivrankoiiliausp;^  in  Wien  [ISOd].  —  BücherausleiIiordnunj>  des  ärztl.  Lcse- 
ziinmers  des  k.  k.  allgem.  Krankonhauses  in   \Vicn  [18*10]. 

SCO.  Literaturinstitut  Ludwig  und  Albert  Last  (Leihbibl.),  I. 
Kohlmarkt  7.  —  Ca.  40o.n(jo  Bde.  Gegr.  October   1S47.  — 

Entlehnung,  auch  Versendung  gegen  Bezahlung  des  fest- 
gesetzten Äbonnementspreises.  Schöne  Literatur  aller  Art  in 
deutscher  Sprache,  Originale  und  Uebersetzungen,  französische, 
englische,  italienische  Autoren,  Biographie  und  Memoiren, 
Länder-  und  Völkerkunde.  --  Die  Bibl.  besitzt  in  Wien  drei 
Filialen.  L  Wollzeile  14,  I.  Operngasse  14,  L  Franzensring '24. 

..Lescbedinf^untron.  Wegweiser  zur  Erleichterung  der  Auswalil."  Wien  ls<.i(5. 
—  ..Literaturinstitut  Ludwig  und  Albert  Last.  Verzeichniss  ausgewählter 
Werke.  Mit  besonderer  ?>erücksiclitigung  der  neueren  und  wiciitigeren 
Ersclieinungen."  Wien  IS'.tÜ.  Nachtrag  2.  (18!)7);  3.  (IS'.iT);  4.  (1898); 
.-...  (18VI.S). 

80:;.  Mechitharistencongregation,  VII/o  Mechitharistengasse  4. 
—  30.0(10  Bde.  nicht  armenische  Werke  mit  ca.  2;")  Incunabeln ; 
7000  Bde.  armenische  Werke,  unter  welchen  fast  alle  älteren 
Drucke  seit  irjl2  als  dem  ältestbekannten,  enthalten  sind. 
Ausserdem  eine  reiche  Sammlung  von  verschiedenen  arme- 
nischen Zeitschriften  und  Journalen.  OTjO  armenische  und  (JO 
arabische  und  türkische  Handschriften.  —  Jahresdotation  je 
nach  Bedarf.  -  Zuwachs  durch  Gelegenlieitskäufe,  Ge- 
schenke, und  hijiterlassene  Bücher  von  verstorbenen  Ordens- 
mitgliedern. —  Bibliothekar:  P.  Barnabas  Bilesikdjian ;  zu- 
weilen ein  jüngeres  Ordensmitglied  zur  Ausliilic.  —  Ui-sprüng- 


sr.r.]  Wim.  :?01 

lioli  ii:ioli  (loii  AutoriMi  nl|>li:il)('l.  ucordiu'lor  Z<'tlolkalnl«)<;-.  Nach 
dioscMu  wurtlo  dniui  IsiT  ei»  liaiulscliriftlichor  Haiidk-alalo^  in 
derselben  Anordnuiiu  verl'asst.  Der  Zuwachs  wird  jetzt  wieder 
in  einem  Zeltelkalaloix  oinuelraüfen.  P^in  naeli  Schlauwoi'ten 
verfasster  Katalog  ist  ein  schon  lany-  empfundenes,  aber  bis- 
her UmcUm"  niclit  r(>alisir1es  IJedüri'niss.  • — -  Ucnützbar  nacli 
Vereinbarnnij"  nur  für  ]>ekannt(\  —  Keine  p]ntlehnun.uen  und 
Vers(Mi(Uini;('n.  —  Den  Grundstock  bildet  die  alte  Capuciner- 
bibl.,  welche  die  Congre.iJ^ation  bei  ihrer  Uebersiedlunu-  aus 
Triest  nach  Wienlsio  übernommen  hatte.  Der  diesbezügliche 
nach  Autoren  aiphabet,  licordnete  handschriftliche  T5andkatalo<; 
aus  dem  J.  17.1'2  wird  in  der  üe^enwärtifien  iJibl.  aufbewahrt. 
Wie  die  Bücher  in  ,der  Capucinerbibl.  aufgestellt  waren,  ist 
unbekannt,  wahrscheinlich  nach  dem  Formate.  Es  war  jedoch 
eine  .i>ewisse  sinnreiche  Elinrichtuno-  getroffen ;  auf  dem  Rücken 
der  Bücher  waren  am  unteren  Ende  Cfrosse  lateinische  Majus- 
keln (von  A  — Z)  aufiieschrieben,  welche  einem  Schlagworte 
entsprachen.  Diese  Schlagworte  waren  am  Anfange  desCapu- 
cinercatalogus  angeführt.  So  bedeutet  A  Heilige  Schrift,  B 
Commentar  der  heiligen  Schrift,  C  Heilige  Väter,  D  Predigt- 
werke u.  s.  w.  Die  Majuskeln  auf  den  alten  Büchern  sind 
jetzt  noch  zu  sehen,  die  Einrichtung  aber  aufgegeben.  —  Alle 
Wissenschaften,  vorherrschend  jedoch  religiöse  und  theologische 
Werke:  jetzt  werden  vorzugsweise  Armeniaca  gekauft.  Die  Mechi- 
tharistenbibl.  besitzt  gegenwärtig  die  reichste  und  vollstän- 
digste Sammlung  von  armenibchen  Zeitschriften,  Journalen 
sowie  armenischen  Druckwerken. 

Wotzer  und  Weite.  Kirehenlexieon.  2.  Aufl.  18<t3.  Bd.  VIII,  S.  1122. 
Ilunanian,  Paulus.  Mechitliaristoncougregation  von  Triest- Wien.  In:  Krunner. 
Sebastian.  Ein  Benedictinerbucli.  VVürzburj»  ISSO,  S.  25(3.  —  Dashian, 
Jacobus.  Katalog  der  armenisclien  Handschriften  in  der  Mecliitharisten- 
bibl.  zu  Wien.  Wien  1895. 

804.  Metropolltanconvent  der  Barmherzigen  Brüder,  II.  Tabor- 
strasse  J  (J  (gegr.  101 4),  hat  eine  nur  zum  Privatgebrauche 
der  Ordensmitglieder  bestimmte  Hausbibl. 

«sGä.  K.  u.  k.  Technische  Militärakademie,  VII.  Stiftgasse  2. 
—  24.71  S  Bde.,  darunter  eine  geringere  Anzahl  von  Hand- 
schriften und  Incunabeln.  —  Jahresdotation  oiA)  Gulden.  -- 
Bibliothekar:  Major  -  Auditor  Anton  Schupp;  1  Feldwebel, 
1  Armeediener.  —  Zweierlei  Bandkataloge;  ein  allgemeiner 
aiphabet,  und  2")  Specialkataloge,  in  denen  die  übernommenen 
Werke  in  chronologischer  Beihenfolge  eingetragen  sind.  -- 
Benutzbar  jeden  Vormittag  von  'J — 12  Uhr,  Feiertage  aus- 
genommen. Anspruch  auf  Benützung  haben  bloss:  der  Lehr- 
und  Verwaltungskörper  der  Akademie  und  die  der  Anstalt  an- 


302  Wien.  [86(3 

gehörigen  Zöglinge.  Innerhalb  der  Räume  der  Bibl.  Benützung 
seitens  der  Anspruchsbereclitigten  während  der  angegebenen 
Stunden  ohne  besondere  Bedingungen.  —  Entlehnungen,  wo- 
von Handschriften  ausgeschlossen.  —  Keine  Versendungen.  — 
Gegr.  um  die  Mitte  des  18.  Jhdts.  als  Bibl.  der  „Ingenieur- 
akademie", die  seit  1851  „Genieakademie"  genannt  wurde. 
Dazu  kam  186ü  die  Bibl.  der  in  diesem  Jahre  mit  der  „Genie- 
akademie" vereinigten  „Artillerieakademie".  Derzeit  führen 
die  vereinigten  Akademien  die  Bezeichnung:  „Technische 
Militärakademie".  —  Artillerie-  und  Waffenwesen,  Strategie 
und  Taktik.  Fortification,  Pionnierwissenschafc,  Tcrrainlehre 
und  Messkunst,  Kriegsgeschichte,  Militärverfassung,  Staats- 
wissenschaften im  Allgemeinen,  Sanitätswesen,  Unterrichts- 
und Bildungswesen,  Mathematik,  Physik,  Chemie,  Bergbau 
und  Hüttenkunde,  Baukunde  u.  zw,  Strassen-,  Brücken-,  Eisen- 
bahnbau, darstellende  Geometrie,  Geogra})hie,  Astronomie, 
Statistik,  Länder-  und  ViUkerkunde,  allgemeine  Geschichte, 
Pferdewesen,  Veterinärkunde.  Besonders  gepflegt  die  Militär- 
wissenschaften. 

8G(;.  K.  und  k,  technisches  Militärcomite,  VI.  Getreide- 
markt i).  —  !i;i57  Werke  mit  ^i.-^li  Bdn.,  Heften,  Planheften 
und  Karten.  —  Jahresdotation  1800  Gulden.  —  Bibliothekar 
ein  Hauptmann  dos  Armoestandes;  1  Feuerwerker  für  den 
Manipulations-,  1  Soldat  für  den  Ordnungsdienst.  — -  Ein 
handschriftlicher  Grundbuchkatalog;  ein  handschriftlicher 
Zettelkatalog  in  Bearbeitung,  ein  gedruckter  Fachkatalog, 
als  Schlagwortregister  nach  Materien  geordnet;  ein  ge- 
druckter Autorenkatalog,  aiphabet,  geordnet  und  aus  dem 
Fachkatalog  zusammengestellt.  —  An  Wochentagen  von 
'.<  — Vl'^  Uhr  geöffnet.  —  Benutzbar  ausschliesslich  für  Officiere, 
beziehungsweise  Militärbeamte,  und  zwar  sämmtliche  Mit- 
glieder des  Militärcomites,  die  Professoren  und  Hörer  der 
technischen  und  administrativen  Facheurse,  für  die  Beamten  des 
k.  u.  k.  Reichs-Kriegsministeriums.  die  Generalinspcctoren  und 
die  an  der  technischen  Militärakademie  angestellten  Officiere 
und  Professoren  ohne  Beschränkung.  Für  die  ül)rigen  Offi- 
ciere des  Generalstabes,  der  Artillerie-  und  Pionnierwaffe  nur 
dann,  wenn  sie  hierzu  über  ihr  schriftliches,  vom  vorgesetzten 
Commando  vidirtes  Ansuchen  vom  Präsidenten  des  'Militär- 
comites die  Bewilligung  erlialten.  —  Der  Entlehntermin  im 
Allgennjinen  ;5  Monate.  Benützung  von  Encykloi)ädien,  gr(">sseren 
Wörterl)üchern.  Naclischlage-  und  Handbiichorn  in  der  Regel 
nur  in  den  Bibliotheksräumen.  —  lieber  Ansuclicn  auch  Ver- 
sendung. —  Die  Bibl.  entstand  aus  der  Vereinigung  der  ein- 
stigen Bil)l.  des  Artillerie-,  beziehungsweise  (icniecomites  i.  J. 


8G9]  Wien.  ;5()3 

ISCi».  Sio  wurde  (liii'cli  das  k.  ii.  k.  Ueiclis-Krieusmiiiislcriuiu 
und  Privatpersonen  beschenk  weise,  sowie  durcli  Tanscli  ^egen 
die  „MittlieilunLii'n  auf  dem  Gebiete  des  Artillerie-  und  (lenie- 
wesens'"  erlieblich  bereichert.  —  Die  im  Militärcomite  ver- 
tretenen wissenschaftlichen  Fächer.  Hierbei  wird  vorzü<^lich 
eine  literarische  Vollständigkeit  auf  dem  Gebiete  des  Artilhn'ie- 
und  Geniewesens  angestrebt.  Ausserdem  aber  auch  Werk(;  v<m 
allgemein  wissenschaftlichem  und  militärwissenschaftli(;hem  In- 
halt. Besonders  vertreten:  Artilleriewissenschaft,  15aukunst. 
Chemie  und  Physik,  Fortification,  Kriegsgeschichte  und 
Kriegswissenschaften.  Mathematik^  Mechanik  und  Maschinen- 
lehre, Ileeresorganisationen.  Reglements,  Statistik,  Sanitäts- 
wesen, Verpflegswcsen  und  Sanitätsdienst. 

1870  orscliien  dor  erste  Kataloji  im  Druck;  Katalog  der  Bibl.  dos  k.  k. 
tt'chnisclien  und  administrativen  Militärcomite.  Wien  1870.  —  I.Ergänzung 
(Zuwachs  vom  Jahre  1870  und  1871).  Wien  1872.  —  2.  Ergänzung  (Zu- 
waclis  vom  Jahre  1872).  Wien  1878.  —  1884  eine  Neuauflage  desselben; 
seitlierjiihrlieli  zweimal  die  Nachträge  hierzu  unter  dem  Schiagworte  ,. Neues 
vom  Bücherniarkte'  in  den  ,, Mittheilungen  über  Gegenstände  des  Artillorie- 
und  Geniewesens." 

867.  K.  u.  k.  Militär-Thierarzneiinstitut  und  thlerärztliche 
Hochschule,  III.  linke  Bahngassc.  —  r^.löc  Bde.  -  Jahres- 
dotarion  soo  Gulden.  —  Rector:  Hofr.  Dr.  Joseph  Baj'-er.  — 
Zettel-  und  Bandkatalog,  aiphabet,  und  nach  Fächern  geordnet. 
—  Nur  zu  eigenem  Gebrauche.  —  Keine  Entlehnungen  und 
Versendungen.  —  Gegr.  zugleich  mit  dem  Institute  177(5.  — 
Besonders  thierärztliche  und  medicinische  Werke. 

Ministerien. 

8(j.s.  K.  u.  k.  Ministerium  des  k.  u.  k.  Hauses  und 
des  Aeussern.  I.  Ballhaus})latz  2.  — Ca.  15.000  Bde.  —  Leiter: 
Min.-Secr.  Baron  Theodor  Pirquet  v.  Cesenatico.  —  Ein  Gruiid- 
katalog  in  Zettelform;  ein  systematischer  Katalog  in  Be- 
arbeitung. —  Besonders  vertreten:  Diplomatik,  Staatsverträge, 
Geschichte,  Völkerrecht  und  internationales  Privatrecht.  — 
Die  Bibl.  ist  rein  intern. 

SO!t.  K.  k.  Ministerrath.  I.  Ilerrengasse  7,  hat  eine 
Amts-Bibl.  mit  ca.  7t »00  Bdn.,  zumeist  österreichische  officiell- 
legistische  und  parlamentarische,  sowie  Staats-  und  ver- 
waltungsrechtliche, i)olitische  und  sonstige  auf  Oesterreich 
bezügliche  Literatur,  dann  auch  Nationalökonomie,  Social- 
politik  u.  s.  w.  18'J<j  einer  kritischen  Sichtung  unterzogen 
und  durch  Ausscheidung  des  älteren  überflüssigen  und  zum 
grossen  Theile  incompleten  Materiales  reducirt.  wird  die  Bild 
weitergeführt  und  nimmt  die  dem  k.  k.  Ministerrathspräsidium 


304  Wien.  t87(t 

zukommenden  Pfliclitexem])lnre  auf,  so  weit  sie  in  ihren  neuen 
Rahmen  passen.  Sie  hat  auch  einen  vollständig  neuen,  sowohl 
den  bibli<  »thekarischen  wie  den  dortigen  dienstlichen  An- 
forderungen entsprechenden  gemischten  Autoron- und  Materien- 
katalog erlialten.  —  Verwaltet  durch  einen  Conceptsbeamten 
des  Ministerrathspräsidiums. 

S70.  Administrative  Bibliothekdes  k.  k.  Ministeriums 
des  Innern.  I.  Marc  Aureistrasse  r>,    Mezzanin;    Kinreichung 
von   Pflichtexemplaren,  Ansichtssendungen   der   Buchhändler : 
I.  Vorlaufgasse  -l.    —   Bde.  und  Handschriften  ca,   loo.ooo.   — 
Jahresdotation:    -^öoo   (lulden.    —    Dlrector:    Joseph   Calasanz 
Poestion;  l>il)liot]iekar:  Dr.  August  Kalus:  Bibliotlieksconcipist : 
Dr.  Camillo  Susan;    Praktikant:  Dr.  Carl  Iluffnagl;  Kanzlist: 
August  Böhm;  Hilfsbeamter:  Johann  Topolovsek;    1  Amts-  und 
1  Aushilfsdiener.  —  Drei  Zettelkataloge,  und  zwar   ein   aipha- 
bet.   Autoren-,    ein     aiphabet.    Schlagwort-(Materien-)Katalog 
und  ein  separater  aiphabet.  Titelkatalog  der  österreichisclien 
periodischen  Druckschriften.    —    Die  Bibl.    des    k.  k.  Ministe- 
riums   des  Innern    ist    eine    interne  Amtsbibl.     Benutzbar    an 
Wochentagen    von    9  —  3,    an   Feiertagen    von    10 — 1   Uhr    (an 
Sonntagen,   am  Neujahrs-,  Frohnleichnams-  und  ersten  Weih- 
nachtsfesttage   geschlossen)    zunächst    für    die    Beamten    des 
Ministeriums  des  Innern,  doch  zu  dienstlichen  Zwecken  auch 
für    die  Beamten  der  anderen  Ministerien  und  Centralstellen, 
der      Hofämter,      sowie     für      die     Reichsrathsabgeordneten. 
Für    andere    Personen    nur    mit   besonderer    Bewilligung    des 
Directors.    eventuell    des    Präsidiums    des    Ministeriums    des 
Innern.    —    Ebenso  Entlehnung    auf    zwei    Monate.    —    Keine 
Versendung.  —  Begründet  mit  ah.  Entschliessung  vom  18.  April 
184:9.  Den  Grundstock  l)ildete  mit  der  unbedeutenden,  bereits 
in  der  allgemeinen  Hofkanzlei  vorhanden  gewesenen  Bücher- 
sammlung eine  stattliche  Anzahl  aus  der  Bibl.  der  aufgeh'isten 
Polizeihofstelle  au.sgewählter  Werke,  wozu  bald  auch  die  lUicher- 
bestände  der  Ministerconferenz  und  der  vereinigton  Hofkanzloi 
kamen.  Bereits  unter  Minister  Bach    wurden  dieser  Bibl.,    die 
hauptsächlich    Werke     der     (>sterreichisclien    Legislatur    und 
Jurisprudenz  umfassto,  durch  Vereinbarung  mit  den  l)et reffen- 
den Kcgiorungen  auch  die  (Jesetzsammlungon  und  Parlaments- 
druckscliriften  der  wichtigsten  fremden  europäischen  Staaten 
zugeführt    und    die    regelmässige  Zuwendung   derselben  auch 
für    weiterhin    gesiciiert.    Die  Pflege   fremdländischen*  Gesetz- 
sammlungen und  Parlamentsdruckschriften  bildet  auch  heute 
noch   eine   der   speciellen  Aufgaben  der  Bihl.    iMiien  weiteren 
regelmässigen  und  sehr  bedeiif(;nden  Zuwaciis  erhält  dieselbe 
seit  d.  J.    ls,")-2   aus  den  uul'  (liiiiid   (h'S  i^    1    der  Prossordnung 


S'J'll  Wien.  nor. 

vom  ifT.  Mai  is:.-,'  und  dos  v<  i  .s  dos  Prossi^csot/os  vom  17.  J)o- 
oombor  lS(i.i  au  tlas  Ministerium  dos  Innern  (später  JSlaats- 
ministorium,  seit  1S(!7  wieder  Ministerium  des  Innern)  al)<^'e- 
liet'orten  rt'lichtoxemplaren  von  allen  in  den  österreichischen 
Kronläudern  vorlei^ton  oder  g'odruckten  und  zum  Verivaui'e 
l)estimmton  Druckschriften,  rs'ach  der  i,  J.  IHTO  erfolgten 
Uebortraiiunu'  der  A<:endon  der  öffentlichen  Sicherheit  in  das 
Ministerium  für  Landosvortheidii4un,i>-  und  öffentliche  Sicher- 
heit (frülier  Polizeiministerium)  auf  das  Ministerium  des 
Innern  wurde  verfügt,  dass  voji  den  Pflichtexemplaren,  welche 
bis  dahin  auch  an  das  Ministerium  für  Landesvertheidi«^ain<4- 
und  r)ffontlicho  Sicherheit  einzusenden  waren,  künftighin  und 
bis  auf  Weiteres  alle,  Druckschriften  mit  alleiniger  Ausnahme 
der  in  Wien  erscheinenden  periodischen  (d.  h.  wenigstens 
einmal  monatlich  erscheinenden)  an  das  Ministerrathspräsi- 
dium.  diese  letzteren  aber  auch  an  das  Ministerium  des  Innern 
zugleich  mit  den  für  diese  Behörde  bereits  bestimmten  Exem- 
plaren abzuliefern  sind.  (Vgl.  den  Polizeidirectionserlass  vom 
c.  Juni  IS71,  Z.  C,")!;?«!.  an  die  Genossenschaft  der  Buch-  und 
Kunsthändler,  der  Buch-,  Stein-  und  Kupferdrucker.)  Im  J. 
18;i7  wurde  noch  dieser  längst  über  den  Rahmen  eines  Ililfs- 
institutes  für  ein  einzelnes  Ministerium  hinausgewachsenen 
Anstalt  der  grösste  Theil  des  aus  der  Bibl.  des  k.  k.  Minister- 
rathspräsidiums  ausgeschiedenen  Materiales  älterer  „dort  ent- 
behrlicher", zumeist  der  Bibl.  der  ehemaligen  obersten  Polizei- 
behörde entstammender  Werke,  ca.  30.00U,  behufs  Ergänzung 
des  eigenen  Standes  einverleibt.  —  Die  Bibl.  umfasst  die  ge- 
samnite  officielle  legistische,  normative  und  parlamentarische, 
sowie  auch  die  private  staatswissenschaftliche  und  juristische 
Literatur  des  Inlandes  mit  Ijesonderer  Berücksichtigung  des 
Verfassungs-  und  Verwaltungsrechtes,  ferner  die  Gesetz- 
sammlungen und  Parlamontsacten,  dann  viele  sonstige  officielle 
Publicationen  der  meisten  fremden  Staaten,  wie  auch  die 
wichtigsten  Erscheinungen  ihrer  rechts-  und  staatswissen- 
schaftlichen Literatur.  Besondere  Pflege  finden  ausserdem: 
österreichische  Politik,  Geschichte,  Biographie,  Topographie, 
Ethnographie.  Statistik  u.  s.  w.,  überhaupt  die  meisten  Disci- 
plinen,  insoweit  sie  sich  auf  Oesterreieh  beziehen,  ferner 
Nationalökonomie  und  Social  politik,  .die  onc^'klopädische 
Literatur,  Conversations-,  Fachlexica,  Wörterbücher  etc. 

Anzeiger  f.  Bibliogr.  u.  Bibl. -Wissenschaft,  licrausg.  von  J.  Pctzlioldt, 
Jahrg.  18;")1,  Nr.  217,  M8V'  (..Die  adniinistr.  Eihl.  dos  k.  k.  Ministeriums  des 
Innern  in  Wien").  —  Ilugelniann,  C.  VerhäUniss  d.  Wr.  Univ. -Bibl.  zu  den 
Mittelschul-  und  Aintsbibl.  Wien   IST'.»,  S.  t). 

S71.  Bauarchiv    im    k.    k.    Ministerium    des  Innern, 
I.     Hoher     Markt    ö.      —     a)     Bibl.     -J.iOO    Werke    in     mehr 

Bibliotheks-Adre-isbucU.  2<' 


306  Wien.  1872 

als  5(»0()  Bdn.;  h)  Sammhing  von  Bauentwürfen.  Plänen,  Karten 
und  Haudzeielinungen.  —  Jahresdotation  400-000  Gulden.  — 
Bibliothekar:  Rainer  Sopuch,  k.  k.  Oberingenieur.  —  Für  die 
Bibl.  ausser  dem  chronologisch  geführten  Inventarkataloge 
noch  je  ein  aiphabet.  Autoren-  und  Schlagwortkatalog.  — 
Benutzbar  nur  für  das  Personale  des  k.  k.  Ministeriums  des 
Innern.  —  Vorwiegend  technische  Wissenschaften.  —  Ent- 
stand seinerzeit  im  ehem.  Ministerium  für  Handel.  Gewerbe 
und  öffentliche  Bauten  und  kam  später  durch  Reorganisirung 
des  Staatsbaudienstes  in  das-  Ministerium  des  Innern,  als 
oberste  Bauverwaltungsbehörde. 

S72.  K.  k.  Oberster  Sanitätsrath  desk.k.Ministeri  ums 
des  Innern,  I.  Wipplingerstrasse  8.  —  Ende  1808:  3824  Werke 
in  ca  10.000  Bdn,  -  Jahresdotation  je  nach  Bedarf,  — 
Bibliothekar:  Dr.  Gottlieb  Markl.  k.  k.  Bezirksarzt.  -  Alphabet. 
Zettel-,  und  zwar  ein  Haupt-  und  ein  Materien-(Schlagwort-) 
Katalog.  —  Benutzbar  während  der  Amtsstunden  von  St  bis 
3  Uhr:  für  Fremde  nur  mit  Bewilligung  des  Vorstandes  des 
Sanitätsdepartements  im  Ministerium  des  Innern.  —  Ebenso 
Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen,  —  Gegr.  18,s!»  durch 
Ausscheidung  der  Fachzeitschriften  und  Fachwerke  aus  der 
administrativen  Bibl.,  sowie  durch  Geschenke  auswärtiger 
Regierungen.  —  Werke  und  Zeitschriften  medicinischen, 
hygienischen  und  statistischen  Inhaltes. 

873,  K.  k.  Ministerium  für  Cultus  und  Unterricht, 
I.  Minoritenplatz  7.  —  a)  Amtsbibl.  23.000  Bde.;  b)  die  mit 
ihr  verbundenen  Departementsbüchersammlungen  5000  Bde., 
zusammen  28,000  Bde.  —  Dotation  500  Gulden.  —  Archivs- 
director,  gleichzeitig  Bibliotheksleiter:  Jur,  Dr,  Wilhelm  Pötzl ; 
Archivsconcipist:  Ph.  Dr.  Wilhelm  Ritter  v.  Ambros;  Archivs- 
adjunct:  Franz  Staub;  1  Diener.  —  Inventarkatalog;  aipha- 
bet. Grundkatalog  in  Zettelform;  Schlagwortkatalog  theils 
in  Band-  theils  in  Zettelform.  —  Amtsstunden  an  Wochen- 
tagen von  ',._,  10  — 3  Uhr.  —  Benutzbar  zunächst  nur  für  die 
Beamten  des  Ministeriums.  —  In  besonders  berücksichtigungs- 
würdigen Fällen  Entlehnungen  auch  an  andere  k.  k.  Behörden. 
—  Keine  Versendung.  —  Ge^r.  am  -,'7.  Februar  1S4!)  erhielt 
die  Bibl.  Theile  der  Amtsbil)!.  der  i.  J.  ists  aufgelösten  k.  k, 
vereinigten  liofkanzlei  und  der  k.  k.  Polizei-  und  Censurhof- 
stelle.  zu  welcher  später  noch  die  Bücherbestände  des  Gym- 
nasial-Organisirungsdepartements  kamen.  Seit  der  i.  J.  iSi»;") 
erfolgten  Organisiruiig  des  Arciiivs  diesas  Ministeriums  bildet 
die  Amtsbibl.  einen  Bestandtheil  des  Archivs,  dessen  Vorstand 
gleichzeitig  mit  ihrer  Leitung  betraut  ist.  In  neuerer  Zeit 
wurden  der  Amtsbibl.  die  Büchersammlungen  des  Departements 


875]  Wim  :\()7 

für  Volksseliiilon,  für  (loworbcsehnlcii  und  für  Mittclscliulrn 
zuj;e\vierien,  welche  uetrenut  aufgestellt  und  katulo.uisirt  sind. 

—  Besonders  gepflegt  die  in  das  Kessort  des  Ministeriums 
einschlä»iige  Literatur. 

Eine  Skizzo    übor    die  (Jrüiuluiiti    der  Aintsbibl.    entliält  Wulf,    G.  Ge- 
scliiclite  der  k.  k.  Arciiivc  in  Wien.  Wien   1871. 

874.  K.  k.  Justizministerium.  I.  Scliillerplatz  4.  — 
Anzahl  der  Bde.  derzeit  nicht  festgestellt  (nach  Pelzholdt  ca. 
13.000;  nach  Pizzala   12. 9. 3  9).    —  Jahresdotation    1000  Gulden. 

—  Bibliotheksvorstand  einer  der  I)e})artementchefs.  derzeit 
Ministerialrat!!  Dr.  August  Pitreich;  1  Kanzleibeamter;  1  Diener. 

—  Handschriftlicher  Zettelkatalog;  älterer  Bestand  in 
einem  alphabet.  Autoren-Bandkataloge.  —  Der  öffentlichen 
Benützung  nicht  zugänglich.  —  Entlehnungen  und  Ver- 
sendungen nur  mit  specieller  Erlaubniss.  —  Entstanden 
zugleich  mit  der  1719  erfolgten  Gründung  der  obersten  Justiz- 
stelle. Als  diese  sich  i.  J.  1848  in  zwei  gesonderte  Behörden, 
das  Justizministerium  und  den  obersten  Gerichtshof,  trennte, 
verblieb  der  grösste  Theil  des  vorhandenen  Bestandes  der 
Bibl.  dem  Justizministerium.  Seither  erfuhr  die  Bibl.  einen 
regelmässigen  jährlichen  Zuwachs,  Sie  umfasst  insbesondere 
einen  ziemlich  reichen  Bestand  rechts-  und  staatswissen- 
schaftlicher Fachblütter  und  vollständige  Sammlungen  der 
officiellen  Gesetzblätter  viehn'  europäischer  Staaten.  —  Rechts- 
und Staatswissenschaften,  die  einschlägigen  philosophischen 
Doctrinen,  sowie  Rechts-  und  Staatengeschichte. 

87.">.  K.  k.  Finanzministerium,   I,  Himmelpfortgasse  8. 

—  Ca.  öO.OOO  Bde.  —  Jahresdotation  1  öOO  Gulden.  —  Director: 
Univ,-Prof.  Dr.  Alexander  Budinszky:  Concipisten:  Dr.  Victor 
Hof  mann  v.  Wellenhof,  Dr.  Ludwig  Witting,  Dr.  Carl  Giannoni: 
Conceptsadjunct:  Dr.  Ad()l})h  Zawrzel:  Assistent:  Dr.  Rudolf 
Sallaba;  1  Diener,  —  1898  ist  ein  Katalog  im  Druck  erschienen. 
Zwei  Zettelkataloge:  ein  aiphabet.  Schlagwortkatalog  nach 
den  Schlagworten  des  gedruckten  Kataloges  und  ein  aiphabet. 
Xominalkatalog;  ausserdem  ein  Standortsinventar.  --  An 
Wochentagen  von  9 — Vi'-'y  ^ii  Feiertagen  von  9  —  12  Uhr  ge- 
öffnet, an  Sonntagen,  am  Neujahrs-,  Frohnleichnamstage  und 
in  den  Weihnachtsferien  geschlossen.  Das  Lesezimmer  ist  an 
Wochentagen  von  9  — (i  Uhr  geöffnet.  —  Benützung  und  Ent- 
lehnung grundsätzlich  nur  für  die  Beamten  des  k.  k.  Finanz- 
ministeriums und  der  demselben  untergeordneten  Beli()rden. 
Mit  specieller  Flrlaubniss  auch  für  andere  Personen.  — 
Den  Grundstock  bildet  die  Bibl.  der  allgemeinen  Ilofkammer, 
die  nach  Auflösung  dieser  Hofstelle  zugleich  mit  ihrem  Archiv 

20* 


308  Wi(Mi.  [^"ß 

von  dem  1S46  gesciiatieueii  i'inaiiziiiinisteriuni  übernoniiiu'n 
wurde.  Das  Gi'ündiinusjahr  der  bereits  KSIO  erwähnten  Ilof- 
kaniinerpräsidialbibl.  ist  iingewiss.  Als  Behelf  für  die  Heraus- 
gabe einer  llandelszeitung  durch  die  Commerz-llofeonimission 
wurde  1S18  eine  besondere  coninierzielle  Abtheiluny  der  IJibl. 
errichtet,  die  18o2  auf  2400  Bde.  herangewachsen  war:  beide 
Abtheilungen  wurden  1834  vereinigt.  Hofr.  Anton  Edler  v. 
Krauss  liess  1835  einen  lithographirten  Katalog  anfertigen. 
Als  das  1848  ins  Leben  getretene  Ministerium  für  Landes- 
cultur  und  Bergwesen  1803  wieder  aufgelöst  wurde  und  die 
Centralleitung  des  Montanwesens  an  das  Finanzministerium 
überging,  kam  an  dasselbe  auch  die  Fachbibl.  der  ehemaligen 
Hofkammer  im  ]\Iünz-  und  Bergwesen,  wurde  jedoch  getrennt 
von  ihr  aufgestellt  und  katalogisirt.  1871  zählte  die  Finanz- 
bibl.  20.001  Bde.,  die  Montanbibl.  12.130  Bde.  Im  Mai  18;)0 
wurde  der  grösste  Thcil  der  Montanbibl.,  9093  Bde.  und  9.^2 
Karten  und  Pläne,  an  das  Ackerbauministerium  übergeben.  — 
Vorzugsweise  Nationalökonomie  und  Finanzwissenschaft,  poli- 
tische, finanzielle  und  sociale  Gesetzgebung  Oesterreich-Ungarns 
und  der  übrigen  Ilauptstaaten. 

Katalog  der  Blbl.  des  k.  k.  Finanzministeriums,  lirsfj.  v.  A.  lludinszky. 
■     Wien   18118. 

87 li.  K.  k.  Handelsministerium,  I.  Poslgasse  8.  —  Die 
Bibl.  ist  dem  Departejnent  Vb  (Leiter:  k.  k.  Ministerial- 
secretär  Dr.  Hugo  Wolf;  mit  der  Führung  der  Bibl.-CJeschäfte 
betraut:  Phil.  Dr.  Moriz  Ilofmann)  unterstellt.  —  Ende  De- 
cember  isiis:  (;2i')0  Werke.  —  Jahresdotation  je  nach  Bedarf. 
Erhält  die  meisten  Werke  unentgeltlich  von  verschiedenen 
in-  und  ausländischen  Stellen,  zum  Theile  im  Tauschwege 
gegen  eigene  Piü)licationen.  —  Je  ein  nach  Materien,  Schlag- 
worten und  Autoren  geordneter  handschriftlicher  Bandkatalog. 

—  In  den  Amtsstunden,  d.  i.  von  9 — ;>  Uhr,  ausschliesslich 
zu  internen  amtlichen  Zwecken  ge(")ffnet.  —  (Ilandels-)Statistik, 
Volkswirthschaft,  Socialpolitik,  ferner  umfangreiche  in-  und 
ausländische  Gesetzsammlungen,  sowie  eine  reiche  Ausstellungs- 
literatur. 

H77.  Arbeitsstatistisches  .\mt  des  k.  k.  Handels- 
ministeriums, I.  Postgasse  8.  —   Fachbibl.  im  Entstellen. 

878.  A  m  t  s  1)  i  b  1  i  o  t  h  e k  d e s  k.  k.  E  i  s  e n  b  a  h  n  in  i  n  i  s  t e r  i  u  m  s. 

—  8017  Werke  in  1'.K'u\b  Bdn,  —  Gedruckter  Katalog.  Die  Bücher 
sind  na<;h  Materien  und  innerhalb  derselben  na<'Ii  fortlaufen- 
den Ordnungsnummern  und  Formaten  aufgestellt.  -  Die 
Verwaltung  obliegt  dem  Dejtartement  i<.  -  -  Geöffnet  während 
der  Amtsstunden.     —     Entlehnung     an    die    Beamten    gegen 


881]  Wien.  309 

Empfaiif^sschein.  —  Don  (Jriiiidslock  bildete  die  IJihl.  der 
bestandenen  k.  k.  Oeneraldirection  der  österi-eichischcn  Staals- 
balinen,  die  ihrerseits  hauptsäciilicli  aus  den  Ijiiciiersamnilnnuon 
der  in  das  staatliche  Bahnnetz  aufgenommenen  Bahnen  ent- 
staiKh'U  war.  Ende  ISHö  zählte  die  Bibl.  n.'.To  I>de.  —  Fach- 
literatur in  ihrem  .ganzen  Umfange. 

Katolojl  der  Amtsbibi.  des  k.  k.  ElsonbalmininiPtoriunis.  I.    Wion  1B99. 

87!).  K.  k.  Ackerbauministerium.  I.  Liel)iggasse.  — 
Ueber  Ki.ooo  Bde.:  Abth.  I— II  (Landwirthschaftj  ;iOOO  Bde., 
3000  Broschüren;  Abth.  III  (Montanwissenschaft)  3000  Bde. 
und  looo  Broschüren.  —  Jahresdotation  2000  Gulden.  — 
Bibliothekar:  ein  Beamter,  derzeit  provis.  Dr.  Carl  Hoff- 
meister. —  Ein  alphabet.  Zettelkatalog  nach  Autoren,  ein 
Zettelkatalog  nach  Materien  und  innerhalb  dieser  aiphabet. 
Ein  aiphabet,  lithograph.  Gesammtrealkatalog  yon  Dr.  Hein- 
rich Kretsclima3'er  angefertigt  (für  die  Abth.  I  u.  II).  —  Zur 
Benützung  seitens  der  Beamten  des  Ackerbauministeriums 
bestimmt,  ausnahmsweise  auch  für  andere  Behörden  im  Wege 
der  Entlehnung  gegen  Empfangsschein  benutzbar.  —  Gegr. 
18(jS.  Grössere  Schenkungen  von  Sectionschef  Frh.  Weis 
V.  Teuffenstoin  (1870)  und  von  Exe.  R.  v.  Chlumecky. 

BibL-Ordnunt^     für    die    Amtsbibl.    des    k.     k.    Ackei'bauininisteriuins. 
[Wien  1894]. 

880.  Museum  der  Geschichte  der  österr.  Arbeit.  Siehe  Wien, 
K.  k.  Technologisches  Gewerbemuseum. 

881.  K.  k.  österr.  IVIuseum  für  Kunst  und  Industrie,  I.  Stuben- 
ring 5.  —  Ca.  28.000  Bde.,  ferner  ir).()00  Ornamentstiche, 
14.000  Druckinitialen,  21». 000  Blätter  Originalzeichnungeu, 
Photographien  u.  dgl.  —  Jahresdotation  für  den  Ankauf  von 
Büchern  r)40()  Gulden,  für  die  Erwerbung  von  Ornament- 
stichen 2000  Gulden,  für  den  Ankauf  von  Originalzeichnungen 
und  Photographien  2000  Gulden.  —  Vorstand:  Custos  Franz 
Ritter:  Amanuensis:  Dr.  Friedrich  von  Schönbach;  Diurnist: 
Heinrich  Stiasny;  ?>  Diener.  —  Ein  aiphabet.  Zettelkatalog, 
ein  Realkatalog.  —  Benutzbar  für  jedermann:  Eintritt  an  den 
Besuclistagen  frei.  Vom  21.  März  bis  20.  October  an  Wochen- 
tagen mit  Ausnahme  des  Montags  von  0  —  2,  an  Sonn-  und 
Feiertagen  von  i) — 1  Uhr  geöffnet;  vom  21.  October  bis 
20.  März  an  Wochentagen,  mit  Ausnahme  des  Montags,  von 
y — 1  und  von  C  — <s'/o,  an  S(mn-  und  Feiertagen  von  0  —  1  Uhr. 
—  Entlehnung  gegen  Emi)fangschein;  jedes  entlehnte  Werl: 
ist  auf  Verlangen  des  Bibliotheksvorstandes  sofort  zurück- 
zustellen. Bücher  und  Blätter  der  Ornamentsticlisammlung. 
Originalzeichnungen     und     werthvolle,     im     Bucidiandel     ver- 


310  Wien.  [882 

griff ene  Werke  der  Bibl.  dürfen  nur  im  Bibl.-Locale  benützt 
werden.  —  Versendung  nach  auswärts  durch  die  Direction 
des  Museums. 

Ritter,  Franz.  Die  Bibl.  des  Oesterr.  Museums.  In:  Contralblatt  fiir  das 
gewerbliche  Unterrichtswesen.  Bd.  IV.  —  Chnielar/,  Eduard  und  Franz 
Ritter.  Katalog  der  Bibl.  des  k.  k  Oesterr.  Museums.  Wien  1S83.  — 
Schestag,  Fr.  Illustrirter  Katalog  der  Ornamentstielisammlung  des  k.  k. 
Oesterr.  Museums.  Wien  IsTl.  Mit  Initialen  und  20  lUustralionon.  —  Ritter, 
Franz.  Illustrirter  Katalog  der  Ornamentstichsammlung  des  k.  k.  Oesterr. 
Museums.  Erwerbungen  seit  dem  Jalire  ÜSTl.  Mit  130  Illustrationen 
Wien  1889. 

882.  Griechisch-orientalische  Nationalschule,  I.  Fleisch- 
markt 13.  2.  Stock.  —  Ca.  2000  Bde.  —  Keine  bestimmte 
Jahresdotation.  —  Custos  der  Bibl.  ist  Director  Dr.  phil. 
Eugen  Zomarides.  —  Gedruckte  aiphabet.  Kataloge  a.  d.  J. 
1820,  I82<i,  18 IG  und  1800.  —  Geöffnet  jeden  Dienstag  von 
9  —  11  Uhr.  —  Entlehnungen  nur  ausnahmsweise  bei  Leistung 
der  nöthigen  Sicherheit.  —  Gestiftet  von  den  Gründern  der 
griechisch-orientalischen  Gemeinde  zur  heiligen  Dreifaltigkeit 
und  seither  bereichert  durch  Spenden  verschiedener  Wohl- 
thäter.  —  Hauptsächlich:  Griechische  Sprache,  Literatur, 
Geschichte  und  Landeskunde. 

883.  K.  u.  k.  Officierstöchter-Erziehungsinstitut,  XVIL  Hernais, 
Calvarienberggasse  28.  —  a)  Lehrerbibl.  ITüü  Werke  in 
2855  Bdn.  und  2065  Heften;  b)  Schülerbibl.  202o  Werke  in 
2788  Bdn.  und  20  Heften.  —  Jahresdotation  GOO  Gulden.  — 
Die  Obervorsteherin  des  Institutes,  derzeit  Bertha  Gräfin 
V.  Geldern-Egmond  zu  Arcen,  betraut  nach  ihrer  Wahl  eine 
Untervorsteherin  des  Institutes,  derzeit  Emma  v.  Czedik,  mit 
der  Führung  der  Bibliotheksgeschäfte.  —  Für  <ij  und  hj  je  ein 
Hauptinventar,  ein  Zettelkatalog  und  ein  nach  wissenschaft- 
lichen Grui)pen  geordneter,  aiphabet.  Fachkatalog.  —  Zu- 
gän.olicli  dem  Lehrkörper,  den  Zöglingen,  eventuell  auch 
ehemaligen  Zöglingen  zu  den  von  der  Bibliothekarin  fest- 
gesetzten Stunden.  —  Entlehnung,  aber  keine  Versendung.  — 
Die  ersten  Anfänge  der  Bibl.  reichen  auf  die  im  Jalire  1775 
erfolgte  Gründung  des  Institutes  zurück.  —  Vertreten  alle 
Wissenszweige.  —  Die  Schulbücher  sind  in  Verwaltung  einer 
eigenen  Unter  Vorsteherin. 

884.  K.  k.  Patentamt,  VII.  Guttenberggasse  1,  hat  eine  im 
Entstehen  begrillVue  grös.sere  Fachbibl.  mit  einer  completen 
Sammlung  von  Patentschriften,  darunter  auch  lieport  of  tlie 
commissioner  of  patents.  Washington,  1s  ii  IT.  Leiter: 
lug.  Gustav  Seilerei-,   k.  k.  Conimissär. 


887]  Wien.  311 

S.sf)  Oesterreichischer  Philatelisten-Club,  I.  Tiefer  Graben 
11/13,  Mezzanin.  -  Ca.  ;•()  ZeiLschrii'ten  mit  400  Bdn. ;  ca. 
250  Kataloge  nnd  Monographien.  —  Jahresdotation  ca. 
100  Gulden.  —  Ein  gewählter  Bibliothekar,  derzeit  Carl 
Regelsperger.  —  Zettelkatalog.  -  Zugänglich  für  Mitglieder 
jeden  Donnerstag  von  8—1)  Uhr  abends.  —  Gegr.  18«y,  — 
Ausschlieslich  philatelistische  Literatur. 

88(J.  Postbeamtenverein,  I.  Postgasse  10.  —  Ca.  3000  Bde. 
—  Jahresdotation  ca.  ;^00  Gulden.  —  Ein  Bibliothekscomite, 
dessen  Vorstand  zugleich  Vorstand  des  Vereines:  01)erpost- 
rath  Eduard  lMrn()gger.  —  Gedruckter  Realkatalog,  innerhidl) 
der  einzelnen  Abtheilungen  aiphabet.  —  Dreimal  wöchentlich 
zu  bestimmten  Stunden  geöffnet.  —  Entlehnungen  an  Vereins- 
mitglieder. —  Gegr.  um  die  Mitte  der  Siebzigerjahre.  Zahl- 
reiche Geschenke.  —  Postfachliche,  kartographische  und 
belletristische  Literatur. 

Bibl. -Katalog  mit  jälii-lich  ersoluMiionden  Nachträgen  in  Druck  heraus- 
gegeben. 

Privatbibliotheken. 

887.  Graf  Harrach,  I.  Freiung  3,  Theilt  sich  in  eine 
Fideicommissbibl.  und  eine  Privatbibl.  des  jeweiligen  Majorats- 
herrn. Die  Fideicommissbibl.  in  Wien  zählt  an  10.000  Bde. 
und  300  Handschriften ;  die  Fideicommissbibl.  in  Brück  a.  L. 
(Prugg),  einschliesslich  der  ehem.  Fideicommissbibl.  Rohrau, 
14.000  Bde.;  auch  in  Prag,  Hrädek  in  Böhmen  und  Starken- 
bach befinden  sich  Bibl.  dieser  Familie,  von  denen  die 
Prager  hauptsächlich  Bohemica  umfasst.  Die  Privatbibl. 
zählt  bei  400  Bde;  der  jährliche  Zuwachs,  respective  die  in 
der  Privatbibl.  nicht  unterzubringenden  Werke,  wird  in  die 
Fideicommisbibl.  eingereiht.  —  Bibliothekar  und  Archivar: 
Ferdinand  Mencik,  Scriptor  der  k.  k.  Hofbibl.  in  Wien.  — 
Für  die  Wiener  Fideicommissbibl.  ein  Zettel-  und  ein  Band- 
katalog, für  die  Prugger  theils  Zettel-,  theils  Bandkataloge, 
für  die  übrigen  je  ein  Bandkatalog.  —  In  der  Regel  keine 
Entlehnung;  nur  in  besonderen  Fällen  über  schriftliches  An- 
suchen gestattet.  —  Schon  Leonhard  Freiherr  v.  Harrach 
besass  eine  Bibl.,  in  der  sich  Bücher  grösstentheils  juridischen 
Inhaltes  befanden;  diese  blieb  bis  zum  J.  188(i  in  der  älteren 
Linie  des  Geschlechtes  (Rohrau).  Die  Wiener  Bibl.  geht  auf 
den  Grafen  Ferdinand  Bonaventura  Harrach  zurück,  der  sie 
mit  spanischen,  historischen,  theatergeschichtlichen  Werken 
und  französischen  Schriftstellern  bereicherte.  Auch  sein  Solin 
Graf  Alois  Tiiomas  Ilarrach  vermehrte  sie  theils  durch  die 
gräflich     Thannhausiii'sche    Bücherei    (die    Werke    derselben 


312  Wien. 

sind  durch  ein  Ex  libris  bezeichnet),  theils  durch  den  Nachlass 
seiner  Brüder.  —  Die  Wiener  Bibl.  umfasst  Historica  und 
Theolo<i:ica,  wahrscheinlich  Nachlass  zweier  Cardinäle  und 
eines  Bischofs,  die  Prugger  naturgeschichtliche  und  geschicht- 
liche Werke. 

Das  Handschriftenverzeichniss  wird  in  Kurzem  ei'seheinen. 

888.  Graf  Lanckoroüski.  III/4  Fasangasse  20,  Mezz.  -- 
Ca.  4000  Bde.  —  Keine  bestimmte  Dotation;  189G  wurden  bei 
1200  Gulden  für  den  Bücherankauf  verwendet.  —  Bibliothekar: 
Gustos  Franz  Fuchs,  zugleich  Gustos  der  Gemäldesammlung.  — 
Kein  Katalog.  —  Ist  nur  Privatbibl.,  daher  für  Fremde  unbe- 
nutzbar. —  In  erster  Linie  Prachtwerke  der  Kunstgeschichte 
und  geographische,  ethnologisclie  und  erzählende  Reisewerke. 
BeachtensM'erth  ist  ein  Gypsabguss  des  von  Bildhauer  Schwerzek 
reconstruirten  Parthenonfrieses  in  verkleinertem  Massstabe.  — 
Mit  der  Bibl.  vereint  ist  die  Ilandzeichnungen-,  Stich-  und 
Photographiensammlung  desselben  Besitzers,  von  der  sich 
jedoch  der  grössere  Theil  auf  Schloss  Rozdol  befindet. 

8sy.  Fürstlich  Liechtenstein'sche  Majorats-  (oder 
Fideicommiss-)  Bibliothek,  I.  Herrengasse  C  —  Ca. 
100.000  Bde..  ohne  Broschüren,  180  alte  Handschriften, 
252  Wiegendrucke.  —  Jahresdotation  für  Bücherkauf  und 
Einbände  looo  Gulden.  —  Bibliothekar:  Lucas  Hang,  Archiv- 
rath;  1  Bibliotheksdiener.  —  Ein  systemat.  Zettelkatalog  in 
It;^  ein  aiphabet.  Autorenkatalog  in  fol.  —  Täglich  geöffnet. 
Sonn-  und  Festtage  ausgenommen;  trotz  ihres  streng  privaten 
Charakters  kann  die  Bibl.  für  wissenscliaftliche  Zwecke 
benützt  werden.  In  Ermangelung  eines  Lesesaales  stellt  der 
Bibliothekar  in  solchen  Fällen  sein  Bureau  zur  Verfügung. 
Bei  grösseren,  längere  Benützung  erfordernden  Arbeiten  ist 
die  Einreichung  eines  Gesuches  an  Se.  Durchlaucht  den 
regierenden  Fürsten  Johann  II.  von  und  zu  Liechtenstein 
nothwendig.  —  Keine  Entlelinungon  und  Versendungen.  — 
Als  Gründer  der  Bibl.  gilt  Herr  Hartmann  II.  von  Liechten- 
stein von  Nikolspurg  (im  KJ.  Jhdt).  Von  Einverleibung 
grösserer  Büchersammlungon  ist  nichts  bekannt.  17U1  wurde 
die  Bibl.  in  die  liäumliclikeit,  in  der  sie  jetzt  untergebracht 
ist,  übertragen.  Sie  nimmt  hier  den  o])eren  Theil  der  in  zwei 
St(jckwerke  getheilten  ehem.  Reitschule  ein  (im  unteren  Stock- 
werke b(^findet  sich  der  sogenannte  „Bciscndorfer-Saal")  und 
füllt  ausser  diesem  prachtvollen  Saale  noch  drei  kleinere 
Räume,  die  zugleich  dem  Bibliothekar  als  Arbeitsraum  dienen. 
—  Griechische  und  rr>misciie  Autoren  sind  auffallend  b(;vor- 
zugt,  von  denen  einige  in   :><)  und  mehr  versciiiefhmen  älteren 


si>2]  Wien.  :J1:5 

Ausgaben  vortrolen  sind.  In  zwoittn-  Linie  steht  itali<.'nisclie 
und  franz(">siselie  Uelletristik.  in  dritter  franzr)sische  und 
enjilisehe  (ieschiclit<\  Memoiren;  nacii  diesen  kommen  Literatur- 
und  CulturgesclMchte,  j^rösstentheils  in  neueren  Werken  ver- 
treten, Philosophie,  Astronomie,  Physik,  Heilkunde,  Theologie 

—  besonders  Kirchengeschiclite,  Kirchenrecht  und  Moral  — 
Rechtswissenschaft,  Kriegskunst,  f'ortil'icationswesen  und  I>au- 
kunst  überhaupt   —    doch  fast    alles    nur    in  älteren  Werken. 

—  Hauptpflege  finden  derzeit  Natur-  und  Geschichtswissen- 
schaft. —  Auch  die  „Hauslabsammlung"  (ca.  12.000 Bde.)  wurde 
vom  Fürsten  Liechtenstein  erworben,  ist  jedoch  nur  zum  Theil 
der  Fideicommissbibl.  einverleibt,  der  übrige,  über  öooo  Bde., 
wurde  an  öffentliche  Bibl,  (Univ.-Bibl.  in  Wien  u.  a.)  verschenkt. 

890.  Hofrath  Prof.  Carl  Menger,  IX.  Währihger- 
strasse  \'l.  —  rJ.ooo — 15.000  Bde.,  darunter  einige  Incunabeln 
und  viele  ältere  Werke  in  allen  modernen  Sprachen.  —  Je 
ein  handschriftlicher  Band-  und  Zettelkatalog.  —  Die  Be- 
nützung ist  von  der  Bewilligung  des  Eigenthümers  abhängig, 
die  an  Gelehrte  in  liberalster  Weise  ertheilt  wird.  —  Ebenso 
Entlehnungen  und  Versendungen.  —  Besteht  seit  1873.  — 
Fast  ausschliesslich  politische  Oekonomie  (ältere  und  neuere 
Literatur);  daneben  Philosophie  und  Statistik. 

8yi.Prof.  Dr.  Heinrich  Ob  er  Steiner,  XIX.  Billrothstr.GO. 

—  Rein  neurologischen  Inhaltes  (Anatomie,  Phj'siologie.  Patho- 
logie des  Nervensystems  und  verwandte  Fächer,  Psychologie, 
forensische  Medicin  u.  s.  w.).  Dieselbe  umfasst  gegenwärtig  ca. 
20.000  Bde.  und  steht  Fachgenossen  gern  zur  Benützung 
offen.  —  Neurologische  Literatur  der  Vergangenheit  und  der 
Gegenwart  in  möglichster  Vollständigkeit.  —  Besitzer  Univ.- 
Prof.  Dr.  Heinrich  Obersteiuer. 

892.  J.  Karl  Proksch,  VII.  :\rariahilferstrasse  108.  — 
Ca.  0000  Bde.  aus  den  verschiedensten  Gebieten  des  Wissens, 
grösstentheils  Heilkunde  und  ihre  Geschichte;  darunter  ca. 
1700  Nummern  in  ca.  2000  Bdn.  und  Heften  über  venerische 
Krankheiten,  besonders  die  einschlägige  Literatur  des  IC, 
17.,  18.  und  der  ersten  Hälfte  des  19.  Jhdts.  ist  beinahe  voll- 
ständig vertreten.  Zahlreiche  seltene  Werke,  welche  jeden; 
Arzte  und  medicinischen  Historiker  über  Ansuchen  in  der 
liberalsten  Weise  zur  Verfügung  gestellt  werden.  —  Ebenso 
Entlehnungen  und  Versendungen;  grössere  Partien  oder  die 
ganze  Sammlung  für  Fachmänner  täglich  von  10  — 5  Uhr  be- 
nutzbar. —  Zettelkatalog  und  I\Latorienregister.  —  Auskünfte 
ül)er  die  Sammlung,  sowie  über  einzelne  Fragen  der  Literatur 
und  (Teschichto    der    venerischnn   Krankheiten,    sofin-ne  solche 


314  Wien.  [893 

nicht  allzu  grosse  Zeit  in  Anspruch  nehmen,  werden  gern 
beantwortet. 

89:^.  Prof.  Dr.  Samuel  Leopold  Schenk,  IX  ;>  Schwarz- 
spanierstrasse 7.  —  Siehe  Wien,  Embryologisches  Institut 
der  k.  k.  Universität. 

S9t.  [K.  k.  Staats-]Realschule  im  I.  Bezirke,  Schotten- 
l)asteigasse    7.    —     4000    ]5de.  Dotation    r)0(»    Gulden.    — 

Director:  Dr.  Franz  Wallentin;  l>ibliotliekar:  Prof.  Dr.  Engel- 
bert Nader.  —  Handschriftlich  ein  Zettel-  und  ein  Baudkatalog. 

—  Täglich  für  die  Mitglieder  des  Lehrkörpers  benutzbar.  — 
Ebenso  Entlehnungen.  —  Versendungen  an  Schwesteranstalten 
und  bekannte  Persiuilichkeiten  gegen  Revers.  —  Gegr.  mit 
der  An.stalt  isiji.  —  Alle  Wissenschaften,  insbesondere  die 
neueren  Sprachen  und  die  realistischen  Fächer. 

Bibliothekskatalog  ersclieint  in  Fortsetzungen  im  Jaliresbericlite  der 
k.  k.  Staats-Realsehule    im    ersten   Gemeindebezirke  Wiens.     Wien  ItsOT  ff. 

s;).').  [K.  k.  erste  Staais-]Realschule  im  II.  Bezirke,  Vereins- 
gasse 21.  —  n)  Lehrerbil)!.  li.s.-)S  Bde.  und  Hefte,  70-30  Pro- 
gramme; h)  Schülerbibl.  l()r)7  Bde.  und  Hefte.  —  Jahres- 
dotation ca.  000  Guiden.  —  Director:  Reg.-R.  Wilhelm  Kukula ; 
Bibliothekar:  Professor  Moriz  Husserl.  —  Zettel-  und  Band- 
katalog. —  Zugänglich  a)  nur  für  staatlich  angestellte  Mit- 
glieder des  Lehrkörpers  zu  den  gewöhnlichen  Lehrstunden.  — 
Ebenso  Entlehnungen.  —  Keine  Versendungen.  —  Der  Bücher- 
bestand der  ehem.  Leopoldstädter  Unterrealschule  wurde  seit 
1871  alljährlich  durch  Kauf  aus  der  Dotation  vermehrt; 
1879  erhielt  die  Bibl.  geschenkweise    1';.5  französische  Werke. 

—  Vertreten  sind  alle  Wissenschaften,  die  an  der  Anstalt 
gelehrt  werden. 

Willomitzer,  F.  Katalog  der  Lehrerbibl.  Wien  1808.  In:  XXVII.  Jahres- 
bericht über  die  I.  Staatsrealsehule  in  dem  II.  Bezirke  von  Wien. 
Wien   181)8. 

8'.)(;.  [K.  k.  zweite  Staats-]Realschule  im  II.  Bezirke,  Glocken- 
gasse 2.  —  a)  Lehrerbibl.  2G()0  Bde.,  57  Blätter;  h)  Schüler- 
bibl. 903  Bde.,  12  Hefte.  -  Jahresdotation  400  Gulden.  — 
Director:  Richard  Trampler:  Bibliothekar  für  a)  Prof.  Ern.st 
Lindonthal;  für  h)  Prof.  Dr.  Johann  Ellinger.  -  Zettel- 
katalog; Fachgrnp])enverzei(;liniss.  --  Nur  iMith'hiiungcn,  und 
zwar  an  die  Mitglieder  des  Lehrktirpers  der  Realschule  und 
verwandter  Anstalten.  —  Keine  Vorsendung.  —  Gegr.  zugleich 
mit  der  Anstalt  i.  J.  I87r>.  —  Vorliaiidon  alle  an  d(!r  Sciiule 
vertretenen   Fäclier. 

Bfioliorkatalop;  wird  dfmiiäehsl  im  Druck  ersohcincii  (I'ro^'r.Tmm  der 
Anstalt) 


900]  Wien.  315 

8i»T.  [K.  k.  Staats-]Realschule  im  III.  Bezirke,  Kadetzky- 
strasse  2,  —  <i}  J^clinu-l)!!)!.  tu:».')  lUle.,  ir>;il>  Hefte  und  eine 
reiche  Prot^raminsaMindiing;  1>J  Sciiiilerhibl.  2'2 1;{  Bde.  und 
ölt  Hefte.  -  Jahresdotation  für  (i)  ca.  5.50  Gulden;  für  h) 
ca.  100  Guhlen.  —  Director:  Rej4".-R.  Alexander  Landjerirer; 
Bibliothekar  für  <ii  Prof.  Au<iust  Milan;  für  b)  Prof.  Ferdinand 
Lorenz.  —  Inventar  und  Zettelkatalog-.  -  P>('nüt/l)ar  n )  für 
den  Lehrk()ri)er  stets  mit  Ausnahme  der  Ferien  in  Anwesen- 
heit des  Bibliothekars: />)  zu  bestimmten  Stunden  für  di(!  Schüler. 

—  Ebenso  Entlehnungen.  —  Versendungen  über  Verlangen 
an  andere  Directionen;  Tausch  verkehr  mit  dem  k.  k.  Gyinn. 
im  III.  Bez.  —  Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  tHöt.  —  [Neu-] 
Philologisch-historische  und  mathem.-naturhistorische  Fächer 
(incl.  Chemie)  fast  gleichmässig. 

Kataloo;  dor  Lohrorbibl.  I.  Tlioil.  Ziisaiiinioii<>ostplIt  von  August  Milan. 
In:XXXXVII  Jalirosborif^ht  ülier  die  U.  k.  Staatsrealscliulo  und  die  (Jowoih- 
liclie  I^'nrtbildungsscluilo  im   TII.  llo-cirko  (liaiidstrassf)   in   Wion.   Wien    IS'.tS. 

8'.is.  [Rainer'sche  Privat-Unter-]Realschule,  III.  Ilasumoffsky- 
gasse  "21.  —  a)  Lelirerbibl.  t.M  Bde.,  :>\  Ihifte,  lOlf)  Programme; 
bj  Schülerbibl.  ;J!i4  Bde..  4  Hefte.  —   Dotation  ca.  loo  Gulden. 

—  Director:  Carl  Rainer.  --  Gedruckter  Katalog.  —  Geöffnet 
Freitag  von  2—3  Uhr.  —  Entlehnung  nur  an  Lehrer  und 
Schüler  der  Anstalt.  —  Gegr.  isiiT.  —  Alle  Fächer  der  Real- 
schule. 

Gedrucktor  Katalog  im  Jahresborioiito  der  Anstalt  für  1SU7;98. 

899.  [K.  k.  Staats-]Realschule  im  IV.  Bezirke,  Waltergasise  7. 

—  a)  Lelirerbibl.  5üo2  Bde.,  2;5i)(;  Hefte,  to22  Programme; 
b)  Schülerbibl.  1284  Bde.,  2;')  Hefte.  Director:  Johann  Fetter: 
Bibliothekar:  Prof.  Dr.  Carl  Ullrich.  —  Gegr.  1855,  verstaat- 
licht 18 '.»4. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 

900.  [K.  k.  Staats-Unter-]Realschule  im  V.  Bezirke,  Ranii)ers- 
torffergasse  52.  —  fi)  Lehrerljibl.  ca.  12n(i  Wt-rke:  h)  Schüler- 
bibl. Für  Vermehrung  und  Erhaltung  der  Lehrmittel- 
samndungen    standen  ls97/;t8    ]  r.).')-os  Gulden  zur  Verfügung. 

—  Director:  PVanz  Charwat;  Verweser  der  Bibl.:  Prof.  Leopold 
Hirsch.   —  Gegr.   1S75. 

Hirsch,  Leopold  IJibl. -Katalog.  ^Xach  •lern  Stande  vom  ir>.  Juli  IS'.iT.) 
In:  XXIII.  Jaliresberioht  der  k.  k.  Staats-Unterrealsoliule  im  V.  Bezirke 
(Margaretlien)  von  Wien.  Wien   1898. 

Nach  dem  letzten  Jahresberichte  gearbeitet,  da  der  Fragebogen  nicht 
beantwortet  wurde. 


316  Wien.  [901 

901.  [K.  k.  Staats-JRealschule  im  VI.  Bezirke,  Marchetti- 
oasse  3.  —  aj  Lehrerbibl.  4278  Bde.,  521  Hefte  und  eine 
grössere  Sammlung  V(^n  Programmen;  h)  Scliülerbibl.  — 
Director:  Johann  Deehant;  Bibliothekar  für  a)  Prof.  Joseph 
Sturm;  für  h)  Prof.  Ferdinand  Ginzel.  —  Bandkatalog,  fort- 
laufend nach  der  Zeit  der  Anschaffung.  Alphabet.  Katalog  in 
Ausarbeitung.  —  Benutzbar  zu  jeder  Zeit  nur  fiir  die  Lehrer 
der  Anstalt.  —  Ebenso  Entlelmungon  und  Versendungen.  — 
Gegr.  zugleich  mit  der  Anstalt  1854.  1897  wurde  die  Bibl.  des 
verstorbenen  Prof.  Nicolaus  Fialkowski  in  544  Bdn.  und  ^4 
Heften  der  Anstaltsbibl.  geschenkt.  —  Die  mit  den  Lehr- 
fächern in  Beziehung  stehenden  Wissenschaften. 

902.  [K.  k.  Staats-]Realschule  im  VII.  Bezirke,  Neustift- 
gasse 95,  97,  99,  besitzt  eine  Lehrer-  und  eine  Scliülerbibl.  — 
Director:  Carl  Klekler:  I]ibliotliokar  der  Lehrerbibl.:  Prof. 
Dr.  Joseph  Egermann;  der  Scliülerbibl.:  Prof.  Wilhelm  Du- 
schinsky.  —  Entstanden  1851  aus  der  seit  1815  mit  dem  k  k. 
polyteclin.  Institute  vereinigt  gewesenen  Realschule. 

Nach    dem    letzten  Jahresberichte  gearbeitet,    da  der  Fragebogen  niclit 
beantwortet  wurde. 

903.  [K.  k.  Staats-Ober-]Realschule,  XV.  Henriettenplatz  G. 
—  a)  Lehrerbibl.  2ö(;]  Bde.:  hj  Scliülerbibl.  —  Dotation  aus 
den  jährlichen  Einschreibegebühren,  somit  variabel,  durch- 
schnittlich pro  Jahr  300  — 400  Gulden.  —  Director:  Franz 
Hübner;  Prof.  Franz  Gassner,  Bibliothekar  der  Lehrbibl.; 
Prof.  Siegmund  Alois  Fuchs,  Bibliothekar  der  Schülerbibl.  — 
Ein  Zettelkatalog  und  ein  gedruckter  Katalog;  letzterer  dem 
XXIV.  Jahresberichte  der  Anstalt  pro  1898  beigebunden  und  ge- 
ordnet in  der  durch  Erlass  des  k.  k.  Ministeriums  für  Cultus 
und  Unterricht  vorgeschriebenen  Weise.  —  Eine  sogenannte 
Handbibl.  steht  zum  augenblicklichen  Gebrauche  der  Mitglieder 
des  Lehrkörpers  im  Bibl. -Räume  bereit;  an  einem  Tage  der 
Woche,  der  je  nach  der  Amtsbeschäftigung  des  Bibliothekars 
jährlich  wechselt,  ge(")ffnet.  —  Entlehnungen  an  die  Mit- 
glieder des  Lehrkörpers,  seit  einem  Jahre  auch  an  jene  des 
Karl  Ludwigs-Gymn.  im  XII.  P>ezirke.  —  Gegr.  gleichzeitig 
mit  der  Anstalt  i.  J.  1872,  erweitcn-t  tlieils  durch  Kauf,  theils 
durch  (leschenke.  —  Vertreten  sind  alle  Disciplinen,  l)esonders 
die  mathematisch-naturwissenschaftlichen  Fächer. 

fJassnor,  Franz.  Katalog  der  Lolirerbib).    In:  XXIV.  Jaliii'sbcriclit    der 
Staats  Oberroalsclnilo  im   XV.   15c7.irke  von  Wien  (Füiifhnus).  Wien    ISOS. 

iMii.    [K.    k.  Staats-]ReaIschule    im    XVIII.  Gemeindebezirke, 

Scliopcnhauerstrasse  19.  —  n)  Lehrerbibl.  1  •.'(;;;  Bde.,  <;k2  [leite, 
31     Bhiltcr,    2ss4  Programme;    hj  Schülerbibl.    9<j2    Bde.    und 


!i"71  Wien.  317 

."kS  Hefte.  —  .hiliresddtatiuii  (lurclis(!liiiittiicli  ."XK)  (luldcii.  — 
Director:  Dr.  Titas  Killer  v.  Altii;  Jlihlioihekai-:  Prof.  Kerdi- 
nand  Noidel.  —  Ein  aiphabet.  Zettel-  und  ein  nach  Fächern 
uetH'dneter  Uandkatalog.  —  Nur  für  Lehrer  und  Schüler  der 
Anstalt  benutzbar,  doch  werden  die  Bücher  nicht  in  der  liibl. 
benützt,  sondern  nur  nach  Hause  entlehnt.  —  Sie  wurde  l)a]d 
nach  Gründung-  der  Anstalt  (October  187!»)  an.<i:ele<it  und  von 
Prof.  Xeidel  seit  ihrer  Beiiründunj^  verwaltet.  Im  ersten  Jahre 
schenkte  das  k.  k,  Ministerium  für  Cultus  und  Unterricht  der 
Anstalt  eine  Sammlung'  von  über  400  Akademieschriften. 
Seither  erfol^ien  die  Nachschaffungen  nach  ^Iassgal)e  der 
von  den  Fachlehrern  geäusserten  AV'ünsche.  —  Alle  Kealschul- 
fächer. 

Neidel,  Ferdinand.  Katalog  der  Lelircrbibl.  (Gruppe  I).  In:  XIII.  Jalires- 
lieiiclit  der  Staats-Realscliule  im  XVIII.  Gemeindebozirke  von  Wien. 
Wien  1898. 

905.  Reconvalescentenhaus  der  Barmherzigen  Brüder,  XIII. 
Ilütteldorferstrasse  4t!(3.  —  13ä-2  Nummern,  darunter  mehrere 
werthvoUe  Handschriften.  —  Dotation  je  nach  der  Höhe  der 
zufliessenden  Spenden.  —  Bibliothekar  ist  der  jeweilige  Prior 
des  Convents,  zugleich  Vorstand  des  Reconvalescentenhauses, 
derzeit  Johann  Sobel.  —  Die  Bibl.  ist  nur  Hausljibl., 
daher  weder  Entlehnung  noch  Versendung.  —  Ein  alphabot. 
Katalog.  —  1753  gegr.  —  Vorzüglich  mcdicinische   Literatur. 

90n.    Redemptoristencolleglum     bei     Maria      am      Gestade, 

I.  Salvatorgasse  12.  (Congregation  vom  a.  h.  Erlöser.)  — 
Lediglich  Handbibl.  für  die  Patres  als  Prediger  und  Beicht- 
väter. --  Seit  Entstehung  des  Collegiums  i.  J.  1820  zu  un- 
gefähr 20.000  Bdn.  herangewachsen.  In  Folge  der  Vertreibung 
der  PP.  i.  J.  1818  sind  jetzt  viele  Werke  unvollständig. 
Nur  wenige  Incunabeln.  —  Neben  allen  theologischen 
Fächern  zum  überwiegend  grössten  Tlieile  Philosophie. 

907.  K.  k.  Geologische  Reichsanstalt,  III  2  Rasumoffskv- 
gasse  23.  —  44.0i'0  Bde.  und  Hefte,  wovon  17.000  auf  Einzelwerke 
und  über  -27.000  auf  periodische  Schriften  entfallen.  —  Jahres- 
dotation 1000  Gulden.  —  Director :  Ilofr.  Dr.  Guido  Stäche;  Biblio- 
thekar: Dr.  Anton  Matosch;  Diurnist:  Wilhelm  Kutscher;  1 
Diener.  —  Alphabet.  Zettelkatalog  nacii  dem  System  Pin(,'ou; 
Fachgruppenkataloge  für  die  periodischen  Schriften.  —  Be- 
nutzbar für  Fachgenossen  und  Interessenten  von  9-12  und 
2 — 4  Uhr.  —  Ebenso  Entlehnungen  und  Versendungen  nur 
ausnahmsweise  mit  Genehmigung  des  Diroctors.  —  F'achbibl. 
ersten  Ranges,  zumal  wegen  ihres  Reichthums  an  Fach-  und 
fachverwandten  Zeit-  und  Gesellschaftsschriften,    welcher  bei 


318  Wien.  [90S 

lUOi»  Nummern  beträgt  und  fast  ausschliesslich  im  Tausch- 
verkehr gegen  die  Schriften  der  Anstalt  zufliesst.  Diesem 
Schriftentausch,  welchen  die  geologische  Reichsanstalt  seit 
ihrer  Gründung  (November  1049)  mit  allen  hervor- 
ragenderen verwandten  Instituten  und  Gesellschaften  des  In- 
und  Auslandes  unterhält,  verdankt  sie  auch  ihre  Entstehung. 
Den  Grundstock  der  Bibl.  bildete  eine  Schenkung  von  über 
1000  Bdn.  und  Heften,  mit  welchen  Dr.  Wilhelm  Ritter  v.  Hai- 
dinger die  k.  k.  geologische  Reichsanstalt  als  deren  erster 
Director  bedachte.  Der  Zuwachs  der  Bibl.  wird  quartalweise 
in  den  .»Verhandlungen  der  k.  k.  geologischen  Reichsanstalt" 
vom  Bibliothekar  ausgewiesen. 

<J08.  Oesterr.  Reichsrath,  I.  Reichsrathsgebäude.  —  Ca. 
1.').000  Bde.  —  Jahresdotation  lOOO  Gulden.  —  Vorstand: 
Dr.  phil  Siegfried  Lipiner,  k.  k.  Regierungsrath  und  Biblio- 
thekar; Amanuensen:  Dr.  phil.  Johann  Ladislaus  Merklas, 
Dr.  jur.  Karl  Renner:  3  Bibliotheksdiener.  —  Ein  gedruckter 
Nominalkatalog;  ein  Materienkatalog  handschriftlich  in  Zettel- 
form. —  Zugänglich  für  die  Mitglieder  beider  Häuser  des 
österr.  Reichsrathes  und  die  Mitglieder  des  Reichsgerichtes 
täglich  von  9— 2  Uhr,  während  der  Reichsrathstagung  ausser- 
dem von  5  —  8  Uhr  abends  und  ])ermanent  während  der 
Dauer  der  Plenar-  und  x\.usschuss-(Commissions-)Sit7Aingen 
eines  der  beiden  Häuser  und  der  österr.  Delegationen.  — 
Von  der  Entlehnung  sind  ausgeschlossen :  Gesetz-  und  Ur- 
kundensammlungen. Entscheidungen, Parlaments  Verhandlungen, 
Zeitschriften,  Zeitungen,  Nachschlagewerke,  Karten,  Atlanten 
und  S(;nstige  erfahrungsmässig  vielbenützte  Bücher.  Ent- 
lehnungsfrist 2— 4  Wochen.  —  In  der  Regel  keine  Versendung. 
—  Die  durch  Ueberweisung  der  Bibl.  des  österr.  Staatsrathes 
(18<;i — 1868)  an  den  Reichsrath  entstandene  Bibl.  pflegt 
Rechts-  und  Staatswissenschaften,  insbesondere  Politik,  Parla- 
mentarismus und  Administrativstatistik,  daneben  politische 
Geschichte. 

Xominalkatalog  der  Reiclisrallishibl    Wien   189(). 

909.  Wiener  freiwillige  Retlungsgesellschaft,  III.  Radetzky- 
strasse  l.  -  3997  Bde.  —  Dotation  je  nach  Ik'darf.  —  Chef- 
arzt: Dr.  Heinrich  Charas;  Secretär :  Moriz  Wortmann; 
1  Diener.  Zettel-  und  systematischer  Katalog.  -  Benutzbar 
nur  für  die.  Functionäre  der  Gesellschaft,  den  ganzen  Tag 
über.  —  Keine  Entlehnungen  und  Ver.sendungen.  —  Gegr. 
von  Dr.  Freih.  Jaromir  v.  IMundy,  dessen  ganze  Privatbibl. 
si)äter  in  das  Eigenthum  der  Gesellschaft  überging.  —  Vor- 
zugsweise medicinische  Wissenschaften,  Rettungswesen, Militär- 
sanitäts-,  Irrenwesen  und  freiwill.  Hilfsvereinsweson. 


'.ML'j  Wien.  ;;i:i 

;'M».     Kunsthistorische      SammlungeT      des       Allerhöchsten 

Kaiserhauses,  kiiiisihist.  IJot'imiseuin,  1.  Üiiruriiii;  .'>,  'l'icrimi-- 
torre.  —  Enthält  Itj.soo  Inventarnuiiinieni  in  ca.  24. ;')()()  l^dii.. 
darunter  einiiro  Handschriften,  Incunabeln,  Urkunden,  Flu^- 
und  sonstige  Kinzolblätter,  die  jedoch  wegen  ihrer  verhältniss- 
niässig  geringen  Anzahl  nicht  in  besonderen  Verzeichnis.sen 
gefülirt  werden.  -  Jaliresdotation  vom  Oberstkämnieroranite 
•2000  Gulden.  —  Vorstand:  Dr.  Heinrich  Ziinnierniann.  k.  ii.  k. 
Custos  I.  Gl.;  Arthur  Kurda,  k.  u.  k.  Assistent;  1  Museums- 
diener. —  Handschriftliche,  alte  gebundene  aiphabet,  und 
Realkataloge,  theilweise  auch  ein  alter  aiphabet.  Zettelkatalog. 
Ein  genauer  neuer  Zettelkatalog  in  Arbeit  und  zur  Hälfte 
fertig.  —  Täglich  während  der  vorgeschriebenen  Amtsstunden 
von  i) — 2  Uhr.  an  Sonn-  und  Feiertagen,  ausser  wenn  das 
IMuseum  überhau})t  vollständig  geschlossen  ist,  von  9—1  Uhr 
geöffnet.  In  erster  Linie  als  Ilausbibl.  für  die  Beamten  des 
Hauses  bestimmt,  doch  auch  für  Fachleute,  so  weit  diese  den 
Bibliotheksbeamten  persönlich  bekannt,  durch  einen  Museunis- 
beamten oder  sonst  eine  vertrauenswürdige  rersc'hiliclikeit 
eingeführt  sind,  zu  den  angegebenen  Stunden  benutzbar.  — 
Entlehnungen  und  Versendungen  gegen  Ausstellung  eines 
Ausleihscheines,  mit  der  einzigen  Verpflichtung,  das  entlehnte 
Werk,  falls  es  im  Museum  benöthigt  wird,  sofort  wieder 
zurückzustellen.  —  Die  Bibl.  ist  durch  die  Vereinigung  und 
in  den  Jahren  iss;)  — 1891  successive  erfolgte  Uebernahme 
der  früher  getrennten  Handbibl.  des  kaiserl.  Münz-  und  Antiken- 
cabinets,  der  Ambrasersammlung  und  kaiserl.  Gemäklegallerio 
entstanden  und  enthält  daneben  die  i.  J.  i.s;H  von  dem 
k.  k.  Major  Joseph  Kraushaar  der  Ambrasersammlung  testa 
mentarisch  vermachte  sogenannte  „Maximiliansbibl."  —  Aegyp- 
tologie,  Philologie,  Archäologie,  Geschichte,  Kunstgeschichte 
und  verwandte  Disciplinen.  die  für  das  Studium  und  die  Er- 
klärung der  im  Museum  verwahrten  Kunstsehätze  von  Wertli 
sind,  und  wird  nach  Massgabe  der  vorhandenen  Mittel  nament- 
lich für  die  Numismatik  möglichst  vollständig  erhalten  und 
ergänzt. 

Das  genaue  neue  Inventar  der  Bibl.  v.  J.  1S97  liegt  im  ISIanuscript 
gedruckt  vor;  die  Herausgabe  eines  wissensoliaftliclien  Bibliotlickskataloges 
ist  nach  dem  Muster  jener  der  Bibl.  des  k.  k.  (isterr.  Museums  t'üi'  Kunst 
und  Industrie  und  der  k.  k.  Akademie  der  bildenden  Künste  in  Wien 
geplant. 

911.  Städtische    Sammlungen.  Siehe  Wien.  Bil)liothek  und 
Historisches  Museum  der  Stadt   Wien. 

912.  St.   Vincenz-Leseverein,    VI  2    Stumpergasse    ;U.    — 
8000  Bde.  —  Jahresdotation  Goo— 700  Gulden.    —    Vorstand: 


320  Wien.  [913 

Martin  Derlei-,  Siiperior  der  Missionspriester ;  Stellver- 
treter: Johann  Leuerer.  Missionspriester;  Verwaltungsräthe: 
Jo.sy})h  Kendler,  k.  k.  Postcontroloi',  Karl  Maria  Lan- 
ijaschek,  Dürt;ersclnillehrer  und  sechs  Ausschnssmitgiieder.  — 
Ein  gedrucktes  Bücherverzeichniss.  —  Geöffnet  an  allen 
Wochentauen  von  5- 8  Uhr  abends.  — Entlehnung  gegen  ein- 
malige Erlegung-  eines  Betrages  von  10  Gulden  oder 
Jahresbeitrag    von     1     Gulden    und    Caution    von    1    Gulden, 

—  Die  Bibl.  wurde  1.  J.  1868  vom  Missionspriester  II.  Peter 
Krämer  gegr.  —  Alle  AVissenschaften.  hauptsächlich  populär- 
wissenschaftliche Werke.  Besonders  gepflegt  religiöse  Literatur, 
Apologetik,  katholische  Belletristik.  Ergänzungen  nach  Wunsch 
der  Tlieilnehmer  und  nach  Massgabe  der  vorhandenen  Mittel. 

Vei'zeioluiiss  der  Bücher  des  St.  Vincenzleseveveines  in  Wien.  Wien 
1890.  —  Hierzu  1.,  2.,  o.  Fortsetzung  des  Bücherverzeichnisses  des  St. 
Vincenzlesevereines. 

;tl3.    Servitenconvent.    —    Ca,    30.000  Bde.,    einige    Hand- 
schriften und  Incunabeln.    —    Jahresdotation  je  nach  Bedarf. 

—  Prior:  P.  Benignus  M.  Pluber;  ein  Mitglied  des  Conventes 
als  Bibliothekar.  —  Bandkatalog  und  zwar  Namen-  und  Sach- 
katalog nebst  Specialkatalog  über  Austriaca.  —  Benutzbar  in 
den  Vormittagsstunden.  —  Entlehnungen  nur  in  den  selten.sten 
Fällen  mit  besonderer  Genehmigung.  -Keine  Versendungen.  — 
Entstand  zugleich  mit  dem  Kloster  i.J.  KioDund  wuchs  theils  durch 
Ankauf  theils  durch  Einverleibung  der  Privatbibl.  verstorbener 
Conventualen.  Manche  werthvolle  Handschriften,  Incunabeln 
etc.  wurden  IS  10  und  Isli  aus  Noth  verkauft,  viele  Bücher, 
namentlich  Folianten  durch  die  Ueberschwemmung  i.  J.  1830 
vernichtet.  —  Vorzüglich  Theologie,  Geschichte,  auch  Heral- 
dik, Numismatik  etc.  etc. 

Chmel,  J.  Handschriften  in  österreichischen  Bibl.  nachgewiesen  von 
•Mone.  In:  D.  österr.  Gosoliichtsforscher.  II.  2.   1811.  Notizenbl.,  ö.  54  f. 

911.  „Sic",  Ruthenisch-ukrainischer  Verein,  XVII.  Veronika- 
gasse 37,  Hochparterre  »3.  —  5000  Bde.  und   (10  Handschriften. 

—  Jahresdotation  ca.  120  Gulden.  —  Obmann:  Roman  Sem- 
bratowycz;  Bibliothekar:  Orest  Rozankowskyj.  —  Alphabet. 
Katalog.  —  Benutzbar  Montag,  Donnerstag  und  Samstag.  — 
Entlehnungen  an  Vereinsmitglieder  ohne  Weiteres,  an  Fremde 
mit  Genehmigung  des  Vereinsobmannes.  —  Ebenso  Versen- 
dungen. —  (Jegr.  ISTU;  in  der  Bibl.  fanden  u.  a.  die  Samm- 
lungen ruthenischer,  deutscher  und  russischer  Werke  von  M. 
Drahomanow  und  O.  Terleckyj  Aufnahme.  —  Alle  Wissen- 
schaften: besonders  gepflegt  Literatur  und  Geschichte  der 
."^laven,  am  meisten  die  der  Ruthenen. 

Eine  kurze  Geschichte  der  Bibl.  enthält  der  rutiienische  Almanach 
„Sic"  1898  .,Cir"  1898.  Lemberg.  S.  1. 


919]  Wien.  3->l 

'.»if).  K.  k.  niederösterreichische  Siatthalterei,  I.  1 1«  riciiL;.  ii. 
imo  l>(lo.  —  Dio  lliitliollickslcitim^  wird  von  tlcni  I'ci-soiiiilt! 
dos  k.  k.  Arcliivs  l'i'ir  Niedt'n'tslerroioh  bei  dor  Statthalterei  in 
Wien  besorgt.  Archivar:  Dr.  Albert  Starzer;  Archivsconcipist: 
August  Seliestn^-;    l    Dionor.  Ein    alpiiabet.    Zottolkatalo«; 

nach  Autoi'en  und  ein  Schlanwortkatah^n'.  —  Kntlt'hnnnt; 
wälirond  der  Ainlssliind(Mi  d<M'  k.  k.  niodorr»sterr.  Statthalterei 
nur  für  deren  lleanitc,  ausnahmsweise  auch  für  Private  (i^  H» 
der  Ilibliotheksordnuni;).  --  Gegr.  is;);},  ]>fle^!:t  dieselbe  fast 
ausschliesslich  ^'er\valtunJJ;•s.i>esetz,^•ebung  und  Verwaltunu;s- 
geschichte. 

Katalog  (lor  Bilil.  dor  k.  k.  nioderösterr.  Stattlialtorei.  Wien   1805. 

'.MC.  Wiener  Stenographenverein,  I  Christinengasse  fi.  — 
975  Bde.  und  JJroschüren.  Jahresdotation  je  nach  Bedarf, 

—  Bibliothekar:  Hermann  Lasser.  —  Alphabet.  Katalog.  — 
Benutzbar  nur  für  Mitglieder  Dienstag  und  Samstag  von 
7—!»  Uhr  abends.  —  Ebenso  Entlehnungen  gegen  eine  Caution 
von  1  Gulden.  —  Keine  Versendungen.  —  Gegr.  auf  Grund 
der  Vereinsstatuten  ls72.  —  Nur  Stenographie. 

Bibl. -Katalog  ersclieint  demnächst  im  Druck. 

1117.  Allgemeines  österreichisches  israelitisches  Taub- 
stummeninstitut, HI.  Kudoltsgasse  22.  —  -Z^jüC»  Werke.  —  Di- 
rector:  Dr.  !Mori/,  Brunner.  —  Benutzbar  nur  für  Mitglieder 
des  Lehrk(")rpers  der  Anstalt.  —  Ebenso  Entlehnungen.  — 
Keine  Versendungen.  —  Gegr.  1S90  vom  ersten  Director  des 
Institutes,  kais.  Rath  Joel  Deutsch,  welcher  die  Anstalt  mit 
zahlreichen  Geschenken  bedachte,  —  Alle  Wissenschaften, 
insbesondere  Literatur  des  Taubstummen-  und  Blindenunter- 
richtes. 

918.  Thierschutzverein,  L  Rauhensteingasse  4.  —  Ca.  700 
Werke.  —